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INFOS DES TAGES (MONTAG, 9. MÄRZ 2026)

09.03.2026 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MONTAG, 9. MÄRZ 2026)

Neuer Rigoletto an der Bayerischen Staatsoper

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Verdis Oper „Rigoletto“ auf der Bühne der Bayerischen Staatsoper in München.Foto: Geoffroy Schied

Kritik – „Rigoletto“ an der Bayerischen Staatsoper: Traumpaar in fader Inszenierung
Epstein-Assoziationen, ausgelutschte BDSM-Klischees und eine fantastische Gilda: Der neue „Rigoletto“ an der Bayerischen Staatsoper punktet mit den Sängerinnen und Sängern, nicht mit der Szene. Eine Inszenierung der gehobenen Mittelklasse, nicht zu ehrgeizig, aber auch nicht zu traditionell: Die Regisseurin Barbara Wysocka steckt die Figuren in zeitgenössische Abendgarderobe und stellt sie in eine coole, schwarze, abstrakte Bühnenarchitektur. Eine Upperclass-Party. Testosterongesteuerte Machtmänner im Smoking füllen junge Frauen mit Champagner ab, bedrängen sie, beuten ihre Abhängigkeit aus. Das naheliegende Stichwort nennt die Regisseurin im Programmheft: Epstein.
https://www.br-klassik.de/aktuell/kritik-verdis-rigoletto-an-der-bayerischen-staatsoper-100.html

Früchtchen von heute: „Rigoletto“ an der Bayerischen Staatsoper
Aktualisierung ohne Modernisierungskrampf, eine Singdarstellerin vom Allerfeinsten und ein italienischer Kapellmeister im besten Sinne: Die Bayerische Staatsoper bringt Verdis „Rigoletto“ heraus.Mitten in der Orgie regnet es Papierblätter vom Himmel. Aktien könnten das sein, vielleicht auch belastende Dossiers, auf einem Video wird das gezeigt. Die Business-Kerle kümmert’s nicht, wer Kohle hat, blendet die Realität gern aus. Das Leben als Party und Gewinnmaximierung inklusive schnellem Sex im Nebenraum: Mantua, die Welt von Giuseppe Verdis Herzog, ist überall, sagt der Abend. Und wem die Fete zu öde wird, der gönnt sich in Lederkluft einen Ausflug in den SM-Club – Geld scheffeln stresst, außerdem muss der Hormonpegel zurück auf Normallevel.
tz.muenchen.at.rigoletto

Ach, wenn Spott doch… – Münchens neuer „Rigoletto“ zeigt kein Vertrauen in Verdis Musik
Im Münchner Nationaltheater wollte das Team um Regisseurin Barbara Mysocka den Narren in jedem diktatorisch korrupten System dieser unserer, also Epstein-Zeit zeigen. Dafür hinkt im nachtschwarzen Bühnenraum Rigoletto herein, während hinter ihm in einem kleinen Raum Gilda einen Schmetterling an die Wand zeichnet, umgeben von 5-Tage-Gefängnis-Strichen an der Wand und dem Text „To die is nothing, but it is terrible not to live“. Damit wir verstehen, dass der Vater sie illusorisch streng behütet, schiebt er eine Fassadenwand davor. Er zieht ein Dinnerjacket samt Glitzerfliege an und wankt davon. Während dieser Wagen nach hinten fährt, lässt Bühnenbildnerin Barbara Hanicka von links einen metallen lichtgrau-schwarzen Designer-Raum hereinfahren – darauf der Herzog als Model-Smartie im Zweireiher-Smoking, während seine Smoking-Höflinge mit leicht bekleideten Girls auf zwei Etagen „rumtun“ und auf eine Fläche des Raums aber auch noch per Video ein „Hinten“ projiziert wird … nur ja nicht zu wenig … so dass der „Boss“ nach seinem „Questa o quella“ und der Vernaschung der Gräfin Ceprano mit losem Hemd wieder nach vorne kommt und den Hosenschlitz zuzieht – danke!
NeueMusikzeitung/nmz.de

München hat einen neuen „Rigoletto“: Eine Party mit männlicher Macht. (Bezahlartikel)
Ein neuer „Rigoletto“ hat an der Münchner Staatsoper Premiere: Ab damit ins Repertoire.
SalzburgerNachrichten.at

Opernpremiere von „Rigoletto“: Bis in die höchsten Höhen (Bezahlartikel)
Die Neuproduktion von Giuseppe Verdis „Rigoletto“ an der Bayerischen Staatsoper ist ein Festival des schönen Gesangs.
SueddeutscheZeitung.de.rigoletto

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Wiener Staatsoper: Heute Premiere LA CLEMENZA DI TITO

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Zum Trailer

 LA CLEMENZA DI TITO: Heras-Casado; Lauwers, Müller, Ilie, D’Angelo, Neuhaus; Mokkhoabane, Franca (9./Prem./12./16./21./24./27.)

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Zur Einführungsmatinee durch den Staatsoperndirektor

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Mailand
So – werf‘ ich den Brand in Walhalls prangende Burg“: Camilla Nylund als Brünnhilde beendet diesen Opernzyklus in der Scala

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Klaus Florian Vogt, Camilla Nylund. Foto: Brescia & Aminano/Teatro alla Scala

Die “Götterdämmerung” in der einfallsreichen Regie von David McVicar ist der krönende Abschluss der Tetralogie in der Mailänder Scala. Nylund und Groissböck sind herausragende Antagonisten, Vogt ist wieder ein trefflicher Siegfried, der Rest der Besetzung ist spielt ebenso auf hohem Niveau. Alexander Soddy lässt das Orchester der Scala groß aufspielen. Ohne Musik wäre die Handlung der “Götterdämmerung” wohl nur schwer erträglich oder verständlich. Der tiefe Fall des Helden Siegfried, die Demütigung der ihres Wissens beraubten Walküre, Siegfrieds Tod und die Aufopferung Brünnhildes am Ende sind mit den bloßen Worten eines gesprochenen Dramas nicht einsichtig zu machen. Erst das über Stunden ausgebreitete musikalische Geflecht, der ständige Widerstreit der Motive im Orchester und das Zusammenspiel zwischen Gesang und orchestralem Ausdruck lassen uns die tieferen Zusammenhänge verstehen.
Von Dr. Rudi Frühwirth
Klassik-begeistert,at

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Stuttgarter Ballett: „AUGEN/BLICKE“ 6.3.2026 (Premiere) – Vielseitige Betrachtungen einer flüchtigen Kunst

Ein programmatisch hoch ambitionierter Ballettabend vereinte zwei Erstaufführungen und eine Uraufführung und brachte jetzt obendrein einen der großen Gegenwarts-Choreographen erstmals nach Stuttgart. Alle drei Arbeiten kreisen um die Flüchtigkeit des Augenblicks, den Moment des Entstehens und die unterschiedlichen Wahrnehmungen des Betrachtens. In welcher Form und mit welchen Mitteln dies umgesetzt wird, unterliegt dem Geschmack jedes Einzelnen.

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Elisa Badenes und Christopher Kunzelmann in „Shut Eye“. Copyright: Roman Novitzky / Stuttgarter Ballett

Sol León und Paul Lightfoot geht es in „SHUT EYE“ (Uraufführung April 2016 beim Nederlands Dans Theater) um die Schwelle zwischen Realität und Traum, um die Frage, was das menschliche Gehirn im Verhältnis von Licht und Dunkel aufnimmt und ob/welche Emotionen bei der Erfassung eine Rolle spielen. Dafür haben sie selbst einen Bühnenraum konzipiert, der im Prinzip aus nur einer zentral rückwärtigen Türe besteht, durch die immer wieder Auf- und Abtritte erfolgen, die aber letztendlich im Ungewissen lässt, ob davor oder dahinter Innen- und Außenwelt sind. Über imaginäre Wände gleiten wechselnde Schatten, eine Beleuchtungsquelle verändert beständig die Wahrnehmung der bewusst farblos auch vom Choreographen-Duo eingekleideten Tänzer, die sich so manchmal kaum von ihrer Umgebung abheben. Wie im als Bezugsquelle genannten Stummfilm verschwimmen Konturen, erhalten Bewegungen einen flackernden Charakter. Das choreographische Material ist teilweise fragmentartig, wie einzeln angedeutet, aber nicht zu einem Ganzen verbunden. Eine stark akzentuierte Mimik sowie kurze Laute unterstützen die flüchtigen Bewegungen, so auch wenn Abgänge über eine Treppe in den Orchestergraben traumwandlerische Züge aufweisen. Auch die von Olafur Arnalds aus diversen Chopin-Nocturne arrangierte Musik sowie eine minimalistische Züge aufweisende Eigenkomposition von Bryce Dessner entspricht durch einen trotz vertrauter Töne fremden, gedämpften Klang der diffusen Zusammensetzung des Gesehenen. Die 8 TänzerInnen sind optisch stilistisch individuell gezeichnet, vereinen sich in Duos und Trios oder wechseln unvermittelt in verschiedenen Kombinationen. Friedemann Vogel kann auch hier zunächst mit freiem Oberkörper dessen Perfektion in der Gewandtheit gestreckter wie kauernder Haltungen ausspielen und sich wie immer auch in ein Ensemble einpassen, Mizuki Amemiya vereint Feinheit und deutlichen Stummfilm-Charakter,  Elisa Badenes beweist in wieder anderer Form ihre universelle Dehnbarkeit, Christopher Kunzelmann gewinnt immer mehr an darstellerischer Kontur und Geschick im Partnern. Erstmals tritt Peter Hull aus dem Corps de ballet solistisch hervor und zeigt Präsenz und das Potenzial, ihm bald weitere solche Gelegenheiten zu geben. Mit einem betont extrovertierten Solo bleibt Fabio Adorisio besonders in Erinnerung. Anton Tcherny und Riccardo Ferlito sind keineswegs nur Ergänzungen, sondern Tänzer mit eigenständiger Note. Alles in allem eine die Augen äußerst fordernde und vielleicht auch deshalb doch etwas zu lang erscheinende Kreation.

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Das Ensemble in „Vermilion“. Copyright: Carlos Quezada

Die Halbsolistin Vittoria Girelli  hat sich inzwischen zu einer choreographischen Institution des Hauses entwickelt und mit ihrer neuesten Arbeit zum ersten Mal ein Projekt mit Live-Orchester im Opernhaus übertragen bekommen. In ihrem Interesse für Naturwissenschaften wurde sie diesmal von der Antike, speziell den Metamorphosen des Ovid inspiriert. Hinter „VERMILION“ (= Zinnoberrot) verbirgt sich eine Studie über das Entstehen von Leben aus dem Ur-Kosmos, die Momente des Wandels und der Verwandlung. Allein die Ästhetik der Bühnengestaltung (Tom Visser) garantiert ein Kunstwerk zum Hinschauen. Vor in wechselnd leuchtenden Farben bestrahltem oder ins Gegenlicht gerücktem Hintergrund hängen Steine verschiedener Größe, die von Nebelschwaden umhüllt schwebenden Eindruck in einem Art Urzustand des Lebens erwecken und durch wechselnde Licht-Einstellungen ihr Erscheinungsbild verändern. Umso schwerer wiegen die Körper, die sich von der Erdanziehungskraft bestimmt, wie Zwitterwesen von Mensch und Tier meist schleppend bewegen, mal aufrichten, dann wieder zur Erde neigen. Ihre rot glitzernden Shorts und schulterfreien Oberteile (Maria Girelli) symbolisieren das Magma, das Innere Fleischliche des Menschen und ermöglichen dadurch eine spiegelnde Synergie im Bühnenraum. Die Magie dieses Tanztheaters liegt in der Gleichzeitigkeit von Langsamkeit und innerer Spannung, von Verharren und unter der Oberfläche spürbarem Vorwärtsdrang, im gebremsten und dennoch von innen heraus pulsierenden Agieren, weniger im choreographischen Material als solchem, das Girelli z.B. in ihrem letzten Stück großzügiger entfaltet hat. Allerdings befindet sich alles in den rund dreissig Minuten im beständigen Fluss, unterstützt vom musikalischen Arrangement von Davidson Jaconello, der zwei symphonische Beethoven-Sätze und ein Thema von Thomas Tallis in eine neue, live gespielte Klang-Atmosphäre verwandelt hat. Die große Erwartung der bevorstehenden Verwandlung beginnt bereits mit dem zu höchster Lautstärke anschwellenden Tutti, bevor sich der Vorhang öffnet.

Die zehn Mitwirkenden sind überwiegend als sich oft auch synchron bewegende Gruppe eingesetzt. Deren Einheit aus Präzision und Ausdruckswillen beweist die Qualität der Stuttgarter Tänzer quer durch alle Hierarchien vom Ersten Solisten bis zum Corps-Tänzer. Nur kurz formieren sich Diana Ionescu und Henrik Erikson sowie Rocio Aleman und Martino Semenzato zu Duos oder mal zu einem Trio. Eduardo Sartori, Lassi Hirvonen, Ava Arbuckle, Joaquin Gaubeca, Macéo Gérard und Leon Metelsky ergänzen das Ensemble wie gesagt lückenlos.

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Diana Ionescu und Henrik Erikson in „Within the golden hour“. Copyright: Carlos Quezada

Kaum zu glauben, dass bislang noch nie eine Choreographie von Christopher Wheeldon ins Stuttgarter Repertoire Einzug gehalten hat, wo der Brite international in den wichtigsten bedeutenden Compagnien vertreten ist. „WITHIN  THE GOLDEN HOUR“ ist 2008 fürs San Francisco Ballet geschaffen worden und bezieht sich im Titel auf die letzte goldene Stunde vor dem Sonnenuntergang.  Angeregt durch die verschwimmend goldglänzenden Gemälde von Gustav Klimt, hat Wheeldon ein pures Kaleidoskop  feiner Neoklassik mit fließend pastellfarbenen Kostümen von Zac Posen in einem von Peter Mumford warm ausgestrahlten Bühnenraum entworfen. Die minimalistisch inspirierte, zart verästelte und stets im Fluss bleibende romantisch schimmernde Streicher-Komposition gleichen Namens des viel zu früh verstorbenen Ezio Bosso vervollkommnet dieses Fest eines konzertanten Ballettes aus hohem technischem Anspruch, Musik und Lichtdesign. Tanz, der im Vergleich zu den beiden vorigen Stücken keiner Erklärung bedarf, auf den Punkt gebracht seine Schönheit und den kostbaren Moment des Entstehens und seiner Empfindung feiert und nach der voran gegangenen fordernden Kost zum Genießen einlädt.

Für Letzteres garantieren alle Beteiligten, die in sieben Paare gegliedert sind und auch in zurückhaltenderen Phasen durchweg den geforderten vollen Körpereinsatz zeigen. In das knapp halbstündige Werk sind drei Pas de deux eingebettet, die das klassische Vokabular auf vielfältige Weise auffächern und Wheeldons Motto von partnerschaftlicher Sanftheit, Aufmerksamkeit und Vertrauen betonen. Den von Pizzicato und Solo-Viola zart umschmeichelten „Light Hearts Pas de deux“ tanzen Diana Ionescu und Henrik Erikson mit liebevoll spielerischer Note in meist kleinteiligem Zuschnitt. Im „Dreamers Pas de deux“ verschmelzen die jüngste Solistin Abigail Wilson-Heisel und Satchel Tanner zu passend träumerischer Einheit. Der musikalisch mit dem intimen Andante aus Vivaldis B-Dur Violinkonzert (Solistin Yoerae Kim) wie eine Insel wirkende „Lovers Pas de deux“ wird von Anna Osadcenko und dem wie stets herausragend zuverlässig partnernden Marti Paixa bis in einige markante, organisch in den Ablauf eingebundene Hebungen in aller Sorgfalt leicht zelebriert, als wollten sie in diesem besonderen Moment verweilen.

Aber auch die weiteren Paare hätten es verdient gehabt im Besetzungszettel nicht nur als Ensemble geführt, sondern hinsichtlich ihrer doch nicht nur als Gruppe wahrnehmbaren Leistungen namentlich genannt zu werden. Besonders die beiden Halbsolisten Edoardo Sartori und Dorian Plasse, die in einem kurzen sprühenden Pas de deux nichts an technischer Brillanz zu wünschen übrig ließen. Alle weiteren waren wohl nur für die Stammbesucher zu identifizieren: Natalie Thornley-Hall, Irene Yang, Lily Babbage, Priscylla Gallo, Mitchell Milhollin und Leon Metelsky.

Das Staatsorchester Stuttgart wurde von Wolfgang Heinz geschickt durch die unterschiedlichen Klangwelten gesteuert.

Ein anspruchsvoller Abend, an dem jeder Beitrag sein Publikum fand und auf differenzierte Begeisterung stieß.

Udo Klebes

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Ein Update zur „Wiederauferstehung“ von LISE CRISTIANI in 2025/26 ✍️

Vor einem Jahr habe ich Euch/Sie auf eine schöne ARTE Doku hingewiesen (Sol Gabetta/Lise Cristiani), die der Auftakt eines „Lise-Jahrs » war.

Ein Jahr später folgt ein kleines Update zur Info, über was seit März 2025 alles passiert ist und 2026 noch passieren wird ✍️🎶🎂🥂🎉

Zuerst « unter uns » – auch der Grund, weswegen ich so wenig geschrieben habe -, es war zuerst so etwas wie « gegen den Strom schwimmen ». Da bin ich sicherlich nicht der Einzige in Frankreich, denn seit der Pandemie ist hier quasi der ganze Markt für klassische Musik (Papier-Bücher und CDs) eingestürzt. Die großen Verlage haben ihre bekannten und bewährten Musikserien eingestellt (weil die sich nicht genug verkauften) und zwei von den vier französischen Musikzeitschriften wurden 2025 geschlossen. In Folge davon leider auch die Noten- und Musikbuchhandlungen, so wie Beuscher (seit 1850 in Paris an der Bastille). Frankreich gilt zurecht immer noch als ein Bücherland, es gibt z.B. noch 560 Buchläden in Paris, aber davon nur noch einen einzigen für Musikbücher – und der ist auch schon der letzte von ganz Frankreich.

Es war also nicht leicht, Interesse für ein so ein spezielles Thema zu wecken und es irgendwie gehaltvoll in die Presse zu bekommen. Und dort läuft Vieles nun ganz anders als in Deutschland… Wer vergleichen will: Hier die deutsche Wikipedia Seite (Link) – absolut vorbildlich : Vor einem Jahr, gleich nach der Ausstrahlung der ARTE-Doku, wurden die neuen Informationen gleich eingesetzt, jede Veröffentlichung jedes Forschers zu dem Thema wird zitiert, mit inzwischen 53 Belegen – mit allen Artikeln die Ihr/Sie dazu geschrieben habt. Dazu als Vergleich die französische Wikipedia Seite (Link) mit nonchalantem « laissez-faire » : nach acht Monaten die erste Erwähnung des Films, immerhin über eine wiederentdeckte Pariserin, mit gerade 3 Belegen… Aber zum Glück änderte sich die Strömung im Oktober mit einer ganzen Seite in « Le Figaro » und im Dezember hat sich die gesamte Presse interessiert, selbst die « Revue des deux Mondes » (aus 1829, also seit Lises Lebzeiten). 

Kurzes Update :

1) Viele haben die schöne ARTE-DOKU nicht gesehen oder nur kurz reingeguckt: « Mit dem Cello ans Ende der Welt / Sol Gabetta auf den Spuren von Lise Cristiani », Film von Simone Jung, Frankfurt, 53 min. Der Replay wurde bis Ende November verlängert, mit Untertiteln in vier Sprachen. Jetzt gehört der Film wieder dem Hessischen Rundfunk und kann man ihn bis Dezember 2026 auf der ARD Mediathek sehen (Hier schon der Link). 

2) Die CD Lise Cristiani von Sol Gabetta (an der ich mitgearbeitet und den Text für das Booklet geschrieben habe), ist wirklich sehr schön & besonders geworden. Sie bekam inzwischen in Frankreich alle nur möglichen Plattenpreise und man kann sie nun im Internet kostenlos anhören. (Links unten)

3) Meine (unsere für die Kapitel in Russland) erste Biografie von Lise Cristiani erschien im November und wurde an ihrem 200. Geburtstag, am 4. Dezember, auf einem großen Abend in Paris mit 300 Leuten « lanciert » (Manche von Euch sind dafür extra aus Deutschland gekommen, wofür noch einmal ausdrücklichen Dank!). Die Reaktionen und die Presse waren wunderbar und zehn Tage später stand das Buch im « Top 3 » der meistverkauften Musikbücher in Frankreich. So war der erste Druck schon Anfang Januar ausverkauft und wird nun am Zweiten gearbeitet (in Spanien, noch mit Offset und Binden). Er soll Ende März in den Buchläden liegen, weil dann schon unsere nächsten Lise-Events in und um Paris sind.

4. 2026 erscheint noch ein zweites Buch, mit denen in fünf Jahren Recherchen (von New York bis Moskau und Stockholm bis Cremona) gefundenen Dokumenten und QuellentextenAuf den Spuren von Lise Cristiani / im Original: Sur les traces de Lise Cristiani, documents réunis et présentés par Waldemar Kamer, avec un avant-propos de Sol Gabetta (wieder mit der Unterstützung des Palazzetto Bru Zane – Centre de musique romantique française). Dieses Buch – sehr dick, deswegen wahrscheinlich ein ebook oder print-on-demand – richtet sich an Forscher an diesem Themenkreis (so viele kritisch editierte Quellentexte gibt es nicht), Journalisten und Historiker, die darüber schreiben (z.B. Fanny und Felix Mendelssohn), Musiker, die Konzerte zu Lise auf die Beine stellen wollen (das durch sie gespielte und ihr gewidmete Repertoire) und hoffentlich auch Studenten – ich bekam schon Anfragen für eine Masterarbeit über Lise in Madrid 😉. 

Geplant sind 2026 auch noch eine Gedenktafel auf Lises « Geburtshaus »  in Paris und ein Garten oder Straße mit ihrem Namen. Das sollte eigentlich am 4. Dezember passieren – doch hängt von der nun bevorstehenden Bürgermeisterwahl ab (in Frankreich darf kein Bürgermeister Entscheidungen nehmen, die sein Nachfolger eventuell nicht billigt).

Auch wenn reichlich spät – doch dafür ist es nie zu spät ! – wünsche ich Euch/Ihnen alles Gute für 2026 und …gutes Schreiben ✍️

Mit freundlichen Grüßen aus Paris !
Waldemar K.

Informationen und Links :

 

Alles steht gebündelt auf dieser Website : https://www.lisecristiani.com/de

Infos Film & CD: https://www.lisecristiani.com/de/cd-film

ARD Mediathek : Link 

Die genauen und belegten biografischen Daten : https://www.lisecristiani.com/de/biographie

Die Bücher zu Lise Cristiani: https://www.lisecristiani.com/de/livres

Die neu aufgetauchte Dokumentation : https://www.lisecristiani.com/de/documents

Die Nachforschungen zu den Dokumenten, die wir alle (noch) suchen : https://www.lisecristiani.com/de/recherche

Und die (kommenden) Veranstaltungen: https://www.lisecristiani.com/de/actualites

[die beiden letzten Lise-Konzerte von Sol Gabetta & der Capella Gabetta sind am Mittwoch 11. März in Berlin und am Donnerstag 12. März in Luzern]

Website auf Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch – DANKE für ein paar Clicks und eventuelles weiterleiten, damit auch Google DE sie (besser) wahrnimmt 😉

Etwas zum Hören oder Lesen :

Es steht quasi alles im Internet, diese zwei sind besonders gut « angekommen » :

1) Ein Interview von mir auf France Musique zu den Recherchen (auf Französisch), mit Musik von der CD von Sol : « Sous la couverture » de Philippe Venturini : https://www.radiofrance.fr/francemusique/podcasts/sous-la-couverture/lise-cristiani-de-waldemar-kamer-et-rene-de-vries-4221640

3) Ein Artikel auf Deutsch – übrigens der erste biografische Artikel über Lise in einer deutschen Zeitung seit …Berlin, Januar 1846 ! Link :  https://deropernfreund.de/buecher-discs/feuilleton-die-wiederentdeckung-von-lise-cristiani-an-ihrem-200-geburtstag/

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