MONACO / FUSSBALL: Rot-weiß-rote Hoffnung für das Fürstentum am Mittelmeer.
Adi Hütter und der AS Monaco
Pressekonferenz/Trainer-Vorstellung. Foto: Erwin Messer/Ulrike Messer-Krol
Ein Fussballjournalist muß zuerst einmal lange stehen, wenn er beim Training zuschauen darf. Wie die Opernenthusiasten, wenn sie sich für begehrte Tickets anstellen. Beim AS Monaco, dessen luxuriöses Trainingszentrum , 5 Hectar groß, drei Trainingsplätze , im französischen La Turbie liegt, kommt noch die mittägliche Hitze dazu. Die hohe ziemlich beeindruckende Felswand, an die es angebaut ist, gibt nur wenig Schatten. Es ließe sich dort auch sehr gut ein Festival klassischer Musik begründen.
Dr. Ulrike Messer-Krol besuchte Adi Hütter bei seinem ersten Training in Monaco. Foto: Selfie Adi Hütter
Um den neuen österreichischeTrainer Adi Hütter bei der Arbeit zu sehen, haben sich vor allem Menschen mit Kameras und Fotoapparaten , darunter ein Vertreter der APA eingefunden. Die schreibende Zunft kommt erst am Nachmittag zur Pressekonferenz.Österreich ist dabei einzig mit dem Online Merker vertreten,mit dem Trainertrio also ein Austria Quartett.Das fühlt sich aber nicht so wenig an, den die Farben Monacos und damit des Fussballclubs sind rot weiss und damit sehr heimatlich. Bis auf den eher moralisierende Wahlspruch RISE RISK REPEAT. Obwohl, mit dem Aufstehen hat der Fußballfan Erfahrung, was die Hoffnung auf eine strahlende Zukunft – WM oder EM- betrifft, auch die wiederholt sich bei jedem Qualifikationsspiel. Was den Trainer betrifft, hat hier zuletzt Autriche – Belgique 1:0 gespielt.
Adi Hütter. Foto: Erwin Messer/Ulrike Messer-Krol
Damit sitzt jetzt in der weiten Fußballwelt nach Andi Herzog als Cotrainer von Jürgen Klinsmann in Südkorea ein Vorarlberger in den Stadien der französischen Ligue 1 auf der Trainerbank, Das Ziel nächste Saison den 6. Platz weit hinter sich zu lassen oder zumindest wieder international zu werden. Also hoffentlich erfolgreicher und mit mehr Publikumszuspuch als sein Landsmann Valentin Schwarz im Regiesessel auf dem Grünen Hügel. Denn ausgetauscht wird im Sport ganz schnell. Das Stadion auf einem dem Meer abgerungenen kostbaren Grund mit 18523 Plätzen sollte sich füllen, auch wenn das heimische Publikum eher zurückhaltend ist. Die Pressekonferenz war jedenfalls so gut besucht wie schon lange nicht , dabei gab es gar nichts zu essen. Der Neuigkeitswert war überschaubar, im Gegensatz zum Jahresspielplan in Oper und Theater kennt man hier zwar die Orte der Aufführung, aber das Ende ist jedes Mal offen. Zumindest in dieser Hinsicht spannender als die 650. Aufführung der Wiener Tosca- Iszenierung, deren Regisseurin Margarete Wallmann vor vielen Jahren auch in Monaco sehr berühmt war.
Das Starensemble ist auf der Bühne und im Stadion bekannt, auch Verletzungen führen immer wieder zu Umbesetzungen, kurzfristig muß aber niemand eingeflogen werden, da er sich auf der Ersatzbank bereit hält . Das Honorar wird zumindest auf dem Platz weiter ausbezahlt.
Beim ersten Training. photo credit : AS Monaco / S. Senaux
Der neue Trainer wurde mit Lob überhäuft, vor allem als Teamplayer gerühmt, die instabilen Zeiten sollen vorüber sein. Er will die Vergangenheit vergessen und nur in die Zukunft schauen , wie alle Neuen . Nur sagen das nicht alle so offen. Sein Englisch ist recht passabel, zumindest besser als das des neuen Sportdirektors Thiago Scuro, erst kürzlich aus Brasilien eingeflogen. Der hat aber mit Portugiesisch einen Startvorteil beim Französich lernen. Nach einer guten Stunde ging es noch zum Fototermin, aber nicht einmal die Skyline von Monte Carlo kam ins Bild. Auch der beeindruckende Rocher ist nicht der Felsen mit dem Fürstenschloß. Dafür mit Kameras , die auch die kürzeste Trainingseinheit aufzeichnen könnten.
Sportdirektor Thiago Scuro, Trainer Adi Hütter. photo credit : AS Monaco / S. Senaux
Jetzt gilt es ein paar Wochen zu warten . Aber es gibt keine langen Theaterferien, am 13. August ist das erste Auswärtsspiel gegen den Clermont Foot.
Es war fast rührend, wie erwartungsvoll die Presse von dem österreichisch-brasilianischen Duo eine gänzende Fußballzukunft erhofft. Sportfreunde sind eindeutig optimistischer als Opernfreunde !
Die Spieler, die der neue Trainer zu Höchstleistungenb treiben muss! Foto: Erwin Messer/Ulrike Messer-Krol
Dr. Ulrike Messer – Krol
PS.: Adi Hütter ist übrigens nicht der erste Österreicher, der AS.Monaco trainiert: Von 1956 bis 1958 war bereits ein gewisser Anton Marek , Österreicher, als Trainer beim AS Monaco. Wie erfolgreich er war, weiß ich nicht, aber in zwei Jahren lässt sich in Monaco schon etwas Geld verdienen! So gesehen war es ein Erfolg, fragt sich nur, für wen!
Weitere Österreicher (Spieler) bei Monaco: Voici les anciens joueurs autrichiens du club : Théodore Brinek (1953-1955), Erwin Forster (1956-1958) et Ernst Stojaspal (1958-1959).