INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 16. FEBRUAR 2026)
Oper Frankfurt: Premiere / Frankfurter Erstaufführung WRITTEN ON SKIN
Oper in drei Teilen von George Benjamin und Martin Crimp (Text)
In englischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Erik Nielsen
Inszenierung: Tatjana Gürbaca
Bühnenbild, Licht: Klaus Grünberg
Kostüme: Silke Willrett
Dramaturgie: Maximilian Enderle

Bo Skovhus. Foto: Roland Unger
Protector: Bo Skovhus
Agnès: Elizabeth Reiter
First Angel /Boy: Iurii Iushkevich
Second Angel / Marie: Cecelia Hall
Third Angel / John: Michael McCown
Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper
Ein reicher Mann will sich in einer Buchmalerei verherrlichen lassen. Doch das Resultat konfrontiert ihn mit einer unbequemen Wahrheit. Written on Skin ist eine etwa 90-minütige Oper in drei Teilen, die George Benjamin (*1960) als Auftragswerk mehrerer europäischer Häuser komponierte und die 2012 beim Festival d’Aix-en-Provence uraufgeführt wurde. Sie gilt bislang als eine der erfolgreichsten Opern des 21. Jahrhunderts mit einer großen sinnlichen Tiefe. Der Text stammt von dem britischen Dramatiker Martin Crimp (*1956), mit dem Benjamin zuvor bereits die Kammermusikoper Into the Little Hill geschaffen hatte.
Der Text für Written on Skin basiert auf der mittelalterlichen Legende vom „verspeisten Herzen“, die sich um den Troubadour Guillem de Cabestanh rankt: Nach der Affäre mit der Ehefrau eines Gönners fand der Künstler einen gewaltsamen Tod.
Zum Inhalt: Eigentlich besitzt der Protector alles, was er sich wünscht: Geld, Ländereien und den – wie er sagt – „stillen, gehorsamen Körper“ seiner Ehefrau Agnès. Mit den Bildern, die er von sich anfertigen lässt, gerät seine Lebensrealität jedoch ins Wanken. Fasziniert von der Kunst und der empathischen Art des jungen Malers, beginnt Agnès eine Affäre mit ihm. Als die beiden dem Protector ihre Verbindung offenbaren, tötet der Betrogene den Maler und nötigt seine nichts ahnende Ehefrau, dessen Herz zu essen. Doch Agnès wendet selbst ihre größte Demütigung in einen persönlichen Triumph.
Musikalisch geleitet wird diese Frankfurter Erstaufführung von Erik Nielsen. Er war der Oper Frankfurt zehn Jahre lang bis 2012 als Korrepetitor und zuletzt als Kapellmeister verbunden. In dieser Zeit erarbeitete er sich ein umfangreiches Repertoire von über 80 Opern von Monteverdi bis Lachenmann. Zuletzt dirigierte er hier die Neuproduktion Aida im Jahr 2023. Nielsen war darüber hinaus von 2022 bis 2024 Chefdirigent der Tiroler Festspiele in Erl. Written on Skin wird von der international gefragten Regisseurin Tatjana Gürbaca inszeniert. Seit ihrem Turandot-Debüt in Graz im Jahr 2001 arbeitete sie an namhaften Häusern, unter anderem in Amsterdam, Wien und Zürich. In Frankfurt hat sie sich als Regisseurin für selten gespielte Opern einen Namen gemacht. 2022 inszenierte sie Ulisse von Luigi Dallapiccola – eine Produktion, die bei Presse und Publikum auf viel Zuspruch stieß. Im Jahr 2024 folgte ihre Lesart von La Juive von Fromental Halévy: „Große Oper, großer Jubel“, konstatierte die Frankfurter Rundschau. Die Partie des Protector interpretiert Bo Skovhus. Durch zahlreiche Auftritte an vielen renommierten Opernhäusern hat sich der Däne international einen großen Namen gemacht. Seit fast 40 Jahren steht er mittlerweile auf der Bühne, zu den zentralen Partien seiner Karriere gehören Lear aus der gleichnamigen Oper von Aribert Reimann, Beckmesser (Die Meistersinger von Nürnberg von Richard Wagner), Titus (Bérénice von Michael Jarrell) sowie Mandryka (Arabella von Richard Strauss). Die Partie seiner Frau Agnès wird von Elizabeth Reiter übernommen. Die amerikanische Sopranistin ist seit der Spielzeit 2013/14 Teil des Ensembles der Oper Frankfurt und überzeugte in dieser Spielzeit bereits als Räubermädchen Fiorella in Die Banditen und als Despina in der Neuproduktion von Così fan tutte. Countertenor Iurii Iushkevich, der in der vergangenen Spielzeit als Nireno in Giulio Cesare in Egitto am Haus debütierte, singt die Partie des First Angel / Boy. Komplettiert wird die Besetzung der Frankfurter Erstaufführung durch die ebenfalls langjährigen Ensemblemitglieder Cecelia Hall (Second Angel / Marie) und Michael McCown (Third Angel / John).
Premiere / Frankfurter Erstaufführung: Sonntag, 1. März 2026, um 18 Uhr im Opernhaus
Weitere Vorstellungen: 5., 7., 13., 15. (15.30 Uhr), 21., 29. März (19 Uhr), 5. April 2026 (18 Uhr)
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr.
Preise: € 16 bis 190 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Karten sind bei den üblichen Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich
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Chopin-Gala im Wiener Musikverein: Donka Angatscheva feiert am 29. März 2026 ihre erste Gala als Präsidentin der Internationalen Chopin-Gesellschaft mit vielen Stars


Donka Angatscheva. Foto: Mathias Gamper
Mit der diesjährigen Chopin-Gala im Wiener Musikverein beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte der Internationalen Chopin-Gesellschaft Wien: Donka Angatscheva steht erstmals als Präsidentin und künstlerische Leiterin an der Spitze der traditionsreichen Organisation. Die international gefeierte Pianistin wurde im Winter 2025 einstimmig zur ersten Frau in dieses Amt gewählt – ein Schritt, der nicht nur einen Generationswechsel markiert, sondern auch einen Herzenswunsch des früheren Präsidenten Prof. Theodor Kanitzer, der in diesem Sommer seinen 100. Geburtstag (!) feiert.
Die Chopin-Gala findet im Brahms-Saal des Wiener Musikverein statt – einem der bedeutendsten Konzertorte der Welt – und würdigt das geistige und musikalische Vermächtnis Frédéric Chopins als größten Komponisten der Menschlichkeit. Für Donka Angatscheva weitaus mehr als ein Konzert:
„Präsidentin der Internationalen Chopin-Gesellschaft zu sein, das ist für mich keine Funktion, sondern eine Verantwortung gegenüber Chopins Vermächtnis und den Werten, die seine Musik verkörpert.“ Ihre persönliche Ergänzung trifft ins Mark des aktuellen Zeitgeschehens: „Diese Gala liegt mir sehr am Herzen, weil ich zutiefst davon überzeugt bin, dass wir Menschen seine Musik heute besonders dringend brauchen.“
Die Chopin-Gala steht demnach exemplarisch für die Vision, Musik als verbindende Kraft zu begreifen – als Ort der Begegnung, des Trostes und der Hoffnung. Gemeinsam mit international renommierten Künstlerinnen und Künstlern gestaltet Donka Angatscheva einen Abend, der Chopins Musik in einen lebendigen Dialog mit der Gegenwart stellt. Zu erleben sind – neben ihr selbst am Klavier – die renommierten Pianist:innen Yves Henry, Manfred Wagner-Artzt und Natalia Rehling, der erste Geiger der Wiener Philharmoniker Andreas Großbauer, die Cellistin Teodora Miteva sowie die Sopranistin Hila Fahima. Literarische Akzente setzt Mijou Kovacs mit ausgewählten Texten, die Chopins Welt poetisch erweitern.
Polnische Wurzeln – was Frédéric Chopin und Silvia Schneider eint
Durch den Abend führt Silvia Schneider, die mit ihrer gewohnten charmanten Art auch Schwellenängste vor der großen Kunst nimmt, denn die soll alle begeistern, ob mit oder ohne Vorkenntnisse. Eine biografische Verbindung schlägt dabei eine besondere Brücke zu Frédéric Chopin selbst: Wie der große Komponist liegen auch Silvias familiäre Wurzeln in Polen. Durch ihre Mutter wuchs sie zweisprachig auf, Polnisch spricht sie fließend – „wenn auch mit Akzent“. So schlägt sie die Brücke zwischen Musik und Publikum – und zwischen den Nationen: „Mit Künstlerinnen und Künstlern aus verschiedenen Ländern wird Donkas Gala zu einem Ort der Begegnung. Ich bin froh ein Teil davon zu sein,“ so die vielseitige Moderatorin: „Wie Chopin setzen wir uns für Freiheit, Frieden und Völkerverständigung ein, jede/r auf seine Weise.“ Das freut auch den S.E. Zenon Kosiniak–Kamysz, Botschafter der Republik Polen in Österreich, unter dessen Ehrenschutz die Veranstaltung steht.
Ein weiterer Meilenstein darf nicht unerwähnt bleiben: Donka Angatscheva, aufgrund ihrer unerschöpflichen Energie auch gerne als „Donna Dynamite“ betitelt, wurde im Herbst 2025 mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet – eine Würdigung ihres künstlerischen Wirkens und ihres Engagements für das Musikleben, insbesondere in herausfordernden Zeiten. Parallel dazu verantwortet sie als künstlerische Leiterin das hochsommerliche Chopin-Festival in der Kartause Gaming, das sich als europäischer Fixpunkt für hochkarätige Chopin-Interpretation etabliert hat. Die Chopin-Gala zuvor verbindet ebenso Tradition und Aufbruch: Sie ehrt ein musikalisches Erbe, feiert weibliche Führungskraft in der Klassik und setzt ein starkes Zeichen für kulturelle Kontinuität über Generationen hinweg.
Facts & Daten: Die Chopin-Gala auf einen Blick
Titel: Frédéric-Chopin-Gala-Konzert
Datum & Uhrzeit: 29. März 2026, 19:30 Uhr
Ort: Brahms-Saal, Wiener Musikverein (1030 Wien)
Veranstalter: Internationale Chopin-Gesellschaft in Wien
Ehrenschutz: S.E. Zenon Kosiniak–Kamysz (Botschafter der Republik Polen in Österreich)
Tickets: musikverein.at/konzert/?id=00116a55
Programm & Mitwirkende (Auszug)
- Donka Angatscheva, Klavier (Präsidentin & künstlerische Leiterin)
- Yves Henry, Klavier
- Manfred Wagner-Artzt, Klavier
- Natalia Rehling, Klavier
- Andreas Großbauer, Violine
- Teodora Miteva, Violoncello
- Hila Fahima, Sopran
- Mijou Kovacs, Lesung
- Silvia Schneider, Moderation
- sowie Nachwuchskünstler:innen
Programmhinweis: Es erklingen berühmte Werke von Chopin und anderen Komponisten, erweitert durch kraftvolle Texte von George Sand.
Weiterere Infos
Allgemeine Infos: angatscheva.com, chopin.at
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Servus TV: „Die Gruaberin – Mit Monika Gruber und Frau Generalmajor Sylvia Sperandio
Sylvia Sperandio ist Österreichs erster weiblicher Generalmajor. Damit hat sich die ranghohe Militärärztin in einer Männerwelt erfolgreich behauptet. Mit Monika Gruber spricht die Oberösterreicherin über ihre Hilfseinsätze in Erdbebengebieten, die positive Wirkung von Frauen innerhalb der Truppe und die Neutralität Österreichs.

Foto: Servus TV
Die Gruaberin – Mit Monika Gruber und Frau Generalmajor Sylvia Sperandio
Fr., 20.02., ab 22:15 Uhr
Die Gruaberin is back! In ihrem Vodcast trifft Monika Gruber spannende, interessante, lustige und unterhaltsame Menschen, die etwas zu sagen haben. Gemeinsam sprechen sie über Persönliches und ihre Lebenswege: witzig, ehrlich, unterhaltsam. Denn wie sagte ihre Oma immer? „Reden macht a Sach aus und bringt d’Leid zamm.“ Der Kabarettistin geht es um die hohe Kunst des Plauderns und Geschichtenerzählens und um menschliche Begegnungen. Thematisch ist es offen, nur langweilen darf es nicht und Tiefgang muss es haben. „Mein Vorbild als Podcaster ist der Joe Rogan. Der war genauso wie ich Stand-up-Comedian und hat aus Gaudi heraus gesagt: Jetzt hocken wir uns vor ein Mikro und reden einfach. Und – wow – jetzt ist das der erfolgreichste Podcast der Welt. Think big – warum nit.“
Die neue Sendung „Die Gruaberin“ bei ServusTV ist als Vodcast und Podcast immer bereits am Mittwoch online bei ServusTV On verfügbar.
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Wien/ Serapions Theater: Modus Vivendi wieder ab 19. Februar 2026!
Modus Vivendi – ein Stück des Serapions Theater über den Zustand, den wir als Wirklichkeit anerkennen.
Wieder im Odeon ab 19. Februar!

Wieder zu sehen ist auch der Film des Serapions Theater Sine Meta Drom. Dieser wird an ausgesuchten Wochenenden in einem eigens für die Filmvorführungen adaptierten Saal gezeigt – analoge Kinokarten und Eintritt gibt es über unser Lokal Im Spitzer, digitale Eintrittskarten wie immer vorab in unserem Online-Ticketshop.
Unser gesamtes Programm finden Sie in diesem Newsletter sowie auf unserer Website.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Mit lieben Grüßen,
das Team des Theatervereins Odeon
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attitude – dance-platform. „Jewels“, revisited, Vienna State Ballet (Wiener Staatsballett), February 14th, 2026
Having extensively reported about „Jewels“ exactly two weeks ago, I see no real necessity for repeating my views on the whole work and facts that are also a part of the story (and the ballet’s history, by the way).
There were but three reasons to review a cast, which, nearly in its completeness, was again on stage yesterday evening as it was last January 30th: Two Dancers I had not seen in the parts of, perhaps, the most defining ballet of the whole programme (even if not my favourite one) and a début of a solo role. You may know who I am writing about. But if not, don’t worry, you will soon find out.

attitude/ Dance platform (Ricardo Leitner)
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Wiener Staatsoper / Ballett-Dreiteiler „Jewels“ – ein reiner Wohlfühlabend (15.2.2026)
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Harmonie, reine Harmonie! So konträr zum derzeit von den in den Inszenierungen der Opernhäuser gepflegten und wenig geliebten Kurzzeitmodestil mit schräg erfundenen Zeitgeist-Interpretationen. Für sieben Abende wurde vom Wiener Staatsballett George Balanchines neoklassischer Dreiteiler „Jewels“ (1967 vom New York City Ballet uraufgeführt) in das Repertoire der heurigen Saison wieder aufgenommen. Ein voller Publikumserfolg – ja, ein zu genießender Wohlfühlabend.
Wechselnde Besetzungen in der Serie. Das große Ensemble mit seinen vielen neuen nach Wien geholten internationalen Mitgliedern ist voll gefordert gewesen, hat seine Aufgabe fein erfüllt. Von den neuen Solisten …. noch lässt sich nicht so klar erkennen, wer auch das Potential zu einem echten Publikumsliebling mit aller Ausstrahlung haben könnte. An diesem Abend der von Routinier Paul Connelly musikalisch geleiteten drei Juwelen-Piecen: „Emeralds“, getragen von den sanften spätromantischen Klängen von Gabriel Fauré, wurde wohl etwas zu spannungslos nachempfunden. Als eine munter drehende Caprice zu Igor Strawinskis „Capriccio“ erwies sich „Rubies“ für Yo Nakajima, Rosa Pierro und Rinaldo Venuti. Echter Höhepunkt ist aber wohl das Brillieren der langjährigen Ersten Solotänzerin Liudmila Konovalova, nun als Gastsolistin geführt, und dem eleganten ‚Wahlwiener‘ Masayu Kimoto in „Diamonds“ zu Peter I. Tschaikowskis 3. Symphonie gewesen. Absolut stilvoll und stimmig haben die beiden klassischen Tanz im großen Pas de deux zum idyllischen Andante elegiaco demonstriert.
Meinhard Rüdenauer

