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INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 29. SEPTEMBER 2026)

29.09.2026 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 29. SEPTEMBER 2026)

KÖLN: Eröffnungsvorstellung des Opernhauses: Sehr umstrittene Inszenierung

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Magdalena Hinterdobler (Marschallin). Foto: Youtube

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Bianca Andrew (Octavian), Patrick Zielke (Ochs). Foto: Youtube

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Giulia Montanari (Sophie), Bianca Andrew (Octavian)

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Bianca Andrew (Octavian), Patrick Zielke (Ochs). Foto: Youtube

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Giulia Montanari (Sophie). Bianca Andrew (Octavian). Foto: Youtube

Köln, Strauss: Der Rosenkavalier,  Premiere 27.9.2026

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Foto: Oper Köln/ Jung

 Kurzkritik: Größer kann ein Flop nicht sein. Da warten die Kölner 14 Jahre auf die Wiedereröffnung ihres wunderbaren Opernhauses und dann wird diese Eröffnungspremiere ein halbes Desaster : und zwar leider szenisch wie musikalisch.

MARIE-ÈVE SIGNEYROLE zeichnet als Regisseurin und kommt auf die nun so oft schon abgenutzte Idee, alles an einem Filmset spielen zu lassen. Wieso, was ist der Mehrwert, darf man sich hi9nterher fragen. So sieht man auf der Leinwand Details, die man gar nicht sehen möchte und immer lenkt das vergrößerte Bild von den Protagonisten ab. Viel  falscher Aktionismus, oberflächliche und derbe Spielweisen und vor allem : kein Charme, keine Poesie.

 Dabei gibt es einige Hoffnungen in der Besetzung, die allerdings auch nicht aus dem Kölner Ensemble stammen. Wieso setzt man eine Oper an, und bezieht nur Comprimari des eigenen Ensembles ein, anstatt ein Werk für das Ensemble zu suchen ?

 MADGALENA HINTERDOBLER  muss als erste genannt werden. Musikalisch und stimmlich ist sie eine hervorragende Marschallin, der allerdings szenisch viel genommen ist. Auch BIANCA ANDREW singt einen feinen Oktavian, auch überzeugt sie als Figur- auch auch ihr fehlen szenisch Möglichkeiten, gerade in der Wirtshausszene, wirklich eine komplettes Rollenportrait zu zeichnen. GIULIA MONTANARI wird leider oft übertönt und kann als zarte Sophie nur manchmal leuchten.

PATRICK ZIELKE, der in Mannheim schon ein sehr guter Ochs war, bringt alles für die Rolle mit. Aber er überzeichnet leider stimmilich wie gestisch an einigen Stellen und nimmt sich so alle Delikatesse.

CHRISTIAN MIEDL ist ein solider Faninal. DALIA SCHAECHTER gibt mit MARTIN KOCH ein stimmiges, abgefeimtes, hauseigenes Intrigantenpaar ab.

 Die große Enttäuschung ist aber auch der Zugriff, den Dirigent ANDRES OROZCO. ESTRADA hat. Da fehlen so viele Feinheiten und Nuancen der Paritur. Das Gürzenich-Orchester spielt vorlaut und oft grob.

 Sehr schade, aber vielleicht ist es wie bei der Deutschen Fussball- Nationalmannschaft an diesem Wochenende. Ein Wiederbeginn geht erstmal gründlich schief – auch gab es die letzte Woche noch viele technische Probleme. Bald kommt hoffentlich ein Umschwung, den die Stadt Köln für das Opernhaus dringend braucht.  Zu lange schon führte man ein Schattendasein im auf der anderen Rheinseite gelegenen Staatenhaus. Beim DFB wurde der Trainer ausgewechselt, aber auch das garantiert nicht unbedingt den Erfolg.

 Christian Konz

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Gießen/Stadttheater. 2. Sinfoniekonzert mit Werken dreier russischer Komponisten

Das 2. Sinfoniekonzert mit dem Philharmonischen Orchester Gießen am Stadttheater Gießen findet statt am kommenden Donnerstag, 1. Oktober 2026 um 19:30 Uhr. Es dirigiert Vladimir Yaskorski, auf dem Programm stehen Werke dreier russischer Komponisten. Als Solist ist Wataru Hisasue zugegen, dem Gießener Konzertpublikum aus Gastauftritten in den vergangenen Spielzeiten bereits bestens bekannt.

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Wataru Hisasue: Yuji Ueno Klein

Das 2. Sinfoniekonzert präsentiert drei Werke voll traumhafter Sinnlichkeit: Tschaikowskis Sinfonie Nr. 1 „Winterträume“ fängt die kalte Jahreszeit in poetischen Naturbildern ein, während
Gubaidulinas „Märchenpoem“ eine berührende Geschichte erzählt: Ein kleines Stück Schulkreide träumt davon, statt Wörtern und Zahlen einmal Schlösser und Gärten zu malen.
Auf diese Traumlandschaften trifft Prokofjews energetisches 3. Klavierkonzert, dem der russische Lyriker Konstantin Dmitrijewitsch Balmont folgende Zeilen widmete: „Ein jubelndes Feuer der purpurnen Blume. Die Tastatur der Träume spielt mit kleinen Lichtern, um plötzlich mit feurigen Zungen zu springen.“

Ein berührender Konzertabend, für den wir erneut den gefeierten Pianisten Wataru Hisasue auf unserer Bühne begrüßen dürfen. Hisasue, 1994 in Kyoto geboren, begann im Alter von 5 Jahren Klavier zu spielen. Er wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter der zweite Preis beim Königin-Elisabeth-Wettbewerb in Brüssel (2025); der dritte Preis sowie ein Sonderpreis für die beste Interpretation des Auftragswerks von Pascal Dusapin beim 66. Internationalen ARD- Musikwettbewerb; zwei von der Jury vergebene Sonderpreise (der Liszt-Bartók-Preis und der Beethoven-Preis des G. Henle Verlags) beim Concours Géza Anda 2024; alle drei Preise bei den Kyoto Aoyama Music Foundation Awards; der erste Preis beim Felix Mendelssohn Bartholdy Hochschulwettbewerb 2016 sowie sowohl der erste Preis als auch der Publikumspreis beim 7. Internationalen Klavierwettbewerb von Lyon (Frankreich).
Hisasue konzertierte bereits in zahlreichen Ländern, darunter Deutschland, Frankreich, Spanien, Finnland, die Schweiz, Belgien, die Niederlande, Japan und Korea. Er wurde zu renommierten Festivals eingeladen, darunter die Audi Sommerkonzerte, die Schwetzinger SWR Festspiele, das Festival de Torroella de Montgrí und die „Première Rencontre autour du Piano“ auf Guadeloupe.
Als Solist trat er mit bedeutenden Orchestern auf, darunter das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Antwerp Symphony Orchestra, das Belgian National Orchestra, das
Brussels Philharmonic, das Musikkollegium Winterthur und das Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra. Zu den Dirigenten, mit denen er zusammenarbeitete, zählen Michael Francis, Mikhail Pletnev, Marc Albrecht und Kazushi Ono. Seine künstlerische Arbeit wurde durch Stipendien der Haus der  Heiwado Foundation, der Rohm Music Foundation, der Deutschen Orchesterstiftung, der Brougier-Seisser-Cleve-Werhahn-Stiftung sowie der Carl-Bechstein-Stiftung gefördert.

Karten
Kreuzplatz 6 | 35390 Gießen Öffnungszeiten Haus der Karten:
0641 7957-60/-61 MO-FR 9:30 bis 18:00 Uhr
theaterkasse@stadttheater-giessen.de SA 9:30 bis 14:00 Uhr
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Schloss Atzenbrugg/NÖ: Gelacht, gestaunt und gerührt: glanzvolles Vorfinale der Schubertiaden mit vielen prominenten Gästen

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Ildiko Raimondi, Günter Haumer. Foto: Schloss Atzenbrugg

Heinz und Margit Fischer, Maresa Hörbiger, Manuel Witting, Thomas Hampson, Andrea Herberstein, Maria Rauch-Kallat und zahlreiche weitere Gäste feierten mit Ildikó Raimondi, Günter Haumer und den Philharmonia Schrammeln einen sehr österreichischen Sonntagnachmittag im Schubert Schloss Atzenbrugg.

Atzenbrugg, 27. September 2026. Musik, Wiener Schmäh und große Gefühle: Mit „Eine Landpartie auf Schuberts Spuren“ steuerten die Schubertiaden im Schubert Schloss Atzenbrugg am Sonntag auf ihr Saisonfinale zu. KS Ildikó Raimondi und Bariton Günter Haumer führten gemeinsam mit den Philharmonia Schrammeln durch einen Nachmittag, an dem viel gelacht, gestaunt – und zwischendurch auch ein wenig gerührt geschwiegen wurde.

Das ausverkaufte Konzert hatte bereits im Vorfeld für großes Interesse gesorgt. Grande Dame Elisabeth Gürtler hatte ihren Freundeskreis nach Atzenbrugg geladen, zugleich präsentierte das renommierte Bankhaus Spängler den Abend anlässlich des 30-jährigen Bestehens seiner Wiener Niederlassung. So trafen Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft im Schubert Schloss aufeinander.

Wiener Schmäh trifft Schuberts Finanzwelt

Dass ein Schubert-Nachmittag keineswegs nur getragen sein muss, bewiesen Raimondi und Haumer spätestens mit ihren humorvollen Betrachtungen über das menschliche Verhältnis zum lieben Geld. Beim klassischen Altwiener Couplet „Mir is’s alles an’s“ aus den Kremser Alben wurde das traditionelle Spiel mit denen, die Geld haben – und jenen, die keines haben – kurzerhand in die Gegenwart geholt: „Wer a Geld hat, kann in Aktien spar’n, und wer kans hat, der hat kans verlor’n“ – oder, passend zum Nachmittag: „Wer a Geld hat, sitzt im Publikum, und wer kans hat, steht auf da Bühne rum.“

Berührendere Töne schlug Raimondi mit „Das ist der Herr von Schubert“ an, einer Altwiener Walzeridylle zu Ehren Franz Schuberts. Und als die Philharmonia Schrammeln schließlich Johann Strauß’ „An der schönen blauen Donau“, op. 314, in der Bearbeitung von Heinz Hromada anstimmten, schien das kleine Ensemble klanglich um ein Vielfaches zu wachsen: Fast konnte man meinen, ein ganzes Orchester sei in Atzenbrugg versammelt.

Der Drache tanzt zu Schubert und ein Bussi für Raimondi

Für einen jener Momente, die sich nicht inszenieren lassen, sorgte schließlich das Leben selbst. Während Schuberts „Deutsche Tänze“ erklangen, entdeckte Bundespräsident a. D. Heinz Fischer durch eines der Schlossfenster einen Drachen, der am Horizont in den rosaroten Abendhimmel stieg. Ein kleines, stilles Bild – und für einige Augenblicke die perfekte Begleitung zur Musik. Emotional wurde es auch zwischen Fischer und Ildikó Raimondi: Als die Kammersängerin an ihre Ernennung zur Österreichischen Kammersängerin durch seine Hand erinnerte und sich bei dem ehemaligen Bundespräsidenten bedankte, stand Fischer spontan auf und umarmte sie. Raimondi war an diesem Nachmittag nicht nur Sängerin und Gastgeberin. Sie führte die Gäste persönlich durch Schloss und Museum und unterhielt sie mit launigen Anekdoten über ihren Lieblingskomponisten Franz Schubert, dessen Leben und Musik sie seit vielen Jahren begleiten.

Prominente Gäste im Schubert Schloss

Unter den Gästen waren Bundespräsident a. D. Heinz Fischer und seine Frau Margit Fischer, die frühere Bundesministerin Maria Rauch-Kallat sowie John-Harris-Geschäftsführer Ernst Minar und die Atzenbrugger Bürgermeisterin Beate Jilch. Schauspielerin und Kammerschauspielerin Maresa Hörbiger kam gemeinsam mit ihrem Sohn, Schauspieler Manuel Witting, nach Atzenbrugg. Für eine Überraschung in letzter Minute sorgte der international gefeierte US-amerikanische Bariton und Kammersänger Thomas Hampson, der eigens aus Deutschland anreiste und gemeinsam mit seiner Frau Andrea Herberstein das Vorfinale besuchte. Ebenfalls unter den Gästen: Gastgeberin Elisabeth Gürtler sowie Vertreter der Familie Spängler und des Bankhauses Spängler.

Bankhaus Spängler: Im Todesjahr Schuberts gegründet

Eine besondere historische Verbindung zum Protagonisten des Nachmittags lieferte auch das Bankhaus selbst: 1828 – in jenem Jahr, in dem Franz Schubert starb – wurde es gegründet. In Wien, dem dieser Nachmittag musikalisch gewidmet war, gab es an diesem Nachmittag einen zusätzlichen Grund zu feiern: Vor genau 30 Jahren, 1996, eröffnete das Bankhaus Spängler seine Niederlassung im historischen Churhaus am Stephansplatz. Heute betreuen dort 22 Mitarbeiter ein Kundenvolumen von mehr als 1,9 Milliarden Euro. Was 1996 als zweiter Standort außerhalb Salzburgs begann, hat sich damit zu einem wichtigen Standbein des Bankhauses entwickelt. Und so bot ausgerechnet eine Schubertiade den passenden Rahmen für das Jubiläum:  keine Bilanzen und Vermögensaufstellungen, sondern Schubert, Schrammeln und Wiener Lebensart – sehr zur Freude von Bankier KR Heinrich Spängler, Aktionär und Aufsichtsrat des Bankhaus Spängler, und Ehefrau Eva, sowie Dr. Raphael Hartl, MBA, und Mag. Jakob Matuschka-Gablenz, CFA, Regionalleiter Wien des Bankhaus Spängler.

Empfang bei Elisabeth Gürtler – und das Finale steht noch bevor

Nach dem Konzert war der Nachmittag noch lange nicht zu Ende: Elisabeth Gürtler lud Künstler und ausgewählte Gäste zum traditionellen Empfang in ihre benachbarte Aumühle, wo bei Speis und Trank weitergefeiert wurde. Ganz zu Ende ist die Schubertiaden-Saison damit allerdings noch nicht: Am 4. Oktober folgt im Schubert Schloss Atzenbrugg das letzte Konzert der Saison. Unter dem Titel „Orgel trifft Volksmusik“ ist der Familiengesang Knöpfl zu Gast. Das Konzert findet in Kooperation mit der Volkskultur Niederösterreich statt und setzt den musikalischen Schlusspunkt unter die Schubertiaden 2026.

Saisonfinale der Schubertiaden 2026
„Orgel trifft Volksmusik“ – Familiengesang Knöpfl
4. Oktober 2026
Schubert Schloss Atzenbrugg
Karten und Informationen: schubertschloss
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ZÜRICH/Opernhaus: LA RONDINE von Giacomo Puccini – Raritätenerfolg mit Bernheim und Jaho. 27.9.2026

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Gatell, Bernheim, Hamaoui, Armiliato. Foto: Lukas Link

Puccinis selten gespielte Oper LA RONDINE wurde ursprünglich als Auftragswerk für das Wiener Carltheater komponiert. Es ist jedoch ein Irrglaube, zu meinen, Puccini hätte die Absicht gehabt eine Operette zu schreiben. „Eine Operette, das kommt für mich nicht in Frage!“ soll Puccini seinerzeit geäußert haben. Und eine Operette ist somit auch nicht aus „Die Schwalbe“ geworden, deren Libretto von Alfred Maria Willner und Heinz Reichert verfasst wurde, die auch schon für Johann Strauss, Franz Lehar oder Leo Fall getextet haben.

Puccini erkannte zudem, dass die große Zeit der Operette sich ohnehin ihrem Ende zugewandt hat. So wurde aus LA RONDINE eben keine Operette, sondern durch und durch eine lyrische Oper. Aufgrund des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs und des damit verbundenen Niedergangs sowohl der Monarchie als auch der Wiener Operettenseligkeit kam es nicht mehr zu einer Weltpremiere in Wien. Die Uraufführung erfolgte stattdessen 1917 in Monte Carlo. Dass das Werk allerdings bis heute nicht seinen Weg auf den Spielplan der Wiener Staatsoper gefunden hat, ist bedauerlich und eigentlich schon beschämend. Auch an der Oper in Zürich dauerte es 106 Jahre und bis 2023 bis die Puccini-Oper dort ihre Erstaufführung erlebte und ein Triumph in jeder Hinsicht wurde. Nun kam es zur ersten Wiederaufnahme und dabei griff Zürich auf seine phänomenale Premierenbesetzung mit Ermonela Jaho und Benjamin Bernheim zurück.

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Bernheim, Hamaoui. Foto: Lukas Link

LA RONDINE handelt von Magda, die von einem reichen Liebhaber finanziert wird und ein Leben führen kann, von dem viele nur träumen können. Glücklich ist sie nicht, denn ihr Leben ist langweilig geworden. Sie denkt an glücklichere Zeiten zurück als sie als junges Mädchen eine Liebesgeschichte mit einem Studenten erlebte. Sie sehnt sich nach dieser Zeit zurück. Sie sehnt sich nach der großen Liebe. Und plötzlich steht der junge Ruggero, der Sohn eines Geschäftspartners ihres reichen Liebhabers, vor ihr. Es trifft sie beide wie ein Blitz und eine große Liebe nimmt ihren Anfang, eine Liebe die sie beide im finalen Akt in ein gemeinsames Domizil nach Nizza führt. Doch aus den Heiratsplänen die der schwärmerische Ruggero dort schmiedet kann nichts werden, nachdem die mit sich kämpfende Magda Ruggero gestehen muss, sich Männern verkauft zu haben und sie von Ruggeros Familie niemals als standesgemäß betrachtet werden würde.

Die Inszenierung von Christof Loy ist äußerst geschmackvoll. Von der Kaiserzeit verlegte der Regisseur die Geschichte in die 1950er-Jahre – eine Zeit die Loy als passenden Rahmen betrachtet, in der ein junger unerfahrener Mann auf eine Frau mit großer erotischer Erfahrung trifft. Feinfühlig und detailliert lässt Loy die Charaktere in ästhetischen Bühnenbildern agieren. Seine Arbeit zeichnet sich durch eine gekonnte Personenregie aus, jeder Blick und jede Regung ist durchdacht und findet in der Musik ihr Pendant.

Puccinis Musik für LA RONDINE weist sich durch eine geradezu schwebende Tonalität aus und offenbart eine Instrumentation die immer wieder an Debussy oder auch an Richard Strauss erinnert.

Der Komponist hat sich weitgehend vom typischen Arien- und Duettkonstrukt losgelöst und neigt zu einer stark durchkomponierten Form. Dennoch hat Puccini dem Hauptpaar melodien- und substanzreiche Solostellen komponiert und vor allem das dramatische Schlussduett ist packend und leidenschaftlich wie man es vom Komponisten eben kennt. Puccini at his best.

Marco Armiliato badet förmlich in der klangreichen Partitur und setzt zusammen mit der Philharmonia Zürich starke Akzente. Was dabei herauskommt ist einerseits feinsinnig und fragil, dann wieder reichhaltig und luxuriös, und bietet die ganze Bandbreite des Puccini-Kosmos.

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Bernheim, Jaho. Foto: Lukas Link

Der Sopran von Ermonela Jaho ist eher von herbem Klang, wenngleich die albanische Sängerin es versteht ihre Stimme im Piano berückend zurückzunehmen und auszuformen. Davon zeugt gleich zu Beginn der Aufführung die bekannteste Nummer der Oper – Chi il bel sogno di Doretta. Jaho lässt Töne an- und abschwellen und in den dramatischen Momenten lässt sie ihrem Sopran leidenschaftlichen Lauf.

Von besonderer Ausdruckskraft ist auch ihr eindringlich vorgetragener Monolog im ersten Akt, als Magda über längst vergangene Tage sinniert. Da werden Parallelen zum Rosenkavalier erkennbar.

Benjamin Bernheim verleiht dem Ruggero seine prächtige Tenorstimme. Seine herausragenden stimmlichen Qualitäten kann der französische Startenor nicht nur in seinen betörenden Solomomenten, sondern auch in den dramatischen Ausbrüchen des letzten Bildes zu Gehör bringen, in welchen Bernheim auch schon ganz schön Metall in der Stimme vorweisen kann. Der dritte Akt wird in dieser Produktion gleich zu Beginn mit dem Puccini-Lied Morire erweitert, welches der Komponist in einer zweiten Rondine-Fassung übrigens in den ersten Akt verfrachtet hat. So hat Bernheim zum einen eine weitere Gelegenheit sein traumhaft schönes Timbre herauszustellen, zudem macht das Lied mit seiner Nachdenklichkeit an diesem Punkt durchaus viel Sinn. Als Figur zeichnet Bernheim eine deutliche Entwicklung nach. Während Ruggero in den ersten beiden Akten noch viel an Unerfahrenheit demonstriert (wie herrlich süß verlegen er auf die Avancen der anwesenden und an ihm interessierten Damen reagiert), ist er zum Finale hin ein deutlich gereifter junger Mann, der letztendlich schweren Herzens erkennen muss, warum seine Beziehung mit Magda in dieser Welt keine Zukunft haben kann.

Vladimir Stoyanov hat in der kleinen Rolle des Rambaldo nicht viel zu tun, und ist in jeder Hinsicht farblos. So sehr, dass man unweigerlich zur Erkenntnis kommen muss, dass es ausschließlich nur das Geld sein kann, das Magda an diesem Mann interessiert.

Als Buffo-Paar und Gegenstück zum dramatischen Protagonistenpaar treten Lisette, das Hausmädchen Magdas, und der sie umwerbende Dichter Prunier, in Erscheinung. Sandra Hamaoui gibt die quirlige Lisette mit charmantem Sopran voller Verspieltheit, eine Art Adele wie man sie aus der Fledermaus kennt. Der Prunier des Juan Francisco Gatell erklingt mit etwas abgedunkeltem Tenortimbre, die Stellen im Parlando meistert er vorzüglich. Wenn man so will könnte man in diesen beiden Figuren durchaus ein Überbleibsel aus dem Konstrukt der Operette erkennen.

Doch wenn Magda, Ruggero, Lisette und Prunier gemeinsam mit dem restlichen Ensemble Bevo al tuo fresco sorriso singen, wird einem bewusst, dass kein Operettenkomponist der Welt eine so gewaltige opernhafte Nummer hätte komponieren können. Das ist Oper und Puccini vom Feinsten. Nach dieser Szene gibt es heftigen Applaus und Bravo-Rufe vom Zürcher Publikum.

Auch das restliche und umfangreiche Ensemble dieser Oper trägt zum großen Erfolg der Aufführung bei.

Großer Jubel zum Ausklang der Vorstellung.

Und als am Ende der Geschichte Ruggero am Boden zerstört von dannen zieht und Magda schließlich alleine auf der Bühne steht, lässt sie einen großen Seufzer hören. Was bedeutet dieser? Erleichterung? Sicher nicht. Verbitterung? Schon eher. Traurigkeit? Bestimmt. Verzweiflung? Ganz sicher.

Lukas Link

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Brno / Janáček Theater: “MASKA”. – 25.9. 1026 (Uraufführung)

Poesievoll-sensibler Tanzabend 

Mit „Maska“ hat artistic director Mário Radačovský für die Herbstballettpremiere von Národni divadlo Brno (NdB) Ballet einen feinen, poesievoll-sensiblen Tanzabend geschaffen. Die Uraufführung von diesem Werk bildet damit den choreografischen Schlusspunkt, den er zum Abschluss seiner Wirkungszeit in Brno für seine Ballett Compagnie geschaffen hat. Standen in früheren Werken oftmals historische Persönlichkeiten im Mittelpunkt seiner Kreationen wie zuletzt Coco Chanel, beschäftigte er sich auch oft mit anderen Herangehensweisen an Handlungsballette oder auch mit der Umsetzung abstrakter Themen.

Mit diesem abendfüllenden Ballett in 2 Teilen mit einer Pause hat sich Mário Radačovský bewusst einem Thema gewidmet, das in der Gesellschaft aktuelle Bedeutung hat, versteckt man sich doch gern hinter einer Maske, oft aus scheinbarem Erfordernis, um sich besser darzustellen oder zur Abgrenzung vor gesellschaftlichem Druck und Zwang. Mário Radačovský geht es in seinen Überlegungen darum, die Verletzlichkeit der Menschen darzustellen, es geht um den Kampf gegen die Außenwelt und um die innere Furcht, wenn man es sich erlaubt, vor dem anderen die Maske, die Selbstschutz bedeutet, abzunehmen, um sich dem anderen in aller Verwundbarkeit zu öffnen. In einer ineinander fließenden Abfolge von Szenen, die ohne Handlung, aber mit viel emotionalem Gehalt gefüllt sind, entlarvt er die menschliche Natur, geht von belangloser Oberflächlichkeit in die seelische Tiefe zwischenmenschlichen Daseins und Handelns: das Abnehmen der Maske geht unter die Haut, die gezeigte Vulnerabilität berührt die Zusehenden. In dynamischen wie elegischen Bewegungsabfolgen des Ensembles bzw. der Hauptpersonen nutzt er neoklassischen Stil, verwoben mit Bodenelementen; wirkungsvolle Effekte erzielt er mit den weißen Masken, die vor dem Gesicht als auch am Hinterkopf getragen werden. Besonders feinfühlig und eindrucksvoll gestaltete er die vielen Pas de deux und den Pas de trois.

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João Gomez (Maskengeist) (© Pavel Hejný)

Den passenden musikalischen Klangteppich hat Mário Radačovský in Kompositionen von Frédéric Chopin und Franz Liszt gefunden, indem er die Kraft der Musik für die emotionale Botschaft nutzt, die der Tanz darstellt – Musik und tänzerische Umsetzung verschmelzen in einer einzigartigen Symbiose. Zu hören sind u.a. Chopins Klavierkonzert Nr. 1 in e-moll op. 11 (Romance) und das Klavierkonzert Nr. 2 in f- moll op. 21 (Larghetto), weiters Scherzo Nr. 2 in b-moll, op. 31, Fantaisie-Impromptu cis-moll, op. 66, Nocturne Des-Dur, op. 27, Nocturne c-moll, op. 48 und Nocturne in e-moll, op. 72. Von Liszt werden Stücke wie Consolation Nr. 3 in Des-Dur, Liebestraum Nr. 3 As-Dur, La Campanella in gis-moll, Ungarische Rhapsodie Nr. 2 in cis-moll und Harmonies du Soir in Des-Dur gespielt.  

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Arthur Abram (Mann ohne Maske), João Gomez (Maskengeist) und Shoma Ogasawara (Mann mit Maske); im Hintergrund Ivo Kahánek am Flügel (© Pavel Hejný)

Mário Radačovský konnte den berühmten tschechischen Klaviervirtuosen Ivo Kahánek für diese Produktion gewinnen, der bereits mehrfach mit dem Ballett des Nationaltheaters Brno zusammengearbeitet hat. Gemeinsam mit Ivo Kahánek und seinem perlenden Spiel am Flügel wirkt das Janáček Quartett hier mit – Jiří Pospíchal (1. Violine), Richard Kružík (2. Violine), Jan Řezníček (Viola) und Lukáš Polák (Cello) zaubern in den Konzertphasen herrlichen Streicherklang.

Für die Ausstattung arbeitete Mário Radačovský erneut mit einem bewährten Team: das Set Design stammt von Marek Hollý, die Kostüme hat Alexandra Grusková designt.

Virtuos zeigen sich alle Ensemblemitglieder, im dynamisch-impulsiven Tanz wirkt die Gruppe in unterschiedlichen Formationen sehr stark. Allen voran überzeugt João Gomez, der als Maskengeist mit viel Präsenz die Riege der Hauptpersonen anführt. Beschwörend und einfühlsam, bestimmend und energisch ist er die zentrale Figur. Bestechend und einander ebenbürtig im intensiven Ausdruck und im souveränen Tanz waren Shoma Ogasawara als Mann mit Maske und Arthur Abram als Mann ohne Maske. Se Hyun An gefällt als erste Frau ebenso wie Gloria Benaglia als zweite Frau mit Präzision und Technik wie Ausdruckskraft.

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Das energievoll tanzende Damenensemble © Pavel Hejný

Eine eindrucksvolle Leistung des Ballett Brno, das hier demonstrierte, wie Mário Radačovský die Tänzerinnen und Tänzer über die Jahre geformt hat und sie zu einer harmonischen stilvollen Einheit zusammenfügte. Das hohe Prestige der Compagnie zeigt sich auch darin, dass das Ballett Brno fünf Tage nach diesem Weltpremieren-Abend nach Thailand aufbricht, um beim Bangkok International Festival of Dance and Music aufzutreten. 

Der Ballettabend endet mit Standing Ovation, lang anhaltendem Beifall und viel Begeisterung im Publikum.

Ira Werbowsky
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Bestellungen :  karten@dander.at

Sehr geehrte Damen und Herren,

Liebe Freunde,
das Theater Center Forum startet in die neue Saison!- Raus aus dem Alltag – rein ins Theater

Mit großer Freude und Spielleidenschaft präsentiert Ihnen das TCF eine Auswahl, die Sie in die Wunderwelt des Theaters entführen wird.

LG Christian 

THEATER CENTER FORUM:

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Samstag, 10. Oktober 2026-  Der Frauenflüsterer „Er versteht sie. Meistens“ um nur € 25.-

Mittwoch, 7. Oktober 2026- Über den Wolken um nur € 25.-

Div. Termine ab Oktober- Außer Kontrolle um nur € 25.-

Über den Wolken

Eine Hommage an Reinhard Mey

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Reservierungen sind Montag bis Sonntag (rund um die Uhr –  ) unter karten@dander.at möglich !

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