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OLYMPUS HAS FALLEN

12.06.2013 | FILM/TV

Ab 14. Juni 2013 in den österreichischen Kinos
OLYMPUS HAS FALLEN
USA  /  2013
Regie: Antoine Fuqua
Mit: Gerard Butler, Aaron Eckhart, Morgan Freeman, Morgan Freeman u.a.

Was kann man heutzutage mit dem Olymp gleichsetzen? Übermütige Köpfe werden vielleicht „Kreml“ sagen, aber für Amerikaner gibt es nur eine Antwort. Richtig: das Weiße Haus. Seltsamerweise kreisen die Phantasien der Filmemacher immer gern um Bedrohung und Zerstörung, am liebsten dort, dem Nabel ihrer Welt – und man sollte doch meinen, nach 9/11, wo es haarscharf daran vorbei ging, sollte man den Teufel nicht an die Wand malen? Aber was heutzutage alles als „Unterhaltung“ durchgeht! Später, wenn der Untergang der Westlichen Welt nicht aufgehalten wurde, wird man solche Zeitgeist-Phänomene mit Interesse analysieren.

Zu Beginn die Idylle: Der amerikanische Präsident (Aaron Eckhart), seine Frau (Ashley Judd) und der kleine Sohn Connor (Finley Jacobsen) sind eine wirklich liebe Familie, und Bodyguard Mike Banning ist mit allen gut Freund, besonders mit dem zutraulichen Jungen. Es braucht so idyllische Szenen zu Beginn, wenn die Katastrophe einschlagen soll – eine mörderische Attacke, Banning rettet den Präsidenten (was soll er sonst tun), aber die First Lady ist tot. Niemand macht ihm wirklich einen Vorwurf, aber damit ist seine „Karriere“ in Präsidentennähe erledigt.

Aber die Rolle wird von Gerard Butler gespielt, also muss der Star noch etwas zu tun bekommen. Er ist an sich ein angenehm unheldischer, nicht sonderlich pathetischer Typ ist, dem man aber den harten Mann glaubt, der gegebenenfalls das Ruder übernimmt. Und die nächste Katastrophe lässt nicht auf sich warten: Diesmal haben die Drehbuchautoren gleich die Koreaner als Gegenspieler ausgesucht (weder die Dramaturgie des Films noch die des Lebens kommt ohne den Gegner, ohne die Achse des Bösen aus…). Also überfällt bei einem südkoreanischen Staatsbesuch eine nordkoreanische Guerillatruppe das Weiße Haus, nimmt den Präsidenten (nebst Vizepräsidenten und Verteidigungsministerin) als Geisel und teilt der Secret-Service-Lady (Angela Bassett) triumphierend mit, „Olympus has fallen“…

Nun liegt alles an unserem Helden, den verfahrenen Karren aus dem Dreck zu ziehen und den Bösewicht (Rick Yune, glaubhaft als Terrorist) auszuhebeln. Wie gut, dass Banning sich im Weißen Haus auskennt wie sonst kaum jemand, und wie gut, dass irgendwie immer noch Handys funktionieren und geheimnisvolle Codes existieren…

Die „Bösen“ haben einen amerikanischen Verbündeten, und wer Morgan Freeman verdächtigen möchte, der nun anstelle des Präsidenten agiert… nein, der ist es nicht. Es gibt politische Gerangel, Action im Untergrund, Bangen um den Präsidenten und – man verrät nicht zu viel – ein Happyend.

Das Ganze ist sozusagen „böse“, sehr brutale Action, von Antoine Fuqua schonungslos inszeniert, und hat nichts von dem letztlich „spielerischen“ Gestus, mit dem etwa Bruce Willis in „Die Hard“ immer wieder Attacken gegen Amerika abgewendet hat. Und so kann Butler auch nicht wirklich brillieren. Dass er als harter Mann in harten Zeiten glaubhaft ist… nun, es gibt so etwas wie Männer-Filme. Der starke Mann braucht dann kaum Persönlichkeitsglanz, Hauptsache, er ist stark.

Renate Wagner

 

 

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