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HÄNSEL UND GRETEL: HEXENJÄGER

25.02.2013 | FILM/TV

Ab 1. März 2013 in den österreichischen Kinos
HÄNSEL UND GRETEL: HEXENJÄGER
Hansel and Gretel: Witch Hunters  /  USA  /   2013
Regie: Tommy Wirkola
Mit: Jeremy Renner, Gemma Arterton, Famke Janssen, Peter Stormare, Pihla Viitala u.a.

Es erstaunt immer wieder, was Produzenten alles einfällt, die eine unersättliche Industrie füttern müssen. Märchen-Variationen sind derzeit „in“, vor einiger Zeit gab es gleich zwei „Schneewittchen“-Versionen, nun kommen Hänsel und Gretel an die Reihe. Die armen Kinder, von denen wir bei den Brüdern Grimm nur erfahren, wie sie in die Fänge der Hexe geraten und sich wieder daraus befreien, sind im Kino erwachsen geworden.

Als „Hexenjäger“ – was man ihnen ja vielleicht nachfühlen kann, bei ihren Erfahrungen! – geben sie die Helden einer der seltsamsten Mix-Geschichte: Mittelalter, Märchen, Fantasy, Horror, aber auch gelegentlich schräger Humor, alles drin in diesem Film von Tommy Wirkola, der uns in ein fiktives Augsburg führt.

Was den Inhalt betrifft, so ist nicht viel los – das Geschwisterpaar ist nun Mitte 20 und entsprechend gut aussehend, tough und cool in Leder (recht modern eigentlich) und mit riesigen Waffen ausgestattet, die auch durchaus aus der Gegenwart stammen… ein kruder Mix.

Und die beiden jagen professionell böse Hexen. Die Menschen, die da im Geschehen auftauchen, sind auch nicht immer die besten Vertreter der Spezies (mit Sheriff Berringer  –  Peter Stormare – ist nicht gut Kirschen essen), es erscheinen ein paar skurrile Typen, die irgendwo aus der Zwischenwelt der Phantasie stammen, aber das alles gibt nicht viel her. So hat der Film nur ein bisschen Kampf-Action und relativ wenig Einfallsreichtum zu bieten – und so gut wie gar nichts Neues oder Interessantes.

Gemma Arterton ist seit ihrem Bond-Girl die Erfolgsleiter unaufhörlich hoch gestiegen, aber natürlich kann sie in solchem Teenie-Unsinn (und um nicht viel mehr handelt es sich hier) viel weniger zeigen als demnächst in „Song for Marion“. Und was Jeremy Renner betrifft, so haben die Maskenbildner zwar alles getan, ihn „jugendlich“ wirken zu lassen, aber er ist einfach über 40 und schon grundsätzlich kein jungenhafter Typ: Kurz, nicht die ideale Besetzung, die er schon im vierten „Bourne“-Film auch nicht war…

Der norwegische Regisseur hat eine hübsche rothaarige Finnin (Pihla Viitala) als Love-Interest für Hänsel besetzt, von der man lange nicht weiß, ob sie nun eine Hexe ist oder nicht. (Gretel, leicht säuerlich über den Bruder, der sich für eine andere Frau interessiert, hat dann andere Sorgen, als sie von den Bösen entführt wird.) Witzig-schaurig gibt Famke Janssen eine zweifelsfreie Hexe, die droht, die Kinder von Augsburg blutig  zu opfern – das müssen Hänsel und Gretel ja nun verhindern…

Das heißt aber nicht, dass man den Film auch sehen muss.

Renate Wagner

 

 

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