INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 21. MAI 2026
Österreichische Gesellschaft für Musik: Einführungsvortrag zur Volksopernpremiere „Hoffmanns Erzählungen“

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Theater Münster: LA TRAVIATA
Oper in drei Akten von Giuseppe Verdi
Libretto von Francesco Maria Piave nach dem Schauspiel La Dame aux camélias von Alexandre Dumas d. J. mit zusätzlichen Sprechtexten von Angelika Reitzer
PREMIERE Samstag, 13.06.2026, 19.30 UHR / Großes Haus

Violetta Valéry: Robyn Allegra Parton, Copyright: Theater Münster
Violetta Valéry ist eine wohlhabende Pariser Kurtisane, die das Leben in vollen Zügen genießt. Die hohe Pariser Gesellschaft vergnügt sich selbstvergessen auf ihren Festen, reiche Adlige buhlen um sie. Doch eine bürgerliche Existenz ist ihr als traviata – italienisch für die vom rechten Weg Abgekommene, als „gefallene Frau“ – nicht vergönnt. Als Violetta sich in Alfredo verliebt, scheint ein neues Leben möglich. Sie löst ihr Vermögen auf, um ein abgeschiedenes Liebesnest auf dem Land zu finanzieren. Doch das idyllische Glück währt nur kurz. Als Alfredos Vater Violetta dazu drängt, die Beziehung zu beenden, um den Ruf seiner Familie zu schützen, fügt sich Violetta und kehrt nach Paris zurück. Alfredo, der nichts von den wahren Gründen der Trennung weiß, sucht sie auf einem Fest auf und demütigt sie in einem Ausbruch von Wut vor allen Gästen. Verlassen und allein ergibt sich Violetta schließlich ihrer Schwindsucht, die sie schon lange begleitet. Alfredos Vater, von Gewissensbissen geplagt, offenbart seinem Sohn die Wahrheit. Alfredo eilt nach Paris zurück, um Violetta in ihren letzten Stunden um Vergebung zu bitten.
Der Roman „Die Kameliendame“ von Alexandre Dumas d. J. wurde vor allem durch die Bühnenfassung des Autors zu einem großen Erfolg. Der Roman beginnt – wie auch die Inszenierung – am Friedhof, wo der trauernde Protagonist sich an das Leben der Edelkurtisane Marguerite Gautier erinnert. Die teilweise autobiografische Geschichte stellt eine von der Gesellschaft ausgegrenzte Frau in den Mittelpunkt. Giuseppe Verdi, der selbst eine gesellschaftlich umstrittene Beziehung mit der Sängerin Giuseppina Strepponi führte, fühlte sich der Geschichte unmittelbar verbunden und verwandelte Dumas‘ Drama in eine Oper. Trotz des Skandals, den die Uraufführung mit einer Kurtisane als Hauptfigur auslöste, wurde La Traviata bald zu einer der meistgespielten Opern weltweit. Mit einer intimen Tonsprache und ergreifenden Melodien zeichnet Verdi das Porträt einer außergewöhnlichen Frau, die – obwohl von der Gesellschaft verstoßen – mit dieser Oper unsterblich wurde.
In der Inszenierung von Georg Schütky wird Violettas Geschichte aus einer besonderen Perspektive erzählt: Erika (Irene Kugler), die Friedhofsgärtnerin, die sich um Violettas Grab kümmert, begleitet das Publikum durch ihre Erinnerungen an das tragische Leben von Violetta Valéry. Mit zusätzlichen Sprechtexten von Angelika Reitzer bringt Erika eine zusätzliche weibliche Perspektive in Verdis bewegende Musik – getragen von Zugewandtheit, Fürsorge und Empathie. Die Ausstattung von Christina Schmitt schafft dabei einen surrealen Raum zwischen Realität und Erinnerung und macht Violettas persönliche Sicht auf die Ereignisse spürbar. Violetta wandelt traumartig durch eine von Krankheit durchsetzte Landschaft, in der die Gesellschaft mal gefräßig, mal bigott erscheint, bis sie schließlich in einer besonderen Art von Sanatorium ihrem Tod begegnet. Zum Leben erweckt wird die Oper vom Ensemble des Theater Münster und dem Sinfonieorchester Münster unter der musikalischen Leitung von Henning Ehlert. In den Hauptpartien sind Robyn Allegra Parton als Violetta, Garrie Davislim als Alfredo und Johan Hyunbong Choi als Giorgio Germont zu erleben.
Besetzung:
Violetta Valéry: Robyn Allegra Parton
Alfredo Germont: Garrie Davislim
Giorgio Germont, sein Vater: Johan Hyunbong Choi
Flora Bervoix: Wioletta Hebrowska
Gaston, Vicomte von Létorières: Ki-Hwan Nam
Baron Douphal: Gregor Dalal
Marquis von Obigny: Yoogeon Hyeon
Doktor Crenvil: Kihoon Yoo
Annina, Violettas Dienerin: Yixuan Zhu
Erika, Friedhofsgärtnerin: Irene Kugler
SINFONEORCHESTER MÜNSTER
Künstlerisches Team:
Musikalische Leitung: Henning Ehlert
Regie: Georg Schütky
Bühne & Kostüm: Christina Schmitt
Dramaturgie: Maria Buzhor
Zusätzlichen Texte: Angelika Reitzer
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WIEN/ Staatsballett in der Staatsoper: „Manon“, revisited: Vienna State Ballet (Wiener Staatsballett), May 16th, 2026
A première can be something very exciting, but sometimes, a (good) „revival“can be even more. After meeting so many people I have not seen in quite a while (The Ballet Connoisseurs are back to watch substantious performances) and after such a long time of not seeing this ballet at the Vienna State Opera (and guessing that the coaching by Alessandra Ferri – who worked directly with Sir Kenneth MacMillan – would be outrageously brilliant), I started thinking of this evening as a very happy revival, in fact, a most fortunate one for the public.

attitude dance.platform (Ricardo Leitner)
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Berlin/ Staatsoper Unter den Linden: Mit dem Beginn der Proben für Die Entführung aus dem Serail richtet sich der Blick an der Staatsoper Unter den Linden auf die Premiere am 27. Juni.

Bülent Ceylan. Foto: Staatsoper Berlin
Ähnlich wie Mozarts Singspiel mit Vorstellungen und Klischees vom Eigenen und Fremden spielt, lädt die Neuinszenierung zu einer besonderen Perspektive auf das Werk ein. Bülent Ceylan wird sowohl als Bassa Selim als auch in seiner Persönlichkeit als Comedian auf der Bühne stehen und kommentierend durch den Abend führen. Die Texte der Sprechszenen entstehen in einer Neubearbeitung gemeinsam mit Regisseurin Andrea Moses und ihrem Team. „Die Inszenierung setzt auf Tiefe, Aktualität und Unterhaltung“, so Bülent Ceylan.
Mit der 1782 uraufgeführten Die Entführung aus dem Serail gelang Wolfgang Amadeus Mozart einer seiner frühen großen Opernerfolge. Ein Werk, das bereits vieles von jener musikalischen Ausdruckskraft erkennen lässt, die später auch die Zauberflöte prägen sollte. Thomas Guggeis, der dem Haus eng verbunden ist, übernimmt die musikalische Leitung. Gemeinsam mit der Staatskapelle Berlin, dem Staatsopernchor und einem wundervollen Ensemble bringt er Mozarts Singspiel zur Aufführung.
Termine & Tickets
Freuen Sie sich auf einen Opernabend voller Witz, Emotionen und musikalischer Brillanz. Mit Adela Zaharia, Serafine Starke, Siyabonga Maqungo, Michael Laurenz und David Steffens in den Gesangspartien.
Wir freuen uns auf Sie!
Herzliche Grüße
Ihre Staatsoper Unter den Linden
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Staatsoper Stuttgart „Liedkonzert MORITZ KALLENBERG“ 18.05.2026- Vertonungen schwäbischer Dichter

Rita Kaufmann, Moritz Kallenberg. Copyright: Staatsoper Stuttgart
Im Zeichen des recht umfangreichen Kreises schwäbischer Dichter stand dieser Abend in der Reihe gemeinsamer Veranstaltungen der Staatsoper und der Hugo Wolf-Gesellschaft. Wie deren Vorsitzende Dr. Cornelia Weidner vorab erläuterte, sind viele Gedichte erst durch diverse Vertonungen richtig bekannt geworden. Es dürfte auch kein Zufall sein, dass der Interpret dieses Abends auch aus Schwaben stammt und ihm das ausgesuchte Programm ein persönliches Anliegen ist.
Moritz Kallenberg kam über den Knabenchor mit viel geistlicher Musik und interessanterweise das Musical zur Oper und war nach dem Studium Mitglied des Stuttgarter Opernstudios ehe er zur Saison 2019/2020 ins Ensemble der Staatsoper übernommen wurde. Aufgrund seiner vokalen Bandbreite zwischen erweitertem lyrischem Terrain und Charakter-Fähigkeit konnte er sich bereits in einem vielseitigen Repertoire vom Barock bis zur Moderne präsentieren. In dieser Zeit hat sein Tenor an Kraft und Volumen sowie an Gestaltungs-Vermögen gewonnen, was sich auch jetzt im intimen Rahmen des Liederabends bei Ausreizung seiner dynamischen Möglichkeiten manifestierte.
In den eher selten zu hörenden zwölf Liedern Robert Schumanns op. 35 nach Texten von Justinus Kerner beweist er vor allem feine Empfindsamkeit, aber auch einen aufmunternd frischen Tonfall. Dabei handelt es sich um kleine unabhängige Episoden, die aber dennoch eine für Schumann ungewohnt lichtvoll optimistische Grundhaltung verbindet. Kallenbergs vokal sensible, nie ins Sentimentale abgleitende Interpretation ist geprägt von einer gut beherrschten Piano-Kultur mit weich ausschwingender Artikulation und einem aufblühend, nie unter Druck geratenen Höhenregister. Profitiert solche Romantik von seinem attraktiven jugendlichen Timbre, so kommt in den nachfolgenden „HÖLDERLIN-FRAGMENTEN“(op.61) von Benjamin Britten seine stilistische Gewandtheit zum Tragen, sind doch die 1958 in Deutsch komponierten, von Britten als sein bestes Vokalwerk bezeichneten sechs Stücke eine kontrapunktisch lineare Verdichtung aus den Wurzeln dessen Landsmanns Henry Purcell und Brittens ganz an der Sprache entlang gefärbter Gegenwarts-Kunst. Die vor allem von Natur- und Götter-Anrufungen bestimmten Texte gestaltet Kallenberg in einer Mischung aus Ernst und leicht ironischem Pathos, wobei er auch den Mut zu etwas grelleren Farbtönungen aufbringt.
Allein in den ausgewählten 6 der 53 Vertonungen von Texten Eduard Mörikes offenbart sich die Reichhaltigkeit von Hugo Wolfs kompositorischen Mitteln. Wobei die Spannbreite von stürmischer Emphase über drastische Harmonie-Trübungen bis zu spöttischer Schärfe reicht. So reizt Kallenberg z.B. in „Der Tambour“ die rhythmische Raffinesse aus, in“Der Feuerreiter“ die vorwärts drängende Drastik der brennenden Mühle und im abschließenden „Der Abschied“ den mit einer derben Walzer-Anwandlung geschilderten polternden Hinauswurf eines ungebetenen Gastes. In diesem spätromantische Tore schon recht weit öffnenden Rahmen lässt sein Tenor in großen Steigerungen bereits Möglichkeiten fürs dramatischere Fach erkennen. Dass hier die Stimme, von Rita Kaufmanns impulsivem Einsatz am Flügel momentweise fast bedrängt und überlagert wird, mag auch der nicht optimalen Akustik des feierlichen großen Foyers der Staatsoper geschuldet sein. Die frühere Stuttgarter und jetzige stellvertretende Studienleiterin der Wiener Staatsoper beweist als Pianistin ihre hohe Kompetenz zwischen zurückhaltend, unterordnender Begleitung bei Schumann und viel eigenständiger Gestaltung bei Britten und Wolf.
Für den begeisterten Applaus bedankten sich die beiden Künstler mit einer weiteren Schöpfung eines schwäbischen Dichters, Christian Daniel Schubarts „FORELLE“, die allerdings erst durch Franz Schuberts musikalisch flüssig perlende Veredelung berühmt wurde.
Udo Klebes
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