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INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 1. JÄNNER 2026 – Neujahr)

01.01.2026 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 1. JÄNNER 2026 – Neujahr)

Willkommen im Neuen Jahr! Die Redaktion wünscht das Beste!

Großer Andrang in Wien: Massen am Silvesterpfad, Videos zeigen Feuerwerk
Trotz Schneetreibens und teils stürmischer Böen ließen sich die Wiener und Wienerinnen die Feierlaune nicht nehmen und tanzten massenhaft am 34. Silvesterpfad ins neue Jahr. Um 23 Uhr war der Andrang so groß, dass vorübergehende Platzsperren ausgesprochen wurden. Belohnt wurde man schließlich mit einem mitternächtlichen Feuerwerk bei relativ klarer Sicht (siehe Videos oben und am Storybeginn unten).
https://www.krone.at/4002050

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Die „Fledermaus“ zum Jahresende
Ja, genau so sollte es sein

Also, ehrlich gesagt und ganz persönlich: Nach dem, was ich in letzten Jahren an Silvester-Fledermäusen an der Wiener Staatsoper erlebt habe, lieblos besetzt und lieblos exekutiert, hatte ich eigentlich keine weitere Lust darauf. Aber wenn man mir Kaufmann / Damrau kostenlos live  ins Haus liefert, dann lege ich mich aufs Sofa und genieße den auf meinen Fernsehschirm gelegten Stream auf großem Bildschirm und bei tadelloser Tonqualität.

Man kann ja immer etwas lernen. Was müssten wir tun, um  Triest wieder zu bekommen? (Also, ich perönlich fände das herrlich1) Nach alter Habsburger-Methode müsste Stocker nur Signora Meloni heiraten, und schon hätten wir es. Diese Erkenntnis  jedenfalls verdanke ich dem exzellenten Kabarett-Sketch, den Michael Niavarani im dritten Akt eingelegt hat. Keine Frau als Frosch, glücklicherweise. Obwohl ein Amtskappel natürlich auch aussehen kann wie die Reinsperger. Aber genderfluid muss ja nicht immer sein, damit hat man uns 2025 in Burgtheater und Volkstheater genug gequält. Ein arges Theaterjahr. Wie schön, dass es mit dieser „Fledermaus“ geradezu triumphal zu Ende ging.

Denn es war tatsächlich ein Abend zum Genießen, nicht zuletzt dank der Schenk-Inszenierung, die das Werk geradezu aufblühen lässt. Man hat genügend dumme, ja idiotische und auch sinnlos ideen-überbordete Fledermaus-Interpretationen gesehen, um hier geradezu aufzuatmen. Und die Abendregisseure der Staatsoper sind auch hoch zu loben – wie sie das Werkel laufen lassen, jeden Schmäh zu präziser Wirkung bringen, die Persönlichkeiten der Interpreten ausschöpfen,.. Kompliment!

Und natürlich dankt man einen Großteil des Genusses auch den Philharmonikern unter Markus Poschner. Ja, man weiß, die Legende sagt, dass die Herrschaften (und Damenschaften) so was auch allein spielen, wenn kein Dirigent sie stört, aber es ist schon ein wunderbares Feeling vom Pult ausgegangen, für die Lockerheit, Spritzigkeit, Drehungen und Wendungen dieser Musik, die Rubati, die Prestissimi, die herrlichen Soli einzelner Bläser, das Schwelgerische… schön.. Endlich einmal Johann Strauß original, nachdem uns Produktionen des Strauß-Jahres (es werden sich schon Leute finden, die Roland Geyer dafür loben) oft die grausigsten Verstümmelungen seiner Musik geliefert haben.

Wenn ich es recht verstehe, war es der erste Eisenstein von Jonas Kaufmann, und man hatte den Eindruck, dass es ihm Riesenspaß machte, hier einmal „Operetten-Blödeln“ zu dürfen. Er platzte geradezu vor Persönlichkeit, Charme, Übermut und wohl tuender Selbstironie. Und Diana Damrau stand ihm um nichts nach. Wie gehemmt war sie doch vor zwei Jahren in dem Kosky-Regie-Schrott der Münchner „Fledermaus“, und wie ist sie hier geradezu entfesselt! Abgesehen davon, dass nur eine Sängerin ihres Kalibers den verdammt schweren Csardas so singen kann! Ein Traumpaar, die beiden, sie werden für lange Zeit Maßstäbe setzen.

Auch der Rest der Besetzung war sehr gut – schön, wie elegant, souverän und verkniffen Adrian Eröd (war er nicht einst eine Stütze des Hauses?) Falkes Reche in Szene setzte (samt einem Kopfstand, den früher Eberhard Wächter als Eisenstein machte), wie sich Jochen Schmeckenbecher sich hemmungslos  in den Frank hinein warf, und wie Jörg Schneider genau die Art von Tenor war (mit echten Jubeltönen), als die dieser Alfred angelegt ist – da  gab es keine Ausfälle.

Auch nicht bei den Damen, wo Ilia Staple zur Adele gefunden hat (bei der letzten Begegnung war sie es noch nicht) und wo Daria Sushkova einen urigen Prinzen  Orlofsky spielte (und sang), fast wie im Kino.  

Der Abend zeigte, wie man Operette machen muss – auf hohem bis höchstem Niveau in der Besetzung und mit präziser Vor- und Probenarbeit. Passiert nicht alle Tage. Wenn die Staatsoper zwischen Kaufmann / Damrau eine (für Wien, nicht für Linz) Nobody-Besetzung schiebt, wird es am 1. Jänner wohl einige enttäuschte Gesichter geben.

Renate Wagner

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Screenshot aus der Fledermaus-Übertragung

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Rezensionen – Quasi-Quasar-Theater

Wiener Staatsoper: Jänner 2026: DIE FLEDERMAUS: Poschner; Eloff/Damrau, Sushkova, Staple; Kaufmann/Schmidlechner, Schmeckenbecher, J. Schneider, Eröd, Niavarani ( 1./3./6.), HÄNSELUND GRETEL: Meister; Hangler, Neuhaus, Nazarova; Unterreiner, Laurenz (2.), KALLIRHOE: (Ballett; Connelly; Ratmansk;  Wiener Staatsballett (4./5.7.), RUSALKA: Jindra; Weissova, Car, Bohinec; Beczala,  Vinogradov (8./10./13./15.), MANON: de Billy; Mkhitaryan; Bernheim, Franca, Astakhov (9./11./14./17.), IDOMENEO: de Billy; Lindsey, Buratto, Fang; Richter (16.WA/19./23./25.), KAMMERMUSIK DER WIENER PHILHARMONIKER 3 (17.vm), LUISA MILLER – Einführungsmatinee (18.vm), LE NOZZE DI FIGARO: Fischer; Gonzalez, Saenz, Nolz; Montague-Rendall; Fassi (18./20.), 24./26./28.), SOLOKONZERT NADINE SIERA (22.), L’ELISIR D’AMORE: Morandi; Nazarova; Rocha, Astakhov, Alaimo (27.)/31.), JEWELS : Connelly; Balachine; Wiener Staatsballett (30.WA)

Wiener Volksoper im Jänner 2026: DIE FLEDERMAUS (1./28./31.), CABARET (2./5./10./12./19./22./27./30.), DER KRIEG DER KNÖPFE (3.vm/18.vm), MARIE ANTOINETTE (Ballett – 3.), ASCHENBRÖDELS TRAUM (4./8./24.), HÄNSEL UND GRETEL (6.vm +nm), WEST SIDE STORY (9./11.vm+ab), tick, tick…BOOM (14./23.), LASS UNS DIE WELT VEGESSEN (15./17.), DIE ZAUBERFLÖTE (16./18./21.), DER ROSENKAVALIER: Joel; Köpplinger (25.WA/ 29.), ZUGABE IM FOYER (26.),
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Eventkultur in Wien: Strauss & Braus … und schon vorbei

Saus und Braus | Zürich

Die Künstler und Kulturmacher in Wien jammern: Die Stadt ist schwer verschuldet, Kultursubventionen werden deshalb gekürzt oder ganz gestrichen. Am Beginn des Jahres hatte es aber noch vollmundig zum Johann Strauss-Jahr geheißen: „Wien in Strauss und Braus 2025″. Damit ist es vorbei. 22 Millionen Euro wurden für diese Eventreihe ausgegeben. Vorbei ist es auch mit fast allen dieser Produktionen und deren Versuchen, eine aktuelle kreative Variante mit dem genialen Schaffen des Walzerkönigs zu verbinden. Die Programmierung wäre interessant gewesen, doch einige der aufgerufenen Autoren wie Thomas Brezina, Roland Schimmelpfennig, Mathilde Monnier sind mit ihren ausgeführten Ideen so ziemlich gescheitert. Kein Tiefgang. Wiens Kultur vermag in diesen Tagen dem Walzerkönig nichts gleichwertiges nachfolgen zu lassen. Anstatt einer Kreativkultur, wie etwa die besonders in Wien im 19. Jahrhundert blühende, ist den Bürgern heute eine Einkaufskultur verschrieben. Alles Schönreden des Bürgermeisters mit der „lebenswertesten Stadt“ hilft nichts – die Architektur der Asperner Seestadt oder die neuen Viertel, etwa im 20. Bezirk, oder die zahllosen Graffiti-beschmierten Gebäude zählen sicher nicht zu Meisterwerken.

Die meisten der Top-Positionen im Kulturbetrieb der Stadt sind mit nach Wien geholten Gästen besetzt. Kunsthistorisches Museum, Albertina, Volksoper, Musikverein, Vereinigte Bühnen, Volkstheater, im Museumsquartier und, und …. teils aktive, teils farblose Personen. Dies sagt aus: Wien hat im Wandel der Generationen versagt, die eigenen jungen Menschen als Führungskräfte zielführend aufzubauen. Nicht nur in der Kultur. Etwa Ralf Rangnick, zur Zeit nicht unbeliebter Teamchef der österreichischen Nationalmanschaft aus Baden-Württemberg, denkt über die heimischen Fussballvereine, welche sich mit Gastkickern aus aller Welt zu verbessern suchen, doch trotzdem im internationalen Vergleich heuer besonders schlecht abgeschnitten haben: „Die Trainer wollen gewinnen, die stellen ihre besten Spieler auf. Dann sind offensichtlich die Österreicher nicht gut genug – oder in Belgien und Norwegen gibt es in der Breite mehr Qualität. Und darüber müssen sich alle, die im österreichischen Fußball Verantwortung haben, Gedanken machen, wie man so etwas ändern kann“. 

An geistvollen Gedanken zu einer sich erneuernden Kreativkultur mangelt es in der Stadt. Die Kluft zwischen altem und jüngerem Publikum ist ebenfalls klar zu merken. Die kulturelle Erziehung für Menschen, besonders in den Randbezirken, funktioniert also nach wie vor nicht. Andererseits ist aber eine Unzahl von Kulturveranstaltung, vor allem kleinere Ausstellungen, gegeben: Bildende Künstler kämpfen um ihre Selbstdarstellung. Auch an Konzerten mangelt es nicht – doch diese sind insgesamt um einiges schlechter besucht als in früheren Kulturjahren mit heimischen Musikergrößen.

Wo wären die Wurzeln zu einer besseren Einbindung österreichischer Kulturmacher wie -schaffender zu finden? Die Wiener Theaterchefs aus Deutschland, der Schweiz, Holland sind eher Negativbeispiele, werden auch vom Publikum nicht allzu geschätzt. Etwa die heuer aus Wien weggeschickten Ensembleleiter Voges (Volkstheater) oder Schläpfer (Staatsballett) sind ruhmlos und ohne Nachhaltigkeit ausgeschieden. Eine wohl eher hilflose Aufforderung: Es müsste mit mehr Liebe, mehr Sorgfalt in den künstlerischen Aussagen, mit weit mehr Hinwendung für die Entwicklung der Jungen gedacht werden. Weg von den Werbeschmähs, den übertriebenen Verkaufsparolen, von der andauernd zu hörenden Schönfärberei.

Schönfärberei: In ORF-Saus und Braus soll der anstehende Eurovisions Song Contest in der Wiener Stadthalle gefeiert werden. Doch so werbewirksam solch eine internationale Ausstrahlung angesehen wird, übersehen wir nicht: Durch die Jahre ist europaweit vom ESC ständig nur reinstes mässiges musikalisches Mittelmass angeboten wie vermarktet worden. In den Journalen gefeiert – und schon wieder verschwunden. Schönstes Beispiel auf österreichisch: Contestsieger 2014 Conchita Wurst. Welche größeren Karriereschritte in die weite Welt  oder in seiner Heimat oder mit tollen Gesangsnummern sind ihm geglückt? Keine, ein Weg so ganz ohne musikalische Größe. Als Travestiekünstler am Rande zieht es ihn in Richtung Theaterbühne. Und nochmals Saus und Braus: Die Leitung des ORF darf sich dies 2026 erlauben. Doch die Kunstschaffenden werden sich weit, weit stärker bemühen müssen, in ihrem Schaffen auch wahre Werte zu vermitteln. Denn bloß Geschäft, Geschäft, Geschäft … nicht nur, doch dies ist heute eine prägende Denkweise wie die stärkste Triebkraft.

Meinhard Rüdenauer

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Östereichisches Ensemble für Neue Musik: : „forever“ im neuen Jahr: Atelierkonzerte am 23. und 24.1.26_œnm

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Zum Jahresausklang nützen wir die Gelegenheit das nächste Atelierkonzert im Jänner 2026 anzukündigen.

Für die aufgeschlossenen, neugierigen Zuhörer:innen bietet das œnm am 23. und 24. Jänner just während der Mozartwoche Salzburg und der „Zauberflöten“-Premiere ein Gesangserlebnis der etwas anderen – erfrischenden – Art: Mimi Doulton, britisch-pakistanische Sopranistin, wird mit Ensemblemitglied Rupert Struber für einen außerordentlichen Duoabend sorgen.

Mimi Doultons Stimmakrobatik ist so eindrücklich wie ihr Engagement für zeitgenössische Vokalmusik und findet so in Percussionist Rupert Struber einen kongenialen Partner.

Vier Komponistinnen stellt das Duo vor, nicht weniger als drei Uraufführungen werden aus der Taufe gehoben:

John Cage (1912–1992)
Forever and Sunsmell, for voice and percussion duo (1942)

Sara Glojnaric (*1991)
Artefacts #2, für Stimme, kleines Schlagzeug und Tape (2019)

Agata Zubel (*1978)
Unisono 1, for voice, percussion and computer (2003)

Krõõt-Kärt Kaev (*1992)
Memory Corruption and Buffer Overflow Vulnerabilities, for voice and percussion UA (2023/25)

Neil Luck (*1982)
AAAAAMMMMMM, for voice and percussion (Auftragswerk des œnm) UA (2025)

Lena Emilia Michajłów (*2002)
Indifference, für Schlagzeug und Sopran (Auftragswerk des œnm) UA (2025/26)

Es wird ein Hochfest für Freunde der schillernden Töne und schimmernden Klänge.

Wir laden Sie herzlich zu den Konzerten bei freiem Eintritt ein .

Einen guten Rutsch ins Neue Jahr wünsche ich Ihnen & alles Gute für 2026!
Isabel Birgit Biederleitner

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Goldener Saal Musikverein / Vienna

musik

GALA Konzert 
Großer Saal | 19:30 Uhr

Cappella Istropolitana
Giovanni POMPEO, Dirigent
Tehmine SCHAEFFER, Sopran
Flaka GORANCI, Mezzosopran
7RAY, Tenor

04.01.2026, 19:30 Uhr
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Tiroler Landestheater Innsbruck: Tänze und Träume beim Neujahrskonzert 2027

 TLT-Chefdirigent Gerrit Prießnitz, Sopranistin Julia Grüter und das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck verzaubern beim Neujahrskonzert 2027 mit einem erlesenen Programm, das einerseits dem Jahresregenten Ludwig van Beethoven die Reverenz erweist und zugleich traumwandlerisch zwischen Liebessehnsucht und Lebensfreude tänzelt.

Begrüßen Sie gemeinsam mit TLT-Chefdirigent Gerrit Prießnitz, Sopranistin Julia Grüter und dem Tiroler Symphonieorchester Innsbruck am 1. Jänner 2027 das noch junge Jahr. Freuen Sie sich beim Neujahrskonzert 2027 Tänze und Träume auf ein Programm mit Melodien aus Wiener Klassik, Romantik und Operette, das sowohl zum Träumen einlädt als auch für Champagnerlaune sorgt.

„Unser Programm Tänze und Träume spannt einen großen Bogen vom Jahresregenten Beethoven über Dvořáks schwungvolle Slawische Tänze hin zu den Schätzen der Goldenen und Silbernen Wiener Operette“, so TLT-Chefdirigent Gerrit Prießnitz, der erneut als Moderator durch das traditionsreiche Konzert führen wird. Neben der weiteren konzertanten Zusammenarbeit mit dem Tiroler Symphonieorchester Innsbruck freut sich Prießnitz besonders auf die Partien der europaweit gefeierten Sopranistin Julia Grüter, die seit der Spielzeit 2018/19 festes Ensemblemitglied am Staatstheater Nürnberg ist. „Julia Grüters edler Sopran und der glanzvolle Klang des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck werden unser Publikum zauberhaft im Neuen Jahr begrüßen.“

Ludwig van Beethovens Egmont-Ouvertüre verbreitet zu Beginn des Konzerts eine festliche Atmosphäre und einen Hauch von Dramatik. Im Jahr 2027 gedenkt die Musikwelt des 200. Todestages dieses großen Komponisten. Julia Grüter taucht anschließend in die Welt verschiedenster Arien von Beethoven, Dvořák, Strauss und Lehár ein, die um den Traum vom Liebesglück kreisen. Das berühmte Lied an den Mond aus Antonín Dvořáks Oper Rusalka gilt als eine der stimmungsvollsten Arien der Romantik. Musikalisch von berückender Schönheit, entführt sie in eine zauberhafte, traumverlorene Klangwelt voller Sehnsucht nach Liebe und Erfüllung.

Tänzerische Lebensfreude wiederum prägen Dvořáks Slawische Tänze. Im zweiten Konzertteil entfaltet sich mit Werken von Johann Strauss und Franz Lehár der unverwechselbare Charme der Wiener Operette: Dabei ist neben einem absoluten Neujahrsklassiker – der spritzigen Tritsch-Tratsch-Polka – unter anderem der Csárdás aus Johann Strauss’ Operette Die Fledermaus zu hören, in dem sich sehnsüchtiges Träumen und tänzerische Rhythmen vereinen.

Voller Vorfreude auf das stimmungsvolle Programm zeigt sich auch Intendantin Irene Girkinger: „Wir freuen uns sehr, dass wir unseren TLT-Chefdirigenten Gerrit Prießnitz ein weiteres Mal als Dirigenten und Conférencier für das Neujahrskonzert unseres Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck gewinnen konnten. Gerrit hat die unglaubliche Gabe, so farbenreich und begeisternd über Musik zu sprechen, dass man die einzelnen Werke – obwohl noch gar kein Ton erklungen ist – innerlich schon hören und fühlen kann. Mit ihm als Dirigenten und Moderator, mit Julia Grüter als Solistin und unserem Tiroler Symphonieorchester Innsbruck als einzigartigem und wichtigstem Klangkörper im Westen Österreichs werden wir dem Jahr 2027 einen fulminanten Auftakt bescheren.“

TÄNZE UND TRÄUME

  1. Jänner 2027, 17.00 Uhr

Congress Innsbruck, Saal Tirol

Dirigent & Moderation Gerrit Prießnitz
Sopranistin Julia Grüter

Gerrit Prießnitz

Der gebürtige Bonner ist seit der Spielzeit 2024/25 Chefdirigent des Tiroler Landestheaters Innsbruck sowie ein gefragter Gast am Pult verschiedener internationaler Orchester und Opernhäuser. Seine jüngsten Debüts beinhalteten u. a. das Seoul Philharmonic Orchestra, die Belgrader Philharmonie und die Filharmonie Brno. Nach seinem mit Auszeichnung absolvierten Studium an der Universität Mozarteum Salzburg war er zunächst am Theater Erfurt engagiert. Von 2006 bis 2023 war er der Volksoper Wien in wechselnden Funktionen verbunden, wo er ein breit gefächertes Repertoire dirigierte. 2018/19 war Gerrit Prießnitz Erster ständiger Gastdirigent des Theaters Chemnitz.

Gastspiele führten ihn an die Wiener Staatsoper, ins Concertgebouw Amsterdam, den Wiener Musikverein, an die Hamburgische Staatsoper und die Oper Köln, zum Bruckner Orchester und ans Landestheater Linz, nach Japan, Südkorea, Luzern, Sofia, Bologna sowie zu diversen deutschen Orchestern und Opernhäusern; darunter das MDR Sinfonieorchester Leipzig, die Bamberger Symphoniker, das Aalto Theater Essen, das Münchner Rundfunkorchester, die Staatskapelle Halle, das Beethovenfest Bonn, das Staatstheater Augsburg und die Dortmunder Philharmoniker.
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PARIS/Bastille: TOSCA – Wiederaufnahme der Audi-Inszenierung

 Gute Erinnerungen an Pierre Audi

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Foto: Vincent Pontet

Erst im Mai 2025 ist völlig unerwartet und viel zu früh der große Operntheater-Macher und Musikkenner Pierre Audi verstorben. Es war wie ein das gemeinsame Haus erschütternder Schock für die internationale Operngemeinde. Erst am 4. Februar erlebte ich die Premiere seiner „Götterdämmerung“ am Théâtre de la Monnaie Brüssel und hatte auch noch ein längeres Gespräch mit ihm auf der Premierenfeier. Unvergessen ist sein spektakulärer „Ring“ in Amsterdam, dem Haus, an dem er lange Zeit entscheidend wirkte. Er setzte das Orchester in die Mitte der Bühne, und die Handlung geschah auf einem Ring darum herum – ein Ring im wahrsten Sinne des Wortes!

Es ist nun zu beobachten, dass eine Reihe von großen Bühnen, an den Audi gearbeitet hatte, eine seiner Inszenierungen wieder aufnehmen, um dem Künstler zu gedenken. So auch an der Opéra national de Paris Bastille, wo er 2007 „La juive“ von d’Halevy, 2014 „Tosca“ von Puccini und 2022 „Fin de partie“ von Kurtág in Szene gesetzt hatte. Mit allen Arbeiten hatte er großen Erfolg an der Bastille, zumal er sie mit der ihm gegebenen Intelligenz umsetzte, mit der er die poetische Dimension des Stückes mit der Dimension der konkreten Handlung verband. Etwas, das Calixto Bieito, dessen neue „Walküre“ hier auch besprochen wird, nicht unbedingt für sich beanspruchen kann.

So wurde Pierre Audis Arbeit als Regisseur bisweilen mit dem Konzept des Gesamtkunstwerks von Richard Wagner in Verbindung gebracht. Und das habe ich bei all seinen Regiearbeiten auch so empfunden. Stark auf die bildliche Dimension achtend (zuletzt noch bei der neuen „Götterdämmerung“ in Brüssel) arbeitete Audi auch mit zeitgenössischen bildenden Künstlern zusammen, um einen ausgeglichenen Dialog zwischen Musik und Bild zu erzielen, bereichert durch einen poetischen Realismus seiner Künstler. Auf den legte er stets großen Wert, was in seiner feinen Personenführung zum Ausdruck kam.

All das war auch wieder bei seiner Pariser „Tosca“ zu erleben, die man an der Bastille im Herbst 2025 mit der Revival Regisseurin Marguerite Borie und dramaturgischer Unterstützung von Klaus Bertisch wieder aufnahm. Auch wenn es eine Oper des sog. Verismo ist, wollte Audi es nicht bei einer naturalistischen Wiedergabe des aktionsreichen Werkes belassen. Für ihn zählte die viel tiefer liegende poetische Dimension der wahren Tragödie, ganz im Sinne des griechischen Theaters, mit der er über einen gewissen Symbolismus eine Spange des Zusammenhalts über alle drei Akte schaffen wollte, die ihnen eine gemeinsame Kraft verlieh.

So wird der 1. Akt von einem überdimensionalen kastenartigen Kreuz von Bühnenbildner Christof Hetzer beherrscht, über das Auf- und Abgänge möglich sind und in dessen Winkel sich das Gemälde von Cavaradossi befindet. Es ist aber nicht das der Attavanti, sondern eine ganze Schar von nahezu unbekleideten Frauen wie bei den berühmten italienischen Malern der Renaissance. Schon hier also eine ganz andere und weiter gehende Dimension mit poetischer Kraft! Das Kreuz ist so gewaltig, dass es sowohl die Macht der Kirche wie auch jene Scarpias symbolisiert, der sich zum Machterhalt gern auf die Seite der Kirche schlägt, wie sein „Te Deum“ im Finale des 1. Akts belegt. Die Kostüme von Robby Duiveman sind im stets gut arrangierten Licht von Jean Kalman perfekt auf die Figuren abgestimmt.

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Foto: Vincent Pontet

Im 2. Akt sehen wir in den beengt wirkenden eleganten Salon Scarpias in karminrot, in dem Audi meisterhaft die psychologischen Elemente der Handlung und die zu Tage tretenden Emotionen der drei Protagonisten herausarbeitet. Als Tosca Scarpia ermordet hat und den Tatort verlässt, flieht die Decke dieses erdrückend wirkenden Salons nach oben wie ein Symbol der nun tatsächlich erwarteten Freiheit. Ein ganz starker Moment! Auch im 3. Akt, der ganz im Unterschied zur allgemeinen Aufführungstradition nicht auf der Terrasse der Engelsburg sondern irgendwo vor der Stadt auf freiem Feld mit ein paar Bäumen und einigen Soldaten in damals typischer französischer Heeresuniform stattfindet, versucht Audi über den Verismo hinauszugehen und eine leicht Freud’sche Emotion zu zeigen. Im Prinzip will er die Musik Puccinis mit einer visuellen Komponente in den Dimensionen dieser Musik konfrontieren. Diese stringente Verbindung der Musik mit der Szene soll am Ende weit mehr bewirken als es ein bloßer Verismo je vermag.

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Foto: Vincent Pontet

Und bei der Realisierung dieses musikalisch-szenischen Verständnisses halfen dem nicht mehr anwesenden Pierre Audi an diesem Abend die drei Protagonisten Roberto Alagna als Cavaradossi, Saoia Hernández als Floria Tosca und, mit leichten Abstrichen, Alexey Markov als Scarpia. Sie realisierten diesen poetischen Realismus, von der Audi immer träumte. Nach einer so langen aktiven Sängerzeit klingt Roberto Alagna als Cavaradossi immer noch unglaublich einnehmend, emotional aufrührend und stimmlich in allen Lagen mit viel vokaler Wärme, und auch darstellerisch voll überzeugend. Ich halte ihn immer noch für eine der besten Besetzungen für den Maler. Auf Augenhöhe sang und spielte Saoia Hernández die Tosca mit viel Verve, Leidenschaft und einem starken Aplomb mit ihrem italienisch-dramatischen Sopran. Ebenfalls eine erstklassige Besetzung. Alexey Markov war stimmlich mit einem kultivierten Bariton sehr gut, ließ aber etwas das Boshafte und Tiefgründige vermissen, das den Scarpia, wie etwa bei Ludovic Tézier, so respektgebietend macht. Amin Ahangaran war ein kraftvoller Angelotti und André Heyboer ein guter Messner.

Die junge und seit ihrem ersten Bayreuth-Auftritt mit dem „Fliegenden Holländer“ vor einigen Jahren verstärkt gehypte Ukrainerin Oksana Lyniv dirigierte das Orchester und die sehr guten, von Ching-Lien-Wu und Astryd Cottet einstudierten  Choeurs de l’Opéra national de Paris. Der Abend hatte eine gute musikalische Spannung, wie es sich für „Tosca“ gehört.                                                                                                                   

Klaus Billand

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 schoepfblog – Programm der 01. Kalenderwoche vom 29.12.2025 bis zum 04.01.2026

Montag:
Apropos: Nur wer gelernt hat, mit sich selbst auszukommen und allein zu sein, tappt nicht in die Weihnachts-Friedens-Falle. (Alois Schöpf)

Dienstag:
Literatur: Mit 50 hält ein sensibler Künstler inne, um sein Werkeln zu reflektieren. Helmuth Schönauer über Christian Kösslers „50 – Zwischen Bällen und Bergen, Büchern und Bibliotheken“
Reisen: Das Ehepaar Weinberger bereist wieder einmal China. Ein erster Brief über Beobachtungen zur Wirtschaftslage. (Ronald Weinberger)

Mittwoch:
Dystopie: Wer freiwillig früher stirbt, erspart dem Staat viel Geld. Daher muss dafür geworben und entsprechendes Verhalten belohnt werden. (Janus Zeitstein)
Literarische Korrespondenz: Der Bischof spricht salbungsvoll im Regionalfunk von Nächstenliebe. Es ist nicht zum Aushalten! (Doris Linser)

Donnerstag:
Neujahr: Diethard Sanders erinnert uns daran, dass nur diejenigen überleben werden, die sich anpassen können. Eine Neujahrsansprache.
Literarische Korrespondenz: Der ehemalige Stiftungsrat des ORF Andreas Braun findet die Inseratenkampagne des ORF Tirol beschämend und weitab von gutem Journalismus.

Freitag:
Innenpolitik: Wenn August Wöginger als verurteilter Straftäter weitermachen darf, wird es auch Sebastian Kurz dürfen. Über die Justiz ist er nicht mehr zu verhindern. (Alois Schöpf)
Musik: Thomas Nussbaumer bespricht das diesjährige Neujahrskonzert des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck.

Samstag:
Sport: Elias Schneitter tröstet all jene, die heuer nicht zum Skifahren kommen. Oft hat es auch sogar Vorteile, wenn man die Piste meiden darf.

Sonntag:
Medien: Helmuth Schönauer fordert den ORF auf, neben den täglichen Staumeldungen zumindest an Wochenenden auch Flug-Lärmmeldungen auszustrahlen.

Vergnügliche Lektüre auf https://www.schoepfblog.at/

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