INFOS DES TAGES (SONNTAG, 18. JÄNNER 2026)
Linz/Landestheater: Premiere „TURANDOT“

Elena Batoukova-Kerl, Carlos Cardoso. Foto: Reinhard Winkler für Landestheater
ie Oper wurde erstmals in Linz am 23. 12. 1949 aufgeführt. Die heutige Premiere ist deren vierte Inszenierung in der OÖ Landeshauptstadt, diesmal mit dem 2002 uraufgeführten Finale von Luciano Berio, welche mehr Themen Puccinis verwendet als das altbekannte von Franco Alfano. 1960 gab es hier auch ein Ballett dieses Stoffes, Komponist Gottfried von Einem.
Die Bühne (Paul Zoller) ist abstrakt, einfach, schafft aber eine zu dem düsteren (Nacht)Stück genau passende und nebenbei stimmenfreundlich konstruierte Welt. Eine Vollmondscheibe dominiert, die am Ende des ersten Akts auch zum riesigen Gong wird. Schon vor dem persönlichen Auftritt der Eisgegürteten wirft ihr roter Mantel Schatten voraus. Allenfalls irritierend, daß einige Auftritte über aus dem Boden ragende Leitern erfolgen, was lediglich im Falle der Hinrichtung des persischen Prinzen einleuchtet. Mechthild Feuersteins Kostüme sind großteils (Chor/Volk) einfach, zeitlich nicht festgelegt und enthalten hinlänglich „chinesische“ Stilelemente, um die Örtlichkeit zu signalisieren, ohne dabei in Klischees zu verfallen. Nur die Prinzessin ragt in Schmuck und Kleidung heraus; der Kaiser ist in schwarze Seide gehüllt, der Mandarin wiederum bescheidener. Ping, Pang und Pong heben sich vom Volk nur durch einen nach nordchinesischen/mongolischen Vorbildern gefertigten Schurz ab.
Diese relativ einfache Szenerie bietet der Regie von Jasmina Hadžiahmetović viele Möglichkeiten einer dramatischen Personenführung, die sie auch eindrücklich nutzt. So erscheint die Darstellung dieses an sich doch monumentalen Werkes für die drei Flüchtigen und die drei Minister durchaus kammerspielhaft; aber auch die sozusagen protokollarisch zur Statik verurteilten Figuren von Turandot und Altoum dürfen hier manchmal, in besonders emotionellen Momenten, ihre Schauspielkünste auspacken. Dramaturgie: Christoph Blitt….

Premierenfeier. Paul Zoller, Enrico Calesso, Jasmina Hadžiahmetović , Mechthild Feuerstein, Elena Pierini. Foto: Petra und Helmut Huber
Schon zweimal begeisterter Aktapplaus, dann Jubel und standing ovation zum Schluß, und beste Stimmung auch bei der langen Premierenfeier… eine Werbung für die große italienische Oper!
Zum Premierenbericht von Petra und Helmut Huber
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Deutsche Oper Berlin: Höhepunkte aus dem Februar-Programm

„Die drei Rätsel“. Foto: Nancy Jesse
Schönbergs „Gurrelieder“ mit Sir Donald Runnicles in der Philharmonie und Schrekers DER SCHATZGRÄBER sowie Glanerts DIE DREI RÄTSEL zurück auf dem Spielplan
Am 10. Februar steht mit Arnold Schönbergs „Gurreliedern’’ eines der absoluten Gipfelwerke der chorsinfonischen Literatur, das aufgrund seiner immensen Anforderungen nur selten zu erleben ist, auf dem Programm. Neben Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin wirken der Rundfunkchor Berlin sowie als Solisten AJ Glueckert, Felicia Moore, Annika Schlicht sowie als Sprecher Thomas Quasthoff mit. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Sir Donald Runnicles, die Chöre hat Jeremy Bines einstudiert.
Das Konzert findet am 10.2. um 20 Uhr in der Philharmonie statt.
Es begann als Liederzyklus für zwei Stimmen und Klavierbegleitung und wurde ein chorsinfonisches Mammutwerk: Arnold Schönbergs „Gurrelieder’’ erzählen, basierend auf Gedichten des dänischen Schriftstellers Jens Peter Jacobsen von der Liebe zwischen Tove und König Waldemar. In den „Gurreliedern’’ verbindet Schönberg in der Nachfolge von Richard Wagner, Gustav Mahler und Richard Strauss sämtliche musikalischen Einflüsse der Spätromantik zu einem fast zweistündigen Monumentalwerk, das ein Höhepunkt jener Kunstepoche ist – und zugleich ein Endpunkt: Eigentlich hatte Schönberg in den Jahren der Fertigstellung und Uraufführung der „Gurrelieder“ schon den Schritt in die Atonalität unternommen.
Die Aufführung der „Gurrelieder“ steht zugleich am Ende einer Ära an der Deutschen Oper Berlin, indem sie Teil des Abschieds von Generalmusikdirektor Sir Donald Runnicles sind, der dieses Amt nach 17-jähriger Tätigkeit zum Ende der Saison 2025/26 abgeben wird.
Das Konzert wird live im rbb-Hörfunk auf radio3 übertragen.
Wiederaufnahmen: Schrekers DER SCHATZGRÄBER und Glanerts DIE DREI RÄTSEL
Als eine „riesige Kammermusik für 120 Musiker“ beschreibt Dirigent Marc Albrecht Schrekers mystisches Meisterwerk über die mutterlose Wirtstochter Els, die ihre Liebhaber zum Raub an heißbegehrtem Schmuck anstiftet und sie nach Übergabe des Diebesguts skrupellos ermorden lässt. Ganz anders der fahrende Sänger Elis, der mit seiner geheimnisvollen Laute Schätze aufzuspüren vermag, die er großzügig verschenkt. Doch selbst der Besitz allen Goldgeschmeides stillt beider Verlangen nicht.
DER SCHATZGRÄBER war eine der wichtigsten Opern der 20er Jahre. Schon die Uraufführung 1920 in Frankfurt geriet zum Sensationserfolg und es folgten in den nächsten fünf Jahren 44 Inszenierungen an verschiedenen Häusern. Doch dann wurde es still um das ehedem beliebte Werk. Die Partie der Els übernimmt Olesya Golovneva, zuletzt in der Titelpartie von Respighis LA FIAMMA gefeiert. Als Elis kehrt Daniel Johansson zurück an die Deutsche Oper Berlin, als Narr Thomas Cilluffo und als Vogt Tómas Tómasson. Vorstellungen am 30. Januar, 7. und 12. Februar.
Detlev Glanerts DIE DREI RÄTSEL erlebte im Oktober 2025 eine fulminante Premiere, die Inszenierung kehrt am 13. (11 Uhr) und am 15. Februar (14 und 18 Uhr) für drei Vorstellungen zurück auf den Spielplan. In diesem Werk sind der Kinderchor und der Junge Chor die Hauptakteure auf der Bühne neben den jungen Protagonisten Lasso und Scharada, gestaltet von Solist*innen des Kinderchores sowie Ensemblemitgliedern, die die zweifelhafte Welt der Erwachsenen verkörpern. „Wenn eine Inszenierung dann so glückt, dass immer wieder einzeln arrangierte Bilder mit tosendem Applaus begrüßt werden, zeigt das: Musiktheater kann auch ein junges Publikum in Ekstase versetzen – noch dazu mit der gleichen musikalischen Qualität wie das der ‚Großen‘“, urteilte die Deutsche Bühne nach der Premiere. Regisseurin Brigitte Dethier, gerade mit dem FAUST-Preis für ihr Lebenswerk geehrt, und Ausstatterin Carolin Mittler gelingt eine Inszenierung mit viel Liebe zum Detail. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Dominic Limburg, der neben den Orchestermusikern eine große Anzahl an jugendlichen Musikerinnen und Musikern vor sich an den Pulten hat.
Besetzungs-Highlights: ELEKTRA und RIGOLETTO
Catherine Foster gilt nach wie vor als eine der unbestritten herausragenden Elektra-Besetzungen und wir freuen uns, sie am 21. und 27. Februar wieder in dieser Partie zu Gast zu haben. Zuletzt begeisterte sie als Färbersfrau in Tobias Kratzers und Donald Runnicles Interpretation der FRAU OHNE SCHATTEN. An ihrer Seite die charismatische Karita Mattila als Klytämnestra und Flurina Stucki als Chrysothemis sowie Tobias Kehrer als Orest.
Xabier Anduaga dürfte einer der spannendsten jungen Tenöre sein, die gerade die großen Opernhäuser erobern. Ein sensationelles Debüt als Nemorino (L’ELISIR D’AMORE) an der Metropolitan Opera gab er, auch an den Opernhäusern in Wien, München, London und Madrid ist er bereits aufgetreten und an der Deutschen Oper Berlin überzeugte er in ANNA BOLENA. Nun also freuen wir uns in RIGOLETTO am 22. Februar und 1. März auf seinen Herzog von Mantua an der Seite von Juan Jesús Rodriguez in der Titelpartie und Lilit Davtyan, die als Gilda debütiert.
www.deutscheoperberlin.de
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TTT Musiktheater – Dramaturgie neuer Welten Warum will Musiktheater Politik und Demonstrieren ausbilden?

„Regietheater“ beschwört was keiner will: Scheiß und Irrsinn im konventionellen Realismus. Hier und Jetzt.
Distanz birgt Obhut, Zukunftsorientierung, Potential. Inszenierungen in Parallelwelten schaffen lebensbejahrende Perspektiven. Visionären Utopien stehen über alltäglicher Wirklichkeit – sind „surreal (sur la réalité)“. Akzeptanz innerer Logik von Kunst ohne verdröseltes Entfremden dürften irritierend intellektualisiertes Verkleistern beenden. Schlüssigkeit, emotionale Wahrhaftigkeit könnten nicht nur im Theater Weltfrieden initiieren, Sprungbrett, Gunst, Chancen sein.
Stattdessen gibt es „Pseudologia phantastica“ = übertrieben, zwanghaft pathologisches Lügen!
https://onlinemerker.com/tim-theo-tinn-pseudologia-phantastica-in-theatrum-musicum-luegen-falschheiten-im-musiktheater-kreative-kunst-verlumpt/
- Werkimmanenz muss immanent aus dem Werk
- Psychosoziale Menschenbilder bleiben im psychosozialen Sein
- Integration archaischer und feinstofflicher Elemente als Synthese alter Wurzeln und modernen Erkenntnissen.
- Farbdramaturgie und Assoziationsmontage: emotionale und symbolische Werkzeuge, Affekte und Assoziationen nach S. M. Eisenstein.
Also keine Entfremdung vom Musik, von Worten, stattdessen künstlerische Neubewertung theatraler Arbeit, kritischen Impuls, Gegenentwurf zu Konventionen seit über 50 Jahren. Zukunftsweisende Gestaltung – visuell, auditiv – zu Überhöhung. keine Alltagsrealität sondern Affekte und Assoziationen transformativer Erfahrung. Mischung aus philosophischer, psychosozialer, wissenschaftlicher Reflexion, außerhalb Mainstream. Ästhetische Konzepte aus Quanten, Fraktalen, Metaphysik etc. für kohärente Bühnenrealitäten…
Weiterlesen unter https://onlinemerker.com/ttt-musiktheater-dramaturgie-neuer-welten-warum-will-musiktheater-politik-und-demonstrieren-ausbilden/
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Die Mezzosopranistin Stefanie Bruggeling gibt ihr Deutschlanddebut als Peggy in Jesse Broekmans „Peggy Packer“ am Oldenburgischen Staatstheater.
Die Uraufführung findet am 18. Jänner 2026 statt!

Stefanie Bruggeling. Foto: Marco Borggreve
Vorstellungs-Termine
Uraufführung: So 18. Jänner 2026, 16:00 Uhr
Di 20. Jänner 2026, 09:00 Uhr
Di 20. Jänner 2026, 11:00 Uhr
Mi 21. Jänner 2026, 09:00 Uhr
Mi 21. Jänner 2026, 11:00 Uhr
Do 22. Jänner 2026, 09:00 Uhr
Do 22. Jänner 2026, 11:00 Uhr
So 25. Jänner 2026, 16:00 Uhr
Di 27. Jänner 2026, 09:00 Uhr
Di 27. Jänner 2026, 11:00 Uhr
Mo 23. Februar 2026, 09:00 Uhr
Mo 23. Februar 2026, 11:00 Uhr
Di 24. Februar 2026, 09:00 Uhr
Di 24. Februar 2026, 11:00 Uhr
Mi 25. Februar 2026, 09:00 Uhr
Mi 25. Februar 2026, 11:00 Uhr
Fr 27. Februar 2026, 09:00 Uhr
Fr 27. Februar 2026, 11:00 Uhr
Zum letzten Mal: Sa 28. Februar 2026, 16:00 Uhr
https://stefaniebruggeling.com/
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