INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 13. MAI 2026)
Der Dirigent, der erzählt. 7 Abende ab 15.Euro

New York, 1943. Béla Bartók liegt im Krankenhaus. Mittellos, schwer krank, fast vergessen. Dann steht ein Besucher am Bett – Serge Koussevitzky vom Boston Symphony Orchestra, mit einem Kompositionsauftrag und einem Scheck über tausend Dollar. In acht Wochen schreibt Bartók im Krankenbett sein größtes Orchesterwerk.
Solche Geschichten erzählt Markus Poschner gerne. Und ab dieser Saison erzählt er sie als neuer Chefdirigent des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien.
Poschner ist ein seltener Typ am Pult: Er dirigiert auf höchstem Niveau – seine Einspielung von Hindemiths «Mathis der Maler» gewann 2025 den International Classical Music Award – und er nimmt sich zugleich die Zeit, dem Publikum zu erklären, was es gerade hört. Bei seiner eigenen Reihe «Poschners Meilensteine» moderiert er die Konzerte selbst: 60 Minuten, ein zentrales Werk, eine Geschichte dahinter. Im Goldenen Saal. Ab €15.
Sieben RSO-Abende stehen in der Jeunesse Saison 26/27 auf dem Programm. Bei zwei davon erzählt Poschner mit – die Bartók-Geschichte ist eine. Die zweite handelt von einer Symphonie, die Stalin verspottet, ohne dass es der Diktator bemerkt. Bei den zwei weiteren Abenden zieht er das Programm als Dirigent des ORF Radio-Symphonie Orchester Wien durch – mit Stargästen in der Saison 26|27wie Edgar Moreau, Tabea Zimmermann, Jess Gillam und Alexander Malofeev.
Poschners Meilensteine: Bartok
Ticket Info
Jeunesse Wien1010 WienBösendorferstraße 12 Telefon: +43 (1) 505 63 56tickets(at)jeunesse.at
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ERFURT:Am 14. Mai 2026 lädt ein festliches Konzert im Anschluss an den Gottesdienst um 12:30 Uhr nach Erfurt ein.
Mitwirkende: Alik Adukayumov (Bariton)
Maryna Lopez (Mezzo-Sopran)
Adolfo Lopez Gomez (Klavier)
Auf dem Programm stehen Werke von Bach, Händel, Puccini, Verdi und Brahms.
Ort: Tettausstraße 3–4, 99094 Erfurt
Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
Ein musikalischer Nachmittag voller geistlicher und klassischer Klangwelten.

Alik Abdukayumov ist ein international tätiger Bariton, der an renommierten Opernhäusern wie der Oper Leipzig, der Volksoper Wien, den Staatsopern in Hamburg, Budapest und Helsinki sowie am Théâtre Royal de la Monnaie gastiert. Zu seinen künstlerischen Schwerpunkten zählen bedeutende Partien des klassischen italienischen, französischen, deutschen Opern- und Konzertrepertoires. Seit dem Sommersemester 2025 ist er Lehrbeauftragter für das Hauptfach Gesang an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar.
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Rohrau/ NÖ: „Internationalen Haydn-Gesangswettbewerbs für Klassisches Lied und Arie‟. 22. – 24.Mai 2026

Dr. Michael Linsbauer, KS. Angelika Kirchschlager. Foto: Niklas Schnaubelt
Von 22. bis 24. Mai 2026 ist Schloss Rohrau zum 8. Mal Schauplatz des „Internationalen Haydn-Gesangswettbewerbs für Klassisches Lied und Arie‟ unter dem Juryvorsitz von Kammersängerin Angelika Kirchschlager. Der international renommierte Wettbewerb findet im Rahmen der Klassikkonzertreihe „Haydnregion Niederösterreich“ statt und dient Nachwuchssängerinnen und -sängern aus allen Teilen der Welt als Sprungbrett zur internationalen Karriere. Beim öffentlichen Finalkonzert am 24. Mai ist das Publikum eingeladen, für den Publikumspreis zu stimmen.
Von den zahlreichen Bewerbern des diesjährigen Wettbewerbs haben sich 32 Kandidaten und Kandidatinnen für die Teilnahme in der 1. Wettbewerbsrunde qualifiziert, davon 19 Damen und 13 Herren aus 13 Nationen, darunter Österreich, Deutschland, Schweiz, Portugal, Spanien, Tschechien, Ukraine, Russland, USA, Venezuela, Japan und Südkorea.
Die Finalrunde am 24. Mai wird auch dieses Jahr LIVE online übertragen unter: https://www.haydnregion-noe.at/wettbewerb-2026.html
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Mehr Infos zu Wettbewerb, Preisen und Jurymitgliedern unter www.haydnregion-noe.at; https://www.haydnregion-noe.at/wettbewerb-2026.html sowie weiter unten in diesem E-Mail.
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Das Landestheater Detmold stellt seine Pläne für die Spielzeit 2026/27 vor

Nach der erfolgreichen Jubiläums-Spielzeit zum 200-jährigen Bestehen des Theaters in Detmold, mit einer Festwoche im November 2025, in der 60 gut besuchten Veranstaltungen das Publikum auf vielfältige Weise einbanden, sowie insgesamt drei Uraufführungen in Musical, Ballett und Jungem Musiktheater in eben dieser Jubiläums-Spielzeit, stellte Intendantin Kirsten Uttendorf nun die Pläne für die Spielzeit 2026/27 vor.
Unter dem Spielzeitmotto »Gestalten der Vielfalt« präsentiert das Landestheater Detmold ein Programm, das die Herausforderungen unserer pluralistischen Gesellschaft in den Fokus nimmt.
Einen personellen Neustart gibt es in den Sparten Schauspiel und Ballett, konnte Kirsten Uttendorf doch mit Gustav Rueb als Schauspieldirektor und Ivan Alboresi als Ballettdirektor zwei neue Spartendirektoren gewinnen. Kirsten Uttendorf zu den Neuberufungen: »Ich freue mich sehr auf die produktive Zusammenarbeit mit Gustav Rueb und Ivan Alboresi, die beide mit viel Elan und frischen Ideen zu uns nach Detmold kommen und einen Spielplan entwickelt haben, der unser Publikum in Detmold und bei unseren Gastspielorten sicher sehr interessieren und begeistern wird. Glücklich bin ich auch, dass beide Spartenleiter in ihren Ensembles für weitgehende Kontinuität sorgen und gern mit vielen unserer hervorragenden Künstler*innen weiter zusammenarbeiten werden.«
Im Musiktheater werden sechs Premieren vorbereitet: Für die Eröffnungspremiere der Spielzeit, »La bohème« von Giacomo Puccini, zeichnet Regisseurin Katharina Thoma verantwortlich. Unter der Musikalischen Leitung von GMD Per-Otto Johansson wird die international gefragte Regisseurin den Fokus auf die Ausgestaltung der Rolle der Mimì und ihrer Beziehung zu Rodolfo legen.
Mit »Der Vogelhändler« präsentiert das Landestheater Detmold ab Oktober einen spritzigen Operettenklassiker in der Inszenierung von Hans Walter Richter. Die Geschichte der Post-Christl mit ihrem Adam aus Tirol steckt voll von musikalischen Leckerbissen und einer gehörigen Portion Humor.
In einer Kammerfassung erlebt im Dezember die komische Oper »Don Pasquale« von Gaetano Donizetti ihre Premiere im Detmolder Sommertheater. Diese Fassung, arrangiert von Chordirektor Francesco Damiani, bringt große Oper auch in kleinere Spielstätten.
Im Februar 2027 folgt dann die Premiere von Benjamin Brittens »Peter Grimes« unter der Musikalischen Leitung von Per-Otto Johansson und in der Regie von Philipp Westerbarkei. Die 1945 entstandene Oper lässt die Suche und die Kämpfe nach einem Platz in einer geschlossenen Gesellschaft anklingen und besticht durch ihre packende Atmosphäre.
Mit »L’Amour de loin« von Kaija Saariaho kehrt Regisseur Dirk Schmeding nach Detmold zurück. In dieser ersten Oper der 2023 verstorbenen finnischen Komponistin verschmelzen instrumentale, elektronische und vokale Musik tonmalerisch zu Momenten höchster Gefühle – ein betörendes Erlebnis, das lange nachhallt.
Den Abschluss im Premierenreigen des Musiktheaters bildet ein Musical-Klassiker: »Anatevka« unter der Musikalischen Leitung von Mathias Mönius und in der Inszenierung von Julia Huebner.
Das Ballett des Landestheaters bereitet mit seinem neuen Ballettdirektor Ivan Alboresi zwei Premieren und eine Ballettgala vor. Die Ballettgala präsentiert unter dem Titel »ANKOMMEN« Ausschnitte aus bisherigen Kreationen von Ivan Alboresi sowie neue Choreografien, die speziell für das Ballett des Landestheaters Detmold entstanden sind.
Im November erlebt dann eines der großen klassischen Werke seine Premiere: »Der Nussknacker« zur unvergänglichen Musik von Peter I. Tschaikowski und in der Choreografie von Ivan Alboresi. Dieses Ballett zeigt, wie verschieden Ausdrucksformen sein können – und wie sie doch gemeinsam eine große, verbindende Geschichte erzählen.
Im März 2027 folgt die Uraufführung des Ballett-Doppelabends »Innere Welten«, inspiriert von den Werken Hermann Hesses, der in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag feiern würde. Ivan Alboresi beschäftigt sich im ersten Teil des Abends mit »Der Steppenwolf« – einem Werk, das wie kaum ein anderes die Vielfalt der menschlichen Identität beleuchtet. Für den zweiten Teil des Ballettabends zeichnet der Choreograf Douglas Lee verantwortlich.
Neu hinzu kommt im Ballett der Bereich Tanzvermittlung und bietet damit auch Menschen jenseits der Sprachbarriere Möglichkeiten der Teilhabe. Dazu Ivan Alboresi: »Wir freuen uns, dass wir ab dieser Spielzeit auch in der Sparte Ballett inszenierungsbegleitende Workshops und Probenbesuche für Klassen und Gruppen anbieten werden. Dazu einen Movementclub für 14 bis 24-Jährige und unter dem Namen ›Tanz mit!‹ offene Trainings für alle Interessierten.«
Das Schauspiel setzt sich in seinen insgesamt zwölf Premieren – darunter zwei Uraufführungen und zwei Deutsche Erstaufführungen – gemeinsam mit seinem neuen Schauspieldirektor Gustav Rueb mit der Sichtbarmachung der Vielfalt unserer Gesellschaft auseinander und will Raum geben für Dialog und kollaboratives Miteinander.
Eröffnet wird die Schauspiel-Spielzeit mit der Premiere einer Roman-Adaption: »22 Bahnen« nach dem Bestseller-Roman von Caroline Wahl beschäftigt sich auf berührende und unterhaltsame Weise mit einer jungen Frau, die zwischen familiären Verpflichtungen und ihrem Wunsch nach Selbstbestimmung hin und her gerissen ist.
Im Großen Haus inszeniert Gustav Rueb zur Eröffnung Ibsens »Ein Volksfeind« in der Bearbeitung des ukrainischen Autors Dmitrij Gawrisch als Deutsche Erstaufführung und bringt damit ein Stück zur Aufführung, das exemplarisch beschreibt, wie in der Demokratie um eine Haltung zur Welt gerungen werden muss.
Die Uraufführung des Liederabends »Treffpunkt: Kiosk« beschäftigt sich mit der Vielfalt unterschiedlicher Menschen, die an einem Büdchen aufeinandertreffen, und trotz aller Differenzen miteinander ins Gespräch kommen. In der Inszenierung von Kirsten Uttendorf darf sich das Publikum auf einen berührenden, heiteren aber auch tiefsinnigen musikalischen Abend rund um den Kiosk freuen.
»Muttersprache Mameloschn« von Sasha Marianna Salzmann erzählt von drei Generationen einer jüdischen Familie und den unterschiedlichen Lebensentwürfen dreier Frauen. »Die Leiden des jungen Werther«, ein Monodram nach Goethes Briefroman, das sich sowohl mit der Suche nach dem eigenen Ich als auch mit dem Anrennen gegen gesellschaftliche Schranken beschäftigt, wird im November seine Premiere erleben und als mobile Produktion angeboten.
Die Uraufführung »Wie aus dem Gesicht geschnitten«, ein Schauspiel von Boris Dennulat in der Regie von Gustav Rueb, stellt die Frage nach Identitäten nach einer Gesichtstransplantation und die Deutsche Erstaufführung »Die Eingeborenen von Maria Blut« führt die Zuschauenden ins Österreich der 1930er Jahre und in eine Gesellschaft, in der die Folgen des Ultranationalismus eindrücklich gezeigt werden.
Mit »Doktormutter Faust« von Fatma Aydemir rückt eine Frau ins Zentrum, die in ihrem universitären Milieu ähnliche und doch ganz andere Probleme zu bewältigen hat als Faust in Goethes Theaterstück. »Im Spiegelsaal« nach der Graphic Novel von Liv Strömquist hinterfragt, wie viel Raum das Streben nach einem perfekten Äußeren in unserem Leben einnehmen sollte. Einer der Schlüsseltexte der Moderne, »Orlando« von Virginia Woolf, beschäftigt sich mit der Identitätssuche eines Menschen, der nicht nur 300 Jahre alt wird, sondern auch sein Geschlecht wechseln kann.
Im Hoftheater wird die Spielzeit 2026/27 dann mit »Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)« beendet. Ab Mai 2027 lädt das Landestheater zu einem theatralen Stadtspaziergang durch Detmold auf den Spuren jüdischer Mitbürger*innen ein.
Darüber hinaus feiert das Landestheater im Jahr 2026 den 225. Geburtstag von Christian Dietrich Grabbe und hat gemeinsam mit der Grabbe-Gesellschaft den Jubiläums-Grabbe-Preis ausgeschrieben.
Auf dem Spielplan des Jungen Theaters stehen vier Neuproduktionen, im Jungen Musiktheater erlebt das Auftragswerk des Landestheaters »Solange du fliegst« seine Uraufführung. Die Komposition von Clemens K. Thomas auf das Libretto von Miriam Götz und Clemens K. Thomas widmet sich einer Flugpionierin und Frauenrechtlerin, die als erste Frau den Atlantik überflog.
Im Schauspiel des Jungen Theaters inszeniert dessen Leiterin, Natascha Mamier, die Eröffnungspremiere »Ein Schaf fürs Leben« von Maritgen Matter, als Familienstück wird »Die kleine Hexe« von Otfried Preußler ihr Unwesen auf der Bühne des Großen Hauses treiben und »Mein ziemlich seltsamer Freund Walter« von Sibylle Berg hilf der Protagonistin schließlich, sich ein bisschen besser auf der Erde zurecht zu finden und zuhause zu fühlen.
Neben diesen insgesamt 25 Premieren in allen Sparten, zwei Symphoniekonzerten des Symphonischen Orchesters unter der Musikalischen Leitung des GMD Per-Otto Johansson, zwei Schul- und Familienkonzerten, verschiedenen Sonder- und Kammerkonzerten und 13 Wiederaufnahmen kann sich das Publikum auf die Fortsetzung der Liederabend-Reihe »Unerhört!« freuen, die Komponistinnen aller Epochen in einem kurzweiligen Abend von Ensemblemitgliedern Gehör verschafft.
Zur Einstimmung in die Spielzeit lädt das Landestheater zu drei Open-Air-Tagen in den Schlosspark in Detmold ein. Vom 28. bis zum 30. August 2026 zeigt das Theater ein vielfältiges Programm und bietet dem Publikum aus der Stadt und der Region die Gelegenheit, den Beginn der Spielzeit 2026/27 gemeinsam zu erleben und zu feiern.
Der Vorverkauf für die Spielzeit 2026/27 startet am 11. August 2026. Ab diesem Tag können Karten für alle Veranstaltungen bis zum 31.1.2027 erworben werden. Ab dem 1.12.2026 startet dann der Vorverkauf für die zweite Spielzeithälfte vom 1.2.2027 bis zum Spielzeitende. Abonnements können ab sofort an der Theaterkasse gebucht werden. Abonnent*innen haben ab dem 12. August die Möglichkeit, weitere Tickets bereits für die gesamte Spielzeit zu kaufen.
Das Spielzeitheft für die Spielzeit 2026/27 ist ab sofort im Landestheater Detmold bei der Theaterkasse und in den Foyers kostenlos erhältlich, sowie auch unter landestheater-detmold.de einsehbar.
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Brünn / Mahen Theater 08.05.2026: „GISELLE“. – Ballettpremiere vereint romantischen Stil mit kubanischer Leidenschaft
Ein beliebtes wie berühmtes Ballett kehrt mit dieser Produktion nach Brno zurück: Das zweiaktige Ballett „Giselle“ zur Komposition von Adolphe Adam beruht auf dem Libretto von Théophile Gautier und Jules-Henri Vernoy de Saint-George nach Heinrich Heine und basiert auf der Choreografie von Jean Coralli und Jules Perrot. Uraufgeführt 1841 in Paris mit Carlotta Grisi in der Titelrolle, wurde dieses Werk rasch in der damaligen Ballettwelt ein Erfolg. In Brno gelangte dieses Stück erst spät zur Aufführung – die Version von Miroslav Kůra stammt von 1968, die Fassung von Jiří Blažek aus dem Jahr 1983. Daher war es Mário Radačovský, dem artistic director of Národni divadlo Brno-Ballet, ein großes Anliegen, dieses bekannte Ballett wieder hierher auf die Bühne zu bringen.
Der kubanische Choreograf Rodolfo Castellanos studierte nun seine Version mit der Ballettcompagnie ein. Damals als Tänzer im Ballet Nacional de Cuba arbeitete Alicia Alonso mit ihm und so vereint er in seiner Kreation den romantischen Stil ganz in der Tradition nach Alicia Alonso mit kubanischer Leidenschaft und viel Pantomime, um Herz und Seele in den Charakteren sichtbar zu machen. Als Assistent Choreographer unterstützte ihn Yolanda Correa, Primaballerina und Principal Soloist im Norwegian National Ballet. Der Fokus in der choreografischen Arbeit liegt hier bei der Protagonistin, die im Zentrum steht, während der männliche Hauptpart zurückhaltender gesehen wird. Auch musikalisch setzt Rodolfo Castellanos besondere Akzente, indem er u.a. vier Paare zum Divertissement des Bauern-Pas de deux einsetzt. Das dazu passende Bühnensetting lässt er im Mittelalter ansetzen – pittoresk umgesetzt von Jaroslav Milfajt; die farbenfrohen Kostüme stammen von Ľudmila Várossová. Den edlen Rahmen als Aufführungsort für diese Produktion bildet das Mahen Theater mit seinem prächtigen historischen Ambiente.

Das Blumenorakel: Ksenia Ovsyanick (Giselle) und Alejandro Virelles (Albrecht)
(© Pavel Hejný)
Für die Premiere konnte Mário Radačovský international bekannte Ballettpersönlichkeiten als Gäste gewinnen: Ksenia Ovsyanick gastiert als Giselle und Alejandro Virelles als Albrecht. In der Sowjetunion geboren und in Belarus aufgewachsen, wo sie ihre Ballettausbildung absolvierte, kam Ksenia Ovsyanick mit einem Stipendium vom renommierten Ballettwettbewerb Prix de Lausanne an die English National Ballet School und wurde 2008 ans English National Ballet engagiert, wo sie gleich zu Beginn ihrer Karriere die Partie der Giselle tanzte. 2016 wechselte sie ans Staatsballett Berlin, dem sie bis 2024 als Erste Solistin angehörte, um nun als internationale Gastkünstlerin aufzutreten. Ksenia Ovsyanick spielt im ersten Akt hingebungsvoll das verliebte Bauernmädchen, dass die jähe Erkenntnis des Liebesbetruges in den Wahnsinn und damit in den Tod treibt. Im zweiten Akt erscheint sie als verinnerlichtes Geisterwesen, das schwerelos über die Bühne gleitet. In ihrer Rolleninterpretation überzeugt sie durch ihre emotionale Stärke im Ausdruck und feinen Tanz.

Liebe über den Tod hinaus: Ksenia Ovsyanick (Giselle) und Alejandro Virelles (Albrecht)
(© Pavel Hejný)
Alejandro Virelles stammt aus Kuba und war Erster Solist beim Staatsballett Berlin; zuvor war er u.a. am English National Ballet und dem Bayerischen Staatsballett engagiert. Er zeigt sich hier als schmucker Junker, für den Giselle nur eine kleine Tändelei bedeutet, um erst zu spät die gesamte Tragweite seines gedankenlosen Handels zu erkennen und am Ende reumütig an Giselles Grab nieder zu sinken. Sein technisches Können lässt er in seinen Sprüngen aufblitzen und bietet ein sicheres Handling im harmonischen Interagieren mit seiner Partnerin.
Große Präsenz auch in einer kleineren Rolle bewies Shoma Ogasawara als treu ergebener Freund Wilfried – er machte damit neugierig auf seinen künftigen Auftritt als Albrecht. Als etwas ungehobelter Wildhüter mit einem Herz voll Liebe zu Giselle konnte Ilja Mironov gefallen.

Exquisit tanzend: An Se Hyun als Myrtha (© Pavel Hejný)
An Se Hyun überzeugt als Myrtha durch exquisiten Tanz, sie führte das stilvoll tanzende Corps de ballet der Wilis souverän an. Mit kühler wie unerbittlicher Härte kennt sie Hilarion gegenüber keine Gnade und so muss er sich zu Tode tanzen, während Albrecht nur durch die Kraft von Giselles über das Leben hinausgehender Liebe vor dem Tod bewahrt blieb.

Das stilvoll tanzende Corps de ballet der Wilis (© Pavel Hejný)
In den Charakterrollen waren Ivan Popov als majestätischer Herzog von Kurland, Nashua Mironova als huldvolle Bathilde und Jelizaveta Šibajeva als besorgte Mutter Bertha zu sehen. Das Ballettensemble tanzte mit viel Esprit im ersten Akt als ländliche Bevölkerung.
Das Orchester stand unter der umsichtigen und feinfühligen Leitung des jungen Dirigenten Dominik Pernica. Das vom Gesehenen sehr angetane Publikum zollte allen Mitwirkenden sowie dem Leading Team viel und langanhaltenden Beifall mit Standing Ovation. Sehenswert sind sicherlich auch die weiteren Vorstellungen getanzt von alternativen Besetzungen aus dem Ballett Národni divadlo Brno.
Ira Werbowsky
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Concerto Köln beruft Ulrike Shapiro zur neuen Geschäftsführerin
Das renommierte Ensemble für Alte Musik Concerto Köln bekommt eine neue Geschäftsführerin: Zum 1. Juni 2026 übernimmt Ulrike Shapiro die Geschäftsführung des traditionsreichen Barockorchesters. Die international erfahrene Kulturmanagerin und Musikerin verbindet strategische Expertise mit fundierter künstlerischer Praxis.
Mit Ulrike Shapiro gewinnt Concerto Köln eine Geschäftsführerin, die künstlerisches Verständnis, internationale Erfahrung, wirtschaftliche Kompetenz und strategische Weitsicht verbindet. Ihre langjährige Arbeit mit Tempesta di Mare in Philadelphia, ihre Erfahrung in Opern- und Ensemblekontexten sowie ihr kooperativer Führungsstil passen hervorragend zu Concerto Köln. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit ihr neue Impulse für die Zukunft des Ensembles zu setzen.
Hannah Freienstein, Künstlerische Leiterin von Concerto Köln
Ulrike Shapiro lebt seit vielen Jahren in den USA und verbindet umfassende Erfahrung im Kulturmanagement mit einer fundierten künstlerischen Praxis. Seit 2013 ist sie Geschäftsführerin von Tempesta di Mare | Philadelphia Baroque Orchestra, zuvor war sie dort bereits seit 2006 als Managing Director tätig. Dort verantwortete sie unter anderem Spielzeiten, Festivals und Tourneen, Fundraising und Sponsoring, Finanzplanung, Kommunikation und Marketing sowie die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern und Förderinstitutionen.
Concerto Köln steht für eine lebendige und international ausstrahlende Alte-Musik-Praxis, die mich seit langem begeistert. Ich freue mich sehr darauf, den Weg, den Concerto Köln seit vielen Jahren so erfolgreich geht, gemeinsam mit den Musikerinnen und Musikern, dem Team und den Partnern des Ensembles weiterzugestalten, neue Perspektiven zu entwickeln, und ein treues und neues Publikum immer wieder für die Musik des Ensembles zu begeistern.
Ulrike Shapiro, Geschäftsführerin von Concerto Köln
Neben ihrer Tätigkeit als Kulturmanagerin ist Shapiro auch künstlerisch aktiv. Sie ist Spezialistin für deutsche Aussprache und Diktion und arbeitet unter anderem mit der Opernabteilung des Curtis Institute of Music sowie dem Bach Choir of Bethlehem zusammen. Zudem war sie viele Jahre als professionelle Sängerin und Regieassistentin tätig.
Vor ihrer Arbeit bei Tempesta di Mare war Shapiro bei Opera Philadelphia als Managerin für Produktionsinitiativen und Künstlerische Administration sowie als Referentin des Generaldirektors tätig. Ulrike Shapiro studierte Gesang am Peabody Conservatory of the Johns Hopkins University in Baltimore und absolviert derzeit ein Fernstudium Kulturmanagement an der Deutschen Akademie für Management in Berlin.
Hier finden Sie die Pressemeldung und ein Bild von Ulrike Shapiro zum Download.
Weitere Informationen unter www.concerto-koeln.de
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schoepfblog – Programm der 20. Kalenderwoche vom 11.05.2026 bis zum 17.05.2026
Montag:
Apropos: Nachtrag zu Wöginger: Politiker sollen nicht hintenherum intrigieren, sondern sich offen zu ihren Kandidaten bekennen. (Alois Schöpf)
Dienstag:
Literatur: Michael Melville, ein in London lebender und in Tirol aufgewachsener Schriftsteller, schrieb ein Buch über die kampflose Übergabe Innsbrucks 1945 an die Alliierten. (Helmut Schiestl)
Literatur: Und schon wieder wurde von einer hochmögenden Jury ein Roman für die Aktion „Innsbruck liest“ ausgewählt. Helmuth Schönauer hat das Werk begutachtet.
Mittwoch:
Internet: Hannes Hofinger kann sich eine gewisse Freude nicht verkneifen, wenn ein obergescheiter Unternehmer auf einen Internetbetrug hereingefallen ist.
Feminismus: Susanne Weinhöppel beschreibt aus sehr persönlicher Sicht und mit Humor, wie das mit der Gleichberechtigung der Frauen wirklich ist.
Donnerstag:
Feminismus: Markus Fenner steuert den wichtigen Gedanken bei, dass Männer von den heutigen Frauen mehr profitieren als von den früher in ihren Rollen gefangenen und eingezwängten.
Tourismus: Reinhold Knoll beobachtet bei seinem Wiener Spaziergang Touristen, die sich wieder einmal als eine besonders dumme Manifestation des Menschseins erweisen.
Freitag:
Transit: Am 30. Mai wird in Tirol die Autobahn blockiert. Für Alois Schöpf nicht eine politische Demonstration, sondern ein religiöser Akt in Nachfolge von Andreas Hofer und Jesus Christus.
Kunst: Hermann Arnold zur Biennale in Venedig und dem mit dem Urin der Besucher gefüllten Swimmingpool der diesjährigen Repräsentantin des österreichischen Kunstschaffens.
Samstag:
Poesie: Zwei Gedichte von Elias Schneitter.
Poesie: Ein Gedicht von Janus Zeitstein, das von einer Biennale-Aktion aus Hötting und dem Abstieg des Künstlers in eine reale, für die Kunstszene allerdings zu sehr stinkende Senkgrube berichtet.
Sonntag:
Blick von außen: Im Südtiroler Landtag erzählten prominente, im Ausland tätige Südtiroler, wie sie ihr Heimatland sehen. In Nordtirol mangels Prominenter in Freiheit undenkbar. (Helmuth Schönauer)
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