INFOS DES TAGES (FREITAG, 19. JUNI 2026
Tiroler Landestheater Innsbruck: Premieren zum Saisonausklang. Heutige Premiere verschoben, Don Quichotte am Samstag findet statt!
es hat sich kurzfristig eine Änderung zur heute Vormittag versendeten Medieninfo «Premierendoppel zum Saisonausklang» ergeben:
Aus Krankheitsgründen kann die Premiere von Der Sturm oder La Isla Bonita heute, am 19. Juni, leider nicht stattfinden. Die Vorstellung am Samstag, 27. Juni, um 19.30 Uhr wird stattdessen zum neuen Premierentermin.
Wir bitten, diese kurzfristige Änderung zu entschuldigen, und danken für Ihr Verständnis.

Die Premiere von DON QUICHOTTE am 20.Juni findet wie geplant statt. Wir freuen uns auf Ihren Besuch
La belle DulcinéeCamilla Lehmeier
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: Am 30. und 31. Juli finden in Wien Landstraße zwei szenische Opernaufführungen von Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“ statt. Es singen junge Operntalente aus aller Welt unter der musikalischen Leitung von Gregory Buchalter, langjähriger Dirigent an der Metropolitan Opera in New York.

Für eine Ankündigung der Veranstaltung wären wir Ihnen dankbar. Hier die wichtigsten Infos:
- Le Nozze di Figaro von Wolfgang Amadeus Mozart
- Konzert und Opernaufführung
- United Europe Orchestra, Leitung: Gregory Buchalter
- Borromäus-Saal, Karl-Borromäus-Platz 3, 1030 Wien
- Eintritt frei
- Donnerstag, 30. Juli:
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- 13:00 Uhr – Opernkonzert
- 14:00 Uhr – Le Nozze di Figaro
- Freitag, 31. Juli:
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- 13:00 Uhr – Opernkonzert
- 14:00 Uhr – Le Nozze di Figaro
Infotext:
- Internationale Opernnachwuchstalente präsentieren Mozarts „Le Nozze di Figaro“ in einer Kammerfassung. Unter der musikalischen Leitung von Gregory Buchalter (langjähriger Dirigent an der Metropolitan Opera New York) erhalten die jungen Sängerinnen und Sänger Coaching von renommierten Fachleuten des Musiktheaters. Höhepunkt der praxisorientierten Ausbildung sind zwei szenische Aufführungen mit dem United Europe Orchestra, davor ein 30-minütiges Galakonzert mit bekannten Arien und Ensembles. Musikliebhaberinnen und Musikliebhaber sind herzlich eingeladen, die nächste Generation von Operntalenten live zu erleben. Der Eintritt ist kostenlos.
Flyer im Anhang (c) Grand Voci Concerts Agency, Abdruck honorarfrei
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LEIPZIG: WAGNER-FESTWOCHE vom 21.-25. Mai 2026
Gemischte Gefühle
Dem seit Jahren unermüdlichen Engagement von Prof. Rolf-Dieter Arens, Präsident der Kulturstiftung Leipzig, Prof. David Timm, Universitätsmusikdirektor (UMD), und Prof. Helmut Loos, Vorsitzender des Richard-Wagner-Verbandes Leipzig, für das Werk eines der großen Söhne der Stadt, Richard Wagner, ist es zu verdanken, dass die Kulturstiftung in Zusammenarbeit mit dem Richard-Wagner-Verband Leipzig nun die zweite WAGNER-FESTWOCHE in der Stadt veranstalten konnte. Der Geschäftsführer der Kulturstiftung, Falk Elstermann, leistete dabei ständig tatkräftige Unterstützung.
Es wurde dem auch signifikant internationalen Publikum ein umfangreiches und sehr vielschichtiges Programm zum Thema Wagner angeboten. Die Highlights waren wohl das Festkonzert mit dem MDR-Sinfonieorchester, ein Nacht-Konzert in der Nikolaikirche, ein Vortrag von Urenkelin Nike Wagner über Wagner und Franz Liszt, sowie ein Meisterkurs Gesang unter Leitung von Kammersängerin Linda Watson. Innerhalb von nur fünf Tagen gab es 12 spannende Veranstaltungen an 10 historischen Orten Leipzigs. Der MDR und die Ev.-Lutherische Kirchengemeinde St. Nikolai konnten für eine intensive Zusammenarbeit gewonnen werden. Auch das Sponsoring hat erfreulicherweise zugenommen und wird in den kommenden Jahren hoffentlich weiter wachsen.

Foto: Klaus Billand
Das Motto der diesjährigen WAGNER-FESTWOCHE Vielschichtig/Vielgesichtig wurde mit Bedacht gewählt. Denn es ist der Anspruch der Veranstalter, sich im Festival neben der Pflege von Wagners vielschichtigem Werk ebenso intensiv der historischen Person Richard Wagner zu nähern. Nicht nur nach ihrer Meinung polarisiert sie bis heute und verschließt vielen Menschen den Zugang zu seiner wunderbaren Musik.
Um seinem Werk eine nachhaltige Zukunft zu sichern, hat sich Wagner häufig gewandelt und Gesichter gezeigt, die heute teilweise verstörend wirken. Dabei drängt sich unwillkürlich die Frage auf, wie im Programm-Flyer thematisiert wird, wer damals die Verantwortung für ein künstlerisches Oeuvre hätte übernehmen sollen – außer dem Künstler selbst. Man stellt die Frage, ob in unseren Tagen die Gesellschaft wirklich bereit ist, den Kunst- und Kulturschaffenden die Rahmenbedingungen zu gewährleisten, die sie für ihre Arbeit benötigen. Eine in der Tat interessante Fragestellung!
Das Festivalprogramm sollte damit die Erwartung erfüllen, eine besondere „Leipziger Lesart“ für einen der bedeutendsten Söhne der Stadt zu entwickeln, die sich von den Gepflogenheiten und Schwerpunktsetzungen anderer Orte und Ereignisse der Wagnerpflege deutlich unterscheidet. Und das ist in der Tat gelungen, wie der Autor bei besuchten 8 von 12 Programmpunkten feststellen konnte.
- Die Gesichter des Richard Wagner – Fast eine Familienaufstellung, 21.5.2026
Eröffnet wurde die WAGNER-FESTWOCHE 2026 mit einer außergewöhnlichen theatralischen Intervention des Schauspielensembles des Theaters Adolf Südknecht und des UMD David Timm. Am Vorabend der Uraufführung des Vorspiels zu den „Meistersingern von Nürnberg“ begegnet Wagner Menschen aus seinem vergangenen und zukünftigen Leben und wird mit seinen Schriften und Taten konfrontiert. Der kurz nach seiner Amnestierung nach Leipzig zurückgekehrte Wagner begegnet Menschen, die seinen Lebensweg mitbestimmt haben oder in seinem künftigen Leben von Bedeutung sein werden. Und er wird mit seinen Schriften konfrontiert, von denen eine es ja in der Tat in sich hat…

Foto: Klaus Billand
Das im Festsaal des Neuen Rathauses versammelte Publikum begegnete also einem Menschen, der nahezu gleichzeitig die bis in die heutige Zeit inspirierenden Revolutionsschriften und das abscheuliche Judenthum in der Musik verfasste… Die Form, mit der das Südtheater seine Inhalte umsetzt, ist authentisch, immer überraschend und mit familiärer Nähe zum Publikum, das nicht selten Einfluss auf das Theatergeschehen nehmen kann. So auch diesmal wieder mit den drei Schauspielern Susanne Bolf, August Geyler und Armin Zarbock, die Cosima Liszt/Richard Wagner, Hans von Bülow und Hermann Levi spielten. Das Publikum lieferte mit kurzen schriftlichen und anonymen Beiträgen den Schauspielern die unmittelbar zu behandelnden Themen. David Timm spielte unterdessen hinter einem Bühnenvorhang als Richard Wagner auf dem Klavier. Es war ein verblüffend authentisch wirkendes Theaterstück mit starkem Bezug zu dem, was man so kennt…
- Meisterkurs Gesang, 21.-25.5.2026
In enger Zusammenarbeit mit der Europäischen Stiftung der Rahn Dittrich Group für Bildung und Kultur fand auch in diesem Jahr ein Meisterkurs Gesang der Kulturstiftung Leipzig in der Alten Nikolaischule statt. Im Zentrum der Arbeit standen Wagnersches Opernrepertoire und Deutsches Lied der Romantik. Als Kursleiterin konnte unter Mitwirkung des Autors mit Kammersängerin Linda Watson eine der weltweit gefragtesten dramatischen Sopranistinnen für die Opern Richard Wagners gewonnen werden. Die Korrepetition lag erneut in den bewährten Händen von Kapellmeister Karl-Heinz Müller.

Foto: Klaus Billand
Kursteilnehmer waren junge, hochtalentierte Profisängerinnen, und zwar die US-Amerikanerin Taylor Haines, Rebecca Blanz aus Deutschland, Bronwyn Douglas aus Australien, Henrike Henken aus Dänemark, sowie Hannah Medlam und Xenia Strunz, beide aus Österreich. Die jungen Sängerinnen legten ein beeindruckendes Talent und bereits sehr große gesangliche Qualität an den Tag, sodass es im Dialog mit KS Linda Watson nur noch um wenige spezielle Aspekte des vokalen Vortrags ging. Der öffentliche Meisterkurs schloss mit zwei öffentlichen Konzerten, einem Liederabend am 24. und einem Opernabend am 25. Mai.
- Wagner im Museum, 22./23.5.2026
Einige Museen in Leipzig zeigen Spuren von Richard Wagner in der Stadt. So wurde ein Besuch des sog. Wagner-Kabinetts im Stadtgeschichtlichen Museum des Alten Rathauses organsiert, mit Führung. Hier konnte man sein eigenes Komponier-Klavier der Marke Bechstein bewundern und einige sehr interessante Bilder aus seiner Zeit in Leipzig.

Foto: Klaus Billand
Eine zweite Führung fand im Kellergewölbe der Alten Nikolaischule statt, wo es eine höchst interessante Dauerausstellung zu Der junge Wagner 1813-1834 gibt, mit vielen Informationen zu Wagners Frühwerk.
- Happy Birthday, Richard, 22.5.2026
Der Richard-Wagner-Verband Leipzig hatte sich eine ganz besondere Form der Feier zu Wagners 213. Geburtstag einfallen lassen. Er richtete eine große Kaffeetafel in der Nähe von Wagners schon lange nicht mehr existierendem Geburtshaus am Brühl ein, wo schon seit DDR-Zeiten ein Shopping Center steht. Immerhin gibt es eine bronzene Gedenktafel an den Bayreuther Meister.

Foto: Klaus Billand
Neben Kaffee und selbstgemachtem köstlichem Kuchen gab es einen Sternmarsch des Blechbläserquintetts „Waachner Brass“ (Michael Schlabes, 1. Trompete; Torsten Rösch, 2. Trompete; Sytske Pas, Horn; Hendrik Reichardt, Posaune; Philipp Günther, Tuba) mit Weckrufen und vielen bekannten Melodien aus Wagners Oeuvre. Die Organisation lag bei Josef Hauer und Uwe Ebert. Eine kleine Wagner-Figur „überwachte“ mit erhobenen Armen das ganze Geschehen.
Anschließend gab es eine Hommage an Richard Wagner zu seinem Geburtstag: Göttervater Wotan, Tannhäuser, Elsa von Brabant und Hans Sachs outeten sich sehr humorvoll als zentrale Figuren aus Wagners Opern und trugen lustige Monologe vor, umwanderten respektvoll auch die ganze Szene. Axel Thielmann als Wotan, Klaus-Michael Weinmann als Tannhäuser, Ursula Oehme als Elsa von Brabant und Helmut Loos als Hans Sachs übernahmen kompetent und gut einstudiert diese Rollen, nach einer Idee für die Performance von Ursula Oehme mit Texten von ihr und Axel Thielmann.

Foto: Klaus Billand
- Die Wagners und Liszt – eine Via crucis oder Grand Galop? 22.5.2026
Die Urenkelin von Richard Wagner, Nike Wagner, hielt im sehr gut besuchten Festsaal des Alten Rathauses einen hochinteressanten und zum Teil auch in noch nicht so bekannte Details gehenden Vortrag zur Künstlerfreundschaft Wagners mit Liszt. Sie ist mindestens so berühmt wie jene zwischen Goethe und Schiller. Analog zum klassischen Dichterpaar haben die beiden aber niemals ein Doppeldenkmal erhalten.
Man denkt gleich an jenes der beiden Dichter vor dem Nationaltheater Weimar. Andererseits drängt sich auch die Frage auf (der Verf.) warum die Büste Franz Liszts recht weit abseits im Osten des Bayreuther Festspielhauses steht. Hier wird sie allenfalls von den Besuchern gesehen, die ihr Auto in der Wotanstraße oder deren Nähe geparkt haben. Und das sind nur sehr wenige! Warum steht sie nicht etwas weiter unten im Festspielpark, wo fast alle vorbeikommen? Man könnte sie ja auch dorthin umsetzen. Ich frage mich, warum Nike Wagner nicht so einen Vorschlag macht, wenn ein Doppeldenkmal bei der derzeitigen Sachlage doch viel schwerer zu realisieren ist.

Foto: Klaus Billand
Sie fragte stattdessen, ob es da eine gewisse Schieflage gegeben haben könnte – verdeckte einer den anderen? In ihrem tiefgründigen – und auch mit einigen von ihr bekannten leicht spitzzüngig-sarkastischen Andeutungen gespickten Vortrag untersuchte Nike Wagner die 40 Jahre währende Freundschaft dieser beiden sensationellen Künstlerfiguren. Er wurde kongenial von Prof. Rolf-Dieter Arens am Flügel begleitet. Es war eine sehr gewinnbringende und hochinteressante Veranstaltung der Kulturstiftung Leipzig in Zusammenarbeit mit dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig.
- Konzert zu Richard Wagners 213. Geburtstag, 22.5.2026
An Wagners Geburtstag fand im Paulinum, der Aula/Universitätskirche St. Pauli, ein sehr gutes und auch gut besuchtes Konzert zu seinen Ehren satt. Es musizierten Preisträger des Leipziger Wagner-Wettbewerbs 2026, eine Bayreuth-Stipendiatin, Christiane Libor (Sopran) sowie das MDR-Sinfonieorchester unter Leitung von UMD David Timm.

Foto: Klaus Billand
Es erklangen die Ouvertüre d-Moll WWV 20 von R. Wagner, das Nachtlied MWV K 125 von F. Mendelssohn Bartholdy, Ausschnitte aus Tannhäuser, die Romanze I von Robert Schumann für Oboe und Klavier; und die Wesendonck-Lieder. Nach der Pause gab es Die Loreley, S. 369 von Franz Liszt und schließlich wesentliche Teile aus Tristan und Isolde mit einem von Christiane Libor herrlich intonierten Isoldes Liebestod.

Foto: Klaus Billand
Taylor Haines, Sopran; Robin Park, Bariton; Layla Köhler-Baratto, Englischhorn und eben Christiane Libor waren neben David Timm mit dem MDR-Sinfonieorchester die Protagonisten des abendlichen Konzerts. Alle wurden mit lang anhaltendem Beifall bedacht, ein absoluter Höhepunkt der WAGNER-FESTWOCHE 2026, veranstaltet vom Richard-Wagner-Verband Leipzig in Kooperation mit der Leipziger Universitätsmusik.
- Nachtkonzert, 22.5.2026
Den großen Reigen an Veranstaltungen zu Richard Wagners 213. Geburtstag schloss ein denkwürdiges Nachtkonzert um 22 Uhr (!) in der Nikolaikirche ab. Es wurde zu einem großen serenen Erlebnis, wie eine Suche nach dem heiligen Gral, Zeit für das Ringen um Erlösung – ganz im Wagnerschen Sinne. Prof. Rolf-Dieter Arens, UMD David Timm und Nikolaikantor Markus Kaufmann ließen ausgewählte Klanggemälde aus dem Parsifal entstehen. Im Wechselspiel zwischen der Ladegast-Eule-Orgel mit ihren 106 Klangfarben und dem Flügel im Kirchenraum entlud sich Wagners Symbolik in Feierlichkeit und Karfreitagszauber.
Nachdem zunächst das Excelsior von Franz Liszt erklungen war, folgte eine Transkription für Klavier von Fanz Liszt Feierlicher Marsch zum Heiligen Gral, am Klavier Rolf-Dieter Arens. David Timm trug zwei interessante Improvisationen vor, davon eine auf der Orgel. Ebenfalls auf der Orgel spielte Markus Kaufmann eine Transkription von Edwin Lemare, das Vorspiel zum III. Aufzug aus Parsifal. Danach erklang der Karfreitagszauber.

Foto: Klaus Billand
Rolf-Dieter Arens spielte sodann die Erlösung aus Parsifal, eine Transkription für Klavier von Clemens Schultze-Biesantz. Es war eine solche Stimmung in der Kirche, dass man erst ganz am Schluss, als sich die Musiker vorstellten, zu applaudieren wagte. Das wird man so schnell nicht vergessen! Ich denke, dass ein solches Konzert-Nachtformat auch an anderen Orten sehr viel Interesse wecken könnte.
- Nahaufnahme / Wagner-Transkriptionen im Konzert, 23.5.2026
Zwar ist Richard Wagners Musik für große Räume gedacht. Gleichwohl gewinnt sie an kleineren Orten eine besondere Intensität. So veranstaltete man in der Aula der Nikolaischule, in der Richard Wagner zur Schule ging, also an einem sehr authentischen Ort, ein Konzert mit Szenen aus Tannhäuser und Tristan und Isolde in verschiedenen kammermusikalischen Bearbeitungen. Es musizierten Andreas Hartmann & Orin Laursen, Violine; Ionel Ungureanu, Viola; Susanne Raßbach, Cello als Solisten des MDR-Sinfonieorchester sowie am Klavier Rolf-Dieter Arens & Sofia Semenina.

Foto: Klaus Billand
Hagen Kunze sorgte mit einer kurzweiligen Moderation für verbale Auflockerung. Zum Tannhäuser hörte man instrumental den Einzug der Gäste nach einem Arrangement (arr.) von E. Kross; Du holder Abendstern (arr. Liszt); Pilgerchor (arr. H. Gärtner) und Du holder Abendstern (arr. C. Arnold). Zu Tristan und Isolde erklangen Vorspiel und Liebestod (arr. C. Schenk), O sink hernieder, Nacht der Liebe (arr. A. Förster) und Liebestod (arr. A. Ritter).
Für zwei stimmliche Höhepunkte des Abends sorgte die Sopranistin Iphigenie Worbes. Die Leipzigerin war Bayreuth-Stipendiatin und studierte bei Stefan Vinke und Brigitte Wohlfarth. Nach Studien in Jerusalem und Weimar absolviert sie derzeit ihr Meisterklassenexamen bei Prof. Carola Gruber an der HMT Leipzig. Sie begeisterte das Publikum mit einer engagiert vorgetragenen Hallenarrie aus Tannhäuser und einem ebenso differenziert wie emphatisch vorgetragenen Isoldes Liebestod. Es war ein interessantes und mit vielen selten gehörten Titeln auch sehr bereicherndes Konzert.

Foto: Klaus Billand
Es gab dann noch vier weitere Programmpunkte dieser in der Tat beeindruckenden WAGNER-FESTWOCHE, die der Autor aufgrund von anderen Terminen nicht mehr besuchen konnte. Am 24.5. gab es eine Führung über den alten Johannisfriedhof zum Richard-Wagner-Hain. Dort konnte man das Grabmal der Mutter und seiner Lieblingsschwester Rosalie sehen, sowie einen Gedenkstein für Wagners Vater. Dies wurde vom Richard-Wagner-Verband organisiert.
Am selben Tag gab es einen Vortrag von Prof. Helmut Loos an der Grieg-Begegnungsstätte zum Thema Wie Franz Liszt Wagnersche Musikdramen polarisierte. Am Abend gab es dann den bereits erwähnten Liederabend des Meisterkurses Gesang von KS Linda Watson, und am 25.5. den Opernabend des Meisterkurses als Abschlusskonzert der WAGNER-FESTWOCHE 2026.

Foto: Klaus Billand
Was allerdings etwas verstörte in diesen Tagen, war die nahezu bis tatsächlich völlige Abwesenheit der Leipziger Medien hinsichtlich einer Berichterstattung über die WAGNER-FESTWOCHE 2026. Auch in der größten und sonst über die Oper und das Theater regelmäßig berichtenden größten Tageszeitung der Stadt konnte der Autor keinen Artikel finden. Nun ist ja bekannt, dass sich die Leipziger mit Richard Wagner von je her etwas schwer getan haben. Nicht zuletzt deshalb wurde das Thema der Festwoche so gewählt wie es gewählt wurde. Aber auch diese sensible Herangehensweise an das Thema Richard Wagner in Leipzig konnte die Lokalpresse offenbar nicht zu einer inhaltsvollen und umfangreicheren, möglicherweise auch kritischen Berichterstattung bewegen. Das ist und bleibt unverständlich.
Dr. Klaus Billand, Wien, www.klaus-billand.com
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Julia Fischer startet in die Sommerfestival Saison 2026

© Neuschwanstein Konzerte
Julia Fischer eröffnet den Sommer 2026 mit einer Reihe hochkarätiger Festivalauftritte, bei denen sie auf führende Orchester und langjährige musikalische Partner trifft. Ein besonderer Höhepunkt ist die Aufführung der 24 Capricen von Paganini an einem Abend bei ihrem eigenen Festival in Boswil im Aargau.
Kissinger Sommer
Am vergangenen Wochenende war Julia Fischer gleich zweimal beim Kissinger Sommer zu erleben. Zunächst als Solistin gemeinsam mit dem Budapest Festival Orchestra unter der Leitung von Iván Fischer, auf dem Programm stand mit Ludwig van Beethovens Violinkonzert eines der beliebtesten Werke der Violinliteratur.
In Kürze können Sie das Konzert mit dem Budapest Festival Orchestra im JF CLUB ansehen.
Gemeinsam mit der Pianistin Yulianna Avdeeva gestaltete Julia Fischer im Rossini-Saal ein vielseitiges Programm mit Werken von Händel, Respighi, Weinberg und Saint-Saëns. Das Konzert spannte einen Bogen von der Barockzeit bis in die musikalische Moderne und unterstrich die künstlerische Vielseitigkeit beider Musikerinnen. Julia Fischer und Yulianna Avdeeva verbindet eine langjährige Zusammenarbeit, die regelmäßig in gemeinsamen Konzertprojekten ihren Ausdruck findet.
Der FAZ-Journalist Jan Brachmann besuchte das Festival in Bad Kissingen und schrieb begeistert über Julia Fischers Konzerte, mehr dazu lesen Sie hier (nur mit FAZ-Zugang).
Boswiler Sommer (26.6 – 5.7.2026)
Der Boswiler Sommer steht seit 2024 unter der künstlerischen Leitung von Julia Fischer und Benjamin Nyffenegger und bringt internationale Spitzenmusiker*innen in einzigartiger Atmosphäre zusammen. Im idyllisch zwischen Zürich und Luzern gelegenen Boswil im Aargau finden zwischen 26. Juni und 5. Juli nicht weniger als 12 Konzerte in unterschiedlichen Formationen mit langjährigen Kammermusikpartnern und auch Studierenden statt.
Zu den besonderen Höhepunkten zählt das Konzert „Teuflische Capricen“ am Samstag, 27. Juni, in dem Julia Fischer sich einer der größten Herausforderungen der Violinkunst stellt: den 24 Capricen von Niccolò Paganini. Dieses außergewöhnliche Projekt verspricht Virtuosität auf höchstem Niveau und gewährt zugleich Einblicke in die Mythen rund um Paganinis legendäre Technik.
Das Festivalmotto „Musik ganz nah erleben“ ist besonders passend zu dem intimen Rahmen der Konzerte im Künstlerhaus Boswil. Im Rahmen von Meisterkursen arbeitet Julia Fischer mit dem musikalischen Nachwuchs, der sich anschließend in öffentlichen Konzerten präsentiert.
Einen Überblick der gesamten Konzerte finden Sie hier:
Boswiler Sommer 2026
Musikfest am Tegernsee (22.7.2026)
Unter dem Titel Julia Fischer & Friends präsentiert die Geigerin gemeinsam mit Lena Neudauer, Eva Zavaro, Valerie Steenken, Nils Mönkemeyer, Wen Xiao Zheng, Maximilian Hornung und Benjamin Nyffenegger zwei Meilensteine der Kammermusikliteratur: George Enescus monumentales Oktett für Streicher op. 7 sowie Felix Mendelssohn Bartholdys berühmtes Streichoktett op. 20. Besonders am Herzen liegt Julia Fischer dabei die Zusammenarbeit mit der nächsten Musikergeneration: Mit Eva Zavaro und Valerie Steenken stehen zwei ehemalige Studentinnen der Geigerin auf der Bühne.
Das Konzert wird für das ARD-Radiofestival mitgeschnitten (Sendetermin folgt).
22. Juli 2026 – 19:00 Uhr – Tenne, Gut Kaltenbrunn, Gmund
Festspiele Mecklenburg-Vorpommern
Das Oktett-Programm findet wenige Tage später seine Fortsetzung bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern. In nahezu unveränderter Besetzung präsentiert Julia Fischer gemeinsam mit ihren musikalischen Partnern erneut die beiden großen Werke für Streichoktett von Mendelssohn und Enescu.
24. Juli 2026 – 19:00 Uhr – Heiligen-Geist-Kirche, Wismar
Neuschwanstein Konzerte
Am 29. Juli, Eröffnungsabend der Festspiele vor der Kulisse des renommierten Königsschlosses, ist Julia Fischer als Solistin gemeinsam mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter der Leitung von Omer Meir Wellber zu erleben.
Im Schlosshof von Neuschwanstein beschließt Julia Fischer einen vielseitigen Festivalsommer mit Tschaikowskys Violinkonzert und Saint-Saëns‘ Rondo Capriccioso.
29. Juli 2026 – 20:30 Uhr – Schloss Neuschwanstein
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„La Boheme“ von Giacomo Puccini am 17. Juni 2026 mit dem Staatstheater Meiningen im Theater/HEILBRONN
Figuren werden in Zeichnungen lebendig

Lubov Karetnikova, Garret Evers. Foto: Christina Iberl
Einer der bedeutendsten zeitgenössischen Maler, Markus Lüpertz, hat bei dieser Produktion Regie geführt. Und er ist auch für Bühne und Kostüme verantwortlich, was ein Vorteil ist. Denn so ergänzt sich alles gegenseitig. +Diese Meininger Inszenierung fand große internationale Anerkennung. Das Werk entführt in die Pariser Künstlerszene Ende des 19. Jahrhunderts. Auf einem Dachboden leben der Schriftsteller Rodolfo, der Maler Marcello, der Philosoph Colline und der Musiker Schaunard in großer finanzieller Unsicherheit zusammen. Rodolfo verliebt sich in seine Nachbarin Mimi. Doch dieser Liebe ist kein Glück beschieden, denn Mimi ist schwerkrank. Weil Rodolfo ihr nichts bieten kann, möchte er sich von ihr trennen. Diese große und zerbrechliche Liebe übersteht den Winter nicht, denn Mimi stirbt. Markus Lüpertz hat für diese bemerkenswerte Inszenierung drei Texte geschrieben und gesprochen. Diese geben seine ganz eigene Haltung der Handlung wieder. Den ersten Text „“La Boheme“ hört man praktisch als Ouvertüre zum ersten Mal. Der zweite Text „Rodolfo“ erklingt dann direkt vor dem zweiten Bild und der dritte Text „Mimi“ ist als Einleitung zum vierten Bild zu hören. Das Bühnenbild fesselt aufgrund seiner rustikalen Farbenpracht und Vielgestaltigkeit. „Der gebrochene Ast verrät ein Gott hielt Rast…“ ist der Ausschnitt eines Textes zu „La Boheme“ von Markus Lüpertz, der mit 31 Jahren als jüngster Professor an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe kam. Der 1941 im böhmischen Liberec geborene Lüpertz ist als Maler, Grafiker und Bildhauer ein echter „Bohemien“ – und so inszeniert er dieses Werk auch. Die Figuren sind hier aus Zeichnungen und Gemälden entstanden, werden plötzlich lebendig. Das ist das Spannende an dieser Inszenierung. „Im Grund steht man da und muss sich fragen: Will ich leben oder will ich Kunst machen. Nur die wenigsten schaffen beides“, meint Lüpertz. Die bunte Menge auf den Straßen des Quartier Latin im zweiten Bild steht in grünen Gewändern ziemlich unbeweglich da – aber der Zauber des Montmartre ist trotzdem allgegenwärtig. Die Frivolität von Musetta wird nicht übertrieben herausgestellt. Am besten gelingt hier die Schluss-Szene mit dem Tod Mimis. Der Lichtkegel beleuchtet ihr Gesicht, sie steht aufrecht und starr da, blickt zu Boden. Und da tritt plötzlich ein Skelett mit Totenmaske heran. Das Schauerliche dieser Szene geht unter die Haut und hinterlässt beim Publikum einen tiefen Eindruck.

Lubov Karetnikova, Garrett Evers, Keith Klein, Tomasz Wija, Hannah Gries, Johannes Mooser. Foto: Christine Iberl)
Musikalisch ist diese Produktion weitgehend überzeugend. Killian Farrell dirigiert die Meininger Hofkapelle sensibel und ausdrucksstark zugleich, stellt auch kammermusikalische Bezüge einfühlsam heraus, was den Sängerinnen und Sängern zugute kommt. Die Fülle kleiner Themen und Motive sprudelt hier nur so hervor, betört den Zuhörer, besitzt charakterisierende Kraft. Die überaus bewegliche Rhythmik lässt sich in keine starren Metren zwängen. Der Musette-Walzer im zweiten Bild besitzt sphärenhaften Zauber. Gleich zu Beginn setzt die Musik mit einem bewegten, kräftigen Motiv in den Blechbläsern ein. Insbesondere das Leitmotiv der Boheme trifft Killian Farrell genau. Geigen, Flöten, Oboen treten hinzu und die Harfe überzeugt mit weichen Akkorden. Der flüssige Parlando-Stil triumphiert, erinnert auch entfernt an das Flair der italienischen Buffo-Oper. Das Orchester übernimmt hier wirklich die Führung. Die Singstimmen, vor allem Rodolfos Gesang folgen ihm in einprägsamen melodischen Phrasen. Garrett Evers kann als Rodolfo mit geschmeidigem Timbre und sicheren tenoralen Spitzentönen überzeugen. Lubov Karetnikova trifft als Mimi gerade auch die lyrischen Sequenzen ihrer Partie ergreifend – und Hannah Gries ist eine nicht allzu mondäne Musetta, die das Komödiantische ihrer Rolle aber durchaus betont. In weiteren Rollen gefallen Johannes Mooser als Marcello, Tomasz Wija als Schaunard, Keith Klein als Colline und Daniel Domarecki als Parpignol. Ferner überzeugen noch Raphael Hering als Sergant Benoit, Mikko Järviluoto als Alcindoro, Matthias Richter als Zöllner sowie Richard Köllner (Kinderstatist) als Knabe. Der Chor des Staatstheaters Meiningen bietet eine famose, beeindruckende Gesamtleistung. Das Schwächerwerden Mimis drückt sich im Orchester hier ergreifend und beklemmend aus. Lange, zarte Akkorde klingen auf und verklingen wieder. Die Singstimmen agieren in kurzatmigen Phrasen. Es kommt zu einer erschütternden Reminiszenz an Rodolfos Liebesarie. Zwei Soloviolinen spielen sie langsam und in vierfachem Pianissimo, die Bassklarinette fesselt mit einer tiefen Note: Mimi stirbt. Ansonsten strahlen Singstimmen und Orchester in den anderen Akten in betörendem Glanz – auch wenn das manchmal noch eindringlicher betont werden könnte. Der Regisseur Markus Lüpertz sagt: „Puccini ist der Opernkomponist schlechthin, ein unglaublich moderner. Er ist mehr als das Sentiment, das ihm nachgesagt wird.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Mikko Järviluoto, Johannes Mooser, Hannah Gries, Keith Klein, Tomasz Wija, Keith Klein, Lubov Karetnikova, Garrett Evers. Foto: Christine Iberl
Begeisterter Schlussapplaus des Publikums für eine sehenswerte Inszenierung.
Alexander Walther
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