INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 2. MAI 2026)
bachtrack/ Veranstaltungshinweise
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Am 10. Mai bringt die Bayerische Staatsoper eine besondere Uraufführung auf die Bühne des Nationaltheaters: Brett Deans neue Tudor-Oper Of One Blood. Lawrence Dunn hat vorab mit dem Komponisten gesprochen.
Wie immer ist unser Newsletter gespickt mit Opernhighlights, sei es live im Mai oder im Stream – Asmik Grigorian als Tatjana an der Wiener Staatsoper und Mattia Olivieri als Barbiere in Hamburg sind nur zwei davon.
Außerdem hat Mark Pullinger mit der Dirigentin Elim Chan gesprochen, die ab kommender Saison Artistic Partner der Wiener Symphoniker sein wird. Wir waren beim Bruckner-Konzert mit Herbert Blomstedt und den Berliner Philharmonikern dabei und eine Shakespeare-Playlist darf natürlich auch nicht fehlen…

Familiensache: Of One Blood. Copyright: Roman Job
Es bleibt in der Familie: Brett Dean, Heather Betts und Lotte Betts-Dean sprechen mit Lawrence Dunn über ihre Arbeit an Of One Blood, einer neuen Oper, die das Leben von Elizabeth I. und Mary, Königin von Schottland, dramatisiert und diesen Monat an der Bayerischen Staatsoper uraufgeführt wird.
Of One Blood | Bayerische Staatsoper
Brett Deans neue Oper über Elizabeth I. und Mary Stuart; Regie: Claus Guth, Dirigat: Vladimir Jurowski
Uraufführung 10. Mai
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Stiffelio | MusikTheater Wien
Eine Neuinszenierung von Vasily Barkhatov von Verdis selten gespielter Oper
Premiere 13. Mai
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Romeo und Julia | Ballett Zürich
Zürcher Ballettdirektorin Cathy Marston zeigt eine neue Choreographie von Prokofjews Klassiker
Premiere 23. Mai
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Il barbiere di Siviglia | Staatsoper Hamburg
Eine Neuinszenierung von Tatjana Gürbaca mit Mattia Olivieri in der Titelrolle
Premiere 17. Mai
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Janine Jansen & Camerata Salzburg
Neben Vivaldis virtuosen Vier Jahreszeiten stehen Nino Rota, Dubugnon und Geminiani am Programm
Alte Oper Frankfurt 10. Mai
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Les Pêcheurs de perles | Wiener Staatsoper
Ludovic Tézier, Juan Diego Flórez, Kristina Mkhitaryan in einer Neuinszenierung von Ersan Mondtag
Premiere 14. Mai
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HEUTE „DIE MET IM KINO“

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Im Radio: Heute live aus de Metropolitan Opera: Eugen Onegin
https://www.wqxr.org/story/tchaikovskys-eugene-onegin-2026/
CONDUCTOR:
Timur Zangiev
CAST:
Onegin – Iurii Samoilov
Tatiana – Asmik Grigorian
Lenski – Stanislas de Barbeyrac
Olga – Maria Barakova
Prince Gremin – Alexander Tsymbalyuk
Filippyevna – Larissa Diadkova
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Die Saisonbroschüre 2026/27 der Oper Frankfurt zur Ansicht bzw. zum Download und Ausdruck finden Sie hier:
https://oper-frankfurt.de/de/service/publikationen/

Spielplanvorstellung. Foto: Barbara Aumüller/ Oper Frankfurt
You can read, download or print the 2026/27 brochure of Oper Frankfurt by clicking here:
https://oper-frankfurt.de/de/service/publikationen/
or
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Film mit Musik auch im Sommer 2026 bei den Tiroler Festspielen Erl: Beggars of Life mit Livemusik von Neil Brand und The Dodge Brothers
Erfolgreiche Kooperation mit Musikfilmtagen Oberaudorf wird fortgesetzt

The Dodge Brothers und Pianist Neil Brand © Sara Porter | Wallace Beery und Louise Brooks in Beggars of Life © Park Circus
Erl, am 30. April 2026
Das Festspielhaus Erl wird erneut zum Kinosaal: Auf den großen Erfolg im Vorjahr mit Murnaus Stummfilmklassiker City Girl samt Livemusikbegleitung folgt im kommenden Sommer eine
Fortsetzung. Die Tiroler Festspiele Erl sind am 8. Juli 2026 erneut Gastgeber eines Filmabends, der wiederum dank der Kooperation mit den Musikfilmtagen Oberaudorf realisiert werden kann. Auf dem Programm steht Beggars of Life von 1928 mit Louise Brooks in der weiblichen Hauptrolle. Die musikalische Untermalung zu diesem Stummfilmklassiker und „Train movie“ bestreiten dieselben
Musiker, die im Vorjahr in Erl gefeiert wurden: der britische Pianist Neil Brand, seines Zeichens einer der besten improvisierenden Klavierbegleiter unserer Zeit, und die vierköpfige Band The Dodge
Brothers.
Der bei Paramount erschienene Schwarzweißfilm Beggars of Life wurde von Regisseur William Wellman inszeniert. Neben Wallace Beery und Richard Arlen ist in der Hauptrolle der amerikanische Stummfilmstar Louise Brooks zu sehen. Ihr Bubikopf-Haarschnitt wurde zum stilbildenden Markenzeichen und machte sie berühmt. Beggars of Life war ihr größter Publikumserfolg in den USA, ehe sie von Georg Wilhelm Pabst nach Deutschland geholt wurde. Unter dessen Regie spielte sie 1929 in der heute legendären Wedekind-Verfilmung Die Büchse der Pandora, die durch ihre Freizügigkeit damals Aufsehen erregte.
Beggars of Life schildert die Erlebnisse einer jungen Frau, die sich auf der Flucht vor der Polizei als Mann verkleidet einer Gruppe von Landstreichern (sogenannten „Hobos“) anschließt, welche als Schwarzfahrer auf Zügen durch die USA reisen. Der Film kam im September 1928 als Tonfilm mit einigen wenigen gesprochenen Sequenzen in die Kinos; der Großteil des Films bestand aus synchronisierter Musik und Soundeffekten. Die Tonschallplatten, die Aufnahmen von Zuggeräuschen und des Hauptdarstellers Beery beim Singen eines Liedes enthielten, gelten als verschollen, und heute ist nur noch die stumme Version von Beggars of Life bekannt. Der Film basiert auf Outside Looking In, einem Theaterstück von Maxwell Anderson, das seinerseits auf Jim Tullys autobiografisches Buch Beggars of Life von 1924 zurückgeht. Das Stück feierte am 7. September 1925 im Greenwich Village Theater Premiere. Zu den Zuschauer:innen gehörte Charlie Chaplin, der in
Begleitung von Louise Brooks erschien.
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Tiroler Festspiele Erl Sommer 2026 & Musikfilmtage Oberaudorf 2026
Film mit Musik
Beggars of Life von William Wellman
Musik von Neil Brand und The Dodge Brothers
8. Juli 2026, 19:00 Uhr
Festspielhaus Erl
Karten bei den Tiroler Festspielen Erl erhältlich:
Normalpreis: EUR 25,–
Jugendliche ab 17 Jahren, Präsenz- und Zivildiener, Studierende bis 30 Jahre ab zwei Wochen vor
Vorstellungstermin: EUR 15,–
Jugendliche von 10 bis 16 Jahren: EUR 12,50
Kinder unter 10 Jahre: freier Eintritt
Sommersaison 2026 der Tiroler Festspiele Erl: 2. bis 26. Juli
www.tiroler-festspiele.at
Musikfilmtage Oberaudorf 2026: 7. bis 12. Juli
www.musikfilmtage-oberaudorf.de
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WIEN: FUNDUSFIEBER – Der große Volkstheater-Kostümflohmarkt

Copyright: Volkstheater
Am 30. und 31. Mai im Volkstheater-Probenzentrum Tigergasse
Das Volkstheater ist im Fundusfieber und veranstaltet am 30. und 31. Mai einen großen Kostümflohmarkt im Probenzentrum Tigergasse.
Freuen Sie sich auf über 10.000 Kostüm-Einzelteile der letzten 135 Jahre Volkstheater-Geschichte!
Das Sortiment reicht von Vintage, Historisch bis Alltag in den Größen XS bis L und umfasst zudem Schuhe, Taschen, Accessoires und vieles mehr! Je nach Kostüm liegen die Preise zwischen EUR 2,00 bis EUR 100,00 (wobei einzelne Spezialteile auch mehr kosten können).
Wer vom Shoppen müde und vom Tragen der Kostüme schon ganz schwach wird, kann sich jederzeit beim Espressomobil und/oder mit kulinarischen Köstlichkeiten stärken!
FUNDUSFIEBER – Der große Volkstheater Kostümflohmarkt
30. Mai 2026, 14:00 bis 18:00 Uhr
31. Mai 2026, 10:00 bis 14:00 Uhr
im Volkstheater-Probenzentrum Tigergasse, Tigergasse 13-15, 1080 Wien
Wir freuen uns auf Ihre Berichterstattung und den Besuch beim Kostümflohmarkt!
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Auszug aus „News (Heinz Sichrovsky): Bei der Theatergeschichte angeklopft
Ära nennt sich heute bekanntlich bald etwas. Es genügt schon, dass einer über längere Zeit auf einem Sessel klebt. Und sei es nur, weil das Möbel in solch desolatem Zustand ist, dass es die Mitbewerber aus Angst um ihre Steißregion vorerst beim Intrigieren belassen (denken Sie an Babler): Wenn er und die Welt es endlich doch überstanden haben, hochstapelt sich das Davor schnell zur Ära.
Für die vom Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger verantworteten 20 Jahre hingegen ist das Wort nicht zu hoch gegriffen, wenn im Herbst Marie Rötzer aus St. Pölten übernimmt. Wieder und wieder hat er bei der Theatergeschichte angeklopft. Er war dabei so beharrlich wie vor ihm Claus Peymann, der die Elite der Gegenwartsdramatik – Bernhard, Handke, Jelinek – an die Burg verführt hat. Eine Generation später hat Föttinger mit Daniel Kehlmann und aufregenden Jungen (Lisa Wentz, Thomas Arzt) geantwortet.
Dem großen Peter Turrini blieb es vorbehalten, beide Direktionen zu prägen. Er und Föttinger verdanken einander neun Uraufführungen, und zum Abschied hat Turrini den Freund mit rasierklingenscharfer Zärtlichkeit porträtiert. Deshalb wütet sich Föttinger, der das Haus damit auch als prägender Schauspieler verlässt, durch Turrinis Künstlergroteske „Was für ein schönes Ende“: vom Größenwahn zur Karikatur aufgetrieben, aber immer mit der Depression im Nacken und vor beiden gerettet durch ein Ausmaß an Selbstironie, dessen nur die Großen fähig sind.
Ein Opfer der Wokeness
Genauso durfte ich viele herausragende Künstler kennenlernen, ehe sie entweder rechtzeitig verstarben oder ihnen von der neuen Wokeness die Ehre abgeschnitten wurde. Auch Föttinger erging es so, als ihn die Allianz des Mittelmaßes wegen Probenbrüllens und anderer Schwachsinnsvorwürfe durch die Denunziationsmedien gejagt hat.
Ich werde ihn vermissen, und die ihm auf Exzellenzniveau assistierenden Kollegen der Abschiedsproduktion ebenso: die zeitlose Anmut der gekündigten Doyenne Marianne Nentwich, die herbe Präsenz der jungen Juliette Larat, den skurrilen Johannes Seilern, den verlässlichen Lubisa Lupo Grujcic. Andererseits bleiben aus der Produktion Maria Köstlinger, Raphael von Bargen, Marcello de Nardo, Alexander Strömer, hoffentlich auch Félix Kama. Also: Die feine Aufführung in Scharen zu bejubeln, ist Publikumspflicht. Der neuen Direktion großzügig Kredit einzuräumen, ebenfalls.
Heinz Sichrovsky/ „News“
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