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INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 21. JULI 2026)

21.07.2026 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 21. JULI 2026)

Kultmusical „Hair“ feiert glanzvolle Premiere in Steyr
Elf Sommerabende voller Rockmusik, Lebensfreude und zeitloser Botschaften: Das Musikfestival Steyr präsentiert den Musicalklassiker „Hair“ als Open-Air-Produktion. Premiere ist am 23. Juli 2026.

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 Von 23. Juli bis 8. August 2026 steht mit „Hair“ ein Meilenstein der Musicalgeschichte auf dem Spielplan des Musikfestival Steyr. Das von Gerome Ragni und James Rado geschriebene Werk begeistert seit seiner Uraufführung 1967 in New York mit ikonischen Songs wie „Aquarius“, „Manchester England“, „Good Morning Starshine“ und „Let the Sunshine In“ sowie einer bewegenden Geschichte über Selbstbestimmung, Toleranz und gesellschaftlichen Wandel.

„Legendäre Songs verbinden sich mit Freundschaft, Liebe, Identität und dem Protest gegen Krieg und Zwänge – ebendiese emotionale Kraft möchten wir mit unserer Inszenierung einfangen und dem Publikum einen Sommerabend schenken, der noch lange nachhallt“, kündigt Intendant Karl-Michael Ebner an.

Premiere mit Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur
Für die glanzvolle Premiere des Rockmusicals am 23. Juli 2026 haben sich unter anderem bereits Hans Arsenovic (Die Grünen), Katrin Auer (SPÖ), Georg Baumgartner (Baumgartner Hotels), Markus Birnleitner (Brau Union Österreich), Julia Bruckner (Sparkasse Oberösterreich), Anna Maria Demmelmayr-Durst (SPÖ), Sabine Engleitner-Neu (SPÖ), Harald Gottsche (BMW Group Werk Steyr), Andreas Klauser (Palfinger), Markus Knasmüller (BMD), Christian Moser (Landespolizeidirektion Steyr), Ramesh Nair (Schauspieler), Eduard Riegler (Riegler Metallbau), Klaus Riener (Wiener Städtische Versicherung), Ernest Schulz (Elektro Kammerhofer), Michael Schodermayr (SPÖ), Andreas Stangl (Arbeiterkammer), Günther Steinkellner (FPÖ), Christof und Zoë Straub (Sängerin), Günter Streicher (SPÖ), Nicole Trudenberger (SPÖ), Markus Vogl (SPÖ) und Martin Winkler (SPÖ) sowie Robert Zeilinger (SKF Österreich) angekündigt.

Mehr Informationen zu den Vorstellungsterminen und Tickets sind online auf musikfestivalsteyr.at erhältlich. Die Veranstaltung findet nur bei Schönwetter statt.

Das Musikfestival Steyr wird maßgeblich unterstützt von BMD, BMW Group Werk Steyr, Magenta, SKF Österreich AG, Sparkasse OÖ und Wiener Städtische Versicherung.

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Von Rossinis Erstlings-Oper bis zum Open-Air-Spektakel: Große Programmvielfalt beim KlassikFestival Schloss Kirchstetten 2026

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Foto: Lorenz Pelzer

Das KlassikFestival Schloss Kirchstetten im Weinviertel gilt heute als eine der Top-Adressen für Belcanto-Kenner. Mit erlesener Programmauswahl, dynamischen Inszenierungen und hoher musikalischer Qualität hat sich das Festival in den vergangenen zehn Jahren profiliert. Diesem Kurs bleibt man auch 2026 treu. In der 28. Spielzeit bringt Intendant Stephan Gartner Gioachino Rossinis allererste Oper „La cambiale di matrimonio“ – „Der Heiratswechsel“ (29.7. bis 8.8.2026) – im mit maximal 160 Plätzen „kleinsten Opernhaus Österreichs“ auf die Bühne. Ergänzt wird das Sommerprogramm durch einen Reigen an Freiluft-Höhepunkten verschiedener Genres im stimmungsvollen Ehrenhof des Schlosses.

 „Rossinis Opern passen nach Kirchstetten wie die Faust aufs Auge“, ist Intendant Stephan Gartner überzeugt. Nach selten gespielten Raritäten und weltweit populären Werken kehren er und sein Team heuer zu den Ursprüngen der Rossini’schen Belcanto-Kunst zurück und präsentieren dessen Erstlingswerk „La cambiale di matrimonio“. Den Einakter, eine typisch venezianische „farsa comica“, komponierte Rossini 1810 im Alter von nur 18 Jahren. Schon hier sprühen Witz, musikalische Charakterzeichnung und eingängige Melodien, die sein späteres Schaffen prägen sollten.

In „La cambiale di matrimonio“ will der Londoner Kaufmann Mill seine Tochter aus Kalkül verheiraten – doch Fanny liebt einen anderen. Als der vorgesehene Bräutigam Größe beweist und auf sein „Geschäft“ verzichtet, wendet sich das turbulente Spiel überraschend zum Guten. „Eine spritzige Opernkomödie voller Witz, Tempo und Gefühl“, schwärmt Gartner. Für die Inszenierung konnte erneut Richard Panzenböck gewonnen werden, für die musikalische Leitung zeichnet wie bisher Hooman Khalatbari verantwortlich.

„Mit La cambiale di matrimonio gehen wir bewusst einen Schritt zurück zu den Wurzeln des Rossini’schen Belcanto. Gerade in unserem intimen Rahmen funktioniert diese Musik besonders unmittelbar – man erlebt Oper hier, im kleinsten Opernhaus Österreichs, so nah und lebendig wie nirgendwo sonst. Gleichzeitig schärfen wir mit dieser Stückwahl weiter unser Profil: Schloss Kirchstetten hat sich weit über Niederösterreich hinaus als unverwechselbare Belcanto-Spielstätte etabliert – mit einem besonderen Fokus auf Rossini. Wir verstehen uns auch als ein Ort für musikalische Entdeckungen. Abseits der großen Mainstream-Opern wagen wir uns immer wieder an Werke, die viel zu selten gespielt werden – und dieser Schatz an faszinierenden Opern ist noch lange nicht gehoben“, so Intendant Stephan Gartner.

Von Klassik über Filmmusik bis Kabarett im August

Unmittelbar nach der Opernspielzeit im unvergleichlichen Maulpertsch-Saal warten 2026 gleich vier Open-Air-Erlebnisse im Ehrenhof von Schloss Kirchstetten. „Es freut mich besonders, dass wir heuer einen neuen Kooperationspartner gewinnen konnten, durch den wir unser Open-Air-Portfolio noch einmal deutlich erweitern. Als führender Veranstalter großer Orchesterkonzerte im Weinviertel ist es uns natürlich wichtig, auch neue Publikumsschichten anzusprechen. Mit Genres wie Austropop oder Kabarett öffnen wir das Festival bewusst für zusätzliche Zielgruppen – ohne dabei unsere musikalische Qualität aus den Augen zu verlieren“, erklärt Gartner.

Zum mittlerweile 16. Mal geht am Donnerstag, 13. August, das Konzert-Highlight KLASSIK UNTER STERNEN über die Bühne. Das Moravian Philharmonic Orchestra präsentiert dabei unter der Leitung von Hooman Khalatbari berühmte Ouvertüren aus weltbekannten Opern von Rossini, Donizetti, Mozart, Puccini, Verdi, Wagner, Debussy und vielen andern.

Am Samstag, 15. August, folgt mit Symphonic Blockbuster eine Weltreise durch die Filmmusik: Von den epischen Klängen aus Star Trek und Der Herr der Ringe, über die gefühlvollen Melodien aus Forrest Gump bis hin zu den bombastischen Soundtracks von Jurassic Park oder Robin Hood – das Symphonieorchester der TU Wien bringt die Magie großer Kino-Momente fulminant zum Klingen.

Mittwoch, der 19. August, steht im Zeichen des unverwechselbaren Klangs des Austropop: Musik-Legende Gert Steinbäcker, die prägende Stimme von STS, bringt seine unverwechselbare Live-Energie und Hits wie „Grossvater“ und „Die Sunn über’n Meer“ gemeinsam mit seiner Band auf die Open-Air-Bühne von Schloss Kirchstetten. Special Guests: Andy Baum & Christian Becker.

Am Freitag, 21. August, wird im Schloss Kirchstetten erstmals ein Kabarettabend geboten, und zwar mit einem Kapazunder der heimischen Szene: Gernot Kulis serviert sein neues Comedy-Programm „Ich kann nicht anders“ – voller Geschichten aus dem echten Leben, chaotisch, schnell und urkomisch. Ein groß angelegter Angriff auf die Lachmuskeln ist dabei vorprogrammiert.

Musikgenuss auch im Herbst

Damit nicht genug, hält auch das Herbstprogramm von 25. September bis 7. Oktober wieder zahlreiche Glanzpunkte bereit. Erster Schwerpunkt sind die beliebten Erzählkonzerte im prachtvollen Maulpertsch-Saal. In der Reihe „Kammermusik: gehört – erzählt“ verbinden sich musikalische Spitzenleistungen mit unterhaltsamen Moderationen, spannenden Hintergrundgeschichten und persönlichen Einblicken in das Leben der Komponistinnen und Komponisten. In der intimen Atmosphäre des barocken Saales entsteht so ein Konzerterlebnis, das Musik nicht nur hörbar, sondern auch erzählbar und unmittelbar erlebbar macht.

Den Auftakt bildet am Freitag, 25. September (19:30 Uhr) das FESTKONZERT zum Jubiläum der historischen Kirchenorgel von Kirchstetten. „Dieses barocke Kleinod feiert 2026 ihren 200. Geburtstag. Sie ist ein außergewöhnlicher Schatz, weil sie bis heute weitgehend im Originalzustand erhalten ist. Während im Krieg bei vielen Orgeln die Pfeifen eingeschmolzen wurden, blieb jene in Kirchstetten verschont – man hat sie schlicht vergessen. Umso schöner ist es, dieses Instrument heute mit einem Festkonzert zu feiern“, betont Intendant Stephan Gartner. Der junge Weinviertler Organist Manuel Fröschl stellt das restaurierte Instrument mit Werken von Händel, Haydn und Mozart in den Mittelpunkt, während im zweiten Teil Harfenistin Tina Zerdin gemeinsam mit dem Kammerorchester mit klangvollen Werken von Mozart, Mascagni und Dvořák festliche Akzente setzt.

Am Samstag, 26. September (19:30 Uhr) folgt mit „Wiener Blut“ eine szenische Operettenaufführung mit Musik von Johann Strauss. Temperamentvolle Melodien, Wiener Charme und schwungvolle Ensembles lassen den Geist der klassischen Wiener Operette im barocken Ambiente des Schlosses lebendig werden.
Ein besonderes Familienerlebnis bietet am Sonntag, 27. September (15:00 Uhr) die KinderOperette „Der gestiefelte Kater“. Das märchenhafte Musiktheater bringt die bekannte Geschichte mit viel Humor, Musik und Fantasie auf die Bühne und führt junge Zuhörerinnen und Zuhörer spielerisch an die Welt der Oper heran. Ein spannendes, lustiges Märchenabenteuer für Kinder von 3 bis 9 Jahren.

Den Abschluss der Reihe bildet am Mittwoch, 7. Oktober (19:30 Uhr) das Konzert „Parisienne nostalgie“ des Klaviertrios Kalliopé Trio Prague, das mit französischer Kammermusik eine musikalische Reise in die Klangwelt von Paris unternimmt. Elegante Melodien, impressionistische Farben und fein nuancierte Kammermusik lassen dabei die besondere Atmosphäre der französischen Musiktradition in Kooperation mit dem Musikfestival Lednice/Valtice aufleben.

Noch vor dem Saisonfinale am 7. Oktober bringt der zweite herbstliche Konzertblock „herbstKLANG weinviertel“ neue Konzerte im alten Schloss zum Erklingen. Dabei steht das Weinviertel mit seiner sanft wogenden Landschaft, dem Wein und den Menschen aus der Region im Mittelpunkt. Die Künstlerinnen und Künstler, die eingeladen werden, leben im Weinviertel oder haben hier ihre Wurzeln – und bringen ihre ganz persönliche musikalische Handschrift mit.

Am Freitag, 2. Oktober (19:30 Uhr) lädt die Wiener Formation Stubenfliege rund um die gebürtige Weinviertlerin Eva Stubenvoll mit dem Programm „amüsant: Flug über Wien“ zu einem musikalisch-humorvollen Streifzug durch die Stadt der Musik. Mit viel Wiener Schmäh, Musikkabarett und charmanten Geschichten entsteht eine ebenso unterhaltsame wie musikalische Liebeserklärung an Wien.

Am Samstag, 3. Oktober (19:30 Uhr) präsentiert die Band HAUK unter dem Titel „authentisch: Austropop ohne Grenzen“ ihr neues Album „Alles Liebe“ und damit Songs, die sich zwischen zarten Momenten und stürmischer Leidenschaft, zwischen Träumen und Entschlossenheit bewegen.

Den stimmungsvollen Abschluss dieser Reihe bildet am Sonntag, 4. Oktober (15:00 Uhr) wie immer das beliebte Wein-Wander-Konzert „kultig: Brass & Wine“. Abwechslungsreiche Bläsermusik von Trombone Attraction, der Kirchstetter OpernWein und ein Spaziergang mitsamt Klappsessel durch das herbstliche Schlossareal verbinden sich zu einem genussvollen Gesamterlebnis, bei dem Musik, Landschaft und Weinviertler Lebensgefühl auf einzigartige Weise zusammenfinden.

Über das Schloss Kirchstetten

Der eindrucksvolle Kernbau stammt aus dem 16. Jahrhundert. Ursprünglich eine vierflügelige Anlage mit Wassergraben, Befestigungsmauern und kleinen Vorwerken, ging das Schloss 1729 in den Besitz des kaiserlichen Leibarztes Matthias von Suttner über. Der Medicus ließ das Schloss nach Plänen von Joseph Emanuel Fischer von Erlach im barocken Stil umbauen. Die U-förmige Anlage ist nun nach Osten hin offen und führt in einen ausgedehnten Park. Kunsthistorisches Highlight ist der Maulpertsch-Saal, benannt nach Franz Anton Maulpertsch (auch: Maulbertsch), dem Schöpfer des Deckenfreskos „Triumph der Wahrheit über die Zeit“. An den Stirnwänden des Saales finden sich je zwei großformatige Porträts des Rokokomalers Franz Anton Palko. Sie zeigen die Familie Suttner, der auch die berühmte Bertha von Suttner entstammte. Anfang des 20. Jahrhunderts war Bertha von Suttner oftmals zu Gast bei ihren Verwandten in Schloss Kirchstetten. Nach 1945 verließ die Familie Suttner das Schloss welches bis 2015 im Besitz der Familie war. Das Gebäude blieb jahrzehntelang unbewohnt und ungenutzt. Zur NÖ Landesausstellung wurde es renoviert und erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nun befindet sich das Schloss im Privatbesitz und wird dankenswerterweise für zahlreiche Veranstaltungen geöffnet.

 KONTAKT & KARTEN:

Hauptplatz 1, 2135 Neudorf im Weinviertel, Niederösterreich
Tel: +43 670 655 86 75 / info@schloss-kirchstetten.at / www.schloss-kirchstetten.at
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Sophie Burke gewinnt Karlsruher Tanzpreis 2026 für herausragende künstlerische Leistungen

 Sophie Burke erhält Karlsruher Tanzpreis 2026 für herausragende künstlerische Leistungen –
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Sophie Burke (Preisträgerin Karlsruher Tanzpreis), Prof. Dr. med. Christian Raulin und Dr. med. Sabine Raulin (Stifter:innen) © Arno Kohlem

Am Sonntag, 19.7. fand die Tanz-Fest-Woche des Badischen Staatsballett ihren Abschluss und Höhepunkt mit der feierlichen Ballettgala.

Wie bereits im vergangenen Jahr wurde im Rahmen der Gala mit dem Staatsballett Karlsruhe und hochkarätigen internationalen Gasttänzer:innen erneut der Karlsruher Tanzpreis verliehen. Es wurde ein Mitglied des Staatsballett Karlsruhe ausgezeichnet, das in der aktuellen Saison mit herausragenden künstlerischen Leistungen überzeugt hat.

Ensemblemitglied Sophie Burke durfte den mit 5.000 Euro dotierten Preis entgegen nehmen – die australische Tänzerin ist seit der Spielzeit 2023/24 beim Staatsballett Karlsruhe engagiert. Eine außerordentliche darstellerische Intensität, Willensstärke, Leidenschaft, Energie und Hingabe zeichnen sie als Tänzerin aus. Mit diesem Preis soll nicht nur ihr außergewöhnliches Talent und Können gewürdigt, sondern auch ihre weitere künstlerische Entwicklung unterstützt werden.

Am Badischen Staatstheater überzeugte Sophie Burke sowohl in kleineren Partien als auch und vor allem als ausdrucksstarke Julia in Jean-Christophe Maillots Meisterwerk Romeo und Julia. Als wilde und leidenschaftliche Lucy in Kenneth Tindalls Neukreation Dracula begeistert sie seit der Premiere im April 2026 das Karlsruher Publikum. Das Duett mit Dracula aus dem 1. Akt war auch in der Ballettgala zu sehen; verletzungsbedingt konnte Sophie Burke selbst nicht tanzen. Sie nahm aber nach dem Auftritt ihrer Kollegin Carolin Steitz die Preisträger-Urkunde und Preis-Statue (gestaltet von dem Studierenden der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe Arash Abramians) vom Stifterehepaar Dr. med. Sabine Raulin und Prof. Dr. med. Christian Raulin entgegen.

Zum Karlsruher Tanzpreis

Ballettdirektor Raimondo Rebeck zum Karlsruher Tanzpreis: „Ich freue mich sehr, dass die beiden Stifter des Karlsruher Tanzpreises, das Ärzteehepaar Dr. med. Sabine Raulin und Prof. Dr. med. Christian Raulin, ihre Unterstützung verstetigt haben und wir erneut im Rahmen unserer jährlichen Ballettgala ein Mitglied des Staatsballett auszeichnen und fördern können, das in der aktuellen Saison künstlerisch überzeugt hat.“

Dr. med. Sabine Raulin und Prof. Dr. med. Christian Raulin zu ihrem Engagement: „Mit dem von uns gestifteten Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro möchten wir ein Mitglied des Staatsballett auszeichnen, das durch herausragende künstlerische Leistungen in der laufenden Spielzeit überzeugt hat. Der Preis ist einerseits Anerkennung, andererseits Ansporn für die zukünftige künstlerische Entwicklung. Mit unserem Engagement machen wir uns auch stark für das Staatsballett Karlsruhe und das Badische Staatstheater als wichtigen kulturellen Protagonisten in der Fächerstadt.“

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Stuttgart: 15.07.2026 Ballett: „MAYERLING“ Ein unlösbares Dilemma  

Das in Deutschland sicher weniger als in Österreich bekannte Drama um den Tod von Kronprinz Rudolf von Österreich-Ungarn hat Choreograph Kenneth MacMillan von Anfang an fasziniert und er hat daraus das von vielen als sein Meisterwerk angesehene Ballett geschaffen, benannt nach dem Ort des Geschehens, dem Jagdschloss „MAYERLING“. Die Handlung basiert auf der wahren Geschichte und den Personen rund um Rudolfs letze Lebensjahre, wobei es MacMillan nicht um die wahrheitsgetreue Wiedergabe der Ereignisse ging, sondern um die Erforschung der menschlichen Psyche, ihrer verborgenen Ecken und die Auswirkungen, die Wünsche, Schwächen und Ausweglosigkeit eines Individuums haben können. Wie eng sein eigenes Leben mit dieser Choreographie verbunden sein würde (er starb während des 3. Aktes einer Aufführung beim Royal Ballet) konnte MacMillan damals sicher nicht erahnen.

Das Ergebnis ist ein schier überwältigendes Ballett, das auch eine neue Art von Körperlichkeit hervorbrachte, die man eher aus dem modernen Tanz kennt und die niemanden unbeeindruckt lassen kann.

Es ist ein schmaler Grat zwischen Schwäche, die aus Unsicherheit entsteht und Zerrissenheit, die auf einem Kampf und somit auf Kraft und Stärke beruht. Rudolfs Persönlichkeit war zweifellos von beiden geprägt, dennoch kann man sein Leben als eines im mehr oder weniger stillen Widerstand betrachten und somit als mehr von Stärke geprägtes. So hat er trotz seiner sensiblen Psyche, die durch die von militärischen Foltermethoden geprägte Erziehung von klein auf traumatisiert wurde, als Sechsjähriger dennoch die Kraft aufgebracht, in den Hungerstreik zu gehen. Das bewog seine Mutter, Kaiserin Elisabeth, zum Eingreifen. Dies führte zu einer liberaleren Erziehung und rettete ihm vermutlich damals das Leben. David Moore betonte in seiner Rolleninterpretation über große Teile den ersten Aspekt. Dies zeigte sich einerseits in seinem Gesichtsausdruck, aber auch in kleinen Gesten, wie den immer wieder vor dem Körper hängenden, ineinander verschränkten Händen.

Noch mit leichten technischen Unsicherheiten im ersten Solo bei seiner Hochzeit mit Prinzessin Stephanie von Belgien gelingt es Moore, sich von Akt zu Akt zu steigern, auch die Zerrissenheit Rudolfs zu zeigen, die Spannung weiter aufzubauen und bis zum Ende aufrecht zu erhalten – in einer Rolle, die jeden Solisten in jeder Hinsicht aufs Äußerste fordert und als die schwierigste männliche Hauptrolle im Ballett gilt. Vielleicht gerade deshalb überzeugt er im letzten Akt am meisten; dort verschmilzt vermutlich seine persönliche Erschöpfung am besten mit dem Zustand Rudolfs vor dem Doppelselbstmord.

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Verwandte Seelen, bereit, gemeinsam in den Tod zu gehen: David Moore als Kronprinz Rudolf und Anna Osadcenko als Mary Vetsera  ©: Stuttgarter Ballett      

Anna Osadcenko zeigt auch altersbedingt eine reifere Version von Rudolfs Geliebter, der Baronesse Mary Vetsera. Vermissen lässt sie dabei den bekanntlich ausgeprägten, leidenschaftlichen und verspielt-mutigen Aspekt ihrer Rolle. Stattdessen ist sie Rudolf eher eine liebevolle, fürsorgliche Stütze. So kann trotz technisch einwandfreier Pas de deux und den atemberaubender Hebefiguren zwischen den beiden kaum das Knistern entstehen, das glaubhaft vermittelt, warum sie bereit ist, mit Rudolf in den Tod zu gehen. 

Überzeugend in ihren Darstellungen sind Daiana Ruiz als Kaiserin Elisabeth, die mit sich ringt und dennoch weder mütterliche Liebe noch Verständnis für Rudolf zeigen kann, sowie Fernanda Lopes als Prinzessin Stephanie, die vor allem das Entsetzen und die Angst in der Hochzeitsnacht, als Rudolf sie mit einer Pistole und einem Totenkopf erschreckt, beeindruckend vermittelt.

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Fernanda Lopes als Kronprinzessin Stephanie und David Moore als Kronprinz Rudolf ©: Stuttgarter Ballett 

Abigail Willson-Heisel darf als Rudolfs Lieblingsmätresse Mizzi Caspar ihrer Rolle noch mehr Temperament verleihen, was Matteo Miccini als Rudolfs Leibfiaker Bratfisch hingegen hervorragend gelingt; dabei vermag er auch mit dem charakteristischen Wiener Schmäh zu unterhalten. Als Gegenpol kann man die Rolle von Rudolfs Vater, Kaiser Franz Josef I., sehen, der Roman Novitzky vom ersten mahnenden Blickwechsel mit Rudolf nach dessen Flirt mit Stephanies Schwester Louise (Vittoria Girelli), mit viel Bühnenpräsenz das nötige Gewicht verleiht.

Henrik Erikson leitet erneut die Gruppe der ungarischen Offiziere, neu dabei sind Christopher Kunzelmann, Adrian Oldenburger und Lassi Hirvonen, die allesamt immer wieder Rudolf in Bedrängnis bringen und versuchen, ihn für ihre Sache einzunehmen.

In der Rolle von Rudolfs ehemaligen Geliebten, Gräfin Larisch, vermochte es Veronika Verterich sowohl die Durchtriebene, die versucht, das Verhältnis wieder aufleben zu lassen, als auch die um Rudolfs Zustand ehrlich Besorgte, glänzend zu interpretieren.

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Vielfältige Verbindung: Veronika Verterich als Gräfin Larisch und David Moore als Kronprinz Rudolf. ©: Stuttgarter Ballett

Zur spannenden Atmosphäre trug auch die von John Lanchbery orchestrierte Musik von Franz Liszt bei und Gastdirigent Guillermo Garcia Calvo führte das Staatsorchester Stuttgart erneut mit dem richtigen Gefühl für die schwierigen Tempi und die dramatischen Szenen.

In den vielen kleineren Rollen neu dabei waren Magdalena Dziegielewska (Baronin Helene Vetsera, Marys Mutter), Sonia Santiago (Erzherzogin Sophie, Mutter des Kaisers), Martino Semenzato (Colonel „Bay“ Middleton, Liebhaber der Kaiserin), Anton Tcherny (Graf Hoyos, Rudolfs Freund) und Jamie Constance (Rollendebüt als Prinz Philipp von Coburg, Rudolfs Freund) um nur einige Mitglieder der großen Gesellschaft an der Wiener Hofburg zu erwähnen.

Alle tragen ebenso wie die Hauptrollen zur Gesamtwirkung des Ballettdramas „Mayerling“ bei und das gesamte Ensemble zeigte sich auch gegen Ende der Spielzeit noch in Hochform.

Ein intensiver Abend, der sicher länger nachwirkt und vom Publikum mit viel Applaus belohnt wurde.

Dana Marta

 

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