INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 21. OKTOBER 2026)
Wien/ Volksoper: Premiere des Musicals Chicago am Samstag, 24. 10.2026

Wien/ Volksoper
Chicago, 1920er: Roxie Hart tötet ihren Liebhaber und landet im Gefängnis, wo sie nicht nur auf die ehrgeizige Doppelmörderin Velma Kelly trifft, sondern auch auf „Mama“ Morton, die es perfekt versteht, auf der Klaviatur von Macht, Intrigen und Glamour zu spielen. Mit Hilfe des Anwalts Billy Flynn und der Boulevardjournalistin Mary Sunshine wird Roxie zur Medienikone gemacht. Roxies Stern strahlt unaufhaltsam, wäre da nicht Velma, die sich um den wohlverdienten Ruhm gebracht sieht … Und der nächste Skandal, der schon um die Ecke wartet.
Samstag Premiere: Chicago. Ein Musical-Vaudeville von John Kander, Fred Ebb & Bob Fosse
https://www.volksoper.at/produktion/chicago-2025.1013380441.de.html?mtm

Maayan Franco übernimmt die Musikalische Leitung bei Chicago
Aufgrund einer Erkrankung muss Gareth Valentine die Musikalische Leitung der Premiere von Chicago an der Volksoper Wien abgeben. Maayan Franco übernimmt die Musikalische Leitung der Produktion. Die Premiere ist am 24. Oktober 2026.
Maayan Franco debütierte im April 2025 mit Steven Sondheims Follies am Pult des Volksopernorchesters und dirigierte seither The Sound of Music, Nurejews Hund, Cabaret, Die Zauberflöte, Im weißen Rössl, den Ballettabend American Signatures – unter anderem mit Pergolesis Stabat Mater – sowie die Uraufführung von Ronja Räubertochter.
Weitere Engagements umfassen Vorstellungen von La Cenerentola, Hänsel und Gretel und Die Zauberflöte beim Jerusalem Lyric Opera Festival. Ursprünglich zum Schlagzeuger und Flötisten ausgebildet, widmet Maayan Franco der zeitgenössischen Musik einen wichtigen Teil seines künstlerischen Schaffens. Er assistierte Ilan Volkov, arbeitete mit Klangkörpern wie dem BBC Symphony Orchestra, dem Ensemble Intercontemporain und der Staatskapelle Berlin zusammen und dirigierte unter anderem Werke von Christopher Fox, Hugues Dufourt, Jennifer Walshe, Cassandra Miller und Olga Neuwirth. Als Assistent war er unter anderem beim Festival d’Aix-en-Provence, an der Staatsoper Unter den Linden, der Israeli Opera, dem Konzerthaus Wien und der Staatsoper Stuttgart tätig. Beim Kosovo Philharmonic Orchestra dirigierte er unter anderem Dvořáks Symphonie Aus der Neuen Welt sowie Symphonien von Brahms.
_______________________________________________________________________________________________
Daniel Behle landet mit Operette Schmetterling großen Erfolg als Komponist in Annaberg-Buchholz
22. November: Debüt als Bacchus in Neuproduktion der Ariadne an der Wiener Staatsoper

Daniel Behle
Daniel Behle zählt zu den vielseitigsten Tenören seiner Generation und hat sich längst auch als Komponist einen Namen gemacht. Am Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz feierte seine zweite abendfüllende Operette Schmetterling am 10. Oktober 2026 ihre erfolgreiche Uraufführung. Nun steht für ihn auch als Sänger ein weiterer bedeutender Karriereschritt an: Am 22. November 2026 gibt er in der Neuinszenierung von Richard Strauss’ Ariadne auf Naxos an der Wiener Staatsoper sein Rollendebüt als Bacchus. Damit erweitert er sein Repertoire um eine der anspruchsvollsten Tenorpartien von Richard Strauss. Seine neue Operette ist unterdessen noch bis zum 27. November in Annaberg-Buchholz zu erleben.
Dass die Operette alles andere als ein antiquiertes Theatergenre ist, beweist Schmetterling mit viel Witz, musikalischem Einfallsreichtum und einem gehörigen Schuss Selbstironie. Nach Hopfen und Malz (2023) ist es bereits die zweite Zusammenarbeit mit dem Schweizer Schriftsteller Alain Claude Sulzer. Die skurrile Geschichte kreist um das Schicksal mehrerer Tenöre, die an einer schier unsingbaren Opernpartitur zugrunde gehen. Sie wirft auch einen augenzwinkernden Blick auf die Bayreuther Festspiele, bei denen Daniel Behle selbst mehrfach auftrat und die in diesem Jahr ihren 150. Geburtstag feierten. „Hinter der Bühne ist bei vielen Theatern mehr Operette als man denkt“, erklärte der Komponist kürzlich in einem Interview. Die Kritik zeigte sich indessen begeistert vom Schmetterling: Die neue musikzeitung schwärmte von einer „verführerisch glitzernden Farbrausch-Partitur“, Orpheus lobte die „exzellent orchestrierten Melodien“. Der Münchner Merkur attestierte Behle das „Ohrwurm-Gen“ und würdigte die Instrumentierung als „rotzfrech und fantasievoll“. Besonders enthusiastisch urteilte Deutschlandradio: „Behle hat ein echtes Ohrwurm-Talent und ist stilistisch in allen Genres sattelfest.“ Das Fazit: „Der ‚Schmetterling‘ ist ein echter Wurf und ein Beweis dafür, dass Operette heute sehr wohl noch geht.“
Schon bevor Daniel Behle sich für eine professionelle Laufbahn als Sänger entschied, bildete das Komponieren einen wesentlichen Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit. Noch vor seinem Gesangsstudium studierte er Komposition in Hamburg. Heute bewegt sich sein kompositorisches Schaffen zwischen unterschiedlichsten Stilrichtungen und Genres, von klassischer Musik über Operette und Filmmusik bis hin zu Jazz und Pop. Seine musikalische Vielseitigkeit spiegelt sich auch in zahlreichen Albumproduktionen wider, darunter auch auf den Alben WinterreiseN, Mein Hamburg und Meine schönsten Weihnachtslieder. Auf Un-Erhört widmete er sich selten zu hörenden Liedern von Richard Strauss und ergänzt diese augenzwinkernd um eine eigene Komposition im Stil des Komponisten.
Als Lied-, Oratorien- und Opernsänger ist Daniel Behle gleichermaßen gefragt. Einst als Mozart-Tenor profiliert, hat er sein Repertoire über die Jahre behutsam, aber konsequent um die großen Partien des deutschen romantischen Fachs erweitert und sich zunehmend auch Wagner und Strauss erschlossen. Heute ist er regelmäßiger Gast an der Wiener und Bayerischen Staatsoper, am Royal Opera House in London, an der Mailänder Scala und am Opernhaus Zürich.
Mit Wien verbindet ihn eine lange künstlerische Beziehung: Bereits 2005 wurde er Ensemblemitglied der Volksoper, ehe ihn sein Weg über Frankfurt auf die internationalen Opernbühnen führte. Seit 2020 ist er auch an der Wiener Staatsoper regelmäßig in Mozart- und Strauss-Partien zu erleben. Ebenso ist er den Bayreuther Festspielen seit Jahren verbunden, wo er unter anderem als David in Wagners Die Meistersinger von Nürnberg und als Loge in Das Rheingold auf der Bühne stand. Mit der Neuinszenierung von Strauss’ Ariadne auf Naxos an der Wiener Staatsoper setzt Behle nun seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Regisseur Barrie Kosky fort, die mit dessen Bayreuther Meistersinger-Inszenierung begann. Mit dem musikalischen Leiter Franz Welser-Möst arbeitet er hingegen erstmals bei einer Opernproduktion zusammen.
Schmetterling steht am 25. Oktober sowie am 14., 22. und 27. November 2026 erneut am Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz auf dem Spielplan. Auch an der Wiener Staatsoper ist Daniel Behle in weiteren Vorstellungen von Ariadne auf Naxos am 25. und 28. November sowie am 1. und 5. Dezember 2026 als Bacchus zu erleben.
Mehr zu Daniel Behle finden Sie auf Instagram, Facebook oder unter https://www.danielbehle.de/
Schmetterling
Annaberg-Buchholz, Eduard-von-Winterstein-Theater
Samstag, 10. Oktober 2026 (Uraufführung)
Weitere Aufführungen: 25.10 / 14.11 / 22.11 / 27.11
Ariadne auf Naxos
Sonntag, 22. November 2026 (Premiere)
Weitere Aufführungen: 25. und 28. November sowie 1. und 5. Dezember 2026
Wien, Wiener Staatsoper
__________________________________________________________________________________________________
Auszug aus dem Newsletter von Heinz Sichrovsky
Sie verzeihen mir den dreisten Plural: Aber was sollen wir uns seitens der Regierung noch gefallen lassen? Wir: das sind die Bildungs- und Kunstaffinen (den Vorwurf der Arroganz halte ich aus), die nicht im Traum dran denken, die offenen Verachtungsbekundungen gegen Kunst und Bildung zur Kenntnis zu nehmen. Nun wird also als Resultat monatelanger Verhandlungen das Universitätsbudget demonstrativ auf jene Summe gekürzt, die der Rektor der Wiener Uni zuvor als katastrophal bezeichnet hat. Der arme Babler durfte dann noch verlautbaren, dass von dem Betrag auch die Ärztegehälter zu bezahlen sind.
Was das bedeutet, braucht nicht ausgeführt zu werden: Nur einer Partei mit der intensiven Suizidneigung der SPÖ kann es einfallen, vor Regionalwahlen die Gesundheitsversorgung auszuhebeln. Zumindest die ÖVP will aber in Oberösterreich und Tirol gern noch etwas weiterregieren. Also wird sie propagandistisch dafür Sorge tragen, dass die Ärzte unbehelligt bleiben (was ich ihnen herzlich gönne). Und dass dafür das, was Minderbemittelte für Orchideenfächer halten, bis zur Existenzvernichtung abkassiert wird.
Auch für die SPÖ wird es jetzt zum Ersticken eng: Die zuständige Ministerin Holzleitner hat schon im Mai verlautbart, dass in ihrem Portfolio die Wissenschaft zweiten Rang einnimmt. Folgerichtig wird das Frauenbudget (dem ich genau das wünsche, was es tatsächlich braucht) um 62 Prozent erhöht. Um die Summe übrigens, um die der Katastrophenvizekanzler die Kultur kürzt. Irrer, als Wissenschaft, Kunst und Frauenpolitik gegeneinander auszuspielen, kann eine linke Partei nicht agieren, wenn sie sich gleichzeitig von allen linken Mindestforderungen verabschieden musste und dafür gigantische Summen für die Rüstung abnickt.
Es wird Zeit, sich zu wehren
Dass die überforderte Politikerin, statt das verursachte Debakel in Schach zu halten, jetzt auch noch nebenberuflich die halb havarierte Partei am Sinken hindern soll: Das ist die nächste Verachtungsbekundung gegen die Wissenschaft, zudem geeignet, die letzten roten Jungwähler irgendwohin zu jagen.
Es wird, so meine ich, Zeit für Gegenwehr. Auch die Beklagenswerten, die jetzt von den Universitäten gefeuert werden, sind arbeitende Menschen. Also soll sich die Gewerkschaft mit den Studenten auf den Weg machen, wie es im Jahr 1968 ein Traum geblieben ist. In Frankreich und Belgien geschieht das gerade, und bewahre uns wer immer vor ähnlichen Entwicklungen. Aber auf die Straße gehen, wochenlang in immer größerer Zahl, das wäre es. Uni, Löwelstraße, Ballhausplatz und Minoritenplatz, wo die Ministerin residiert, sind nicht weit voneinander entfernt, aber weit genug, um die Erde beben zu lassen. Die Künstler sollen sich beim Burgtheater anschließen und ihre Expertise aus der Coronazeit einbringen: Ulrike Lunacek war damals binnen 129 Tagen Ex-Staatssekretärin.
UND DONNERSTAG RUFEN DIE UNIVERSITÄTEN WIEDER ZUR DEMO AUF. Vielleicht sehen wir einander dort.
Heinz Sichrowsky
________________________________________________________________________________________
schoepfblog – Programm der 43. Kalenderwoche vom 19.10..2026 bis zum 25.10.2026
Rückblick auf Freitag 16.10.2026:
Musik: Das erste Konzert der Saison 2026/27 des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck mit Werken von Bizet, Dvorak und neuer Beginnzeit. (Albert Schwarzmann)
Montag:
Apropos: Durch die Aberkennung von Ehrenzeichen wird eine peinliche Vergangenheit verdrängt, deren Symptom die Ehrenzeichen sind. (Alois Schöpf)
Dienstag:
Film: Eine alte Dame wird von einem Roboter gepflegt und zuletzt mit einer Todestablette versorgt. Der neue Film von Doris Dörrie. (Helmut Schiestl)
Literatur: Mario Petuzzi aus Hall in Tirol hat es in den renommierten Diogenes Verlag geschafft. Helmuth Schönauer über Petuzzis Roman „Winterschlaf“
Mittwoch:
Sport: Stimmt der von den Medien vermittelte Eindruck, dass immer weniger Menschen Ski fahren? (Günther Aigner)
Strafvollzug: Angesichts der Zustände im Gefängnis von Klagenfurt bestellt Egyd Gstättner beim Gefängnisdirektor vorsorglich eine Einzelzelle.
Donnerstag:
Shortstory: Tierliebhaberin kümmert sich um antiautoritär erzogenen Hund. Mann muss aus der Wohnung ausziehen. (Janus Zeitstein)
Freitag:
Theater: Ein regelmäßiger Besucher des Tiroler Landestheaters, Günter Lierschof, über die Oper „Don Quichotte“ anlässlich ihrer Wiederaufnahme.
Wissenschaft: Alarm! Österreich geht unter! Wir stinken ab! Die Universitäten bekommen nicht genug Geld! Sparvorschläge! (Alois Schöpf)
Samstag:
Fremde Länder: Elias Schneitter über die Zwei-Klassen-Medizin. Wozu schließe ich eigentlich eine Privatversicherung ab?
Sonntag:
Politik: Nichts wird schneller ausgepackt als die Faschismuskeule. Warum nicht auch bei den Wacker Innsbruck-Randalierern? (Helmuth Schönauer)
Vergnügliche Lektüre auf https://www.schoepfblog.at/
_______________________________________________________________________________________

