INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 7. APRIL 2026)
Das waren die Osterfestspiele Salzburg 2026
Montagabend gingen die Osterfestspiele Salzburg mit einer dritten, letzten Vorstellung von Richard Wagners »Das Rheingold« zu Ende. Es war ein Jahr des Aufbruchs in zweierlei Hinsicht: 2026 markierte die Rückkehr der Berliner Philharmoniker als Residenzorchester an die Salzach und den Start eines neuen »Ring des Nibelungen«.
Die Neuproduktion von Wagners Oper unter der musikalischen Leitung von Chefdirigent Kirill Petrenko verzeichnete eine Kartenauslastung von über 99 %. Die Philharmonischen Konzerte mit Petrenko, sowie den Gastdirigenten Daniel Harding und Tugan Sokhiev, verbuchten knapp 97 % Auslastung.
Die Osterfestspiele Salzburg 2026 in Bildern
Neuproduktion: »Das Rheingold«
Im Zentrum der Osterfestspiele Salzburg stand mit »Das Rheingold« der Start eines neuen »Ring des Nibelungen« mit Chefdirigent Kirill Petrenko am Pult der Berliner Philharmoniker. Regisseur Kirill Serebrennikov zeigte eine Welt nach der Apokalypse, in der verschieden Stämme um eine neue Identität ringen – auf der Bühne der Felsenreitschule entfaltete sich ein Welttheater in archaischer Form.
Der Bariton Christian Gerhaher gab sein umjubeltes Rollendebüt als Göttervater Wotan, die Solistenriege umfasste außerdem u.a. Brenton Ryan (Loge), Leigh Melrose (Alberich), Catriona Morison (Fricka), Sarah Brady (Freia), sowie Le Bu (Fasolt) und Jasmin White (Erda), die mit dem von der Familie Karajan gestifteten Herbert-von-Karajan-Preis auszeichnet wurden.

©Monika Rittershaus
Chor- und Orchesterkonzerte
Die Berliner Philharmoniker sind mit einem vielfältigen und hochkarätigen Konzertprogramm an die Salzach zurückgekehrt. Unter der Leitung von Kirill Petrenko erklang Gustav Mahlers monumentale 8. Symphonie, interpretiert von acht Solistinnen und Solisten sowie vier Chören. Joseph Haydns Oratorium »Die Schöpfung« unter Daniel Harding stand als zweites Chorkonzert auf dem Programm, die Baritonpartie sang Karajan-Preisträger Konstantin Krimmel.
Auch die Orchesterkonzerte boten Glanzpunkte: Im Zentrum stand Hector Berlioz‘ Symphonie fantastique. Dirigent Tugan Sokhiev und die Berliner Philharmoniker kombinierten dazu am ersten Termin Brahms‘ Doppelkonzert mit Noah-Bendix Balgley und Bruno Delepelaire, am zweiten Termin begeisterte Janine Jansen mit Max Bruchs Violinkonzert.
Darüber hinaus leitete Tugan Sokhiev das BE PHIL Orchestra Salzburg Easter Festival 2026. Gemeinsam mit 75 engagierten Amateurmusikerinnen und -musikern sowie vier Solistinnen und Solisten der Berliner Philharmoniker entstand ein einzigartiges Konzerterlebnis mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart und Antonín Dvořák.
Ein umfangreiches Kammermusik-Programm und zwei Late Night Concerts mit verschiedenen Ensembles der Berliner Philharmoniker rundeten das Festivalprogramm ab und sorgten in intimen Spielstätten für besondere musikalische Begegnungen.
BePhil in Town
Mit dieser neuen, kostenfreien Konzertserie brachte das Education & Outreach-Programm der Berliner Philharmoniker mit Unterstützung der Volkswagen Group Musik an neun Orte in ganz Salzburg – vom Seniorenheim über das Landeskrankenhaus bis hin zum Haus der Natur.
Tanz & Elektro
Auch bei den diesjährigen Osterfestspielen fanden Tanz und Elektronische Musik ihren Platz und lockten ein sehr diverses Publikum in die Felsenreitschule und das Haus für Mozart: Choreograph Damien Jalet und Künstler Kohei Nawa brachten ihre Choreographie der Verwandlung »Planet [wanderer]« zur österreichischen Erstaufführung, währed DJ-Künstlerin Anja Schneider und Fotograf Sven Marquardt mit »Heartbroken« eine Berliner Perspektive auf Wagners »Ring« wagten.
Die Osterfestspiele Salzburg feiern 2027 ihr 60-jähriges Jubiläum und setzen gemeinsam mit den Berliner Philharmonikern und deren Chefdirigent Kirill Petrenko die Neuproduktion von Richard Wagners Tetralogie »Der Ring des Nibelungen« fort. In »Die Walküre«, inszeniert von Kirill Serebrennikov, gibt Lise Davidsen ihr internationales Rollendebüt als Brünnhilde, Christopher Maltman singt den Wotan. Kirill Petrenko steht auch am Pult von Ludwig van Beethovens Missa solemnis, in den weiteren Konzerten sind unter anderem Martha Argerich, Emmanuelle Haïm und Lahav Shani zu Gast.
»Antigone« bringt eine radikale Neuinterpretation von Sophokles‘ zeitloser Tragödie. Der junge, norwegische Choreograph Alan Lucien Øyen erarbeitet dieses Stück mit seinem Ensemble winter guests sowie ehemaligen und aktuellen Mitgliedern des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch.
Details zum Kammerkonzertprogramm sowie dem Elektro-Event werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.
Zum Programm der Osterfestspiele 2027
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Salzburg
»Versteht er nicht, wenn eine Sach‘ ein End hat?«
»Versteht er nicht, wenn eine Sach‘ ein End hat?« – so fragt die Marschallin am Ende des Rosenkavaliers Baron Ochs auf Lerchenau, nachdem dessen untragbares Verhalten aufgeflogen ist. Und irgendwie scheint es auch in Salzburg derzeit noch Kräfte zu geben, die einfach nicht akzeptieren wollen, dass »die Sach‘ ein End hat.« Dabei war das Kuratorium der Festspiele unmissverständlich, als es Intendant Markus Hinterhäuser mit sofortiger Wirkung beurlaubt und angekündigt hat, dass man – auf Grund des Verhaltens des Intendanten – seinen kommenden Vertrag nicht erfüllen und stattdessen einen Nachfolger suchen wolle.
https://backstageclassical.com/versteht-er-nicht-wenn-eine-sach-ein-end-hat/.
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Erfurt erwägt Vergleich mit Ex-Generalintendant Montavon
Im Streit zwischen der Stadt Erfurt und dem früheren Generalintendanten des Theaters Erfurt, Guy Montavon, zeichnet sich möglicherweise eine außergerichtliche Einigung ab.
Nach einem Güterichterverfahren Mitte März haben beide Seiten laut Informationen aus dem Rathaus-Umfeld eine Vergleichssumme ins Auge gefasst, für die Montavon seine Klage auf Wiedereinstellung zurückziehen könnte. Das berichtet die Thüringische Allgemeine. Oberbürgermeister Andreas Horn (CDU) soll den Ältestenrat des Stadtrats am Donnerstag vergangener Woche darüber informiert haben.
Offiziell wollte die Stadt die Gespräche nicht kommentieren und verwies auf eine vereinbarte Vertraulichkeit. Die Summe soll dem Vernehmen nach im mittleren sechsstelligen Bereich liegen, größtenteils als Gehaltsnachzahlung, der Rest als Abfindung.
Erfurt erwägt Vergleich mit Ex-Intendant
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Guten Tag! . folgende Zeilen habe ich heute Abend an insges. sieben Berliner Zeitungen/Zeitschriften geschickt – und sende Sie hiermit (um c. ein Viertel gekürzt) auch an Sie (und vier andere virtuelle Zeitschriften) weiter…
Die Sache ist wahrlich bemerkenswert genug, dass auch Sie (fernab von Berlin) sie zumindest sehr interessant finden werden… LIEBS GRÜSSLE aus Unterfranken 😎😎
Ich habe ein (m. E. durchaus brisantes, wenn auch nur eine kleine Minderheit wirklich tangierendes) “berlinisch-brandenburgisches“ Vorkommnis vom verg. DO zu vermelden, worüber bislang (es war Feiertags-WE, schon klar – aber haben Sie dort keinen ‚redaktionellen Not- u. Bereitschaftsdienst‘ o. ä. mehr??) nirgends geschrieben worden ist, geschweige denn, dass irgendwer der ‚Verursacher‘ seitdem dazu Stellung genommen hätte…
Im Klartext und in gebotener Kürze: am verg. DO war für 20h auf ‚Radio3‘ eine Konzertaufzeichnung mit einem echten (u. hochspannenden) Raritätenprogramm angekündigt, dass sich der Verf. dieser Zeilen (wie ein paar Hunderttausend Andere an Depressionen erkrankt u. entspr. mit einiger Sorge die nahenden Feiertage erwartend) längst neugierigst angestrichen hatte…..
Statt dem angekündigten Konzert allerdings (die Konkurrenz von ‚MDR-Klassik‘ sendete übr. zeitgleich eben diese Konzertaufzeichnung; leider war ich ‚live‘ zu konsterniert gewesen, um auf die Idee zu kommen, nach dort rüber zu schalten!) geschlagene 2Std. lang Automatenmusik, gelegentlich von einer Automatenstimme (‚radio3, das Kulturradio vom rbb‘) unterbrochen, ansonsten niente, absolumente niente, eben so in den inzwischen gut 90 Std. seitdem….
Nun ist mir äußerst klar, dass Obiges die absoluten “peanuts“ sind, bezogen auf den Ukraine-Krieg, dem Wüten des Trump u. v. a. m.! Andrerseits habe ich (64J. alt) derartiges in 50J. des fleißigen Radiohörens nie und nirgends erlebt – weshalb ich Sie hiermit bitten möchte, wenigstens einige wenige Minuten lang zu erwägen, ob Sie sich mit obigem Vorkommnis nicht, wie auch immer, befassen möchten….
AUFRICHTIGE Grüsse…w.w aka mBi
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„Lohengrin“ von Richard Wagner im Festspielhaus am 5. April 2026 /BADEN-BADEN

Copyright: Festspielhaus Baden Baden
Das Überirdische steht im Zentrum
Thomas Mann bezeichnete Richard Wagners „Lohengrin“ als seine „echte, bleibende, bei jedem Kontakt sich erneuernde Jugendliebe“. Das kann man bei der Inszenierung von Johannes Erath gut nachvollziehen, der selbst Geiger im Orchester der Wiener Volksoper war und als Regisseur international gefragt ist. Diese Inszenierung ist aus der Musik geboren worden. Lohengrin erscheint als Gralsritter in Schwanenfedern, die sogar von der Decke des Festspielhauses regnen. Bei der Hochzeit mit Elsa im zweiten Akt gibt es über der großen Treppe ein riesiges Feuerwerk, Nebel und Rauch vermischen sich in geheimnisvoller Weise. Ein großer Kreis markiert magische Momente, im Hintergrund sieht man Planeten. Und bei der dämonischen Szene zwischen Ortrud und Telramund im zweiten Akt dominiert ein riesiger Mond, während unheimliche schwarze Figuren das schwarz-weiße Ambiente untermalen. Obwohl die Szenen mit den Fernsehgeräten manchmal nicht so recht zu passen scheinen, stört dies den dramaturgischen Gesamtablauf nicht.

Piotr Beczala. Copyright: Jean Baptiste Millot
Trotz dieser szenischen Schwäche können das fantasievolle Bühnenbild von Johannes Murauer und das fulminante Kostümbild von Gesine Völlm das Publikum fesseln. Im dritten Akt sitzen Elsa und Lohengrin am Esstisch auf der Treppe, sie können nach der Hochzeit gar nicht mehr richtig zusammenkommen. Elsa bedrängt Lohengrin immer drängender und stürmischer mit ihren Fragen, obwohl er sie dringend gebeten hatte, dies nicht zu tun. Schließlich muss er doch seine Identität preisgeben. Ortrud hat als lachende und triumphierende Hexe zuletzt noch einmal einen gewaltigen Video-Auftritt, während Lohengrin in der Seitentür entschwindet. Elsa sinkt entseelt zu Boden, als ihr kleiner Bruder zum Herzog von Brabant ausgerufen wird. Man sieht im dritten Akt viele Schwäne, die das Bühnenbild zu beherrschen scheinen. Erath möchte das Wunder szenisch herbeizaubern. Dies ist ihm vor allem im ersten Akt gelungen, der einen großen Eindruck hinterlässt. Johannes Erath sagt selbst, dass er bei dieser Arbeit an ein Wunder glaubt. Für ihn ist die leere Bühne ein heiliger Ort. Dieser Abend lebt auch von der Verzauberung, aber nicht von der oberflächlichen Trennung von Schwarz und Weiß. Das Theater soll auf das Publikum hier ganz unmittelbar wirken. Das ist in jedem Fall sehr gut gelungen. Man kann wirklich sagen, dass hier das Überirdische im Zentrum steht. Trotz seines kammermusikalischen Zuschnitts kann das Mahler Chamber Orchestra unter der inspirierenden Leitung von Joana Mallwitz den Hörer sofort überzeugen. Dies beginnt schon bei den irisierenden Streicherklängen beim überirdischen Vorspiel mit seinen Flageolett-Tönen und setzt sich dann bei der prägnanten thematischen Verarbeitung der Motive und harmonischen Verbindungen fort. Das motivische und melodische Material wird bei Joana Mallwitz sehr präzis herausgearbeitet. Doch das Kammermusikalische dominiert keinesfalls, es gibt auch monumentale dynamische Steigerungen, die nie aufgesetzt wirken. Piotr Beczala ist als Lohengrin nach wir vor eine Idealbesetzung, seine A-Dur-Welt wirkt sphärenhaft und besitzt doch eine ungeheure vokale Strahlkraft. Vor dem Erscheinen Lohengrins erklingt das As-Dur fast gespenstisch, bei seinem Abschied in schmerzlichem a-Moll. Das wirkt auf jeden Fall unheimlich und unwirklich, wird aber in seiner melodischen Tiefe voll ausgekostet. Hervorragend ist auch Rachel Willis-Sorensen als Elsa, deren strahlende Spitzentöne alles überragen und ihr Wesen in B-Dur einfühlsam unterstreichen. Die dämonische fis-Moll-Welt von Ortrud und Telramund wird von Joana Mallwitz mit dem Mahler Chamber Orchestra ebenfalls höchst sensibel beschworen.

Rachel Willis Sorensen. Copyright: Simon Pauly
Dadurch erreichen die dramatischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Paaren eine enorme dramatische Kraft. Wolfgang Koch liefert als Telramund ein ausgezeichnetes und geradezu explosives Charakterporträt, während Tanja Ariane Baumgartner als Ortrud ihre stimmlichen Reserven bei den Spitzentönen bis zum Zerreissen anspannt. Ihre Triumphlust gipfelt mit übermäßiger Quart und kleiner Sext in einer „Zigeuner-Tonleiter“. Und ihr gellendes Hohngelächter wurde noch in keiner Inszenierung so intensiv gezeigt! Sie erscheint als überragende Figur – auch angesichts ihrer Trauer um den von Lohengrin getöteten Telramund. Langweilig wird es hier nie. Exzellent agieren der Tschechische Philharmonische Chor Brünn sowie der Philharmonia Chor Wien. Kwangchul Youn als König Heinrich beeindruckt das Publikum mit fulminant-sonorer Bass-Kraft in C-Dur. Und auch die Stille in der Musik spielt bei Joana Mallwitz eine große Rolle. Der „Märchenkönig“ Ludwig II. verließ eine „Lohengrin“-Aufführung übrigens tränenüberströmt – und diese starke seelische Bewegung kann man auch bei Johannes Eraths Inszenierung nachvollziehen. Der zauberische Glanz der Liebesnacht verläuft nämlich bei seiner Werkdeutung besonders erschütternd. Der e-Moll-Akkord der Posaunen geht durch Mark und Bein. Und auch die scheinbar schmetternde „Hochzeitsmusik“ zu Beginn des dritten Aktes verläuft keineswegs oberflächlich. Alles geht in eine geradezu philosophische Tiefe. Besonders markant ist dies bei jener Sequenz, wo das Rachemotiv plötzlich im lichten und zarten Tonreich seine Schatten wirft. Bei den verhallenden Klängen des Brautchors nähert sich Lohengrin der Geliebten in bewegender Weise. Da trägt diese Interpretation eine unverkennbar weibliche Handschrift. Die Zartheit der Partitur wird trotz aller monumentalen Klangblöcke immer wieder berührend herausgestellt. Das sind Momente, die man nicht vergisst. Samuel Hasselhorn gefällt als Heerführer des Königs. Vier brabantische Edle und vier Edeldamen werden von Solisten des Tschechischen Philharmonischen Chors Brünn und von Solistinnen des Philharmonia Chors Wien sehr gut gesungen. Zu nennen sind hier Jan Koznar, Vladislav Agamuradov, Filip Novotny, Vaclav Jerabek, Lisa Barletta, Orsolya Gheorghita, Rotraut Geringer und Barbara Egger. Anton Forcher und Christian Beer spielen neben den Statisten abwechselnd Herzog Gottfried.
Lautstarker Jubel!
Alexander Walther
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3.4.2026- Tiroler Festspiele Erl Ostern 2026- Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach (1685-1750) Passio secundum Johannem BWV 245 – Festspielhaus Erl.
„O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße!“
Am Karfreitag war das große geistliche Werk, die Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach, die einzige vollständig erhaltene authentische Passion des legendären Komponisten, zutiefst ergreifend im Festspielhaus Erl zu erleben.
Das geniale Meisterwerk, das für seine dramatische Intensität und tiefgründige theologische Reflexion bekannt ist, zählt zu den eindringlichsten Vertonungen der Passionsgeschichte und wurde am Karfreitag, dem 7.April 1724, in der Leipziger Nikolaikirche uraufgeführt.
Passio secundum Johannem BWV 245
Parte prima
I Verrat und Gefangennahme
II Verleugnung
Parte seconda
III Verhör und Geißelung
IV Kreuzigung und Tod
V Grablegung

Tobias Wögerer. Copyright: Scheffold-Media
Das exzellente Orchester der Tiroler Festspiele Erl unter der souveränen, stringent konzentrierten, musikalischen Leitung von Tobias Wögerer gewährleistete ein intensives Eintauchen in die ergreifende Passionsgeschichte Jesu Christi.
Feine Differenzierungen, wohldosierte Gefühlsausbrüche sowie ausgearbeitete, gut durchdachte Homogenität bestimmten die Verwirklichung eines hochemotionalisierenden Klangerlebnisses.
Continuo:
Violoncello, Viola da Gamba: Antonio Mostacci
Laute: Hans Brüderl
Fagott: Fabio Valente
Orgel: Jobst Schneiderat
Eine zentrale Rolle wird in dieser Passion dem Chor zugedacht. Beeindruckende, aufwühlende und zutiefst emotionale Chorpassagen tragen dieses eindringliche Werk. Der ausgezeichnete Chor der Tiroler Festspiele Erl (Einstudierung: Olga Yanum) fesselte mit souveräner Homogenität, mitreißendem Gesamtklang und intensiver Ausdruckskraft.
Die exzeptionellen Gesangssolisten komplettierten den faszinierenden Eindruck dieser Johannes-Passion in Erl.
Als Evangelist sprang kurzfristig Christopher Willoughby für den erkrankten João Terleira ein. Mit gut geführtem, lyrischem Tenor, klarer Diktion und souveräner Werkidentifikation gewährleistete er eine überzeugende, interpretatorische Leistung.
Jacques Imbrailo berührte mit seinem weichen, wohlklingenden Timbre und Authentizität als Jesus.
Edward Grints pastoser Bass passte ausgezeichnet zu seiner Aufgabe als Pilatus.
Karola Sophia Schmid brillierte mit zartem, fokussiertem, tragfähigem Sopran in ihren souverän dargebotenen Arien ebenso wie Jasmin Etminan mit ihrer qualitätsvollen Altstimme.
Sehr gut ergänzten die Chorsolisten:
Maryia Kozyrava (Ancilla), Vasili Lipski (Servus) und Aliaksandr Kanavalau (Petrus).

Schlussapplaus. Copyright: Scheffold-Media
Eine wahrhaft unter die Haut gehende Johannes-Passion in Erl, die noch lange nachklingen wird!
Marisa Altmann-Althausen
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ARS-Produktion: Miho Fukui, Ensemble auf historischen Instrumenten. Barockfagott, Barockoboe
Diese Aufnahme widmet sich dem OEvre Antonio Vivaldis für Fagott und beleuchtet die Werke im Kontext ihrer autographischen Überlieferung. Auf Grundlage der Turiner Handschriften entsteht eine historisch informierte Interpretation, die die klangliche Vielfalt, expressive Tiefe und beeindruckende Virtuosität des Instruments in Vivaldis Spätwerk eindrucksvoll zur Geltung bringt.
Das Ergebnis ist eine stilistisch fundierte und zugleich klanglich faszinierende Aufnahme, die einen authentischen Zugang zu einer der spannendsten Werkgruppen des venezianischen Meisters eröffnet!

auf historischen Instrumenten – on period instruments
Bis zum heutigen Tage gehört Venedig zu den europäischen Städten, die eine außergewöhnliche Anziehungskraft auf Touristen ausübt, und verfolgt man ihre Geschichte zurück, so machte sie besonders vom 15. bis ins 18. Jahrhundert eine Entwicklung durch, die sie in der Tat zu einer Musikmetropole prädestinierte. Doch wofür steht eigentlich der Reiz der venezianischen Musik? Wahrscheinlich für die Frische, Offenherzigkeit und rege Geschäftigkeit der Menschen mit ihrer ungezwungenen und aufgeschlossenen Gemütsart, welche in einer Hafenstadt leben, die sich durch ihre Lage am Mittelmeer früh der Welt öffnete und durch den internationalen Handel erblühte. Zweifellos ist nur Vivaldis Musik in der Lage, uns Gegenwartsmenschen diese Wesenselemente leicht verständlich und in einer schlichten Art und Weise zu vermitteln.
Miho Fukio (Barockfagott) spielt hier die 2. CD ein, zusammen mit Amy Power (Barockoboe) und dem Ensemble F.
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