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GRACE OF MONACO

13.05.2014 | FILM/TV

FilmPlakat Grace von Monaco~1

Ab 16. Mai 2014 in den österreichischen Kinos
GRACE OF MONACO
USA  /  2014
Regie: Olivier Dahan
Mit: Nicole Kidman, Tim Roth, Frank Langella, Derek Jacobi, Paz Vega u.a.

Die „Bio-Pics“, wie man biographische Filme über berühmte Persönlichkeiten der Geschichte nennt, erklären sich – wenn es um Celebrities unserer Epoche geht – aus dem „Regenbogenpresse“-Bedürfnis eines breiten Publikums. Tatsächlich aber hat dergleichen im Fernsehen immer am besten funktioniert – ob als Serie über die Kennedys oder die Geschichte von Jackie und Onassis, die ja kaum besser besetzt werden konnte als einst mit Jaqueline Bisset und Anthony Quinn.

Neuerdings kommen wieder berühmte Frauen auf die Leinwand, aber außer den Hauptdarstellerinnen gibt man sich mit den Besetzungen wenig Mühe – und mit den Stories leider auch. So ist schon Prinzessin Diana (in Gestalt von Naomi Watts) ziemlich eindeutig baden gegangen, und der „Grace of Monaco“ (in Gestalt von Nicole Kidman, ebenfalls Australierin und privat dicke Freundin von Naomi) wird es – das steht zu befürchten – nicht besser gehen.

Man versteht schon, dass die monegassische Fürstenfamilie gar nicht „amused“ war, als sie diesen Film von Regisseur Olivier Dahan sah: Eine unglückliche Grace und ein wirklich ekelhafter Ehemann Rainier, das entspricht ja wohl nicht den strahlenden Bildern, die durch die Welt gingen und die das „Märchen“ von der Hollywood-Prinzessin, die Fürstin wurde, bis zum tragischen Tod der zur Gracia Patricia mutierten Grace Kelly begleitet haben.

Nicole Kidman, einst eine der besten Schauspielerinnen ihrer Generation (man erinnert sich, wie sie ihren damals Noch-Gemahl Tom Cruise jedesmal darstellerisch an die Wand geknallt hat), dürfte wohl doch das Opfer einer nicht gänzlich geglückten „Verschönerung“ geworden sein, denn ihr Gesicht hat nun etwas Statuarisches. Sie bringt die blonde, gewissermaßen „reine“ Schönheit, die Grace Kelly ausstrahlte, zwar so überzeugend auf die Leinwand, wie es kaum eine andere Kollegin könnte, aber als Leistung kann sie ebenso wenig überzeugen wie Naomi als Diana.

Dabei folgt das Drehbuch, das die Handlung Anfang der sechziger Jahre festlegt, einigermaßen den Fakten, die aus den Grace-Biographien bekannt sind. Dass sie (sie hatte Rainier 1956 geheiratet) auch nach Jahren noch nicht ordentlich Französisch sprach, dass sie sich in ihrer Rolle als „Fürstin“ nicht wohl fühlte, dass sie gerne Hitchcocks Angebot angenommen hätte, „Marnie“ zu spielen und nach Hollywood zurückzukehren – Problematik genug, aber das Hauptaugenmerk gilt Rainiers Kampf um die Unabhängigkeit von Monaco, die er gegen de Gaulle eisern verteidigte.

Man sieht nun, wie die tapfere Grace (Pater Francis Tucker, auch eine historische Figur, gespielt von Frank Langella, stand der Katholikin zur Seite) beschließt, endlich den Traum von einer Rückkehr zum Film zu begraben und sich ihrem Schicksal zu stellen. Wie sie Unterricht in Hofetikette nimmt (bei dem herrlich nasalen Derek Jacobi), wie sie ihre Schwägerin Antoinette als Verbündete de Gaulles aushebelt und schließlich – so der Film – entscheidenden Anteil an der Unabhängigkeit Monacos auf ihr Banner schreiben kann…

Eine Heldin, von Nicole Kidman allerdings nicht auf der Höhe einstiger Fähigkeiten verkörpert. Und Tim Roth als sehr ekliger Gatte an ihrer Seite. Hingegen hat man sich gar nicht bemüht, so wichtige Figuren wie etwa Onassis entsprechend zu besetzen und herauszustreichen. Aber es geht ja nicht um ein echtes Bild der Zeit, die heute so nostalgisch schön anmutet, sondern um die tapfere Grace in ihrem wunderbaren Mini-Fürstentum – immer wieder schwenkt die Kamera über Monte Carlo und das Meer…

Aber man hat das dumpfe Gefühl, dass das heute gar nicht mehr so viele Leute interessieren dürfte.

Renate Wagner

 

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