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INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 17. SEPTEMBER 2025)

17.09.2025 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 17. SEPTEMBER 2025)

Wiener Staatsoper: Vor der Premiere „Die verkaufte Braut“

Nach dem Saisonauftakt mit unserem Opern Air im Wiener Burggarten, einer ersten Serie von Mozarts Zauberflöte und Verdis Otello befinden wir uns bereits mitten in der neuen Spielzeit 2025/26. Schön, dass Sie uns dabei begleiten!

Stadttheater Wels: Die verkaufte Braut - Wels & Wels Land

 
DIE VERKAUFTE BRAUT
 Am 28. September feiert Bedřich Smetanas Verkaufte Braut Premiere in der Wiener Staatsoper – die erste Neuproduktion der aktuellen Saison. Die verkaufte Braut zählt zu den bedeutendsten komischen Werken der gesamten Opernliteratur. Virtuos schildert sie den Ausnahmezustand, in den ein ganzes tschechisches Dorf während des Kirtags gerät und darin den immer wieder ausweglos erscheinenden Kampf einer jungen Frau um ihre scheinbar verratene und verkaufte Liebe. Die utopische Gegenwelt eines Wanderzirkus hält dabei den außer Rand und Band geratenden Begehrlichkeiten der Dorfbewohner, ihren Abhängigkeiten, Ängsten und Hoffnungen einen Spiegel vor.

Den Aufführungen in den 1890er-Jahren in Wien verdankt Die verkaufte Braut ihren Durchbruch zum Welterfolg. Bis 1991 zählte sie zum Kernrepertoire des Hauses am Ring. Nun kehrt die Oper wieder in den Spielplan zurück: Dirigiert von Tomáš Hanus, inszeniert von Hausdebütant Dirk Schmeding. Mit u.a. Slávka Zámečníková, Pavol Breslik, Peter Kellner und Michael Laurenz. Die Oper wird in deutscher Sprache gesungen, die Autorin Susanne Felicitas Wolf hat in Zusammenarbeit mit Sergio Morabito eine Neufassung erstellt.

ermine → Die verkaufte Braut
Premiere: 28. September 2025

Weitere Termine: 2. / 5. / 8. / 11. & 13. Oktober 2025

Informationen »Die verkaufte Braut«
 
 Karten »Die verkaufte Braut«

Wir haben für Sie ein kleines Video vom Pressefoto-Shooting zusammengestellt. Dafür waren wir mit den Künstlerinnen und Künstlern im Wiener Böhmischen Prater – eine Umgebung, in der Die Verkaufte Braut gut spielen könnte… 

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Zum Kurzvideo

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Oper Zürich: Eröffnungsfest der Spielzeit 2025/26 . «24h Opernhaus»: 1 Nacht, 1 Tag, 0 Eintritt

Mit einem ganzen Wochenende voller Programm startet von Freitag, den 19. bis Sonntag, den 21. September die neue Spielzeit 2025/26 am Opernhaus Zürich.

Bei «24h Opernhaus» haben die Besucher:innen erstmals die Möglichkeit, das Opernhaus während einer ganzen Nacht und eines ganzen Tages zu entdecken. Am Freitagabend um 23.00 Uhr beginnen die 24 Stunden mit Nachtkonzerten, Nachtführungen, Schlafen auf der Bühne und einer sechsstündigen Tanzperformance bis in die Morgenstunden.

Zu den Programmpunkten gehören: Arnold Schönbergs Streichsextett «Verklärte Nacht», gespielt von Musiker:innen des Orchesters der Oper Zürich (ab 23.15 Uhr). Um Mitternacht präsentiert Ensemblesängerin Siena Licht Miller gemeinsam mit Komponist Kaan Bulak dessen neues Werk «The moon is not a mirror» für Mezzosopran, Klavier und Elektronik. Ergänzend singt sie Lieder und Arien von Brahms, Mahler und Bizet sowie Chansons von Edith Piaf. Am Klavier begleitet sie dabei Ann-Katrin Stöcker (ab 0.00 Uhr). Die schweizerisch-französische Klangkünstlerin Noémi Büchi gestaltet ab 1.00 Uhr ein exklusives elektroakustisches Set. Ihre Kompositionen sind rhythmisch, meditativ und pulsierend.

Im Anschluss steht einigen Stunden Schlaf auf der Bühne nichts im Wege, denn zahlreiche Betten aus den Kulissen verschiedenster Theaterproduktionen stehen bereit. Wer seinen Schlafsack oder eine Decke dabei hat, kann zum allerersten Mal direkt auf der Hauptbühne des Opernhauses übernachten – dort, wo sonst Sänger:innen, Tänzer:innen und das Orchester zu Hause sind. Parallel dazu zeigt Choreograf und Tänzer Lucas Valente im Spiegelsaal die sechsstündige Tanzperformance «The Thing I Can’t Stop Doing» zu einem Live-DJ-Set. Das Stück beginnt um Mitternacht und endet bei Tageslicht. (Spiegelsaal 0-6 Uhr)

Die Nacht hindurch werden spezielle Nachtführungen durch das Opernhaus angeboten.

In den Foyers gibt es Barbetrieb und ein gastronomisches Angebot.

Nach Kaffee und Gipfeli (ab 6 Uhr) kann der Tag schliesslich mit einer gemeinsamen Yogastunde (ab 7:30 Uhr) beginnen, bevor ab 10.00 Uhr das Tagesprogramm im Opernhaus, den Theaterwerkstätten und auf dem Sechseläutenplatz mit vielen exklusiven Einblicken in Opern-, Ballett- und Orchesterproben, öffentlichen Bühnenumbauten, Werkstätten-Parcours, Tanzworkshops und einem abwechslungsreichen Kinderprogramm beginnt. Erst am Samstagabend, nach vollen 24 Stunden, lässt ein Live-DJ auf dem Sechseläutenplatz den Tag um 23 Uhr ausklingen.

Ein Opernhaus-Erlebnis, das es so noch nie gab!

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Blindenmarkt: Die Herbsttage starten mit dem „Schokoladensoldat“

Musiktheater-Parodie mit aktuellem Bezug – „Statt sich gegenseitig mit Kanonenkugeln zu beschießen sollte die Welt lieber mit Pralinen verhandeln“

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Martin Mairinger als „Schokoladensoldat“. Foto: Lukas Johann/ Herbsttage Blindenmarkt

 Am 3. Oktober 2025 feiert Oscar Straus‘ Meisterwerk „Der Schokoladensoldat“, komponiert nach der Komödie „Helden“ von George Bernhard Shaw, Premiere bei den diesjährigen Herbsttagen in Blindenmarkt. Die Regie übernimmt Marcus Ganser, am Pult steht der neue Musikchef Thomas Böttcher, Martin Mairinger singt die Titelrolle „Leutnant Bumerli“.

Bis heute ist „Der Schokoladensoldat“ eine der bekanntesten Operetten der anglo-amerikanischen Welt. Im deutschsprachigen Raum hingegen kennen nur eingefleischte Operettenliebhaber das Stück über einen Schweizer Deserteur namens „Bumerli“, der lieber mit Schokolade bewaffnet vor dem Feind flüchtet, als auf dem Schlachtfeld zu sterben, und dabei im Schlafzimmer der Soldatenbraut Nadina landet. Gerade deshalb hat sich Intendant Michael Garschall entschlossen, dieses Meisterwerk von Oscar Straus im Rahmen der 36. Auflage der Herbsttage Blindenmarkt in der Ybbsfeldhalle zur Aufführung zu bringen.

Warum gerade jetzt „Der Schokoladensoldat“? 

Oscar Straus‘ Musiktheater-Parodie auf George Bernhard Shaws Satire „Helden“ handelt vom Krieg im Großen und im Kleinen: Im „Kleinen“ kämpft man sich durch das alltägliche Leben – Familie, Beziehungen, Liebeleien und Sehnsüchte. Im „Großen“ macht sich Straus gnadenlos über die Glorifizierung des hohlen Heldenpathos lustig.

Böse setzt Straus zerhackte militärische Töne gegen amourösen Schmelz, raffiniert mischt er im „Schokoladensoldat“ slawische Folklore in seine süffigen Melodien. Straus sei es dabei „bestens gelungen ist, mit wunderbaren Melodien, einem kritisch-ironischen Selbstbild sowie einer gehörigen Portion Humor mit seinem ‚Schokoladensoldaten‘ uns alle bestens zu unterhalten und uns dabei auch noch zum Nachdenken zu bringen“, so Garschall. In diesem Sinne sei es besser und sicherlich zielführender, miteinander zu reden und „mit Pralinen zu verhandeln“, als sich gegenseitig aufgeblasen, unmenschlich und selbstsüchtig mit Kanonenkugeln zu beschießen. 

Am Ende geht alles gut aus … 

„Komm, komm, Held meiner Träume …“ ist nur einer der vielen Ohrwürmer im „Schokoladensoldat“ zum Mitsummen, die dem Publikum bis einschließlich 26. Oktober 2025 geboten werden. Und natürlich werden auch heuer wieder fulminante Tanzeinlagen sowie eine Handlung mit vielen Verirrungen, Wendungen und Missverständnissen präsentiert. Wie es bei Operetten aber stets der Fall ist, geht am Ende alles gut aus: Nadina bekommt ihren geliebten „Schokoladensoldat“, und das, obwohl zum Schluss sogar ein Duell im Raum steht …


Matin Mairingerin der Titelrolle. Foto: Lukas Johann/ Herbsttage Blindenmarkt

Martin Mairinger wird die Rolle des „Bumerli“ übernehmen, für die Rolle der Nadina konnte Garschall die Sopranistin Lena Stöckelle gewinnen. In weiteren Rollen sind Lukas Johan (Alexius), Jasmin Bilek (Mascha), Christa Ratzenböck und Rita-Lucia Schneider-Ploy (Aurelia, alternierend), Georg Kusztrich (Kasimir) und Christian Mayr (Massakroff) zu sehen. Marcus Ganser wird Regie führen und auch wieder für ein spannendes Bühnenbild sorgen. Die musikalische Leitung des Kammerorchesters Ybbsfeld hat Thomas Böttcher inne, der damit den langjährigen Doyen am Pult der Herbsttage Blindenmarkt, Kurt Dlouhy, ablöst. Dlouhy bleibt den Herbsttagen aber mit der Leitung des Chors einschließlich des Kinderchors erhalten. Die bayrische Choreografin Lisa-Marie Rettenbacher wird mit ihren Tänzerinnen und Tänzern – wie zuletzt in der „Maske in Blau“ – wieder für Furore sorgen. Für die Kostüme zeichnet Anna-Sophie Lienbacher verantwortlich und für das Licht Lukas Siman.

Informationen und Karten:

Premiere „Der Schokoladensoldat“: 3. Oktober 2025, 19.30 Uhr, Ybbsfeldhalle Blindenmarkt
Vorstellungen: 10., 11., 12., 17., 18., 19., 25. und 26. Oktober 2025

Beachten Sie bitte die unterschiedlichen Beginnzeiten!

Online-Tickets (zum Originalpreis) und weitere Informationen: www.herbsttage.at, Tel. 07473/666 80, karten@herbsttage.at

 Kartenbüro: Gemeindeamt Blindenmarkt, Hauptstraße 17, 2. Stock (Aufzug), Montag – Freitag 9.00 – 12.00, Montag 15.00 – 18.00 Uhr

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Nach über 30 Jahren: Plácido Domingo kehrt zurück auf die Bühne des Bonner Opernhauses

Samstag, 22. November 2025 | 19.30 Uhr | Opernhaus

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Foto: Plácido Domingo, Credit: Fiorenzo Niccoli

Mit: Plácido Domingo, Monica Conesa, Katerina von Bennigsen, Yannick-Muriel Noah, Ketevan Kemoklidze, Aluda Todua, Stefano La Colla, Ioan Hotea, Ralf Rachbauer, Pavel Kudinov, mit dem Chor und Extrachor des Theater Bonn sowie dem Beethoven Orchester Bonn

Bonn, 16. September 2025

Nach 31 Jahren kehrt Plácido Domingo zurück auf die Bühne des Bonner Opernhauses! Einmalig am 22. November ist der Starsänger in der erfolgreichen Produktion NESSUN DORMA! zu erleben. Bekannte Arien, Duette und Ensembles: Dieser halbszenische italienische Abend zollt mit liebevoller Ironie der großen italienischen Operntradition Tribut. Neben und mit den anderen Künstlerinnen und Künstlern des Programms wird der Ausnahmekünstler Plácido Domingo Ausschnitte aus NABUCCO, IL TROVATORE, BOCCANEGRA und MACBETH singen – und das Publikum mit seiner Stimme sowie seinem unvergleichlichen Charisma begeistern. Erstmals in Bonn war Domingo 1993 in seiner Lebensrolle „Otello“ zu erleben. Im Jahr darauf kehrte für FANCIULLA DEL WEST und die auf CD und DVD festgehaltene IL GUARANY an den Rhein zurück.

Im Anschluss an die Vorstellung von NESSUN DORMA! gibt es bei einem After-Show-Empfang im Foyer des Opernhauses zusätzlich die Möglichkeit eines MEET&GREET mit Plácido Domingo und allen beteiligten Künstlerinnen und Künstlern. Die MEET&GREET-Tickets zum Preis von 75 Euro (Getränke und Häppchen inbegriffen) sind nur in Verbindung mit einer Eintrittskarte zu NESSUN DORMA! am selben Abend buchbar. Die Anzahl ist begrenzt.

Der Vorverkauf für diesen besonderen Abend startet gestaffelt ab dem 19. September. Inhaber eines Festabonnements Oper oder Schauspiel erhalten ein Vorkaufsrecht: vom 19. bis 25. September exklusiv an den Theaterkassen, ab 26. September auch online über Theater-Bonn.de. Am 4. Oktober startet der allgemeine Vorverkauf. Pro Kundennummer können bis zu zwei Karten erworben werden.

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Zum 90. Geburtstag von Leopold Hager 

Am 6. Oktober 2025 feiert der aus Salzburg stammende Dirigent Leopold Hager seinen 90. Geburtstag. Lange Jahre stand er als Chefdirigent am Pult des Mozarteumorchesters Salzburg. Anschließend war er von 1981 bis 1996 Musikalischer Direktor des RTL-Sinfonieorchesters Luxemburg (heute Orchestre Philharmonique du Luxembourg). Neben seiner umfangreichen internationalen Dirigiertätigkeit war Leopold Hager von 1992 bis 2004 Professor für Orchesterleitung an der Musikuniversität Wien und wirkte anschließend bis 2008 als Chefdirigent an der Wiener Volksoper.

Gastengagements führten Leopold Hager an die großen Opernhäuser der Welt – von der Wiener Staatsoper, wo er über lange Jahre am Pult stand, und der Metropolitan Opera New York, bis zur Bayerischen Staatsoper München, Sächsischen Staatsoper Dresden, Chicago Lyric Opera, Royal Opera House Covent Garden London, Teatro Colón Buenos Aires und Ópera Bastille Paris.
Er dirigierte führende Orchester in Europa und den USA, von 2015 bis 2017 auch als Principal Guest Conductor des Orquestra Sinfónica do Porto Casa da Música in Portugal. Wiederholt stand er am Pult der Wiener Philharmoniker, nicht nur in Wien, sondern auch bei Gastkonzerten in Prag und Rom.

Einen besonderen Namen machte sich Leopold Hager als Pionier der Mozart-Interpretation, vor allem mit konzertanten Aufführungen bislang kaum gespielter früher Bühnenwerke wie Lucio SillaApollo et Hyacinthus oder La Betulia liberata. 1979 brachte er im Rahmen der Salzburger Mozartwoche Il sogno di Scipione erstmals vollständig zur Aufführung. Seine Aufnahmen dieser Werke sowie sämtliche Mozart-Konzertarien und -Klavierkonzerte gelten bis heute als Referenz.

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Beethovenhaus Baden vertieft Inklusionsprojekt: Neue Angebote rund um Gehörlosigkeit im Herbst

Rund um den Tag der Gehörlosen am 28. September startet das Inklusionsprojekt im Beethovenhaus Baden in die nächste Runde: Der Schwerpunkt zur Gehörlosigkeit wird im Herbst mit Vorträgen, Führungen und Workshops weitergeführt.

Nach den sehr erfolgreichen Veranstaltungen zum Thema Gehörlosigkeit im Frühjahr vertieft das Beethovenhaus Baden im Herbst sein Angebot. Neben einer speziellen Führung durch das Beethovenhaus Baden mit Gebärdensprachdolmetsch in Kooperation mit dem Verein WITAF gibt es eine Einführung in die Gebärdensprache. Gerichtsmediziner Christian Reiter berichtet „Neues über Beethovens Schwerhörigkeit“, und die Hörakkustikerin Christina Niedziella bietet einen Einblick in zeitgemäße Hörlösungen inklusive kostenlosem Hörtest.

Weiterhin werden Sonderführungen für Schulklassen angeboten, und der von Hearonymus entwickelte Videoguide in Gebärdensprache zum Gratis-Download steht selbstverständlich weiter zur Verfügung.

Die Angebote richten sich sowohl an Gehörlose als auch an Hörende. Dadurch soll einerseits Gehörlosen mehr Zugang zu Kultur und Bildung ermöglicht werden. Anderseits soll das Bewusstsein für Gehörlosigkeit in der Gesellschaft gestärkt und der richtige Umgang mit tauben Mitmenschen gefördert werden. www.beethovenhaus-baden.at

Freitag, 26. September 2025, 16-18 Uhr
Einführung in die Gebärdensprache
Workshop mit Eva Brunnbauer und Gabriele Broniowski

Erlernen Sie die Grundlagen der österreichischen Gebärdensprache!
Eintritt und Kurs: € 10,-
Anmeldung unter 02252 86800-630 oder tickets@beethovenhaus-baden.at oder direkt im Beethovenhaus Baden, Rathausgasse 10.

Donnerstag, 2. Oktober 2025, 18 Uhr
Hört, hört … „Hören wie Beethoven?“ – Hörverlust verstehen und begegnen.
Vortrag von Christina Niedziella

Gemeinsam mit der Hörakkustikmeisterin Christina Niedziella widmen wir uns dem Thema Hörschwäche in der heutigen Zeit. Im Hörlabor des Beethovenhauses kann man nachvollziehen, was es bedeutet, wenn das Hörvermögen nachlässt. Welche Auswirkungen bringt ein Hörverlust mit sich? Wie können wir dem entgegenwirken? Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Hörminderung und Demenz?
Welche moderne Hörlösungen gibt es? Anders als zu Beethovens Zeiten ermöglichen Hörgeräte heute, nicht von der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein.
Ein kurzer kostenloser Hörtest ist möglich!
Eintritt frei!
Anmeldung erforderlich unter 02252 86800-630 oder tickets@beethovenhaus-baden.at oder direkt im Beethovenhaus Baden, Rathausgasse 10.

Samstag, 29. November 2025, 11–12 Uhr
Ein tauber Komponist?
Führung in Gebärdensprache durch das Beethovenhaus Baden

In Baden bei Wien hat der berühmte Komponist Ludwig van Beethoven viele Sommer verbracht, im Haus in der Rathausgasse 10 die Jahre 1821 bis 1823. Zu dieser Zeit war er bereits vollständig ertaubt und konnte nur mit Hilfe der Konversationshefte seine Gesprächspartner verstehen. Trotzdem komponierte er in diesen Jahren noch bedeutende Musikstücke, darunter die 9. Symphonie. Im Beethovenhaus Baden kann man dem Komponisten auf besondere Weise begegnen und in den Alltag eines Komponisten vor 200 Jahren eintauchen. Neben der multimedialen Präsentation des 4. Satzes der 9. Symphonie ermöglicht vor allem das Hörlabor besondere Einblicke rund um die Ertaubung des Komponisten. Musik kann dort durch ein spezielles „Knochentelefon“ gespürt werden.
Im Rahmen der Führung mit Gebärdensprachedolmetschung wird Leben und Werk dieses berühmten Musikers vorgestellt.
Führung: frei
Eintritt: € 8,- (Senior:innen, Studierende € 6,-)
Anmeldung bei WITAF: https://www.witaf.at/event/beethovenhaus-baden-3/

Donnerstag, 4. Dezember 2025, 19 Uhr
Neues über Beethovens Schwerhörigkeit
Vortrag von Prof. Dr. Christian Reiter

Wie war es Beethoven möglich, trotz zunehmenden Hörverlustes seine Schaffenskraft bis zum Ende zu bewahren? Steht seine Schwerhörigkeit in Zusammenhang mit einer Bleivergiftung? Oder hat er zu viel Wein getrunken? Mit diesen Fragen hat sich der österreichische Gerichtsmediziner Univ. Prof. Dr. Christian Reiter intensiv befasst und berichtet über den neuesten Forschungsstand.
Der Vortrag findet bei Interesse mit Gebärdensprachdolmetschung (ÖGS) statt. Anmeldung bitte bis 26. November!
Ticket € 12,- (Schüler:innen, Studierende: € 8,-)
Informationen und Tickets unter 02252 86800-630 oder tickets@beethovenhaus-baden.at oder direkt im Beethovenhaus Baden, Rathausgasse 10.

Das Inklusionsprojekt rund um das Thema Gehörlosigkeit im Beethovenhaus Baden wird gefördert durch das BMWKMS, Sektion für Kunst und Kultur, sowie durch das Land NÖ.

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WROCLAW (Breslau): Straszny Dwor – Stanislaw Moniuszko

Premiere der  polnischen Nationaloper mit junger Idealbesetzung aus neuer Sicht

Eine Heitere Oper mit politischer Sprengkraft 

Besuchte Vorstellung: Premiere am 12.Sept 2025-

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Aria Hanna. Copyright: Oper Wroclaw

Der Wiener Regisseur Bruno Berger- Gorski inszeniert an der Oper Breslau zur Spielzeiteröffnung unter der neuen Generalintendantin Agnieszka Franków – Żelazny die Nationoper ‘Straszny Dwor’ von Moniuszko mit viel Tief- Sinn und versteckten Andeutungen.

Die neue Intendantin wagt mit der Einladung des international gefragten Regisseur’s mit polnischen Wurzeln und seines Teams eine neue europäische Sicht auf das Werk.  Die außerhalb Polen‘s leider kaum bekannte heitere Oper ‚Das Gespensterschloss‘ von Moniuszko durfte nach ihrer Ur Aufführung wegen ihrer unterschwelligen politischen Aussagen nur zweimal aufgeführt werden und verschwand dann jahrelang von den Spielplänen durch die russische Zensur.

Berger Gorski und sein Bühnenbildner Daniel Dvorak haben die Handlung der Oper aktualisiert und die zwei adeligen Brüder Stefan und Zbiegnev kommen zu Beginn der Oper aus dem 2 Weltkrieg ins zerstörte Wroclaw und schwören für den Aufbau ihres neuen Landes im Frieden zu kämpfen und erstmal nicht zu heiraten. 

Eine wunderbare Szene am Ende des ersten Bildes mit auf Trümmern spielenden abgerissenen Musikern erinnert an die Wiedereröffnung des Opernhauses in Wroclaw vor genau 80 Jahren, als die Oper „Halka“ von Moniuszko mit polnischen und deutschen Musikern zum ersten Mal wieder aufgeführt wurde.

Die Brüder beschließen im zerstörten Elternhaus für den Aufbau ihres Landes das Geld ihres Vaters vom Marschall aus dem verrufenen Gespensterschloss Straszny Dwor abzuholen, wo es während des Krieges sicher gelagert war. 

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Die Brüder mit Basha. Copyright: Oper Wroclaw

Im Schloss Straszny Dwor residiert der erzkonversative Marschall und wird vom Regisseur als ein Repräsentant des adeligen Polen gezeichnet, der Gehorsam und Männlichkeit fordert. Der Marschall (Lukasz Motkowicz mit souveränem Bariton) empfängt zur Sylvesterparty die höchsten Repräsentanten des Adels und der katholischen Kirche . Diese heitere Oper mit der bekannten Arie des Marschall`s über die schwächelnde Männlichkeit der heutigen Generation im Gegensatz zu den marschierenden Truppen der Vergangenheit gewinnt in dieser Interpretation an Aktualität und Berger-Gorski lässt Truppen aufmarschieren, die an die aktuelle Kriegslage an Polen`s Grenzen erinnern.

Die in Polen sehr bekannten und beliebten Charaktere wurden aus heutiger Sicht psychologisch neu gedeutet und in die aktuelle Zeit übersetzt. In der Tradition des Werkes ist die Rolle der Tante Czesnikova sehr verankert und auch in der heutigen Interpretation als komische Tante ist diese durchgehende Rolle mit der berechnend agierenden Barbara Baginska stimmlich wie szenisch hervorragend besetzt und provoziert das Publikum immer wieder zu Lachsalven mit einem Ami-Jeep aus dem 2.Weltkrieg, der auf dem Weg zum Schloss Fahrschaden erleidet. 

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Piotr mit der Uhr. Copyright: Oper Wroclaw

Die Oper Breslau konnte den international bekannten Bariton Tomasz Koniezny als neuen Casting-Director gewinnen, dem mit dem Engagement des jungen Tenor Piotr Buszweski mit strahlendem, durchschlagenden Tenor als „Stefan“ ein Riesenerfolg gelungen ist ! Jubelstürme nach der bekannten Uhren-Arie, die den Stillstand Polen`s symbolisiert und als durchgehendes Element das Wiedererwachen des Landes und seiner Seele darstellt. Der umwerfend natürlich agierende Sänger-Darsteller Piotr Buszweski singt schon regelmässig an der Met und kann mit seiner berührenden Stimmkultur als absolute Traum-Besetzung bezeichnet werden. Auch mit dem erst 25 jährigen Bass Pawel Horodowsky als sein Bruder „Zbiegnew“ ist eine Besetzung gelungen, die stimmlich wie szenisch nicht übertroffen werden kann. Pawel Horodowsky hat gerade den Queen Sonja-Wettbewerb in Norwegen gewonnen und ist mit seinem wunderbar ausgeglichenem Bass an der Münchner Staatsoper schon fest engagiert.

Maceij ( Jacek Jaskula) als der Haus-Diener der zwei jungen Brüder ist ein typischer Vertreter des einfachen Volkes, eine Art polnischer ‘Papageno’. Mit ihm und seiner ironisch – heiteren Art identifiziert sich die polnische Seele, aber im 4. Akt wagt Maceij in Berger-Gorski`s Neu-Deutung des Werkes den Aufstand gegen den Adel, einen kaum mehr zu unterdrückenden Aufruf zum Protest gegen den Marschall als Vertreter der Politik und will die Machenschaften und die dunkle Geschichte des Schlosses Straszny Dwor aufdecken. Der Polnische Adel kollaborierte während der über 125 jährigen Nicht-Existenz Polen`s auf der europäischen Landkarte mit den Besatzern aus Preussen, Russland und Österreich.

Die zwei adeligen Brüder verbieten Maciej, die Geschichte von ‘Straszny Dwor’ mit seinen möglichen Verwicklungen weiter aufzudecken, denn sie wollen lieber die schönen und selbstbewusst agierenden Töchter Hanna und Jadwiga ( Aleksandra Opala mit rundem, schönem Mezzo) des Marschall heiraten. Der Adel bleibt sozusagen unter sich. Für den Schlossherrn und Marschall kommt diese Eheschließung natürlich sehr willkommen, denn so bleibt das verwahrte Geld seines Freundes und Vater`s der Brüder im Schloss.

Sebastian Rutkowski als ‚Skohuba’ mit seiner angenehm warmen und ausgewogenen Bass – Stimme erhält grossen Applaus mit seiner berührenden Arie über den Tabak- Konsum, der einen alle Sorgen vergessen lässt .. 

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Die Brüder mit den Soldaten. Copyright: Oper Wroclaw

Berger-Gorski versetzt den letzten Akt ins heutige Wroclaw nach einer durchfeierten Sylvesternacht mit einem betrunkenen Kardinal, der mit jungen Männern am Boden liegt, während Hanna ( Hanna Sosnowska-Bill) ihre schwierige Koloratur -Arie der Emanzipation a la ‚Jeanne D’Arc’ als Aufruf zur Selbstbestimmung gemeinsam mit dem 1.Geiger der Wroclawer Oper mit herrlich strahlendem Koloratur-Sopran souverän beherrscht und wahre Jubelstürme provoziert. Diese berüchtigt schwierige Koloratur-Arie wird einer Konstanze bzw Fiordiligi gerecht !

Der Regisseur lässt mit seiner Kostümbildnerin Magdalena Dabrowska die Vertreter der 3 teilenden Grossmächte bei der Sylversterparty im Schloss Straszny Dwor auftreten: Zarin Katharina die Große mit ihrem Liebhaber, dem polnischen König August, Friedrich II von Preussen und Josef II aus Österreich teilen im Rythmus schneidend die imaginäre Landkarte der ehemaligen Großmacht Polen auf . Zarin Katharina hält sich den polnischen König August wie einen Hund und lässt ihn unter ihrem Rock Dienste leisten. König August war historisch ihr Liebhaber und überschrieb als letzter polnischer König sein Land dem Russischen Reich. 

Sowohl Damazy ( Pawel Zak ) als psychologisch genau gezeichneter ‘Franzose` verarmten Adel`s im lustigen Napoleon-Kostüm wie auch der Diener Maciej halten der Gesellschaft einen Spiegel vor und deuten eine mögliche dunkle Vergangenheit des Schlosses an mit möglichen Verwicklungen des Marschall’s und der Kirche mit den Besatzern.

Die Oper endet auf dem heutigen Marktplatz in Breslau und man sieht fragende Reporter und Bürger, die die Vergangenheit des Straszny Dwor- Schloss gemeinsam mit Maciej hinterfragen und das ‚Happy-End’ der adeligen Geld- Heirat in Frage stellen, die im Kontrast steht zum Protest der Bevölkerung.

Genial ist die Entwicklung des zerstörten Wroclaw zur heutig renovierten Stadt, wo im Schlussbild Touristen und Einheimische den berühmt nationalen Mazur- Tanz ( Choreografie : Bozena Klimczak) als ein Zeichen des versteckten Widerstandes beklatschen.

Zum Schluss gab es stehende Ovationen und ein restlos begeistertes Publikum.

Ohne die intensive Mitarbeit des Haus-Chores der Oper ( Anna Gabrowska) ist ein solcher Erfolg mit unzählig kleinen Rollen kaum vorstellbar. Die genaue musikalische Einstudierung und die Stimmgewalt ist wie die szenische Präsenz dieses Ausnahme-Chorus einzigartig ! Zu loben auch die ausgezeichnete Orchester-Einstudierung des neuen Chefdirigenten Mirian Khukhanaishvili, der als nächste Premiere Martinu`s „Julietta“ einstudieren wird.

Der Oper Breslau ist mit der Neu-Inszenierung der polnischen Nationaloper „Strazny Dwor“ unter der neuen Theaterleitung ein sensationeller Auftakt aus europäischer Sicht gelungen. Diese junge Idealbesetzung der beiden Paare mit Pjotr Buszweski als Ausnahme-Tenor ist aktuell auch an der Met oder in Wien nicht zu toppen !

Gunhild Kranz, Herdecke
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