INFOS DES TAGES (SONNTAG, 12. APRIL 2026)
Wiener Staatsoper: DIE SPIELZEIT 2026/27
Sehr geehrte Damen und Herren, liebes Publikum,

heute, Sonntag, den 12. April, wird Bogdan Roščić im Rahmen einer Matinee auf der Bühne der Wiener Staatsoper die Spielzeit 2026/27 vorstellen.
Dabei werden Ekaterine Buachidze, Ivan Gyngazov, Christopher Maltman, Vida Miknevičiūtė, Marina Rebeka, Andreas Schager sowie der Chor und die Opernschule der Wiener Staatsoper vom Orchester der Wiener Staatsoper unter der Leitung von Axel Kober begleitet.
Auch eine Tanzperformance von Margarita Fernandes und António Casalinho, Solotänzerin und Erster Solotänzer des Wiener Staatsballetts, steht auf dem Programm.
Im Mittelpunkt der Matinee stehen, neben Informationen zur kommenden Saison, Gespräche mit jenen Künstlerinnen und Künstlern, die die nächste Spielzeit musikalisch, wie szenisch, prägen werden. Zu Gast sind die Direktorin des Wiener Staatsballetts Alessandra Ferri, Bertrand de Billy, Franz Welser-Möst, Nikolaus Habjan, Barrie Kosky sowie Evgeny Titov.
LIVE DABEI SEIN VIA FERNSEHEN & STREAM:
Sie können die Präsentation ab 11 Uhr live in → ORF III sowie auf der → Streaming-Plattform (für mehrere Wochen zum Nachschauen abrufbar) und dem → YouTube-Kanal der Wiener Staatsoper mitverfolgen.
UNSER SPIELPLAN 2026/27 Wir freuen uns, Ihnen bereits jetzt Informationen zur nächsten Spielzeit übermitteln zu dürfen. Sie finden diese in vollem Umfang auf unserer → Website, wie auch – hier zum Download – in unserem → Saisonheft. Das Saisonheft erhalten Sie kostenlos bei Ihrem Besuch in der Wiener Staatsoper. Weiters ist es der Mai-Ausgabe des Magazins BÜHNE beigelegt.
DIE SPIELZEIT 2026/27
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Kurze Gedanken zur neuen Staatsopern-Saison und zu den sich wiederholenden Namen in den Besetzungslisten.
Noch kurz zu den neuen Produktionen: Es ist erfreulich, dass Bellinis I Capuleti e i Montecchi nach 40 Jahren auf den Spielplan zurückkehrt. Mit Lisette Oropesa und Emily D’Angelo ist die Belcanto-Oper auch gut besetzt. Bei Verdis Un ballo in maschera war eine Neuinszenierung schon länger zu erwarten. Barrie Kosky ist für eine neue Inszenierung von Ariadne auf Naxos verpflichtet. Kate Lindsey ist allerdings ein gar nicht neuer Komponist, hat sie die Partie schon in mehreren Läufen gesungen. Seit im letzten Jahr bekannt wurde, dass Berlioz‘ La damnation de Faust erstmalig im Haus am Ring erklingen würde, hielt sich das Gerücht wacker, dass die beiden Hauptrollen von Benjamin Bernheim und Elina Garanca gesungen werden. Das wäre natürlich ein Coup gewesen. Es blieb allerdings bei dem Gerücht. Dieser Besetzungscoup blieb nämlich aus.
Überhaupt zu den Besetzungen: Es ist natürlich sehr auffällig ist, dass es oft immer wieder Sänger gibt, die im Rahmen einer Saison dann nicht nur mit einer oder auch zwei Hauptrollen angekündigt werden, sondern gleich drei oder vier Mal im Spielplan auftauchen.
Nächste Saison sind die Vielbeschäftigten wieder Florez, der Die Perlenfischer und Werther singen wird und zudem beim Eröffnungsfest als auch im Rahmen eines Solokonzerts auftreten wird. Auch Beczala wird mit Andrea Chenier, Parsifal und ebenfalls mit Eröffnungsfest und Solokonzert angekündigt. Viermal gibt es auch Xabier Anduaga, der in Die Regimentstochter, Der Liebestrank und La traviata auftreten wird und ebenfalls mit einem Solokonzert bedacht wurde. Kate Lindsey tritt ebenfalls in vier Partien auf: Sesto, Rosina, Komponist und Charlotte.
Dafür fehlen andere Sänger wieder gänzlich. Natürlich kann man nicht alle Sängerstars in einer Saison ans Haus verpflichten, das erwartet auch niemand. Aber was von vielen Opernbesuchern zu Recht beklagt wird, ist die inzwischen fehlende Sängervielfalt. Da, wo man drei Sänger besetzen könnte, bekommt man dann eben nur ein und denselben. Da bieten Häuser wie die New Yorker MET, Paris, München oder Zürich deutlich mehr Abwechslung in den Sängerbesetzungen. Da findet man ja auch Opern wie Traviata, Liebestrank oder Werther am Spielplan und die männlichen Hauptrollen singt dann nicht ein und derselbe sondern eben drei verschiedene Tenöre. Diese Vielfalt fehlt in Wien. Warum ist das in Wien nicht (mehr) möglich? Schade, wer sängerische Abwechslung sucht, muss halt eben nach Zürich, Berlin oder München fahren …
Lukas Link
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Bayreuthe Festspiele: Heute (12. April) startet der zweite Online-Sofortkauf für Opernaufführungen der diesjährigen Festspielsaison.

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Bayreuther Festspiele,
am Sonntag, den 12. April, startet der zweite Online-Sofortkauf für Opernaufführungen der diesjährigen Festspielsaison. Dabei können erneut Plätze aus nicht genutzten Kontingenten erworben werden.
Voraussetzung für den Kauf ist eine Kundennummer mit verifizierter E-Mail-Adresse: https://ticketshop.bayreuther-festspiele.de/de.html
Besondere Programmhöhepunkte
Ein besonderes Highlight der Saison ist die konzertante Uraufführung „Brünnhilde brennt: Ein Spiel mit dem Feuer“
von Bernhard Lang und Michael Sturminger am 3. August im Friedrichsforum Bayreuth.
Zwei Frauenfiguren – in Wahrheit eine einzige Person – ringen miteinander und mit dem Ring, getrieben von Leidenschaft und dem Wunsch, die Bühne selbst als Lebensraum zu begreifen.
Die Produktion entsteht in Kooperation mit der Oper Dortmund und wird durch die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth e. V. ermöglicht.
https://www.bayreuther-festspiele.de/programm/auffuehrungen/bruennhilde-brennt/
Nach dem Erfolg von „Atmen/Lauschen“ kehrt Regisseur Hendrik Arns mit „venus, engel & die nacht“ zurück.
Nach einer kreativen Pause und einem symbolischen Abstieg unter die Hochbrücke Bayreuth führt die Reise diesmal ins Parkhaus der Oberfrankenhalle. Dort entsteht eine 60-minütige Revue Noire, in der Schauspiel, Gesang, Chor und eine Cheerleadergruppe aufeinandertreffen – zwischen Pop und Wagner, Venus und Nacht, Auflösung und Neuanfang.
https://www.bayreuther-festspiele.de/programm/auffuehrungen/venus-engel-die-nacht/
Wir freuen uns auf eine spannende Festspielzeit mit Ihnen.
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Die Mailänder Scala versucht schon die Jüngsten für Oper zu begeistern!
Hoffentlich verkehrt sich das bei denen später nicht in das Gegenteil.

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LONDON/Royal Opera House Covent Garden – SIEGFRIED Neuinszenierung

Foto: Monika Rittershaus
Der Ring des Nibelungen von Richard Wagner in der Regie von Barry Kosky ging mit dem Siegfried weiter. Oft fällt den Regisseuren nach Rheingold und Walküre zum Siegfried und seinen vermeintlichen Längen nicht mehr allzu viel ein. Wie er in einem Interview mit A. J. Goldmann aus München im Programmheft kundtut, wirkt Kosky dem mit folgender Ansicht und auch an diesem Abend wieder zu erlebenden Stilmitteln entgegen. Statt durch wenige große Orchesterzwischenstücke wie dem Einzug der Götter nach Walhall, dem Walkürenritt oder dem Finale der Götterdämmerung setzt sich der Ring seiner Meinung nach vielmehr zusammen aus langen komplexen Dialogen zwischen zwei oder drei Figuren. Und diese Szenen muss man im Hinblick auf ihre dramatische und psychologische Komplexität inszenieren. Sonst kann es schnell schiefgehen und sich Langeweile einstellen.
Kosky legt also großen Wert auf eine Vermenschlichung des Ring, was bei allen Figuren des Siegfried an Covent Garden zu erleben war. Es gibt keine Helden! Siegfried ist kein Held, sondern ein Anti-Held, denn alles geht bei ihm am Ende „unglaublich schief“. Wotan hält er für den Wanderer aus Schuberts Winterreise, der durch sein Leben wandert und nicht begreift, was er alles falsch gemacht hat. Im Kostüm von Victoria Behr wirkt er wie ein abgehalfterter Landstreicher, der aber Konflikte mit Alberich, Siegfried und Erda beherzt angeht, immer noch auf seinen alten Ruhm vertrauend. Christopher Maltmann spielt diese dramaturgisch stark aufgewertete Rolle sehr beeindruckend mit einem kraftvoller gewordenen Bass-Bariton.

Foto: Monika Rittershaus
Zur Intensität dieser Rolleninterpretation gehören auch die Dialoge zwischen Andreas Schager als Siegfried und Peter Hoare als Mime. Schager hat nun stimmlich und darstellerisch die Titelrolle zu einer seiner Glanzrollen entwickelt. Er spielt den Siegfried hoch engagiert, mit guter Mimik, facettenreicher Emotion von herrlichen Lyrismen beim Waldweben bis zum Kampf mit Fafner. Er leistet sich intensive Auseinandersetzungen mit Hoare als Mime, den Kosky für repulsiv und tragisch hält und der bei ihm von allem etwas sein muss: Psychiater, Krankenschwester, Koch, Zimmermädchen und Künstler.
Aber auch die Auseinandersetzung zwischen dem Wanderer und der sehr klangschön singenden Wiebke Lehmkuhl als Erda hat es in sich. Hier wie in einigen anderen Szenen, auch beim finalen Werben Siegfrieds um Brünnhilde, geht es bisweilen physisch allzu handgreiflich, bis fast zur Verletzungsgefahr, zu. Elisabet Strid als sehr jugendliche und engagiert spielende Brünnhilde passt mit ihrem leuchtenden und facettenreichen Sopran, der stets auch zu großer Attacke fähig ist, bestens ins Bild und also zu Schager. Christopher Purves als Alberich und Soloman Howard als völlig in Gold gekleideter Fafner passen sich in diese Ästhetik bestens ein. Sarah Dufresne sang einen klangvoll lyrischen Waldvogel.

Foto: Monika Rittershaus
Wie schon zuvor lässt Kosky die sehr alte und splitternackte Illona Linthwaite fast den ganzen Abend auf der Bühne. Sie soll die sich entwickelnde Geschichte wie eine dunkle Version der gepeinigten Natur aus den Augen der Urmutter wahrnehmen. Das geht nicht immer recht auf und wirkt bisweilen unpassend und gar störend. Um es anders zu sagen: Diese Inszenierung hätte all ihre Meriten, wenn sie nicht auftreten würde.
Dabei ist das Bühnenbild von Rufus Didwiszus nicht unbedingt im Stile Koskys. Es beginnt mit einer erbärmlichen Baumhütte in verkohltem Geäst und einer alten Schmiede mit detailreicher Schwert-Schmiedung, über eine verschneite Waldlandschaft mit einfachem Wohnhaus Fafners, auf eine finale Blumenwiese mit der verkohlten Weltesche. Auf der Wiese tummeln sich Siegfried und Brünnhilde wie die ersten naiven Menschen. Beleuchter Alessandro Carletti hielt dem Publikum den großen Feuerzauber im 3. Aufzug vor. Man blickte auf eine schwarze Wand. Schade!

Foto: Monika Rittershaus
Antonio Pappano dirigiert das Orchestra of the Royal Opera House wieder beherzt mit höchstem Engagement und schafft einen sehr gut zu den Dialogen passenden Kommunikationsstil, dann aber auch wieder große dramatische Steigerungen wie im 3. Aufzug. Musikalisch ein großer Abend!
Klaus Billand
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