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INFOS DES TAGES (FREITAG, 27. MÄRZ 2026)

27.03.2026 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (FREITAG, 27. MÄRZ 2026)

 Neues aus der Bayerischen Staatsoper: Heute Start Onlineverkauf Münchner Opernfestspiele

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Copyright: Bayerische Staatsoper
 
die kommenden Wochen im Nationaltheater laden dazu ein, den Frühling auch kulturell zu genießen: An den Osterfeiertagen stehen zwei Klassiker auf dem Spielplan: Richard Wagners Parsifal und Giacomo Puccins Tosca. Zum 80. Geburtstag von Herbert Wernicke erinnert die Kostümbildnerin Eva-Mareike Uhlig in einer Würdigung an sein Schaffen. Diese Woche haben Sie noch einmal die Gelegenheit, seine Inszenierung von Richard Straussʼ Elektra zu erleben.
 
Auf Staatsoper.tv steht eine Aufzeichnung der Neuproduktion von Wolfgang Amadeus Mozarts Don Giovanni aus dem Jahr 2025 als Video-On-Demand zur Verfügung und Sie können neue Folgen der Reihe Hinter dem Vorhang entdecken.
 
Notieren Sie sich außerdem Freitag, den 27. März 2026, im Kalender und stimmen Sie sich schon jetzt auf Ihren Kultursommer ein: An diesem Tag gehen alle verbleibenden Karten für die Münchner Opernfestspiele in den Onlineverkauf.
 
Herzliche Grüße
Ihr Team der Bayerischen Staatsoper

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Tiroler Landestheater Innsbruck: Premiere „Madama Butterfly“ am 28.3.2026

Musiktheater | Tragedia giapponese in drei Akten von Giacomo Puccini | in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

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Copyright: Tiroler Landestheater

Liebe, Verrat und ein Zusammenprall der Kulturen: Mit Madama Butterfly schuf Giacomo Puccini eine der intensivsten Opern des Repertoires. Sie erzählt die herzzerreißende Geschichte der Geisha Cio-Cio-San, genannt Butterfly, die sich – entgegen allen Warnungen – an die Hoffnung auf die Rückkehr ihres amerikanischen Mannes Pinkerton klammert.

Doch das Werk beleuchtet nicht nur die tragische Liebesgeschichte, sondern auch das Unvermögen der Hauptfiguren, ihre unterschiedlichen kulturellen Realitäten miteinander zu verbinden. So wird aus Madama Butterfly ein Sozialdrama, das sichtbar und hörbar macht, wie westliche kapitalistische und gesellschaftliche Prinzipien auf das bis Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Shogune isolierte Japan übergreifen.

Puccinis Musik verleiht diesem Spannungsfeld große emotionale Tiefe und macht die Oper zu einer zeitlosen Tragödie. Meisterhaft verbindet er eine fernöstliche Klangwelt mit ergreifenden Konflikten. Zarte Lyrik, intime Momente und eindringliche Dramatik zeichnen das Schicksal der Protagonistin nach. In der berühmten Arie Un bel dì vedremo verdichtet sich Cio-Cio-Sans Traum von einer glücklichen Zukunft und kündigt zugleich die Unausweichlichkeit einer persönlichen Katastrophe an.

Nach der leichtfüßigen Fledermaus inszeniert Regisseurin Jasmina Hadžiahmetović nun diesen schmerzhaft-schönen Opernklassiker am Tiroler Landestheater. Musikalisch wird die Produktion vom Tiroler Symphonieorchester Innsbruck unter der Leitung von Enrico Calesso getragen. In den Hauptpartien sind Cristiana Oliveira als Cio-Cio-San und Adam Sánchez als Pinkerton zu erleben.

Regieteam und Besetzung

Regie Jasmina Hadžiahmetović, Bühne Susanne Gschwender, Kostüme Katia Bottegal, Dramaturgie Diana Merkel, Johanna Wildling, Musikalische Leitung Enrico Calesso, Matthew Toogood, Cio-Cio-San Cristiana Oliveira, Theodora Varga, Suzuki Bernarda Klinar, Kate Pinkerton Federica Cassati, Pinkerton Adam Sánchez, Sharpless Jacob Phillips, Paolo Ingrasciotta, Goro Jakob Nistler, Yamadori Michael Gann, Yakusidé / Il Commissario imperiale / L’Ufficiale del registro Oliver Sailer, Peter Thorn, Bonzo Johannes Maria Wimmer, La madre Elissophie Davli, Fotini Athanasaki, La zia Ana Akhmeteli, Qiong Wu, La cugina Yejin Kang, Qiong Wu, Kind Greta Maria Lindmayr, Milo Jaindl, Tiroler Symphonieorchester Innsbruck, Chor und Extrachor des Tiroler Landestheaters

Termine

Premiere Samstag, 28.3.26 / 19.00 Uhr Großes Haus (Dauer ca. 2 h 45, eine Pause)
12.4.26 / 19.00 Uhr, 16.4.26 / 19.30 Uhr, 18.4.26 / 19.00 Uhr, 23.4.26 / 19.30 Uhr, 15.5.26 / 19.30 Uhr, 17.5.26 / 19.00 Uhr, 29.5.26 / 19.30 Uhr, 31.5.26 / 19.00 Uhr, 14.6.26 / 19.00 Uhr, 17.6.26 / 19.30 Uhr

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Oper Frankfurt: Premiere TURANDOT. Premiere am 12. April 2026
Dramma lirico in drei Akten von Giacomo Puccini
Text von Giuseppe Adami und Renato Simoni nach Carlo Gozzi
Uraufführung des Prologs Io tacerò von Lucia Ronchetti als Auftragswerk der Oper Frankfurt
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Musikalische Leitung: Thomas Guggeis / Simone Di Felice (23., 29. Mai, 4. Juni 2026)
Inszenierung: Andrea Breth
Bühnenbild. Johannes Leiacker
Kostüme: Ursula Renzenbrink
Licht: Alexander Koppelmann
Chor und Extrachor: Manuel Pujol
Kinderchor: Álvaro Corral Matute
Dramaturgie: Maximilian Enderle

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Copyright: Oper Frankfurt

Turandot: Elza van den Heever / Olesya Golovneva (1., 23., 29. Mai, 4. Juni 2026)
Calaf: Alfred Kim
Liù: Guanqun Yu
Ping: Liviu Holender
Pang: Magnus Dietrich
Pong: Michael Porter
Timur: Inho Jeong / Thomas Faulkner (1., 23., 29. Mai, 4. Juni 2026)
Altoum: Michael McCown
Ein Mandarin: Erik van Heyningen u.a.
Chor, Extrachor und Kinderchor sowie Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper

Turandot von Giacomo Puccini (1858–1924) ist ein Werk voller dramatischer Intensität und moderner Klänge. Puccinis Musik, reich an orchestralen Farben und Kontrasten, entfaltet eine überwältigende emotionale Kraft, die bis heute nichts von ihrer Faszination verloren hat. Die Partitur verbindet neben lyrischem Belcanto und buffonesken Witz auch beißende Dissonanzen, rhythmische Überlagerungen und Chorsätze, in denen sich die Brutalität der politischen Massenbewegungen aus den 1920er Jahren widerspiegeln. Unvollendet nach Puccinis Tod 1924, betont die Premiere in Frankfurt nun den Fragment- Charakter des Werkes und verzichtet auf posthume Vervollständigungen. Vorangestellt wird ein Prolog von Lucia Ronchetti (*1963) für Chor und Kinderchor, der das Vorgefühl einer Katastrophe weckt und nahtlos in Puccinis erste Takte übergeht. Die Neukomposition ist ein Auftragswerk der Oper Frankfurt.

Regie führt bei der ersten Frankfurter Neuinszenierung von Turandot seit 54 Jahren Andrea Breth, die damit an der Oper Frankfurt debütiert. Breth gilt als eine der renommiertesten Regisseurinnen im deutschsprachigen Raum. Im Opernfach inszenierte sie im vergangenen Jahr an der Bayerischen Staatsoper Gabriel Faurés Oper Pénélope. Zuvor erarbeitete sie beim Festival in Aix-en-Provence Madama Butterfly (2024) und Salome (2022). Musikalisch geleitet wird die Premierenserie von Generalmusikdirektor Thomas Guggeis. In dieser Spielzeit zeichnet er auch für
die Neuproduktionen von Così fan tutte und Boris Godunow, sowie die Wiederaufnahmen von Peter Grimes und Tristan und Isolde verantwortlich. In der Hauptpartie der Turandot kehrt Elza van den Heever zurück nach Frankfurt. Die südafrikanische Sopranistin war von 2008 bis 2013 Mitglied des Ensembles am Haus und gastiert mittlerweile international: Engagements führten sie unter anderem an die Mailänder Scala, zu den Bayreuther Festspielen, nach San Francisco und an die Wiener Staatsoper. An vier Abenden tritt Oleysa Golovneva als Prinzessin Turandot auf. Für ihre Leistungen als Anna Bolena und Luisa Miller wurde sie jeweils ausgezeichnet. Für ihre Interpretation der Rusalka in Köln wurde sie für den Deutschen Theaterpreis FAUST nominiert. Als Calaf ist Alfred Kim zu erleben, Guanqun Yu tritt als Liù auf. Die Grausamkeit von Turandots Rätselproben werden von den drei Ministern Ping (Liviu Holender), Pang (Magnus Dietrich) und Pong (Michael Porter) kommentiert. Alle drei Sänger sind Mitglieder des Ensembles der Oper Frankfurt und machen durch internationale Gastspiele auf sich aufmerksam. In weiteren Partien sind Inho Jeong, alternierend mit Thomas Faulkner (Timur), sowie Michael McCown (Altoum) und Erik van Heyningen (Ein Mandarin) besetzt.

Premiere: Sonntag, 12. April 2026, um 18 Uhr im Opernhaus

Weitere Vorstellungen: 16. (19.30 Uhr), 19., 25. April (19.30 Uhr), 1., 3., 9. (19.30 Uhr),
14., 17., 23. (19.30 Uhr), 29. Mai (19.30 Uhr), 4. Juni 2026
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 18 Uhr.

Preise: € 16 bis 190 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Karten sind bei den üblichen Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.

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VOCE: der neue Konzertzyklus des Klangforum Wien wurde im Rahmen der Abonnement-Programmpräsentation 26/27 im Wiener Konzerthaus vorgestellt.
Ab sofort sind Abonnements erhältlich

Voce – Stimme: aus der größt vorstellbaren Tiefe unseres Ichs rührt ihr Klang. Hans Werner Henze strebt mit seinen „Voices“ weit hinaus in die Welt und fängt dabei einen Weltklang ein. György Kurtág wiederum verleiht dem verstorbenen Fräulein R. V. Trussowa eine Stimme, die in ihrer Intimität weit über das Gesungene hinausweist, und Salvatore Sciarrino erkundet die Grenzen des beinahe Stimmlosen.
„Voce“ meint einen Konzertzyklus, der in seiner Vielstimmigkeit einen enormen Fächer aufspannt: von soliden Fundamenten ausgehend erkundet das Klangforum Wien viele neue Positionen für das eigene Repertoire. 

Peter Paul Kainrath, Intendant des Klangforum Wien, über den Konzertzyklus 26/27: „Die menschliche Stimme ist wohl das unmittelbarste Emotionsorgan, das uns zur Verfügung steht. Mit dem neuen Konzertzyklus VOCE am Wiener Konzerthaus begibt sich das Klangforum Wien auf die Suche nach den gegensätzlichsten, extremsten und radikal aufrichtigsten Positionen Neuer Musik, welche die Stimme in deren Zentrum stellen. Hier sprechen, singen, deklamieren, skandieren, klagen und jauchzen Seelen.“

Der Konzertzyklus 26/27 umfasst 7 Konzerte, davon zwei im Großen Saal und fünf im Mozart-Saal des Wiener Konzerthauses. Zum Auftakt am 20. September gibt es ein optionales Zusatzkonzert: 11.000 Saiten für 50 Klaviere und Ensemble von Georg Friedrich Haas kehrt nach drei Jahren in den Großen Saal des Wiener Konzerthauses zurück.

Dirigiert wird der Konzertzyklus VOCE von Friederike Scheunchen, Susanne Blumenthal, Vimbayi Kaziboni (Conductor in Residence), Sylvain Cambreling, Jack Sheen, Bas Wiegers und Ingo Metzmacher. Als Solistinnen und Solisten konnten Otto Katzameier (Bariton), Viktoriia Vitrenko (Sopran), Julia Bullock (Mezzosopran), Peter Tantsits (Tenor), und Sebastian Kemner (Posaune) gewonnen werden. 

TUTTI – Die beliebte Publikumsreihe wird 26/27 in bewährter Weise weitergeführt. Wir heißen alle Besucher:innen nach den Zykluskonzerten im Buffet Berio-Saal willkommen, gemeinsam mit den Komponist:innen und Interpret:innen auf das eben Gehörte anzustoßen, sich auszutauschen, Fragen zu stellen und den gemeinschaftlichen Geist des Klangforum Wien zu stärken. Seien Sie Teil unserer Gemeinschaft!

ABONNEMENT – ab sofort erhältlich!
Wiener Konzerthaus Ticket- & Service-Center
Lothringerstraße 20, 1030 Wien
T +43 1 242002
E ticket@konzerthaus.at
W konzerthaus.at/klangforum
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Auszug aus „News.at. Heinz Sichrovsky in seinem Newsletter

­Der Tiefstpunkt in Salzburg
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So weit ist es gekommen: Die hochrechenbar spannendsten, inspirativsten Salzburger Festspiele seit Jahren, möglicher Höhepunkt einer Ära, die das Festival aus tiefster Krise zu weltweit anerkannter Strahlkraft zurückgeführt hat, werden ohne ihren Schöpfer abgewickelt. Markus Hinterhäuser ist „ab sofort beurlaubt“. Weshalb? Weil er nicht zugestimmt hat, als das als Kuratorium verkleidete Politbüro seinen Vertrag um vier Jahre brechen wollte. Das Gespräch „der Anwälte“ hat so geendet. Ich hoffe, die Politiker müssen den Intendanten jetzt mit Geld zuschütten, um sich anschließend vor dem Rechnungshof zu verantworten.

Ich will nicht so weit gehen, Künstler aufzufordern, sich solidarisch aus ihren Verträgen zu verabschieden. Dazu ist das Programm zu reich, ein zu leuchtendes Monument einer wahren Ära, die stärker war als die Pandemie und der epidemische Cancel-Kretinismus. Aber künftig wird sich wohl mancher überlegen, wie er seine wohlverdiente Sommerunruhe investieren will.

Den Tiefstand der österreichischen Kulturpolitik habe ich an dieser Stelle zuletzt öfter konstatiert. Landeshauptfrau Edtstadler (ÖVP) harmoniert da perfekt mit dem Bürgermeister Auinger. Der feinsinnige Sozialdemokrat ließ einigen der bedeutendsten Künstler unserer Zeit, die sich für Hinterhäuser verwendet haben, ausrichten: „Netter Versuch.“ Und dem Kunstvizekanzler ist seine desinteressierte Ahnungslosigkeit in einer einzigen, beschämenden Wortblase entwichen. Dieses gesundheitsgefährdende Konglomerat aus Rückständen der Ära Kurz und wildgewordener Arbeiterunbildungsbewegung zöge besser die Konsequenzen, die es Hinterhäuser, den Festspielen und beider Publikum zumutet.

Auszug aus „News“
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Im NEST der Staatsoper: Im NEST der Staatsoper: „Mein erster Nussknacker“                    (25.3.2026)

 

Kinder, ein Zuschauerrraum voller Kinder. Geordnete Schulklassen. Im NEST, der Dependance der Staatsoper für junge Menschen, steht über dieser Vorstellung am Vormittag: „Mein erster Nussknacker“. Geeignet ab sechs Jahren ist ebenfalls zu lesen. Es rumort rundum herum, gedämpfter Lärm und die Stimmung ist gespannt und durchaus in Ordnung. Und gut hört sich der kräftige Schlussbeifall an. Tschaikowskis tolle Musik zu seinem „Nussknacker“-Ballett ist auch das Beste, was den Kleinen und Größeren, welche hier in die klassische Tanzkunst eingeführt werden sollen, geboten werden kann.

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Eno Peci. Foto: Ashley Taylor/Staatsballett

Die Eleven der Ballettakademie der Bundestheater sind angetreten, um dieses phantasievolle Spiel rund um den romantischen „Nussknacker“ so ähnlich wie es sein soll, doch ganz, ganz kindergerecht auf kleiner Bühne ein erstes Mal näher zu bringen. Die Erzählung nun: Heutig, vor einem Nuss- und Schokoladengenschäft lenkt dessen dominanter Chef die mit kleinen Nüssen und auch einer Großen bedachten wechselnden Kinderscharen. Verführerisch erklingen dazu die Blumenwalzer- oder Kosakentanz-Melodien aus den Lautsprechern. Und getanzt wird echt gut von der voll mitgestaltenden Ballett-Jungschar. Eno Peci, gestandener Charakter- und Solotänzer des Opernballetts, hat das so gelenkige Aufgebot mit einer intensiv durchgezogenen Choreographie zu einer echt richtigen Leistung geführt. Mit seiner zeitgemäßen Tanzsprache auf Tempo, auf Abwechslung, auf Harmonie in den wirbeligen Gruppentänzen bedacht. Viel Brio, nicht so viel Poesie. Ja, nochmals, das so voll ambitionierte Mitgehen der Jungtänzer hat Vergnügen bereitet.

Meinhard Rüdenauer

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Ultimatives Unglück (eine der letzten Premieren in der Wiener Kammeroper)
 
Kindermordendes Monster oder feministische Ikone? Schon immer diente Medea als Projektionsfläche divergenter Positionen. An der Kammeroper deutet man die Tragödie nun substanziell neu. Eine der letzten Premieren am Haus.

Ultimatives Unglück – Bühne

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Jubiläumstournee „50 Jahre Circus-Theater Roncalli“ in Köln

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

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Die Litfaßsäule am Eingang der Ausstellung. Foto: Andrea Matzker

Vom 24. März bis zum 13. April 2026 ist während der Öffnungszeiten der Kreissparkasse in deren Kassenhalle am Kölner Neumarkt eine zauberhafte, informative und übersichtliche Ausstellung zum 50. Jubiläum des Circus-Theaters Roncalli zu sehen. Sie zeigt die Liebe zur Nostalgie und den Mut zur Innovation des Unternehmens. Zur Eröffnung der Ausstellung kam der Wiener Zirkusdirektor Bernhard Paul mit seiner Bilderbuch-Familie und erzählte angeregt über den Werdegang seines Unternehmens.

Eine historische Litfaßsäule und zwei über 80 Jahre alte, handbemalte Holzpferde begrüßen die Besucher der Ausstellung. Ein einladender Weg führt durch die bewegte Geschichte des Circus-Theaters anhand von Originalrequisiten, Kostümen, Modellen und umfangreichem Archivmaterial. Ein nostalgischer Balkonwagen aus der Sammlung Bernhard Pauls sowie Büsten der Clown-Legenden Enrico Rastelli, Charlie Rivel und Grock ergänzen die Ausstellung.

Die typische Roncalli-Atmosphäre setzt sich zusammen aus 80 historischen Wagen, nostalgischen Foodtrucks und 150 Mitarbeitern, bestehend aus Artisten, Musikern und Künstlern. 1316 Personen passen in das Zelt. Seit 2018 ist das Circus-Theater Roncalli tierfrei und hat sich darüber hinaus von Plastikverpackungen und Plastikbesteck verabschiedet. Über 10.000 aufwendig konstruierte LED-Glühbirnen und Messinglampen tauchen die gesamte Roncalli-Stadt in romantisches Licht. Der Circus reist, Natur und Energie schonend, auf Schienen.

Das Kölner Programm zum 50. Jubiläum bietet gleich einen gesamten Terminkalender. Die Aufbauarbeiten am Neumarkt beginnen ab dem 2. April. Am 10. April ist die feierliche Premiere, und die Aufführungen laufen bis zum 25. Mai. Der 18. Mai, der veritable Tag des 50. Jubiläums mit dem ersten Auftritt auf der Hofgartenwiese in Bonn am 18. Mai 1976, ist eigentlich ein spielfreier Montag. Aber Bernhard Paul würde gerne ein besonderes Fest mit alten Weggefährten, wie zum Beispiel Emil Steinberger und den Ur-Höhnern, an diesem Tag gestalten.

Doch nicht genug damit: Am 20. April wird eine Roncalli-Briefmarke zum Jubiläum veröffentlicht, und Bernhard Paul hat sich eine große Glocke gießen lassen, die voraussichtlich Mitte Mai fertiggestellt sein wird und dann jede Aufführung einläuten kann. Neben seinen diversen Weihnachtsmärkten, die er schon immer gerne auch in Köln ausrichten wollte, hegt er nach wie vor den Traum vom eigenen Museum in Köln.

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Eliana, Bernhard, Lili, Vivian, Adrian Paul. Foto: Andrea Matzker

Bernhard Paul über das Programm: „Es wird keine Best-of-Show. Es wird eine Oper fürs Auge und eine Collage von Emotionen und optischen Eindrücken. Wir haben uns mit allem gesteigert und ich bin jeden Tag wieder völlig neu überrascht. Im kommenden Jahr werde ich 80 Jahre alt und bin begeisterter als jemals zuvor.“ Über 45 Millionen Zuschauer waren seit 1976 seine Gäste. Tochter Lili Paul-Roncalli ist auch dieses Mal wieder dabei und widmet mit einer virtuosen Verbindung von Tanz und Kontorsion eine ganz spezielle Hommage an die artistischen Anfänge ihres Vaters.

Die Ausstellungseröffnung und gleichzeitige Vorstellung des Festprogramms wurde mit einem wahren Kunstwerk eingeleitet, das sich am Ende sogar überraschenderweise auch noch als essbar entpuppte. Eine spektakuläre Miniaturnachbildung des Circus-Zeltes samt Heißluftballon zierte den Tisch der Pressekonferenz neben der Familie Paul-Roncalli. Erst als nach der Programmvorstellung kleine Teller und Gäbelchen gereicht wurden, begriff man, dass das Modell essbar sei.

Eine ganze Woche lang hatte die Konditormeisterin Sandra Wörder mit ihrem Team von dem berühmten Kölner Café Wahlen daran gearbeitet. Zunächst mussten die Zuckerblumen gebildet werden, da sie ja trocknen sollten, um am Ende zu einer krokanten Delikatesse werden zu können. Das untere Zelt war gefüllt mit französischer Nougat-Buttercreme, und das obere Zelt mit der gleichen Basis aber zusätzlich abgebundenen Sauerkirschen, da es ja nicht so viel an Gewicht aushalten musste wie das untere Zelt. Als es dann zum kunstvollen Fondant kam, machte sich das Team besonders viel Mühe, den genauen Farbton von Weiß zu treffen, der in dem Roncalli-Emblem und dem Heißluftballon zu finden ist. Oft sind solch herrliche Torten ja nicht unbedingt so köstlich, aber diese war es und machte Lust auf mehr, ebenso wie die gesamte Veranstaltung!

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Anschnitt der Jubiläumstorte. Foto: Andrea Matzker

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Die Jubilämstorte zum Empfang der Roncalli-Familie. Foto: Andrea Matzker

Andrea Matzker/ Dr. Egon Schlesinger

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