INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 29. APRIL 2026)
Wien: Meisterklasse Giacomo Aragall (4. -9-5. 2026)
Anbei dazu der Flyer mit den Daten.
Allerdings gibt es dazu eine Änderung: Am Freitag, 8.5.2026 ist der Beginn erst um 16:00 Uhr, da vorher das Begräbnis von Frau Diana Kienast stattfindet.
Elisabeth Jelinek
Meisterklasse KS Aragall
E-Mail: jelinek.elisabeth@a1.net
Tel. +43 676 53 60 502

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Wien / Gesellschaft für Musik: 100 Jahre „Die Zirkusprinzessin“ – kontra ESC . 27.4.2026
100 Jahre ist es her, dass „Die Zirkusprinzessin“ in der Reihe der Erfolgsoperetten des Emmerich Kálmán im Theater an der Wien uraufgeführt wurde. Von die „Süßeste aller Frauen“ ist da zu hören, von „Zwei Märchenaugen“ – und sie vermögen auch heute noch zu verführen. Ja, das war 1926, da hatte es in den Krisenjahren nach dem 1.Weltkrieg noch die Glanzzeit der Silbernen Wiener Operette gegeben. In einer Veranstaltung der Gesellschaft für Musik hat Musikregisseur Wolfgang Dosch mit seinen singenden Studierenden der Wiener Musikuniversität in diese Vergangenheit des heimischen Operettenglücks zurück geführt. Und auch nicht auf die Schicksale dieser so immens begabten Musik- und Theatergrößen während der folgenden Nazi-Gewaltherrschaft vergessen.
Wien heute, ein Jahrhundert danach? Als Highlight des Jahres wird vom ORF der Eurovision Song Contest mit einem gewaltigen Finanzaufwand in den Mittelpunkt des Kulturjahres gerückt. Auch mit 3.000 Drohnen wurden Contest-Symbolbilder vor Schloss Schönbrunn in den Nachthimmel projiziert. Doch welch himmlische Freuden könnten in den bereits vorgestellten Nummern des ESC die Herzen der Gutgläubigen in geistige Höhen erheben? Ziemlich sicher keine. Oder vielleicht doch ein rhythmisch zuckendes hin und her-Gefummel wie der eine oder andere unverständliche wie grell dröhnende Aufschrei? Für Musikkenner kann sich dieser Qualitätsunterschied in den Kompositionen für ein breites Publikum von damals (viele melodische Schönheiten) und heute (repetitive Standardfloskeln noch und noch) auch als Qual erweisen. Auch den ORF-Machern dürfte mit unserem Blaues-Auge-Boy und seinem Tanzschein kein Glücksgriff geglückt sein. Doch bitte, alle ORF- und städtischen Werbemaschinen rollen mit ganzer Wucht, jauchzen auf wie wunderbar dies alles sei – und werden wohl schließlich auch den ganzen Musikmist beiseite schaffen müssen.
Meinhard Rüdenauer
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Bayerische Staatsoper Umbesetzungsmeldungen
Hiermit möchten wir Sie über folgende Umbesetzungen informieren:
LE NOZZE DI FIGARO
In den Vorstellungen von Le nozze di Figaro am 16., 20. und 24. Mai 2026 übernimmt Luca Micheletti die Titelpartie anstelle von Riccardo Fassi.
MACBETH
In den Vorstellungen von Macbeth am 2. und 5. Juli 2026 übernimmt Paweł Horodyski die Partie der 1. Erscheinung anstelle von Bruno Khouri.
NORMA
In den Vorstellungen von Norma am 17. und 20. Juli 2026 übernimmt Aebh Kelly die Partie der Clotilde anstelle von Meg Brilleslyper.

Luca Micheletti. Foto: Bayerische Staatsoper
Luca Micheletti
Der italienische Bariton Luca Micheletti, geboren in Brescia, studierte parallel zu seiner Bühnentätigkeit Literatur- und Theaterwissenschaft in Mailand und Venedig und promovierte in italienischer Literatur an La Sapienza Università in Rom. Engagements führten ihn an zahlreiche Opernhäuser, wie das Teatro alla Scala in Mailand, das Teatro Lirico di Cagliari, die Opera di Roma, die Arena di Verona, das Teatro Regio di Parma, das Ravenna Festival sowie das Sydney Opera House, das Tokyo Bunka Kaikan und die Metropolitan Opera. Zu seinem Repertoire zählen Partien wie Figaro (Le nozze di Figaro), Jago (Otello), Ford (Falstaff), Giorgio Germont (La traviata), Conte di Luna (Il trovatore), Guy de Montfort (Les Vêpres siciliennes) sowie die Titelpartien in Don Giovanni, Macbeth und Rigoletto. Darüber hinaus tritt er auch als Opern- und Theaterregisseur in Erscheinung, zuletzt mit der Inszenierung L’ultimo viaggio di Sindbad von Silvia Colasanti an der Opera di Roma und Ajax von Sophokles in Syracus. Mit der Partie des Figaro gibt er nun sein Hausdebüt an der Bayerischen Staatsoper.
ZU DEN VORSTELLUNGEN
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Berlin/ Staatsoper: Symphoniekonzert VII mit Christian Thielemann und Igor Levit

Christian Thielemann. Foto: Stephan Rabold
Anhang Symphoniekonzert VII
Hans Pfitzner komponierte neben großen Opern auch umfangreiche Orchesterwerke, darunter ein viersätziges Klavierkonzert von 1922 in spätromantischer Tradition à la Brahms und Reger. Als musikalischer Visionär gilt dagegen Franz Liszt, der mit seinen Symphonischen Dichtungen Mitte des 19. Jahrhunderts eine neue Gattung prägte. Drei seiner Werke zeigen eindrucksvoll deren stilistische Vielfalt.
In Tannhäuser schildert Richard Wagner hingegen den unlösbaren Konflikt des Minnesängers zwischen sinnlicher und geistiger Liebe, der an gesellschaftlichen Konventionen und persönlicher Radikalität scheitert und schließlich im Tod endet.
Besetzung
Dirigent Christian Thielemann
Klavier Igor Levit
Orchester Staatskapelle Berlin
Programm
Hans Pfitzner
Klavierkonzert Es-Dur op. 31
Franz Liszt
Symphonische Dichtungen
Prometheus S 99
Orpheus S 98
Richard Wagner
Ouvertüre zu Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg
Termin
- Mai 2026 19.00 Uhr
19. Mai 2026 20.00 Uhr
Dauer: ca. 2 h inklusive einer Pause
Vorwort 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn
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Österreichische Gesellschaft für Musik: Einführungsvortrag zu „Stiffelio“ am 6. Mai 2026

Mittwoch, 6. Mai, 18:00 Uhr EINFÜHRUNGSVORTRAG
Michele Calella
(Institut für Musikwissenschaft der Universität Wien)
„Transformation eines Misserfolgs: Verdis ´Stiffelio´.“
Zur Premiere im Theater an der Wien am 13. Mai 2026.
Mit Bild- und Tonbeispielen.
Hanuschgasse 3, 1010 Wien, 2. Hof, Stiege 4, 4. Stock
Achtung! Lift: Stiege 4, links in der Einfahrt! EINTRITT FREI
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Salzburg: Jazz&TheCitysounds 15. bis 18. Oktober 2026
Festival für Jazz, Global Groove und Electronic Music in Salzburg
Das urbane Festival für Jazz, Global Groove und Electronic Music steht seit mehr als 25 Jahren für zeitgenössische musikalische Vielfalt und Improvisation mit internationalem Flair. Jazz&TheCitysounds bietet dieses Jahr unter dem Motto „True Moments“ vom 15. bis 18. Oktober ein außergewöhnliches musikalisches Stadterlebnis mit frischen Impulsen aus World Music, Crossover sowie interessanten nationalen und internationalen Kooperationen. Die Diversität „echter“ Musik sowie gelebte Offenheit im urbanen Raum inmitten der Altstadt Salzburg werden dabei gefeiert. Veranstaltet wird Jazz&TheCitysounds vom Altstadtverband Salzburg. Für die künstlerische Konzeption und Koordination ist, wie bereits 2025, Markus Deisenberger verantwortlich.
Informationen zu Jazz&TheCitysounds finden Sie auf der Website des Altstadtverbandes Salzburg sowie in der kostenfreien App Events Altstadt Salzburg salzburgjazz.com
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Budapest / Hungarian State Opera: 25.4.2026: „SWANLAKE“. – bejubelte Wiederaufnahme eines berühmten Ballettklassikers
Nach einer kurzen Pause von zwei Jahren kehrt der beliebte Ballettklassiker „Schwanensee“ – im ungarischen „A Hattyúk Tava“ genannt – mit einer glanzvollen Wiederaufnahme zurück auf die Bühne der Ungarischen Staatsoper. War diesem Ballett zur Komposition von Pjotr I. Tschaikovskys damals bei der Welturaufführung in Moskau kein Erfolg beschieden, so feiert die Geschichte um die in einen Schwan verzauberte Prinzessin seit der St. Petersburger Fassung von Marius Petipa und Lew Ivanov von 1877 weltweit Triumphe. Während in Wien die Version von Rudolf Nurejew gezeigt wird, die er für das Wiener Staatsballett 1964 kreiert hat, tanzt das ungarische Nationalballett in Budapest die Choreografie von Rudi van Dantzig, die er gemeinsam mit Toer van Schayk 1988 für das Niederländische Nationalballett geschaffen hat. Rudi van Dantzig erachtete den psychologischen Fokus als wesentlich an und stellt die Emotionen der Hauptpersonen ins Zentrum. Um dies entsprechend hervorzuheben, setzt er zugleich spezifische Akzente sowohl in der Handlung als auch in der Choreografie. So gibt es im 1. Akt ein Überraschungsfest zu Siegfrieds 18. Geburtstag, das sein Freund Alexander unter Einbeziehung der Dorfleute organisiert und im 3. Akt ist nicht nur das Divertissement der internationalen Gäste ausführlicher und umfassender, es tritt Odile zunächst auch mit sechs maskierten Galanen auf. Siegfried lässt sich von der schönen Odile umgarnen und erkennt zu spät den folgenschweren Irrtum der Verwechslung. Im 4. Akt verzeiht Odette zwar ihrem Siegfried, er ertrinkt dennoch in den Fluten des Schwanensees. Seine Leiche wird von Alexander, dem Freund des Prinzen, geborgen, der ihn gesucht hat.
Das prachtvolle üppige Bühnenbild mit den farbenfrohen Kostümen stammt ebenfalls von Toer van Schayk. Er lässt die Szenerie im 17. Jahrhundert spielen und erinnert in seinem niederländischen-flämischen Stil an Gemälde von Rembrandt oder Vermeer.
In dieser Wiederaufnahme der aktuellen Aufführungsserie verkörpert Maria Yakovleva, Étoile im ungarischen Nationalballett, die Doppelrolle der Odette/Odile. Diese Doppelrolle gilt tänzerisch wie darstellerisch als große Herausforderung für jede Tänzerin, da zwei sehr unterschiedliche charakterliche Facetten zu zeigen sind. Souverän und hoch emotional zeichnet Maria Yakovleva diese beiden Figuren: Zerbrechlich und verinnerlicht ist sie die unglückliche verzauberte Schwanenprinzessin Odette, als temperamentvolle Odile explodiert sie dann förmlich in einem tänzerischen furiosen Feuerwerk. Fabelhaft, wie sie die beiden so gegensätzlichen Charaktere so überzeugend mit Leben füllt und dabei mit technischer Bravur glänzt.
Verführerisch als schwarzer Schwan: Maria Yakovleva mit Louis Scrivener als Prinz Siegfried (© Hungarian State Opera / Valter Berecz)
Louis Scrivener ist als Male Principal ein eleganter Tänzer, der als edler Prinz Siegfried reüssiert: verträumt, sinnend, melancholisch gibt er sich an seinem Geburtstagsfest. Groß ist seine Bestürzung, als er dem Wunsch seiner Mutter, sich zu vermählen, entsprechen soll – wird er dadurch doch für ihn unerwartet und damit brüsk mit dem Erwachsenwerden und seinen Pflichten als Prinz konfrontiert. Diese Gefühlsschwankungen vermittelt er glaubhaft, ebenso sein Liebesgeständnis beim Zusammentreffen mit der verzauberten Odette, die für ihn das Idealbild einer Frau darstellt. Als er dann dem durch Odile vorgegaukeltem Trugbild erliegt, ist er schlussendlich nach der Erkenntnis seines fatalen Fehlers von tiefer Reue erfüllt.

Dämonisch: Mikalai Radziush als Zauberer Rothbart (© Hungarian State Opera / Valter Berecz)
Stets an der Seite des Prinzen ist Alberto Ortega de Pablos als dessen treu ergebener Freund Alexander. Mikalai Radziush gibt den dämonischen wie unheilvollen Zauberer Rothbart. Das exakt tanzende Schwanenmädchen-Ensemble wird von Anastasiia Konstantinova und Adrienn Horányi als große Schwäne und angeführt, präzise tanzen Adrienn Pap, Jingxuan Li, Olga Chernakova und Nadezhda Sorokina die vier kleinen Schwäne. Das Corps de ballet begeistert sowohl im 1.Akt beim fröhlichen Tanz auf dem Geburtstagsfest im Schlossgarten als auch im großen Divertissement im 3.Akt als Gäste auf dem Ball im Schloss. Hier sticht Motomi Kiyota im Pas de six hervor – der sprunggewaltige Tänzer wird im Anschluss an die Vorstellung auf offener Bühne von Ballettdirektor Tamás Solymosi zum Étoile für die Saison 2026/27 ernannt.
Marcell Dénes-Worowski dirigiert mit viel Umsicht und Feingefühl das Orchester der ungarischen Staatsoper. Der junge Dirigent hat sein Dirigier-Studium an der Universität für Musik in Wien summa cum laude abgeschlossen. Er absolvierte auch eine Ausbildung als Kontrabassist in Wien sowie als Musikpädagoge an der Liszt-Musikakademie. Durch seine Tätigkeit als Musiker, Dirigent und Pädagoge ist er vielfach international gefragt. Sein Debut als Ballettdirigent in Budapest gab er in der Spielzeit 2024/25 mit „Der Widerspenstigen Zähmung“. Nach zahlreichen „Nussknacker“-Vorstellungen, die er zuletzt an der Budapester Staatsoper gleitet hat, war er jetzt in der Wiederaufnahme von „Schwanensee“ erstmals in diesem Ballett im Einsatz.
Motomi Kiyota – von Ballettdirektor Tamás Solymosi zum Étoile für die Spielzeit 2026/27 ernannt (© Hungarian State Opera / Valter Berecz)
Das Publikum – mittendrin Hollywoodstar Chris Pine – in der ausverkauften Ungarischen Staatsoper war von der Vorstellung begeistert und spendete viel und lang anhaltenden Applaus.
Ira Werbowsky
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schoepfblog – Programm der 18. Kalenderwoche vom 27.04.2026 bis zum 03.05.2026
Montag:
Apropos: Wenn schon in Tirol bei Bauprojekten nichts weitergeht, weshalb soll es dann in Bayern bei der Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel anders sein? (Alois Schöpf)
Theater: „Der Talisman“ von Johannes Nestroy in einer überzeugenden Inszenierung am Tiroler Landestheater. (Susanne Preglau)
Dienstag:
Literatur: Ein interessanter Reprint im Limbus Verlag: Jack London – Das Erdbeben in San Francisco. Geschichten aus der Bay Area. (Helmuth Schönauer)
Film: Im Zentrum des Films „Gelbe Briefe“ von Ilker Çatak stehen die moderne Türkei und das liberale Künstler-Ehepaar Aziz und Derya. (Helmut Schiestl)
Mittwoch:
Literarische Korrespondenz: Christoph Schmarl kann sich den düsteren Prognosen Reinhold Knolls im Hinblick auf die Folgen von Fortschritt und Technik nicht anschließen.
Donnerstag:
Südtirol: Das Theater „Carambolage“ in Bozen feiert seinen 30. Geburtstag. Für Max Hofer Anlass, die wichtigsten kulturellen Aktivitäten Südtirols Revue passieren zu lassen.
Performance: Die schoepfblog-Autorin Susanne Weinhöppel präsentiert am Mittwoch, 29.04.2026 um 20.00 im Innsbrucker Treibhaus „Jüdische Lieder“. (Thomas Nußbaumer)
Freitag:
Innere Sicherheit: Statt geschätzt zu werden, werden Polizisten und Polizistinnen nicht nur verachtet, sondern zunehmend auch attackiert. (Ronald Weinberger)
Fotos: Die mittels KI manipulierten Fotos politische Gegner, wie die FPÖ es gerade praktiziert hat, ist eine unentschuldbare Niveaulosigkeit. (Hermann Arnold)
Samstag:
Literatur: Wie müssen Texte ausschauen, damit sie Preise bekommen? Eine Annäherung über das Werk von Norbert Gstrein. (Elias Schneitter)
Sonntag:
ORF Tirol: Weil der Redakteur aus Osttirol besonders fleißig ist, passieren dort auch die unglaublichsten Dinge. Kurze Rückschau. (Helmuth Schönauer)
Vergnügliche Lektüre auf https://www.schoepfblog.at/
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