INFOS DES TAGES (MONTAG, 14. SEPTEMBER 2026)
Grazer Portal in die Welt der Klassik: MUSIKVEREIN GRAZ

Ab 14. September geht der Kartenverkauf für die Grazer Musikvereins-Saison in die letzte Phase. Zum Auftakt der Saison ein Überblick über Konzerte, die man sich nicht entgehen lassen sollte.
Von Martin Gasser | KLEINE ZEITUNG | 12.9.2026
Natürlich steht Graz im Schatten von Wien, einer der Welthauptstädte der Klassik. Aber man kann auch im Schatten glänzen. Das beweist der Musikverein Graz, der selbst ein Klassiker ist. Intendant Michael Nemeth führt den Musikverein in die 212. Saison. Die ist voller Musik: Kammermusik und große Symphonik, Liederabende, Solokonzerte, Kinderkonzerte und diverse Galas. Zum Auftakt der Saison in Stefanien- und Kammermusiksaal am 28. September und zum Start des allgemeinen Kartenverkaufs am Montag, dem 14. September. Hier eine Auswahl aus dem etwa 60 Veranstaltungen fassenden Programm.
Für Kenner
Für die Feinspitze und Liebhaber des Besonderen hat der Musikverein jede Menge in petto. Hier werden auch höchste Ansprüche erfüllt: Anna Rakitina debütiert am 28./29. September am Pult der Grazer Philharmoniker mit Cerha und Strauss. Und Rudolf Buchbinder spielt Griegs Klavierkonzert. Wagner-Tenor Klaus Florian Vogt wird am 22. Oktober Schuberts „Winterreise“ interpretieren. Werke von Wolfgang Rihm, Gabriel Fauré und Franz Schubert hat das Trio Brontë am 3. Dezember am Spielplan. Dirigent Markus Poschner und das RSO Wien bringen am 19./20. April Musik von Édouard Lalo und Johannes Brahms mit. Und ganz und gar einem Komponisten ist das Konzert des Quatuor Ebene am 13. Mai gewidmet: drei Streichquartette von Ludwig van Beethoven
Für Kinder
Ein gutes Kinderprogramm ist kein Extra, sondern eines der Fundamente für einen seriösen Konzertveranstalter. Für Schulklassen gibt es im Musikverein von der 1. bis zur 12. Schulstufe gestaffelt Vormittagskonzerte, also speziell adaptierte Konzerte aus dem regulären Programm. Pädagoginnen und Pädagogen aufgepasst: Es gibt Gruppentarife für Klassen für alle regulären Konzerte, außerdem auch ein Angebot zu Führungen und Workshops. Aber es gibt auch Familienkonzerte für den individuellen Besuch: Etwa „Nachtmusik und Zauberflöte“ (ab 5 Jahren), wo etwa Marko Simsa zur Zeitreise lädt (13. Oktober) oder das Fußball-Mitmachkonzert „Anpfiff!“ (ab 5 Jahren) mit Theresa Winkler (2. Februar).
Für Adabeis
Die großen Namen ziehen Publikum an: Hier muss man gesehen werden: Plácido Domingo, mittlerweile doch schon 85 Jahre, wird am 30. November eine „Noche española“ geben. Das Musikvereins-Ehrenmitglied Rudolf Buchbinder ist in den letzten Jahren Stammgast im Grazer Musikverein geworden, der Pianist und Intendant bringt bei einer Beethoven-Gala am 25. Februar fünf Sonaten des Meisters zu Gehör. Tenor Jonathan Tetelman kennt man nicht erst, seitdem er bei den Salzburger Festspielen an der Seite von Asmik Grigorian in „Carmen“ aufgetreten ist: Am 4. März gibt er sein Graz-Debüt. Primadonnen-Alarm ist am 10. Mai, wenn Lisette Oropesa italienische Lieder singt. Am 14. Mai werden Maestro Riccardo Muti und die Wiener Philharmoniker das neue Pfingstfestival des Musikvereins krönen: mit Haydn, Strauss und Beethoven.
Für Grenzgänger
Der Musikverein hat längst begonnen, die Grenzbereiche der Musik zu beleuchten. Hier fünf Tipps für Menschen mit Freude am Cross-Over. „Mozart. Ernsthaft?“ mit dem Ensemble Colloredo am 15. Oktober bringt zwar reinen Mozart, aber in ungewöhnlicher Besetzung und mit Hinblick auf den Humor des Meisters. Wie viel Gypsy Swing steckt im Bonner Klassiker? Das wird eventuell bei Beethoven im Janoska-Style am 2. Februar beantwortet, wenn das Ensemble dem Komponisten mit Spielwitz zu Leibe rückt. Die britische Kult-Organistin Anna Lapwood hat am 8. März auch die Musik von „Herr der Ringe“ und „Fluch der Karibik“ im Gepäck. Der begnadete Pianist Fazil Say wird am 14./15. Juni sein „Mother Earth“-Konzert spielen, die Brünner Philharmoniker begleiten das Ereignis mit Musik von Dvorak. Die Kombination BartolomeyBittmann und Grazer Philharmoniker verspricht am 17. Juni Ereignisreiches.
Für Neulinge
Wer noch nicht so viel Erfahrung mit Klassischer Musik hat, könnte hier gut aufgehoben sein. Dem Genie Wolfgang Amadé Mozart huldigen Dirigent Adam Fischer, Fagottistin Sophie Dervaux und das Dänische Kammerorchester am 12./13. Oktober: Von der „Zauberflöten“-Ouvertüre bis zur „Jupiter“-Symphonie. Auch eine entspannte Soirée um 18 Uhr könnte Neulinge auf den Geschmack bringen. Am 2. November spielen die Grazer Philharmoniker unter ihrem Chefdirigenten Vassilis Christopoulos Britten, Copland und Dvorak. Die Hornistin der Berliner Philharmoniker Sarah Willis feiert mit ihrem Ensemble Sarahbanda am 9. Dezember „Cuban Christmas“. Das Ensemble The Philharmonic Brass spielt am 18. Mai auf, und wird von Tugan Sokhiev – Dirigent des Neujahrskonzerts in Wien – dirigiert. Giuseppe Verdis unsterbliche Musik für Tenöre und Baritone ist am 3. Juni zu hören: Francesco Meli und Luca Salsi sind das Traumduo für diese Opernklänge.
AVISO Pfingstfestival
Mai 2027
10.5. Liederabend Lisette Oropesa mit Liedern und Arien von Rossini bis Verdi
13.5. Quatuor Ébène mit Beethoven pur
14.5. Riccardo Muti & Wiener Philharmoniker mit Haydn, Beethoven und R. Strauss
18.5. Tugan Sokhiev & The Philharmonic Brass
19.5. Philharmonix Surprising Mozart
Vorverkaufsstart MO, 14.9.2026 ab 9 Uhr
Vorverkauf The Philharmonic Brass und Wiener Philharmoniker am 1.12.2026 ab 9 Uhr
Karten-Info: +43-316-822455
Konzertkasse Sparkassenplatz 3, Graz, unter tickets@musikverein-graz.at oder www.musikverein-graz.at
Dr. Michael Nemeth | Intendant
Musikverein Graz
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OPER FRANKFURT: Peter I. Tschaikowski: Mazeppa. Premiere / Frankfurter Erstaufführung. Premiere war gestern (13. September 2026)
Weitere Termine: 18./20./26.September; 1./4./10./15. Oktober 2026
Aus einer Liebe, die alle Konventionen sprengt, erwächst eine blutige Familienfehde: Tschaikowskis düsterste Oper porträtiert Machtmenschen, die zunehmend das rechte Maß verlieren.
Maria, die Tochter des reichen Kotschubej, liebt den deutlich älteren General Mazeppa. Als die beiden gegen den Willen von Marias Vater heiraten, entspinnt sich ein erbitterter Machtkampf: Kotschubej klagt Mazeppa, dem er bis dato als Freund und Geschäftspartner verbunden war, wegen Hochverrats beim Zaren an. Doch der Schuss geht nach hinten los: Der Zar schenkt den Anschuldigungen keinen Glauben und lässt Kotschubej öffentlich hinrichten. Als Maria die fatalen Folgen ihrer Liebe erkennt, verliert sie den Verstand.
Genauso wie Tschaikowskis Erfolgsopern Eugen Onegin und Pique Dame basiert Mazeppa auf einer literarischen Vorlage von Alexander Puschkin. Dessen Poem Poltawa von 1829 setzt sich mit dem Kosakenführer Iwan Mazeppa auseinander, der Anfang des 18. Jahrhunderts den Aufstand gegen die russische Vorherrschaft wagte. Während Puschkin den Protagonisten ganz im Sinne des damaligen Zarenregimes als manipulativen Vaterlandsverräter zeigt, verleiht ihm Tschaikowski durchaus ambivalente Züge: Mazeppas Liebe zu Maria macht der Komponist in melancholisch-sanften Arien ebenso hörbar wie dessen Brutalität, die sich durchschneidende Rhythmen und martialische Orchesterzwischenspiele vermittelt.
Regisseur Matthew Wild interpretiert Tschaikowskis Oper als politische Parabel über eine Elite, die ihre Konflikte auf dem Rücken der eigenen Bevölkerung austrägt. Ins Zentrum des Geschehens rückt dabei nach und nach die Figur der Maria: Unfähig, die eigenen Verstrickungen zu akzeptieren, verfällt sie schließlich in einen Zustand kindlicher Entrücktheit. Gelingt es Maria, die Bilder der allseits grassierenden Gewalt aus dem Kopf zu bekommen?

Petr Sokolov (Mazeppa) und Nombulelo Yende (Maria). Foto: Xiomara Bender
Oper in drei Akten und sechs Bildern von Peter I. Tschaikowski
Text von Victor P. Burenin und Peter I. Tschaikowski
nach Alexander S. Puschkin
In russischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Petr Sokolov (Mazeppa) und Nombulelo Yende (Maria). Foto: Xiomara Bender
Musikalische Leitung: Karsten Januschke
Inszenierung: Matthew Wild
Bühnenbild, Kostüme: Herbert Murauer
Video: Bibi Abel
Choreografie: Christiana Stefanou
Kampfchoreografie: Stephen Louis
Licht: Jan Hartmann
Chor: Manuel Pujol
Dramaturgie: Maximilian Enderle

v.l.n.r. Karolina Makuła (Ljubow) und John Findon (Andrej) sowie Alexander Roslavets (Kotschubej) und Jihun Hong (Iskra). Foto: Xiomara Bender
Mazeppa: Petr Sokolov
Maria: Nombulelo Yende
Kotschubej: Alexander Roslavets
Andrej: John Findon
Ljubow: Karolina Makuła
Orlik: Jarrett Porter
Iskra: Jihun Hong
Betrunkener Kosak: Kudaibergen Abildin
Tänzer: Eleonora Ricci, Gabriel Capizzi
Chor der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Jarrett Porter (Orlik) und Alex Birkus (Kotschubej) sowie Stephen Louis (Torpedo) und Jihun Hong (Iskra). Foto: Xiomara Bender
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WIEN: 25 JAHRE LEOPOLD MUSEUM:. FREIER EINTRITT AM 20.09.2026
Zum 25-jährigen Jubiläum öffnet das Leopold Museum seine Türen bei freiem Eintritt. Kostenlose Führungen geben Einblicke in die Sammlung, ihre Geschichten und ihre Meisterwerke. Im Kinderatelier wird gemeinsam gestaltet. Ein Tag, um Bekanntes wiederzusehen, Neues zu entdecken und 25 Jahre Leopold Museum gemeinsam zu feiern.
TERMIN: SONNTAG, 20. SEPTEMBER 2026
EINTRITT FREI!
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
25 JAHRE LEOPOLD MUSEUM
PROGRAMM 25 JAHRE LEOPOLD MUSEUM
Ausstellungen
PREMIERE! Die Sammlung der Oesterreichischen Nationalbank
Sonderausstellung bis 11.10.2026
Die Kunstsammlung der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) wird erstmals der Öffentlichkeit präsentiert: Entdecken Sie Werke der österreichischen Malerei und Skulptur von 1918 bis heute.
ZUR AUSSTELLUNG
HERBERT BOECKL – HANS JOSEPHSOHN. ARCHETYPEN DES FIGURALEN
Sonderausstellung bis 10.01.2027
Der Bildhauer Hans Josephsohn trifft auf den Maler Herbert Boeckl: Zwei Künstler, die überraschende Parallelen in der Auffassung von Körperlichkeit, Materialität und dem Prozess der Formfindung aufweisen.
ZUR AUSSTELLUNG
WIEN 1900. AUFBRUCH IN DIE MODERNE
Dauerpräsentation
Die Meisterwerke des Leopold Museum sowie großartige Dauerleihgaben: Entdecken Sie den Glanz und die Fülle künstlerischer und geistiger Errungenschaften von Wien um die Jahrhundertwende.
ZUR AUSSTELLUNG
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WIEN / ASTORIA ARTSHOW. Astoria Garage 10.-13.09.2026 1080 Trautsongasse 4
Kunst statt Parken: Wiener Galerienszene belebt historische Astoria Garage
Das Publikum steht Schlange in der Josefstadt, und das aus gutem Grund: Mit einem ambitionierten Konzept feiert ein neues Kulturevent Premiere. Unter dem Titel „Astoria Artshow“ verwandelt der Verein VAU – Vienna Art United ein stillgelegtes Parkhaus in eine temporäre Kunsthalle. Rund 400 Werke von renommierten Kunstschaffenden wie Xenia Hausner, Amoako Boafo und Kiki Kogelnik sowie aufstrebenden Talenten sind hier aktuell zu sehen.
Ein minimalistisches Konzept europäischer Galerien
Hinter dem Großprojekt steht ein Zusammenschluss von 35 führenden Wiener Galerien. Für die Ausstellung konnte der Verein VAU 80 renommierte Galerien aus ganz Europa gewinnen. Das Konzept setzt auf bewusste Reduktion: Jedes teilnehmende Haus präsentiert auf den Decks jeweils nur eine einzige künstlerische Position.

Xenia Hausner „Industrial Design“ 2017, Courtesy: Jaegres Art Fondation
© Dietrich-Schulz

Amoako Boafa, Courtesy: Art Kratochwill
© Dietrich-Schulz
Vom „Lost Place“ zum Kultur-Hotspot
Der eigentliche Star der Schau ist jedoch die Location selbst: die Astoria Garage in der Trautsongasse 4 im 8. Wiener Gemeindebezirk. Das Bauwerk blickt auf eine faszinierende Geschichte zurück. Ursprünglich befand sich an dieser Stelle die Auerspergsche Reitschule. Im Jahr 1918 errichtete Franz Mörtinger hier nach Entwürfen von Dipl.-Ing. Cesar Karrer Wiens erste Großgarage samt Reparaturwerkstätte.
Ab 1935 wurde der Komplex zu einer sechs Etagen umfassenden Turmgarage erweitert. Mit ihrer markanten Glaskuppel und den weitläufigen, lichtdurchfluteten Parkdecks gilt sie als architektonisches Juwel. Der Name „Astoria“ weckte schon damals Assoziationen von einem freien Blick in den Sternenhimmel.
Ein Signal für den Kunststandort Wien
Nachdem der reguläre Garagenbetrieb im Juni 2024 eingestellt wurde, drohte der geschichtsträchtige Bau zu einem „Lost Place“ zu verkommen. Die Zwischennutzung durch die Vienna Art United haucht der Industriearchitektur nun neues Leben ein. Unterstützt wird das Projekt unter anderem von der Stadt Wien – ein starkes Signal, das in der Kunstszene die Hoffnung auf eine längerfristige Etablierung des Formats nährt.
Elisabeth Dietrich-Schulz
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Bayreuth-Baroque: Dr. Ingobert Waltenberger übermittelt eigene Fotos

Dr. Ingobert Waltenberger vor der Villa Wahnfried

Foto: Dr. Ingobert Waltenberger

Foto: Dr. Ingobert Waltenberger

Foto: Dr. Ingobert Waltenberger

Foto: Dr. Ingobert Waltenberger
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