INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 19. AUGUST 2026
Wiener Volksoper: WEST SIDE STORY im September zum Saisonstart (5-/6-/12./13./ 18./19./26./29./30.)

Zum Trailer
_________________________________________________________________________
Oper Frankfurt: Erste Wiederaufnahme TURANDOT
Dramma lirico in drei Akten von Giacomo Puccini
Text von Giuseppe Adami und Renato Simoni nach Carlo Gozzi
Mit dem Prolog Io tacerò von Lucia Ronchetti, Auftragswerk der Oper Frankfurt
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Elza van den Heever. Foto: Bernd Uhlig
Musikalische Leitung: Simone Di Felice
Inszenierung: Andrea Breth
Bühnenbild. Johannes Leiacker
Kostüme: Ursula Renzenbrink
Licht: Alexander Koppelmann
Chor und Extrachor: Manuel Pujol
Kinderchor: Giulio Ferré
Dramaturgie: Maximilian Enderle
Turandot: Elza van den Heever / Olesya Golovneva (25. September, 3. Oktober 2026)
Calaf: Alfred Kim
Liù: Julia Stuart
Ping: Liviu Holender
Pang: Sven Hjörleifsson
Pong: Michael Porter
Timur: Thomas Faulkner
Altoum: Michael McCown
Ein Mandarin: Erik van Heyningen u.a.
Chor, Extrachor und Kinderchor sowie Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Elza van den Heever, Alfred Kim. Foto: Bernd Uhlig
Turandot von Giacomo Puccini (1858–1924) ist ein Werk voller dramatischer Intensität und moderner Klänge. Puccinis Musik, reich an orchestralen Farben und Kontrasten, entfaltet eine überwältigende emotionale Kraft, die bis heute nichts von ihrer Faszination verloren hat. Die Partitur verbindet neben lyrischem Belcanto und buffonesken Witz auch beißende Dissonanzen, rhythmische Überlagerungen und Chorsätze, in denen sich die Brutalität der politischen Massenbewegungen aus den 1920er Jahren widerspiegeln. Unvollendet nach Puccinis Tod 1924, betont die Premiere in Frankfurt nun den Fragment-Charakter des Werkes und verzichtetauf posthume Vervollständigungen. Vorangestellt ist ein Prolog von Lucia Ronchetti (*1963) für Chor und Kinderchor, der das Vorgefühl einer Katastrophe weckt und nahtlos in Puccinis erste Takte übergeht.
Regisseurin Andrea Breth zeigt Turandot als rücksichtlose Herrscherin über einen Terrorstaat. Die Rhein-Zeitung konstatierte angesichts der Premiere im April 2026: „So gibt die Oper Frankfurt zum 100-jährigen Jubiläum des Werks eine in musikalischer Hinsicht hochklassige, gedanklich konsequente Deutung, die das zentrale Problem von Turandot sichtbar macht – ohne sich eine Haltung zur ewigen Wunde des Stückes, seiner Leerstelle am Schluss, anzumaßen.“
Musikalisch geleitet wird die erste Wiederaufnahme von Simone Di Felice. Seit der Spielzeit 2017/18 ist er der Oper Frankfurt als Kapellmeister verbunden. In der nun beginnenden Spielzeit leitet er auch Vorstellungen von Un ballo in maschera und La fiamma. Weitere Engagements führten ihn im Laufe seiner Karriere bislang unter anderem an die Opéra national de Paris, sowie zu den Tiroler Festspielen in Erl. In der Hauptpartie der Turandot ist wie in der Premierenserie Elza van den Heever zu erleben. Die südafrikanische Sopranistin war von 2008 bis 2013 Mitglied des Ensembles am Haus und gastiert mittlerweile international: Engagements führten sie unter anderem erneut an die Mailänder Scala, zu den Bayreuther Festspielen, nach San Francisco und an die Wiener Staatsoper. An zwei Abenden tritt Olesya Golovneva als Prinzessin Turandot auf. Für ihre Leistungen als Anna Bolena und Luisa Miller wurde sie jeweils ausgezeichnet. Für ihre Interpretation derRusalka in Köln wurde sie für den Deutschen Theaterpreis FAUST nominiert.
Als Calaf ist Alfred Kim zu erleben, das ehemalige Opernstudio-Mitglied Julia Stuart debütiert als Liù. Die drei Minister Liviu Holender (Ping), Sven Hjörleifsson (Pang) und Michael Porter (Pong) kommentieren die Grausamkeit von Turandots Rätselproben. Alle drei Künstler verbindet eine ausgeprägte interpretatorische Vielseitigkeit, die sie bereits auf bedeutenden Konzert- und Opernbühnen unter Beweis gestellt haben. In weiteren Partien sind Thomas Faulkner (Timur), sowie Michael McCown (Altoum) und Erik van Heyningen (Ein Mandarin) besetzt.
Wiederaufnahme: Samstag, 22. August 2026, um 19.30 Uhr im Opernhaus
Weitere Vorstellungen: 29. August, 6. (18 Uhr), 12., 25. September, 3. Oktober 2026 (18 Uhr)
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr.
Preise: € 16 bis 138 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Karten sind bei unseren üblichen Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im
Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.
______________________________________________________________________________________
Sommeroper Selzach/Schweiz: Letzte Vorstellungen von „Fidelio“
Die letzten Töne rücken näher: Nur noch drei Mal ist Beethovens FIDELIO in diesem Sommer im Passionsspielhaus Selzach zu erleben.
Nach intensiven Probenwochen und eindrücklichen Vorstellungen geht unsere Opernsaison bereits in den Endspurt. Noch bis Samstag, 22. August 2026 erzählen wir die Geschichte von Leonore, die unter dem Namen Fidelio alles riskiert, um ihren zu Unrecht gefangenen Mann Florestan zu retten.
Beethovens einzige Oper ist ein leidenschaftliches Plädoyer für Freiheit, Menschlichkeit und die Kraft der Liebe – mit grossem Orchester, Chor und einem hochkarätigen internationalen Solistenensemble.
Wer FIDELIO in der besonderen Atmosphäre des historischen Passionsspielhauses noch erleben möchte, hat jetzt nur noch drei Gelegenheiten.
Noch drei Vorstellungen
Mittwoch, 19. August 2026 | 19.30 Uhr
Freitag, 21. August 2026 | 19.30 Uhr
Samstag, 22. August 2026 | 19.30 Uhr – Dernière
_________________________________________________________________________________________
Kartause Gaming: 42. Chopin-Festival – ein blauer Musikhimmel in historischem Gemäuer (13.-16.8. 2026)

Kartause Gaming. Foto: Alois Spandl
Zum 42.Mal hat es heuer bereits stattgefunden. Keine vier Wochen dauernd, nur vier dicht bespielte Tage: Das traditionelle XLII. Chopin-Festival in der historischen Kartause Gaming im niederösterreichischen Alpenvorland. Gelegen in einer beeindruckenden Berglandschaft mit zahlreichen Naturschönheiten und viel Grün. Und es ist wohl für seine kurze Dauer das mit Mitwirkenden am üppigsten besetzte aller sommerlichen Musikfeste in Österreich. Ein Kommen und Gehen, nicht wenige Stars und bereits absolut perfekt aufspielender blutjunger Nachwuchs – alle allerdings stets mit nicht zu langen Auftritten.

Donka Angatscheva. Foto: Alois Spandl
Dr. Thomas Kanitzer, heuer als rüstiger Hundertjähriger gefeiert, hatte dieses Festival als Präsident der Österreichisch-Polnischen Gesellschaft gegründet. Vor über vier Jahrzehnten – und auch heute noch mit dem ehrwürdigen Motto ‚Für Völkerverständigung, Frieden und Freiheit’. Die Wiener Edelpianistin Donka Angatscheva hat nun die künstlerische Gestaltung übernommen. Und so manch andere Edelmusiker – bitte, Damen klar in der Überzahl – haben dem eher reiferen Publikum in der im 14. Jahrhundert gegründeten und heute als Hotel geführten historischen Klosteranlage nicht nur wettermässig einen strahlenden blauen Musikhimmel beschert.

Günther Groissböck mit seiner Liedbegleiterin Rachel Cheung. Foto: Alois Spandl
Zuerst die bekanntesten Namen: Kurz, nur allzu kurz hat sich der im nahen Waidhofen an der Ybbs geborene Günther Groissböck mit den „Vier Ernsten Gesängen“ von Johannes Brahms in der Klosterkirche vorgestellt. Mit gewaltiger Stimme mit tiefem Gehalt gesungen. Der jetzt in der Schweiz wohnhafte und in der internationalen Opernwelt so gefragte Bassist musste aber auch lachend gestehen: Er kannte die Gaminger Kartause bis jetzt nur als vorbei fahrender Radfahrer. Und weiter im Reigen der den Gesang Huldigenden: Die nun am Salzburger Mozarteum unterrichtende Staatsopern-Kammersängerin Ildikó Raimondi stellte sich in der Kirche von Scheibbs mit Orgel-Liedern ein. Aus dem polnischen Zabrze ist der groß besetzte jugendliche Chor „Resonans con tutti“ angereist gekommen. Und Sandra Pires setzte, von Ferry Janoska mit E-Sound und Bandoneon beschwingt begleitet, auf der Seebühne des Lunzer Sees einen charmanten Schlusspunkt.
Doch was ist das allerwichtigste bei einem Frédéric Chopin gewidmeten Musikfest? Die Klaviermusik. Und da lässt sich nur staunen, mit welchen technischen Qualitäten sich neben Meisterpianistinnen wie Natalia Rehling oder Anna Malikova so junge wie Maria Simeonova (aus Bulgarien) oder Kamila Sacharzewska (aus Polen) und andere, auch aus China, aus Kolumbien, sich mit expressiver Kraft in diese Musik versetzen. Zu dieser tollen Polonaisen- und Mazurken-Folge sind nicht weniger als acht Damen und drei Herren angetreten.

Das Konzert in der Kirche, im Hintergrund Lidia Baich geigend. Foto: Alois Spandl
Und bei der Veredelung zum sommerlichen Musiktraum noch mit dabei: Lidia Baich virtuos eine „Hommage an Johann Strauss“ geigend, Julia Stemberger liebevoll George Sand rezitierend, das junge Motus-Streichquartett, das Erste Frauen-Kammerorchester von Österreich (gefährlich aber auch mit so einigen Männern besetzt) unter Dirigent Jimmy Chiang, das Bullybursti-Ensemble der NÖ-Tonkünstler …. und dazu noch ein Kerzenlicht-Nocturno, ein Dinner Konzert, eine KI-Ausstellung und zur Eröffnung der Einzug der straffen Musikkapelle Gaming in Begleitung der Lackenhofer Goldhaubengruppe. Diese, wie es heute eben so ist: Nicht mehr die Jüngsten. Doch auch hier, wichtig …. edles Kulturgut wird bewahrt.
Meinhard Rüdenauer
__________________________________________________________________________________________
WIEN: Gastspiel aus Hamburg „Artjom retten!?“ im DAS Margareten – Raum für lebendiges Theater Wien. Ukraine, Russland, Gedichte des Russen Artjom Kamardin
Es handelt sich dabei um ein dokumentarisches Theaterstück, das sich mit Krieg, Verantwortung und Perspektivenwechsel beschäftigt.
Im Zentrum stehen die Gedichte des Russen Artjom Kamardin, der wegen seiner Stimme gegen den Ukrainekrieg brutal festgenommen und zu 7 Jahren Haft verurteilt wurde. Das Stück ist geschrieben von den beiden AutorInnen Julie Solovieva und Evgeni Mestetschin.
Dargestellt wird das dokumentarische Theaterstück von Dana Anofrenkova aus der Ukraine und Paul Smolich aus Deutschland.
Termine
Freitag, 11. September 2026, 20:00 Uhr
Samstag, 12. September 2026, 19:30 Uhr
DAS Margareten – Raum für lebendiges Theater
Margaretenstraße 166. 1050 Wien
Tickets:
€ 29.-/ € 26.-/ € 24.-/ € 18.-
Reservierung:
E-Mail: office@dasmargareten.at
Tel: +43 699 186 74 458
Online-Shop:
https://kupfticket.com/series/artjom
__________________________________________________________________________________
DAVOS/ KIrchner-Museum: LESUNG MIT CONSTANTIN LIEB

Erstmals steht Erna Schilling, Lebensgefährtin, Managerin und Muse Ernst Ludwig Kirchners, im Mittelpunkt eines Romans. In «Wildboden» erzählt Constantin Lieb Kirchners Geschichte aus Ernas Perspektive. Im Kirchner Museum Davos stellt der Autor den neuen Roman persönlich vor und liest ausgewählte Passagen.
“Vergangenheit und Gegenwart auf einzigartige Weise verwebend, erzählt Constantin Lieb so eindringlich wie hellsichtig, wie aus schmerzhaftem Verlust beeindruckende menschliche Stärke erwachsen kann, und wie die lebenslange Sehnsucht nach Halt unser Menschsein zu allen Zeiten zutiefst berührt.»
Sonntag, 20. September 2026
11:00 – 12:00 Uhr
Kosten: Eintritt + CHF 9,-
______________________________________________________________________________________________

