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INFOS DES TAGES (SONNTAG, 16. NOVEMBER 2025)

16.11.2025 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (SONNTAG, 16. DEZEMBER 2025)

Festspielreife Neuinszenierung von Wagners „Lohengrin“ an der Ungarischen Staatsoper am 15. November 2025 – Nachtkritik

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Das war ein Wagner-Abend der besonderen Art an diesem Kleinod von einem Opernhaus! Das begeisterte Publikum im ausverkauften, aber dennoch nicht vollbesetzten Haus an der Andrassy utca erlebte eine Neuproduktion der romantischen Oper „Lohengrin“ von Richard Wagner, die in der Regie von András Almási-Tóth und im Bühnenbild und Lichtdesign von Sebastian Hannak, aber auch von den Solisten und vom Chor her, den Bayreuther Festspielen selbst zu ihrer besseren Zeit zur Ehre gereicht hätte. 

Hannak stellte ein überaus opulent wirkendes britisches Kaufhaus des 19. Jahrhunderts mit seinen für die damalige Zeit typischen Metallkonstruktionen weitgehend in Gold auf die Bühne mit einer Galerie über alle drei Seiten und einer großen Brücke im Vordergrund für die Auftritte der Protagonisten. Darunter agierte der Chor in äußerst vielseitigen und im Großen und Ganzen geschmackvollen  Kostümen mit den britischen Zylindern von Krisztina Lisztipád. 

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Copyright: Ungarische Staatsoper

Im 2. und 3. Akt wird eine bühnenbreite Box mit einer schwarzen Seite für das intrigante Paar mit Video-Überwachungskameras und einem goldenen Ambiente für Lohengrin und Elsa installiert. Hier entwickelt sich auch die entscheidende Szene zwischen den beiden sehr authentisch und emotional. Wie überhaupt eine sehr werkgerechte Personenregie verfolgt wird. 

Eine absolut passende, auch mit einigen mystisch verklärten Aktionen gespickte Inszenierung, die einen „Lohengrin“ erleben ließ, wie ihn sich Wagner mit den heutigen technischen Mitteln auch hätte vorstellen können.

Ganz erheblich trug zum allgemeinen Erfolg der junge und in silberner Ritterrüstung attraktiv auftretende charismatische Christopher Sokolowski als Lohengrin bei, der neben einer mitnehmenden darstellerischen Leistung auch mit einem klangvollen jugendlich-dramatischen Heldentenor glänzte. Johanni van Oostrum war wieder eine vielseitige Elsa mit dem bestens zur Rolle passenden Timbre und agiler Rolleninterpretation. Judit Kutasi  war eine kraftvoll und mit schönem Mezzotimbre singende sowie giftige Ortrud. Egils Silins glänzte nur 11 Tage nach seinem letzten Jochanaan am Teatro Colón von Buenos Aires als Telramund mit kraftvoller und akzentuierter Stimme sowie perfekter Diktion. Kostas Smoringinas sang wieder den Heerrufer, der gemeinsam mit Gottfried am Ende durch Ermordung von König Heinrich einen Regime-Change einleitet. Derek Welton sang den König ansprechend mit einem eher hellen Bass.

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Copyright: Ungarische Staatsoper

Der offenbar sehr talentierte junge Dirigent und Assistent von Adam Fischer, Martin Rajna, dokumentierte mit dem Orchester der Ungarischen Staatsoper bereits große Wagner-Kompetenz und gestaltete ein detailreiches und sehr transparentes Klangbild. Der von Gabor Csiki geleitete Chor der Ungarischen Staatsoper sang absolut festspielreif, und der von Nikolett Hajzer einstudierte, aber etwas zu groß geratene Kinderchor war ebenfalls eindrucksvoll.

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Schlussapplaus. Foto: Klaus Billand

Ein großer Abend an der Ungarischen Staatsoper! Weitere Termine mit der internationalen und einer ungarischen Besetzung im November. Die Anreise lohnt sich!

Klaus Billand aus Budapest 

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Linz: „COME FROM AWAY – DIE VON WOANDERS“ – Premiere im Musiktheater des Landestheaters Linz, Großer Saal, 15. 11.2025
Musical von Irene Sankoff und David Hein, Deutsch von Sabine Ruflair
Österreichische Erstaufführung

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Das Ensemble. Foto: Reinhard Winkler

Zum Bericht von Petra und Helmut Huber
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Placido Domingo für ein Konzert in Baku – er wird vom dortigen Operndirektor begrüßt

Welcome in Azerbaijan 🇦🇿 dear Placido @placido_domingo you’re so loved here ❤️
Tonight we singing with legendary Maestro at @heydaraliyevcenter Baku Azerbaijan 🇦🇿❤️

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ZU INSTAGRAM mit Video

Das BAKU Konzert, auch PD Sohn sang mit! Da klingelte wohl  die Kassa

The night I will never forget ❤️ Thank you, dear Placido Domingo, for visiting us! Azerbaijan 🇦🇿 loves you ❤️

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FACEBOOK.COM 

Fotoserie rund um das Konzert (15 Fotos)

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ZU INSTAGRAM mit 15 Fotos
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OPER FRANKFURT/ Premiere / Frankfurter szenische Erstaufführung MITRIDATE, RE DI PONTO
Opera seria in drei Akten
Text von Vittorio Amedeo Cigna-Santi nach Jean Baptiste Racine
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

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Foto: Monika Rittershaus

Musikalische Leitung: Leo Hussain
Inszenierung: Claus Guth
Bühnenbild: Christian Schmidt
Kostüme: Ursula Kudrna
Choreografie: Sommer Ulrickson
Licht: Olaf Winter
Dramaturgie: Konrad Kuhn
Mitridate: Robert Murray

Aspasia: Bianca Tognocchi
Sifare: Monika Buczkowska-Ward
Farnace: Franko Klisović
Ismene: Younji Yu
Marzio: Jihun Hong
Arbate: Kudaibergen Abildin
Majordomus: Philippe Jacq
Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper
In Koproduktion mit dem Teatro Real, Madrid, dem Teatro di San Carlo, Neapel, und dem Gran Teatre del Liceu, Barcelona

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Foto: Monika Rittershaus

Mit gerade einmal 14 Jahren schrieb Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) Mitridate, re di Ponto. Das Werk komponierte er für das Mailänder Opernhaus, dessen höfisches Umfeld dem jungen Komponisten anfänglich große Skepsis entgegenbrachte. Doch die Kritik sollte schon während der Proben verstummen.
Mozart ist in seiner ersten Opera seria auf der Suche nach angemessenen musikalischen Darstellungsweisen für die komplexen und widersprüchlichen Seelenlagen seiner Charaktere. Mozarts Mitridate ist viel mehr als ein Jugendwerk, bricht er doch musikalisch klassische Konventionen seiner Zeit. Die Arien sind geprägt von sich entwickelnder emotionaler Intensität, die affektive Eindeutigkeit tritt in den Hintergrund.

Im Mittelpunkt der Oper steht mit König Mitridate eine starke Vaterfigur. Mozart verhandelt rund um sieben Charaktere die Herausforderungen und Konflikthaftigkeit menschlichen Zusammenlebens – inhaltlich sowie musikalisch. Der alternde König will noch einmal heiraten. Doch er spürt, dass seine beiden Söhne ihm die Liebe seiner Verlobten Aspasia wie auch den Thron streitig machen könnten. Deshalb streut Mitridate nach einer Niederlage gegen die Römer das Gerücht, er habe in der Schlacht den Tod gefunden. Prompt bedrängt sein Ältester Farnace die junge Braut des Vaters, ihn zu heiraten. Doch Aspasia liebt insgeheim dessen jüngeren Bruder Sifare und bittet ihn um Schutz gegen Farnaces Annäherungsversuche. Da erscheint der totgeglaubte König von Pontus; er wird begleitet von Ismene, der Farnace einst die Ehe versprach. Die Figuren beginnen, sich argwöhnisch zu belauern …

Die zweite Premiere einer Mozart-Oper in dieser Frankfurter Spielzeit – nach Così fan tutte – wird von Leo Hussain geleitet, der in dieser Saison auch Weinbergs Die Passagierin dirigiert. Verantwortlich für die Inszenierung, eine Koproduktion mit Opernhäusern in Madrid, Neapel und Barcelona, ist Claus Guth. Er inszenierte in Frankfurt zuletzt im Jahr 2023 Elektra. Zuvor gewannen seine hier entstandenen Inszenierungen von Daphne und Pelléas et Mélisande jeweils den Theaterpreis DER FAUST.

In der höchst anspruchsvollen Titelpartie des König Mitridate ist der britische Tenor Robert Murray zu erleben, der in Frankfurt debütiert. Mitridate interpretierte er bereits an der Hamburgischen Staatsoper. Darüber hinaus gastiert er regelmäßig international, zum Beispiel bei den Salzburger Festspielen, in London oder Oslo. Der Schauspieler Philipp Jacq – dem Frankfurter Publikum bekannt als Zeremonienmeister / Duc de Bedford in Jeanne d’Arc au bûcher und als Dr. Crabbe in Brittens Peter Grimes – sowie Mitglieder des Ensembles und des Opernstudios und Tänzer*innen ergänzen die Besetzung der szenischen Frankfurter Erstaufführung von Mozarts Werk.

Premiere / Frankfurter szenische Erstaufführung: Sonntag, 7. Dezember 2025, um 18 Uhr im Opernhaus
Weitere Vorstellungen: 11. (19 Uhr), 14., 20., 22. (19 Uhr), 28. Dezember, 04., 10. Januar 2026
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 18 Uhr.
Preise: € 16 bis 190 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Karten sind bei den üblichen Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.
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MUSIKVEREIN GRAZ: Brahms als Romantiker im Kammermusiksaal.

Stürme der Jugend

Brahms als Romantiker im Kammermusiksaal.

Wie ein wehmütiger Rückblick auf die Stürme der Jugend hebt Johannes Brahms‘ Klaviertrio Nr. 1 an, wenn Benjamin Herzl (Geige), Matthias Bartolomey (Cello) und Beatrice Berrut (Klavier) das Werk angehen. Sie spielen die späte Bearbeitung des noch unter dem Einfluss von Robert Schumanns Hochromantik stehenden Jugendwerks und betonen die Melancholie, lassen aber schon im Kopfsatz die Emotionen allmählich aufwallen. Die zweite Fassung ist deutlich kürzer, doch bietet immer noch genug Raum, einen wahren Kosmos an Stimmungen zu entfalten. Nach der Pause kam Benedict Mitterbauer (Bratsche) mit auf die Bühne, für das Klavierquartett Nr. 1 von Brahms. Das Meisterstück des damals 28-jährigen ist schon deutlich „verkopfter“ und profitiert dennoch enorm von der kräftigen Virtuosität und dem Schwung der vier Musiker. Auch wenn manches ein bisschen unsauber klang: ein großartiger Abend. 
Martin Gasser | Kleine Zeitung

Nächstes Konzert im Musikverein Graz:
die Grazer Philharmoniker spielen unter der Leitung des neuen stv. GMDs des Anhaltischen Theaters Dessau, Svetoslav Borisov, Bellinis Oboenkonzert, das schon seine späteren Belcanto-Melodien vorwegnimmt, Rossinis virtuose Variazioni a più istrumenti obbligati, das Vorspiel zu Verdis Traviata oder Paisiellos Ouvertüre zu seinem Barbiere di Siviglia.

DI, 18.11., Kammermusiksaal, 18 Uhr, danach Jazz Lounge im Foyer

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Foto: Musikverein Graz

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TTT Kommentar: Unsuk Chin gemessen an der KI – Hype ( „Alice in Wonderland“ – „Für mich hat Musik keine Grenzen“)

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Die Uraufführung „Alice in Wonderland“ in München 2007 war bisher unter tausenden Aufführungen die einzige seit bald 50 Jahren, die ich nicht ertragen konnte und vorzeitig  verlassen musste. Für große Teile des Publikums und mich war es grauenhaft.

 Mit aktuellem Hochjubeln soll wohl „postfaktischen Wahrheit“ (Falschmeldung,  manipulierte Narrative) erhoben werden.

 Es erinnert an aktuellen „Medienfake“, den ich seit Wochen über KI recherchiere. Das gibt es in allen etablierten und / oder idiotischen Medien (oft durch hanebüchene Qualität der Schreiberlinge) nur Unwahrheiten, indem überall vorausgesetzt wird, dass KI ein theoretisches System sei, das jede intellektuelle Aufgabe wie ein Mensch lösen könnte: ganz schlicht: „Das ist gelogen“ – existiert bisher nicht!

Die Wahrheit: KI ist eine EDV Leistung, spezialisiert und programmiert für unterschiedliche Aufgaben (z. B. Chat GPT, Spracherkennung).

 In neuer komplexer Programmierung durch Menschen und einzig deren Fähigkeiten, werden, gemessen am unüberschaubarem Energieaufwand, bisher  nur schlichte (wenn auch differenzierter als alles bisherige) Ergebnisse mit Milliarden – Verlusten erreicht, die absehbar (nach Experten) eine nie dagewesene Wirtschaftskrise erreichen soll. BRD – Regierung ist ja derzeit mit Milliardenaufwand in den Kreis der Naivlinge im Glauben ohne Wissen  eingetreten.

 In wenigen Tagen erscheint dazu mein neuer Bericht:

 KI – Regelbares Werkzeug, monströse Bedrohung, gefährliche „Blase“?

Oder werden wir  alle verscheißert?

 Zur Uraufführung „Alice in Wonderland“ Münchner Opernfestspiele 2007 

…  avantgardistische Klangflächen, Blues-Elemente und elektronische Klänge. … an der Bayerischen Staatsoper musste Kent Nagano für die Uraufführung der Oper „Alice in Wonderland“ von Unsuk Chin zahlreiche Buh-Rufe entgegennehmen. Auch Regisseur und Bühnenbildner Achim Freyer und die Komponistin selbst bekamen den Unmut von Teilen des Publikums zu spüren.Spiegel: „ Geteiltes Echo auf „Alice in Wonderland“  

https://www.spiegel.de/kultur/musik/urauffuehrung-geteiltes-echo-auf-alice-in-wonderland-a-491640.html

Youtube: Unsuk Chin: Alice in Wonderland (2007) Opera

 https://www.youtube.com/watch?v=O3zDW0ouswE

Tim Theo Tinn 15.11.2025

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Neue CD: GRAMOLA Winter & CO präsentiert Hymnische Symphonie/Klaviertrio – Weltersteinspielung einer sensationellen Wiederentdeckung von Mathilde Kralik von Meyrswalden 

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Hymnische Symphonie/Klaviertrio
Silvia Spinnato/Female Symphonic Orchestra Austria/Chanelle Bednarczyk/Alba Hernández Cárcamo/Heghine Rapyan
Mathilde Kralik von Meyrswalden
1 CD, Gramola

Female Symphonic Orchestra Austria (FSOA) veröffentlicht „Hymnische Symphonie“ von Mathilde Kralik von Meyrswalden auf CD beim renommierten Label Gramola

Es war nicht weniger als eine Sensation: Im Herbst 2021 brachte das Female Symphonic Orchestra Austria (FSOA) unter der Leitung seiner Gründerin und Chefdirigentin Silvia Spinnato und mit Jacquelyn Wagner, einer der gefragtesten und erfolgreichsten Sopranistinnen des lyrischen und jugendlich-dramatischen Sopranfachs, beim Internationalen Brucknerfest in Linz die Hymnische Symphonie der Bruckner-Schülerin Mathilde Kralik von Meyrswalden posthum zur Uraufführung – mehr als 80 Jahre nach Entstehen der finalen Fassung. „Sensationelle symphonische Wiederentdeckung“ titelten die Oberösterreichischen Nachrichten, und das Konzertpublikum jubelte.

Am 23. November 2025 erscheint der Live-Mitschnitt des lange zu Unrecht vergessenen Meisterwerks als weltweit erste Einspielung gemeinsam mit dem ebenfalls von Mathilde Kralik komponierten Klaviertrio F-Dur auf CD beim renommierten österreichischen Label Gramola.

Mathilde Kralik von Meyrswalden wurde am 3. Dezember 1857 in Linz in eine kunstverständige böhmische Fabrikantenfamilie geboren und genoss schon früh das Privileg, sich ihrer künstlerischen Berufung hingeben zu können. Ab 1877 lebte sie Wien, studierte bei Anton Bruckner, Franz Krenn und Julius Epstein Komposition, Klavier und Musikwissenschaft und schloss alle Lehrgänge mit Auszeichnungen ab. Ihr prominentester Kommilitone war Gustav Mahler, mit dem sie sich sogar einen 1. Preis teilte. Ihre frühe Kammermusik fand immerhin Anklang bei Eduard Hanslick, dem allseits gefürchteten Kritikerpapst, ihre Lieder, die den Hauptteil ihres Schaffens bilden, wurden gerne gesungen. Die wenigen symphonischen Werke aus ihrer Feder landeten hingegen fast ausnahmslos in der Schublade. Von 1912 bis zu ihrem Tod lebte die Komponistin mit der an der Wiener Universität tätigen Historikerin und Professorin für rumänische Sprache, Alice Scarlates, zusammen. Dieser „langjährigen Freundin, die Freud und Leid“ mit ihr teilte, vermachte sie ihren gesamten Nachlass. Mathilde Kralik starb unbehelligt am 8. März 1944 in Wien. Ihr Werk versank nahezu vollständig in Vergessenheit.

Seit 2017 widmet sich die italienische Dirigentin Silvia Spinnato mit großer Intensität und Leidenschaft der Recherche symphonischer Meisterwerke in Vergessenheit geratener Komponistinnen. Um die hörenswerten Entdeckungen einer breiten Öffentlichkeit im klassischen Musikbetrieb bekannt zu machen, gründete sie das Female Symphonic Orchestra Austria (FSOA), einen rein weiblichen Klangkörper, mit Sitz in Salzburg, der seit seiner Premiere im November 2019 unter ihrer künstlerischen Leitung bereits einen ganzen Reigen an beeindruckenden Kompositionen auf die Bühne gebracht und damit zu neuem Leben erweckt hat. Über die Konzerttätigkeiten hinaus tritt das FSOA auch als Musikverlag in Erscheinung, der unbearbeitete Manuskripte von Komponistinnen recherchiert, für seine Aufführungen transkribiert und anschließend herausgibt – mit dem Ziel, dass zukünftig jedes Orchester diese Werke in sein Repertoire übernehmen kann. Das Notenmaterial zur „Hymnischen Symphonie“ ist ebenfalls im FSOA-Verlag erschienen.

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