REISE UND KULTUR: CESENATICO – GEHEIMTIPP AN DER ADRIA

La Pescheria. Foto: Robert Quitta
Rimini kennt jeder, aber Cesenatico ?
Dabei ist dieser bezaubernde Fischer-und Badeort nur 20 km vom berüchtigten Teutonengrill und „Deflorationsmekka für Nordeuropäerinnen“ (O-Ton Bürgermeister von Rimini) entfernt und so etwas wie ein Kontrastprogramm dazu.
Cesenatico ist kleiner, familiärer, nicht so überlaufen – und es hat sogar noch Einwohner, die abseits des Tourismus ein ganz normales Dorfleben führen.
Der Ort wird von einem vom Universalgenie Leonardo da Vinci eigenhändig entworfenen Canale in zwei Hälften geteilt: Ponente (beschaulicher, ruhiger) und Levante (mondäner, quirliger). Wenn Sie von einem Teil in den anderen kommen wollen, fallen Sie bitte nicht auf Google Maps herein, wenn man Ihnen einen Umweg von 20 Minuten vorschlägt. Es hat sich bis nach Kalifornien nämlich noch nicht herumgesprochen, dass es hier auch zwei entzückende Fähren gibt, mit denen man in 1 Minute auf die andere Seite übersetzen kann. Ein Kindheitserinnerungen erweckendes Erlebnis, das man nicht missen möchte. Kostet auch nur 60 Cent !

Der Canale Leonardesco. Foto: Robert Quitta
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Eine der beiden Fähren. Foto: Robert Quitta
Der Canale Leonardesco ist eindeutig die Hauptschlagader, die Hauptattraktion, der Lebensmittelpunkt Cesenaticos. Besonders faszinierend dabei die vielen hier vor Anker liegenden alten Schiffe (Trabacolli, Bragozzi etc.) mit ihren rätselhaften Symbolen und ihren über die Massen farbenprächtigen Segeln.
Die Schiffe gehören zum am Ufer gelegenen Museo della Marineria, in dem man einen tiefen Einblick in die Geschichte des Fischfangs bekommt, dem Herzblut und der Lebensader Cesenaticos, der – weil immer noch (wenn auch in geringerem Ausmaß) betrieben – sicherlich der Hauptgrund dafür ist, warum sich die Stadt trotz der Touristen ihren ursprünglichen Charakter bewahrt hat.

Piazza delle Conserve,
In diesem Zusammenhang auch sehr interessant und schön anzuschauen die idyllische Piazza delle Conserve, wo man in alten Zeiten in drei Eiskellern den frischen Fisch aufbewahrt hat und die liebevoll restaurierte Pescheria, wo man ihn dann verkauft hat.
Mit Fischfang zu tun hat auch der Name des Hotels Lalla. In den goldenen Zeiten zogen nämlich an Cesenatico – ob man‘s glaubt oder nicht – riesige Thunfischschwärme vorbei. In den dafür verwendeten Netzen verfangen sich dabei wie man weiss auch immer wieder Delphine. Eine herzensgute Fischerfamilie rettete einst zumindest einen von ihnen – und schenkte ihn dem lokalen Aquarium.
Als sie dann später ein Hotel baute, gab sie ihm seinen Namen: Lalla.
Unter der neuen Führung von Alfonso Maini erhielt das Hotel einen Zubau mit Spa, Gym, Wellness und Fitnessbereich, behielt aber seinen Namen – weil die Geschichte nun einfach wirklich zu rührend ist.
Das (ganzjährig geöffnete) Hotel ist sehr angenehm für einen Urlaub. Es ist nur 200 Meter vom Strand entfernt, es hat viele Aufenthaltsräume, einen Garten, einen Salzwasserpool, ein Café, eine Bar, eine Dachterrasse etc.
Das Service ist ungeheuer aufmerksam und freundlich. Der absolute Hit, das ultimative Verkaufsargument für das Hotel Lalla sind jedoch Pranzo und Cena. Unglaublich reichhaltige und abwechslungsreiche Antipasti-Buffets, jeweils drei verschiedene Primi und Secondi, regionale Spezialitäten, Themenabende, Nachspeisen, Obst und und und…

Antipasta im Hotel Lalla. Foto: Robert Quitta
Ich bekomm schon wieder Hunger…und Sehnsucht nach Cesenatico.
Robert Quitta, Cesenatico

