INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 9. JULI 2026)
Zum 50. Jubiläum: Innsbrucker Festwochen der Alten Musik erwecken Pietro Antonio Cestis «Il pomo d’oro» nach über 350 Jahren zu neuem Leben

Mit einer spektakulären Opern-Wiederentdeckung feiern die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik ihr 50. Jubiläumsjahr: Pietro Antonio Cestis monumentale Barockoper «Il pomo d’oro» erklingt erstmals seit ihrer Uraufführung im Jahr 1668 wieder in voller Länge. Das bei seiner Uraufführung mehr als achtstündige Werk mit 47 Rollen gilt als Inbegriff der barocken Hofoper und wird – wie bereits bei seiner Uraufführung – an zwei aufeinanderfolgenden Abenden aufgeführt. Möglich wird dies durch eine eigens für die Festwochen entstandene Rekonstruktion der verschollenen Musik zweier Akte durch den Musikalischen Leiter Ottavio Dantone. Gemeinsam mit rund 20 Solist*innen, Chor, zwei Tanzkompanien und der Accademia Bizantina bringt er das jahrhundertelang als unaufführbar geltende Meisterwerk auf die Bühne. Für die Inszenierung zeichnet der italienische Regisseur Fabio Ceresa verantwortlich. Die drei Vorstellungen sind am 7. und 8., 11. und 12. sowie am 15. und 16. August im Tiroler Landestheater.
«‹Il pomo d’oro› war eine besondere Herausforderung, weil verlorene Teile der Oper rekonstruiert werden mussten. Gerade zum 50-jährigen Jubiläum der Innsbrucker Festwochen erschien mir dieses Werk jedoch als die ideale Wahl. Ich hoffe, dass diese außergewöhnliche Oper beim Publikum dieselbe Freude und dasselbe Staunen auslöst, wie bei ihrer Uraufführung im 17. Jahrhundert – nicht umsonst galt sie damals als das größte Opernspektakel ihrer Zeit.»
— Ottavio Dantone, Musikalischer Leiter der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik
Pracht, Überfluss und spektakuläre Bühneneffekte machten «Il pomo d’oro» bereits 1668 zu einer Sensation. Pietro Antonio Cesti, einer der bedeutendsten Opernkomponisten des frühen Barock, wirkte zunächst als Hofkapellmeister am Innsbrucker Hof der Habsburger, bevor er in den Dienst des Wiener Kaiserhofs trat. Für die Feierlichkeiten zur Hochzeit Kaiser Leopolds I. mit Margarita Teresa von Spanien schuf er dort «Il pomo d’oro». Damit ist «Il pomo d’oro» eng mit Innsbrucks eigener Operngeschichte verbunden. Doch die Oper verschwand nahezu vollständig von den Spielplänen: Der enorme Aufführungsaufwand und der Verlust der Musik der Akte III und V ließen sie über Jahrhunderte zur Legende werden. Für die Innsbrucker Festwochen rekonstruierte Ottavio Dantone die fehlenden Teile anhand erhaltener Fragmente und weiterer Kompositionen Cestis, sodass das Werk erstmals seit seiner Uraufführung wieder als vollständiges Ganzes erlebt werden kann. Erzählt wird über zwei Abende hinweg die Geschichte des berühmten goldenen Apfels der Eris – jenes verhängnisvollen Urteils des Paris, das den Trojanischen Krieg auslöst –, eingebettet in ein ebenso prachtvolles wie überraschend humorvolles Spiel der olympischen Götter.
Neben Ottavio Dantone und Regisseur Fabio Ceresa zeichnen Nikolaus Webern für das Bühnenbild und Giuseppe Palella für die Kostüme verantwortlich. Palella wurde 2023 von der Fachzeitschrift Opernwelt als «Kostümbildner des Jahres» ausgezeichnet. Im Sänger*innenensemble finden sich zudem zahlreiche ehemalige Preisträger*innen des Internationalen Gesangswettbewerbs für Barockoper «Pietro Antonio Cesti», darunter Shira Patchornik (1. Preis 2021), Sophie Rennert (2. Preis 2016) und Giacomo Nanni (3. Preis 2023). Ergänzt wird die Produktion durch den Chor NovoCanto sowie die beiden Tanzkompanien Street Motion Studio und Associazione Culturale Fattoria Vittadini.
Mit dieser monumentalen Wiederentdeckung setzen die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik ein Ausrufezeichen zu ihrem 50-jährigen Bestehen. Seit 1976 zählt das Festival zu den international führenden Veranstaltungen für historisch informierte Aufführungspraxis und hat sich mit der Wiederentdeckung und Wiederaufführung vergessener Opern des 17. und 18. Jahrhunderts einen Namen gemacht. Vom 24. Juli bis 30. August 2026 verbindet das Jubiläumsprogramm diese Tradition mit Konzerten, Opernproduktionen und dem Internationalen Gesangswettbewerb für Barockoper «Pietro Antonio Cesti», dessen Teilnehmer*innen in der Barockoper:Jung Händels «Atalanta» auf die Bühne bringen. So schlagen die Festwochen eine Brücke zwischen der reichen Musikgeschichte Innsbrucks und der Zukunft der Alten Musik.
Das vollständige Programm der Festwochen 2026
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Berlin: Der Götz-Friedrich-Preis für die Spielzeit 2025/2026 geht an Giulia Giammona und Elena Maria Artisi

Götz Friedrich. Kranichfoto
Der Götz-Friedrich-Preis für die Spielzeit 2025/2026 geht an Giulia Giammona für ihre Inszenierung von Paul Hindemiths CARDILLAC am Staatstheater Meiningen (Foto oben) und an Elena Maria Artisi für Donizettis LUCIA DI LAMMERMOOR am Theater Altenburg Gera (Foto unten). Angesichts zweier gleichermaßen überzeugender Produktionen hat sich die Jury in diesem Jahr erstmals dafür entschieden, zwei Preisträgerinnen zu küren. Die Verleihung findet am 19. November 2026 in der Deutschen Oper Berlin statt.
Seit über fünfundzwanzig Jahren ist der Götz-Friedrich-Preis eine der wichtigsten Einrichtungen zur Förderung herausragender Begabungen im Bereich der Musiktheaterregie – Preisträger*innen wie Stefan Herheim, Eva-Maria Höckmayr, Elisabeth Stöppler und Benedikt von Peter seien hier stellvertretend genannt. Nachdem der Götz-Friedrich-Preis zwischenzeitlich durch die Deutschsprachige Opernkonferenz ausgerichtet wurde, ist er seit der Spielzeit 2022/2023 an die Deutsche Oper Berlin, die Hauptwirkungsstätte seines Widmungsträgers, zurückgekehrt. Mitglieder der Jury, deren Votum einstimmig erfolgte, sind Julia Spinola (Tiroler Landestheater), Dorothea Hartmann (Staatstheater Wiesbaden), Beate Breidenbach (Deutsche Oper Berlin), Wolfgang Nägele (Theater Bielefeld) und Jörg Königsdorf (Deutsche Oper Berlin). Der Götz-Friedrich-Preis wird finanziell vom Förderkreis der Deutschen Oper Berlin unterstützt.
Giulia Giammona
Die deutsch-italienische Regisseurin Giulia Giammona erhielt ihre musikalische Ausbildung als Jungstudentin an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin und studierte Regie am Thomas Bernhard Institut der Universität Mozarteum Salzburg. Zu ihren ersten Regiearbeiten zählen VANITAS von Salvatore Sciarrino und MATCH von Mauricio Kagel, die an der Bayerischen Staatsoper entstanden, wo sie als Spielleiterin tätig war. Seit 2022 arbeitet sie regelmäßig bei den Salzburger Festspielen. Dort leitete sie zunächst das Operncamp mit einer Kinderfassung von Mozarts DIE ZAUBERFLÖTE und inszenierte in den folgenden Spielzeiten DAS KIND UND DIE ZAUBERDINGE von Maurice Ravel sowie DIE KLUGE von Carl Orff. Im selben Jahr führte sie Regie bei der Uraufführung von Georg Friedrich Haas’ Oper SYCORAX an den Bühnen Bern. Für ihre Inszenierung von PENELOPE nach Leonora Carrington erhielt sie 2024 den Jurypreis des Körber Studios Junge Regie am Thalia Theater Hamburg. Als künstlerische Mitarbeiterin wirkt sie zudem in Produktionen von Romeo Castellucci mit, darunter PELLÉAS ET MÉLISANDE von Claude Debussy am Teatro alla Scala und SAINT FRANÇOIS D’ASSISE von Olivier Messiaen bei den Salzburger Festspielen 2026. Zu ihren jüngsten Arbeiten zählen CARDILLAC am Staatstheater Meiningen TRÄUME EINE NACHT IM ELFENWALD für das Kinderopernhaus Berlin an der Staatsoper Unter den Linden, Produktionen am Hessischen Staatstheater Wiesbaden und bei den Tiroler Festspielen Erl sowie die Uraufführung von ANNA A. von Silvia Colasanti am Teatro alla Scala. In der Spielzeit 2026/27 wird sie unter anderem an der Staatsoper Unter den Linden, bei der Stiftung Haydn in Bozen und an der Opéra de Lille inszenieren.
Elena Artisi
Elena Artisi begann 2017, nach zwei Semestern im Jungstudium für Gesang an der Hochschule für Künste Bremen, ihr Studium der Musikwissenschaft an der Universität Wien und der Sapienza Università di Roma, welches sie 2023 mit einem Master of Arts abschloss. Seit 2024 ist sie Alumna der Studienstiftung des deutschen Volkes. Neben dem Studium arbeitete Elena Artisi als Regieassistentin für verschiedene Opern- und Schauspielhäuser sowie Festivals, darunter Theater an der Wien, Innsbrucker Festwochen für Alte Musik und Aalto Theater Essen u.a. mit den Regisseur*innen Ilaria Lanzino, Laurent Pelly oder Kay Link. Im Juni schloss sie das Studium der Musiktheaterregie an der MDW Wien in der Klasse von Roland Schwab ab. Im Zuge dessen realisierte sie eigene Projekte als Regisseurin, u.a. eine Bearbeitung von Thomas Bernhards „Der Theatermacher“, die Kammeroper RADAMES von Peter Eötvös, THE BOATSWAIN’S MATE von Ethel Smyth und als Diplominszenierung ORFEO.EURIDICE.SCHATTEN – eine Neuinterpretation des bekannten Mythos mit Musik von Monteverdi und Texten von Elfriede Jelinek. In ihrer Arbeit sucht Elena Artisi, die Grenzen von Genre- und Geschlechterstereotypen auszudehnen und zu überwinden. In der Spielzeit 2025/2026 inszenierte sie am Theater Altenburg Gera LUCIA DI LAMMERMOOR von Gaetano Donizetti, wo sie folgend auch LA TRAVIATA in der kommenden Spielzeit auf die Bühne bringen wird. Im April 2027 wird sie mit GOLD! am Theater an der Wien debütieren und darauf an der Oper Graz Strauss‘ ELEKTRA inszenieren.
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OPUS KLASSIK Wochenende 11.Juli 2026 : Klassikstars live auf der OPUS
• OPUS KLASSIK für den Bestseller des Jahres geht an Lang Lang
• Jonas Kaufmann und Sarah Willis stehen im Oktober live auf der Bühne de r OPUS
KLASSIK Gala
• Anna Novák moderiert das OPUS KLASSIK Konzert am 10. Oktober
• Tickets für die OPUS KLASSIK Gala (11.10.) hier erhältlich
Berlin, 06 . Juli 2026 . Der Countdown zum OPUS K LASSIK Wochenende 2026 hat begonnen . Weltstar -Tenor Jonas Kaufmann und die gefeierte Hornistin Sarah Willis bestätigen ihre Auftritte bei der OPUS KLASSIK Gala . Die Gesellschaft zur Förderung der Klassischen Musik gibt den Bestseller des Jahres bekannt.
Der OPUS KLASSIK in der Kategorie Bestseller des Jahres geht bereits zum zweiten Mal in Folge an Lang Lang . In diesem Jahr erhält er die Auszeichnung für sein Album Piano Book 2 . Der weltweit gefeierte Pianist zählt zu den erfolgreichsten Künstlern der klassischen Musik. Sein inspirierendes Klavierspiel begeistert ein Millionenpublikum, was sich in seinen zahlreich verkauften Alben und Streams zeigt . Auf Piano Book 2 vereint Lang Lang legendäre Klassiker, zeitgenössische Kompositionen sowie Filmmusik, Anime und Musik aus Videospielen. Seine Botschaft ist klar: Klassische Musik ist für alle. Der Preis wird auf Grundlage der offiziellen Verkaufszahlen der GfK Entertainment (Ge sellschaft für Konsumforschung) vergeben .
Alle Preisträger des OPUS KLASSIK 2026 finden Sie hier

Jonas Kaufmann. Foto: Dario Acosta
Mit Jonas Kaufmann steht bereits e in besonderer Höhepunkt der diesjährigen OPUS KLASSIK Gala fest: Der Star -Tenor wird am 11. Oktober auf der Bühne stehen. S eit mehr als zwei Jahrzehnten zählt er m it seiner unverwechselbaren, warmen und kraftvollen Stimme sowie seiner außergewöhnlichen Bühnenpräsenz und seinem vielseitigen Repertoire zu den prägenden Künstlerpersönlichkeiten der internationalen K lassik szene . Im Rahmen der Gala wird er für sein Album Doppelgänger mit dem OPUS KLASSIK in der Kategorie Audiovisuelle Musikproduktion des Jahres ausgezeichnet.

Sarah Williams. Foto: Victor Cervantes
Sarah Willis gehört zu den bekanntesten Hornistinnen der Welt und hat als erste Frau in der Blechbläsergruppe der Berliner Philharmoniker Musikgeschichte geschrieben. Sie verbindet klassische Musik mit Einflüssen anderer Kulturen und begeistert Menschen weit über die Klassikszene hinaus . Für die OPUS KLASSIK Gala hat sie ihren Auftritt gemeinsam mit ihrer kubanischen Band „The Sarahbanda“ bereits zugesagt und wird dort in der Kategorie Instrumentalist*in des Jahres geehrt .
Weitere auftretende Künstlerinnen und Künstler beim OPUS KLASSIK Wochenende werden in den nächsten Wochen bekanntgegeben.
Moderiert wird das OPUS KLASSIK Konzert am 10. Oktober im Fotografiska Berlin wie auch bereits in den vergangenen Jahren von Anna Novák . Das Konzert wird aufgezeichnet und auf radio3, dem Kultursender des rbb, gesendet.
Die OPUS KLASSIK Gala findet am 11. Oktober im Konzerthaus Berlin statt und wird von Désirée Nosbusch moderiert. Das ZDF überträgt die Gala am selben Abend um 22:15 Uhr im Fernsehen.
Karten für die Gala sind ab 49 Euro hier erhältlich .
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