INFOS DES TAGES (MONTAG, 12. JÄNNER 2026)
Uraufführung in der Berliner Staatsoper: Pintschers „Das kalte Herz“
Sendung „Fazit“. Audio von Jörn Florian Fuchs (7,31 Minuten)

—
Berlin: „Das kalte Herz“, Matthias Pintscher
Neues vom Herz(en)
Das kalte Herz ist opernmäßig gesehen weiß Gott kein unbeschriebenes Blatt, ein Märchen, das sich innerhalb der Rahmenhandlung von Wilhelm Hauffs Das Wirtshaus im Spessart befindet, in dem einst Lilo Pulver im gleichnamigen Film als Grafentochter ihr Unwesen trieb, und das unter anderen Theobald Rehbaum, Ignaz Brüll, Norbert Schultze und zuletzt 1988 Volker David Kircher zum Komponieren einer Oper bzw. einer Szenischen Ballade animierte. Nun gab es in der Staatsoper Berlin eine Uraufführung eines neuen Kalten Herzens, ein noch von Daniel Barenboim angeregtes Projekt, verwirklicht vom Pianisten und Schriftsteller Daniel Arkadij Gerzenberg, gegenwärtig an der Musikhochschule Hanns Eisler verantwortlich für das Fach Lyrik, und vom Komponisten Matthias Pintscher, gegenwärtig Musikdirektor des Kansas Symphony Orchestra.,,
Von Ingrid Wanja
_____________________________________________________________________________
Interview mit dem Dirigenten Robert Jindra anlässlich seines Debüts mit Dvoraks „Rusalka“ an der Wiener Staatsoper

Robert Jindra. Foto: Vojtech Brtniczky
Jesus am Kreuz soll nicht gesehen werden
Wir trafen Robert Jindra nur wenige Tage vor seinem Debüt an der Wiener Staatsoper, wo er derzeit Dvořáks Rusalka dirigiert. In der zweiten Saisonhälfte erwarten ihn noch weitere Herausforderungen, darunter die Einstudierung von Wagners Rheingold am Nationaltheater Prag, oder im Mai 2026 das Oratorium Marie-Magdeleine von Jules Massenet beim Festival Prager Frühling. Aus unserem Wiener Treffen ist schließlich ein interessantes Gespräch entstanden, das vor allem die Welt zweier schönen Werke näherbringt – Rusalka und Marie-Magdeleine. Wir haben aber auch über den Glauben gesprochen und darüber, warum es so schwierig ist, eine tschechische Oper im Ausland durchzusetzen.
(Auf Wunsch des Herrn Dirigenten werden wir uns im Gespräch duzen.)
Die erste Frage liegt auf der Hand. Wie sind deine Eindrücke von den ersten Proben in Wien?
Es ist großartig. Wir haben eine hervorragende Besetzung, gestern hatten wir eine Sitzprobe mit den Wiener Philharmonikern, ich war gespannt, wie unser erstes gemeinsames Treffen verlaufen würde, welche Chemie sich zwischen uns entwickelt! Ich bewundere, mit welchem Einsatz und mit welcher hohen Qualität das enorme Pensum an Musikstilen sie im extremen Betrieb der Wiener Staatsoper bewältigen. Ein solches Orchester zu dirigieren, ist für mich große Ehre.
Wie hat die Wiener Staatsoper auf dich gewirkt?
Ich kenne sie sehr gut, auch was ihre Akustik betrifft, da ich fast meine ganze Jugend dort verbracht habe. (Er lächelt.) Ich habe in Wien mehr Vorstellungen gesehen als in Prag. Das Orchester sitzt ziemlich hoch, daher muss die Dynamik sehr sorgfältig überwacht werden. Dvořák war nämlich in ersten Lienie Symphoniker. Ich persönlich bezeichne seine Opern als „symphonische Opern“, weil selbst die ruhigeren Stellen manchmal dick instrumentiert sind, weshalb sie übrigens eine so wunderschöne Klangfarbe haben. Wenn es dem Dirigenten jedoch nicht gelingt, eine gewisse Flexibilität in der Dynamik zu erreichen, riskiert er damit, dass die Sänger inmitten solcher Klangmasse nicht zu hören werden…
Weiterlesen unter https://onlinemerker.com/robert-jindra-anlaesslich-seines-debuets-an-der-wiener-staatsoper-mit-rusalka/
_____________________________________________________________________________________________________________
TTT: Musiktheater – Mysterium Handwerk in Regie u. Inszenierung Beispiel Fidelio – Wiener Staatsoper

Welche Methoden schaffen glaubwürdig tiefgründig energetische Inszenierungen?
Defizite prominenter Inszenierungen initiierten folgende TTT – Text – Substanzen aufgelöster pragmatische Musiktheater – Methodik, ehemals selbstverständlich, simpel wie Basis von „Kochrezepten“: Herd, Wasser, Geschirr, Gewürze u.s.w.
Damit zeichnete sich Professionalität aus, gutes Gelingen war planbarer. Bei ca. 100 Produktionen in 15 Jahren Engagement in Essen, Rheinoper, Bayer. Staatsoper arbeitete ich mit rd. 60 Regisseuren, ca. 10 % waren damals nicht professionell, z. B. Hildegard Behrends Ehemann Seth Schneidmann – „once uppon a time“!
Aus Vita TTT, Regiehandschriften etc.: Mitwirkung an ca. 100 Inszenierungen, Spielleitungen bei rd. 2.000 Vorstellungen, ca. 200 an der bayerischen Staatsoper. Assistent, Dramaturg, Spielleiter, Regisseur (5 x) u. a. mit:
Ponnelle, Otto Schenk, Herlischka, Reinhard, G. Strehler, Everding, G. Barfuss, U. Brecht, Kindermann, Bonnet, Sagemüller (2 Felsensteinschüler), Düggelin, G. C. del Monaco, Hartleb, Roth, Dejmek, Wonder, C. Kleiber, Sawallisch, Schneider-Siemssen, Lehnhoff u. a.
Beim neuen Wiener „Fidelio“ staunt man über „hochfliegende“ Rezensionen eines mausgrauen szenischen Arrangements rampenorientierter Eindimensionalität, dominiert von 2 mannshohen Puppen als „Eyecatcher“, deren Dominanz restliche Szenen verzwergt, Klapp- /Froschmaul – Gaudi bietet, jenseits musiktheatraler Dramatik.
Selbst ihren Gesang müssen ehemals essenzielle Leonore + Florestan an Klapp-, Froschmäuler zu unbeholfener Lächerlichkeit, zum Amüsement abtreten, verlieren Geltung, während werkfremde Klapp-, Froschmäuler Dominanz fokussieren

Screenschot Leonore in der Oper „Fidelio. Wiener Staatsoper
Als „stumme Jule“ zum Tragik – Geschehen / Gesang klappt man in der Wiener Staatsoper Pappmaché – Mäuler auf und zu, ersetzt dekonstruierend je eine Hauptpartie durch 4 Surrogate: ausdruckslose Holzkreatur erhält unbeholfene Vitalität durch zwei lebendige Menschen, ein vitaler Mensch singt quasi „play back“ für eine Holzkreatur, wird von Haupt – zur Nebenfigur, trotz komponierter zentraler Rolle im dramatischen Zentrum.
Weiterlesen unter https://onlinemerker.com/ttt-musiktheater-mysterium-handwerk-in-regie-u-inszenierung-beispiel-fidelio-wiener-staatsoper/
____________________________________________________________________________________
Rondo-Magazin
_________________________________________________________________________________________________________
Bayerische Staatsoper: 15.3.26Sonntag um 11.00 Uhr | Nationaltheater | STAATSOPER.TVSpielzeitpräsentation 2026-27

VVK-Termin merken
Tickets
Spielzeitpräsentation 2026-27
Die Spielzeitpräsentation wird live auf Staatsoper.tv übertragen.
Die Spielzeitpräsentation findet für die Bayerische Staatsoper und das Bayerische Staatsorchester auf Deutsch und für das Bayerische Staatsballett auf Englisch statt.
Der Eintritt beträgt 5 €. Gegen Vorlage Ihres Tickets erhalten Sie nach der Spielzeitpräsentation ein Exemplar der neuen Jahresvorschau gratis.
_________________________________________________________________________________________
Washington National Opera is leaving the Kennedy Center – The New York Times
https://www.nytimes.com/2026/01/09/arts/music/washington-national-opera-kennedy-center.html
________________________________________________________________________________________
Staatstheater Karlsruhe: Packendes musikalisches Drama nach preisgekröntem Film: Opern-Premiere „Breaking the waves“ am 18.01. im Kleinen Haus

Eine starke, freigeistige Frau kämpft in einer bigotten Gesellschaft für ihr Glück – mit schrecklichen Folgen. Operndirektor Christoph von Bernuth inszeniert ein packendes Drama nach dem preisgekrönten Film von Lars von Trier, das mit Martha Eason in der Hauptrolle unter die Haut geht. Oliver Helf hat für die Karlsruher Erstaufführung eine breite Simultanbühne geschaffen, auf der sich die unaufhaltsame Tragödie entwickelt, getragen von Missy Mazzolis eindringlicher Musik unter dem Dirigat von Giuseppe Barile.
Breaking the Waves
Oper von Missy Mazzoli
Libretto von Royce Vavrek nach dem gleichnamigen Film von Lars von Trier
„Zukunft Oper“
In englischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Karlsruher Erstaufführung
Ab 16 Jahren
Premiere: Sonntag, 18.1.2026 Kleines Haus
19:30 Uhr, inkl. einer Pause
19 Uhr Stückeinführung
Im Anschluss Premierenfeier
Streng beäugt und kontrolliert lebt die freigeistige Bess in einer tiefreligiösen Gemeinde an der Küste Schottlands. Als sie den ortsfremden Jan heiratet, einen Arbeiter von den Bohrinseln und das Gegenteil eines gläubigen Calvinisten, empfindet sie das erste Mal in ihrem Leben Glück. Ein Glück, das jäh endet, als Jan durch einen Arbeitsunfall irreversibel querschnittsgelähmt wird. Um ihr weiterhin nah sein, ja um weiterleben zu können, soll Bess mit anderen Männern schlafen und ihm anschließend davon erzählen. Bess, die kurz vor Jans Unfall Gott angefleht hat, er möge ihren Mann früher als geplant nach Hause bringen, fühlt sich dadurch schuldig und entscheidet sich dazu, Jan seinen Wunsch zu erfüllen – mit schrecklichen Folgen.
Der gleichnamige, mehrfach preisgekrönte Film von Lars von Trier kam 1996 in die Kinos. Genau zwanzig Jahre später wurde er für die Opernbühne entdeckt und in Philadelphia uraufgeführt. Die hoch renommierte amerikanische Komponistin Missy Mazzoli hat die eindrückliche Musik dafür geschrieben, die den starken Figuren ebenso Raum gibt wie dem kritischen Blick auf eine bigotte Gesellschaft.
Vor der Premiere – Breaking the Waves: Dienstag, 13.1., 17 Uhr Neues Entrée
Termine und Infos unter: https://www.staatstheater.karlsruhe.de/programm/info/3776/
Besetzung
Bess: Martha Eason
Jan Nyman: Kammersänger Tomohiro Takada
Dodo: Marie-Sophie Janke
Mother: Kammersängerin Barbara Dobrzanska:
Dr. Richardson: Kammersänger Matthias Wohlbrecht
Terry: Oğulcan Yılmaz
Councilman: Liangliang Zhao
Young Sailor: Wei Liu/ Harrie van der Plas
Sadistic Sailor: Dylan Glenn/ Luiz Molz
Badische Staatskapelle
Badischer Staatsopernchor
Musikalische Leitung: Giuseppe Barile
Nachdirigat: Ulrich Wagner
Regie: Christoph von Bernuth
Bühne: Oliver Helf
Kostüme: Tatjana Ivschina
Licht: Maximilian Decker
Chorleitung: Ulrich Wagner
Dramaturgie: Anna-Teresa Schmidt
____________________________________________________________________________________________________________
Martino Hammerle-Bortolotti und seine Imperial Fanfares wünschen allen Online-Merkerv nach ihrer ausgedehnten Weihnachtstour alles Gute im neuen Jahr 2026.

_______________________________________________________________________________________________
Wien: Peisermäßigte Eintrittskarten über „Verbund“: Burgtheater/ Akademietheater
Zum Selbstbestellen
Ihre Bestellungen richten Sie an tickets@burgtheater.at
Burgtheater
Fr, 23.01.26: Akins Traum vom osmanischen Reich
Akademietheater
Mo, 12.01.26: der Bau
Di, 13.01.26: bumm tschak oder der letzte henker
Fr, 15.01.25: der eingebildete Kranke
Mi, 16.01.26: Ellen Babić
Di, 18.01.26: Die Wurzel aus Sein
Di, 20.01.26: Peer Gynt
Do, 22.01.26: Gespenster
Burgtheater: PG 1 – 3: € 18,00 | PG 4 – 6: € 14,00
Akademietheater: PG 1 – 3: € 18,00 | PG 4-6: € 14,00
(max. 4 ermäßigte Karten pro Person)
Eingehende Bestellungen von Regiekarten werden nach Verfügbarkeit und Möglichkeit vergeben:
Wir bitten um Verständnis, dass wir keine Preisgruppen-Wünsche entgegennehmen können.
Freundliche Grüße
Anneliese Blauensteiner
__________________________________________________________________________________________
REISE UND KULTUR : DIE NEUE ALTE ALTSTADT VON WARSCHAU

Die Kathedrale. Foto: Robert Quitta

Die Visitantinnenkirche. Foto: Robert Quitta
Die Altstadt von Warschau wurde von den Nazis fast vollständig zerstört, zuerst durch Bombardements beim Einmarsch 1939, und dann nach Niederschlagung des Warschauer Aufstands 1944, als die Bevölkerung zur Gänze vertrieben wurde. Soweit, so katastrophal, aber im Zweiten Weltkrieg leider nichts Ungewöhnliches. Das Ungewöhnliche ist, dass die kommunistische (!) Regierung nach dem Krieg nicht etwa versucht hat, das verbliebene Trümmerfeld mittels Stadtautobahnen und Plattenbauten in eine Musterstadt für den Neuen Menschen umzuwandeln (wie in so vielen „sozialistischen Bruderstaaten“), sondern – wahrscheinlich aus polnischem Nationalstolz – damit begonnen hat, diese Altstadt nach erhaltenen Plänen so originalgetreu wie möglich wieder aufzubauen.

Jan Zachwatowicz-Denkmal. Foto: Robert Quitta
Mastermind dieses kühnen und einzigartigen Projekts war der Architekten Jan Zachwatowicz (dem deshalb völlig zu Recht auch ein eigenes Denkmal gewidmet ist).

Das Königsschloss. Foto: Robert Quitta
Dank ihm kann man jetzt auf einer Länge von 3,5 km vom Marktplatz bis zum Königsschloss zwischen historisch erscheinenden Bauten lustwandeln, die zwar manche immer noch als Potemkinsch beschimpfen, die aber in Wirklichkeit einen ungeheuren Triumph des menschlichen Überlebenswillens, des Geistes und der Schönheit über die schwarze Fratze der totalen Zerstörung darstellen.
Es gibt natürlich schon ein paar Downsides. Da in der Nachkriegszeit naturgemäß keine besonders hochwertigen Baumaterialien zur Verfügung standen, wirkt diese ganze verdienstvolle, heldenhafte Rekonstruktion schon ein wenig in die Jahre gekommen und bedürfte eigentlich schon einer Renovation.
Schlimmer erscheint mir aber, dass auf dem ganzen „Königsweg“ eigentlich keine normalen Geschäfte existieren, sondern sich nur ein Piroggenlokal ans andere reiht.
Es ist also mittlerweile eher ein „Touristenfressweg“ im Disnowskiland geworden. Eigentlich schade…
Die Polen lassen sichs aber nicht verdrießen, und rekonstruieren fleißig weiter.
Am Pilsudski-Platz ist man dabei, das Brühlsche Palais und das Sächsische Palais
trotz jahrzehntelanger politischer Widerstände wiederaufzubauen. Wird zwar noch ein bissl dauern, aber wir freuen uns schon sehr darauf…
Aber nicht nur in der Architektur, sondern auch in der Gastronomie besinnt man sich seiner historischen Wurzeln. So hat sich das Restaurant Eatery trad. zur Aufgabe gemacht, traditionelle polnische Gerichte der verschiedensten Einflüsse in höchster Qualität wiederzubeleben. Unbedingt zu probieren: das Kotlet Schabowy, eine Art Warschauer Wiener Schnitzel und die Pipkes, ein Gänsemagen in Preiselbeersauce mit Sauerrahm nach einem alten jiddischen Rezept. Eine kulinarische Zeitreise in die Vergangenheit, ein Abenteuer für den Gaumen, ein umwerfendes Geschmackserlebnis…

Kotlet Schabowy. Foto: Robert Quitta

Pipkes – ein Gänsemagen in Preiselbeersauce mit Sauerrahm nach einem alten jiddischen Rezept. Foto: Robert Quitta
Robert Quitta, Warschau
_______________________________________________________________________________________________________________________


