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INFOS DES TAGES (MONTAG, 16. MÄRZ 2026)

16.03.2026 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MONTAG, 16. MÄRZ 2026

BAYERISCHE STAATSOPER: DER SPIELPLAN 2026/2027) „Verging wie Hauch der Götter Geschlecht“

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Copyright: Bayerische Staatsoper

es ist endlich so weit: Gestern haben Staatsintendant Serge Dorny, Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski und Ballettdirektor Laurent Hilaire auf der Bühne des Nationaltheaters die Spielzeit 2026/27 vorgestellt. Wir freuen uns, Ihnen das Programm unter dem Spielzeitmotto „Verging wie Hauch der Götter Geschlecht“ präsentieren zu können.
 
Mit der Vollendung der Neuinszenierung des Ring des Nibelungen erreicht die kommende Spielzeit einen künstlerischen Höhepunkt und erschließt zugleich einen zentralen Zusammenhang. Richard Wagners Tetralogie führt das Zerbrechen höherer Ordnungen vor Augen und stellt die Frage, wie sich der Mensch in einem entstehenden Machtvakuum orientiert. Dieser Gedanke verbindet die Neuproduktionen der gesamten Saison, während die weiteren Werke des Repertoires die großen Themen der Opern- und Tanzgeschichte in bewährten Inszenierungen lebendig werden lassen.
 
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Stöbern durch das Programm und freuen uns, Sie an zahlreichen Abenden in der Bayerischen Staatsoper begrüßen zu dürfen.
 
Herzliche Grüße
Ihr Team der Bayerischen Staatsoper

Premieren
 Am Beginn und am Ende der neuen Spielzeit stehen die Premieren von Richard Wagners Siegfried und Götterdämmerung in der Regie von Tobias Kratzer und unter der Musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski. Nachdem in Siegfried der titelgebende Held zunächst den Fortbestand des alten Herrschaftssystems zu gewährleisten scheint, zeigt Götterdämmerung schließlich dessen Niedergang.
 
Auch die weiteren Neuinszenierungen nehmen Macht, Moral und innere Zerrissenheit in den Blick: Gaetano Donizettis Maria Stuarda, John Adams’ Doctor Atomic, Pjotr Tschaikowskis Mazeppa, Jules Massenets Werther und Benjamin Brittens Death in Venice zeigen Figuren im Spannungsfeld zwischen politischem Anspruch und persönlicher Integrität auf der Suche nach Haltung und Orientierung oder im Scheitern daran.
 
Das Bayerische Staatsballett setzt mit der Premiere der Tanzoper Orpheus und Eurydike von Christoph Willibald Gluck in der Choreographie von Pina Bausch sowie der Uraufführung von Edward Clugs Handlungsballett CARPATHIA – Der Mythos der Untoten zwei Neuheiten auf den Spielplan. Auch hier steht die Frage nach dem Verhältnis des Menschen zum Göttlichen im Mittelpunkt.

Das Repertoire der kommenden Spielzeit präsentiert 32 Opern aus vier Jahrhunderten: von Händel und Mozart über Belcanto und Romantik bis zu Werken des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Zum Beispiel Richard Wagners Tannhäuser mit Jonas Kaufmann in der Titelpartie sowie Parsifal mit Christian Gerhaher, Elīna Garanča und Clay Hilley. Gaetano Donizettis L`elisir d`amore kehrt mit Xabier Anduaga und Serena Sáenz in den Hauptpartien zurück und Georg Friedrich Händels Semele ist nach dem Erfolg während der Münchner Opernfestspiele 2023 mit Louise Alder und Jakub Józef Orliński auf der Bühne des Nationaltheaters zu erleben. Freuen Sie sich zudem auf Giuseppe Verdis Un ballo in maschera mit Piotr Beczała und Anastasia Bartoli in den Hauptpartien sowie Richard Strauss’ Der Rosenkavalier mit u. a. Nicole Car, Matthew Rose und Katharina Konradi.
 
Das Programm des Bayerischen Staatsballetts verbindet Klassiker des Repertoires mit markanten Handschriften des zeitgenössischen Tanzes. Zu erleben sind John Neumeiers Die Kameliendame und Christopher Wheeldons Cinderella. Außerdem stehen u. a. eine von Laurent Hilaire leicht adaptierte Fassung von Giselle nach der Choreographie von Jean Coralli, Jules Perrot und Marius Petipa, sowie Waves and Circles mit Maurice Béjarts legendärem Boléro auf dem Spielplan.

Bayerische Staatsoper/ Spielplan

München
Netrebko kehrt zurück: Dorny erklärt das umstrittene Comeback bei den Münchner Opernfestspielen
MuenchnerAbendzeitung.de

Serge Dorny über die nächste Saison an der Bayerischen Staatsoper
Muenchner.merkur.de.bayerischestaatsoper

Die Bayerische Staatsoper vollendet den „Ring“ und holt Anna Netrebko
SueddeutscheZeitung.de.netrebko

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Kontrapunkt: „Theatermacher, stoppt endlich das Gendern!“ – das finale Wort zur Genderdebatte

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Die Abneigung gegen Gender-Sonderzeichen teilt mit uns unter vielen anderen der Herausgeber der Zeitschrift „O-Ton“. Wir übernehmen daher gerne seinen aktuellen Kommentar: Obwohl der Rat für deutsche Sprache einmal mehr deutlich gemacht hat, dass Gender-Sonderzeichen keinen Eingang in das amtliche Regelwerk für deutsche Sprache Eingang finden, weil unter anderem „Gästinnen“ keinen Sinn ergibt, glauben „Theatermacher“, dass sie uns eine Sprache oktroyieren müssen, die 87 Prozent der Deutschen ablehnen. Nein, sie sind nicht im Kampf für eine bessere Welt unterwegs – das ist auch gar nicht ihre Aufgabe. Sondern sie versuchen, eine staatliche Ideologie im Volk unterzubringen. Damit haben sie ihren Anspruch auf die Finanzierung des Steuerzahlers, der mit überwältigender Mehrheit eindeutig gegen eine diesbezügliche Änderung der deutschen Sprache ist, verwirkt. Die Behauptung bestimmter Gruppen, ein Sternchen, Unterstrich, Majuskel oder sonstige unzulässige Spracherweiterungen könnten auf dem Weg zu einer Geschlechtergerechtigkeit hilfreich sein, ist eine Lüge. Die deutsche Sprache ist eine sehr fein austarierte Sprache, was Geschlechtergerechtigkeit angeht.

Der.Opernfreund.Kontrapunkt

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Wiener Musikverein: Chopin-Gala und „Die Kunst lebt weiter“ (29. März 2026)

 

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  Donka Angatscheva      Credit: Chopin-Gesellschaft 

Die Internationale Chopin-Gesellschaft bittet wieder zu einem „Frédéric Chopin Galakonzert“ im Wiener Musikverein (29.März). Mit Gesang, Lesung (Mijou Kovacs), Klavier-und Kammermusik und einer illustren Schar an Mitwirkenden, moderiert von Silvia Schneider. Und Pianistin Donka Angatscheva, die frisch gebackene Österreich-Präsidentin dieser weltweiten Chopin-Verbundenheit mit langjähriger Tradition, fügt das Motto ihrer Künstlerinitiative hinzu: „Die Kunst in Österreich lebt weiter“.   

Angatscheva, Wienerin mit bulgarischen Wurzeln, international gastierend, mit besonderer Hingabe für Chopin und in die Reihe der exzellenten Bösendorfer Artists aufgenommen, möchte mit ‚die Kunst lebt weiter‘ signalisieren, dass sich die Kultursituation in Österreich für junge ambitionierte Musiker nicht zum Besten gewendet hat. Angatscheva analysiert die musikalische Geschäftswelt: „Die Veranstalter, die Konzerthäuser greifen nach Agenturen, nach großen Namen. Sie konzentrieren sich nicht auf die Begabungen, die Entwicklung der jungen Musiker. Man kommt zu Auftritten so schwer heran. Es gibt kaum Chancen für den musikalischen Nachwuchs.“ Sie kennt diese Probleme der jungen Instrumentalisten, versucht helfend die Hände zu reichen. Denn nach den Tagen der früheren großen Wiener Musikkultur müsste nun wieder ein fruchtbarer Nährboden gefunden werden.

Auch mit Hilfe der Chopin-Gesellschaft denkt Angatscheva aufstrebenden Musikern Förderungen zukommen zu lassen, sie zu unterstützen. Wie auch das Publikum mit musikalischen Schönheiten zu erfreuen. Etwa mit der Chopin-Gala. Oder dem von ihr gestalteten kommenden Chopin-Festival in der Kartause Gaming von 13. bis16.August. Ein Veranstaltung mit ebenfalls langjährigem Rückblick und einem vielfältigen Musik-Angebot. Nicht nur dem Schaffen von Chopin verpflichtet. Tradition, Tradition: Das 42. Festival wird heuer gefeiert.

Meinhard Rüdenauer

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WIEN – VILLA BEER: Neuer Star unter Wiens Architekturjuwelen

1130 Wien-Hietzing, Wenzgasse 12

Seit 8. März 2026 ist die sanierte Villa Beer in Wien Hietzing für die Öffentlichkeit im Rahmen von Führungen und Zeitfenstern von Mittwoch bis Sonntag zugänglich.

Die Anzahl der Besucher und Besucherinnen ist auf 120 Personen zeitgleich im Haus limitiert.

Tickets ab Ende Mai wieder verfügbar!

https://www.villabeer.wien/home

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Die Villa Beer einst und jetzt!
© Villa Beer, https://www.villabeer.wien/das-haus/galerie

1929/30 wurde die Villa als Wohnhaus für die Unternehmerfamilie Julius und Margarete Beer nach Plänen der Architekten Josef Frank und Oskar Wlach in einem Jahr gebaut. Das Haus ist ein Schlüsselwerk der zweiten Wiener Moderne und steht seit 1987 unter Denkmalschutz.

Im April 2016 war das Haus auf Initiative des Architekturzentrums Wien für Interessierte an zwei Tagen geöffnet, aber es gab keinerlei Hoffnung auf Sanierung und Restaurierung. Die Rettung des Hauses ist einem glücklichen Zufall geschuldet.

Lothar Trierenberg, auf der Suche nach einem Büro auf der Wieden, wurde durch die Gedenktafel für Josef Frank am Haus Wiedner Hauptstraße Nr. 64 auf den Architekten aufmerksam. Diese Gedenktafel wurde zum 120. Geburtstag von Josef Frank am 15. Juli 2005 angebracht und hat ein kleines Wunder bewirkt.

Lothar Trierenberg begann über Josef Frank zu recherchieren und stellte fest, dass das Hauptwerk des Architekten in Wien, die Villa Beer, zum Verkauf stand. Zum Kaufpreis von fünf Millionen Euro kamen die Kosten für die Sanierung, an der sich der Altstadterhaltungsfonds der Stadt Wien und das Bundesdenkmalamt mit insgesamt 700.000 Euro beteiligten. Der Hauseigentümer lobt die Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt und den mehr als 30 an der Sanierung beteiligten Gewerken. Von den beim Bau beauftragten Firmen in den 30er-Jahren besteht heute nur mehr die Firma Füglister, die damals einen Lastenaufzug eingebaut hat.

Für die Sanierung konnte mit dem Architekten Christian Prasser ein ausgewiesener Experte für Bauen im Bestand gewonnen werden. Erhaltene Einbauelemente wurden mit großer Sorgfalt restauriert und ergänzt wie zum Beispiel Lichtschalter im 3D-Druck. Fünf Jahre dauerten Recherche und Restaurierung, wobei Fehler einer Sanierung im Jahr 2013 behoben werden mussten.

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Speiseaufzug, Tragkraft 15 kg                                  Viel Platz für künftige Publikationen!
© Dietrich-Schulz                                                     Foto: Dietrich-Schulz

Die Villa Beer soll kein klassisches Museum sein. „Besucher sollen sich wie Gäste fühlen“, so der Hausherr. Im Dachgeschoss wurden drei Gästezimmer eingerichtet, ausgestattet mit Möbeln von Svenskt Tenn nach Entwürfen von Josef Frank.

Die Villa Beer soll auch ein Ort der Forschung sein. Ein klimatisiertes Archiv und Seminarräumlichkeiten im Untergeschoss stehen bereit. Schwerpunkte der Forschung sind Architekturthemen und das jüdische Leben in den 1930er-Jahren.

Ein Großteil der Familie Beer konnte in die USA flüchten. Der leicht gehbehinderten Tochter Elisabeth wurde aber das Einreisevisum verweigert. Sie wurde von Wien nach Minsk deportiert und in Maly Trostinez ermordet. „Vergessene ins kollektive Gedächtnis zurückholen“ ist ein Ziel der Forschungen.

Über die Recherchearbeit im Zug der Restaurierung wurden Nachkommen der Familie Beer kontaktiert und vernetzt, sodass Fotomaterial aus Familienbesitz gesammelt und unter anderem durch ein Artist- und Research-in-Residence-Programm weiter erforscht werden soll.

Abschließend nochmals ein Hoch auf die Gedenktafel, die am Beginn der Rettung der Villa Beer gestanden ist. Vielleicht gibt es ein ähnliches Märchen für die Fassade des Hauses Lacknergasse 98 in 1180, die an den Architekten Josef Plečnik erinnert?!

Elisabeth Dietrich-Schulz

 

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