INFOS DES TAGES (SONNTAG, 4. JÄNNER 2026)
Jürgen Kesting macht sich Sorgen übe die Zukunft der Oper! Viele Häuser sind nur noch halb voll, die Zahl der Abonnements sinkt!

Gesang, Geld, Repertoire : Welche Zukunft hat die Oper?
Die Oper ist eine gefährdete Kunstform: Ihre gesellschaftliche Finanzierung verliert an Akzeptanz, das Repertoire ist im Umbruch, die Gesangskultur ebenfalls. Und warum wird ausgerechnet sie als „elitär“ gemobbt?
FrankfurterAllgemeine.net.zukunftderoper
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Yannick Nézet-Séguin about the New Year’s Concert 2026
Video 3,42 Minuten
Yannick Nézet-Séguin about the New Year’s Concert 2026 – YouTube
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OPER FRANKFURT: STATT CORINNE WINTERS BESTREITET DIE DEUTSCHE SOPRANISTIN NIKOLA HILLEBRAND DEN DRITTEN LIEDERABEND DER SPIELZEIT 2025/26 AN DER OPER FRANKFURT

Nikola Hillebrand. Foto: Miina Jung
Der dritte Liederabend der Spielzeit 2025/26 wird anstatt von Corinne Winters bestritten von der deutschen Sopranistin Nikola Hillebrand am
Dienstag, dem 13. Januar 2026, um 19.30 Uhr im Opernhaus.
Aufgrund von Terminüberschneidungen ist es Corinne Winters leider nicht möglich, den Abend wahrzunehmen.
Nikola Hillebrand wuchs bei München auf. Schon früh wurde ihr musikalisches und künstlerisches Talent sicht- und spürbar. Ballett, Querflöte, Chorgesang und Musizieren im Schulorchester
prägten ihre musikalische Kindheit. Heute hat sie sich als eine der begehrtesten und vielseitigsten SängerInnen ihrer Generation etabliert und ist sowohl im Koloratur- als auch lyrischen Fach und gleichermaßen in der Oper, im Konzert sowie als Liedinterpretin international gefragt. Ihr Repertoire reicht von Adele (Strauß‘ Die Fledermaus) bis zu Cunegonde (Bernsteins Candide).
Konstanze (Mozarts Die Entführung aus dem Serail) und Musette in Puccinis La Bohème führte sie an die Dresdner Semperoper und Gretel (Humperdincks Hänsel und Gretel) an die Münchner
Staatsoper. Regelmäßig singt sie Susanna (Mozarts Le nozze di Figaro) und Zdenka (Strauss‘ Arabella). Zu ihren Plänen gehören Sophie (Strauss‘ Der Rosenkavalier) in Berlin und Wien. Sie
ist auf der Opernbühne ebenso zuhause wie auf dem Konzertpodium; so sang sie kürzlich in der Londoner Wigmore Hall ein Schubert-Programm mit Malcolm Martineau am Flügel. Für ihre
leuchtende Stimme, ihr schauspielerisches Können und ihre außergewöhnliche Bühnenpräsenz wird sie regelmäßig von der Fachpresse gefeiert. Über ihre Darstellung der Susanna bei einer
Aufführung in der Elbphilharmonie im März 25 schreibt das Hamburger Abendblatt: „Nikola Hillebrand singt eine Susanna zum Verlieben, mit unwiderstehlich ausdrucksstarkem Sopran.“
Begleitet von Simon Lepper am Klavier präsentiert Nikola Hillebrand anlässlich ihres ersten Frankfurter Liederabends Werke von Franz Schubert.
Karten zum Preis von € 16 bis 109 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf) sind bei den üblichen Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im telefonischen
Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.
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Bayerische Staatsoper: Umbesetzungsmeldung „Madama Butterfly“
hiermit möchten wir Sie über folgende Umbesetzung informieren:
MADAMA BUTTERFLY
In den Vorstellungen von Madama Butterfly am 31. Januar, sowie am 3. und 6. Februar 2026 übernimmt Lucio Gallo die Partie des Sharpless anstelle von Ariun Ganbaatar.

Lucio Gallo
Lucio Gallo
Lucio Gallo, geboren in Tarent (Italien), studierte Gesang am Conservatorio Statale di Musica Giuseppe Verdi in Turin. Er gewann zahlreiche internationale Musikwettbewerbe. Gastengagements führten ihn u. a. an die Staatsoper Unter den Linden Berlin, die Deutsche Oper Berlin, die Hamburgische Staatsoper, die Wiener Staatsoper, die Oper Zürich, die Royal Opera Covent Garden in London, die Metropolitan Opera New York sowie zu den Festspielen in Salzburg, Savonlinna und Bregenz. Zu seinem Repertoire gehören Partien wie Leporello und Don Giovanni (Don Giovanni), Conte di Almaviva und Figaro (Le nozze di Figaro), Dandini (La Cenerentola), Figaro (Il barbiere di Siviglia), Malatesta (Don Pasquale), die Titelpartien in Eugen Onegin und Der fliegende Holländer, Telramund (Lohengrin), Giorgio Germont (La traviata), Rodrigo (Don Carlo), Ford und Sir John Falstaff (Falstaff), Scarpia (Tosca), Amonasro (Aida) und Escamillo (Carmen). An der Bayerischen Staatsoper sang er u. a. Conte di Almaviva und die Titelpartie in Le nozze di Figaro, Malatesta (Don Pasquale) sowie Jack Rance (La fanciulla del West).
ZU DEN VORSTELLUNGEN
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Budapest/Staatsoper: „LOHENGRIN“ – Neuinszenierung
Festspielreife Neuinszenierung

Pressefoto von Valter Berecz
Das war ein Wagner-Abend der besonderen Art an diesem Kleinod von einem Opernhaus! Das begeisterte Publikum im ausverkauften, aber dennoch nicht vollbesetzten Haus an der Andrassy utca erlebte eine Neuproduktion der romantischen Oper „Lohengrin“ von Richard Wagner, die in der Regie von András Almási-Tóth und im Bühnenbild und Lichtdesign von Sebastian Hannak, aber auch von den Solisten und vom Chor her, den Bayreuther Festspielen selbst zu ihrer besseren Zeit zur Ehre gereicht hätte.
Hannak stellte ein opulent wirkendes britisches Kaufhaus des 19. Jahrhunderts mit seinen für die damalige Zeit typischen Metallkonstruktionen – weitgehend in Gold – auf die Bühne mit einer Galerie über alle drei Seiten und einer großen Brücke im Vordergrund für die Auftritte der Protagonisten. Darunter agierte der Chor in äußerst vielseitigen und im Großen und Ganzen geschmackvollen Kostümen mit den typischen britischen Zylindern von Krisztina Lisztipád. Es war eine außergewöhnlich große Zahl an Akteuren im Einsatz.
Im 2. und 3. Akt wird eine bühnenbreite Box mit einer schwarzen Seite für das intrigante Paar mit Video-Überwachungskameras und einem goldenen Ambiente für Lohengrin und Elsa installiert. Das bringt ein Stück surreale Phantasie in das ansonsten eher realistische Bühnenbild und sorgt somit für eine interessante Akzentuierung der Handlung und Konzentration auf das Wesentliche. In der goldenen Box entwickelt sich denn auch die entscheidende Szene zwischen Lohengrin und Elsa sehr authentisch und emotional. Der Regisseur verfolgt überhaupt eine sehr werkgerechte Personenregie, die von den Sängern auch entsprechend mitgetragen wird.
Die Inszenierung wartete trotz aller Realität auch mit einigen interessanten mystisch verklärten Elementen auf. So gab es zwei Tänzer, die einen goldenen Schwan (Vincent Elias Heyme) und einen schwarzen Schwan (Tamás Batór Jr.) in leicht gefiederten Kostümen verkörperten, natürlich die beiden Sphären um Lohengrin/Elsa und Telramund/Ortrud verkörpernd. Sie irrten mit seltsamen Bewegungen (Latin American Dance/Show Dance) immer wieder durch das Bild. Gemeinsam präsentierten sie gegen Ende des Vorspiels, das also leider nicht durchgängig vor geschlossenem Vorhang ablief, bereits den später zurückkehrenden Gottfried – wie eine Klammer um die ganze Geschichte. Beide führten stellvertretend auch den oft wenig überzeugend wirkenden Kampf zwischen Lohengrin und Telramund aus – eine sehr gute Idee des Regisseurs! Es gab noch einen dritten Schwan in dieser Aufmachung, der Lohengrin am Ende abholt. Diese surrealen Momente taten der Inszenierung gut, die einen „Lohengrin“ erleben ließ, wie ihn sich Wagner mit den heutigen technischen Mitteln auch hätte vorstellen können.

Pressefoto von Valter Berecz
Ganz erheblich trug zum allgemeinen Erfolg der junge und in silberner Ritterrüstung attraktiv auftretende charismatische Christopher Sokolowski als Lohengrin bei, der neben einer mitnehmenden darstellerischen Leistung auch mit einem klangvollen jugendlich-dramatischen Heldentenor glänzte. Er hat den Lohengrin schon in Bremen gesungen, auch einige Parsifale, und ist mit seinem stimmlichen Potential und seiner optischen Erscheinung sicher ein großes Talent auf der Opernbühne in den kommenden Jahren, zumal im Wagner-Fach. Seine Rollen-Interpretation war höchst eindrucksvoll, auch wenn die Stimme, er ist erst Anfang 30, an Breite und Volumen gewinnen wird. Johanni van Oostrum war eine vielseitige Elsa mit dem bestens zur Rolle passenden Timbre und agiler Rolleninterpretation. Dass ihr Sopran an Dramatik gewonnen hat, konnte sie vor kurzem als Sieglinde beweisen. Judit Kutasi war eine kraftvoll und mit schönem Mezzo-Timbre singende sowie giftige Ortrud. Egils Silins glänzte nur 11 Tage nach seinem letzten Jochanaan am Teatro Colón von Buenos Aires als Telramund mit kraftvoller, akzentuierter Stimme sowie perfekter Diktion. Kostas Smoriginas sang den Heerrufer, der gemeinsam mit Gottfried am Ende durch Ermordung von König Heinrich einen Regime-Change einleitete. Derek Welton gab König Heinrich ansprechend mit einem eher hellen Bass.
Der ganz offensichtlich sehr talentierte junge Dirigent und Assistent von Ádám Fischer, Martin Rajna, dokumentierte mit dem Orchester der Ungarischen Staatsoper bereits große Wagner-Kompetenz und gestaltete ein detailreiches und sehr transparentes Klangbild. Der von Gabor Csiki geleitete Chor der ungarischen Staatsoper sang absolut festspielreif, und der von Nikolett Hajzer einstudierte, aber etwas zu groß geratene Kinderchor war ebenfalls eindrucksvoll. Ein großer Abend an der Ungarischen Staatsoper!
Klaus Billand
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NEUE CD: ARS-Produktionen: Philipp Schmidt: CHARLOTTE! ADIEU! Fernando Sor

Philipp Schmidt – „Charlotte! Adieu!“
Feburar 2026
Mit Charlotte! Adieu! widmet der Gitarrist Philipp Schmidt sein Album der jungen Musikerin Charlotte Beslay (geb. Levavasseur), Schülerin Fernando Sors und talentierte Pianistin, deren Spiel selbst Rossini beeindruckt haben soll. Ihr früher Tod im Jahr 1835 – sie starb mit nur etwa zwanzig Jahren bei der Geburt ihres Sohnes – hinterließ tiefe Spuren bei Sor. In bewegender Erinnerung an sie komponierte er die Fantaisie Élégiaque, op. 59, deren Schluss die Worte „Charlotte! Adieu!“ trägt: ein musikalischer Abschied voll Innigkeit und Trauer.
Neben diesem zentralen Werk präsentiert das Album ausgewählte Étuden, Leçons und Charakterstücke aus Op. 6, Op. 29, Op. 31 und Op. 35, dazu die meditative Miniatur Le Calme, Op. 50 sowie die virtuosen Variationen über ein Thema von Mozart, Op. 9.
Auf einer historischen romantischen Gitarre lässt Philipp Schmidt Sors Musik in ihrer ursprünglichen Klarheit, Wärme und poetischen Ausdruckskraft neu erstrahlen.
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