INFOS DES TAGES (SONNTAG, 7.JUNI 2026)
Musikverein Graz

Asmik Grigorian. Foto: Olivia Kahler
Liederabend
Asmik Grigorian. Sopran
Lukas Geniušas. Klavier
Uhrzeit:19.30 – ca. 21.25 Uhr
Ort:Stefaniensaal
Kleine Zeitung / Martin Gasser
Frau Grigorian, Ihr Terminkalender ist übervoll: Barcelona, New York, Wien, Florenz, München und bald Salzburg. Jetzt dazwischen Graz und Klagenfurt. Geht sich da ein Leben neben der Arbeit überhaupt noch aus?
Asmik Grigorian: Eine gute Frage. Manchmal denke ich, es geht nicht. Aber ich bin sehr früh Mutter geworden und habe dabei eine spezielle Disziplin gelernt, die wohl nur Eltern haben: Es ist nicht entscheidend, wie man sich fühlt, die Dinge müssen erledigt werden. Wenn es wirklich viel wird, versuche ich, Schritt für Schritt vorzugehen. So manage ich das.
Haben Sie Leute um sich, die Ihnen sagen, wann es zu viel wird?
Definitiv. Ich höre allerdings nicht besonders gern auf andere und bin seit meiner Kindheit gewohnt, das zu tun, was ich selbst entschieden habe. Deshalb ist es für die Menschen um mich herum nicht immer einfach, mir zu sagen: „Pass auf!“ Als Perfektionistin muss ich mir immer wieder klarmachen, dass es unmöglich ist, alles zu schaffen. Es wird immer Dinge geben, die unerledigt bleiben. Oft habe ich das Gefühl, dass alles gleich wichtig ist. Deshalb versuche ich heute bewusster zu erkennen, was im jeweiligen Moment Priorität hat.
Aber Oper ist Teamarbeit.
Ja, bei der Arbeit ist das anders. Dort bin ich ein sehr teamorientierter Mensch. Privat ist es vielleicht etwas komplizierter. Ich höre immer, was andere sagen, aber es dauert manchmal, bis etwas wirklich bei mir ankommt. Etwas zu verstehen ist das eine, es wirklich zu fühlen etwas anderes.
Wir sprechen um acht Uhr früh, obwohl Sie gestern Abend eine Vorstellung hatten. Sie müssen also Frühaufsteherin sein.
Ich muss es sein, weil ich meine Tochter zur Schule bringen muss. Eigentlich liebe ich den Morgen. Ein Sonnenaufgang gehört für mich zu den schönsten Dingen der Welt. Unser Beruf macht frühes Aufstehen allerdings nicht leicht. Wenn ich nach einer Vorstellung erst um fünf Uhr morgens einschlafe, bin ich um sieben Uhr nicht unbedingt begeistert vom Aufstehen.
Wenn man Sie auf der Bühne erlebt, hat man das Gefühl, dass Sie sich sehr öffnen. Fällt Ihnen das leicht?
Das ist für mich ein großes Kompliment, denn genau das war immer mein Ziel: auf der Bühne so ehrlich wie möglich zu sein. Gleichzeitig bin ich ein offener und doch auch ein sehr verschlossener Mensch. Es gibt viele Schichten in mir, die ich teilweise sogar vor mir selbst verborgen halte. Deshalb bin ich meinem Beruf so dankbar. Jede Rolle hilft mir, mich selbst besser kennenzulernen. Durch die Bühne kann ich offener werden – zuerst mir selbst gegenüber.
Ihr Vater war im Westen sehr bekannt, Ihre Mutter war ebenfalls Sängerin. Das Singen muss von frühester Kindheit an Teil Ihres Lebens gewesen sein.
Ja. Ich kenne eigentlich kein Leben ohne Oper. Natürlich träumt man als Kind von vielen Dingen, aber ich kenne kein Leben ohne Musik. Es gibt keine Erinnerung meiner Kindheit, in der die Oper nicht präsent gewesen wäre.
Bekommen Sie manchmal genug von Musik und Gesang?
Eigentlich nur, wenn ich sehr müde bin. Grundsätzlich liebe ich immer noch, was ich tue. Ich versuche mir diese Freude zu bewahren. Wenn alles zu viel wird, spüre ich manchmal, wie sie verloren geht. Und dann weiß ich, dass das nicht der Zustand ist, in dem ich auf die Bühne gehen möchte.
Heute ist Schauspiel auf der Opernbühne wichtiger denn je. Wie gelingt die Balance zwischen Schauspiel und Gesang?
Ich habe diese beiden Dinge nie voneinander getrennt und mich auch nie als Schauspielerin betrachtet. Alles, was ich übers Schauspiel gelernt habe, habe ich in der Oper gelernt. Das Schauspiel ist dort untrennbar mit der Musik verbunden. Oft hört man heute, Schauspiel sei wichtiger geworden als das Singen. Dem stimme ich überhaupt nicht zu. Für mich bedeutet Schauspiel in der Oper, Emotionen und Geschichte mit der Stimme zu verbinden. Es geht darum, die Musik wirklich zu fühlen. Man kann sich sogar bewusst gegen die Musik bewegen – aber nur, wenn man sie vorher verstanden hat. Ich würde lieber jemandem mit geschlossenen Augen zuhören, der himmlisch singt, auch wenn er kein großer Schauspieler ist, als jemandem zusehen, der großartig spielt, aber nicht singen kann.
Früh in Ihrer Karriere, 2011, haben Sie in der Grazer Oper in Peter Konwitschnys „Pique Dame“ gesungen. Erinnern Sie sich noch an diese Produktion?
Sehr gut sogar. Es war ein wichtiger Schritt in meiner Karriere. Ich erinnere mich besonders an die Begegnung mit Peter. Ich sprach damals praktisch kein Deutsch, er kein Englisch, und trotzdem konnten wir erstaunlich gut miteinander kommunizieren. Damals war Elisabeth Sobotka Intendantin in Graz. Es war möglicherweise mein erster Vertrag außerhalb Osteuropas. Ich wusste nichts über Steuern und stellte erst vor Ort fest, dass mir nach Abzügen nur etwa die Hälfte vom Honorar blieb. Intendantin Elisabeth Sobotka bat mich zu bleiben und versprach, alles dafür zu tun, dass es für mich einen Sinn hat. Ich hatte sehr viele Ausgaben, etwa für Babysitter. Das war ein entscheidender Moment in meinem Leben und meiner Karriere. Manchmal frage ich mich, wie alles verlaufen wäre, wenn es anders gekommen wäre.
Sie kommen nun mit einem Liederabend nach Graz zurück. Ein großer Teil des Programms ist französischer Musik gewidmet. Ist das eine Vorschau auf Ihr Salzburg-Debüt als Carmen?
Ja und nein. Der Ausgangspunkt war nicht die französische Musik, sondern die Idee, im ersten Teil ausschließlich Vokalisen zu singen – also Musik ohne Worte. Mich interessiert, wie sehr Menschen die Stimme als Instrument wahrnehmen können. Bei Instrumentalmusik erwarten wir keine Geschichte, bei Sängerinnen und Sängern schon. Ich wollte herausfinden, wie viel sich allein durch Musik erzählen lässt. Ich dachte zunächst, dieses Programm würde einfacher sein. Tatsächlich stellte es sich als eines der schwierigsten heraus, die ich je gemacht habe. Diese Vokalisen verlangen enorme technische Kontrolle.
Sie werden im Sommer in Salzburg Carmen singen, eine Rolle, eigentlich eine Partie für Mezzos. Was hat Sie dazu bewegt?
Ehrlich gesagt weiß ich es selbst nicht genau. Es war eine spontane Entscheidung. Ich hatte das Gefühl: Wenn ich Carmen machen möchte, dann jetzt. Ich bin 45 Jahre alt, mein Kalender ist bis 2030 gefüllt – also: Warum nicht? Es war vor allem Neugier. Mich faszinieren bekannte Werke, bei denen das Publikum glaubt, genau zu wissen, was es erwartet. Bei Carmen hatte ich sofort das Gefühl, diese Figur anders zu empfinden. Je intensiver ich mich mit Text und Musik beschäftige, desto mehr merke ich, wie schwierig diese Rolle ist. Gleichzeitig empfinde ich die Oper als die Reise Don Josés; Carmen wirkt oft wie der Auslöser seiner Entwicklung. Dennoch versuche ich herauszufinden, wie viel mehr in dieser Figur steckt, und so tief wie möglich in sie einzutauchen
Sie verwenden oft das Wort „Neugier“. Ist das eine Ihrer wichtigsten Triebfedern?
Ja. Menschen in meinem Umfeld sagen oft, dass ich ein sehr neugieriger Mensch bin. Mir selbst war das lange gar nicht bewusst. Aber es stimmt wohl: Ich möchte immer noch Neues lernen, entdecken, hören und sehen. Und das gilt ganz besonders für meinen Beruf.
Zur Person
Asmik Grigorian wurde 1981 in Vilnius im heutigen Lettland geboren. Ihr Vater Gegam war Tenor, ihre Mutter Irena Milkevičiūtė Sopranistin.
Der Sopran tritt an allen wichtigen Häusern auf. Debüt als Carmen bei den Salzburger Festspielen ab 26. Juli. Am 10. Juni beim Klagenfurt Festival mit dem Liedprogramm „A Diva is Born“, am 13. Juni im Grazer Musikverein mit französischem Programm und Strauss‘ Vier Letzten Liedern.
asmik-grigorian.com
https://www.kleinezeitung.at/artikel/28139289/asmik-grigorian-jede-rolle-hilft-mir-mich-selbst-besser-kennenzulernen
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BERLIN/ Deutsche Oper: OPER OHNE GRENZEN

Der Countdown läuft. Ende August schütteln wir uns den Urlaubssand aus den Kleidern und Sie können die neue Programmlinie Unlimited in der Deutschen Oper erleben. Wenn Sie schon im Programm gestöbert haben, wissen Sie: Es wird eine großartige Mischung aus Vertrautem und Neuem, aus Traditionellem und Experimentellem.
Unlimited ist unser neuer kreativer Raum und unser Experimentierfeld. Hier wollen wir mit Ihnen gemeinsam erleben, was passiert, wenn wir die Deutsche Oper noch offener denken. Kommen Sie mit uns ins Grenzenlose.
Unlimited entdecken
Grenzenlos feiern
Unlimited geht es direkt los am letzten Augustwochenende. Bei unserem Eröffnungsfest wird das Opernhaus durchlässig. Wir überschreiten die Grenzen zwischen Tag und Nacht, Bühne und Backstage, Zuhören und Mitgestalten. Für zwei Tage überlassen wir die Schlüssel der Deutschen Oper dem Bildenden Künstler Rirkrit Tiravanija. Schauen Sie ins Programm oder lassen Sie sich überraschen. Kommen Sie in vertraute und in verborgene Räume. Die Deutsche Oper Berlin öffnet zwischen Samstag, 12 Uhr und Sonntag, 18 Uhr ihre Türen! Und ja, es gibt eine Party; bis 4 Uhr in der Früh können Sie auf der Bühne feiern…
Eröffnungswochenende – kuratiert von Rirkrit Tiravanija
Entdecken
Durch die Oper, durch die Zeit
Das Grenzüberschreitende liegt seit jeher im Wesen der Oper als einer multisensoriellen Kunst. Gerade bei der Deutschen Oper liegt das Offene in der DNA des Hauses. Wir wurden als Bürgeroper gebaut: einladend, durchlässig, zugänglich. Im ganzen Zuschauerraum gibt es keinen einzigen schlechten Platz: Oper für alle.
Trotzdem ist Unlimited etwas Neues. Über die gesamte Spielzeit laden wir Sie ein zu Formaten, die wir in dieser Form noch nie im Programm hatten. Herzstück der Sparte Unlimited ist die Tischlerei, unsere Black Box Bühne mit ihrer unendlichen Wandlungsfähigkeit. Wir erkunden aber auch andere Orte an der Oper und in der Stadt und kombinieren so ungewöhnliche Vorstellungen mit überraschenden Spielorten. Mozarts Original-Clavichord wird bei Georg Nigls Nachtmusiken in der Schneiderei neben leuchtenden Nähmaschinen klingen, das Kulissen-Depot wird zur Bühne und das Foyer bei den Glam Nights zur Chill Out Lounge. Gemeinsam rühren wir an die Grenzen zwischen Hochkultur und Subkultur, zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Utopie, zwischen Bühne und Zuschauerraum, Politik und Kunst, Opernhaus und Stadt.
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Nestroy-Spiele Schwechat (bei Wien)
Nestroy war der absolute Star des Alt-Wiener Volkstheaters, er prägte mit bissiger Gesellschaftskritik, Sprachwitz und Wortspielereien das deutschsprachige Theater.
NESTROY Spiele Schwechat – Was Nestroy betrifft ist Wien eine Vorstadt von Schwechat.

OPEN AIR im Schlosshof von Schloss Rothmühle
ROULETTE TICKETS um nur € 30;
NESTROY Spiele Schwechat 2026 –
Mein Freund
ROULETTE TICKETS um nur € 30;
Ein Roulette-Ticket ist an keine Sitzplatzkategorie gebunden. Es gilt für alle noch frei verfügbaren Plätze der aktuellen Vorstellung. Wo Sie sitzen wird am Abend der Veranstaltung entschieden… aber immer nebeneinander
„Ich hab’ einmahl einen Freund g’habt, und seitdem hab’ ich gar keinen Abscheu mehr vor die Feind’.“
Was bedeutet Freundschaft?
Auf wen kann man sich verlassen? Wem vertrauen?
Und hat man heutzutage als gutgläubiger, optimistischer, ja fast schon naiv denkender Mensch überhaupt noch eine Chance?
Auf die Probe gestellte Freundschaft, Verrat, Intrigen und Betrug stehen im Zentrum dieser beinahe melancholischen Komödie – in Nestroys einzigartiger, unverwechselbarer Sprache.
Das NESTROY Ensemble Schwechat hat sich – fest verankert im Theaterfest NÖ – der Aufgabe verschrieben, neben Nestroys Klassikern, auch selten gespielte und unbekannte Stücke des Autors aufzuführen.
„Was Nestroy betrifft, ist Wien eine Vorstadt von Schwechat“ (Zitat: Falter)
Schloss Rothmühle
im Schlosshof
Rothmühlstraße 5
2320 Schwechat
EVENTINFO:
Mittwoch, 1. Juli 2026
Freitag, 3. Juli 2026
Samstag, 4. Juli 2026
Dienstag, 7. Juli 2026
Mittwoch, 8. Juli 2026
Freitag, 10. Juli 2026
Beginn. 20.30 Uhr
TICKETINFO:
ROULETTE TICKETS um nur € 30.-
Haben Sie sich schon die Karten gesichert zur Sommernachtskomödie Rosenburg – SUGAR – MANCHE MÖGENS´S HEIß, Oper Burg Gars – MADAMA BUTTERFLY oder zu den Wachaufestspielen– div Shows! ( Infos sende ich Ihnen auf Wunsch gerne nochmals zu)
SO SCHÖN UND LUSTIG KANN DER SOMMER SEIN
Reservierungen sind Montag bis Sonntag (rund um die Uhr – )unter karten@dander.at möglich !
LG Christian
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