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INFOS DES TAGES (MONTAG, 15. JUNI 2026)

15.06.2026 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MONTAG, 15. JUNI 2026

Wiener Staatsoper: War es das nun mit dem Bechtolf-Ring“? 

„Mit dem heutigen Abend ist der Bechtolfsche „Ring“ sehr wahrscheinlich Geschichte, wenngleich das nicht dem Abendzettel zu entnehmen war (dort stand nur „31. Aufführung in dieser Inszenierung“ anstatt „31. und letzte Aufführung in dieser Inszenierung“, wie es in der Vergangenheit bei anderen Inszenierungen der Fall gewesen war), was prinzipiell hoffen lässt (nämlich auf Realisierung der Sparpläne und Absage der geplanten „Ring“-Neuproduktion), aber realistische Hoffnungen hege ich nicht.“ (aus „forumconbrio“

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Dass wir den Bechtolf-Ring“noch nachweinen werden, hätte ich nie für möglich gehalten. Nun aber ist es so. Der Grund ist die Angst vor Ersan Mondtag – und rationale Bedenken.. Vordergründig werden natürlich die Ängste vor einem Explodieren der Staatsschulden ins Treffen geführt – und so ein „Ring“ ist eine teure Angelegenheit! Aber ich bin sicher, die „Nichtankündigung“ der letzten Vorstellung war eher ein Versehen, keine Absicht. Für Dinge, die wir nicht brauchen, gibt es in Österreich immer Geld! 

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Musikverein Graz: Variabel gestaltete „Stimmungsbilder“. Asmik Grigorian und Lukas Geniušas als symbiotisches Duo im Musikverein.

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Foto Musikverein Graz

Mit stilistischer Bravour tat die Sopranistin Asmik Grigorian in einem ungewöhnlichen Liederabend des Musikvereins im ausverkauften Grazer Stefaniensaal dar, dass sie sowohl auf den Bühnen der Welt als auch als Konzertsängerin zu reüssieren vermag. Hält man sich neben allen Nuancierungen auch die hohe darstellerische Kunst der aus Litauen stammenden Sängerin vor Ohren und Augen – wie, um nur ein Beispiel zu nennen, ihre „Tatjana“ an der Staatsoper, vorerst als bockiger Teenager und dann als hochelegante Fürstin Gremina –, so darf man ihre heurige Salzburger „Carmen“ freudig erwarten. Vokalisen, hier vier französische „Études“ von Ravel, Fauré und dem unbekannteren Reynaldo Hahn sowie eine „Vocalise“ von Rachmaninow, könnten als „einfach“ darstellbar gelten, hat man doch keine Worte, sozusagen „nur“ Töne zu singen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Ohne jeden „festzumachenden“ Ausdruck gilt es hier nur der Ausgestaltung der Linie, der Phrasierung und dynamischen Ausformung. „Die“ Grigorian meisterte all dies unprätentiös und oft im Piano oder Mezzavoce mit fast geschlossenem Mund. Und dann nach der Pause, wie zum Beweis, dass es auch anders geht: „Vier letzte Lieder“ (gleichzeitig aber auch „die“ vier letzten) von Richard Strauss, und zwar in der ursprünglichen Anordnung mit „September“ und „Frühling“ als Nr. 3. Auch hier erklang das von Max Wolff in London hergestellte Klavierarrangement. Als im Wortsinn „kongenialer“ Klavierbegleiter ließ der litauisch-russische Pianist Lukas Geniušas mit verfeinerter Anschlagskultur bei den Vokalisen der Solistin allen nötigen Freiraum für Pianogestaltung. So wie er hernach die ursprüngliche Orchesterfassung der vier Lieder mit nicht allzu fülligem Klangvolumen ebenso gestaltete, wie er bei den vier „Rheingesängen“, Solostücken von George Bizet, sowie den drei „Stimmungsbildern“ von Richard Strauss zeigte, dass und wie er auch als Solist mit Spannungsbögen umzugehen weiß. 

Walther Neumann

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GARS AM KAMP/ NÖ: -Karten für  MADAMA BUTTERFLY / € 40.- „STARS IN GARS“

Sie verdienen unvergessliche Momente! 💖
Überraschen Sie sich selbst oder Ihre Freunde/Bekannten usw mit einem besonderen Konzerterlebnis –eine wohlverdiente Auszeit voller Musik bei der Oper MADAMA BUTTERFLY oder bei STARS IN GARS im wunderschönen Waldviertel bzw in Gars am Kamp.

Wenn über den historischen Mauern der Burg Gars die Sonne langsam untergeht und das Waldviertel in magisches Licht taucht, entfaltet sich im Sommer ☀️ 2026 eine der bewegendsten Opern der Musikgeschichte: „Madama Butterfly” ist die zutiefst berührende Geschichte über Hoffnung, Liebe und das bittere Erwachen einer Frau zwischen zwei Welten.
Puccinis Oper zählt bis heute zu den weltweit erfolgreichsten Bühnenwerken – nicht nur wegen ihrer ergreifenden Musik, sondern auch wegen ihrer zutiefst menschlichen Geschichte. Im Zentrum steht die Geisha Cio-Cio-San, genannt Butterfly!

Div. Termine- MADAMA BUTTERFLYOPER BURG GARS ROULETTETICKETS um nur € 45.-.

Ein besonderes Erlebnis, das klassische Musik mit einer einzigartigen Open-Air-Atmosphäre verbindet und die Burg Gars in eine außergewöhnliche Klangwelt verwandelt.

Sa, 8. 8.26- STARS IN GARS- BURG GARS ROULETTETICKETS um nur € 40.-.

Unterreiner & Friends: Das große Sommer Open-Air auf der Burg Gars mit Stars und Musik aus allen Genres

 Mein Tipp an Sie: vor der Vorstellung Conny´s Cafe in Gars am Kamp– entweder auf einen kleinen Snack oder auf einen Eisbecher- es gibt auch eine Riesen Auswahl an hausgemachten Torten/Kuchen!

Für Preise und Termine sowie Infos bitte ganz nach unten scrollen

Oper BURG GARS die Opernbühne des Waldviertels:

Madama Butterfly –

Oper von Giacomo Puccini

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Wenn über den historischen Mauern der Burg Gars die Sonne langsam untergeht und das Waldviertel in magisches Licht taucht, entfaltet sich im Sommer 2026 eine der bewegendsten Opern der Musikgeschichte: „Madama Butterfly” ist die zutiefst berührende Geschichte über Hoffnung, Liebe und das bittere Erwachen einer Frau zwischen zwei Welten.
Puccinis Oper zählt bis heute zu den weltweit erfolgreichsten Bühnenwerken – nicht nur wegen ihrer ergreifenden Musik, sondern auch wegen ihrer zutiefst menschlichen Geschichte. Im Zentrum steht die Geisha Cio-Cio-San, genannt Butterfly, die auf die Rückkehr ihres amerikanischen Ehemanns wartet – voller Vertrauen, voller Sehnsucht. Was folgt, ist ein Opernhit von berührender Intensität.
Mit fernöstlichen Klangfarben, japanischem Flair und weltberühmten Arien führt Puccini das Publikum direkt ins Herz einer Frau, deren Treue und Würde bis zuletzt leuchten. In der einzigartigen Naturkulisse der Oper BURG GARS wird diese Oper zu einem Erlebnis, das unter die Haut geht.

Sommeroper pur! Dort, wo Musik, Natur, Geschichte und Genuss zu einer unvergesslichen Einheit verschmelzen!
Freuen Sie sich auf diese emotionale und musikalische Reise beim größten akustisch unverstärkten Opernfestival Österreichs. Einfach Oper PUR!

OPER BURG GARS
Am Schlossberg 25
A-3571 Gars am Kamp

EVENTINFO:

Dienstag, 14.7.26
Donnerstag, 16.7. 26
Dienstag, 21.7.26
Donnerstag, 23.7. 26
Dienstag, 28.7.26
Donnerstag, 30.7. 26

Reservierungen sind Montag bis Sonntag (rund um die Uhr –  ) unter karten@dander.at möglich !

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Beginn 20 Uhr Einlass: 19.30 Uhr

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Oper BURG GARS:
„STARS IN GARS“

ROULETTE TICKETS um nur € 40;

Ein Roulette-Ticket ist an keine Sitzplatzkategorie gebunden. Es gilt für alle noch frei verfügbaren Plätze der aktuellen Vorstellung. Wo Sie sitzen wird am Abend der Veranstaltung entschieden… aber immer nebeneinander

Das Freiluft-Spektakel STARS IN GARS markiert auch 2026 den Höhepunkt der KulturBURG und begeistert mit Künstlerinnen und Künstlern der Extraklasse aus Oper, Operette, Pop und Musical. Genießen Sie die schönsten Arien, mitreißendsten Duette, bekanntesten Songs und eindrucksvollsten Opernchöre, mit MARIAM BATTISTELLI, CHRIS STEGER, ANNELY PEEBO, LIDIA BAICH, MARIANNE MENDT; CLEMENS UNTERREINER und weiteren hochkarätigen Gästen. Lassen Sie sich von musikalischen Highlights und einer einzigartigen Atmosphäre verzaubern und unterstützen Sie gleichzeitig einen guten Zweck: Vor Ort werden auch Spenden für Menschen in Not gesammelt. Ein Abend im Zeichen der Musik und des Miteinanders – dieses Event sollten Sie nicht  verpassen! Wie bereits im Vorjahr, wird das Konzert vom ORF aufgezeichnet und auf ORF III ausgestrahlt.

OPER BURG GARS

Am Schlossberg 25
A-3571 Gars am Kamp

EVENTINFO:
Samstag, 8. August 2026, Beginn 20 Uhr, Einlass: 19.30 Uhr

TICKETINFO:

ROULETTE TICKETS um nur € 40.-

Reservierungen sind Montag bis Sonntag m(rund um die Uhr –  ) unter karten@dander.at möglich !

Bestellte Karten sind von Umbuchung und Stornierung ausgeschlossen.

!Ein Roulette-Ticket ist an keine Sitzplatzkategorie gebunden. Es gilt für alle noch frei verfügbaren Plätze der aktuellen Vorstellung. Wo Sie sitzen wird am Abend der Veranstaltung entschieden… aber immer nebeneinander
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Tanznews:: Intensive Summer Masterclass 2026 des Österreichischen Tanzrates in St.Pölten

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Von 13. – 21.Juli 2026 findet in den Ballettsälen des Europaballetts in St.Pölten eine intensive Summer Masterclass des Österreichischen Tanzrates (ÖTR; Austrian  Dance Council = ADC) für Kinder und Jugendliche statt. Dieses Trainingsprogramm umfasst klassisches Ballett und Modern Dance. Am 16.Juli gibt es außerdem ein internationales Tanzfestival, in dem alle Teilnehmenden der Summer Masterclass ihr Können unter Beweis stellen.

Als Pädagoginnen und Pädagogen unterrichten Maria Gerasimou, Minea Kropf, Thoriso Magongwa, Doreen Windolf, Melinda Szitt sowie Michael Kropf.

Am Ende dieses Masterclass-Kurses wird ein Film gedreht mit einer Choreografie von Michael Kropf, dem Präsidenten des ÖTR, der dann am 1.Jänner 2027 auf verschiedenen Internet-Kanälen zu sehen sein wird.

Registrierungen bitte an p.kofranek@austriandancecounsil.at; www.austriandancecouncil.at 

Ira Werbowsky

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Linz: „DAS SPIEL IST AUS“ – Uraufführung im Musiktheater des Landestheaters Linz, Black Box, 13. 06.2026

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Tanzstück von Lilit Hakobyan, Preisträgerin der 39. International Choreographic Competition Hannover 2025, nach dem Filmdrehbuch „Les Jeux sont faits“ von Jean-Paul Sartre

Das 1947 von Jean Delannoy verfilmte Werk dreht sich um Ève Charlier und Pierre Dumaine, die unter einer Gewaltherrschaft aus unterschiedlichen Motiven umgebracht werden: Sie wird von ihrem Ehemann André vergiftet, damit sich dieser an Èves Schwester heranmachen kann; Pierre wird von einem Spitzel der Machthaber umgebracht. Von jenseitigen Amts wegen können sie zwar unbemerkt unter den Lebenden weiterwandeln, aber nicht auf Geschehnisse Einfluß nehmen – auch nicht auf beide peinigende Entwicklungen. Doch stellt das Amt fest, daß Ève und Pierre eigentlich füreinander bestimmt gewesen wären, jedoch irrtümlich anderen Lebenswegen zugeordnet wurden. So erhalten sie die Chance, unter gewissen Auflagen doch wieder ins reale Leben zurückkehren zu dürfen. Ein happy end ist aber – bei Sartre wenig überraschend – nicht vorgesehen…

Seit nunmehr 40 Jahren wird in Hannover ein bedeutender Choreographiewettbewerb abgehalten – die neueste Auflage fand just am Premierenabend dieser Produktion statt. Lilit Hakobyan hatte bei der 39. Auflage für Ihre Choreographie „LUCK“ den vom Linzer Landestheater ausgelobten Preis gewonnen und damit einen Vertrag für eine Choreographie (samt Regieverpflichtung). Als Stoff auserkoren wurde das 1943, also unter Deutscher Besatzung, verfaßte Drehbuch des „Proto-Existenzialisten“. Der zuerst angesprochene Verlag verweigerte die Freigabe, jedoch konnte das Landestheater mit Sartres Erben eine Übereinkunft erzielen.

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Eve-und-Andre-im-Giftnebel-Andrea-Aguado-Campo-Matteo-Cogliandro. Foto: Tom Mesic

Frau Hakobyan hat ein tänzerisch ungeheuer anspruchsvolles Handlungs-Tanztheater geschaffen, das uns Zuschauer 70 Minuten lang in Atem hielt. Getragen und modelliert wird das Szenario vom mesmerisierenden Sounddesign Samuel van der Veers – aufbauend auf einem hektischen, vorwärtstreibenden house-Rhythmus arbeitet er mit clips von Bachs Cellosonaten bis free jazz, Streichquartettmusik vermutlich von Ligeti, Punk (Iggy Pop), Elektroswing etc.

Die Bühne geht über die volle Breite der „Schwarzen Schachtel“ des Musiktheaters – das dürfte gut 10 Meter ausmachen. Die namensgebende (Nicht-)Farbe gilt auch für alle Aufbauten, wobei ein riesiger Paravent fast eine Hauptrolle spielt – als Projektionsfläche, als Grenze gesellschaftlicher Schichten, immer wieder von den Darstellerinnen und Darstellern verschoben oder gedreht – mitunter beängstigend schnell, als sich die Ereignisse überschlagen. Oft verhindert ein leichter Nebel, sich im Raum zu orientieren und schafft damit eine bewußt verwirrende Perspektive. Falko Herold hat diese beeindruckende Raumlösung entworfen, und zusammen mit der Choreographin auch Licht und Videos erstellt, die einen ähnlich wie die Musik in die Szene hineinziehen. Die Kostüme von Malte Luebben sind zuerst einmal gut geeignet für das aufregende, akrobatische Tanzgeschehen; aber einige Figuren (die Verwalterin des Jenseits und ihre Katze!) erhalten aufwendige Accessoires, auch andere Rollen sind kleidungsmäßig trotz der reduzierten Gestaltung gut differenziert.

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-Lorenzo-Ruta-und-Ensemble. Fot: Tom Mesic

Dramaturgisch betreut wird die Produktion von der Spartenchefin Roma Janus, die auch einen sehr interessanten Einführungsvortrag hält und für den lesenswerten Programmfolder verantwortlich ist.

Das Ensemble von TANZ Linz ist wahrhaft atemberaubend unterwegs; über längere Strecken – bis zu Minuten am Stück! – hat man den Eindruck, als beherrschten die Protagonistinnen und Protagonisten Bewegungen, die physikalisch wie physiologisch komplett unmöglich sind; jedoch: sie sind möglich, für diese ebenso athletische wie emotionell intensive Truppe!

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Pedro-Tayette-Sofia-Bisci.. Foto: Tom Mesic

Leider nennt die Besetzungsliste keine Rollenzuordnungen; wir haben (auf Umwegen) hoffentlich die richtigen Damen und Herren den wichtigsten Rollen zuordnen können:

Ève ist Andrea Aguado Campo, Lorenzo Ruta Pierre. Die Jenseitsbeamtin (eine wahre Schlüsselrolle!) Sofia Bisci hält sich einen Bürokater, der im Prolog nicht nur aberwitzig verspielt sein, sondern später auch als furchterregender Todesbote fungieren kann: Pedro Tayette hat in der Rolle einen gut 1½ m langen dünnen Zopf; warum er sich bei seinen hochkomplizierten Bewegungen nicht andauernd in diesen verhaspelt, können wir uns absolut nicht erklären! Der Mörder André (Matteo Cogliandro) hat eine etwas kleinere, aber ebenso körperlich extrem anspruchsvolle Rolle.

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Ensemble. Foto: Tom Mesic

Ilia Dergousoff, Mischa Alexander Hall, Yu-Teng Huang, Katharina Illnar, Elisa Lodolini, Angelica Mattiazzi, Pavel Povrazník, S. Arthur Sicilia, Nicole Stroh, Hinako Taira und Fleur Wijsman vervollständigen das brillante Ensemble, das keinerlei Wunsch nach Intensität und Engagement offen läßt.

Fast 10 Minuten standing ovation für unglaublich intensives, emotionell packendes Tanztheater, mit der musikalischen und visuellen Gestaltung ein wahres, ein großes Gesamtkunstwerk!

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Schlussapplaus Ensemble. Foto: Petra und Helmut Huber

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Schlußapplaus Produktionsteam. Mitte: Lilit Hakobyan. Foto: Petra und Helmut Huber

Petra und Helmut Huber


BERLIN / Kühlhaus „INTONATIONS“ Jerusalem Chamber Music Festival 2026, 3. Tag; 11. bis 14.6.2026

Löwin Martha Argerich erlegt ihr Publikum mit sicherer Pranke bzw. es erliegt ihr einfach freiwillig!

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Copyright: Monika Rittershaus

Ludwig van Beethovens Violinsonate Nr. 3 in Es-Dur, op. 12, Nr. 3 stand am dritten Tag des Festivals am Beginn eines umfangreichen Programms mit zwei Pausen. Dementsprechend war als Konzertbeginn 17 Uhr anberaumt. Mir ist völlig schleierhaft, wie Amateure in den damaligen bürgerlichen Salons die in den Ecksätzen wahnsinnig anspruchsvolle und schwierige Sonate überhaupt auf die Reihe bringen konnten. Die wie das gesamte op. 12 Antonio Salieri gewidmete Sonate mit ihrem im Adagio an Mozart gemahnenden Gestus erweist sich bei aller Anforderungen an den Violinpart immer noch als klavierdominant, gegenteilige musikwissenschaftliche Behauptungen hin oder her.

Martha Argerich unterlegte im Beethoven-Heimspiel ein weiteres Mal ihre einzigartige Stellung im ‚Business‘ mit aberwitzigen Tempi, stupender Fingerfertigkeit, vor allem prall kräftigem Anschlag und dynamischer Geschmeidigkeit im Zusammenspiel mit der Violine. Jeglichem Geburtsurkundendatum trotzend fegte Argerich con spirito energisch durch den ersten Satz und wusste mit ihrer Violin-Partnerin Tatiana Samouil schlagfertig dialogisierend die dynamischen Kontraste dezidiert auszureizen. Wunderbar zudem, wie sehr die beiden Künstlerinnen den spannungsreichen Modulationen und Übergängen individuelle Kontur verliehen. Als Ruhepol im Zentrum der Sonate erklang das in Beethovenschem Melos schwelgende Adagio wirklich ‚con molta espressione‘, traumhaft liedsanglich phrasiert. Im unterhaltsamen Rondo erklommen tänzerischer Schwung und lächelnd vollführte Klangartistik nach und nach den virtuosen Steilhang bis zur sonnenlichtigen Coda. Das Publikum wusste das exzeptionell Dargebotene mit Dank zu würdigen.

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Copyright: Monika Rittershaus

Dorothea Röschmann, begleitet von Yael Kareth am Steinway, interpretierte mit ihrem opulenten, obertonreichen, mittlerweile mezzodunklem Sopran die „Wesendonck Lieder“ von Richard Wagner. Als Höhepunkte gerieten die beiden als „Tristan und Isolde“-Studien geltenden Titel ‚Im Treibhaus‘ und ‚Träume‘ sozusagen als Nachklang zu ihrem 2023 an der Opéra national de Lorraine gegebenen Bühnendebüt als Isolde. War Röschmanns Legato anfangs noch ein wenig kurzatmig phrasiert, erfreuten „Träume“ dafür umso mehr mit exquisiten purpurfarbenen Tönen. Jubel!

Dank der atemberaubend volltönenden Kunst des Flötisten Emmanuel Pahud war sogar die Violinsonate Nr. 8 in G-Dur, Op. 30, Nr. 3 von Ludwig van Beethoven in dieser geänderten Besetzungsvariante ein selten bereicherndes Erlebnis. Denn es ist keineswegs selbstverständlich und ausgemacht, dass sich die vogelsangliche Flötencharakteristik in gehöriger Balance zur Power des geöffneten Steinway-Flügels behaupten kann. 1802 vollendet und kompositorisch wesentlich elaborierter als die eingangs gehörte dritte Violinsonate, versprüht dieses lebenszugewandte Stück gerade in der Bearbeitung für Flöte jenen duftigen Geist und schalkhaft amourösen Animo, der dem Werk über seine durchgängige Élegance und im Menuett ihre zarthumorige Intimität hinaus seine Beliebtheit verdankt.

Nach der ersten Pause erklang das Klarinettenquintett in h-Moll, op. 115 von Johannes Brahms. In der Besetzung mit Karl-Heinz Steffens (Klarinette), Fedor Rudi, Kathrin Rabus (Violine), Adrien La Marca (Bratsche) und Andrei Ionita (Cello) war eine emotional dicht gewebte, zumindest von meinem Sitzplatz aus in unmittelbarer Nähe von Cello und Bratsche grosso modo leicht streicherbetonte Wiedergabe zu registrieren. 

Karl Heinz-Steffens ehemals Solo-Klarinettist im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks als auch der Berliner Philharmoniker, seit 2019 Musikdirektor an der Staatsoper Prag, gefiel in diesem Brahms’schen Spätsprössling mit schlankem Ton und einer nobel wehmütigen Note. Die sich immer wieder in die Musik mischenden ungarisch-rhapsodischen Tonschleier, der maskierte fin de siècle Charakter, das engmaschige motivische Netz sowie das gewollte ‚an der Nase führen‘ in den Durchführungen durch Brahms fanden in der erstklassigen Interpretation ihre trefflichen Fürstreiter.

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Copyright: Monika Rittershaus

Nach der zweiten Pause waren die „Vier Ernsten Gesänge“, op. 121, von Johannes Brahms mit dem Bariton Thomas Bauer und Elena Bashkirova am Klavier sowie das Oktett in F-Dur, D. 803 von Franz Schubert programmiert. Gerne wäre ich dabei gewesen. Aber ich will jetzt offen Persönliches ansprechen. Nach dem Brahms war ich von der komplexen und intensiven Darbietung plötzlich so am Ende mit meiner Konzentration und Kraft, dass ich beschlossen habe, den Konzertbesuch zu diesem Zeitpunkt abzubrechen. Ich hätte den dritten Teil irgendwie dahindämmern können, meine plötzliche Müdigkeit bekämpfen, alternativ mich ihr hingeben und über das Halbgehörte vielleicht berichten können. Es hätte für mich keinen Sinn ergeben. Ich ersuche hierfür um Ihr geneigtes Verständnis!

©Monika Rittershaus

Dr. Ingobert Waltenberger
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