INFOS DES TAGES (FREITAG, 2. OKTOBER 2026)
Wiener Staatsoper: TOSCA (Videos mit direktorlicher Ansage und Schlussapplaus)


ZU INSTAGRAM mit einigen Kurzvideos
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Weltstar am Rhein: Anna Netrebko feiert Debüt an der Bonner Oper

Anna Netrebko. Cpoyright: Olga Rubio Dalmau
Sie gilt als die bedeutendste Sopranistin unserer Zeit: Anna Netrebko. Mit ihrer unverwechselbaren Stimme eroberte sie die renommiertesten Bühnen der Welt im Sturm, Auftritte abseits der großen Metropolen sind bei ihr die absolute Ausnahme. Umso größer die Sensation: Anna Netrebko ist in dieser Saison erstmals an der Oper Bonn zu erleben – in gleich zwei verschiedenen Rollen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Am 6. November 2026 singt sie die Abigaille in Verdis NABUCCO und entfesselt in dieser Paraderolle die ganze Wucht ihrer dramatischen Stimme. Am 10. Januar 2027 übernimmt sie die Mimì in Puccinis LA BOHÈME und zeigt hier die andere Seite ihrer Kunst: zart, verletzlich und zutiefst berührend.
Im Laufe ihrer beispiellosen Karriere, die 1994 begann, hat sich Anna Netrebko zur unangefochtenen Primadonna des 21. Jahrhunderts entwickelt. Zu ihren zahlreichen Auszeichnungen und Ehrungen zählen u. a. drei Grammy-Nominierungen sowie die britischen Classical BRIT Awards in den Kategorien „Sängerin des Jahres“ und „Künstlerin des Jahres“. Engagements führten sie an alle großen Opernhäuser: von der MET, der Mailänder Scala und dem Royal Opera House London über die Staatsopern in Wien, Berlin und München bis hin zur Arena di Verona und den Salzburger Festspielen.
Im Rahmen der Reihe WELTSTARS IN BONN ist Anna Netrebko nun erstmals an der Bonner Oper zu erleben. An ihrer Seite ist am 10. Januar als Rodolfo der britisch-italienische Tenor Freddie De Tommaso zu erleben, der mit dieser Partie bereits u. a. an der MET, der Scala und am Royal Opera in London begeisterte.
Der Vorverkauf für die Vorstellungen von NABUCCO und LA BOHÈME mit Anna Netrebko startet gestaffelt. (Neu)Inhaber eines Festabonnements Oper oder Schauspiel (Werkstatt ausgenommen) genießen ein exklusives Vorkaufsrecht: ab Mittwoch, dem 30. September, um 10 Uhr an den Theaterkassen und online über www.theater-bonn.de. Am Montag, dem 5. Oktober, startet der allgemeine Vorverkauf. Pro Kundennummer können grundsätzlich bis zu vier Karten pro Vorstellung erworben werden. Telefonisch ist die Theaterkasse unter 0228 77 8008 bzw. 8022 erreichbar.
NABUCCO
Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi
Wiederaufnahme am 11. Oktober 2026 um 18 Uhr | Opernhaus
Weitere Vorstellungen: 30. Oktober | 6., 14. und 29. November
Musikalische Leitung: Will Humburg | Regie: Roland Schwab | Bühne: Piero Vinciguerra | Kostüme: Renée Listerdal | Choreinstudierung: André Kellinghaus| Mit: Anna Netrebko (6.11.2026) / Svetlana Kasyan, Aluda Todua, Pavel Kudinov, Charlotte Quadt, Ralf Rachbauer, Christopher Jähnig, Valerie Haunz u.a. | Chor und Extrachor des Theater Bonn | Statisterie des Theater Bonn | Beethoven Orchester Bonn
LA BOHÈME
Oper in vier Bildern von Giacomo Puccini
Premiere am 6. Dezember um 18 Uhr | Opernhaus
Weitere Vorstellungen: 8., 19., 26. Dezember | 10., 16., 22. Januar | 20. Februar | 16., 29. April | 9., 28.
Mai
Musikalische Leitung: Dirk Kaftan | Regie: Leo Muscato | Bühne: Federica Parolini | Kostüme: Silvia Aymonino | Choreinstudierung: André Kellinghaus | Einstudierung Kinder- und Jugendchor: Ekaterina Klewitz | Mit: Anna Netrebko (10.01.2027) / Monica Conesa / Kathryn Henry, Ioan Hotea / Freddie De Tommaso (10.01.2027) / Jihoon Park (16.01.2027) / Long Long (22.01.2027) / Jonathan Tetelman (16.04.2027), Nicole Wacker / Maria Vasilevskaya, Michael Lafferty, Christopher Jähnig, Mark Morouse, Ralf Rachbauer u.a. | Chor, Jugend- und Extrachor des Theater Bonn | Statisterie des Theater Bonn | Beethoven Orchester Bonn
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HERBSTTAGE BLINDENMARKT: HEUTE PREMIERE „DER ZAREWITSCH“

„Der Zarewitsch“. Foto: Lukas Beck
DER ZAREWITSCH
Operette von Franz Lehár
Clemens Kerschbaumer (Zarewitsch)
Maja Triler (Sonja)
Vom 2. bis 26. Oktober 2026
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WIENER KONZERTHAUS: Die Höhepunkte im November 2026

Andre Schuen. Copyright: Wiener Konzerthaus
Im November startet die Personale unseres Porträtkünstlers Andrè Schuen: mit einem Schumann-Liederabend mit Sopranistin Nikola Hillebrand sowie mit »Wunderhorn«-Liedern von Gustav Mahler mit den Wiener Symphonikern unter Petr Popelka.
Porträtkünstler Augustin Hadelich ist dieses Mal mit einem exquisiten Kammermusikabend zu erleben. Mit dem Chopin-Wettbewerbsgewinner Seong-Jin Cho widmet er sich Violinsonaten von Johannes Brahms, Leoš Janáček und Sergej Prokofjew und einer Romanze der US-amerikanischen Komponistin Amy Beach.
Eine Symphonie von deren Pariser Zeitgenossin Charlotte Sohy steht auf dem Programm des Konzerts des RSO Wien unter der Leitung von Bar Avni, bei dem Rafał Blechacz in Frédéric Chopins 2. Klavierkonzert brilliert. Den fulminanten Schlusspunkt bildet die Orchesterversion von Maurice Ravels »La valse«.
Mit dem Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart, interpretiert von den Wiener Symphonikern, der Wiener Singakademie und herausragenden Sänger:innen wie Julia Lezhneva und Julian Prégardien steht unmittelbar nach Allerheiligen ein religiöses Meisterwerk der Klassik bevor, geleitet von Ton Koopman, einer Galionsfigur der historischen Aufführungspraxis. Wenige Tage später bringen Raphaël Pichon, sein Ensemble Pygmalion und Sänger:innen wie Sabine Devieilhe und Lea Desandre Mozarts Messe c-moll zur Aufführung.
Erstklassiges ist auch für Freunde des Jazz geboten, etwa mit dem Grammy-nominierten Saxophonisten Chris Potter, der dieses Mal im Trio auftritt. Nicht zuletzt startet im November eine neue, hochinteressante Gesprächsreihe, bei der der langjährige Intendant des Klangforum Wien, Sven Hartberger, mit Gästen der umstrittenen Frage nachgeht, welche konkreten Ansprüche sich aus den hohen Idealen der Menschenrechte ergeben.
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Musikverein Graz: Pressestimmen zum Saisonstart

Kleine Zeitung
Altersweises Lächeln, unheimliches Raunen
Der Musikverein Graz eröffnete seine 212. Saison mit einer Uraufführung.
Rudolf Buchbinder ist ein Haudegen mit Fingerspitzengefühl, ein Künstler, der sich nicht nur mit großem künstlerischen Appetit jahrzehntelang durch jegliches Repertoire gefressen hat, sondern immer wieder auch interpretatorische Highlights setzen konnte. Das Klavierkonzert von Edvard Grieg ist keine Herausforderung für solch einen gestandenen Pianisten, auch wenn vor allem im Kopfsatz die Genauigkeit leidet und die schnellen Läufe fast schon ins Ungefähre abdriften. Buchbinder zeigt aber seine Qualitäten, wenn er geradezu nach Belieben einzelnen Phrasen und Melodien Herz und Seele verleiht. Und das ist dennoch mehr als eine Abfolge schöner Stellen, weil in eine souveräne Gesamtgestaltung eingebettet.
Die Dirigentin Anna Rakitina und die Grazer Philharmoniker rahmten Buchbinders norwegische Erzählung mit zwei Orchesterknallern ein. Die posthume Uraufführung (!) von Friedrich Cerhas „Vorspiel zu einer Komödie“ aus dem Jahr 2014 war natürlich eine kleine Sensation. Der Komponist, damals bereits 88 Jahre alt, hat in dieser Spätestphase fast schon zum Neoklassizismus zurückgefunden. Eine zehnminütige Commedia dell‘Arte-Schönheit mit leisem und lautem Humor. Musik von einem, der alle Schlachten schon geschlagen hat (und sie auch gewonnen hat) und sich ein altersweises Lächeln gönnen darf.
Davon war, 118 Jahre davor, ein gewisser Richard Strauss noch weit entfernt. „Also sprach Zarathustra“ gehört noch zu seiner Sturm-und-Drang-Phase, aber man muss sagen, dass diese Musik, zumal in der formidablen Wiedergabe von Rakitina und den Grazern, hinter ihren Äußerlichkeiten und ihrer virtuosen Faktur tief blicken lässt. Nicht nur das unheimliche Raunen in „Von der Wissenschaft“ brennt sich solcherart ins Gedächtnis.
Martin Gasser
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Kurier
Cerha-Uraufführung und Buchbinder-Jubel
Kritik. Zum 100er des Komponisten gab es in Graz das „Vorspiel zu einer Komödie“.
Von Helmut Christian Mayer
Uraufführungen sind heutzutage selten geworden, noch seltener solche von Friedrich Cerha, zumal der österreichische Komponist schon 2023 verstarb. Aber jetzt, zu seinem 100. Geburtstag, war beim Eröffnungskonzert des Grazer Musikvereins im Stefaniensaal doch eine zu erleben: „Vorspiel zu einer Komödie“ nannte er sein Werk, ein Nachklang zu seiner „Piccola commedia“.
Die kurze, selbstironisch grundierte, rhythmusorientierte, komplexe Miniatur mit viel Schlagwerk, insbesondere Xylophon, wurde von den Grazer Philharmonikern unter Anna Rakitina mit sprudelnder, mediterraner Vitalität und hoher Konzentration wiedergegeben.
Die 37-jährige, in Moskau geborene Dirigentin überzeugte auch bei der Begleitung des beliebten einzigen Klavierkonzerts von Edvard Grieg mit vielen feinen Nuancen. Grandseigneur Rudolf Buchbinder servierte es nicht nur als Meister des kraftvollen, virtuosen Klavierspiels, sondern auch der subtilen Zwischentöne und der innigen Empfindsamkeit. Viel Jubel.
Aus dem Nichts heraus begann dann das Klangfundament zu wabern, scharf gestochen drang das berühmte Trompetenmotiv hervor, bis mit voller Klangfülle in strahlendem C-Dur das Riesenorchester einsetzte: Aber nicht nur mit diesem eindrucksvollen Sonnenaufgang aus Richard Strauss’ „Also sprach Zarathustra“ wusste das Orchester, abgesehen von einigen unsauberen Einsätzen, unter der stets animierenden Dirigentin zu beeindrucken. Viele famose Solisten aus den eigenen Reihen waren zu hören, insbesondere die Konzertmeisterin mit ihren vielen, exzellent musizierten Soli.
Viel Applaus!
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Staatsballett Berlin: Die Nächte werden wieder länger

Ensemble in Wunderkammer, Foto: Yan Revazov
Staatsballett Berlin: Die Nächte werden wieder länger
Der Herbst beginnt beim Staatsballett Berlin mit der Wiederaufnahme von Wunderkammer, Marcos Moraus Hommage an den ‹Schutzraum der Nacht› sowie einer Einladung zur «Familiennacht» mit nächtlichen Workshops für Klein und Groß.
Außerdem wurde die Fernsehaufzeichnung der Produktion Nurejew, die noch immer bei ARTE Concert zu sehen ist, geehrt: beim 63. Golden Prague International Television Festival wurde sie in der Kategorie Bühnenproduktion ausgezeichnet. Produzent François Duplat erhielt außerdem einen Preis für außergewöhnliche Leistungen, denn er «spielte eine entscheidende Rolle dabei, wie das Publikum die darstellenden Künste auf der Leinwand erlebt.»
Wir freuen uns auf Ihre Anfragen!
CHOREOGRAPHIE VON MARCOS MORAU
Wieder zurück: Wunderkammer
Marcos Morau, preisgekrönter Choreograph und Artist in Residence beim Staatsballett Berlin, ruft mit seinen unverwechselbaren Bühnenwelten vertraute Orte ins Gedächtnis, die er zugleich in traumartige und unwirkliche Sphären versetzt.
Inspiriert von historischen Kuriositätenkabinetten verwandelt Marcos Morau in Wunderkammer die Bühne zu einem Ort voller Überraschungen und unerwarteter Perspektiven, um seine persönliche Formulierung der Frage nach dem ‹Fremden› aufzuwerfen. Dabei lässt er Anklänge an die Berliner Clubkultur und die Kabaretts der Weimarer Republik lebendig werden. Seine Szenen eröffnen Räume der Freiheit und des Andersseins, in denen Grenzen fallen und Menschen sich in Spiel, Verwandlung und Ekstase ausprobieren dürfen. Das Stück wird so zu einem Fest der Vielstimmigkeit, zu einer Hommage an den ‹Schutzraum der Nacht›, in dem Identitäten gefeiert, Normen hinterfragt und Transformationen erfahrbar werden.
16., 18., 25. (2x) Oktober 2026, Komische Oper @Schillertheater
Wunderkammer
GESPRÄCHSFORMATE
Im Austausch: Ballettgespräch + Forum
In den Gesprächsformaten im Oktober geht es sowohl um Künstler*innen als auch um die Stoffe, die diese auf der Bühne verkörpern.
Beim Ballettgespräch am 04. Oktober 2026 stellen Intendant Christian Spuck und Dramaturgin Katja Wiegand die Ersten Solisten des Staatsballetts Berlin, Weronika Frodyma, Haruka Sassa, David Soares und Kalle Wigle sowie die neuen Ensemblemitglieder Benjamin Freemantle, Grace Boyd, Robyn Hodges, Phillipa McCann und Magdalen Wood vor.
Das Forum am 27. Oktober 2026 widmet sich dem Thema «Literatur im Tanz», denn in dieser Saison interpretiert das Staatsballett Berlin gleich drei literarische Vorlagen: Bovary nach Gustave Flaubert, Der Nussknacker nach E.T.A. Hoffmann und Der Liebhaber nach Marguerite Duras. Drei sehr unterschiedliche Geschichten, drei sehr unterschiedliche literarische Welten und ebenso choreographische Antworten auf die Frage, wie Literatur auf der Bühne lebendig werden kann. Doch was genau bedeutet es, Literatur in Tanz zu übersetzen? Was gewinnt eine Geschichte, wenn sie zum Körper wird? Was geht verloren? Und kann Tanz vielleicht etwas erzählen, das zwischen den Zeilen eines Textes verborgen bleibt?
Ballettgespräch, 04.10.26, 11.00 Uhr, Staatsoper Unter den Linden, Apollosaal
Forum, 27.10.26, 19.00 Uhr, Deutsche Oper Berlin, Parkettfoyer
Ballettgespräch + Forum
NÄCHTLICHE FAMILIENWORKSHOPS FÜR VERSCHIEDENE ALTERSSTUFEN
Education: Familiennacht
Im Rahmen der 15. «Familiennacht» lädt Tanz ist KLASSE!, das Education Programm des Staatsballetts Berlin, in die Ballettsäle der Kompanie ein. Vom frühen Abend bis in die späte Nacht werden mehrere Workshops für verschiedene Altersstufen angeboten.
Der nächtliche Tanzworkshop lädt Familien ein, gemeinsam in Bewegung zu kommen, Neues zu entdecken und der Fantasie freien Lauf zu lassen. In einer Atmosphäre voller Offenheit, Neugier und Austausch zwischen Klein und Groß, erleben Familien im großen Ballettsaal des Staatsballetts Berlin spielerisch Tanz, Ausdruck und die Freude an Bewegung. Durch kreative Übungen, tänzerische Spiele und kleine Fantasiereisen werden die Familien angeregt, für sich selbst und andere Familien zu choreographieren und Tanzschritte auszuprobieren. Eine Anmeldung ist erforderlich.
10. Oktober 2026, 17.00 – 23.00 Uhr, Deutsche Oper Berlin
Familiennacht
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CD GRAMOLA IKONEN 13-15: ROSENKAVALIER Karajan 1956, JASCHA HEIFETZ Violinkonzerte Beethoven/Brahms, GEORGE GERSHWIN: Bernstein, Ella Fitzgerald, Louis Armstrong
Wie sehr es nötig ist, den Fokus und die Aufmerksamkeit auf diejenigen Aufnahmen zu richten, die künstlerisch und klangtechnisch Maßstäbe für die Ewigkeit gesetzt haben, wird schon deshalb klar, weil heute völlig andere Kriterien der Musikindustrie, vorrangig rein ökonomischen Zuschnitts gelten. Die den Großteil des Geschäfts bestreitenden Streaming Plattformen sowie Social Media-Logiken geben vorrangig den Takt vor: Hauptsache leicht genießbar, hübsch und in mundgerechten Häppchen angerichtet, mit immer neuen „Stars“ der Mode der Stunde, die oft so rasch verschwinden, wie sie uns angedient werden.
Dagegen hält Gramola Ikonen mit der Erinnerung an und der Promotion von ausgewählten Aufnahmen vorrangig der 50-er und 60-er Jahre. Zu einer Zeit, wo man sich noch für längere Zeit ins Studio begab, anstatt huschpfusch alles live mitzuschneiden, was sich nicht auf eins, zwei auf den nächsten Baum retten kann. Wo sich das Publikum noch auf jede Neuerscheinung freute und sie innigst herbeisehnte, wie das heute nur noch für die brandneuesten Editionen von Videospielen und Mobiltelefonen gilt.
Kurz und gut. Bei den gar nicht genug zu lobenden Gramola-Ikonen handelt es sich ausschließlich um Modellaufnahmen, in jeder Hinsicht vital bis zum Anschlag, in vielen Sitzungen sorgfältigst erarbeitet und editiert. Und gerade aktuell relevanter denn je als goldener Kodex der Plattengeschichte sowie als verlässlicher Interpretationsleitfaden. Diese Muster einer Klangästhetik wurde von einer Elite an Tontechnikern betreut, die sich nicht nur als fortschrittsbesessene Experimentiere, sondern auch als profunde Musiker verstanden.
Und da kommen wir schon zu Richard Strauss‘ „Der Rosenkavalier“ in der bis heute unübertroffenen Aufnahme aus dem Jahr 1956, die dieses Jahr ihren 70. Geburtstag feiert. Mit von der Partie Herbert von Karajan am Pult des Philharmonia Orchestra & Chorus, dem Mitte der 50-er Jahre nicht nur Klang, sondern nicht zuletzt eine theatralische, bühnenbezogene Atmosphäre wichtig war.

Unter Aufsicht des berühmt berüchtigten Walter Legge, gestrenger Produzent und Ehemann der Marschallin Elisabeth Schwarzkopf, begab man sich vom 10.-22. Dezember 1956 in die Londoner Kingsway Hall, wo außer der von Gramola gewählten Mono Aufnahme gleichzeitig in einem eigenen Raum Christopher Parker eine Stereo Test-Aussteuerung mit zwei Mikros Neumann M49 (für den Chor waren zwei weitere Mikros vorgesehen) versuchte. Das frühe Stereo-Ergebnis fiel in den rein instrumentalen Passagen verblüffend räumlich, weit und brillant aus, während das überhaupt nicht im selben Maß für die Stimmen und noch weniger für die Balance von Orchester zu Stimmen galt, weil „die Positionen und die Aussteuerung der Sänger unter der Regie des Mono-Aufnahmeteams“ (Walter Legge, Douglas Larter) stand. Nur zu verständlich, dass unter diesen Auspizien auch Frau Schwarzkopf noch Mitte der 1990-er Jahre die Mono Version mit ungemein plastisch hervortretenden Sängerinnen und Sängern bevorzugte.
In der nun wieder zugänglichen Mono-Fassung hört man wirklich Hofmannsthal und Strauss auf einzigartiger Augenhöhe. Wie überragend die damalige Besetzung von der aus meiner Sicht mit der wort- und klangfarbensouverän jonglierenden Elisabeth Schwarzkopf als modernster aller Marschallinnen, Christa Ludwig als überaus vokal fleischigem Oktavian, Teresa Stich-Randall als Sophie, Otto Edelmann als Hallodri Baron Ochs von Lerchenau, der wahrlich authentische Eberhard Wächter als Herr von Faninal und die silbrig luxuriöse Ljuba Welitsch als Leitmetzerin Marianne, nicht zu vergessen Nicolai Gedda als vollendeter Tenor dramaturgisch Text mit Klang und sängerischem Ausdruck zu verschmelzen verstanden, ist ein Wunder.
Dazu trug der junge Karajan mit einer dicht drängenden, sehnig schlanken, gerade in den Mittelstimmen, im Holz detailreich artikulierten wie von großem Bogen beseelten Orchesterkultur entscheidend bei. Und Elisabeth Schwarzkopf? Mit dieser Aufnahme und nach der Eröffnung des Großen Festspielhauses in Salzburg (wo Lisa della Casa die Marschallin sang) dem mit ihr besetzten Rosenkavalier-Film wurde sie zur Inkarnation der Marschallin, wie die Callas das als Violetta Valery („La Traviata“) oder die Welitsch als Salome war und ist.
Aus meiner Sicht völlig zu Recht, denn das erotisierende Philosophikum “Rosenkavalier“, in dem es um klugen Verzicht, die Vorahnung des Verlusts sexueller Attraktivität und gesellschaftlich um eine köstliche wienerische Maskerad‘ geht, hat in der Kunstfigur der Marschallin mit der Schwarzkopf die optisch mondänste wie stimmlich ausgefeilteste Vertreterin gefunden. Dass Karajan später diese ideale Verkörperung der Rolle unter Hinweis auf seine spätere Einspielung mit Anna Tomowa-Sintow 1983/84 in Frage stellte, ist ein eigenes unschönes Kapitel für sich.

Die 14. der neu vorgestellten Gramola-Ikonen bringt eine Reminiszenz an den Geiger Jascha Heifetz. Auf ihrem Album „Homage to Heifetz“ würdigte erst kürzlich die spanische Geigerin María Dueñas mit dem Simón Bolívar Symphony Orchestra of Venezuela unter Gustavo Dudamel Jascha Heifetz im Sinne einer Inspiration für ihr eigenes Künstlertum. Obwohl technisch künstlerisch ganz anders gestrickt, hat Dueñas die Aufmerksamkeit des Publikums wieder auf Heifetz gelenkt. Dank Gramola kann man den Grund dieser Verehrung nunmehr erneut leicht nachvollziehen.
Und zwar anhand des im November 1955 in Boston aufgenommenen Violinkonzerts in D-Dur, op. 61 von Ludwig van Beethoven mit dem Boston Symphony Orchestra unter der musikalischen Leitung von Charles Munch und dem im Februar 1955 in Chicago aufgenommenen Violinkonzert in D-Dur, op. 77 von Johannes Brahms mit dem Chicago Symphony Orchestra unter Fritz Reiner. Produziert von John Pfeiffer ist auch hier die minutiöse Abmischung zwischen Orchester und Solisten zu bewundern. Wer Heifetz als Vertreter einer künstlerischen Spezies verstehen will, seine astrale Leichtigkeit im Ton, die konkurrenzlos virtuosen Verzierungen und die Perfektion seiner Intonation, der muss sich nur das „coole“ Foto auf dem Cover der Gramola Edition ansehen, auf dem er wie ein Hollywood Star keck ironisch bis huldvoll dem Betrachter zuwinkt.
Nichts klingt bei Heifetz prätentiös oder auf demonstrative “Da schau her“ Manier gespult. Im Gegenteil: Aus seiner Art des Musizierens spricht eine Selbstverständlichkeit im Handwerk wie im Metaphysischen. Alles an dem künstlerischen Ergebnis ist nobel, der schlanke bewegliche Geigenton, die antikisch klaren Proportionen, die mit musikantischer Lust gemalten Phrasen und melodischen Linien, der kernig stählerne Klang des Instruments. Das entscheidende an Heifetz ist für mich persönlich: Alles, was er werklich anfasste, ward zu klanglichem Licht. Nie war ‚dolce‘ hauchzarter und griffiger zugleich als bei Heifetz. Besonders das Beethoven Konzert aus dem Jahr 1806 profitiert von diesen Tugenden, die er noch mit einer von ihm selbst revidierten Kadenz seines Lehrers Leopold Auer adelte. Mit welcher fast schon unverschämten Bravour er das Rondo/Allegro des Beethoven Konzertes spielt, läuft auf eine völlige Aufhebung aller Gesetze der Schwerkraft hinaus. Unbeschreibbar! Das sollte man einfach einmal gehört haben.
Dass dieser Selbstdisziplin als wesentliches Attribut seines Charakters privat gelegentlich ein sonderlicher Nerd, ein Kontrollfreak entgegenlugte, aber ihr Träger auch ein humoriger Kauz war, darf als Ausfluss eines ganz auf Perfektion ausgerichteten Lebens gelten. Hierin ähnelt er übrigens – nicht zuletzt in der Art zu unterrichten – nicht unwesentlich unserer Marschallin von vorhin, Elisabeth Schwarzkopf.
In seiner Art, sich musikalisch ohne Pathos, geschweige denn in oberflächlich schrillem Gehabe auszudrücken, traf er sich nahtlos mit den beiden Dirigenten des Albums, Charles Munch und vielleicht noch intensiver mit Fritz Reiner. Mit letzterem nahm er an nur zwei Tagen, am 21. und 22. Februar 1955 für RCA Victor unter der Aufsicht des Toningenieurs Lewis Layton das „Brahms Konzert“ auf. Wie nicht anders zu erwarten, baut die Exzellenz dieser Interpretation auf Präzision, eine schneidend klare Rhythmik, und besonders auf ein hitziges, unter Hochspannung stehendes Miteinander im von den Tempi her ganz schön wirbelnden musikalischen Fluss.
Was mir an Heifetz besonders gefällt, ist sein sparsamer und bewusst konzentrierter Umgang mit Vibrato und Rubati. Der Ton springt sofort an, ist ungemein modulationsfähig, ohne je auf Kern und Biss zu verzichten. Wenn man so will, ist dies die antiromantischste aller vorstellbaren Versionen. Wenn man allerdings romantisch auf das Vorhandene beschränkt, ohne noch etwas aufgesetzt hinzufügen zu wollen oder zu müssen denkt, handelt es um die passionierteste und elektrisierendste aller Lesarten des Violinkonzerts von Brahms. Die unglaublich anspruchsvolle Kadenz stammt bei dieser Aufnahme nicht von Joseph Joachim, sondern von Heifetz selbst. Wie wunderbar und gefühlvoll Heifetz sein Instrument singen lassen konnte, kann im Adagio auf das schönste abgelauscht werden. Der Hörer meint, in direkte, unverbrüchliche Komplizenschaft mit dem Solisten zu treten. Magisch!

Als dritte Neuerscheinung wird uns Musik von George Gershwin üppig zelebriert, temperamentvoll und klangtechnisch atemberaubend angeboten. Neben der jazzig lässigen „Rhapsody in Blue“ und dem großstadttrippelnden „An American in Paris“ mit dem Columbia Symphony Orchestra bzw. den New Yorker Philharmonikern unter der hup-tutenden musikalischen Leitung von Leonard Bernstein, sind ganz besonders die von Norman Granz produzierten Ausschnitte aus „Porgy and Bess“ mit Ella Fitzgerald und Louis Armstrong von Interesse.
Letztere wurden 1957 in Los Angeles auf Band gebannt. Nach einem Libretto von Edwin DuBose wird in der Oper „Porgy and Bess“ das Schicksal verschiedener wenig glückvoller Menschen in der Catfish Row von Charleston inkl. der Liebesgeschichte des titelgebenden Paars erzählt. Einen Sonderfall abseits großer Opernstimmen stellt das Jazz Arrangement dar, das Ella Fitzgerald, Louis Armstrong (als Sänger und Trompeter) sowie Russell Garcia & His Orchestra als legendäre Ausführende ausweist. In elf Nummern (die Ouvertüre und drei Titel fehlen) sind Highlights von „Summertime“ über „Bess, you is my woman now“, „It ain‘t necessarily so“ bis zu „A woman is a sometime thing“ und „Oh Lawd, I’m on my way“ vertreten.
Ist es übertrieben, Ella Fitzgeralds Stimme als eine der pursten, himmlisch schwebend schönsten der gesamten Tonträgerhistorie zu bezeichnen? Als unerhörten Kontrast dazu gibt Armstrong mit seinem bärig-brummig rauen Bass ein humanes Ebenbild auf einer völlig anderen Ebene ab. Beide treten ihrem Publikum als musikalisch harmonisch kommunizierende Gefäße von lyrisch geschmeidig bis zu Glaspapier-rauchig entgegen. Zurücklehnen, den Alltag vergessen und genießen!
Fazit: Die neue Tranche der Gramola-Ikonen ist stilistisch vielfältig wie noch nie. Immer mehr zeigt sich der urgründliche Animo der Schöpfer der Reihe, eine Schallplatten-Ära auferstehen zu lassen, in der sich für ihre Sache glühende Produzenten, exquisite Techniker, wissende Arrangeure und individuell profilierte Künstler zusammenfanden, um musikalische Gesamtkunstwerke unverwechselbaren Zuschnitts für alle Ewigkeit zu erarbeiten. Zudem fällt wieder einmal das liebevolle Artwork der Covergestaltung dieser konsumentenfreundlich preiswerten Serie auf.
Dr. Ingobert Waltenberger
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Sony-Music: Guitarize the World – die außergewöhnliche Erfolgsgeschichte des genreübergreifenden Gitarrenduos „Cafe del Mundo“ erstmals auf einem Album
Am 9. Oktober 2026 erscheint das erste Album des Gitarrenduos Cafe del Mundo bei Sony-Music. Das Album versammelt einen Querschnitt der mitreissendsten Arrangements aus Klassik, Filmmusik und Pop, mit denen Jan Pascal und Alexander Kilian ihr Publikum weltweit bei ihren spektakulären Live-Auftritten begeistern. Guitarize the World erscheint als Doppel-CD und Doppel-Color Vinyl sowie digital in Stereo und Dolby Amos.

Zwei Stühle, zwei Gitarren und zwei Mikrofone –
das ist alles, was die beiden Gitarristen Jan Pascal und Alexander Kilian benötigen, um Herzen zu berühren, zu verzaubern, von den Stühlen zu reißen und, alle Grenzen überwindend, vielfältigste Emotionen freizusetzen. Café del Mundo spielt einen einzigartigen Sound.
Ihre fein aufeinander abgestimmten Gitarren versprühen vom ersten Ton an jene südliche Lebensfreude, die das Leben feiert und zugleich tief bewegt – so klingt Gitarre heute!
Aufgenommen in legendären Studios wie Abbey Road und in Zusammenarbeit mit renommierten Ensembles wie dem Royal Philharmonic Orchestra oder dem Deutschen Filmorchester Babelsberg, präsentiert »Guitarize the World« den unverwechselbaren Sound des Duos in mehr als 20 Tracks. Von reduzierten Gitarren-Miniaturen bis hin zu opulenten Orchesterarrangements umfasst das Album eigene Kompositionen wie »Dance of Joy«, »Space Gitanos« und »Smile«, Adaptionen klassischer Titel wie »Clair de Lune« und »Air on a G-String«, Arrangements von Filmmusiktiteln aus »Interstellar«, »Cinema Paradiso« oder »Forrest Gump« sowie bombastische Cover von Pop-Hymnen wie »Viva la Vida«, »With or Without You« und »Smooth Criminal«. Darüber hinaus enthält das Album exklusiv ein Arrangement von Beethovens Klavierkonzert Nr. 5 für zwei Gitarren. Die limitierte 2-CD-Edition enthält die 20 Titel des Albums sowie als Bonus-CD »80s Unplugged« mit 13 Gitarrenarrangements legendärer Klassiker der 1980er-Jahre, darunter »Everybody Wants to Rule the World«, »Time After Time« und »I Still Haven’t Found What I’m Looking For«.
24. Okt. 2026 Sa. 20:00
WIEN
Café del Mundo – Guitarize The World Tour 2026
Raiffeisen Halle im Gasometer
Deutschland
ab € 50,45*
Internationale Events
10 Okt. 2026 Sa. 20:00
BREMEN
Café del Mundo – Guitarize The World Tour 2026
Metropol Theater Bremen
ab € 51,95*
11 Okt. 2026 So. 19:00
BERLIN
Café del Mundo – Guitarize The World Tour 2026
Admiralspalast
ab € 64,45*
12 Okt. 2026 Mo. 20:00
DRESDEN
Café del Mundo – Guitarize The World Tour 2026
Konzertsaal im Kulturpalast Dresden
ab € 54,45*
13 Okt. 2026 Di. 20:00
LEIPZIG
Café del Mundo – Guitarize The World Tour 2026
Gewandhaus zu Leipzig, Großer Saal
ab € 79,45*
27 Okt. 2026 Di. 20:00
DÜSSELDORF
Café del Mundo – Guitarize The World Tour 2026
Tonhalle Düsseldorf
ab € 64,45*
31 Okt. 2026 Sa. 20:00
MÜNCHEN
Café del Mundo – Guitarize The World Tour 2026
Isarphilharmonie im Gasteig HP8
ab € 64,45* Hohe Nachfrage für dieses Event
07 Nov. 2026 Sa. 20:00
LÜBECK
Café del Mundo – Guitarize The World Tour 2026
Musik- und Kongresshalle Lübeck
ab € 51,95*
09 Nov. 2026 Mo. 20:00
BONN
Café del Mundo – Guitarize The World Tour 2026
Beethovenhalle Bonn
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