Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

GEBURTSTAGE IM MÄRZ 2019

13.03.2019 | Geburtstage

GEBURTSTAGE im MÄRZ 2019

Berücksichtigt werden runde und halbrunde Geburtstage ab dem 60er. Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

 

1.3. Yorge LOPEZ-YANEZ wird 60

 Bevor er sich mit dem Gesangstudium befasste, schloss er in seiner Heimat Mexiko an der Universität von Mexico City ein Ingenieurstudium ab. Dann studierte er an Universitäten in Kalifornien Gesang und Musik, wobei er vor allem Schüler von Curt Allen und Jack Metz war. 1986 fand sein Bühnendebüt an der Long Beach Civic Opera als Rossillon in Lehárs »Die lustige Witwe« statt. Er sang danach in Los Angeles den Carlo in »Linda di Chamounix« von Donizetti und trat als Konzertsänger in Kalifornien wie auch im mexikanischen Fernsehen auf. 1988 kam er nach Europa; hier sang er als erste Partie am Staatstheater Hannover den Herzog im »Rigoletto«. Im gleichen Jahr sang er an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg den Ramiro in Rossinis »La Cenerentola«, den er 1989 auch an der Staatsoper von Stuttgart übernahm. Weitere Partien, in denen er an der Deutschen Oper am Rhein auftrat, waren der Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla« und der Herzog im »Rigoletto«. In Hannover (1989) wie an der Virginia Opera hörte man ihn als Alfredo in »La Traviata«, in München als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, in Chicago als Alfred in der »Fledermaus«. Am Grand Théâtre Genf gastierte er 1989 als Chapelou im »Postillon de Lonjumeau« von Adam und 1990 als Oronte in »Alcina« von Händel; die letztgenannte Partie sang er auch am Théâtre Châtelet Paris. An der Oper von Bordeaux wie in Los Angeles (1990) gastierte er als Fenton im »Falstaff« von Verdi. An der Oper von San Francisco gastierte er 1990 als Alfred in der »Fledermaus«, 1991 als Alfredo in »La Traviata«, 1992 als Ruodi in »Guillaume Tell« von Rossini, als Graf Almaviva in dessen »Barbier von Sevilla« und als Oreste in der amerikanischen Erstaufführung von Rossinis »Ermione«, 1996 nochmals als Grafv Almaviva. Während der Spielzeit 1990-91 war er am Opernhaus von Zürich als Tonio in Donizettis »La fille du régiment« zu Gast; es schlossen sich Auftritte an den Opern von Pittsburgh (1991 als Ramiro) und Toronto (1992 als Herzog im »Rigoletto«, 1996 als Ramiro) an. 1992-97 gastierte  er an der Wiener Staatsoper in insgesamt sieben Vorstellungen als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla« und als Alfredo in »La Traviata«, den er auch 1994 und 2001 an der Australian Opera Sydney vortrug; 1993 sang er am Theater von Metz in Rossinis Oper »Otello«, 1995 beim Glyndebourne Festival den Pirro in »Ermione« vom gleichen Meister. 2000 trat er an der Oper von Monte Carlo als Ramiro auf.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: https://www.jorgelopezyanez.com/

 

1.3. Douglas BOYD wird 60

 Er studierte Oboe an der Royal Academy of Music, London, bei Janet Craxton. Später studierte er in Paris bei Maurice Bourgue. 1984 gewann er die Young Concert Artists International Auditions, was zu seinem Debüt in der Carnegie Hall in New York führte. 2013 erhielt das Musikkollegium Winterthur unter seiner Leitung den Echo Klassik für die Konzerteinspielung des Jahres (Ralph Vaughan William: Konzert für zwei Klaviere und Orchester/5. Sinfonie). Boyd war eines der Gründungsmitglieder des Chamber Orchestra of Europe (COE) und 1981-2002 dessen Chefoboist. Während der Zeit beim COE entwickelte er Interesse für das Dirigieren; seine ersten Mentoren waren Claudio Abbado und Nikolaus Harnoncourt, unterstützt wurde er auch von Paavo Berglund und Sir Colin Davis. 2006 gab Boyd das Oboespielen auf und widmete sich ausschließlich seiner Karriere als Dirigent.

2001 wurde er zum musikalischen Direktor der Manchester Camerata ernannt, seiner ersten wichtigen Dirigentenstelle. Er dirigierte mehrere Aufnahmen mit dem Orchester für Avie Records, einschließlich Musik von Beethoven, Mozart und Mahler. Boyd beendete das Engagement in Manchester mit der Saison 2010/11. Er war auch Chefgastdirigent der City of London Sinfonia. Im November 2012 wurde er mit sofortiger Wirkung zum künstlerischen Direktor der Garsington Opera ernannt. Im April 2008 kündigte das Musikkollegium Winterthur die Ernennung Boyds als seines Chefdirigenten für die Saison 2009/10 an. Er verlängerte das Engagement bis zur Saison 2015/16 und beendete es danach. Er hat das Winterthurer Orchester für Aufnahmen der Musik Mozarts, Mendelssohns und Josef Reinbergers geleitet. Am 1. Juli 2015 wurde Boyd zum neuen Musikdirektor des Orchestre de chambre de Paris ernannt. In den USA debütierte Boyd als Gastdirigent im Jahr 2000 mit dem Gardner Chamber Orchestra. 2002 wurde er künstlerischer Co-Leiter des Orchesters, zusammen mit Paula Robison. 2004 wurde er einer der ersten künstlerischen Partner des Saint Paul Chamber Orchestra (SPCO). Er verlängerte 2006 seinen Vertrag mit dem SPCO für die Saison 2009/10 und beendete die künstlerische Partnerschaft im September 2009. Er dirigierte das Colorado Symphony Orchestra zum ersten Mal im Dezember 2006 und wurde im Januar 2008 für drei Jahre zu dessen Chefgastdirigenten ernannt mit zwei Wochen Tätigkeit pro Saison. Boyds erste Einspielungen als Dirigent und Solist waren die Bach-Konzerte für die Deutsche Grammophon. Neben zahlreichen Live-Aufnahmen mit der Manchester Camerata für Avie Records, nahm Boyd Schubert-Symphonien für SPCO Media und Werke von George Tsontakis für E-1 und Koch International mit dem St. Paul Chamber Orchestra auf. Tsontakis’ Violinkonzert Nr. 2 erhielt 2008 eine Nomination für den Grammy Award sowie den Grawemeyer Award. Boyd hat mit seiner Ehefrau Sally Pendlebury, einer Cellistin, drei Kinder, Iona, Sebastian und Sam. Die Familie lebt in London.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.douglasboyd.co.uk/

 

1.3. José Ramón ENCINAR wird 65

 Informationen über den spanischen Dirigenten auf seiner Homepage: http://joseramonencinar.com/

 

1.3. Rotraud HANSMANN wird 80

 Sie arbeitete zuerst als Sekretärin und ließ dann sechs Jahre lang ihre Stimme am Konservatorium von Graz ausbilden. Sie besuchte Sommerkurse am Salzburger Mozarteum und studierte auch bei Paula Lindberg in Amsterdam. 1960 Debüt am Stadttheater von Graz als einer der Knaben in der »Zauberflöte«. Es schlossen sich regelmäßige Gastspiele an der Niederländischen Oper in Amsterdam an; 1963 war sie bei den Festspielen von Bregenz als Räuberbraut in »Banditenstreiche« von Fr. von Suppé erfolgreich. 1963 erhielt sie den Mozartpreis beim Internationalen Gesangwettbewerb von Wien. 1964 wurde sie Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. Sie gastierte an führenden europäischen Bühnen und trat bei internationalen Festspielveranstaltungen auf, so bei den Wiener Festwochen, beim Flandern Festival und beim Festival von Dubrovnik. Vor allem hatte sie als Konzertsängerin eine erfolgreiche Karriere, und zwar einmal als Solistin in Oratorien und religiösen Vokalwerken, vor allem aber auch als Liedersängerin. Dabei standen Werke aus der Barock-Epoche in ihren Konzertprogrammen an führender Stelle, namentlich Werke von J.S. Bach. Sie trat als Konzertsolistin in Brüssel, Paris, Hamburg, Wien, Berlin, Frankfurt a.M., München, Stockholm und London auf und unternahm eine Australien-Tournee.

Schallplatten: Eurodisc (»Vesperae Beatae Mariae Virginis« von Monteverdi), Telefunken (»L‘Orfeo« und »Il ritorno d’Ulisse in patria« von Monteverdi, Hohe Messe und Kantaten von J.S. Bach, geistliche Musik von Mozart), Philips (2. Sinfonie »Lobgesang« von Mendelssohn), BASF (Mozart-Arien).

 

1.3. Leo BROUWER wird 80

 Er begann im Alter von 13 Jahren mit dem Gitarrenspiel, inspiriert durch das Hören von Flamenco-Musik und gefördert von seinem Vater Juan Brouwer, der neben seinem Beruf als Arzt auch selbst als Amateur Gitarre spielte, und seiner Tante Caridad Mezquida. Nach der Scheidung seiner Eltern wuchs er bei seiner Großmutter auf, durch die er mit seinem berühmten Großonkel Ernesto Lecuona in Kontakt kam. Sein erster Lehrer (1953-54) auf der Gitarre war Isaac Nicola, der wiederum bei Emilio Pujol gelernt hatte. Später besuchte er das Konservatorium Carlos Alfredo Peyrellade in Havanna. Leo Brouwer erlernte so das traditionelle Repertoire eines klassischen Gitarristen und hatte mit 17 Jahren seinen ersten öffentlichen Auftritt. Zu diesem Zeitpunkt trat bereits sein Interesse am Komponieren zutage, welches er sich zunächst autodidaktisch aneignete. Zu seinen ersten Arbeiten gehören Music und Suite aus dem Jahr 1954. Die Kompositionen Preludio (1956) und Fuga No. 1 (1959) waren stilistisch von Béla Bartók und Igor Strawinski beeinflusst. Seine weitere Ausbildung erfolgte durch Stipendien in den USA, wo er bei Stefan Wolpe, Carl Bamberger und Vincent Persichetti an der Juilliard School of Music und bei Isadore Freed, Joseph Iadone und Edward Diemente an der Hartt School der University of Hartford (1959-60) Komposition studierte. Brouwer setzte sich auch mit experimentellen Strömungen auseinander. Dies zeigt sich zum Beispiel in der Elogio de la Danza (Huldigung an den Tanz), welche im Gegensatz zu seinen früheren Kompositionen einen stark dissonanten Charakter aufweist. Auch von der Verwendung kubanischer Rhythmen hat Brouwer in diesem Stück weitgehend Abstand genommen. Das Stück besteht aus zwei Sätzen: einem Lento und einem stark rhythmisch prägnanten Ostinato. Heute ist es weltweit eines der beliebtesten Stücke für Gitarre und Tänzer. In der nächsten Phase entstanden Kompositionen wie Canticum und das Concerto No. 1 for Guitar and Orchestra, in denen seine Beschäftigung mit serieller Musik, Zwölftonmusik sowie modaler Musik deutlich wird. Er wurde durch moderne Komponisten wie Luigi Nono und Iannis Xenakis beeinflusst. 1970 spielte Brouwer bei der Uraufführung des Rezitals für vier Musiker El Cimarrón im Rahmen der Berliner Festspiele die Gitarre. Gemeinsam mit Morton Feldman war er 1972 Stipendiat des DAAD in Berlin. Die Musik aus der dritten Phase seines Schaffens macht einen minimalistischen Eindruck, was Leo Brouwer selbst als Entwicklung eines modularen Systems beschreibt. Hierzu zählen Kompositionen wie El Decamerón Negro (1981, Sharon Isbin gewidmet) oder Hika „In Memorium Toru Takemitsu“ (1996). Für den Gitarrenwettbewerb in Esztergorn in Ungarn schrieb Leo Brouwer das Stück Blue Skies and Smile, das er mit dem Bálint Bakfark Gitarrenorchester, welches aus 200 Gitarristen bestand, aufführte. Daneben hat er technische Übungen für die Gitarre geschrieben (die zum gitarristischen Aufführungsrepertoire gehörenden insgesamt 20 Éstudios Sencillos), war als Arrangeur tätig und komponierte diverse Filmmusiken. Neben seinen Kompositionen für Gitarre schrieb er Kammermusik, Chorwerke, ein modernes Ballett, Stücke für Bläserensemble wie auch Orchesterwerke. Darüber hinaus ist Leo Brouwer 1960-61 als stellvertretender Musikdirektor am Radio Habana Cuba, Professor für Komposition (1961-67 am Nationalkonservatorium in Havanna), musikalischer Berater für das kubanische Fernsehen und Radio tätig gewesen, war Jury-Mitglied bei verschiedenen musikalischen Wettbewerben, hat mehrere internationale Preise erhalten, war Dozent der Akademie der Künste in Berlin und wurde 1987 Ehrenmitglied der UNESCO; im gleichen Jahr wie Isaac Stern und Alain Daniélou. Diese Ehre wurde bereits Yehudi Menuhin, Ravi Shankar, Herbert von Karajan und Joan Sutherland zuteil. Er war Gründungsmitglied des Instituto Cubano del Arte e Industria Cinematográficos, dessen Musikdirektor er seit 1969 ist. Er gehörte hier, gemeinsam mit Silvio Rodriguez, Pablo Milanés, Sergio Vitier, der Gruppe für Tonexperimente an. Es setzte Standards in der lateinamerikanischen Film- und Popmusik. Brouwer selbst komponierte 60 Stücke, darunter La última cena (Das letzte Abendmahl, 1976) unter der Regie von Tomás Gutiérrez Alea sowie Like Water for Chocolate (Bittersüße Schokolade, 1993) und A Walk in the Clouds (Dem Himmel so nah, 1995) des Regisseurs Alfonso Arau. Brouwer dirigierte Orchester auf der ganzen Welt. So gastierte er bei den Berliner Philharmonikern, dem Royal Scottish National Orchestra, dem BBC Chamber Orchestra, dem National Sinfonieorchester Mexikos, dem RAI Symphonie-Orchester, dem Orchestre Philharmonique de Liège, dem Ostbottnischen Kammerorchester Finnland und dem Staatlichen Symphonieorchester Istanbul. Er stand zehn Jahre dem Nationalen Sinfonieorchester Kubas vor und gründete und leitete 1992-2001 das Orchester Cordoba in Spanien. Er arrangierte die Originalkompositionen von Scott Joplins Elite Syncopations und The Entertainer sowie John Lennons und Paul McCartneys Fool on the Hill. Im April 2003 gehörte Brouwer zu einer Gruppe prominenter kubanischer Kulturschaffender, die einen in der Zeitung der Kommunistischen Partei Kubas, Granma, veröffentlichten Offenen Brief unterzeichneten, der an Freunde Kubas in aller Welt gerichtet war und internationale Kritik an der Menschenrechtspolitik der kubanischen Regierung als antikubanische Verleumdungskampagne zurückwies: In den Wochen zuvor hatte der Oberste Gerichtshof Kubas nach einer als „Schwarzer Frühling“ bekannt gewordenen Verhaftungswelle 75 kritische Journalisten und Bürgerrechtler zu hohen Haftstrafen verurteilt und drei junge schwarze Kubaner nach dem unblutig gescheiterten Versuch einer Schiffsentführung hinrichten lassen.

 

2.3. Leif SEGERSTAM wird 75

Er ist eines der vielseitigsten und interessantesten musikalischen Talente Skandinaviens. Nach seinen Studien in Violine, Klavier, Komposition und Dirigieren an der Sibelius Akademie in Helsinki von 1952-63 setzte er seine Studien an der Julliard School of Music in New York fort. Seine Karriere als Dirigent begann mit Positionen an den Opernhäusern von Helsinki, Stockholm und West-Berlin und Gastauftritten an der Metropolitan Opera New York, Teatro alla Scala Milano, Royal Opera House Covent Garden London, Teatro Colon Buenos Aires und den Opernhäusern von Köln, Hamburg, München und Génève sowie bei den Salzburger Festspielen. Beim Savonlinna Festival in Finnland dirigierte Segerstam Salome, Boris Godunow, Don Carlo, Aida, Der fliegende Holländer, Fidelio, Macbeth, Tannhäuser, Tristan und Isolde. An der Finnischen Nationaloper dirigiert er Wagners Ring und Lohengrin und an der Königlichen Stockholm Oper Korngolds Die tote Stadt, Massenets Werther, Puccinis Tosca und Strauss‘ Capriccio. Leif Segerstam war Chefdirigent des ORF-Sinfonieorchesters Wien (1975-82) und des Finnischen Radio-Sinfonieorchesters Helsinki (1977-87). 1983-89 war er Generalmusikdirektor der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, deren Ehrendirigent er heute immer noch ist. Im Dezember 1988 wurde er zum Chefdirigenten des Dänischen Radio-Sinfonieorchesters ernannt, dem er bis 1995 vorstand. 1995-2001 war er Chefdirigent der Königlichen Stockholm Oper und des Helsinki Philharmonic Orchestra. Die zahlreichen Plattenaufnahmen Leif Segerstams sind bei Publikum und Presse als hervorragend anerkannt: die Werke Mahlers, Nielsens und Sibelius‘ ebenso wie zeitgenössische Werke mit dem Dänischen Radio-Sinfonieorchester, Skrjabin und Schnittke mit der Stockholm Philharmonie und Brahms mit der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Die Sibelius- und Rautavaara-Aufnahmen mit dem Helsinki Philharmonic Orchestra wurden mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. Als Komponist hat Segerstam außergewöhnliche Kreativität gezeigt. Die Liste seiner Werke besteht aus 244 Symphonien, 30 Streichquartetten, 13 Violin- und 4 Klavierkonzerten sowie zahlreichen anderen Instrumentalkonzerten, Kammer- und Vokalmusik. Besonders zu erwähnen sind seine Kompositionszyklen wie die Symphonic Thoughts, die er anlässlich des Jahrtausendwechsel geschrieben hat, und die Serie Impressions of Nordic Nature sowie Orchesterwerke, die ohne Dirigent aufgeführt werden, darunter eine Kompositionsserie, die den 12 Monaten gewidmet ist. Seit Herbst 1997 ist Leif Segerstam Professor of Conducting an der Sibelius Akademie in Helsinki. Im November 1998 wurde er vom Nordic Music Committee NOMUS für den Nordic Council Music Prize nominiert, für seine Arbeit als „großer Meister der skandinavischen Musik“.

 

2.3. Irina BOGACHEVA wird 80

 Sie sang in einem Chor im Kulturpalast von Leningrad und erregte das Aufsehen des Chordirektors der Leningrader Oper A.G. Murin, der zur Ausbildung ihrer Stimme riet. Darauf Gesangstudium am Konservatorium von Leningrad bei I.P. Timonowa-Levando. 1962 wurde sie Preisträgerin beim Glinka-Concours, 1967 gewann sie den internationalen Wettbewerb in Rio de Janeiro. Sie wurde 1964 an das Opernhaus von Leningrad (Kirow-Theater) engagiert und debütierte dort als Pauline in »Pique Dame« von Tschaikowsky. Sie gehörte bald zu den ersten Kräften dieses Theaters, an dem sie in einer langjährigen Karriere die großen italienischen und slawischen Partien ihres Stimmfachs übernahm. 1968-69 ergänzte sie ihre Ausbildung durch Studien in der Opernschule der Mailänder Scala bei Gennaro Barra. An der Mailänder Scala sang sie bereits 1969 die Ulrica in Verdis »Un ballo in maschera«. Gastspiele führten die Künstlerin an das Bolschoi Theater Moskau und an andere große Opernhäuser in der Sowjetunion wie auch ins Ausland; so unternahm sie Tourneen nach Kuba und nach Japan. 1987 nahm sie an dem England-Gastspiel der Oper von Leningrad teil und kam dabei in der Partie der alten Gräfin in »Pique Dame«, ihrer großen Glanzrolle, zu besonderen Erfolgen, sang aber bei dieser Gastspiel-Tournee auch die Marina im »Boris Godunow«. Die Rolle der alten Gräfin gestaltete sie dann auch bei Gastspielauftritten an der Hamburger Staatsoper (1990) und am Théâtre des Champs-Elysées Paris (1990), wo sie auch wieder als Marina auftrat. 1991 gastierte sie an der San Francisco Opera als Akhrosimova in Prokofjews »Krieg und Frieden«. An der Pariser Opéra gastierte sie 1991, 1993 und 2005 als alte Gräfin in »Pique Dame«, 1998 als Filipjewna in »Eugen Onegin«, 2002 und 2005 als Amme im »Boris Godunow« sowie 2005 als Mme. Peronskaja in »Krieg und Frieden« von Prokofjew. 1996 sang sie am Opernhaus (Marienskij Theater) von St. Petersburg die Babulenka in »Der Spieler« von Prokofjew. 1999 debütierte sie als Gouvernante in »Pique Dame« an der Metropolitan Oper New York, an der sie dann bis 2002 in insgesamt 16 Vorstellungen auch die alte Gräfin in »Pique Dame« und die Filipjewna sang. Mit dem St. Petersburger Ensemble sang sie 1999 in der Barbican Hall in London die alte Gräfin in »Pique Dame« und 2000 an der Mailänder Scala die Akhrosimova. Sie gastierte 2000 an der Oper von San Francisco als Saburowa in Rimsky-Korssakows »Zarenbraut« und 2006 als Filipjewna an der Mailänder Scala. Zu ihren Bühnenrollen gehörten weiter die Amneris in »Aida«, die Azucena im »Troubadour«, die Eboli in dessen »Don Carlos«, die Charlotte im »Werther« von Massenet, die Marfa in Mussorgskys »Chowanschtschina« und die Aksinja in »Der stille Don« von Dserschinsky. 1975 wirkte sie an der Oper von Leningrad sehr erfolgreich in der Uraufführung der Oper »Peter I.« von Andrej Petrow in der Rolle der Marta Skavronskaja mit. Auch als Konzertsängerin konnte sie eine erfolgreiche Karriere entwickeln. Bereits 1976 erfolgte ihre Ernennung zur Volkskünstlerin der UdSSR, seit 1978 unterrichtete sie am Konservatorium von Leningrad (St. Petersburg).

Schallplattenaufnahmen der staatlichen sowjetrussischen Produktion (Melodiya) und bei Philips (»Ruslan und Ludmilla« von M. Glinka, auch als Video).

 

3.3. Ashley STAFFORD wird 65

Er war im Knabenchor der Westminster Abbey, besuchte 1963-68 die Choir School dieser Kathedrale, 1968-72 die Trinity School Croydon und studierte dann Gesang und Musik in Oxford (1972-75); 1975 wurde er Bachelor, 1978 Master of Music. Seine Stimme wurde in der Oxford Choir School durch Simon Preston, dann durch Hervey Alan (1968-72), durch den großen Countertenor Paul Esswood (1972-76) und durch Helga Mott (1976-80) ausgebildet. Im Dezember 1975 gab er sein erstes Konzert in den Purcell Rooms in London und leitete damit eine glänzende Konzertlaufbahn ein. Er gastierte dann auch als Opernsänger, u.a. in Oxford, beim Festival von Aix-en-Provence, an der Oper von Lyon und in London. Schwerpunkte seiner Karriere als Countertenor bildeten jedoch seine Konzertauftritte, die ihm in England (Festivals von Bath und Edinburgh, Three Choirs Festival), in Europa (Berlin, Göttingen, Rom, Venedig, Perugia, Madrid, Barcelona, Lissabon) und in aller Welt (Minneapolis, New York, Washington, Boston, Toronto, Ottawa) glänzende Erfolge brachten. 1989 bereiste er Australien (Melbourne, Sydney) und Taiwan, 1987 und 1989 Japan. Zahlreiche Auftritte im Rundfunk wie im Fernsehen in England (BBC), Holland, Frankreich (»Messias«) und Deutschland begleiteten seine Karriere, in der er sich vor allem der Vokalmusik der Renaissance und des Barock widmete. Seit 1989 hatte er eine Gast-Professur am Royal College of Music London.

Viele, interessante Schallplatten dokumentieren seine Gesangskunst; sie erschienen auf DGG (»The Fairy Queen« von Purcell, Werke von Schütz und Purcell), Harmonia mundi (»King Arthur« und Cäcilienode von Purcell, »Israel in Egypt« von Händel, Stabat mater von Scarlatti, Messen von Haydn), CAP (Te Deum von Händel, Werke von Purcell und H. Schütz), Philips (»Alexander’s Feast« von Händel).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://ashleystafford.me/

 

3.3. Roberta ALEXANDER wird 70

 Sie wuchs in Yellow Springs im Staat Ohio auf; der Vater der farbigen Sängerin war Chorleiter, ihre Mutter selbst als Sängerin aufgetreten. Mit acht Jahren stand sie in dem Musical »Lost in the Stars« in einer Kinderrolle erstmals auf der Bühne. Sie studierte zunächst an der Michigan University in Ann Arbor, dann in Europa am Konservatorium von Den Haag bei Woltmann. Während ihrer Ausbildung wirkte sie im Haag in einer Schüleraufführung von Rossinis »Il cambiale di matrimonio« mit. 1975 trat sie in Amsterdam in »Der Kaiser von Atlantis« von V. Ullmann auf. Sie begann ihre Karriere 1978 in der Schweiz. 1980 gastierte sie an der Oper von San Francisco in der Oper »Transformationa« von Conrad Susa. 1980 gastierte sie an der Oper von Houston/Texas als Pamina in der »Zauberflöte«, 1981 in Santa Fé als Daphne in der Richard Strauss-Oper gleichen Namens. 1981 sang sie an der Niederländischen Oper Amsterdam die Pamina und die Marzelline im »Fidelio«, 1982 an der Komischen Oper Berlin die Mimi in »La Bohème«, 1982 in Zürich die Elettra in Mozarts »Idomeneo« von Mozart, später dort auch die Fiordiligi in »Così fan tutte« und 1989 die Gräfin in »Le nozze di Figaro«. An der Metropolitan Oper New York (Debüt 1983 als Zerline im »Don Giovanni«) bewunderte man bis 1991 ihre Bess in »Porgy and Bess« von Gershwin, ihre Jenufa in der gleichnamigen Oper von Leos Janácek, ihre Vitellia in Mozarts »La clemenza di Tito«, ihre Mimi, ihre Antonia in »Les Contes d’Hoffmann«, ihre Gräfin in »Le nozze di Figaro« und ihre Donna Elvira in »Don Giovanni«. An der Covent Garden Oper London gastierte sie 1984 als Mimi. 1984 erschien die Sängerin, die als große Mozart-Interpretin galt, bei den Festspielen von Aix-en-Provence als Sandrina in »La finta giardiniera«. Im gleichen Jahr gastierte sie in Amsterdam als Donna Elvira, bei den Wiener Festwochen von 1985 als Cleopatra in »Giulio Cesare« von Händel. Bei den Salzburger Festspielen sang sie 1986 ein Solo in der 8.Sinfonie von Gustav Mahler. 1986-91 große Erfolge an der Wiener Staatsoper als Donna Elvira, als Jenufa, als Fiordiligi, als Vitellia und als Elettra in »Idomeneo«. An der Hamburger Staatsoper gastierte sie 1987 als Donna Elvira und 1990 als Elettra in »Idomeneo«, in Glyndebourne 1989 und 1992 als Jenufa sowie 1995 als Vitellia. In Wien trat sie 1991 sehr erfolgreich mit dem Concentus Musicus unter N. Harnoncourt auf. An der English National Opera London hörte man sie 1992 als Mimi. 1997 sang sie bei der Florida Opera die Donna Elvira. 2016 kehrte sie noch einmal an die Metropolitan Oper New York zurück als 5. Magd in »Elektra« von R. Strauss in der berühmten Inszenierung von Patrice Chéreau; diese Partie sang sie in derselben Inszenierung auch beim Festival von Aix-en-Provence, an der Finnischen Nationaloper Helsinki, an der Berliner Staatsoper, am Gran Teatre del Liceu in Barcelona und an der Mailänder Scala.

Sie erwies sich als Liedersängerin von großer Begabung.

Schallplatten: Philips (4. Sinfonie von Gustav Mahler, Ausschnitte aus »Porgy and Bess« von Gershwin zusammen mit Simon Estes, Elettra in »Idomeneo«, Arien- und Liedaufnahmen), Telefunken (»Prima la musica« von A. Salieri, Ausschnitte aus »Giulio Cesare« von Händel, Donna Elvira im »Don Giovanni«), Teldec (»Theodora« von Händel), Capriccio (»Paride ed Elena« von Gluck), Decca (Stella in »Der gewaltige Hahnrei« von B. Goldschmidt), Sony (Titelrolle in »Beatrice Cenci« von B. Goldschmidt), Schwann (Lieder von Richard Strauss), Etcetera (Lieder; Szenen und Arien von Samuel Barber, Songs my mother tought me), NM (»Joseph« von Willem de Fesch); Virgin-Video (»Jenufa«).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.robertaalexander.com/

 

3.3. Florence QUIVAR wird 75

 Die farbige Sängerin studierte zunächst an der Philadelphia Academy of Music, dann an der Juilliard School in New York. Nachdem sie bereits im Konzertsaal und auch an kleineren Operntheatern (Milwaukee, Norfolk-Virginia, Memphis) aufgetreten war, begann ihre große Karriere mit ihrem Debüt an der Metropolitan Oper New York 1977. Ihre Antrittsrolle an diesem Opernhaus war die Marina im »Boris Godunow« von Mussorgsky, bis 1997 folgte u.a. die Suzuki in »Madama Butterfly«, die Fidès in »Le Prophète« von Meyerbeer, die schwierige Koloraturpartie der Isabella in Rossinis »L’Italiana in Algeri«, die Jocasta in Strawinskys »Oedipus Rex«, die Mère Marie in »Les dialogues des Carmélites« von Francis Poulenc, die Serena in der denkwürdigen Premiere von Gershwins »Porgy and Bess« (1985), die Principessa in »Suor Angelica« von Puccini, die Ulrica in Verdis »Un ballo in maschera« und die Federica in Verdis »Luisa Miller«. An der Metropolitan Oper ist sie in insgesamt 101 Vorstellungen aufgetreten. 1978 sang sie an der Oper von Houston/Texas die Adalgisa in »Norma«, die sie auch 1980 an der Oper von Rio de Janeiro vortrug. Sie gastierte an den Opern von Cincinnati, Los Angeles (Brangäne in »Tristan und Isolde«, 1987) und Montreal, am Teatro Colón Buenos Aires (1988 Jocasta), am Teatro Fenice Venedig (1982-83), am Theater von Bonn (1988 Adalgisa) und beim Maggio Musicale von Florenz. An der Deutschen Oper Berlin, mit der sie ein Gastvertrag verband, sang sie 1982 den Orpheus von Gluck. 1983 debütierte sie an der Mailänder Scala in einem Ballettabend, bei dem sie Musik von Gustav Mahler sang; 1990 sang sie hier in ein em Konzert auch das Alt-Solo in Mahlers 3. Sinfonie. 1983 trat sie bei den Festspielen in den römischen Thermen des Caracalla als Carmen auf. Bei den Salzburger Festspielen trat sie 1989-90 in der Rolle der Ulrica sowie in mehreren Konzerten auf: 1983 als Solistin in der 3. Sinfonie von Gustav Mahler, 1984 im »Elias« von Mendelssohn, 1990 in Beethovens 9. Sinfonie und 1995 in Mahlers 2. Sinfonie. Neben den bereits erwähnten Partien gastierte sie als Eboli im »Don Carlos« von Verdi (u.a. 1993 in Seattle), als Dalila in »Samson et Dalila« von Saint Saëns, als Romeo in »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini, dazu in einem umfassenden Konzertrepertoire. 1983 unternahm sie eine große Tournee mit dem Israel Philharmonic Orchestra unter Zubin Mehta und sang dabei in London, Frankfurt a.M., in Caracas und bei den Festspielen von Edinburgh (hier 1983 in den »Gurreliedern« von Schönberg). In Genua erschien sie als Solistin in »La damnation de Faust« von Berlioz, in Rom im Mozart-Requiem, in Amsterdam in »La mort de Cléopâtre« von Berlioz, in London u.a. in den Wesendonck-Liedern von Wagner und 1991 in den »Gurreliedern«. 1990-91 trat sie in New York und in verschiedenen Städten in Japan als Solistin in der 2. und der 3. Sinfonie von Gustav Mahler auf. 1997 nahm sie in Chicago an der Uraufführung der Oper »Amistad« von Anthony Davis teil. 2000 gastierte sie an der Oper von Houston als Brangäne.

Schallplatten: Telarc (»El sombrero de tres picos« von de Falla, »Elias« von Mendelssohn), Erato (»Roméo et Juliette« von Berlioz), Vox (Stabat mater von Rossini) Philips (8. Sinfonie von Gustav Mahler), DGG (»Ein Sommernachtstraum« von Mendelssohn, »Rosamunde« von F. Schubert, Verdi-Requien, »Das Paradies und die Peri« von R. Schumann), Nonesuch (»Four Saints in Three Acts« von Virgil Thompson), Decca (Serena in »Porgy and Bess«), Sony (8. Sinfonie von Gustav Mahler, »Luisa Miller« von Verdi, »Gurrelieder« von Schönberg), Hänssler-Verlag (Missa solemnis von Beethoven, Missa per Rossini), RCA (Verdi-Requiem), ITM-Classics (2. Sinfonie von G. Mahler); DGG-Video (Ulrica in »Un ballo in maschera« von Verdi).

 

4.3. Gunnel BOHMAN wird 60

Sie begann ihr Gesangstudium an der Königlichen Musikakademie in Stockholm bei Hans Wihlborg, Hans Gertz und Torsten Föllinger und vervollständigte ihre Ausbildung im Opernstudio der Wiener Staatsoper. Im Rahmen dieser Ausbildung trat sie bereits 1984 in kleineren Partien (Inès im »Troubadour«, 1. Dame in der »Zauberflöte« und Gerhilde in der »Walküre«) an der Wiener Staatsoper auf. 1984 erhielt sie  einen Ruf an das Nationaltheater von Mannheim. Hier sang sie Partien wie die Pamina in der »Zauberflöte«, die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut« und die Agathe im »Freischütz«. Diese drei Partien sang sie dann ab 1986 auch an der Wiener Staatsoper, an der sie bis 1992 in insgesamt 20 Vorstellungen auch die Gräfin in »Le nozze di Figaro« und die Fiordiligi in »Così fan tutte« sang. Bei den Bregenzer Festspielen sang sie 1985-86 die Pamina. 1987 wurde sie an die Wiener Volksoper verpflichtet, an der sie als Fiordiligi und als Agathe große Erfolge erzielen konnte. Sie war durch Gastspielverträge mit dem Opernhaus von Zürich (seit 1987) verbunden. Hier sang sie 1987 die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«. Ebenfalls 1987 gastierte sie am Teatro Regio von Parma als Euridice in »Orpheus und Eurydice« von Gluck. 1989 und 1991 sang sie bei den Festspielen von Glyndebourne (und in einer konzertanten Aufführung in der Londoner Albert Hall) die Gräfin in »Le nozze di Figaro«. Weitere Gastspiele in Frankfurt a.M., Stuttgart und an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. In der Spielzeit 1991-92 hatte sie dann auch an der Königlichen Oper Stockholm erfolgreiche Auftritte als Donna Elvira im »Don Giovanni«, später als Nedda im »Bajazzo« und als Amelia in »Simon Boccanegra« von Verdi. 1991 sang am Staatstheater Hannover die Pamina. 1996 sang sie bei den Festspielen von Savonlinna die Elisabeth im »Tannhäuser«. 1996-99 gehörte sie als Ensemblemitglied dem Opernhaus von Frankfurt a.M. an, wo sie u.a. die Hanna Glawari in Lehárs »Die lustige Witwe«, die Agathe und die Mimi in »La Bohème« sang und auch später noch gatierte, so u.a. 2000 als Tochter in »Cardillac« von P. Hindemith und 2001 als Luisa Miller in der gleichnamigen Verdi-Oper. 1997 gastierte sie in Montpellier als Jenufa von Janácek, die sie auch 1999 an der Oper von Flandern Antwerpen/Gent sang. 2004 sang sie an der Oper von Göteborg die Kaiserin in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss. Neben ihrem Wirken auf der Opernbühne kam die Künstlerin auch zu einer erfolgreichen Karriere im Konzertsaal.

Schallplatten: BIS (Konzert-Arien von Mozart).

 

4.3. Magda KALMÁR wird 75

 Sie studierte an der Béla Bartók-Musikhochschule in Budapest anfänglich Klavierspiel, dann Gesang. Sie meldete sich als Choristin an der Budapester Nationaloper, wurde aber sogleich als Solistin in das Ensemble aufgenommen. Seit 1969 war sie reguläres Mitglied des Hauses, an dem sie eine sehr erfolgreiche Karriere durchlief. 1972 erhielt sie den ersten Preis beim Unesco-Wettbewerb in Bratislava. 1973 sang sie in Budapest die Titelrolle in der ungarischen Erstaufführung der Oper »Lulu« von A. Berg. Sie trat als Gast an der Staatsoper Berlin, am Moskauer Bolschoi Theater, an den Nationalopern von Sofia und Prag, in Graz und Lausanne auf. Sie brillierte vor allem in Partien aus dem Fach der Koloratursoubrette wie dem Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«, dem Cherubino in »Figaros Hochzeit«, der Despina in »Così fan tutte«, dem Pagen Oscar in Verdis »Un ballo in maschera« und der Adele in der »Fledermaus«. 1985 sang sie in Budapest in der Uraufführung der Oper »Csongor und Tünde« von Attila Bozay, 1987 in der von »Ecce homo« von Sandór Szokolay. Auch als Konzert- und Oratoriensängerin kam sie zu einer großen Karriere; man schätzte sie namentlich als Bach- und Händel-Interpretin.

Schallplatten: Hungaroton (»Die Königin von Saba« von Goldmark, »Medea« von Cherubini, »Mosè in Egitto« von Rossini, »Ecce homo« von Szokolay, »Belfagor« von O. Respighi, »Ester« von Dittersdorf, Stabat mater von Pergolesi, »L’Infedeltà delusa« und »Der Apotheker« von J. Haydn, »Don Pasquale«, »Gianni Schicchi« von Puccini, »Hunyadi László« von F. Erkel; bereits 1975 erschienen Aufnahmen von Händel-Kantaten).

 

4.3. Bernard HAITINK wird 90

Er ist der Sohn von Willem und Anna Haitink. Willem Haitink war ein Beamter, der schließlich als Leiter eines Elektrizitätswerks tätig war. Während der deutschen Besatzung wurde sein Vater für mehrere Monate wegen eines Anschlages in einem deutschen Konzentrationslager in Geiselhaft genommen. Bernard Haitink studierte in seiner Geburtsstadt Amsterdam am Konservatorium. Danach spielte er als Violonist in einer Reihe von Orchestern. 1954 und 1955 lernte er unter der Anleitung Ferdinand Leitners zu dirigieren. 1955 wurde er Zweiter Dirigent des Niederländischen Radioorchesters. 1956 war er für Carlo Maria Giulini beim Concertgebouw-Orchester eingesprungen, erhielt fortan zunächst einige Einladungen und führte das Orchester dann auf einer England-Tournee 1959. Nach dem plötzlichen Tod von Eduard van Beinum 1959 übertrug man Haitink das Amt des ersten Dirigenten. Internationalen Ruf erwarb sich Haitink 1961 als er zusammen mit Eugen Jochum zum gemeinsamen Chefdirigenten des Concertgebouw-Orchesters bestellt wurde, 1964, als Jochum das Amt aufgab, zum alleinigen Chefdirigenten und Künstlerischem Leiter. 1967 wurde er zum Ersten Dirigenten des London Philharmonic Orchestra ernannt, das er bis 1979 leitete. 1978-88 war Haitink musikalischer Leiter des Opernfestivals in Glyndebourne. Sein Vertrag mit dem Concertgebouw-Orchester wurde 1988 nicht mehr verlängert, was Haitink dem Orchester verübelte und er daraufhin einige Jahre nicht mehr mit ihm auftrat. 1999 ernannte ihn das Orchester aber zum Ehrendirigenten. 1977-87 dirigierte Haitink jede Weihnachten das Concertgebouw-Orchester in den Kerstmatinees (Weihnachts-Matinees). Es wurden nur Werke von Gustav Mahler gespielt und die Konzerte international in der Eurovision übertragen. 1987-98 hatte Haitink die musikalische Leitung des Royal Opera House Covent Garden in London inne, 1995-2004 war er außerdem erster Gastdirigent des Boston Symphony Orchestra. 2002 übernahm er den Posten des Chefdirigenten bei der Staatskapelle Dresden. Aufgrund von vermeintlichen Unstimmigkeiten bei der Wahl seines Nachfolgers gab Haitink seinen Posten 2004 vorzeitig auf. 2006 ernannte das Chicago Symphony Orchestra Haitink zum Ersten Dirigenten, weil das Amt des Musikdirektors seit Daniel Barenboims Rückzug in diesem Jahr nicht mehr besetzt war. Im Jahr 2008 erarbeitete er mit dem Chamber Orchestra of Europe exklusiv für das Lucerne Festival einen Beethoven-Zyklus auf der Grundlage der neuen Kritischen Gesamtausgabe. Haitink war seit 1956 mit Marjolein Snijder verheiratet, mit der er drei Töchter und zwei Söhne hatte. Seit 1994 ist er in zweiter Ehe mit Patricia Bloomfield verheiratet. Haitink lebt heute zusammen mit seiner Frau Patricia in Kastanienbaum bei Luzern am Vierwaldstättersee. Haitink dirigierte während seiner künstlerischen Laufbahn ein breites Repertoire. Unter seinen Plattenaufnahmen befinden sich unter anderem alle Symphonien von Ludwig van Beethoven (drei Zyklen, mit dem London Philharmonic, Concertgebouw- und London Symphony Orchestra), Robert Schumann, Johannes Brahms (drei Zyklen: Concertgebouw, Boston Symphony, London Symphony Orchestra), Pjotr Iljitsch Tschaikowski, Anton Bruckner (viele mehrfach), Gustav Mahler (bis auf die Achte mehrfach) und Dimitri Schostakowitsch. Außerdem begann Haitink mit seiner Tätigkeit an Opernhäusern auch Opern einzuspielen, unter anderem Wagners kompletten Ring des Nibelungen.

 

5.3. Anton SCHARINGER wird 60

 Er war bis zu seinem 15. Lebensjahr Sängerknabe im Motettenchor des Erzbischöflichen Knabenseminars in Hollabrunn bei Wien. Danach besuchte er das musikpädagogische Gymnasium in Krems. 1976 begann er das Gesangstudium am Wiener Konservatorium, wo er Schüler von Margarita Heppe war. 1978 erhielt er einen Preis beim Internationalen Schubert-Wolf-Wettbewerb in Wien, 1980 war er Preisträger beim Hugo Wolf-Concours. 1981-83 gehörte er zum Ensemble des Landestheaters von Salzburg, wo er als Guglielmo in »Così fan tutte« debütierte. Er wirkte auch bei den Salzburger Festspielen mit, und zwar 1982 und 2001-02 in Mozart-Konzerten, 1986 in Beethovens C-Dur-Messe, 1989 in Mozarts C-Moll-Messe, 1991 und 1993 als Papageno in der »Zauberflöte«, 2004 in einem Bach-Konzert und 2012 als Alter Papageno in Peter von Winters »Das Labyrinth«; am 12.8.2003 wirkte er hier auch in der Uraufführung der Oper »L’Upupa und der Triumph der Sohnesliebe« von H.W. Henze in der Partie des Gharib mit. Seit 1987 kam er zu großen Erfolgen an der Wiener Volksoper; 1987 sang er in Amsterdam den Dr. Falke in der »Fledermaus«, 1988 zu Gast am Opernhaus von Köln, 1989 am Opernhaus von Zürich als Figaro in »Le nozze di Figaro«. Er war auch bei den Festspielen von Ludwigsburg (u.a. 1989 als Figaro in »Le nozze di Figaro«) und Aix-en-Provence (ebenfalls 1989 als Figaro, 1992 als Masetto im »Don Giovanni«, 1994-95 in seiner großen Glanzrolle, dem Papageno), zu hören. 1991 gastierte er an der Opéra Bastille Paris als Figaro in »Le nozze di Figaro«, 1993 in der gleichen Partie beim Israel-Gastspiel der Wiener Staatsoper. Weitere Gastspiele führten den Sänger an die Mailänder Scala (1991 als Papageno), an die Staatsoper Hamburg, an die großen Opernhäuser in Paris und Rom, in Chicago und Buenos Aires. Dem Opernhaus von Zürich war er durch ein Gastengagement verbunden; er trat dort u.a. als Papageno und 1996 als Conte Robinson in »Il matrimonio segreto« von Cimarosa auf. 1997 sang er bei den Festspielen von Glyndebourne den Figaro in »Le nozze di Figaro«, 1998 am Opernhaus von Zürich den Scherasmin im »Oberon« von Weber, beim Maggio Musicale von Florenz den Hauptmann in einer (konzertanten) Aufführung von Manfred Gurlitts »Wozzeck«, 1999 am Theater an der Wien den Frank in der »Fledermaus«. Auf der Bühne erwies er sich vor allem als großer Mozart-Sänger. Neben seinem Wirken auf der Bühne entfaltete er eine zweite Karriere im Konzertsaal, wo er sich namentlich als Bach-Interpret auszeichnete. Beim Internationalen Bach Festival in Braunschweig sang er 1992 als Solist in der H-Moll-Messe von J.S. Bach.

Schallplatten: Decca (Papageno in der »Zauberflöte«, »Die Schöpfung« von J. Haydn), Obligat (»Die Jahreszeiten«), Telefunken (Masetto im »Don Giovanni«), Philips (»L’Oca del Cairo« von Mozart, H-Moll-Messe von J. S Bach), Sony (»Don Giovanni« von Gazzaniga), RCA (Kuno im »Freischütz«), Eurodisc (Matthäuspassion von J.S. Bach), RCA-BMG (Johannespassion von J.S. Bach, »Walpurgisnacht« von Mendelssohn), Teldec (»La finta giardiniera« von Mozart, Johannespassion von Bach), Teldec/East West Records (Messen As-Dur und Es-Dur von Schubert), Capriccio (»Wozzeck« von M. Gurlitt), Farao (»Die Schöpfung« von J. Haydn), Koch/Schwann (H-Moll-Messe von J. S Bach).

 

5.3. John YORK-SKINNER wird 70


Als Oberon

 Der Counter-Tenor erhielt seine Ausbildung an der York Minster Song School, am Colchester Institute und an der Royal Academy of Music London. Er schloss diese mit dem akademischen Grad eines Bachelor of Arts ab. Er kam in seinem interessanten Stimmfach in England wie im Ausland zu einer bedeutenden Konzert- und Rundfunkkarriere. Er sang mit englischen Vokal-Ensembles zusammen, u.a. mit dem Consort of Musicke. Nachdem er am Staatstheater von Kassel erstmals die Bühne betreten hatte, entwickelte er auch auf dem Gebiet des Operngesangs eine internationale Karriere. Er sang u.a. an der Covent Garden Oper London und beim Festival von Ottawa. 1979 gastierte er bei der Scottish Opera Glasgow als Oberon in B. Brittens »A Midsummer Night’s Dream« und 1982 an der Mailänder Scala als Polinesso in Händels »Ariodante«. Seit 1984 Associate der Royal Academy of Music London.

Nicht zuletzt wurde der Künstler durch eine Reihe schöner Schallplattenaufnahmen bekannt: auf Decca erschienen Werke von John Dowland, auf Harmonia mundi »Partenope« von Händel, auf Florilegium, CBS und Erato eine Anzahl von Renaissance- und Barock-Werken verschiedener Meister, auf HMV Arminio in »Partenope« von Händel, auf TIS eine Messe von Charpentier.

 

5.3. Stella AXARLIS wird 75

 Sie entstammte einer griechischen Familie, die nach Australien auswanderte. Sie absolvierte ihr Studium an der Universität von Melbourne und debütierte, nachdem sie bereits am australischen Rundfunk aufgetreten war, 1968 in Deutschland am Stadttheater von Hagen (Westfalen) in der Rolle der Aida. Sie blieb bis 1970 an diesem Theater und wurde dann für mehr als 15 Jahre Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. Sie gastierte an den Staatsopern von Wien (1971-78 als Senta in »Der fliegende Holländer«, als Tatjana im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, als Santuzza in »Cavalleria rusticana«, als Leonore in Beethovens »Fidelio« und als Chrysothemis in »Elektra« von R. Strauss) und Hamburg, an den Opernhäusern von Köln und Kassel, an der Covent Garden Oper London, in Amsterdam, an der Dresdner Staatsoper und an der Grand Opéra Paris. 1973 hörte man sie an der Deutschen Oper am Rhein als Katja Kabanowa in der gleichnamigen Oper von Janácek, 1986 großer Erfolg am Opernhaus von Zürich als Küsterin in Janáceks »Jenufa«. Sehr erfolgreich war sie auch bei Auftritten in Australien (Melbourne, Brisbane, Adelaide, vor allem aber an der Australian Opera Sydney). Höhepunkte in ihrem weitläufigen Repertoire waren die Aida, die Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, die Lady Macbeth in »Macbeth«, ebenfalls von Verdi, die Sieglinde wie die Gutrune im Nibelungenring, die Venus im »Tannhäuser«, die Marina im »Boris Godunow« von Mussorgsky, die Marschallin im »Rosenkavalier« von R. Strauss, die Jenufa, die Tosca, die Butterfly, die Magda in »The Consul« von G.C. Menotti (Sydney 1986) und die Maddalena in »Andrea Chénier« von Giordano.

 

6.3. Kiri TE KANAWA wird 75

 Sie entstammte väterlicherseits der Urbevölkerung der neuseeländischen Inseln, der Bevölkerungsgruppe der Maori, ihre Mutter war irischer Abstammung, ihr eigentlicher Name war Claire Rawstron. Sie wurde durch das Maori-Ehepaar Tom und Neil Te Kanawa adoptiert und nach dem Großvater väterlicherseits Kiri Te Kanawa benannt. Sie begann ihr Gesangstudium in Auckland bei Dame Sister Maria Leo. Sie gewann bereits 1965 Gesangswettbewerbe in Sydney und Melbourne und beendete ihre Gesangsausbildung 1966-69 im London Opera Centre als Schülerin von Vera Rozsa. Dort sang sie bereits 1966 die Partie der 2. Dame in der »Zauberflöte«. 1967 erregte sie erstes Aufsehen bei einem Konzert in den Londoner Purcell Rooms; 1968 sang sie bei der Chelsea Opera Group (konzertant) den Idamante in Mozarts »Idomeneo«. 1968 erfolgte ihr offizielles Debüt bei der Northern Opera in Newcastle-upon-Tyne. 1969 sang sie beim Camden Festival die Elena in »La donna del Lago« von Rossini. 1969 kehrte sie wieder nach Neuseeland zurück. Hier sang sie bei der New Zealand Opera Company, mit der zusammen sie u.a. 1970 bei der Weltausstellung von Osaka gastierte. 1970 wurde sie an die Covent Garden Oper in London verpflichtet, wo es jetzt zu einer jahrelangen, glänzenden Karriere kam. Als Antrittsrolle sang sie hier die Xenia in »Boris Godunow« von Mussorgsky. Hier hörte man sie als Donna Elvira im »Don Giovanni«, als Gräfin in »Le nozze di Figaro«, als Fiordiligi in »Così fan tutte«, als Amelia in Verdis »Simon Boccanegra«, als Violetta in »La Traviata«, als Desdemona in Verdis »Otello«, als Marguerite im »Faust« von Gounod, als Manon Lescaut und als Mimì in »La Bohème« von Puccini, als Marschallin im »Rosenkavalier« und als Arabella von R. Strauss. An der Opera Scotland Glasgow gastierte sie 1972 als Desdemona in Verdis »Otello«. Die Gräfin in »Le nozze di Figaro«, ihre große Glanzrolle sang sie auch 1971 in Nordamerika bei der Santa Fé Opera Company und 1977 an der Bayerischen Staatsoper München, weiter gastierte die Künstlerin sehr erfolgreich an der Pariser Grand Opéra (1975, 1977 und 1979 als Donna Elvira, 1976 als Fiordiligi, 1977 als Pamina in der »Zauberflöte«, 1979 als Gräfin in »Le nozze di Figaro« und als Amelia in »Simon Boccanegra«, 1979-80 als Mimì, 1981 als Arabella und als Marschallin, 1982 als Tosca), in Bordeaux, Lyon, an der Wiener Staatsoper (Debüt 1980 als Desdemona in Verdis »Otello«, danach 1987-93 einige Male als Marschallin und als Arabella sowie 2013 als Duchesse de Crakentorp in »La fille du régiment«), am Théâtre de la Monnaie Brüssel, in Köln (1982 als Arabella), in San Francisco (1972-93 als Gräfin in »Le nozze di Figaro«, als Pamina, als Amelia in »Simon Boccanegra«, als Arabella, als Marschallin und als Gräfin im »Capriccio« von R. Strauss), in Chicago (1987 als Fiordiligi, 1989 als Elisabetta in Verdis »Don Carlos«), beim Festival von Aix-en-Provence und bei den Festspielen von Glyndebourne (1973-74 als Gräfin in »Le nozze di Figaro« und 1998 als Gräfin in »Capriccio«). 1974 folgte sie einem Ruf an die Metropolitan Oper New York. Sie übernahm ihre Antrittsrolle, die Desdemona im »Otello« von Verdi, 1974 »au pied levé« innerhalb von drei Stunden (mit Jon Vickers in der Titelpartie). Dort sang sie bis 1998 auch die Donna Elvira, die Gräfin in »Le nozze di Figaro«, die Fiordiligi, die Marschallin, die Arabella, die Traviata, in einer szenischen Aufführung des Oratoriums »Samson« von Händel, die Amelia in »Simon Boccanegra«, die Rosalinde in der »Fledermaus« und die Gräfin im »Capriccio«. In den Spielzeiten 2009/10 und 2011/12 kehrte sie nochmals als Duchesse de Crakentorp an die Metropolitan Oper zurück. 1976-77 hörte man sie an der Oper von Sydney als Mimi und als Amelia in »Simon Boccanegra«, 1977 an der Oper von Houston/Texas als Arabella. 1978 debütierte sie in einem Konzert mit den Vier letzten Liedern von R. Strauss an der Mailänder Scala, an der sie im gleichen Jahr auch die Amelia in »Simon Boccanegra« sang sowie 1979 und 1988 glanzvolle Liederabende gab. Sie unternahm 1978-79 eine große Konzerttournee durch Europa und Nordamerika. 1979 sang sie bei den Festspielen von Salzburg die Gräfin in »Le nozze di Figaro« und einen Liederabend. 1981 sang sie bei der Hochzeit des englischen Kronprinzen Charles in der Londoner St. Pauls Kathedrale. 1988 gab sie zur australischen Zweihundertjahrfeier mitten im Zentrum des Erdteils im australischen Busch ein spektakuläres Konzert. 1991 sang sie in Chicago die Desdemona in konzertanten Aufführungen von Verdis »Otello«  mit Luciano Pavarotti in der Titelrolle. 1996 gastierte sie an der Opera New Zealand in Auckland als Donna Elvira. 2001 sang sie an der Oper von Monte Carlo die Titelrolle in »Vanessa« von Samuel Barber. 1982 wurde sie von Königin Elisabeth II. von England als »Dame of the British Empire« in den Adelsstand erhoben. Die Universität Oxford verlieh ihr 1983 die Ehrendoktorwürde.

Lit: Elizabeth Forbes: Kiri Te Kanawa (in »Opera«, 1981); D. Fingleton: »Kiri« (London, 1982, New York 1983); G. Jenkins/St. d’Antal: Kiri Te Kanawa – Die wahre Geschichte einer Primadonna (München 2000).

Die technisch hervorragend beherrschte, reich gebildete Stimme der Künstlerin wurde durch ihre aparte Erscheinung auf der Bühne und durch ihre intelligente Darstellungskunst glücklich ergänzt. Sie fand ihre großen Aufgaben vor allem in den Opern von Mozart und Richard Strauss.

Auf Philips ist die Stimme der Sängerin in ihren beiden größten Kreationen, der Gräfin in »Le nozze di Figaro« und der Donna Elvira im »Don Giovanni«, dazu als Marguerite im »Faust«, als Pamina in der »Zauberflöte«, als Traviata und als Marschallin im »Rosenkavalier«, als Solistin in geistlicher Musik von Mozart, u.a. in der C-Moll-Messe, zu hören; auf Decca singt sie eine kleine Partie in »Rigoletto«, später dann auch hier die Gräfin in »Le nozze di Figaro« wie im »Capriccio« von R. Strauss, die Amelia in »Simon Boccangera«, das Sopransolo im Deutschen Requiem von Brahms, in der Matthäuspassion von J.S. Bach und im Requiem von Gabriel Fauré, die Polly in »The Beggar’s Opera« und die Micaela in »Carmen«, auf DGG die Fiordiligi in »Così fan tutte«, auf CBS in »Hänsel und Gretel« von Humperdinck, die Donna Elvira im »Don Giovanni«, und die Magda in »La Rondine« von Puccini, auf RCA die Fiordiligi in »Così fan tutte«, auf EMI die Tatjana im »Eugen Onegin«, Maori-Lieder sowie Arien aus Opern von Mozart, Weber, R, Wagner, Korngold und R. Strauss auf Barclay Records die Pamina in der »Zauberflöte«. Ein Opern-Recital kam auf der Marke CBS heraus, auf Decca Konzertarien von Mozart, »Chants d‘ Auvergne« von J. Canteloube und »Bachianas Brasileiras« von H. Villa-Lobos. Auf Philips-Video ist sie als Rosalinde in der »Fledermaus«, auf Pickwick-Video als Gräfin in »Le nozze di Figaro«, auf Pioneer-Video als Desdemona in Verdis »Otello« mit Placido Domingo, auf Topaz-Video als Titelheldin in »Tosca«, auf Warner-Video wieder als Desdemona (diesmal mit Wladimir Atlantow, Verona 1982), auf Decca-Video als Amelia in Verdis »Simon Boccanegra« (Covent Garden Oper 1991), auf DGG-Video wieder als Amelia in »Simon Boccanegra« (mit Placido Domingo, Metropolitan Opera New York 1993) zu sehen.

 

6.3. Renate BISKUP wird 80

 Gesangstudium an der Carl Maria von Weber-Hochschule in Dresden bei Herbert Winkler, dann bei Dagmar Freiwald-Lange in Berlin. Nach anfänglicher Betätigung als Choristin bei den Sächsischen Landesbühnen Dresden-Radebeul Debüt als Solistin 1963 am Stadttheater von Magdeburg in der Rolle der Maddalena im »Rigoletto«. Sie sang bis 1965 in Magdeburg, 1965-67 am Staatstheater von Schwerin, 1967-68 wieder in Magdeburg und wurde 1968 an die Staatsoper Dresden verpflichtet. Hier hatte sie als Carmen, als Dorabella in »Così fan tutte«, als Cherubino in »Figaros Hochzeit«, als Hänsel in »Hänsel und Gretel«, als Frau Reich in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, als Clarissa in der »Liebe zu den drei Orangen« von Prokofjew und als Puck im »Oberon« von Weber ihre wichtigsten Erfolge. Später trat sie als Ortrud im »Lohengrin«, als Salome von Richard Strauss und als Turandot in der gleichnamigen Puccini-Oper auf. 1973 sang sie in Dresden in der Uraufführung der Oper »Levins Mühle« von Udo Zimmermann, bereits 1969 in der von »Maître Pathelin« von Rainer Kunad. Gastspiele an der Oper von Leningrad und bei den Festspielen von Wiesbaden. Verheiratet mit dem Schauspieler Thomas Kästner.

Schallplatten auf Eterna.

 

7.3. Claudio NICOLAI wird 90

 Er studierte zunächst Theaterwissenschaft an der Universität Göttingen und war Regieassistent bei den Händelfestspielen in Göttingen. Seine Ausbildung zum Sänger erfolgte durch Clemens Kaiser-Breme in Essen und durch Serge Radamsky in Wien. 1954 fand er sein erstes Engagement am Theater am Gärtnerplatz in München. 1955-56 war er am Stadttheater von Ulm, 1957-58 am Landestheater von Linz/Donau und 1959-64 wieder am Gärtnerplatztheater in München engagiert. Zuerst sang er Partien für lyrischen Tenor wie dem Don Ottavio im »Don Giovanni«, der Ferrando in »Così fan tutte«, den Ernesto im »Don Pasquale« und den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla«, wandte sich aber seit 1956 dem Bariton-Fach zu. Es folgten Gastspiele an der Wiener Volksoper (u.a. 1970 als Taddeo in Rossinis »Die Italienerin in Algier« und als Graf Robinson in Cimarosas »Die heimliche Ehe«), in Brüssel, Hamburg und Stuttgart. Bei den Bregenzer Festspielen gastierte er 1962 als Rubio in der Operette »Trauminsel« von R. Stolz, 1963 als Gaetano in »Banditenstreiche« von Fr. von Suppé und als Odoardo in Joseph Haydns »Das brennende Haus«, 1968 als Danilo in Lehárs »Die lustige Witwe«, 1970 als Dr. Falke in der »Fledermaus«, 1972 als Jan in Millöckers »Der Bettelstudent«, 1973 als Lindoro in Joseph Haydns »Die Fischerinnen«, 1974 als Escamillo in »Carmen« und 1975 als Caramello in »Eine Nacht in Venedig« von J. Strauß. 1964-83 Mitglied des Opernhauses von Köln, an dem er in insgesamt 1066 Vorstellungen aufgetreten ist, seit 1966 zugleich als ständiger Gast an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg tätig. Er gastierte 1974-90 an der Staatsoper von Wien (als Don Giovanni, als Graf in »Le nozze di Figaro« und als Eisenstein in der »Fledermaus«) und seit 1976 auch an der Berliner Staatsoper. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1976 den Grafen in »Le nozze di Figaro«, 1977 in einem Mozart-Konzert sowie 1977-78 den Eufemiano in »Il Sant‘ Alessio« von Stefano Landi. 1987 trat er an der Metropolitan Oper New York als Eisenstein in insgesamt sechs Vorstellungen auf, 1990 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona und am Théâtre de la Monnaie Brüssel, 1991 an der Oper von Nizza, 1992 beim Holland Festival und 1993 am Teatro Bellini Catania als Don Alfonso in »Così fan tutte«. Er beherrschte ein umfangreiches Repertoire für lyrischen Bariton und hatte seine größten Erfolge als Guglielmo in »Così fan tutte«, als Papageno in der »Zauberflöte«, als Herr Fluth in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, als Figaro im »Barbier von Sevilla«, als Wolfram im »Tannhäuser«, als Albert im »Werther« von Massenet, als Posa in Verdis »Don Carlos«, als Belcore in »L’Elisir d’amore«, als Eugen Onegin in der gleichnamigen Oper von Tschaikowsky und als Titelheld in »Billy Budd« von Benjamin Britten, auch in Operettenrollen (Homonay im »Zigeunerbaron«). Am 15.2.1965 sang er am Opernhaus von Köln in der Uraufführung der Oper »Die Soldaten« von B.A. Zimmermann den Stolzius. Mit dem Ensemble des gleichen Opernhauses gastierte er 1969 in London in der englischen Premiere der Oper »Der junge Lord« von H.W. Henze sowie 1984 in Tel Aviv in der »Zauberflöte«. Er wurde 1982 als Professor an die Musikhochschule von Köln berufen.

Schallplatten: Eurodisc (vollständige Opern »Der Freischütz« und »Die Kluge« von C. Orff, »Die Fledermaus«; Querschnitte durch Opern und Operetten, u.a. »Die lustigen Weiber von Windsor«), BASF (Ausschnitte aus der Operette »Die Trauminsel« von Robert Stolz), Wergo (»Die Soldaten« von B.A. Zimmermann, »Neues vom Tage« von P. Hindemith).

 

8.3. Barthold KUIJKEN wird 70

Er wuchs in einem musikalischen Umfeld auf, in dem bereits seine beiden Brüder Wieland Kuijken und Sigiswald Kuijken intensiv musizierten und die historische Aufführungspraxis früh ein fester Bestandteil des Musizierens war. Seine Ausbildung begann er am Konservatorium Brügge und setzte sie in Brüssel und Den Haag fort. Bereits in Den Haag setzte er sich intensiv mit der „Alten Musik“ auseinander und erlernte das Spiel der Blockflöte. Durch einen glücklichen Zufall fand er eine im Originalzustand erhaltene Traversflöte aus dem frühen 18. Jahrhundert. Dank dieses Fundes und durch Zuhilfenahme vieler anderer zeitgenössischer Instrumente aus Museen und Privatbesitz, sowie durch das Studium schriftlicher Quellen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, hat er sich im Selbststudium zu einem Spezialisten für die Interpretation auf Originalinstrumenten gemacht. Der modernen Musik aufgeschlossen, war er wie seine beiden Brüder Mitglied im Brüsseler Ensemble „Musiques Nouvelles“ von Pierre Batholomée. Ab den 1970er-Jahren spielte er vermehrt Werke der Barockzeit, mit seinen Brüdern Wieland Kuijken (Gambe) und Sigiswald Kuijken (Violine), sowie Paul Dombrecht (Barockoboe), René Jacobs (Countertenor), den Cembalisten Robert Kohnen, Gustav Leonhardt, Bob van Asperen und Ewald Demeyere und den Fortepianisten Luc Devos und Piet Kuijken. Neben seiner Mitwirkung als Flötist im Barockorchester La Petite Bande gibt er viele Kammermusikkonzerte und Masterclasses in allen Erdteilen. Seit 1986 widmet sich Barthold Kuijken vermehrt dem Dirigieren, wovon die Einspielungen mit Werken von Mozart, Bach, Händel und Telemann zeugen. Barthold Kuijken ist Professor für historische Traversflöte an den königlichen Konservatorien von Brüssel und Den Haag. Er ist der Leiter des Indianapolis Baroqie Orchestra. 2007 promovierte er zum ersten Doktor der Musik in Belgien, an der Freien Universität Brüssel (VUB). Der Titel seiner Dissertation lautet: The Notation is not the Music – Reflections on more than 40 years’ intensive practice of Early Music. Das Portfolio umfasste alle seine Aufnahmen und Publikationen.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.bartholdkuijken.be/

 

8.3. Horst LAUBENTHAL wird 80

 Er absolvierte ein siebenjähriges Gesang- und Musikstudium in München. Dabei war er der einzige Schüler des berühmten Heldentenors Rudolf Laubenthal (1886-1971), der ihn adoptierte. So trat er in seiner Karriere unter dem Namen Horst R. Laubenthal auf. Er debütierte 1967 beim Würzburger Mozartfest als Don Ottavio im »Don Giovanni«. Er war 1967-69 an der Staatsoper Stuttgart, 1969-70 am Stadttheater von Basel, 1970-72 am Opernhaus von Zürich engagiert; danach schloss er nur noch Gastverträge ab. So sang er 1971-85 gastweise an der Wiener Staatsoper 13 große Partien: den Don Ottavio, den Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, den Tamino in der »Zauberflöte«, den Lenski in Tschaikowskys »Eugen Onegin«, den David in »Die Meistersinger von Nürnberg«, den Iopas in »Les Troyens« von Berlioz, den Sänger im »Rosenkavalier«, den Wilhelm in »Der junge Lord« von H.W. Henze, den Palestrina in der gleichnamigen Oper von H. Pfitzner, den Rinuccio in »Gianni Schicchi« von Puccini, den Jaquino im »Fidelio«, den Narraboth in »Salome« von R. Strauss und den Ferrando in »Così fan tutte«. Seit 1973 war er an der Deutschen Oper Berlin tätig. Hier wie bei Gastspielen an führenden europäischen Theatern wurde er vor allem als Mozart-Interpret bekannt, doch sang er eine Vielzahl weiterer lyrischer Tenorpartien. In den Jahren 1976-83 hörte man ihn als Gast an der Grand Opéra Paris (als Ferrando, als Cassio in Verdis »Otello« und als Tamino). Er gastierte an den Staatsopern von Hamburg und München; bei den Bayreuther Festspielen sang er 1970 den Kunz Vogelgesang in »Die Meistersinger von Nürnberg« und den Steuermann in »Der fliegende Holländer«. 1973-74 war er am Gran Teatre del Liceu in Barcelona zu Gast, 1972 bei den Festspielen von Glyndebourne als Belmonte, 1985 in Turin als Tamino. 1987 gastierte er, wiederum am Teatro Regio Turin, jetzt als Don Ottavio. Er trat am Teatro Colón Buenos Aires, beim Festival von Aix-en-Provence, an der Covent Garden Oper London (1984 als Walther von der Vogelweide im »Tannhäuser«), am Teatro San Carlos Lissabon (als Erik in »Der fliegende Holländer«) und an der Oper von Monte Carlo (1984 als Tamino) auf. Zu seinen Bühnenrollen gehörten noch der Fenton im »Falstaff« von Verdi und der Prinz in »Rusalka« von Dvorák. Fast noch mehr von Bedeutung war seine Konzertkarriere. Hier zeichnete er sich als Oratoriensolist und als Liedersänger aus und galt vor allem als begabter Bach-Interpret. Er wirkte bei den Salzburger Festspielen 1972 in Mozarts Krönungsmesse und in Bruckners Te Deum sowie in einem Mozart-Konzert mit, 1973-78 übernahm er dort alljährlich das Tenor-Solo in der C-Moll-Messe von Mozart, bereits 1968 sang er dort die Partie des Gomatz in Mozarts »Zaide«. Er nahm später eine Professur an der Musikhochschule Würzburg wahr. – Zeitweilig verheiratet mit der Mezzosopranistin Marga Schiml (* 1945).

Schallplatten: DGG (»Tannhäuser«, »Fidelio«, »Die Meistersinger von Nürnberg«), Decca (»Wozzeck« und »Lulu« von A. Berg), Philips (Weihnachtsoratorium von J.S. Bach, Bach-Kantaten), Eurodisc (Querschnitt »Die lustigen Weiber von Windsor« von Nicolai), BASF (»Trionfi« von Carl Orff), CBS (»Violanta« von Korngold), Orfeo (»Lazarus« von Schubert, Missa Sanctae Caeciliae von J. Haydn, »Die Bernauerin« von Carl Orff), Edition Schwann (Trauerkantate auf den Tod Friedrichs des Großen von J. Fr. Reichardt), Capriccio (»Notre Dame« von Fr. Schmidt).

 

8.3. Hans-Bruno ERNST wird 80

 Der in Belzheim (Landkreis Nördlingen) geborene Bariton schloss 1961 sein Gesangsstudium ab (Lehrer: Franz Kelch, Clemens Glettenberg, Horst Günter) und war ab 1962 an der Bayerischen Staatsoper München engagiert, wo er u.a. bei der Wiedereröffnung des Nationaltheaters mitwirkte. Ab 1980 war er Studiendirektor für den vokalen Bereich an der katholischen Universität Eichstädt (wo u.a. Franz Hawlata sein Gesangsschüler war).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.hbernst.de/

 

9.3. Jorma SILVASTI wird 60

 Er begann 1975 seine Ausbildung zum Sänger am Musikinstitut von Savonlinna und setzte sie 1978-81 an der Sibelius-Akademie in Helsinki und 1981-83 in Frankfurt a.M. fort. 1983 war er Gewinner des Timo Callio-Wettbewerbs in Savonlinna. 1980 begann er seine Bühnenlaufbahn an der Finnischen Nationaloper in Helsinki und war in der folgenden Spielzeit 1981-82 am Opernhaus von Frankfurt a.M. tätig. 1982-85 war er Mitglied der Vereinigten Theater Krefeld-Mönchengladbach und folgte dann einem Ruf an das Staatstheater Karlsruhe, dem er 1985-88 als Ensemblemitglied angehörte, und wo er später noch gastierte. Seit 1983 kam er zu großen Erfolgen bei den Festspielen von Savonlinna, vor allem als Tamino in der »Zauberflöte«, aber auch als Don Ottavio im »Don Giovanni« und als Steuermann in »Der fliegende Holländer« (1989). Er wirkte in Savonlinna in der Uraufführung der Oper »Veitsi« (»Das Messer«) von Paavo Heikinen mit (12.7.1989). 1990 gastierte er am Opernhaus von Essen, 1991 in Montpellier (als Tamino), 1992 sang er in Savonlinna wieder den Tamino. In Los Angeles wirkte er am 25.2.1992 in der Uraufführung der Oper »Kullervo« von Aulis Sallinen mit und gastierte dort 1995 als Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«. 1994 sang er bei den Festspielen von Schwetzingen in der Uraufführrung der Oper »Sansibar« von Eckehard Mayer. Er entfaltete eine ausgedehnte Gastspieltätigkeit; so sang er an der Wiener Volksoper u.a. den Don Ottavio (1988), am Opernhaus von Essen den Lenski im »Eugen Onegin« (zusammen mit dem Ensemble der Oper von Helsinki, 1989), an der Dresdner Staatsoper den Henry Morosus in »Die schweigsame Frau« von R. Strauss (bei einem Gastspiel des Staatstheaters Karlsruhe 1989), am Stadttheater von Bremen und an weiteren führenden Bühnen. 1993 debütierte er als Belmonte an der Wiener Staatsoper, an der er bis 2012 in insgesamt 83 Vorstellungen auch den Tamino, den Loge im »Rheingold«, den Max im »Freischütz«, den Alwa in »Lulu« von A. Berg, den Erik in »Der fliegende Holländer«, den Laca in »Jenufa« von Janácek, den Zivný in »Osud« von Janácek und den Schujski in »Boris Godunow« sang. 1994 trat er in Los Angeles als Faust von Gounod auf, an der Oper von Helsinki als Don Ottavio, am Théâtre de la Monnaie Brüssel 1995 als Idomeneo von Mozart. Bei den Festspielen von Savonlinna sang er 1995 in der Uraufführung der Oper »Der Palast« von Aulis Sallinen die Partie des Petruccio, 1996 in Helsinki den Loge. Er trat 1996 in Tel Aviv als Max, 1997 an der Deutschen Oper Berlin und an der Hamburger Staatsoper als Erik auf. Bei den Festspielen von Savonlinna gastierte er 1997 wiederum als Tamino und als Walther von der Vogelweide im »Tannhäuser«, im gleichen Jahr in der Grange sublime von Mézières als Tito in »La clemenza di Tito« von Mozart. Bei den Bayreuther Festspielen sang er 1998 den Loge (den er auch an der Deutschen Oper Berlin sang) und 1999 den Erik. 1998 sang er am Théâtre de la Monnaie Brüssel den Parsifal, an der Nationaloper Helsinki die Titelrolle in »Peter Grimes« von B. Britten, an der Covent Garden Oper London den Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«. Bei einem Gastspiel der Oper von Helsinki an der Deutschen Oper Berlin sang er 1999 den Peter Grimes. Er gastierte 1999 am Théâtre des Champs-Élysées Paris als Max. 2000 hörte man ihn an der Covent Garden Oper London als Manolios in »Griechische Passion« von B. Martinu, am Teatro Comunale Bologna als Erik. 2000 sang er bei den Festspielen von Savonlinna den Tamino, am 15.9.2000 an der Oper von Helsinki in der Uraufführung der Oper »Lear« von Aulis Sallinen den Edmund.An der Berliner Staatsoper hörte man ihn 2001 als Erik. An der Bayerischen Staatsoper München gastierte er 2004 als Loge und 2009 als Laca. Aus seinem Repertoire für die Bühne sind noch der Ferrando in »Così fan tutte«, der Fenton in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor« wie in Verdis »Falstaff«, der Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla« und der Pylades in Glucks »Iphigénie en Aulide« nachzutragen. Angesehener Konzert- und Oratoriensänger; so sang er 1993 bei den Festspielen von Savonlinna in der Kerimäki-Kirche in der Matthäuspassion von J.S. Bach.

Schallplatten: BIS (Opernszenen aus Savonlinna als Tamino, »Das Lied von der Erde« von G. Mahler), Ondine (»Kullervo« von Aulis Sallinen als Kimmo), Koch (»Der Palast« von Aulis Sallinen); Teleec-Video (Steuermann in »Der fliegende Holländer«).

 

9.3. Kalevi AHO wird 70

Er erhielt im Alter von 10 Jahren seinen ersten Violinunterricht; aus dieser Zeit stammen seine ersten Kompositionen. Aho studierte an der Sibelius-Akademie in Helsinki Violine bzw. bei Einojuhani Rautavaara Komposition. 1971 erhielt er sein Diplom. Es folgte ein Studienjahr bei Boris Blacher in Berlin. 1974 war Aho Stipendiat der Léonie-Sonning-Musikstiftung. 1974-88 war Aho Dozent für Musikwissenschaft an der Universität Helsinki, 1988-93 hatte er eine Professur an der Sibelius-Akademie inne. 1992-2001 war er Composer in Residence der Sinfonia Lahti, seit 2011 ist er „Ehrenkomponist“ des Orchesters. Aho, der in Helsinki lebt, arbeitet seit 1993 als freischaffender Komponist. 1994-2012 erhielt er eine Reihe staatlicher steuerfreier Stipendien, deren monatlich ausbezahlte Höhe so gestaltet war, dass die Lebenshaltungskosten gedeckt waren. Die Stipendien waren an keine Gegenleistungen gebunden. Mit dem Erreichen des 63. Lebensalters – für Aho im März 2012 – erlosch das Stipendium. 1990 wurde Aho mit dem Henrik-Steffens-Preis Lübeck ausgezeichnet, 2000 wurde ihm für seine Verdienste für das Musikleben Finnlands der Orden Pro Finlandia verliehen. 2016 erhielt er den Finnischen Staatspreis für Musik. Kalevi Aho war 2008/09 Juryvorsitzender des 2. Internationalen Uuno Klami Kompositionswettbewerbs. Mitglieder der Jury waren die Komponisten Anders Eliasson, Magnus Lindberg und der Dirigent Yasuo Shinozaki. 2013/14 führte der Komponist den Juryvorsitz des 3. Internationalen Uuno Klami Kompositionswettbewerbs (Mitglieder der Jury waren  Magnus Lindberg, Erkki-Sven Tüür und Yasuo Shinozaki) und war 2014 Jurymitglied der Brandeburger Biennale, einem Kompositionswettbewerb für Symphonik. Aho ist hauptsächlich als Komponist großer Orchesterwerke bekannt und schrieb bislang 17 Sinfonien (die 17. entstand 2017), ferner 31 Instrumentalkonzerte, 5 Opern, Vokalwerke und zahlreiche Kompositionen für kammermusikalische Besetzungen. Der Durchbruch als Komponist gelang ihm mit seiner 1. Sinfonie (1969) und dem 3. Streichquartett (1971). Die Werke dieser Zeit zeigen neben Einflüssen von Schostakowitsch auch neoklassizistische Züge. Später wandte er sich einer polystilistischen, postmodernen Kompositionsweise zu. Seine teils ironische Kontrastierung von Stimmungen und Stilen führte zu Vergleichen mit Gustav Mahler und Alfred Schnittke. Zahlreiche Werke Ahos liegen in CD-Aufnahmen vor, die Orchesterwerke vorwiegend unter der Leitung von Osmo Vänskä. Kalevi Ahos kompositorisches Gesamtwerk erscheint beim schwedischen Label BIS.

 

9.3. Erika SCHMIDT-VALENTIN wird 85

 Die Künstlerin verbrachte ihre Jugendzeit in Magdeburg. Die Ausbildung ihrer Stimme fand an der Berliner Musikhochschule durch Dagmar Freiwald-Lange statt. Sie begann ihre Karriere als Konzert- und Oratoriensängerin in der DDR und zeichnete sich vor allem als Bach-Interpretin aus. 1967 kam sie in die Bundesrepublik Deutschland und gab hier sehr erfolgreiche Konzerte. Auf der Bühne erschien die in Heidelberg wohnhafte Künstlerin nicht, sondern beschränkte sich auf den Lied- und vor allem den Oratoriengesang. Große Erfolge hatte sie als Solistin bei den Konzerten der Birnauer Kantorei, aber auch bei Konzertveranstaltungen in den deutschen Großstädten und in Zürich, Basel, Bern, Paris, Rom, Florenz und Luxemburg. Neben dem Werk von J.S. Bach enthielt ihr reichhaltiges Repertoire Kompositionen von Händel, Beethoven, Mozart, Heinrich Schütz, Telemann, Rossini und von vielen anderen Meistern.

Schallplatten: BASF (Mozart-Requiem, Salve Regina von Haydn aus der Barock-Kirche Birnau), Corona (Bach-Kantaten).

 

10.3. Zlatomira NIKOLOVA wird 70

 Nach ihrer Ausbildung in den Fächern Klavierspiel und Gesang an der Musikhochschule von Sofia erhielt sie ihr erstes Engagement am Slowenischen Nationaltheater in Ljublajana (Laibach). Sie sang hier wie an den Opernhäusern im ehemaligen Jugoslawien (Belgrad, Skopje, Split, Dubrovnik, vor allem aber am Opernhaus von Zagreb) Partien wie die Amneris in »Aida«, die Azucena im »Troubadour«, die Eboli in Verdis »Don Carlos«, die Adalgisa in »Norma«, die Principessa de Bouillon in »Adriana Lecouvreur« von Cilea, die Santuzza in »Cavalleria rusticana«, die Marina im »Boris Godunow«, die Marfa in »Chowanschtschina« von Mussorgsky, die Carmen, die Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, die Ortrud im »Lohengrin«, die Fricka wie die Waltraute im Nibelungenring, die Herodias in »Salome« und die Klytämnestra in »Elektra« von Richard Strauss. Sie war Preisträgerin bei Gesangwettbewerben in Ljubljana, Vercelli und im Concours Mario del Monaco in Pula. Bei der Operngesellschaft Forum Enschede in Holland gastierte sie 1989 als Azucena, 1996 als Eboli. 1991 verlegte sie ihre Tätigkeit nach Deutschland und wurde an das Staatstheater von Karlsruhe verpflichtet, dessen Mitglied sie bis 1996 blieb, um seitdem als freischaffende Künstlerin zu arbeiten. In Karlsruhe wirkte sie in den aufsehenerregenden Aufführungen des Nibelungenrings in den Jahren 1993-95 mit. Weitere Gastauftritte am Teatro San Carlo Neapel (1996 »Walpurgisnacht« von Mendelssohn), am Opernhaus von Bilbao (1998 wiederum als Eboli), an den Opernhäusern von Toulon (2000 als Ulrica in Verdis »Un ballo in maschera« und als Fricka in der »Walküre«) und Dijon (2000 als Azucena), in Verona (1997 Alt-Rhapsodie von J. Brahms), an der Palm Beach Opera (2000 als Ulrica) und an der Opéra de Wallonie Lüttich (1997 als Ulrica und als Herodias, 1998 als Venus im »Tannhäuser«, 2000 als Kabanicha in Janáceks »Katja Kabanowa«, 2001 als Mary in »Der fliegende Holländer«). 1997 trat sie an den Vereinten Theatern Mönchengladbach/Krefeld als Klytämnestra in »Elektra« auf, bei den Festspielen von Split als Amneris. Gastspiele führten sie an die Nationalopern von Sofia und Budapest, an das Bolschoi Theater Moskau und an das Opernhaus on St. Petersburg, an das Nationaltheater Mannheim, an das Staatstheater von Mainz und an das Opernhaus von Leipzig, an die Opern von Marseille und Kairo. Neben ihrem Wirken auf der Bühne hatte sie eine ebenso erfolgreiche Karriere als Konzertsängerin.

Schallplatten: Bella Musica (Fricka, 2. Norn und Waltraute in vollständigem Nibelungenring).

 

10.3. Ealynn VOSS wird 70

 Sie erhielt ihre Ausbildung als Sängerin bis 1971 größtenteils am Oberlin Conservatory of Music; sie war auch Schülerin der berühmten Wagner-Sängerin Birgit Nilsson. Sie begann dann ihre Bühnenkarriere in den USA, dann auch in den achtziger Jahren an Opernhäusern in Kanada, Australien, Spanien und Japan, in Holland und in Dänemark. Sie trat vor allem in Partien aus dem dramatischen Fach auf. Eine ihrer großen Rollen war die Turandot in der gleichnamigen Puccini-Oper, die sie 1988 an der Arizona Opera, 1990 an der Miami Opera, 1990 und 1994 an der Australian Opera Sydney, 1991-92 an der New York City Opera, 1991 in Japan, 1992 in Baltimore, 1993 in San Francisco, 1994 an der Michigan Opera und an der Oper von Houston/Texas und 1996 in Dänemark vortrug. 1988 sang sie beim Spoleto Festival in den USA und 1990 an der Oper von Seattle die fremde Fürstin in »Rusalka« von A. Dvorák, 1988 an der Victoria State Opera in Australien und 1992 in Los Angeles die Ariadne in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, in Los Angeles auch die Chrysothemis in »Elektra«, 1991 und 1994 die Amelia im »Maskenball« von Verdi, 1995 die Senta in »Der fliegende Holländer«. 1989 trat sie an der Manitoba Opera (Kanada) als Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«, 1992 als Amelia im »Maskenball« auf, beim Festival von Oviedo 1991 als Elvira in Verdis »Ernani«, beim Aspen Festival 1995 als Brünnhilde in der »Götterdämmerung«. 1996 sang sie als Antrittsrolle an der Oper von Rom einmal mehr die Turandot. 1996 sang sie in Washington die Elvira in einer konzertanten Aufführung von »Ernani«, an der Oper von Detroit die Senta. Auch im Konzertsaal hatte sie eine sehr erfolgreiche Karriere. Man hörte sie u.a. als Solistin in der 9. Sinfonie von Beethoven, im Verdi-Requiem und in den »Gurreliedern« von Schönberg (Amsterdam 1995).

Schallplatten: »Turandot« (Mitschnitt einer Aufführung aus Sydney), auch als Video.

 

10.3. Miomir NIKOLIC wird 75

 Er studierte bei den Belgrader Gesangpädagogen Branko Pivnicki und Anita Mezetova, dann bei Octav Enigarescu in Bukarest. 1973 wurde er Preisträger beim Jugoslawischen Concours für junge Musiker in Zagreb und debütierte im gleichen Jahr an der Nationaloper von Belgrad als Celio in Prokofjews »Liebe zu den drei Orangen«. Er folgte dann 1975 einem Ruf an die Deutsche Oper Berlin, an der er länger als 25 Jahre wirkte und in einer Vielzahl von Partien zu beachtlichen Erfolgen kam. 1999 sang er dort noch den Lefort in »Zar und Zimmermann« von Lortzing. Weiters sang er den Oroveso in Bellinis »Norma«, den Titelhelden im »Don Pasquale« von Donizetti, den Colline in Puccinis »La Bohème«, den Pimen in Mussorgskys »Boris Godunow«, den Conte Robinson in »Il matrimonio segreto« von Cimarosa, dazu viele andere, auch kleinere Rollen. Gastspiele, vor allem an der Oper von Belgrad und an Bühnen in Jugoslawien und Deutschland. Zugleich war er ein geschätzter Konzert- und Oratorienbassist.

Schallplatten: DGG (Hans Foltz in »Die Meistersinger von Nürnberg«).

 

11.3. Rodney GILFRY wird 60

Er studierte 1992-98 bei Martial Singher in Santa Barbara (Kalifornien). Er kam frühzeitig zu einer erfolgreichen Karriere, einerseits an der Los Angeles Opera, wo er 1986 in Verdis »Otello« debütierte und bisher 30 Partien wie den Guglielmo in »Così fan tutte«, den Figaro in »Le nozze di Figaro«, den Demetrius in Benjamin Brittens »A Midsummer Night’s Dream«, die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«, den Ford in Verdis »Falstaff«, den Papageno in der »Zauberflöte«, den Valentin im »Faust« von Gounod, den Don Giovanni, den Malatesta in Donizettis »Don Pasquale«, den Sharpless in »Madame Butterfly«, den Figaro im »Barbier von Sevilla«, den Marcello in »La Bohème«, den Belcore in »L’Elisir d’amore«, die Titelrolle von Benjamin Brittens »Billy Budd« und als Dandini in »La Cenerentola« sang, anderseits an führenden Opernhäusern in Europa. So sang er bereits 1986 an der Staatsoper von Hamburg den Figaro von Mozart, eine seiner Glanzrollen, in der auch an der Oper von Tel Aviv (1987) und am Opernhaus von Zürich (1988) zu Gast war. 1987-89 war er Mitglied des Opernhauses von Frankfurt a.M. Am Opernhaus von Zürich war er 1989-94 engagiert, wo er auch danach noch oft gastierte. Hier trat er sehr erfolgreich als Mercutio in »Roméo et Juliette« von Gounod, als Enrico in »Lucia di Lammermoor«, als Ernesto in Bellinis »Il Pirata«, als Graf in »Le nozze di Figaro«, als Hérode in Massents »Hérodiade« und als Don Giovanni auf. 1988 wirkte er bei den Festspielen von Schwetzingen in der deutschen Erstaufführung der Oper »Der Wald« (»La Forêt«) von Liebermann mit. Am Grand Théâtre Genf sang er 1989 den Lescaut in »Manon« von Massenet und den Ottone in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea« sowie 1994 den Billy Budd. 1991 gastierte er mit dem Ensemble des Frankfurter Opernhauses in Tel Aviv mit B. Brittens »A Midsummer Night’s Dream«, in Santa Fé in der amerikanischen Premiere der Oper »Oedipus« von W. Rihm. 1992 sang er an der Oper von Lyon den Don Giovanni, in Ferrara, in Barcelona und beim Holland Festival den Guglielmo, 1993 an der Oper von Dallas den Guglielmo. Er gastierte bei den Ludwigsburger Festspielen 1993 als Graf in »Le nozze di Figaro« und 1994 als Don Giovanni. An der Wiener Staatsoper gastierte er 1993 als Figaro im »Barbier von Sevilla« und 1996 als Graf in »Le nozze di Figaro«. 1993 debütierte er in einem Konzert (»Messiah« von Händel) an der Covent Garden Oper London, an der er seither auch als Billy Budd, als Nathan in der Uraufführung der Oper »Sophie’s Choice« von Nicholas Maw und als Stern in »Anna Nicole« von Mark-Anthony Turnage aufgetreten ist. 1994 sang er den Don Giovanni beim Holland Festival. An der San Francisco Opera gastierte er 1995 als Valentin, 1998 als Lescaut in »Manon« von Massenet, 2000 als Belcore, 2002 als Danilo in Lehárs »Die lustige Witwe«, 2004 in der Titelrolle von Busonis »Doktor Faust«, 2006 als Lionel in Tschaikowskys »Die Jungfrau von Orléans« und 2018 als Mr. Potter in »It’s a Wonderful Life« von Jake Heggie (die letztgenannte Partie sang er auch 2016 in der Uraufführung dieser Oper in Houston); am 19.9.1998 wirkte er hier in der Uraufführung der Oper »A Streetcar Named Desire« von André Previn in der Partie des Stanley Kowalski mit. An der Metropolitan Oper New York debütierte er 1996 als Demetrius in »A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten. Hier sang er bis 2017 auch den Marcello, den Guglielmo, den Danilo und den Alberto Roc in der amerikanischen Erstaufführung der Oper »The Exterminating Angel« von Thomas Adès. An der Opéra Bastille Paris gastierte er 1996 und 1998 als Billy Budd, der er auch 1997 an der Oper von Dallas sang. Bei den Festspielen von Glyndebourne sang er 1998 den Grafen im »Capriccio« von R. Strauss und am 11.6.2017 den Claudius in der Uraufführung der Oper »Hamlet« von Brett Dean. 1998 gastierte er am Opernhaus von Toulouse als Zurga in »Les pêcheurs de perles« von Bizet. 2000 gastierte er an der Staatsoper von München als Valentin, an der Oper von Dallas als Figaro im »Barbier von Sevilla«. An der Bayerischen Staatsoper München sang er 2003 die Titelrolle in Monteverdis »Il ritorno d’Ulisse in Patria« und 2008 den Sam in »Trouble in Tahiti« von L. Bernstein. 2012 sang er an der New York City Opera den Don Alfonso in »Così fan tutte« und in St. Louis die Titelrolle in dem Musical »Sweeney Todd« von Sondheim. Beim Festival von Aix-en-Provence gastierte er 2013 als Don Giovanni und 2016 als Don Alfonso. 2016 gastierte er an der Wiener Volksoper in konzertanten Aufführungen des Musicals »Kismet«. Auch als Konzert- und Oratoriensolist konnte er eine Karriere auf internationalem Niveau entwickeln. So sang er in Paris und 1990 auch an der Mailänder Scala in der H-Moll-Messe von J.S. Bach und wirkte zusammen mit dem Orchestre National de Lille in der Uraufführung von Pierre Ancelins »Filius hominis« in Dünkirchen und Rom mit. Im späteren Verlauf seiner Karriere trat er unter dem Namen Rod Gilfry auf.

Schallplatten: Philips (»Ein deutsches Requiem« von J. Brahms), Teldec (»Alfonso und Estrella« von Schubert), DGG (»Die Schöpfung« von J. Haydn, »A Streetcar Named Desire«, Guglielmo in »Così fan tutte«, Graf in »Le nozze di Figaro«, Titelrolle im »Don Giovanni«; auch als Video-Aufnahmen), Erato (»L‘ Inganno felice« von Rossini), Telarc (Oreste in »Iphigénie en Tauride« von Gluck).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.rodgilfry.com/

 

11.3. Josefina FLORES BOTELLO wird 65

Biographie der mexikanischen Sopranistin auf Spanisch: http://www.enciclopediagro.org/index.php/indices/indice-de-biografias/642-flores-botello-josefina-rosalinda

 

12.3. Catherine DUBOSC wird 60

 Sie studierte am Konservatorium von Straßburg Klavier und Violoncello, an der dortigen Universität Musikwissenschaft. Sie erhielt beim Abschluss ihrer Ausbildung einen Preis im Cellospiel und ihr Diplom als Musikwissenschaftlerin. Sie entschloss sie dann jedoch zum Gesangstudium, ließ ihre Stimme 1980-81 durch die Pädagogin Gerda Hartmann ausbilden und wurde 1981 in die École d’Art Lyrique der Pariser Grand Opéra aufgenommen, wo sie vor allem Schülerin von Denise Dupleix war. Sie absolvierte Meisterkurse bei Hans Hotter und beendete schließlich ihre Ausbildung im Atelier d’Interprétation der Oper von Lyon bei Eric Tappy. Bereits am 26.4.1982 wirkte sie am Théâtre des Champs-Élysées Paris in der Uraufführung der  Oper »Ondine« von Jean-Yves Daniel-Lesur mit. An der Opéra-Comique Paris trat sie 1983 als Bacchis in »La belle Hélène« von Offenbach, 1984 als Mrs. Gomfit in H.W. Henzes »Die englische Katze« und als Geist in »Dido and Aeneas« von Purcell auf. Sie begann 1984 eine Bühnenkarriere, die ihr an den Theatern von Tours und Nancy große Erfolge brachte. 1985-87 war sie Mitglied der Oper von Lyon. Als ausgezeichnete Mozart-Interpretin erwies sie sich in Partien wie der Susanna in »Le nozze di Figaro« und der Pamina in der »Zauberflöte«. Sie widmete sich gern dem Vortrag von Barock-Musik, sang u.a. 1988 in Utrecht und 1990 am Théâtre des Champs-Élysées Paris, 1989 in Innsbruck die Isifile in »Giasone« von Cavalli und übernahm auf der Bühne wie im Konzertsaal Aufgaben in Werken von Rameau, Campra und Gluck. Bei den Festspielen von Edinburgh wirkte sie 1985 als Oasis in »L’Étoile« von Chabrier im Rahmen eines Gastspiel der Opéra de Lyon mit und beim Festival von Aix-en-Provence 1989 als Ninetta in Prokofjews »L’Amour des trois oranges« in der Partie der Ninetta mit. Am Grand Théâtre Genf hörte man sie 1987 als Gretel in »Hänsel und Gretel«, in Lyon 1990 als Blanche in »Dialogues des Carmélites« von F. Poulenc, in Montpellier 1991, in Lausanne 1992 als Pamina, 1994-95 an der Oper von Frankfurt a.M., am Opernhaus von Lausanne und am Theater von St. Gallen als Mélisande in »Pelléas et Mélisande«. An der Opera Zuid Maastricht gastierte sie 1998 als Julietta in der Oper gleichen Namens von B. Martinù, an der Königlichen Oper Kopenhagen als Blanche in der dänischen Erstaufführung von Poulencs »Dialogues des Carmélites«, in Barcelona als Gabriel in »La Vierge« von Massenet.

Schallplatten: Erato (»Scylla et Glaucus« von Jean-Marie Leclair, Dunjascha in »Krieg und Frieden« von Prokofjew, »Tancrède« von Campra, »L’Enfant et les sortilèges« von Ravel, »La rencontre imprévue« von Gluck, Nicklausse in »Hoffmanns Erzählungen«), Virgin Classics (»L’Amour des trois oranges«, Blanche in »Dialogues des Carmélites«), Cascavelle (Mozart-Requiem).

 

12.3. Ana María SÁNCHEZ wird 60

 Eigentlicher Name Ana Maria Sánchez Navarro. Sie studierte Musik und Gesang am Konservatorium von Alicante, anschließend an der Musikhochschule Madrid. Sie begann zunächste ine Konzertkarriere, die ihr in Spanien, in Deutschland wie in Frankreich Erfolge eintrug. Auf der Bühne debütierte sie am Theatzer von Palma de Mallorca. 1995 hatte sie am Teatro San Carlos Lissabon einen entscheidenden Erfolg, als sie dort die Mathilde in Rossinis »Wilhelm Tell« sang. Es folgten Verpflichtungen am Opernhaus von Bilbao (Leonore im »Troubadour«, Elisabeth im »Tannhäuser«, Königin Marguerite in Meyerbeers »Hugenotten«, Titelrolle in »Lucrezia Borgia« von Donizetti), am Gran Teatre del Liceu in Barcelona (Leonora in »La forza del destino« von Verdi, Liu in »Turandot« von Puccini, Elisabetta in Verdis »Don Carlos«) und an der Staatsoper von Hamburg (Donna Anna im »Don Giovanni« und Leonora in »La forza del destino«). 1999 gastierte sie an der Deutschen Oper Berlin als Aida, als Teatro Real Madrid als Chrysothemins in »Elektra« von R. Strauss und als Leonora in »La forza del destino«, dann auch am Opernhaus von Zürich (Leonora im »Troubadour«), an der Opéra du Rhin Strasbourg, in Buenos Aires und in Salzburg (Elisabetta in »Don Carlos«). 2000 sang sie am Gran Teatre del Liceu in Barcelona die Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«, beim Maggio Musicale von Florenz die Leonora im »Troubadour«. Auch im Konzertsaal hatte sie eine bedeutende internationale Karriere; 2001 sang sie beim Granada Festival das Sopransolo im Verdi-Requiem.

Schallplatten: Auvidis (»El Pressebere« von Pablo Casals).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://anamariasanchez.es/

 

12.3. Inessa GALANTE wird 65

Sie studierte zuerst Pharmazie und arbeitete in diesem Beruf, ließ aber am Konservatorium von Riga ihre Stimme durch Frau Schulova und durch Professor Braun ausbilden. Schon in ihrem dritten Studienjahr trat sie in Riga als Traviata auf und wurde 1982 an die Lettische Nationaloper Riga engagiert. Dort trat sie bis 1991 in zahlreichen Partien aus dem lyrischen wie dem Koloratur-Repertoire auf, u.a. als Gilda im »Rigoletto«, als Adina in »L’Elisir d’amore«, als Rosina im »Barbier von Sevilla«, als Marguerite im »Faust« von Gounod, als Lucia di Lammermoor, als Magda in Puccinis »La Rondine«, in der Titelrolle der Oper »Schneeflöckchen« von Rimsky-Korssakow, als Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, als Micaela in »Carmen« und in der Titelrolle der Oper »Die Kluge« von Carl Orff. Sie gastierte am Opernhaus von Leningrad, wo man sie als Traviata, als Lucia di Lammermoor und als Marguerite im »Faust« von Gounod hörte. 1991 wurde sie an das Nationaltheater Mannheim berufen und hatte hier als Pamina in der »Zauberflöte«, als Lauretta in »Gianni Schicchi« von Puccini, als Nedda im »Bajazzo«, als Freia im »Rheingold«, als Mimi in »La Bohème«, als Zemira in »Zemira und Azor« von Grétry, als Euridice in »Orfeo ed Euridice« von Gluck, als Margherita wie als Elena in Boitos »Mefistofele« und als Najade in »Ariadne auf Naxos« von Richard Strauss ihre Erfolge. Sie gastierte an den Opernhäusern von Frankfurt a.M. (1993 als Micaela) und Köln (als Pamina) und am Staatstheater von Wiesbaden (3. Norn in der »Götterdämmerung«), 1996 am Théâtre Châtelet Paris in »Jolanthe« von Tschaikowsky, beim Festival von Montpellier 1996 als Vivetta in »L’Arlesiana« von Cilea, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg als Donna Elvira im »Don Giovanni«. 1997 sang sie in Düsseldorf, wo sie 1996-99 an der Deutschen Oper am Rhein engagiert war und auch ihren Wohnsitz hatte, die Leonore im »Troubadour« und die Butterfly. 1999 gastierte sie an der Miami Opera als Mimì. Von großer Bedeutung war ihre Konzertkarriere. Sie trat in Moskau und Leningrad, in den Baltischen Staaten und während drei Tourneen in den USA (Los Angeles, San Francisco, San Diego) und in Kanada (Toronto) auf. In ihrem Konzertrepertoire fanden sich die Requiem-Messen von Mozart und Verdi, das Deutsche Requiem von J. Brahms, das Requiem von G. Fauré, Werke von J.S. Bach, Schubert und das Sopransolo in der 9. Sinfonie von Beethoven.

Schallplatten: Conifer (Szenen aus Opern von Tschaikowsky), BMG (Arien und Duette aus Tschaikowsky-Opern), Campion (Titelrolle in »La Traviata«, vier Alben mit Opern-Arien, Liedern von Rachmaninow und jüdischen Liedern, zum Teil in jiddischer Sprache).

 

13.3. Elizabeth WOOLLETT wird 60

 Sie studierte seit 1977 an der Royal Academy of Music London. Hier trat sie bereits in Schüleraufführungen von Puccinis »La Rondine« (als Magda) und von Donizettis »Belisario« (als Irene) auf. Seit 1984 hörte man sie bei der Opera North Leeds als Eule in Janáceks »Das schlaue Füchslein«, als Papagena in der »Zauberflöte« und als Kate Pinkerton in »Madame Butterfly«. An der Opera North sang sie auch die Christine in der autobiographischen Oper »Intermezzo« von Richard Strauss und wirkte dort 1987 in der englischen Erstaufführung einer weiteren Oper dieses Meisters, »Daphne«, mit. Am Teatro Fenice Venedig gastierte sie als Meermädchen im »Oberon« von Weber. Viele Jahre war sie der English National Opera London verbunden, an der sie die Musica in Monteverdis »L‘Orfeo«, die Fiordiligi in »Così fan tutte«, die Leila in »Les pêcheurs de perles«, die Micaela in »Carmen«, die Musetta in »La Bohème« und die Helena in B. Brittens »A Midsummer Night’s Dream« sang. An der Welsh National Opera gastierte sie in der Titelpartie von Janáceks »Jenufa«.  1990 sang sie beim Buxton Festival die Amenaide in »Tancredi« von Rossini, 1991 beim Wexford Festival die Isabella in Donizettis »L‘Assedio di Calais«. 1998 sang sie an der English National Opera London in Puccinis »Suor Angelica«. 2002 debütierte sie als Kammerfrau in Verdis »Macbeth« an der Covent Garden Oper London, an der sie danach auch als Ines im »Troubadour«, als Clorinda in Rossinis »La Cenerentola«, als Mrs. Coyle in »Owen Wingrave« von B. Britten, als 4. Magd in »Elektra« von R. Strauss, als Saburowa in Rimsky-Korssakows »Zarenbraut« und als Schwester Pflegerin in »Suor Angelica« von Puccini aufgetreten ist. Aus ihrem Bühnenrepertoire sind noch der Cherubino in »Le nozze di Figaro«, die Adina in »L‘Elisir d’amore«, die Despina in »Così fan tutte« und die Bella in »The Midsummer Marriage« von M. Tippett nachzutragen. Erfolgreiche Konzert- und Rundfunkauftritte.

Schallplatten: TER Records (Operetten von Gilbert & Sullivan).

 

13.3. Hélène GARETTI wird 80

 Gesangstudium am Conservatoire National Paris. Sie war Schülerin der großen französischen Sopranistin Régine Crespin. Sie gewann mehrere Gesangwettbewerbe in Frankreich und den Prix Butterfly in Tokio. Sie debütierte am Opernhaus von Nizza und kam 1968 an die Grand Opéra Paris. Sie debütierte dort in einer kleinen Rolle in Puccinis »Turandot« und sang dort als erste große Partie die Marguerite in Gounods »Faust«. Bis 1987 hörte man sie dort u.a. als Gerhilde in der »Walküre«, als Kartenaufschlägerin in »Arabella« von R. Strauss, in der Titelpartie von Janáceks »Jenufa«, als Liu in Puccinis »Turandot«, als Leitmetzerin im »Rosenkavalier«, als Marguerite in »La Damnation de Faust« von Berlioz, als Musica in Monteverdis »L‘Orfeo«, als Mimi in »La Bohème«, als Cordelia in A. Reimanns »Lear«, als Freia im »Rheingold«, als Butterfly, als Iphigénie in »Iphigénie en Tauride« von Gluck und als Chrysothemis in »Elektra« von R. Strauss. 1969 trat sie dann erstmalig an der zweiten großen Opernbühne der französischen Metropole, der Opéra-Comique, auf. Dort hörte man sie bis 1987 u.a. als Titelheldin in »Katja Kabanowa« von L. Janácek in der französischen Erstaufführung dieser Oper (1969), als Mrs. Almond in »L’Héritière« von Jean-Michel Damase, in der Titelrolle in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als Donna Anna in Dargomyschskis »Der steinere Gast«, als Nella als »Gianni Schicchi« und als Donna Elvira im »Don Giovanni«. Sie nahm dann auch Partien aus dem deutschen und dem Wagner-Stimmfach in ihr Repertoire auf. So sang sie 1985 an der Oper von Rouen die Sieglinde in der »Walküre«, die sie in Marseille und an weiteren französischen Bühnen wiederholte. 1986 hatte sie einen ihrer größten Erfolge an der Opéra du Rhin Straßburg in der Titelpartie der Oper »Grisélidis« von Massenet. Zu ihren großen Bühnenpartien gehörte auch die Leonore im »Fidelio«.

Schallplatten: RCA (»Chérubin« von Massenet).

 

13.3. Antonio BLANCAS LAPLAZA wird 80

 Er wanderte mit seinen Eltern im Kindesalter nach Uruguay aus und lebte in Montevideo, wo er den Beruf eines Fotografen und Malers ausübte. Nach einem fünfjährigen Gesangstudium bei Raquel Adonailo in Montevideo gab er seine ersten Liederabende und trat in Konzerten auf. Er debütierte in Montevideo bereits 1959 als Don Giovanni. 1963 wurde er in Rio de Janeiro als bester Interpret spanischer Musikwerke ausgezeichnet, 1964 Preisträger beim Concours von Barcelona, 1965 Gewinner des Rundfunkwettbewerbs in München. 1966 trat er in Madrid in Konzerten, u.a. als Solist in der Krönungsmesse von Mozart, auf. Es folgten Auftritte an der Grand Opéra Paris, an den Staatsopern von München und Stuttgart und am Opernhaus von Köln. 1966-69 war er Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. Weltweite Gastspiel- und Konzerttätigkeit, vor allem in Italien, Spanien, Südamerika und Deutschland. Am Teatro de la Zarzuela Madrid hörte man ihn 1971 in »Maruxa« von Amadeo Vives, 1974 in der Uraufführung der Oper »O Mendi-Mendiyan« von José Maria Usandizaga, 1980 in der von Federico Moreno Torrobas »El Poeta« (mit Angeles Gulin und Placido Domingo als Partnern), auch als Paolo in Verdis »Simon Boccanegra«, in »L‘Elisir d’amore« (1983), als Alfio in »Cavalleria rusticana« und als Dulcamara in »L‘Elisir d’amore« (1993). Am Teatro Real Madrid gastierte er (mit Edith Mathis) in »Genoveva« von Robert Schumann. 1974 sang er am Teatro Fenice Venedig, zusammen mit Angeles Gulín, in der Oper »Fernando Cortez« von Spontini, 1979 am Opernhaus von Valencia den Malatesta im »Don Pasquale«, 1980 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona als Partner von Mariana Nicolesco in »La Traviata«. Seine bedeutendsten Leistungen erreichte der Künstler in Opern von Verdi (Titelheld in »Macbeth«), Puccini (Scarpia in »Tosca«) und R. Wagner. Auch als Zarzuela-Sänger hatte er in Spanien in einem umfassenden Repertoire eine sehr erfolgreiche Karriere. – Er war verheiratet mit der bekannten spanischen Sopranistin Angeles Gulin (1939-2002). Aus dieser Ehe stammte eine Tochter, die unter dem Namen Angeles Blancas Gulin zu einer erfolgreichen Karriere als Sopranistin kam. Sie sang u.a. 1995 am Teatro Fenice Venedig die Mélisande in »Pelléas et Mélisande«, 1996 in Rom die Musetta in »La Bohème«, 2000 am Teatro Real Madrid die Procris in der ältesten spanischen Oper »Celos aun del aire matan« von Juan Hidalgo sowie am gleichen Haus in einer weiteren spanischen Oper, »Margarita la Tornera«, von Ruperto Chapì (als Partnerin von Placido Domingo) und 2009 in Marseille die Imogene in Bellinis »Il pirata«.

Schallplatten: MRF (De Guiche in »Cyrano de Begerac« von Alfano, »Fernando Cortez« von Spontini, Aufnahmen des italienischen Rundfunks RAI von 1974-75).

 

13.3. Rosalind ELIAS wird 90

 Ihre Familie war libanesischer Abkunft. Sie studierte zuerst vier Jahre lang am New England Conservatory in Boston und trat schon während dieser Zeit in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea« auf. Sie setzte ihr Studium im Berkshire Music Center Tanglewood fort und sang dann 1948-52 bei der New England Opera Company. Sie ging 1952 zur weiteren Ausbildung nach Italien, wo sie Schülerin von Luigi Ricci und Nazzareno de Angelis in Rom wurde. Zuletzt studierte sie bei Daniel Ferro in New York. Sie debütierte 1954 an der Metropolitan Oper New York als Grimgerde in der »Walküre« und blieb für mehr als vierzig Jahre an diesem Opernhaus tätig. Nachdem sie zuerst kleinere Partien (u.a. Bersi in »Andrea Chénier« von Giordano, Priesterin in »Aida«, Rosette in »Manon« von Massenet, Hirte in »Tosca«, Annina in »La Traviata«, Madrigalist in »Manon Lescaut« von Puccini, Virginella in »La Périchole« von Offenbach, Wellgunde im Ring-Zyklus und Mercédes in »Carmen«) gesungen hatte, war sie an der Metropolitan Oper dann als Siebel im »Faust« von Gounod, als Maddalena im »Rigoletto«, als Preziosilla in »La forza del destino«, als Suzuki in »Madame Butterfly«, als Giulietta (später als Stimme der Mutter) in »Hoffmanns Erzählungen«, als Cherubino wie als Marcellina in »Le nozze di Figaro«, als Lola in »Cavalleria rusticana«, als Olga wie als Larina im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, als Emilia in Verdis »Otello«, als Carmen und als Marina im »Boris Godunow« erfolgreich. Ihre Karriere gehört zu den längsten, die ein Sänger an der Metropolitan Oper New York gehabt hat. Sie ist dort bis 1996 in insgesamt 687 Vorstellungen in mehr als 50 verschiedenen Partien aufgetreten, u.a. als Laura in »La Gioconda« von Ponchielli, als Fenena im »Nabucco«, als Nancy in »Martha« von Flotow, als Azucena im »Troubadour«, als Amneris in »Aida«, als Dorabella in »Così fan tutte«, als Annina wie als Octavian im »Rosenkavalier«, als Meg Page im »Falstaff« von Verdi, als Polina in »Pique Dame« von Tschaikowsky, als Zerlina im »Don Giovanni«, als 2. Dame in der »Zauberflöte«, als Hänsel wie als Hexe in »Hänsel und Gretel«, als Charlotte im »Werther« von Massenet, als Rosina im »Barbier von Sevilla«, als Marquise in »La Fille du Régiment« von Donizetti, als Madame de Croissy in »Dialogues des Carmélites« von Fr. Poulenc, als Contessa di Coigny in »Andrea Chénier« und als Hata in Smetanas »Die verkaufte Braut«. Am 16.9.1966 sang sie an der Metropolitan Oper in der Uraufführung von Barbers »Antony and Cleopatra« bei der Eröffnung des neuen Hauses im New Yorker Lincoln Centre die Partie der Charmian. Bereits am 15.1.1958 kreierte sie an der Metropolitan Oper in der Uraufführung von Samuel Barbers Oper »Vanessa« die Partie der Erika; die gleiche Rolle sang sie bei den Salzburger Festspielen 1958. Dort sang sie auch 1969-70 die Dorabella in »Così fan tutte« und 1970 das Alt-Solo in der 9. Sinfonie von Beethoven. Sie gastierte an den Opern von Chicago und San Francisco (1970 als Dorabella) und absolvierte Konzert-Tourneen in Europa und in Nordamerika. 1970 sang sie bei der Scottish Opera Glasgow die Angelina in Rossinis Märchenoper »La Cenerentola«, 1972 an der Wiener Staatsoper die Carmen. 1987 hörte man sie in Houston/Texas als Herodias in »Salome« von R. Strauss. Im Einzelnen zu Gast am Teatro Colón Buenos Aires, an der Staatsoper von Hamburg, in Marseille, Lissabon, Genf (1964 als Carmen), Monte Carlo, Barcelona, in Ottawa und Tel Aviv, bei den Festspielen von Glyndebourne (1975 und 1977 als Türkenbaba in Strawinskys »The Rake’s Progress«, die sie auch 1980 bei einem Gastspiel mit dem Ensemble des Glyndebourne Festival am Théâtre des Champs-Élysées in Paris sang) und Aix-en-Provence. 1997 hörte man sie beim New Jersey Festival als alte Baronin in »Vanessa« von Samuel Barber (nachdem sie in der Uraufführung der Oper 1958 die Partie der Erika kreiert hatte!), am Opernhaus von Baltimore als Mrs. Quickly im »Falstaff« von Verdi, 1997 am Teatro Regio Turin (ihr italienisches Debüt!) in »Candide« von L. Bernstein. 2001 gastierte sie an der Oper von Monte-Carlo als alte Baronin in »Vanessa«; im gleichen Jahr sang sie an der Portland Opera die Madame de Croissy. Dazu erlangte sie als Konzert- und Oratoriensängerin Weltruf. Sie befasste sich dann auch mit Aufgaben aus dem Bereich der Opernregie und inszenierte 1988 in Cincinnati »Carmen«, 1989 bei der Pacific Opera Rossinis »Barbier von Sevilla«.

Schallplatten der Marken RCA (»La Gioconda«, »La forza del destino«, »Der fliegende Holländer«, »Il Trovatore«, »Falstaff«, »Madame Butterfly«, »Rigoletto«), Decca (Mary in »Der fliegende Holländer«, Preziosilla in »La forza del destino«), BMG (»Roméo et Juliette« von H. Berlioz). Eine ganz frühe Aufnahme der Künstlerin kam 1982 heraus (eine Walküre in einer Aufnahme der »Walküre« aus der Metropolitan Oper von 1957). Weitere Aufnahmen aus der Metropolitan Oper auf Replica (»Otello«, »Rigoletto«) und Melodram (»Nabucco«). Auf Sony in dem Musical »Man of La Mancha« zu hören; Pioneer-Video (»Hänsel und Gretel«, Metropolitan Oper 1982), Pickwick-Video (»The Rake’s Progress« von Strawinsky, Glyndebourne 1977).

 

14.3. Phillip JOLL wird 65

Bildergebnis für phillip joll

Er war 1975-78 am Royal Northern College of Music Schüler von Nicholas Powell und Frederick Cox. 1978-79 ergänzte er seine Ausbildung im National Opera Studio London und debütierte 1979 bei der English National Opera London als Onkel Bonze in »Madame Butterfly«. Hier sang er Partien wie den Donner im »Rheingold«, den Titelhelden in »Der fliegende Holländer« und noch 1996 den Scarpia in »Tosca«. Er war seit 1979 vor allem bei der Welsh Opera Cardiff tätig. Bei dieser Gesellschaft sang er den Titelhelden in »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, den Amfortas im »Parsifal«, den Orest in »Elektra« von R. Strauss, den Förster in »Das schlaue Füchslein« von Janácek, den Minister im »Fidelio« und war sehr erfolgreich als Wotan in einer Gesamtaufführung des Nibelungenrings. 1982 gastierte er an der Covent Garden Oper London; Gastspiele bei der Scottish Opera Glasgow (1980 und 1982 als Förster in »Das schlaue Füchslein«, 1993 als Francesco Foscari in Verdis »I due Foscari«, 1993 als Mesner in »Tosca« und 2012 als Kurwenal in »Tristan und Isolde«) und bei den Festspielen von Edinburgh (2006 Hermann Ortel in »Die Meistersinger von Nürnberg«). 1985 sang er an der Opera North Leeds in »The Midsummer Marriage« von M. Tippett, beim Buxton Festival 1985 den Don Troitemio in »Il Filosofo di campagna« von Galuppi, an der Welsh Opera Cardiff 1988 den Jochanaan in »Salome« von R. Strauss, den er dann auch an der Covent Garden Oper London, 1989 an der Australian Opera Sydney und 1990 (anlässlich der Krönungsfeierlichkeiten für Kaiser Akihito) in Tokio vortrug. 1983-86 erfolgreiche Auftritte am Opernhaus von Frankfurt a.M. (Amfortas, Fliegender Holländer), 1985-86 auch an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg und an der Deutschen Oper Berlin zu Gast. 1986 sang er bei den Festspielen von Wiesbaden zusammen mit dem Ensemble der Opera North in »The Midsummer Marriage« von M. Tippett, an der Welsh Opera den Riccardo in »I Puritani« von Bellini. In der Saison 1987-88 hörte man ihn an der Metropolitan Oper New York als Donner im »Rheingold«, 1989 bei den Festspielen von Bregenz als Fliegenden Holländer, 1989-90 in Brisbane als Marcello in »La Bohème«, 1991 in Belfast als Kezal in Smetanas »Die verkaufte Braut«. Am Staatstheater Saarbrücken als Wotan im »Rheingold« und als Gunther in der »Götterdämmerung« zu Gast, 1991 in Klagenfurt als Jonny in »Jonny spielt auf« von Krenek. An der Staatsoper Stuttgart 1995 als Simon Boccanegra von Verdi zu Gast. 1996 sang er an der Staatsoper von Stuttgart den Falstaff in der gleichnamigen Verdi-Oper, 1997 an der Welsh Opera Cardiff den Rigoletto und den Simon Boccanegra, 1998 an der English National Opera London den Michele in Puccinis »Il Tabarro«, 1999 an der Welsh Opera den Alfio in »Cavalleria rusticana« und den Tonio im »Bajazzo«. 1999 sang er bei der Welsh Opera Cardiff den Rigoletto, 2000 am Teatro Regio Turin die Titelrolle im »Wozzeck« von Manfred Gurlitt, an der Oper von Seattle den Wotan im »Rheingold« wie in der »Walküre«. Ebenfalls 2000 gastierte er am Muziektheater Amsterdam als Balstrode in »Peter Grimes« von B. Britten. Verheiratet mit der Mezzosopranistin Penelope Walker (* 1956).

Schallplatten: Supraphon (»Griechische Passion« von B. Martinù), HMV (Amfortas im »Parsifal«), Decca (Kurwenal in »Tristan und Isolde«), Chandos (Alfio in »Cavalleria rusticana«).

 

14.3. Boris BROTT wird 75

Informationen über den kanadischen Dirigenten auf seiner Homepage: https://borisbrott.com/conductor/  

 

15.3. Isobel BUCHANAN wird 65

Sie erhielt ihre Ausbildung an der Royal Scottish Academy of Music und brachte sie 1974 zum Abschluss. 1975-78 war sie an der Australian Oper Sydney engagiert, an der sie 1975 als Pamina in der »Zauberflöte« debütierte und an der sie die Gräfin in »Le nozze di Figaro«, die Micaela in »Carmen« und die Gilda im »Rigoletto« sang. Sie kam dann jedoch wieder nach England zurück und wurde durch Gastspiele an den führenden englischen Bühnen schnell bekannt. Bei den Festspielen von Glyndebourne sang sie 1978 und 1980 die Pamina, 1981 und 1984 die Gräfin in »Le nozze di Figaro« sowie 1987 die Dorabella in »Così fan tutte«. 1978 zu Gast an der Wiener Staatsoper (als Micaela), 1979 auch am Opernhaus von Köln erfolgreich aufgetreten. Seit 1979 kam es zu Auftritten der Sängerin an der Covent Garden Oper London (Debüt als Sophie im »Werther« von Massenet). 1979 sang sie erstmals in den USA, und zwar an der Oper von Santa Fé (die Pamina und die Mimì in »La Bohème«). Es kam in der Folgezeit zu einer großen internationalen Karriere mit Auftritten bei der Scottish Opera Glasgow (1979 als Mimì, 1983 als Ilia im »Idomeneo« von Mozart und 1986 als Susanna in »Le nozze di Figaro«), an der Oper von Chicago, bei den Festspielen von Aix-en-Provence (1981), bei der English National Opera London (1985 als Adèle in »Le Comte Ory« von Rossini), an der Opéra-Comique Paris (1986 als Gouvernante in »The Turn of the Screw« von B. Britten), in Norwegen, Belgien und Holland. Nicht nur auf der Opernbühne sondern auch im Konzertsaal erwarb die Künstlerin auf internationaler Ebene Anerkennung, zumal durch ihre Gestaltung von Solopartien in oratorischen Werken.

Schallplatten: Decca (Lisa in »La Sonnambula« von Bellini, »Rodelinda« von Händel, 2. Sinfonie von G. Mahler), Philips (Sophie in »Werther« von Massenet); Castle-Video (»Lakmé« von Delibes).

 

15.3. Víktor PABLO PÉREZ wird 65

 Informationen über den spanischen Dirigenten auf seiner Homepage: http://www.victorpabloperez.net/

 

15.3. Irja AUROORA wird 70


Als Gutrune in Bayreuth (mit Karl Ridderbusch)

 Die Sängerin studierte seit 1965 zuerst am Konservatorium von Turku, dann an der Musikakademie in Wien; in Wien wurde sie durch Anton Dermota in den Liedgesang eingeführt, weitere Ausbildung durch Luigi Ricci in Rom. 1966 gewann sie den Skandinavischen Gesangwettbewerb in Bergen. 1969 begann sie ihre Karriere als Konzertsopranistin in ihrer finnischen Heimat. Sie gab dann auch viel beachtete Konzerte und Liederabende in Deutschland und Frankreich. Ihre Bühnenlaufbahn begann sie 1971 am Staatstheater von Darmstadt und war dann 1973-78 am Stadttheater von Bremen engagiert. Auch Gastspiele an der Nationaloper Helsinki. Bei den Bayreuther Festspielen sang sie 1975-76 die Ortlinde in der »Walküre« und ein Blumenmädchen im »Parsifal«, 1976 auch die Gutrune in der »Götterdämmerung«. Bei den Salzburger Festspielen trat sie 1977 in A. Honeggers »Johanna auf dem Scheiterhaufen« auf. Ihre weitere Karriere brachte ihr vor allem als Konzertsängerin beachtliche Erfolge.

Schallplatten auf finnischen Marken.

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.irjaauroora.com/

 

15.3. Hanna SCHAER wird 75

Sie wurde an der Musikakademie von Basel durch Joseph Cron und in Genf durch Heidi Raymond ausgebildet. 1969-73 sang sie im Chor des Grand Théâtre Genf. Sie lebte später in Paris und ging von dort aus ihrer Bühnen- und Konzerttätigkeit nach. Sie sang an der Grand Opéra Paris (1984 die Annina im »Rosenkavalier« und 1986 die 2. Dame in der »Zauberflöte«), an der Opéra Bastille Paris (1991-95 die 2. Dame in der »Zauberflöte«, 1993 den Nicklausse und die Muse in »Hoffmanns Erzählungen« sowie die  Suzuki in »Madame Butterfly«), an der Opéra-Comique (die Frau Reich in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«) und am Théâtre des Champs Élysées Paris, an den Opernhäusern von Bordeaux (1993 die Marcellina in »Le nozze di Figaro«), Rouen, Metz, Tours und Straßburg, am Teatro San Carlos Lissabon, am Stadttheater von Basel und beim Festival von Orange. 1990 Gastspiel am Théâtre Châtelet Paris als Magdalene in »Die Meistersinger von Nürnberg« und 1991 als Nicklausse, 1992 an der Oper von Nizza wieder als Magdalene. 1993 hörte man sie beim Festival von Aix-en-Provence als Bertha in Webers »Euryanthe«, 1994 am Théâtre Châtelet als eine der Rheintöchter, 1995 in der Grange sublime von Mézières als Marcellina in »Le nozze di Figaro«. Am Grand Théâtre Genf gastierte sie 1997 als Mme. de Lauriens in der Oper »Venus« von O. Schoeck, 1998 als Mme. de Haltière in »Cendrillon« von Massenet, 2000 als Waltraute in der »Walküre«, 2001 als Sonjetka in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch, 2002 als Wellgunde in der »Götterdämmerung« und als Marcellina in »Le nozze di Figaro«, 2006 als Madame Sartì in der Uraufführung der Oper »Galilée« von Michael Jarrell, 2006 als Brigitta in Korngolds »Die tote Stadt« und 2006 als Euriclea in Monteverdis »Il ritorno d’Ulisse in patria«.  Sie gastierte in Montpellier als eine der Hexen in »Macbeth« von Ernest Bloch, in Amsterdam 1997 als Wellgunde im »Rheingold«, 1998 als Waltraute in der »Walküre« und als Wellgunde in der »Götterdämmerung«, 1998 in Dublin als Meg Page im »Falstaff« von Verdi, in Montpellier in einer konzertanten Aufführung von Othmar Schoecks »Penthesilea« als Oberpriesterin. 1999 sang sie am Théâtre de la Monnaie Brüssel die Sonjetka. Aus ihrem Repertoire für die Bühne sind noch die Dorabella in »Così fan tutte«, die Zulma in Rossinis »L’Italiana in Algeri« und die Pauline in Tschaikowskys »Pique Dame« zu erwähnen. In der Hauptsache durchlief sie jedoch eine Karriere als Konzert-, Oratorien- und Liedersängerin; auf diesen Gebieten brachte sie ein umfangreiches Repertoire zum Vortrag. Sie trat als Konzertsolistin in Frankreich, in ihrer Schweizer Heimat, in Barcelona und Lissabon, in Turin und beim Festival von Aix-en-Provence auf. Sie wurde auch durch Rundfunkaufnahmen bei den Schweizer Sendern Genf und Lausanne sowie bei Radio France Paris bekannt.

Schallplatten: Erato (»Ariane et Barbe-Bleue« von Dukas, Blumenmädchen und 2. Knappe im »Parsifal«, Werke von J.S. Bach, M.A. Charpentier, Vivaldi und Monteverdi), Arion (»Lieder aus der Jugendzeit« von G. Mahler), Auvidis Tempo (9. Sinfonie von Beethoven), FSM (Requiem von Bruckner), VDE-Gallo (Messen von Mozart), Accord (»Le Miroir de Jésus« von André Caplet), Actes Sud (Hexe in »Macbeth« von Ernest Bloch).

 

15.3. Hans DORNBUSCH wird 75

 Eigentlicher Name Hans Johansson. Er erhielt seine Ausbildung in seiner Heimatstadt Göteborg und studierte auch an der Musikakademie Stockholm und in der Opernschule der Stockholmer Oper. 1969 debütierte er an der Königlichen Oper Stockholm als Kalaf in Puccinis »Turandot« und wurde darauf 1970 als Mitglied in das Ensemble dieses Hauses aufgenommen, an dem er seither eine große Karriere hatte. Er sang dort u.a. am 18.10.1986 in der Uraufführung der Oper »Christina« von Hans Gefors die Partie des Papstes Alexander VII. Aus seinem umfassenden Bühnenrepertoire sind Partien wie der Titelheld in Verdis »Otello«, der Manrico im »Troubadour«, der Pinkerton in »Madame Butterfly«, der Turiddu in »Cavalleria rusticana«, der Jack O’Brien in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von Weill, der Andres in »Wozzeck« von A. Berg, der Steuermann wie der Erik in »Der fliegende Holländer« zu nennen. Auch Charakterpartien wie der Bürgermeister in »Albert Herring« von Benjamin Britten und die Knusperhexe in »Hänsel und Gretel« waren in seinem Repertoire zu finden. Er trat gastweise in Westdeutschland wie in England auf und sang als Solist im Konzertsaal mit führenden Orchestern in seiner schwedischen Heimat wie im Ausland.

Schallplatten: Caprice (Szenen aus schwedischen Opern), BIS (Carmina Burana von Carl Orff).

 

15.3. Jost MEIER wird 80

Aufgewachsen in Solothurn, studierte er am Konservatorium in Biel Violoncello bei Rolf Looser und schloss mit dem Lehr- und Solistendiplom ab. Er musizierte in verschiedenen kammermusikalischen Ensembles, ab 1964 war er Cellist im Tonhalle-Orchester Zürich und der Camerata Bern. Als Dirigent war Meier 1969-79, gemäß anderen Quellen 1968-80, an der Orchestergesellschaft Biel und dem dortigen Musiktheater tätig, bevor er 1980 als Kapellmeister ans Theater Basel wechselte. Seit 1983 ist er freischaffender Komponist und Dirigent. Er lebt in Basel und Arcegno im Tessin.

 

15.3. Antonietta STELLA wird 90

 Sie wurde an der Accademia di Santa Cecilia in Rom ausgebildet und debütierte 1950 in Spoleto als Leonore im »Troubadour«. 1951 hatte sie an der Oper von Rom ihren ersten großen Erfolg als Leonore in »La forza del destino«. 1951 sang sie in Deutschland an den Opernhäusern von Stuttgart, München und Wiesbaden. Es folgten Gastspiele in Florenz, Neapel, Rom, Catania, Parma, Turin, Lissabon und Perugia. 1954 debütierte sie an der Mailänder Scala als Desdemona in Verdis »Otello« und hatte dort 1956 als Donna Anna im »Don Giovanni« und als Aida, 1956 und 1960 als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«, 1957 und 1961 als Leonore in »La forza del destino«, 1960 als Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, 1961 als Butterfly und als Lida in Verdis »La battaglia di Legnano«, 1962 als Suor Angelica von Puccini und als Leonore im »Troubadour« ihre Erfolge. Besonders beliebt war die Künstlerin an der Wiener Staatsoper, an der sie 1957-68 in insgesamt 124 Vorstellungen die Aida, die Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«, die Manon Lescaut von Puccini, die Maddalena in »Andrea Chénier« von Giordano, die Leonore sowohl in »La forza del destino« als auch im »Troubadour«, die Mimì in »La Bohème«, die Butterfly, die Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, die Santuzza in »Cavalleria rusticana« und die Tosca gesungen hat. Die Künstlerin gastierte auch an der Covent Garden Oper London (1955 Debüt al Aida), in Paris, Brüssel und Chicago. 1955 sang sie in der Arena von Verona (wo sie 1953 erstmals aufgetreten war) die Aida und die Leonore in »La forza del destino« auch in den Jahren 1957-58, 1960 und 1964 war sie in Verona in großen Partien anzutreffen. 1956 folgte sie einem Ruf an die Metropolitan Oper von New York (Antrittsrolle: Aida). Bis 1960 hatte sie an diesem Opernhaus große Erfolge; sie sang hier in vier Spielzeiten in insgesamt 72 Vorstellungen auch die Leonore im »Troubadour«, die Tosca, die Elisabetta im »Don Carlos«, die Traviata, die Butterfly, die Amelia in Verdis »Un ballo in maschera« und die Maddalena im »Andrea Chénier«. 1974 hörte man sie am Teatro San Carlo Neapel in der Uraufführung der Oper »Maria Stuarda« von de Bellis. – In ihrer Sopranstimme verbanden sich dramatische Aussagekraft, musikalische Schönheit und souveräne Beherrschung der Gesangstechnik. Große Verdi- und Puccini-Interpretin. Sie übernahm auch Partien aus dem Wagner-Repertoire wie die Elisabeth im »Tannhäuser«, die Elsa im »Lohengrin« und die Sieglinde in der »Walküre«.

Aufnahmen auf Cetra (»Simon Boccanegra«), Philips (»Linda di Chamounix« von Donizetti, »La Bohème«, »Tosca«), DGG (»Un ballo in maschera« von Verdi, »Don Carlos«, »Il Trovatore«), HMV (»Don Carlos«), Columbia (»La Traviata«, »Andrea Chénier« von Giordano), UORC (»Aida«), Foyer (»La battaglia di Legnano« von Verdi), HRE (»Luisa Miller« von Verdi), Melodram (»La forza del destino«, »Die Afrikanerin« von Meyerbeer), Memories (»Agnese di Hohenstaufen« von Spontini).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.marjaleenapelho.com/stella.html

 

16.3. Osvaldo di PIANDUNI wird 80

 Sein Vater war ein italienischer Maler und Bildhauer, der aus Genua stammte, seine Mutter war aus Montevideo gebürtig. Seine Stimme wurde früh entdeckt und in Montevideo durch Ernesto Amato (einen jüngeren Bruder des berühmten Pasquale Amato) und durch Charlotte Bernhardt ausgebildet. In den Jahren 1961-65 sang er bereits an der Oper von Montevideo kleinere Rollen, dann aber auch den Rinuccio in »Gianni Schicchi« von Puccini und den Lyonel in Flotows »Martha«. 1965-67 setzte er seine Ausbildung an der Musikhochschule Köln fort und war 1967-68 im Opernstudio des Kölner Opernhauses. 1968-70 gehörte er dem Theater von Klagenfurt an und nahm 1970 an einer Tournee der Salzburger Mozart-Oper teil, bei der er vor allem den Belmonte in der »Entführung aus dem Serail« sang. 1970-75 war er am Stadttheater von Bielefeld engagiert und übernahm hier eine Vielzahl von Partien: den Tamino in der »Zauberflöte«, den Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«, den Alfredo in »La Traviata«, den Riccardo in Verdis »Maskenball«, den Manrico im »Troubadour«, den Titelhelden in »Hoffmanns Erzählungen«, den Don José in »Carmen«, den Pinkerton in »Madame Butterfly«, den Kalaf in Puccinis »Turandot«, den Barinkay im »Zigeunerbaron« von J. Strauß und den Paganini in Lehárs bekannter gleichnamiger Operette. Es schlossen sich Verpflichtungen am Theater am Gärtnerplatz München (1975-76), an der Wiener Volksoper (1976-78 u.a. als Barinkay) und am Theater von Kiel (1979-82) an. 1982-84 war er am Stadttheater von Bremen tätig und ging dann einer ausgedehnten Gastspielkarriere nach. So gastierte er am Opernhaus von Zürich als Emilio Memmi in »Massimilla Doni« von O. Schoeck und als Edmund in der zeitgenössischen Oper »Lear« von A. Reimann (1988). Weitere Gastspiele an den Staatstheatern von Hannover (1989 als Andrea Chénier von Giordano), Wiesbaden und Kassel, in Bonn und Wuppertal und namentlich am Tiroler Landestheater Innsbruck (u.a. als Luigi in Puccinis »Il Tabarro« und als Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky) kennzeichnen die Karriere des Künstlers, der auch während seiner gesamten Karriere als Lieder- und Konzertsänger auftrat (erster Liederabend 1962 in Montevideo). 1989 sang er an der Oper von Oslo erstmals den Titelhelden in Verdis »Otello«.

 

16.3. Roger NORRINGTON wird 85

Seit 50 Jahren befindet er sich an der Spitze der Originalklangbewegung. Sein Bestreben ist es, Musiker mit dem Stil jener Musik, die sie spielen, intensiv vertraut zu machen. Roger Norrington begann bereits in früher Jugend zu singen und Geige zu spielen; seine ersten Erfahrungen als Dirigent machte er an der Universität in Cambridge. Er studierte Geschichte an der Westminster School, Englische Literatur und Chorgesang an der University of Cambridge und schließlich bei Adrian Boult am Royal College of Music. Mit dem Heinrich Schütz Choir, den er 1962 gründete, hat er zahlreiche Tonträger eingespielt; und seine London Classical Players – 1978 ins Leben gerufen – errangen Weltruhm mit ihren dramatischen CD-Aufnahmen der neun Beethoven-Symphonien und vielen weiteren Einspielungen. Schon 1969 wurde Roger Norrington zum Musikdirektor der Kent Opera ernannt. Hier dirigierte er viele hundert Opernaufführungen, worauf Engagements am Royal Opera House, Covent Garden, und an der English National Opera folgten, weitere an der Mailänder Scala und am Teatro La Fenice sowie an der Wiener Staatsoper. Roger Norrington gastiert bei den führenden Orchestern der Welt, darunter die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, das Gewandhausorchester Leipzig, das Philadelphia Orchestra und das London Philharmonic Orchestra. Er war 13 Jahre lang Chefdirigent des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR. 1997 wurde Norrington zum Chefdirigenten der Camerata Salzburg ernannt. Er hatte diese Position bis zum Sommer 2006 inne. In gleicher Funktion war er fünf Jahre beim Zürcher Kammerorchester tätig. Auch bei anderen Orchestern hatte Roger Norrington dauerhafte Verpflichtungen: So war er Chefdirigent der Bournemouth Sinfonietta und Music Director des Orchestra of St. Luke’s in New York. Gegenwärtig ist er Ehrendirigent in Stuttgart, Salzburg, Zürich und beim Orchestra of the Age of Enlightenment. Roger Norrington hat über 150 Aufnahmen vorgelegt. 1997 wurde er zum Commander of the Order of the British Empire erhoben; er ist – neben vielen anderen Auszeichnungen – Ehrenmitglied der Royal Academy of Music und des Royal College of Music.

 

17.3. Kjell Magnus SANDVÉ wird 60

 Er erhielt seine Gesangsausbildung an der Norwegischen Staatsakademie (1979-80) und in der Staatlichen Opernschule in Oslo (1979-82). 1982 debütierte er am Nationaltheater Weimar, dem er bis 1984 angehörte, und wo er u.a. als Tamino in der »Zauberflöte« und als Fenton in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor« erste Erfolge erzielte. Zugleich war er seit 1983 der Norwegischen Nationaloper Oslo verbunden, an der er 1985 einen großen Erfolg als Alfredo in »La Traviata« hatte. Hinzu trat seit 1989 ein Gastvertrag mit der Staatsoper Berlin, an der 1988 als Antrittspartie den Belmonte in der »Entführung aus dem Serail« sang. Gastspiele führten den Künstler 1986 an die Königliche Oper Kopenhagen, an die Bayerische Staatsoper München (1990 als Sifare in »Mitridate« von Mozart), an die Opéra Bastille Paris (1990 Hylas in »Les Troyens« von Berlioz) und 1989-90 an das Opernhaus von Köln (Don Ottavio im »Don Giovanni«). In der Spielzeit 1991-92 war er als lyrischer Tenor an der Staatsoper Wien engagiert, an der er jedoch in nur fünf Vorstellungen den Tamino, den jungen Seemann in »Tristan und Isolde« und den Walther von der Vogelweide in »Tannhäuser« sang. 2000 gastierte er an der Oper von Oslo als Macduff in Verdis »Macbeth«. Sein Bühnenrepertoire enthielt vor allem Partien aus dem lyrischen Fachbereich: den Ferrando in »Così fan tutte«, den Grafen Almaviva in »Il Barbiere di Siviglia« von Paisiello (Wexford Festival 1993), den Châteauneuf in Lortzings »Zar und Zimmermann«, den Nemorino in »L‘Elisir d’amore«, den Alfredo in »La Traviata«, den Lenski im »Eugen Onegin« und den David in »Saul og David« von C. Nielsen. 1987 wirkte er an der Oper von Oslo in der Uraufführung von »I 13 Time« des norwegischen Komponisten O. Kvam in der Rolle des Peter mit.

Schallplatten: DGG (Schauspielmusik zu »Peer Gynt« von Grieg), Aurora (Gesamtaufnahme der zeitgenössischen Oper »Gespenster« von A. Bibalo von 1985 als Osvald), Victoria (Lieder von E. Grieg), Sony (»Frühling auf Fünen« von C. Nielsen), Calig-Verlag (»Der Waffenschmied« von Lortzing); Arthaus-Video (»Don Giovanni«, Köln 1991).

 

17.3. Die mexikanische Sopranistin Patricia MENA DI STEFANO wird 80

 

17.3. Klaus OFCZAREK wird 80

 Er erlernte zuerst den Beruf eines Industriekaufmanns und absolvierte ein entsprechendes Studium an der Wiener Handelsakademie. Er ließ dann jedoch seine Stimme am Konservatorium der Stadt Wien durch Hilde Zadek, Ester Réthy und Peter Klein ausbilden. Sein erstes Bühnenengagement bestand 1969-71 am Stadttheater von St. Pölten. Es folgten Verpflichtungen am Städtebundtheater Biel-Solothurn (Schweiz, 1971-72), am Theater von Baden bei Wien (1972-73), am Theater von St. Gallen (1973-77), am Opernhaus von Graz (1977-81) und abermals am Theater von St. Gallen (1981-85). 1986-90 gehörte er dem Ensemble des Stadttheaters der Schweizerischen Bundeshauptstadt Bern an; seit 1982 durch einen Gastvertrag dem Theater von Klagenfurt verbunden. Seit 1989 Mitglied der Wiener Volksoper. Gastspiele am Opernhaus von Zürich, am Opernhaus von Frankfurt a.M., am Stadttheater von Basel, am Staatstheater Darmstadt, in Milwaukee (USA) und in Nairobi (Kenia). 1966-2002 gastierte er auch mehrmals an der Wiener Staatsoper (als Ambrogio im »Barbier von Sevilla«, als Klaas in der »Entführung aus dem Serail«, als Samiel im »Freischütz«, sowohl als Bogdanowitsch als auch als Njegus in Lehárs »Die lustige Witwe«, als Medizinalrat in »Lulu« von A. Berg und als Haushofmeister in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss). Auf der Bühne übernahm er eine Vielzahl von Opern- und Operettenpartien, namentlich aus dem Buffo- und dem Charakterfach. Dabei erwies er sich als hervorragender Darsteller, auch auf der Sprechbühne. Verheiratet mit der Sängerin Roberta Ging. Ihr gemeinsamer Sohn ist der Schauspieler Nicholas Ofczarek.

 

18.3. Karsten MEWES wird 60


Als Klingsor in Bayreuth

 Er sang während seines Schulbesuchs in Berlin in Kinder- und Jugendchören und begann 1979 das Gesangstudium an der Hanns Eisler-Musikhochschule Berlin bei Friedrich Eckardt. Dort legte er auch 1985 seine Diplomprüfung ab. Er wurde Preisträger bei Gesangwettbewerben in Gera (1985), Zwickau (Robert Schumann-Wettbewerb, 1985), Verona (1986), Hamburg (1986) und Rio de Janeiro (1987). 1985-88 hatte er ein Absolventen-Engagement am Theater von Potsdam und war durch einen Gastvertrag der Komischen Oper Berlin verbunden. Seit 1985 wirkte er als Gast an der Staatsoper Berlin und wurde 1988 deren reguläres Mitglied. Er gastierte regelmäßig an der Komischen Oper Berlin wie an der Staatsoper Dresden. Dabei sang er auf der Bühne den Grafen wie den Figaro in »Figaros Hochzeit«, den Titelhelden wie den Masetto im »Don Giovanni«, den Guglielmo in »Così fan tutte«, den Papageno in der »Zauberflöte«, den Herrn Fluth in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, den Zaren in »Zar und Zimmermann« von Lortzing, den Escamillo in »Carmen«, den Silvio im »Bajazzo«, den Sharpless in »Madame Butterfly«, den Grafen im »Capriccio« von Richard Strauss (Staatsoper Berlin 1993) und den Hans Scholl in der zeitgenössischen Oper »Die weiße Rose« von Udo Zimmermann. Er wirkte in der Uraufführung der Oper »Graf Mirabeau« von Siegfried Matthus (14.7.1989) an der Berliner Staatsoper mit. 1992 sang er in der Eröffnungsvorstellung des renovierten Opernhauses von Bordeaux den Papageno, 1995 am Opernhaus von Nürnberg den Klingsor im »Parsifal« und den Renato in Verdis »Maskenball«.1997 sang er am Theater von Bautzen die Titelpartie in der Oper »Colas Breugnon« von Dimitrij Kabalewski, 1998 an der Komischen Oper Berlin den Pantalone in »Die Liebe zu den drei Orangen« von Prokofjew, 1999 den Musiklehrer in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. 2000 sang er am Opernhaus von Halle/Saale den Jago in Verdis »Otello«, 2001 an der Komischen Oper Berlin den Schtschelkalow in »Boris Godunow«. 2007 sang er bei den Bayreuther Festspielen den Klingsor im »Parsifal«. 2008-16 war er Ensemblemitglied am Nationaltheater Mannheim, an dem er u.a. den Rigoletto und den Macbeth von Verdi, den Hans Sachs in »Die Meistersinger von Nürnberg«, den Telramund im »Lohengrin«, sowie den Wotan wie den Alberich im Nibelungenring übernahm.

Auf dem Gebiet des Oratoriengesangs standen an erster Stelle Werke von J.S. Bach, darunter die großen Passionen des Meisters, von Händel, Brahms (Ein deutsches Requiem) und G. Fauré in seinem Repertoire. Liederabende und Liedertourneen brachten dem Künstler in Westdeutschland, in Finnland und Norwegen, in der CSR, Polen und Frankreich Erfolge; auch in Rundfunk- und Fernsehsendungen aufgetreten.

Schallplattenaufnahmen bei Eterna.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: https://www.karsten-mewes.de/

 

18.3. Richard HAAN wird 70

Er begann seine Bühnentätigkeit mit Engagements an den Theatern von Ustí nad Labem (Aussig) und Olomouc (Olmütz). 1990-93 war er dann an der Slowakischen Nationaloper in Bratislava (Preßburg) tätig, wo er zu großen Erfolgen kam. 1993 wechselte er an das Janácek-Opernhaus von Brno (Brünn). Dem Prager Nationaltheater war er als ständiger Gast verbunden. Am zweiten großen Opernhaus von Prag, der Staatsoper (Smetana-Theater), hatte er 1994 einen besonderen Erfolg als Amonasro in »Aida«, 1996 als Renato in Verdis »Un ballo in maschera«. Seine Bühnenkarriere nahm bald internationale Dimensionen an; er gab Gastspiele in zahlreichen europäischen Musikmetropolen und wirkte u.a. 1990 beim Edinburgh Festival (anlässlich eines Gastspiels der Slowakischen Nationaloper) als Valentin im »Faust« von Gounod mit. 1992 trat er bei den Festspielen von Salzburg als Sträfling/Don Juan in Janáceks »Aus einem Totenhaus« auf. 1996 kam es zu seinem Amerika-Debüt, als er an der Virginia Opera in Norfolk als Fliegender Holländer auftrat, den er im gleichen Jahr auch bei den Festspielen von Eutin in Holstein vortrug. 1996 trat er bei den Festspielen von Miskolc als Nabucco von Verdi, 1997 bei den Festspielen von Eutin als Fliegenden Holländer auf. 1999 gastierte er an der Oper von Monte Carlo als Micha in Smetanas »Die verkaufte Braut«. 2001 sang er an der Staatsoper von Prag den Mathis in der Oper »Der polnische Jude« von Karel Weis. Sein Bühnenrepertoire besaß einen weiten Umfang und enthielt so gegensätzliche Partien wie den Don Giovanni, den Rigoletto und den Porgy in »Porgy and Bess« von Gershwin. Auch als Konzertsänger hatte er eine erfolgreiche internationale Karriere.

Schallplatten: Supraphon, Marco Polo (»Lucrezia« und »La Bella dormente nel bosco« von O. Respighi), Panton (Judas de Kérioth in »Marie-Magdeleine« von Massenet).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: https://www.richardhaan.com/

 

18.3. Hilary GRIFFITHS wird 70

 Er studierte Mathematik an der Universität von Oxford und Musik in London an der Royal Academy of Musik und dem London Opera Centre, in Siena an der Accademia Chigiana und in Mailand am Conservatorio Giuseppe Verdi. Er wurde Preisträger bei den internationalen Dirigentenwettbewerben, AIDEM, Florenz und Marinuzzi, San Remo. Sein erstes Engagement führte ihn als Kapellmeister nach Köln, wo er über 300 Opernaufführungen dirigierte und als Direktor des Opernstudios fungierte. Anschließend wurde er Musikdirektor am Theater Oberhausen, und danach Generalmusikdirektor der Stadt Regensburg. Er war auch Chefdirigent an der Staatsoper Prag, wo er weiterhin als ständiger Gastdirigent tätig ist und bisher zehn Neuproduktionen und über 200 Aufführungen von vierundzwanzig verschiedenen Opern dirigierte. Er war regelmäßiger Gastdirigent an der Kölner Oper und 1991-2006 Musikdirektor der Eutiner Festspiele, und 2009-12 Chefdirigent und musikalischer Oberleiter der Wuppertaler Bühnen. Mit Konzerten und Opernaufführungen gastierte er u.a. in Berlin (Konzerthaus), Dresden (Semperoper), Hannover, Düsseldorf, Wiesbaden, Dortmund, Bremen, Nürnberg und Basel sowie in Barcelona, den Haag, Eindhoven, Rotterdam, Oslo, Reykjavik, Bogotá, Leeds und Tokyo, und bei den Festspielen von Edinburgh, Camden, Schwetzingen, Wiesbaden, Würzburg, Gmunden, Prag, Litomyšl, Miskolc, Tenerife, Hong Kong und Perth. Sein Repertoire von mehr als hundert verschiedenen Opern umfasst die gesamte mittlere und spätere Verdi, sowie alle bekannte Opern von Mozart und Puccini. In letzter Zeit hat er sich mit den Werken von R. Strauss (Salome, Der Rosenkavalier, Ariadne auf Naxos, Intermezzo) und Wagner (Der fliegende Holländer, Tannhäuser, Tristan und Isolde, Die Meistersinger von Nürnberg) auseinandergesetzt, und setzte Akzente im tschechischem Repertoire (Smetana, Dvorák und Janácek) und bei zeitgenössischer Musik – er dirigierte die deutsche Erstaufführungen von drei Opern von Thea Musgrave, sowie die Uraufführungen von Das Gauklermärchen (Konzelmann/Ende), dem Ballett Lulu (Rota) und die Oper La porta della legge von Salvatore Sciarrino. Sein sinfonisches Repertoire reicht vom Barock – er ist oft als Cembalist aufgetreten – bis zu den großen Werken des 19. und 20. Jahrhunderts. Besondere Ereignisse in letzter Zeit waren das War Requiem (Britten) in der Rudolfinum Prag, Mahler 1., Die Planeten (Holst) und die Turangalîla-Symphonie (Messiaen) im Audimax, Regensburg, Bruckner 9. im Regensburger Dom, und Das Lied von der Erde zur 50-jähriges Jubiläum des Orchesters der Staatsoper Prag. In Köln dirigierte er einen Zyklus aller Sinfonien und Solokonzerte von Beethoven; in Konzerte, die vom Rundfunk übertragen wurden, leitete er das Rotterdam Philharmonischen Orchester, das BBC Welsh Symphony Orchestra, das WDR Rundfunkorchester, das Orquesta Sinfonica de Colombia und die Virtuosi di Praga. Er leitete eine Spanien-Tournee mit dem Kammerorchester der tschechischen Philharmoniker und Japan-Tourneen mit der Staatsoper Prag und dem Theater Oberhausen. Er hat viel zeitgenössische Musik dirigiert, darunter mehrere Uraufführungen und deutsche Erstaufführungen, aber auch Jugendkonzerte, Kinderkonzerte und Konzerte mit Musik aus Operetten und Musicals. Er hat neulich die ersten modernen Aufführungen von Sinfonien von Pokorny – die er selbst revidiert hat – und eigene Orchestrierungen der französischen Lieder von Wagner dirigiert. Er hat CD-Aufnahmen von Werken von Jommelli und Weber sowie Gesamtaufnahmen von Tiefland, La Bohème (Leoncavallo) und I vespri siciliani eingespielt; eine DVD von Il matrimonio segreto (Regie: Michael Hampe) ist bei EuroArts erschienen und eine Fernsehaufzeichnung von Der Freischütz wurde 2005 von NDR gesendet. Bei den Opernfestspielen auf Teneriffa hat er Il matrimonio segreto, Die Entführung aus dem Serail, Un ballo in maschera, Rigoletto und Madama Butterfly dirigert. Andere Produktionen der letzten Zeit waren Erwartung für das Festspiel „Prager Frühling“, Porgy & Bess an der Staatsoper Istanbul und dreizehn Neuproduktionen an der Staatsoper Prag, darunter Salome, Tiefland und die tschechische Erstaufführung von Tod in Venedig (Britten). 2005-08 war er Professor und musikalischer Leiter der Opernschule an der Musikhochschule Mannheim. In dieser Zeit dirigierte er u.a. Neuproduktionen von Cavalleria rusticana/Pagliacci, Der Freischütz, Il trovatore und Der Vogelhändler bei den Eutiner Festspielen, Tosca, Carmen, La Bohème und eine neue Produktion von I vespri siciliani an der Staatsoper Prag, Galakonzerte Belcanto in der Oper am Nationaltheater Mannheim und die Wiederaufnahme von Die verkaufte Braut im Pfalztheater Kaiserslautern. In Eutin war er zuletzt 2010 mit einer Festaufführung von Beethovens 9. Sinfonie zum 60-jährigen Jubiläum der Festspiele zu erleben. In Wuppertal hat er u.a. Fidelio, L’Elisir d‘amore, Hänsel und Gretel, Das schlaue Füchslein, Griechische Passion, Idomeneo, La Bohème, Arabella, Eine florentinische Tragödie, Gianni Schicchi , Falstaff und Der fliegende Holländer dirigiert, auch die Uraufführung von La porta delle legge (Sciarrino), die zur Lincoln Center Festival in New York und zur ‚Festival Iberoamericano de Teatro‘ in Kolumbien eingeladen wurde. In Bogotá leitete er Produktionen von La Cenerentola, Don Pasquale, Le nozze di Figaro, Il barbiere di Siviglia, Madama Butterfly, Cosí fan tutte und Fidelio. 2017 dirigiert er eine Neuinszenierung von Otello am Teatro Colón Bogotá. 2012-14 gab es Neuproduktionen von Cavalleria rusticana/Pagliacci und Tannhäuser, sowie Aufführungen von Nabucco, Aida und Madama Butterfly an der Staatsoper Prag. Eine Produktion von Bluthochzeit in Wuppertal in Januar 2013 wurde von einhelligen begeisterten Kritiken begrüßt und ist als DVD bei WERGO erscheinen. Sinfoniekonzerte in Deutschland, der Tschechei und Kolumbien. Oktober/November 2017 dirigiert er Il barbiere di Siviglia für die English National Opera am London Coliseum.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.hilarygriffiths.com/

 

18.3. Enriqueta TARRÈS wird 85

 Sie studierte 1946-52 Klavierspiel und Gesang am Conservatorio Municipal de Musica in Barcelona bei Concepción Callao di Sanchez Parra. Sie gewann Gesangwettbewerbe in Toulouse und Madrid und trat 1956 am Teatro Principal von Valencia im »Troubadour« und im »Otello« von Verdi auf, dann auch am Teatro Calderón in Madrid und 1957-58 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona als Marguerite im »Faust« von Gounod und als Gräfin in »Le nozze di Figaro«. 1960 wurde sie an das Stadttheater von Basel verpflichtet, 1962 an das Opernhaus von Wuppertal, dann seit 1964 Mitglied der Staatsoper von Hamburg. Durch Gastspielverträge war sie seit 1963 mit der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, seit 1972 mit dem Opernhaus von Köln und seit 1969 mit der Stuttgarter Staatsoper verbunden. Sie sang bei den Festspielen von Glyndebourne 1962 die Titelfigur in »Ariadne auf Naxos« und 1964 die Elettra in Mozarts »Idomeneo«. 1966 sang sie bei einem Gastspiel der Hamburger Oper an der Sadler’s Wells Opera London in der englischen Premiere der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss. An der Wiener Staatsoper gastierte sie 1966-71 in insgesamt 10 Vorstellungen als Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, als Chrysothemis in »Elektra« von R. Strauss, als Donna Anna im »Don Giovanni« und als Leonore im »Troubadour«. Am Teatro Fenice Venedig hörte man sie im »Rosenkavalier«, an der Covent Garden Oper London als Desdemona in Verdis »Otello«, am Teatro Bellas Artes in Mexico City 1970 als Chrysothemis. Als Chrysothemis gastierte sie 1970-71 auch am Gran Teatre del Liceu in Barcelona. 1973 kam sie an die Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: Mimi in »La Bohème«), an der sie 1974 auch die Butterfly sang. Mehrmals gastierte sie erfolgreich an der Staatsoper Berlin. 1976 wirkte sie in Stuttgart in der Uraufführung von G. Klebes Oper »Das Mädchen aus Domrémy« mit. 1983 sang sie am Teatro Zarzuela Madrid in der Zarzuela »Curro Vargas« von R. Chapí. Beim Festival von Lausanne 1983 war sie als Marschallin im »Rosenkavalier« zu hören, 1984 bei den Festspielen von Verona als Carmen. In Philadelphia trat sie 1984 als Salud in M. de Fallas »La vida breve« auf. Nachdem ihr Gatte 1983 verstorben war, lebte sie seit 1984 wieder in Barcelona, setzte aber von dort aus ihre Karriere fort. Sie sang jetzt zahlreiche Solopartien in Oratorien und religiösen Musikwerken. Am Gran Teatre del Liceu in Barcelona übernahm sie 1986 die Partie der Aida, dann auch die Aminta in »Il re pastore« von Mozart; 1986 wirkte sie an diesem Haus in der Uraufführung der Oper »Edipo y Jocasta« von Josep Soler mit. 1990 gastierte sie am Teatro Zarzuela Madrid in der Partie der Mutter in »El viajero indiscreto« von Luis de Pablos. Auch als Konzertsopranistin war die Künstlerin bekannt und trat u.a. 1974 in Zürich im Verdi-Requiem, 1976 im Palau de la Música in Barcelona im Stabat mater von Rossini auf.

Schallplatten: HMV (spanische Lieder, »Atlantida« von de Falla-Halffter), BASF (»Trionfi« von C. Orff), MRF (vollständige »Hugenotten« von Meyerbeer), HRE (Elettra in »Idomeneo« aus Glyndebourne, 1964), Electrola (»Die Großherzogin von Gerolstein«).

 

18.3. John MACURDY wird 90


Als Fasolt

 Er lernte den Beruf eines Stempelschneiders, studierte dann aber Gesang bei Avery Crew in Detroit, bei Elizabeth Wood in New Orleans und bei Boris Goldovsky sowie bei Thelma Votipka in New York. 1952 erfolgte sein Bühnendebüt an der Oper von New Orleans als alter Hebräer in »Samson et Dalila« von Saint Saëns. Es kam bald zu erfolgreichen Auftritten an den führenden amerikanischen Opernhäusern, u.a. in Baltimore und Houston/Texas, in Philadelphia und San Francisco (1961-65 als Sarastro in der »Zauberflöte«, als Frère Laurent in »Roméo et Juliette« von Gounod, als Mönch in Verdis »Don Carlos«, als Ferrando im »Troubadour«, als Colline in »La Bohème«, als Lodovico in Verdis »Otello«, als Trulove in Strawinskys »The Rake’s Progress«, als Basilio im »Barbier von Sevilla«, als Nourabad in »Les pêcheurs de perles«, als Graf des Grieux in »Manon« von Massenet, als Sparafucile im »Rigoletto«, als Rev. John Hale in »The Crucible« von  Robert Ward; 1979 als Arkel in »Pelléas et Mélisande«, 1981 als Komtur im »Don Giovanni« und als Seneca in Monteverdis »L’Incoronoazione di Poppea«, 1985 als Timur in Puccinis »Turandot« und 1990 als Hunding in der »Walküre«), in Santa Fé und an der City Opera New York (Debüt 1959 als Dr. Wilson in »Street Scene« von Kurt Weill). Er sang an diesem Haus auch 1959 in der Uraufführung von Hugo Weisgalls Oper »Six Characters in Search of an Author«. 1958 wirkte er an der Oper von Santa Fé in der Uraufführung der Oper »Wuthering Heights« von Carlisle Floyd mit. 1962 folgte er einem Ruf an die Metropolitan Oper New York, an der er eine lange, erfolgreiche Karriere hatte. An der Metropolitan Oper sang er als Antrittsrolle 1962 den Tom in Verdis »Un ballo in maschera« und trat dort (bis 2000) in mehr als 50 verschiedenen Partien und in insgesamt 1001 Vorstellungen auf. Er wirkte an diesem Haus in den Uraufführungen der Opern »Anthony and Cleopatra« (16.9.1966 zur Eröffnung des neuen Opernhauses im Lincoln Centre als Agrippa) und »Mourning Becomes Electra« von Levy (17.3.1967 als Ezra Mannon) mit. Von den vielen Partien, die er an der Metropolitan Oper gesungen hat, sind der König wie der Ramfis in »Aida«, der Dr. Grenvil in »La Traviata«, der Onkel Bonze in »Madame Butterfly«, der Alessio wie der Conte Rodolfo in Bellinis »La Sonnambula«, der Basilio im »Barbier von Sevilla«, der Lodovico, der Komtur, der Monterone im »Rigoletto«, der Mönch wie der Großinquisitor im »Don Carlos«, der Gremin im »Eugen Onegin«, der Colline, der alte Hebräer, der Graf des Grieux, der Pogner in »Die Meistersinger von Nürnberg«, der Crespel in »Hoffmanns Erzählungen«, der Daland in »Der fliegende Holländer«, der Timur, der Raimondo in »Lucia di Lammermoor«, der Jake Wallace in »La fanciulla del West«, der 1. Nazarener in »Salome« von R. Strauss, der Samuel in Verdis »Un ballo in maschera«, der Landgraf im »Tannhäuser«, der König Heinrich im »Lohengrin«, der Sarastro, der Frère Laurent, der Alvise in »La Gioconda«, der Hunding, der Graf Walter in Verdis »Luisa Miller«, der Oroveso in Bellinis »Norma«, der Titurel wie der Gurnemanz im »Parsifal«, der Rocco im »Fidelio«, der Mephisto im »Faust« von Gounod, der Eremit im »Freischütz«, der König Marke in »Tristan und Isolde«, der Pater Guardian in »La forza del destino«, der Fafner im Ring-Zyklus, der Narbal in »Les Troyens« von Berlioz, der Fiesco im »Simon Boccanegra«, der Hagen in der »Götterdämmerung«, der Pimen im »Boris Godunow«, der Cléomer in »Esclarmonde« von Massenet, der Fasolt im »Rheingold«, der Tiresias in Strawinskys »Oedipus Rex«, der Silva in Verdis »Ernani«, der Manoh in einer szenischen Aufführung von Händels »Samson«, der Arkel, der Dansker in »Billy Budd« von B. Britten und der alte Gefangene in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch hervorzuheben. An der Mailänder Scala gastierte er 1974 als Rocco im »Fidelio« und 1984 als Landgraf. Weitere Gastspiele an den Opernhäusern von Genf (1974 als Hektors Schatten in »Les Troyens« von Berlioz, 1976 als Timur und 1980 als Lodovico), Straßburg, Lyon, Marseille und Glasgow, bei den Festspielen von Aix-en-Provence (1976 als Arkel) und Orange. An der Grand Opéra Paris gastierte er 1975, 1977 und 1979 als Komtur, 1976 als Abimelech in »Samson et Dalila« von Saint Saëns, 1977 als Fasolt, als Hunding, als Arkel und als Sarastro, 1978 als Lodovico und als alter Hebräer, 1979 als Seneca und 1979-80 als Tiresias. 1977-78 sang er bei den Salzburger Festspielen den Komtur. 1984-86 übernahm er an der Oper von Seattle den Hunding und den Hagen im den Aufführungen des Nibelungenrings. Als das Théâtre Berlioz in Montpellier eröffnet wurde, sang er dort den Marcel in den »Hugenotten« von Meyerbeer (24.11.1990), an der Opéra Bastille Paris 1991 den Abimelech, beim Festival von Aix-en-Provence 1992 den Trulove, 1993 am Teatro Colón Buenos Aires wieder den Komtur. 1997 Gastspiel an der Oper von Marseille als Hunding. – Machtvolle, voluminöse Bassstimme, auf der Bühne wie im Konzertsaal vor allem in Werken von Mozart, Verdi und Richard Wagner, allgemein in einem sehr umfassenden Repertoire, aufgetreten.

Schallplatten: DGG (»Don Giovanni« aus Salzburg 1977; »Béatrice et Bénédict« von Berlioz), CBS (»Don Giovanni«), HMV (Lodovico in Verdis »Otello«), Troy (»The Crucible« von Ward), Bella Voce (Wallace in »La Fanciulla del West« von Puccini, Metropolitan Oper New York, 1970), Myto (»Roméo et Juliette« von Gounod, Metropolitan Oper 1973).

 

19.3. Bojidar NIKOLOV wird 60

Er studierte an der Staatlichen Akademie für Musik in Sofia, wo er 1985 als Student von Rene Penkova erfolgreich absolvierte. Weitere Studien erfolgten bei Nikola Nikolov. 1987-92 war er an der Wiener Staatsoper engagiert (Debüt in Glucks Iphigénie en Aulide),  an der er u. a. den Malcolm in Verdis Macbeth, den Arturo in Lucia di Lammermoor, den Cassio in Verdis Otello, den Narraboth in Salome von R. Strauss und den Alfredo in La Traviata gesungen hat. Nach dem Gewinn des zweiten Preises im Vokalwettbewerb in Miami, Florida (1990), folgten viele internationale Gastauftritte. Bei den Salzburger Festspielen 1992 trat er in Leoš Janáčeks Aus einem Totenhaus als Großer Sträfling auf, in Stuttgart 1992 als Don Jose in Georges Bizets Carmen. 1992 und 1996 sang er den Herzog in Rigoletto, Cavaradossi in Tosca, Licinius in La vestale, außerdem das Requiem von Verdi. 1997 stellte er den Don Alvaro in La forza del destino in Dortmund dar sowie 1998 den Tannhäuser in Neapel dar. Während einer Tour nach Japan im Jahr 1989 sang er in der Oper Il viaggio a Reims unter der Leitung von Claudio Abbado den Zefirino. Sein nordamerikanisches Debüt 1997 erfolgte in der Rolle von Don Jose an der Hamilton Oper in Ontario, Kanada, wo er 1998 neuerlich eingeladen wurde, um Cavaradossi zu singen. Später war er auch in der Titelrolle von Hoffmanns Erzählungen zu erleben.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.bojidarnikolov.com/

 

19.3. Carolyn WATKINSON wird 70

 Sie war Schülerin des Royal College of Music in Manchester und ergänzte ihre Ausbildung durch Studien am Muzieklyceum (Konservatorium) im Haag. Sie spezialisierte sich auf die Musik des Barock und trat zunächst in Vokalgruppen wie Syntagma Musicum, mit der Écurie de la Chambre du Roi unter J.C. Malgoire und mit der Gächinger Kantorei unter Helmuth Rilling auf. 1978 hatte sie ihre ersten Bühnenerfolge als Phèdre in der klassischen Oper »Hyppolyte et Aricie« von Rameau an der Covent Garden Oper London wie bei den Festspielen von Versailles unter Malgoire. Sie erschien dann an der Niederländischen Oper Amsterdam und am Théâtre de la Monnaie von Brüssel (Nerone in »L’Incoronazione di Poppea« von Monteverdi). Die letztgenannte Partie sang sie auch 1979 beim Festival von Spoleto. 1980 gastierte sie an der Stuttgarter Staatsoper als Rosina im »Barbier von Sevilla« und bei den Festspielen von Ludwigsburg als Cherubino in »Le nozze di Figaro«. 1981-82 großer Erfolg an der Mailänder Scala in der Titelpartie von Händels »Ariodante«. Bei der Glyndebourne Touring Opera sang sie 1982 den Orfeo in »Orfeo ed Euridice« von Gluck und 1983 die Angelina in Rossinis »La Cenerentola«. Beim Glyndebourne Festival wirkte sie 1984 als Cherubino und 1985 als Angelina mit. 1987 unternahm sie eine große Australien-Tournee und gastierte an der Oper von Sydney. 1990 hörte man sie beim Festival von Spoleto als Dido in »Dido and Aeneas« von Purcell, 1990 bei den Festspielen Alter Musik in Innsbruck als Nerone, 1992 bei den Händel-Festspielen in Halle/Saale als Bradamante in »Alcina« von Händel; beim Festival von Aix-en-Provence trat sie in »L‘Orfeo« von Monteverdi auf. Entfaltung einer internationalen Karriere auf dem Gebiet des Oratoriengesangs, vor allem in Werken von J.S. Bach und Händel. Auch als Liedersängerin von Bedeutung. Bei den Göttinger Händel-Festspielen von 1984 sang sie die Titelpartie in einer szenischen Aufführung von Händels »Salomon«, 1985 beim Festival von Tanglewood, 1989 das Alt-Solo in der Johannespassion von J.S. Bach in der Kathedrale von Gloucester (mit Übertragung im englischen Fernsehen); in Amsterdam trat sie als Solistin mit dem Concertgebouw Orchest auf. 1994 sang sie bei den Salzburger Festspielen in Händels »Aci, Galatea e Polifemo«.

Sehr viele Schallplatten: CBS (»Hyppolyte et Aricie« von Rameau, »Xerxes«, »Rinaldo« und »Partenope« von Händel, 9. Sinfonie von Beethoven; Arienplatte), Decca (Altsolo im »Messias«), DGG (weltliche Kantaten von J.S. Bach, Duetti di Camera von Agostino Steffani), Eurodisc (H-Moll Messe von Bach), ETC (Lieder von Bizet, Brahms, Dvorák, Alban Berg), RCA-Erato (Alt-Solo in der Matthäuspassion, »L‘Orfeo« von Monteverdi, »Elias« von Mendelsohn), Nimbus (Missa solemnis von Beethoven), Erato-Teldec (Requiem von Mozart), Sony (Lieder von den Britischen Inseln von Beethoven, »Rinaldo« von Händel, Lieder von Carl Maria von Weber), Orfeo (»Das Buch mit sieben Siegeln« von Fr. Schmidt), HMV (Messe KV 427 von Mozart, Nelson-Messe von J. Haydn), Philips (»Salomon« und »Alexanderfest« von Händel), EMI (Paukenmesse von J. Haydn), Hänssler-Verlag (Bach- Kantaten), HMV-Electrola (»Die Walküre«); Warner-Video (»Der Messias«).

 

19.3. Eugenia MOLDOVEANU wird 75

 Ausgebildet am Konservatorium Ciprian Porumbescu und bei Mme. Arta Florescu in Bukarest. Bühnendebüt 1968 an der Nationaloper Bukarest als Donna Anna im »Don Giovanni«. Seitdem gehörte sie zu den führenden Künstlern dieses größten rumänischen Operntheaters. 1968 gewann sie den Gesangwettbewerb beim Weltjugend Festival in Sofia, im gleichen Jahr den Enescu Concours in Bukarest, 1970 den internationalen Concours von Toulouse und 1973 den Butterfly-Wettbewerb in Tokio. Große Erfolge auch als Gast an den Nationalopern von Belgrad, Sofia und Athen, in Amsterdam, Triest, Toulouse, Wiesbaden, an den Staatsopern von Stuttgart, Dresden und Berlin. Durch Gastspielverträge war sie der Staatsoper von Hamburg wie auch der Deutschen Oper Berlin verbunden. 1977-90 Gastspiele an der Wiener Staatsoper als Donna Anna wie als Donna Elvira im »Don Giovanni«, als Traviata, als Mimì wie als Musetta in »La Bohème«, als Butterfly, als Gräfin in »Le nozze di Figaro« und als Elisabetta in Verdis »Don Carlos« in insgesamt 50 Vorstellungen. 1986 nahm sie auch an der Japan-Tournee der Wiener Staatsoper teil (als Gräfin in »Le nozze di Figaro«). An der Metropolitan Oper New York debütierte sie 1978 als Traviata und sang hier bis 1984 auch die Mimi in insgesamt 18 Vorstellungen. An der Mailänder Scala, an der sie 1985 in einem Konzert debütiert hatte, sang sie 1986 die Tatjana im »Eugen Onegin« und 1987 die Gräfin in »Le nozze di Figaro«, bei den Festspielen von Verona 1987 die Butterfly; 1987 sang sie am Teatro Regio Turin die Donna Anna, 1989 die Gräfin in »Le nozze di Figaro«. Große Interpretin von Aufgaben aus dem Lirico Spinto-Bereich, zumal in Opern von Mozart, Verdi und Puccini; daneben erfolgreiche Karriere als Konzertsängerin. 1996-2004 war sie als Abgeordnete Mitglied des rumänischen Parlaments.

Schallplatten der Marke Electrecord (u.a. Titelrolle in »Madame Butterfly«, Mimi in »La Bohème«).

 

20.3. Ana Felicia FILIP wird 60

Sie wollte zunächst Violinistin werden, entschloss sich dann aber zur Ausbildung ihrer Stimme an der Musikakademie Bukarest. Nachdem sie ihr erstes Engagement am Theater von Brasov (Kronstadt) gefunden hatte, debütierte sie 1986 an der Nationaloper Bukarest als Antonia in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach. Sie war Preisträgerin bei mehreren Gesangwettbewerben, so 1983 und 1987 beim Mozart-Concours, 1986 beim Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau und 1987 beim Internationalen Belvedere-Wettbewerb in Wien. Gastspiele und Konzertauftritte brachten ihr Erfolge auf internationalem Niveau; so trat sie in Italien, in Belgien, in Polen, in Japan, in Irland und in der Schweiz auf. 1991 sang sie die Violetta in »La Traviata«, eine ihrer großen Rollen, am Stadttheater von Basel und am Opernhaus von Frankfurt a.M., 1993 an der Oper von Toulouse. 1991 Gastspiel in Toronto als Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, 1993-97 an der Staatsoper Wien als Traviata. 1994 gastierte sie an der Opéra de Wallonie Lüttich als Lina in Verdis Oper »Stiffelio«, 1995 an der Hamburger Staatsoper wieder als Traviata, 1996 im Palais des Sports in Lüttich als Gilda im »Rigoletto«. 1997 sang sie beim Festival von Konstantza die Giulia in »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini, am Pfalztheater Kaiserslautern die Elvira in »I Puritani« vom gleichen Meister, 1998 am Opernhaus von Nancy die Traviata. 2000 hörte man sie an der Opéra de Wallonie in Lüttich und 2001 am Teatro Comunal Bologna als Contessa de Folleville in Rossinis »Il viaggio a Reims«, 2000 am Opernhaus von Dortmund als Leonore im »Troubadour«. Auch im Konzertsaal kam sie zu einer Karriere von Bedeutung.

Schallplatten: Electrecord.

Weitere Informationen auf folgender Homepage: http://feliciafilip.wifeo.com/

 

20.3. Yngvar KROGH wird 85

Er begann zuerst das Studium der Kunstgeschichte an der Universität von Oslo, ließ dann aber seine Stimme durch Hjaldis Ingebjart Isene und durch Philip Krömer in Oslo ausbilden. Weitere Studien bei Joel Berglund in Stockholm, und bei Luigi Ricci in Rom. 1955 stand er erstmals am Nye Teater Oslo auf der Bühne, und zwar als Page in »Amahl and the Night Visitors« von Menotti. Er war 1964-70 Mitglied des Landestheaters Saarbrücken, seit 1970 bis etwa 1985 des Opernhauses von Oslo an der er eine erfolgreiche Karriere durchlief. Seine großen Partien waren der Don Pizarro im »Fidelio«, der Escamillo in »Carmen«, der Gérard in »Andrea Chénier« von Giordano, der Rigoletto, der Amonasro in »Aida«, der Jago im »Otello« von Verdi, der Graf Luna im »Troubadour«, der Figaro wie der Graf in »Le nozze di Figaro«, der Titelheld in Borodins »Fürst Igor«, der Scarpia in »Tosca«, der Jochanaan in »Salome« von Richard Strauss, der Mandryka in dessen »Arabella«, der Telramund im »Lohengrin«, der Figaro im »Barbier von Sevilla«, dazu Partien in modernen Werken von Paul Hindemith, Frank Martin und Darius Milhaud. Ähnlich umfangreich und vielseitig war sein Repertoire als Konzert- und Liedersänger. Gastspiele führten ihn u.a. an das Nationaltheater Mannheim, an die Opernhäuser von Zürich und Nancy und an das Gran Teatre del Liceo in Barcelona.

Schallplatten: HMV, Mitschnitte von Rundfunksendungen.

 

21.3. Delfina AMBROZIAK wird 80

 Ausbildung am Konservatorium von Lodz sowie bei Ferienkursen in Venedig. Debüt 1962 an der Oper von Lodz als Titelheldin in »Lakmé« von Delibes. Sie gewann 1962 den internationalen Gesangwettbewerb von München. In der Folgezeit große Karriere an der Oper von Lodz wie an der Nationaloper von Warschau. Gastspiele am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, an den Nationalopern von Prag, Belgrad und Budapest, am Bolschoi Theater von Moskau, an der Königlichen Oper Stockholm, an den Opernhäusern von Kiew, Tiflis, Köln, Dresden, Leipzig und München, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an der Oper von Mexico City und in Amsterdam. 1987 trat sie an der Komischen Oper Berlin auf. Sie trug auf der Bühne ein weit gespanntes Repertoire vor, das seine Höhepunkte in Mozart- und Belcanto-Partien hatte. Verheiratet mit dem Tenor Tadeusz Kopacki (* 1930).

Schallplatten: Muza.

 

22.3. Ildikó KOMLÓSI wird 60

Sie begann ihr Gesangstudium 1982 an der Musikakademie von Szeged bei Valeria Bordal, war darauf an der Franz Liszt-Musikakademie Budapest Schülerin von András Mikó und erwarb dort 1984 ihr Diplom für den Konzert- und Operngesang. Sie trat dann an der Nationaloper Budapest auf, ergänzte aber ihre Ausbildung 1984-85 an der Guildhall School London bei Vera Rozsa und im Opernstudio der Mailänder Scala, wo Giulietta Simionato und Luciano Silvestri zu ihren Lehrern gehörten. Sie gastierte an der Berliner Staatsoper wie an der Oper von Philadelphia und gab Konzerte in der Londoner Albert Hall, in Helsinki, Rom und Neapel und bei der RAI Turin. 1989-2005 gastierte sie an der Wiener Staatsoper in insgesamt 14 Vorstellungen als Judith in »Herzog Blaubarts Burg« von Béla Bartók, als Octavian im »Rosenkavalier«, als Komponist in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und als Amneris in »Aida«. Weitere Auftritte kamen in Bologna sowie im Ungarischen Rundfunk und Fernsehen zustande. 1990 sang sie am Teatro Lirico Mailand die Titelpartie in der Oper »Blimunda« von Azio Corghi. An der Mailänder Scala gastierte sie 1991 in einem Konzert, 2000 als Principessa di Bouillon in »Adriana Lecouvreur« von Cilea, 2006 als Komponist in »Ariadne auf Naxos« und als Amneris, 2015 (konzertant) als Judith in »Herzog Blaubarts Burg«. 1990 sang sie an der San Francisco Opera den Orlofsky in der »Fledermaus«, 1991 an der Columbus Opera den Octavian, an der Portland Opera die Leonora in Donizettis »La Favorita«. In Paris und in London hörte man sie 1990 als Judith in konzertanten Aufführungen von »Herzog Blaubarts Burg«. Bei den Festspielen von Bregenz gastierte sie 1991 als Carmen und 1994 als Fenena in Verdis »Nabucco«. Sie gastierte 1992 in Santiago de Chile als Giovanna in »Anna Bolena« von Donizetti, in Frankfurt a.M. als Octavian, 1993 in Cincinnati als Charlotte im »Werther« von Massenet, in Philadelphia als Leonora in »La Favorita«, 1994 am Theater von St. Gallen als Orsini in »Lucrezia Borgia« von Donizetti, 1995 am Grand Théâtre Genf und 1996 an der Stuttgarter Staatsoper als Judith in »Herzog Blaubarts Burg«. 1997 übernahm sie beim Maggio Musicale Florenz die Partie des Komponisten in »Ariadne auf Naxos«, am Teatro Carlo Felice Genua die des Octavian. 1998 gastierte sie an der Opéra du Rhin Straßburg in der Titelrolle von Tschaikowskys »Jungfrau von Orléans«, am Teatro San Carlo Neapel als Sara in »Roberto Devereux« von Donizetti, am Teatro Massimo Palermo als Octavian. 1999 debütierte sie als Charlotte im »Werther« von Massenet an der Metropolitan Oper New York, an der sie bis 2013 in insgesamt 25 Vorstellungen auch die Preziosilla in Verdis »La forza del destino«, die Herodias in »Salome« von R. Strauss, die Santuzza in »Cavalleria rusticana« und die Amme in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss gesungen hat. 1999 gastierte sie am Teatro verdi in Triest als Octavian, 2000 am Teatro San Carlo Neapel als Komponist in »Ariadne auf Naxos«, an der Staatsoper Hamburg als Judith, 2001 am Teatro San Carlo Neapel als Eboli in Verdis »Don Carlos«. 2011 gastierte sie als Amneris an der Bayerischen Staatsoper München. Am 13.3.2017 sang sie an der Grand Opéra Paris in der Uraufführung der Oper »Ariadne auf Naxos« von Luca Franbcesconi die Partie der Asie. Aus ihrem Repertoire für die Bühne sind noch die Adalgisa in Bellinis »Norma«, die Dido in »Dido and Aeneas« von Purcell, der Orpheus in »Orpheus und Eurydike« von Gluck, die Dorabella in »Così fan tutte«, der Cherubino in »Le nozze di Figaro«, der Sesto in »La clemenza di Tito« von Mozart, die Maddalena im »Rigoletto«, die Principessa in »Adriana Lecouvreur« von Cilea und die Clara in Prokofjews »Die Verlobung im Kloster« zu nennen.

Schallplatten: Arte Nova (Komponist in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, Teatro San Carlo Neapel).

 

23.3. Michael NYMAN wird 75

Er studierte unter anderem Klavier und Musikgeschichte am Royal College of Music und am King’s College London. Weil er die damals vorherrschende atonale zeitgenössische Musik ablehnte, gab er 1964 das Komponieren auf und arbeitete als Musikwissenschaftler. In einer 1968 veröffentlichten Kritik von Cornelius Cardews The Great Digest verwendete er als erster den Begriff Minimalismus für eine neue musikalische Stilrichtung, die vor allem durch die Komponisten Steve Reich und Philip Glass vertreten wurde. Reichs Komposition Come Out beeindruckte ihn derart, dass er zur praktischen Musikausübung zurückfand: 1968 schrieb er das Libretto zu Harrison Birtwistles Down by the Greenwood Side. Es war auch Birtwistle, der Nyman bat für eine Bühnenproduktion von Il Campiello venezianische Lieder des 18. Jahrhunderts zu bearbeiten. Zu diesem Zweck gründete Nyman 1976 die „lauteste, elektronisch unverstärkte Straßenband“, die man sich vorstellen konnte, die Campiello Band, deren Musik teils auf alten Instrumenten wie der Schalmei, teils auf modernen Instrumenten wie dem Saxophon gespielt wurde. Nymans Ziel war es, so laut wie möglich zu spielen ohne elektronische Verstärkung zu benutzen. Nyman hielt die Gruppe nach dem Auslaufen des Schauspiels zusammen, fügte ihr sein eigenes Klavierspiel hinzu und schrieb für sie In Re Don Giovanni, eine Variation über 16 Takte von Wolfgang Amadeus Mozart. Er setzte nun auch elektronische Verstärkung ein und benannte die Formation um in Michael Nyman Band. Fast alle Stücke Nymans, ob für Sinfonieorchester, Chor oder Streichquartett geschrieben, werden zuerst in dieser Band ausprobiert. Nyman wurde der Öffentlichkeit vor allem vertraut als Filmkomponist, insbesondere für die Filme von Peter Greenaway, aber auch kommerziellere Produktionen wie Gattaca, Das Ende einer Affäre (The End of an Affair) und vor allem Jane Campions Das Piano (The Piano), seinem größten kommerziellen Erfolg. 1974 veröffentlichte Nyman ein einflussreiches Buch über experimentelle Musik (Experimental Music: Cage and Beyond), in dem er den Einfluss John Cages auf die zeitgenössische Musik untersucht. Nyman, vielleicht einer der humorvollsten aller Komponisten klassischer Musik, war Mitglied der berüchtigten Portsmouth Sinfonia, dem laut Selbstbeschreibung weltschlechtesten Orchesters, das vor allem Rock- und Pop-Klassiker wie Bridge Over Troubled Water genussvoll variierte und zerstörte. Nyman gründete ein ähnliches Orchester namens Foster’s Social Orchestra, das sich auf die Musik Stephen Fosters konzentrierte. Daneben spielte er, etwa mit den Flying Lizards, Popmusik ein, schrieb Begleitmusik für eine Modenschau von Yohji Yamamoto und für das Computerspiel Enemy Zero. Um seine Werke unabhängig veröffentlichen zu können, gründete Nyman im Mai 2005 sein eigenes Plattenlabel MN Records. Michael Nymans Musik gründet in der Ablehnung der zeitgenössischen Musik, die er vorfand: „Als Student […] schrieb ich im Stil von Paul Hindemith und Dimitri Schostakowitsch. Dann kam ich in Kontakt mit der Manchester Schule – Peter Maxwell Dabies, Harrison Birtwistle und Alexander Goehr – und es war nicht nur ein absolutes Gebot, serielle Musik zu schreiben, sondern auch alle andere Musik, die nicht seriell war, als die Musik von Idioten zu betrachten. […] ich schrieb nicht eine einzige Note von 1964 bis 1976, weil ich mich nicht damit abfinden konnte, serielle Musik zu schreiben.“ Die Begegnung mit den amerikanischen Pionieren der Minimal Music führte Nyman zurück zur Musik, jedoch mit einem wesentlichen Unterschied: Während die Amerikaner ohne Vorbilder genau kontrollierte Formsysteme benutzten, ging Nyman bei seinen weniger eingeengten Kompositionen vom Vorbild der westlichen Musiktradition aus, um ausdrücklich „schöne“ Musik zu schaffen. Komponisten, deren Werke Nyman oft augenzwinkernd als Ausgangspunkt für eigene Kompositionen sind, sind etwa Wolfgang Amadeus Mozart (In Re Don Giovanni, Drowning By Numbers), Henry Purcell (The Draughtman’s Contract), Heinrich Ignaz Franz Biber (A Zed and Two Noughts), John Dowland (Prospero’s Books) und Anton Webern (Five Orchestral Pieces for Opus Tree). Nyman kombiniert hier musikgeschichtliche Zitate, avantgardistische Form und Eingängigkeit. „Nach einem festen Verfahren wählt Nyman […] sehr kurze wörtliche Zitate aus der klassischen Vorlage und unterwirft sie einer minimalistischen Repetition. Die tonale Orientierung bleibt erhalten, verändert wird jedoch die harmonische Fortschreitung. Schließlich fehlen ganze Takte des Ausgangsmaterials und die harmonischen Stufen stehen unvermittelt nebeneinander, statt logisch einer Kadenz zu folgen.“ Das Ergebnis ist Musik, die für Eingeweihte wie für musikhistorisch ungebildete Hörer gleichermaßen Reiz besitzt, da sie einerseits intelligent mit der Tradition spielt, aber andererseits nie atonal wird. In den vergangenen Jahren hat sich Nyman wieder verstärkt der L’art pour l’art zugewandt. So wurden beispielsweise in Zusammenarbeit mit dem Badischen Staatstheater in Karlsruhe zwischen 2002 und 2005 drei Opern uraufgeführt: 2002 Facing Goya, 2004 Man and Boy: DaDa (Text von Michael Hastings) und 2005 Love Counts (Text von Michael Hastings). Auf dem Berliner MaerzMusik-Festival für aktuelle Musik 2011 stellte Nyman in der Berliner Volksbühne seine Neuvertonung von Dziga Vertovs Film Ein Sechstel der Erde vor.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.michaelnyman.com/

 

24.3. Rebecca BLANKENSHIP wird 65

 Tochter des bekannten amerikanischen Tenors William Blankenship (1928-2017). Sie kam im Alter von einem Jahr nach Österreich und verlebte ihre Jugend dort, in Westdeutschland und in der Schweiz. Ihre Ausbildung zur Sängerin erhielt sie in New York bei Judith Oas. 1983 kam sie nach Europa zurück und fand 1984-86 ein erstes Engagement am Stadttheater von Ulm als Mezzosopranistin. Sie wechselte dann jedoch ins Sopranfach und war 1986-88 Mitglied des Stadttheaters von Basel. Hier sang sie Partien wie die Elettra in »Idomeneo« von Mozart, die Leonore im »Troubadour«, die Titelheldin in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch und den Female Chorus in »The Rape of Lucretia« von Benjamin Britten. Eine ausgedehnte Gastspieltätigkeit ließ sie zu internationalem Ansehen kommen; so gastierte sie an der Wiener Volksoper (als Agathe im »Freischütz«, als Martha in d’Alberts »Tiefland« wie als Hanna Glawari in Lehárs »Die lustige Witwe«), an der Staatsoper Stuttgart (Leonore im »Fidelio« 1988), an der Berliner Staatsoper (als Martha in »Tiefland« 1988), an der Opéra de Wallonie Lüttich (als Elsa im »Lohengrin«), in Madrid, Amsterdam, und am Stadttheater von Bern (1989-90). Bei den Bregenzer Festspielen hörte man sie 1989 als Senta in »Der fliegende Holländer«, an der Opera Forum im holländischen Enschede als Leonore im »Fidelio«. 1990 fand ihr USA-Debüt an der Oper von San Francisco als Sieglinde in der »Walküre« statt. An der Wiener Staatsoper sang sie 1991-92 die Sieglinde, die Grete in »Der ferne Klang« von Franz Schreker, die fremde Fürstin in »Rusalka« von Dvorák und die Marie im »Wozzeck« von A. Berg in insgesamt 8 Vorstellungen. An der Wiener Volksoper übernahm sie 1991 die Titelpartie in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch. 1993 sang sie an der Canadian Opera Toronto und bei deren Gastspiel beim Edinburgh Festival, 1995 am Theater von Basel in dem Monodrama »Erwartung« von Schönberg. 2003 gastierte sie am Theater Dortmund als Küsterin in »Jenufa« von Janácek. Eine weitere Bühnenrolle war die Ariadne in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. Auch als Konzertsängerin kam sie zu einer Karriere auf internationalem Niveau. 2014 begann sie gemeinsam mit ihrer Schwester Beverly Blankenship Regie zu führen.

Von ihrer Stimme sind Mitschnitte von Rundfunksendungen vorhanden.

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.rebeccablankenship.com/

 

24.3. Graham SCOTT wird 65

 Biographie des südafrikanischen Dirigenten auf Englisch: https://www.operamusica.com/artist/graham-scott/#biography  

 

24.3. Rogers COVEY-CRUMP wird 75

Er sang als Chorknabe am New College Oxford und war dann Lay-Clerk an der St. Alban’s Cathedral. Er studierte Gesang und Musik am Royal College of Music London, erwarb dort sein Diplom für Orgelspiel und an der London University den akademischen Grad eines Bachelor of Music. Zu Beginn der siebziger Jahre eröffnete er eine große Karriere als Konzert- und Rundfunksänger, wobei er als Solist wie als Mitglied verschiedener Vokal-Ensembles in Erscheinung trat. So sang er viel mit dem Hilliard Ensemble und mit dem Ensemble Gothic Voices zusammen, war Solist bei der Academy of Ancient Music und den Chören der Christ Church Oxford wie des King’s College Cambridge. 1984 hatte er in London große Erfolge als Solist in der Cäcilienode von Purcell, 1985 in der Matthäuspassion von J.S. Bach; 1988 erregte er in Helsinki in Händels »Messias« Aufsehen, 1988 folgte eine Tournee mit zeitgenössischen Werken, die ihn nach Berlin, Spanien und Italien führte. 1985 hörte man ihn in London in der H-Moll-Messe von J.S. Bach, 1986 im finnischen Turku als Solisten in der »Schöpfung« von Haydn und 1987, ebenfalls in Turku, mit dem Hilliard Ensemble in der Johannes-Passion des zeitgenössischen Meisters Arvo Pärt. 1986 gab er Konzerte in Amsterdam und Madrid. Dazu setzte er seine Konzerttätigkeit in seiner englischen Heimat ständig fort. Er übte eine Lehrtätigkeit an der University of California wie in Sommerkursen in Finnland aus.

Sein Repertoire wurde auf einer Anzahl von Schallplatten festgehalten. So sang er auf den Marken Erato (Vokalmusik von Purcell), HMV (H-Moll-Messe und Johannespassion von J.S. Bach, Monteverdi-Vespern, Cäcilienode von Purcell), Hyperion (Französische und englische Lieder mit Lautenbegleitung, Werke von Purcell), Decca (Messen von J. Haydn und Mozart, Matthäuspassion von H. Schütz), TIS (»Alceste« von Händel), Virgin/EMI (Evangelist in der Johannespassion von J.S. Bach), ECM (Johannes-Passion von Arvo Pärt), Koch Records (Odes and Welcome Songs von Purcell), Helikon (Matthäuspassion von Theile), EMI (»L‘Orfeo« und Vespern von Monteverdi); Vanguard (Evangelist in der Matthäuspassion von J.S. Bach, auch als Video).

 

24.3. Karl WÜSTEMANN wird 90

 Er arbeitete als Schlosser und Bauarbeiter; nach Entdeckung der Stimme wurde diese seit 1957 in den Studios der Komischen Oper Berlin durch Deitil und der Staatsoper Berlin durch Eva Adamy ausgebildet. Debüt 1961 am Theater von Stralsund als Alfredo in Verdis »La Traviata«. International bekannt wurde er seit 1964 als Mitglied der Staatsoper und der Komischen Oper Berlin sowie durch Gastauftritte in Wiesbaden und am Opernhaus von Leningrad, an den Nationaltheatern von Bratislava und Prag. Seit 1984 Mitglied des Staatstheaters von Karlsruhe. Hier wirkte er u.a. am 9.3.1989 in der Uraufführung der Oper »Der Meister und Margarita« von Rainer Kunad mit. Sein Rollenrepertoire besaß eine ungewöhnliche Breite und reichte von lyrischen Partien (Don Ottavio im »Don Giovanni«, Tamino in der »Zauberflöte«, Rodolfo in »La Bohème«) bis zum Radames in Verdis »Aida«, dem Manrico im »Troubadour«, dem Lohengrin und dem Hüon im »Oberon« von Weber. Geschätzter Konzertsänger.

Aufnahmen bei Eterna.

 

25.3. Svetlana DOBRONRAVOVA wird 65

 Sie erhielt ihre Ausbildung am Konservatorium von Rostow. 1982 begann sie ihre Bühnenkarriere am Opernhaus von Lwów (Lemberg), wo sie als Tosca debütierte. Bis 1989 blieb sie an diesem Haus engagiert und sang dort Partien wie die Santuzza in »Cavalleria rusticana«, die Jaroslawna in Borodins »Fürst Igor« und die Titelrolle in »La Gioconda« von Ponchielli. 1989 folgte sie einem Ruf an die Ukrainische Nationaloper in Kiew. Hier sang sie in den folgenden Jahren die Abigaille im »Nabucco« von Verdi, die Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, die Desdemona in dessen »Otello«, die Leonore in »La forza del destino«, die Elsa im »Lohengrin«, die Tatjana im »Eugen Onegin« und die Maria in »Mazeppa« von Tschaikowsky. Sie sang mit dem Ensemble des Opernhauses von Kiew bei Gastspieltourneen in den europäischen Musikzentren, u.a. 1994-95 die Abigaille. Weitere Gastauftritte in Kanada und 1996, wieder als Abigaille, in England.

 

25.3. Klaus MERTENS wird 70

Er erhielt bereits als Knabensopran eine erste Ausbildung und studierte später Musik und Gesang bei Else Bischof-Bornes und bei Peter Massmann in Köln, dann bei Jacob Stämpfli in Essen. Er begann darauf eine große internationale Konzertkarriere. Er trat in den deutschen Musikmetropolen, in Europa, in Israel und Kanada auf, wobei er sich besonders dem Oratorium und der religiösen Vokalmusik widmete. Dabei standen Werke aus der Barock-Epoche, vor allem Kompositionen von J.S. Bach, im Vordergrund seines weit gespannten Repertoires, das bis in die zeitgenössische Musik reichte. Ein weiterer Schwerpunkt in seiner künstlerischen Arbeit war das deutsche Kunstlied der Romantik. Er wirkte u.a. bei den Ansbacher Bach-Wochen, beim Festival von Flandern, beim Festival von Aix-en-Provence, beim Händel-Festival in Oxford und bei vielen weiteren Festspiel-Veranstaltungen mit. 1996 sang er bei den Telemann-Festtagen in Magdeburg die Titelrolle in einer (konzertanten) Aufführung von Händels »Richard I., König von England«. Nicht zuletzt wurde er durch Rundfunkauftritte und durch zahlreiche Schallplattenaufnahmen bekannt.

Von letzteren sind zu nennen: Carus-Verlag (geistliche Vokalmusik von Mozart und Durante), OPS (»Lied von der Glocke« von Rombach), Hill (»Debora« von Gregor Joseph Werner), Canterino (Werke von Thelemann, A. Berg, A. Schönberg, Schottische Volkslieder von J. Haydn), Aulos (»Winterreise« von Schubert), Virgin/EMI (Missa SS. Cosmae et Damiani von Caldara), Erato (Matthäuspassion, Magnificat, Osteroratorium, Weihnachtsoratorium und Kantaten von J.S. Bach), Erato/Warner (Markus-Passion und Kantaten von J.S. Bach), Philips (H-Moll-Messe von J.S. Bach), Capriccio (Matthäuspassion und Weihnachtsoratorium von J.S. Bach, »Die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu Christi« von Telemann), Capriccio/EMI (Messen von Fr. Schubert), Harmonia mundi (»Der Tod Jesu« von Graun), NCA (Matthäuspassion von Telemann, »Elegie« von Othmar Schoeck), NCA/TIM (Geistliche Lieder von Max Reger), CPO (Missa Corpus Christi von J.J. Fux, Orchesterlieder von Schubert/Reger, Schemelli-Gesangbuch von J.S. Bach, Lieder und Oden von Ph.E. Bach, »Die Auferstehung« von G.Ph. Telemann, Weihnachtsoratorium von Carl Heinrich Graun, Cornett-Kantaten und »Der Tod Jesu« von G. Ph. Telemann, Kantaten und Sinfonien von Wilhelm Friedrich Ernst Bach, Friedens-Cantata von Johann Michael Bach).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.klausmertens.eu/

 

25.3. Gabriela BEŇAČKOVÁ wird 75

 Sie erhielt ihre Ausbildung durch Tatjana Kresanková in Zilina (Slowakei) und besuchte dann die Musikhochschule von Bratislava, wo sie in erster Linie Schülerin von Janko Blaho war. 1962 wurde sie Preisträgerin im Janácek-Wettbewerb in Luhacovice (Mähren), 1963 gewann sie den Dvorák-Concours in Karlovy Vary (Karlsbad, Böhmen). Nach ersten Erfolgen an kleineren Operntheatern wurde sie 1970 an das Nationaltheater in Prag berufen, wo sie als Natascha in »Krieg und Frieden« von Prokofjew ein glänzendes Debüt hatte. Seither gefeiertes Mitglied dieses bedeutendsten tschechischen Opernhauses, wobei sie ihre größten Erfolge im lyrisch-dramatischen Stimmfach hatte. 1978-92 in insgesamt 148 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper aufgetreten (als Jenufa in der gleichnamigen Oper von Janácek, als Maddalena in »Andrea Chénier« von Giordano, als Lisa in Tschaikowskys »Pique Dame«, als Marguerite im »Faust« von Gounod, als Mimì in »La Bohème«, als Rusalka in der gleichnamigen Oper von Dvorák, als Desdemona in Verdis »Otello«, als Tatjana in Tschaikowskys »Eugen Onegin«, als Ariadne auf Naxos von R. Strauss, als Leonore im »Fidelio«, als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«, als Elisabeth im »Tannhäuser« und als Senta in »Der fliegende Holländer«). Ab 1981 ging sie freischaffend einer großen Karriere an führenden Opernhäusern in aller Welt nach, vor allem trat sie an der Staatsoper von München und seit 1979 an der Londoner Covent Garden Oper in Erscheinung, an der sie als Tatjana debütierte. Auch bei den Salzburger Festspielen aufgetreten (1984 Sopransolo im »Elias« von Mendelssohn, 1990 als Leonore im »Fidelio«, 2012 als Gräfin de la Roche in B.A. Zimmermanns »Die Soldaten«). 1983 erfolgreiches Gastspiel an der Oper von Köln als Maddalena in »Andrea Chénier«. Am 18.11.1983 sang sie bei der Wiedereröffnung des renovierten Prager Nationaltheaters die Titelrolle in Smetanas »Libuse«. Sie wurde mit dem Staatspreis der CSSR ausgezeichnet und 1985 zur Nationalkünstlerin ernannt. 1987 gastierte sie als Rusalka in einer konzertanten Aufführung dieser Märchenoper in New York. Sie kam auch an der Metropolitan Oper New York zu großen Erfolgen, wo sie 1991 als Katja Kabanowa in der Premiere der gleichnamigen Oper von Janácek debütierte und bis 1999 in insgesamt 39 Vorstellungen auch die Leonore im »Fidelio«, die Mimi, die Jenufa, die Rusalka und die Desdemona sang. An der San Francisco Opera gastierte sie 1986 als Jenufa und 1989 als Margherita und Elena in »Mefistofele« von Boito. Sie gastierte 1988 an der Deutschen Oper Berlin (an der sie oft zu Gast war) als Desdemona, am Gran Teatre del Liceu in Barcelona als Marguerite im »Faust«, 1989 an der Staatsoper Stuttgart als Maddalena in »Andrea Chénier«. Seit 1992 war sie als Gast am Opernhaus von Zürich zu hören, u.a. als Leonore im »Fidelio«, als Elisabetta im »Don Carlos« von Verdi, als Ariadne, als Rusalka, als Jenufa und als Maddalena in »Andrea Chénier«. 1993 trat sie an der Berliner Staatsoper als Jenufa auf, an der Opéra Bastille Paris als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«, 1995 am Teatro Fenice Venedig als Senta, 2001 am Opernhaus von Brno (Brünn) als Emilia Marty in »Die Sache Makropoulos« von Janácek. Die Stadt Parma verlieh ihr die »Medaglia d‘ oro Verdi«. Seit 2008 war sie kurzzeitig Direktorin des Opernhauses von Bratislava (Preßburg). – Ihre üppige, reich gebildete Sopranstimme wurde auf der Bühne durch eine eminente darstellerische Begabung glücklich ergänzt. Auch im Konzertsaal trat sie im Rahmen einer internationalen Karriere in einem weit gespannten Repertoire auf. Sie sang auch unter den Namen Beňačková-Čáp (Čápová).

Schallplatten: Titelrolle in einer vollständigen Aufnahme von Janáceks »Jenufa« auf Supraphon, die auf Eurodisc übernommen wurde; gleichfalls sang sie auf Supraphon die Titelpartie in »Das schlaue Füchslein« von Janácek, die Marie in »Die verkaufte Braut«, ferner in »Libuse« von Smetana, in »Rusalka« und »Dimitrij« von Dvorák, in »Susanna Vajírová« von J. Pauer, in der »Braut von Messina« von Z. Fibich sowie das Sopransolo in der Glagolitischen Messe von Janácek und im Requiem von Dvorák. Auf Eurodisc erschien eine Arien-Platte, ebenso ein Recital auf Supraphon/Koch. Weitere Aufnahmen bei DGG (9.Sinfonie von Beethoven), Aris (8. Sinfonie von Gustav Mahler), Hänssler Verlag-Fono (Messa per Rossini), BIS (»Jenufa«), Supraphon/Koch (Titelrolle in »Katja Kabanowa« von Janácek, 9. Sinfonie von Beethoven), Telarc (Leonore im »Fidelio«), Sony (Glagolitische Messe von Janácek), Opus (»Krútnava« von Suchon); Topaz-Video (»Die verkaufte Braut«), Castle-Video (»Fidelio«), Arthaus-Video (»Fidelio«, London 1991).

 

25.3. Der italienische Tenor Gianfranco MANGANOTTI wird 85

 

26.3. Stefano PALATCHI wird 60

 Informationen über den spanischen Bassisten auf seiner Homepage: https://www.stefanopalatchi.com/

 

26.3. Carlo GALANTE wird 60

 Informationen über den italienischen Komponisten auf seiner Homepage: http://www.carlogalante.it/

 

26.3. Peter SCHNEIDER wird 80

Er war 1949-53 Mitglied der Wiener Sängerknaben, und machte dabei die erste Bekanntschaft mit der Oper. Nach dem Abitur 1957 begann er ein Kompositionsstudium bei Karl Schiske an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien und Dirigier-Studium bei Hans Swarowsky. 1959 hatte er sein erstes Engagement als Korrepetitor am Landestheater Salzburg. 1961-68 war er Studienleiter und Kapellmeister an den Städtischen Bühnen Heidelberg. 1968-78 wirkte er als Erster Kapellmeister an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf-Duisburg. 1978-85 war er Generalmusikdirektor in Bremen, 1985-87 Generalmusikdirektor und Operndirektor in Mannheim und 1993-98 Chefdirigent der Bayerischen Staatsoper in München, danach dort „Erster Gastdirigent“. Schneider ist Ständiger Gastdirigent in Wien, Dresden, München, Hamburg, Berlin (Deutsche Oper), Zürich und hat Gastspiele in Europa, an der Metropolitan Opera New York (1995 Die Zauberflöte, 2002 Fidelio, 2006 Parsifal), an der San Francisco Opera (1990 Der Ring des Nibelungen, 1991 Tristan und Isolde, 2002 Die Entführung aus dem Serail) und Tokio. Viermal in Folge wurde er von einer Kritikerjury in Barcelona zum „Besten Dirigenten des Jahres“ gewählt. Seit 1990 hat er das künstlerische Profil der Semperoper Dresden in entscheidender Weise mit geprägt. Schneider dirigiert bei den Salzburger Festspielen (2000 Don Giovanni und 2004 Der Rosenkavalier) sowie bei den Münchner Opernfestspielen (vorrangig Mozart, Wagner, Richard Strauss) 1981-2012 war er Dirigent bei den Bayreuther Festspielen (in 20 Spielzeiten 142 Aufführungen: 1981-82, 1994 und 1998-99 Der fliegende Holländer, 1984-86 Der Ring des Nibelungen, 1987-91, 1993 und 2005 Lohengrin, 2006, 2008-09 und 2011-12 Tristan und Isolde). Er ist damit der am häufigsten bei den Bayreuther Festspielen tätige Dirigent (vor Horst Stein und Daniel Barenboim mit je 17 Festspielen). An der Wiener Staatsoper, deren Ehrenmitglied er seit 2004 ist, hat er bisher rund 400 Vorstellungen dirigiert.

 

27.3. Poul RUDERS wird 70

Er ist ausgebildeter Organist und studierte Orchestrierung bei Karl Aage Rasmussen. Ruders erste Kompositionen stammen aus der Mitte der 1960er Jahre. Zu Ruders kompositorischen Werken zählen Opern, Orchesterwerke, Kammermusik, Vokalmusik und Solomusikwerke. Er komponiert stilistisch vielseitig, von der Vivaldi-Persiflage seines ersten Violinkonzerts (1981) bis zum explosiven Modernismus bei Manhattan Abstraktion (1982). 2016 wurde ein Asteroid nach ihm benannt: (5888) Ruders.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://poulruders.net/

 

28.3. Jiří KALENDOVSKÝ wird 60

Er begann zunächst ein Studium als Bauingenieur, erhielt aber bereits während dieser Zeit Gesangsunterricht und nahm an Gesangskursen in Deutschland wie in Bulgarien teil. Nachdem er 1981 einen Gesangwettbewerb gewonnen hatte, begann er seine Bühnenkarriere am Opernhaus von Olomouc (Olmütz), dem er während drei Jahren bis 1984 angehörte. Er debütierte dort als Commendatore im »Don Giovanni« und sang in Olmütz ingesamt 13 Partien. 1984 wechselte er an das Theater von Ostrava (Mährisch-Ostrau), wo er in den folgenden fünf Jahren in Partien wie dem Kezal in Smetanas »Die verkaufte Braut«, dem Gremin im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, dem Kontschak in »Fürst Igor« von Borodin, dem Basilio im »Barbier von Sevilla« und dem Zaccaria in Verdis »Nabucco« auftrat. Er gastierte während dieser Zeit am Opernhaus von Brno (als Kezal und als Gremin) und am Nationaltheater Prag (als Sparafucile im »Rigoletto« und als Sarastro in der »Zauberflöte«). 1989 wurde er in das Ensemble des Nationaltheaters Prag berufen, wo er als weitere Rollen den Rocco im »Fidelio«, den Pater Guardian in Verdis »La forza del destino« und den Bartolo in »Le nozze di Figaro« übernahm. Er trat als Gast vor allem in Holland, aber auch in Deutschland und Österreich, in Finnland, Spanien, Lettland, Griechenland und Japan auf. Aus seinem Repertoire für die Bühne sind noch der Matous in »Hubicka« (»Der Kuss«) von Smetana, der Lutobor in »Libussa« vom gleichen Meister, der Benes in dessen Oper »Dalibor«, der Farlaf in »Ruslan und Ludmilla« von Glinka, der Großinquisitor in Verdis »Don Carlos«, der Janek in »V studni« (»Im Brunnen«) von V. Blodek und der Faráz in Janáceks »Das schlaue Füchslein« zu erwähnen. Auch im Konzertsaal kam er zu einer bedeutenden Karriere; hier hörte man ihn u.a. als Solisten im »Messias« von Händel, im Stabat mater und in dem Oratorium »Svatá Ludmila« von Dvorák, im Requiem von Mozart, in der Missa solemnis von Beethoven, in der Tschechischen Weihnachtsmesse von J.J. Ryba und im Magnificat von J.S. Bach.

Schallplatten: Supraphon (»Der Messias«, Messe D-Dur von A. Dvorák, Dixit Dominus von Vivaldi, »Il Ballo delle ingrate« von Monteverdi).

 

29.3. Juanita WALLER wird 80

 Sie wurde an der Carnegie-Mellon University Pittsburgh durch Maria Malpi ausgebildet. Sie kam nach Europa und debütierte am Stadttheater von Bremen als Salome in der gleichnamigen Richard Strauss-Oper. Sie sang dann an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, am Opernhaus von Wuppertal, an der Wiener Volksoper, am Teatro San Carlo Neapel und am Opernhaus von Zürich. 1970-71 gastierte sie am Stadttheater Aachen als Salome. In den USA hörte man sie u.a. an der Oper von San Antonio und an der Opera South Jackson. Bei der letztgenannten Gesellschaft wirkte sie 1974 in der Uraufführung der Oper »The Bayou Legend« von Still mit. Aus dem Bühnenrepertoire der farbigen Sängerin verdienen die Aida, die Poppea in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea« und die Bess in »Porgy and Bess« von Gershwin besondere Erwähnung. Ebenso bekannt wie als Bühnensängerin wurde sie in ihrem Wirken auf dem Konzertpodium; auch als Gesangpädagogin tätig. Ihre Tochter Wendy Waller wurde eine berühmte Koloratursopranistin.

 

29.3. Christiane HARBELL wird 90

 Sie begann zuerst ein Klavierstudium am Conservatoire National Paris, nahm dann am gleichen Institut Gesangsunterricht bei Jean Giraudeau. 1954 erfolgte ihr Bühnendebüt am Pariser Théâtre Châtelet in Benatzkys »Im Weißen Rössl«. 1955 wechselte sie nach Brüssel, wo sie ebenfalls erfolgreich in Operetten auftrat. 1956 wurde sie an die Grand Opéra Paris engagiert und erschien auch bald an der Opéra-Comique. Sie trug hier vor allem Soubrettenpartien vor, an der Grand Opéra u.a. die Papagena in der »Zauberflöte«, die Marzelline im »Fidelio«, die Frasquita in »Carmen«, den Siebel im »Faust« von Gounod und den Pagen Oscar im »Maskenball« von Verdi, an der Opéra-Comique die Elisetta in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, die Zerline im »Don Giovani«, die Titelrolle in »Angélique« von Ibert, die Clairette in »La Fille de Mme. Angot« von Lecocq und die Adele in der »Fledermaus«. An der Opéra-Comique sang sie 1962 in der Uraufführung der Oper »Princesse Pauline« von Henri Tomasi. Sie trat bis 1971 an den beiden großen Opernhäusern der französischen Metropole auf. Während dieser Zeit gastierte sie immer wieder an den führenden französischen Provinztheatern, u.a. in Bordeaux, Marseille, Straßburg, Toulouse und 1966 an der Oper von Monte Carlo. 1960 sang sie beim Festival von Aix-en-Provence in Gounods »Le médecin malgré lui« und 1961 in der Uraufführung der Oper »Lavinia« von H. Barraud. Sie setzte ihre Karriere bis Mitte der siebziger Jahre, vor allem auch als Operetten- und Radiosängerin, fort.

Schallplatten: Philips (Operetten-Querschnitte, um 1956), CBS (Querschnitt »Das Land des Lächelns« von Lehár), Decca (»La Fille du Tambourmajor« von Offenbach).

 

30.3. Walter FINK wird 70

 Er studierte am Konservatorium der Stadt Wien, vor allem bei Paula Köhler und wurde 1977 als Anfänger an die Wiener Staatsoper verpflichtet (Debüt als Schließer in »Tosca«). Von dort ging er 1982 an das Stadttheater von Bremen und hatte hier bereits bei seinem Debüt als Ochs im »Rosenkavalier« einen ersten Erfolg. Gastspiele führten ihn an die Stadttheater von Münster (Westfalen), Aachen und Heidelberg, an das Theater im Revier in Gelsenkirchen, an das Staatstheater Hannover und an die Volksoper in Wien (u.a. als Friedrich Engel in Kienzls »Der Evangelimann« und als Sarastro in der »Zauberflöte«). Er sang bei den Festspielen von Bregenz 1989-90 den Daland in »Der fliegende Holländer«, 1995-96 den Rocco im »Fidelio« und 2000 den General Polkan in »Der goldene Hahn« von Rimsky-Korssakow. 1988 Gastspiel am Muziektheater Amsterdam als Rocco, 1991 an der Opéra de Wallonie Lüttich als Kaspar im »Freischütz«, 1992 am Théâtre de la Monnaie Brüssel in Rossinis »La Donna del lago«, 1999 an der Bayerischen Staatsoper München als Dikoj in Janáceks »Katja Kabanowa«, 2001 an der Vlaamse Opera Antwerpen als Sarastro. An der Wiener Staatsoper, deren Mitglied er wieder 1991-2014 war, hörte man ihn u.a. als Sarastro, als Ochs, als Rocco, als Daland, sowohl als Kaspar als auch als Eremiten im »Freischütz«, als Dikoj, als Doktor in »Wozzeck« von A. Berg, als König Heinrich im »Lohengrin«, als Fafner und als Hunding in Wagners Nibelungen-Ring, als Colline in »La Bohème«, als Basilio im »Barbier von Sevilla«, als Warlaam im »Boris Godunow«, als Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, als Pogner in »Die Meistersinger von Nürnberg«, als Colonna in Wagners »Rienzi«, als Melchthal in Rossinis »Wilhelm Tell«, als Papst Pius IV. in »Palestrina« von Hans Pfitzner, als Frère Laurent in »Roméo et Juliette« von Gounod, als Kardinal Brogny in »La Juive« von Halévy und als Peneios in »Daphne« von R. Strauss. An der Metropolitan Oper New York debütierte er 2005 als Doktor im »Wozzeck« von A. Berg und wiederholte diese Partie dort im Jahr 2011. Aus seinem Repertoire für die Opernbühne seien noch genannt: der Landgraf im »Tannhäuser«, der La Roche im »Capriccio« von Richard Strauss, der Orest in dessen »Elektra« und der Ramfis in »Aida«. Erfolgreiche Karriere auch als Konzertsolist.

Schallplatten: Decca (Fafner im »Rheingold«).

 

30.3. Der italienische Bariton Antonio FERRUGGIA wird 75

 

30.3. Larissa STAJNKO wird 80

 Sie erhielt ihre Ausbildung 1959-64 am Konservatorium von Moskau bei Nina L. Dorliak. Während ihres Studiums erregte sie bereits beim Mussorgsky-Gesangwettbewerb Aufsehen. Sie begann ihre Bühnenkarriere an den Theatern von Swerdlowsk (Jekaterinburg), Alma-Ata (Kasachstan) und Kuibyschew (Samara) und wurde dann 1977 an das Stanislawski- und Nemirowitsch-Dantschenko-Theater in Moskau engagiert. Hier trat sie in einer Vielzahl von Partien für lyrischen und Koloratursopran auf: als Rosina im »Barbier von Sevilla«, als Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«, als Sandrina in »La finta giardiniera« von Mozart, als Manon von Massenet, als Jolanthe in der Oper gleichen Namens von Tschaikowsky, als Clara in »Porgy and Bess« von Gershwin, als Ninetta in »L’Amour des trois oranges« von Prokofjew, auch in Opern zeitgenössischer russischer Komponisten. In ihrem Repertoire für die Bühne fanden sich auch die Gilda im »Rigoletto«, die Traviata, die Titelpartie in »Schneeflöckchen« und die Marfa in der »Zarenbraut« von Rimsky-Korssakow. Die Sängerin, die 1983 mit dem Titel einer Verdienten Künstlerin der UdSSR ausgezeichnet wurde, hatte auch eine erfolgreiche Konzertkarriere.

Schallplatten: Melodiya.

 

30.3. Achim FREYER wird 85

Der Meisterschüler von Bertolt Brecht ließ sich zum Maler ausbilden, bevor er sich dem Theater zuwandte, wo er als Regisseur sowie als Bühnen- und Kostümbildner arbeitete. Schauspielinszenierungen entstanden am Berliner Schlosspark- und Schillertheater, am Berliner Ensemble (u. a. Hamlet 2000) sowie am Burgtheater Wien (u. a. die Theatertrilogie Metamorphosen des Ovid 1987, Woyzeck 1989, Phaeton 1991, Der Diener zweier Herren 1997 und die Uraufführung Die Eingeborene 1999). Ein Fest für Boris von Thomas Bernhardt feierte am 21. Dezember 2002 am Berliner Ensemble Premiere. Operninszenierungen führten ihn u. a. nach München, Basel, Amsterdam, Wien, Berlin, Paris und Salzburg. Er inszenierte 1980 in Stuttgart Webers Der Freischütz und 1982 in Hamburg Mozarts Die Zauberflöte, eine Inszenierung, die Theatergeschichte geschrieben hat und die noch heute nach 20 Jahren Triumphe vor stets ausverkauftem Hause feiert. Dieses Werk interpretierte er gleichfalls 1991 in Wien, 1997 für die Salzburger Festspiele und 2002 für die Schwetzinger Festspiele und die Opéra National du Rhin in Straßburg. Weitere Regiearbeiten waren u. a. Glucks Orfeo ed Euridice 1982 an der Deutschen Oper Berlin, Rossinis La Cenerentola 1997 an der Wiener Volksoper und Bachs H-Moll-Messe als szenische Uraufführung für die Schwetzinger Festspiele 1996. Im selben Jahr entstand eine Inszenierung von Mozarts Don Giovanni in Venedig sowie 1998 als Koproduktion für die Schwetzinger Festspiele, Straßburg, Lissabon und Montpellier. Wagners Tristan und Isolde inszenierte er 1994 in Brüssel. Für seine Inszenierung von Turandot/Perséphone 1994 in Venedig wurde er mit dem italienischen Kritikerpreis für die beste Inszenierung des Jahres ausgezeichnet. Bei den Wiener Festwochen inszenierte er 1998/99 Monteverdis L’Orfeo (in Koproduktion mit der Bayerischen Staatsoper München) und 1999/2000 Schumanns Genoveva (in Koproduktion mit der Oper Leipzig). Für die Schwetzinger Festspiele 2001 erarbeitete er Haydns selten gespielte Oper L’Anima del filosofo, ossia Orfeo ed Euridice und für die Deutsche Oper Berlin 2001 eine szenische Version von Verdis Messa da Requiem. 2002 erfolgte sein USA-Debüt mit einer überarbeiteten szenischen Realisierung der H-Moll-Messe an der Los Angeles Opera. Seine jüngsten Arbeiten sind Richard Strauss‘ Salome (Deutsche Oper Berlin, 2003) und Hector Berlioz‘ La Damnation de Faust (als Koproduktion der Los Angeles Opera und der Opera Narodowa, Warschau, 2003). Im April 2004 hat er die Händel-Oper Ariodante an der Oper Frankfurt inszeniert. In Achim Freyers Schaffen nehmen Musiktheater-Uraufführungen einen großen Raum ein, u. a. die Philip-Glass-Trilogie in Stuttgart Satyagraha (1981), Echnaton (1984), Einstein on the Beach (1988) und Das Mädchen mit den Schwefelhölzern von Helmut Lachenmann an der Hamburgischen Staatsoper (1997). Für Dieter Schnebel entstanden u. a. Körper-Sprache, Maulwerke und Vergänglichkeit (UA Hamburg 1991) sowie an der Oper Leipzig die Uraufführung von Majakowskis Tod – Totentanz 1998 und Werke von Mauricio Kagel, Philip Glass, Erhard Großkopf und Alvin Curran. Großen Erfolg hatte die Uraufführung der Sciarrino-Oper Macbeth, die bei den Schwetzinger Festspielen Premiere hatte und in der Folge u. a. in Frankfurt, Graz und New York zu sehen sein wird. Eine seiner Arbeiten war die Weltpremiere von Luca Francesconis Ballata am Théatre La Monnaie in Brüssel (Herbst 2002). Mit dem 1992 von ihm gegründeten Freyer-Ensemble entwickelte Achim Freyer eine vollkommen eigenständige Theatersprache und realisierte in einem Zeitraum von zehn Jahren über 20 eigene Stücke. Darüber hinaus ist das Freyer-Ensemble ein fester Bestandteil seiner großen Opern- und Schauspielproduktionen. 2005 inszenierte Achim Freyer am Nationaltheater Mannheim seine vierte Zauberflöte, diesmal mit seinem Ensemble und in der musikalischen Bearbeitung von Alexander von Zemlinsky. 2006 folgte die fünfte Version des Mozart‘schen Werkes in Nowaja Opera in Moskau und die sechste am Teatr Wielki in Warschau. 2007 erlebte Alice in Wonderland (Musik Unsuk Chin) in der Regie von Achim Freyer ihre Uraufführung an der Bayerischen Staatsoper in München. 2008 inszenierte Achim Freyer La Traviata am Nationaltheater Mannheim. 1976-99 hatte er eine Professur für Bühnenbild an der Hochschule der Künste Berlin inne. Zahlreiche Einzelausstellungen und Beteiligungen an Gruppenausstellungen als Bildender Künstler führten ihn z. B. auf die Documenta nach Kassel (1977 und 1987) sowie nach Berlin, Bonn, Brüssel, Florenz, Hamburg, Moskau, München, Venedig, Wien und Tel Aviv. Achim Freyer erhielt 1999 den Theaterpreis des ITI (Internationales Theater Institut) und die Goldmedaille für seine Retrospektive zur Quadriennale Prag. 2007 erhielt Achim Freyer den Hein-Heckroth-Bühnenbildpreis. Sein dreibändiges Buch „Freyer – Theater“ erschien 2007 im Alexander Verlag. Weitere Projekte umfassten die Neuinszenierung von Tschaikowskys Eugen Onegin im September 2008, mit welcher die Spielzeit der Staatsoper Unter den Linden eröffnet wurde. 2009-2011 hat Achim Freyer Wagners Ring des Nibelungen an der Los Angeles Opera inszeniert. Parallel zu seinen Theaterarbeiten stellt er international seine Bilder aus.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.achimfreyer.com/

 

30.3. Die mexikanische Altistin Edna TORRES PATONI wird 100

 

31.3. Dénes GULYÁS wird 65

Er sang bereits mit zehn Jahren in einem Budapester Kinderchor und studierte dann an der Musikakademie von Budapest Gesang. Er war dort Schüler von Eva Kutrucz und von Janö Sipo. Er debütierte 1978 am Erkel-Theater Budapest als Alfredo in »La Traviata« und als Rinuccio in Puccinis »Gianni Schicchi« und sang dort auch den Rodolfo in »La Bohème« und den Pinkerton in »Madame Butterfly«. Bereits 1978 trat er erstmals in Wien auf.  1981 gewann er den ersten Preis beim Concours Pavarotti in Philadelphia und leitete damit eine große internationale Karriere ein. 1981 sang er das Tenor-Solo im Verdi-Requiem in Budapest und an der Mailänder Scala, im gleichen Jahr gab er ein Konzert in der Carnegie Hall New York. 1982 sang er an der Mailänder Scala in Strawinskys »Pulcinella«. Es folgten erfolgreiche Gastspiele an Opernhäusern in Belgien, Frankreich und Westdeutschland, in Italien und in der Sowjetunion. Seit 1985 Mitglied der Metropolitan Oper New York, an der er als italienischer Sänger im »Rosenkavalier« debütierte. Bis 1988 sang er an diesem Haus in insgesamt 44 Vorstellungen auch den Andrej Chowanski in »Chowanschtschina« von Mussorgsky, den Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod, den Rodolfo in »La Bohème«, den Herzog im »Rigoletto«  und den Des Grieux in Massenets »Manon«. An der Oper von San Francisco sang er 1986 den Lenski im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky und 1988 den Ferrando in »Così fan tutte«, 1987 am Teatro Margherita Genua den Alfredo. 1984-85 und 1987 an der Covent Garden Oper London als Nemorino in »L‘Elisir d’amore« zu Gast, 1989 in Milwaukee als Faust von Gounod, 1990 in Antwerpen und am Gran Teatre del Liceu in Barcelona als Lenski. Im Wiener Konzerthaus wirkte er 1989 in einer konzertanten Aufführung von A. Salieris »La Grotta di Trofonio« in der Partie des Artemidoro und 1990, ebenfalls in einer konzertanten Aufführung, in der Titelrolle von Giuseppe Gazzanigas »Don Giovanni« mit. 1991 sang er bei den Salzburger Festspielen den Michel in »Julietta« von B. Martinu. 1991 hörte man ihn an der Wiener Staatsoper als Des Grieux in Massenets »Manon« und in der Titelrolle der Mozart-Oper »La clemenza di Tito«, 1991 an der Oper von Dallas und am Teatro Colón Buenos Aires als Faust, 1992 an der Oper von Tel Aviv wieder als Lenski, 1993 am gleichen Haus als Rodolfo in »La Bohème«. 1997 gastierte er am Opernhaus von Toulouse als Vitek in »Die Sache Makropoulos« von Janácek; 1998 sang er an der Nationaloper Budapest in der ungarischen Erstaufführung von Ligetis »Le Grand Macabre« den Piet vom Fass. Auf der Bühne bevorzugte er das lyrische Repertoire, das weitere Höhepunkte in Partien wie dem Don Ottavio im »Don Giovanni«, dem Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla« und dem Titelhelden in Verdis »Ernani« aufwies. Gelegentlich übernahm er in Budapest auch Aufgaben aus dem Bereich der Bühnenregie. Seit 1995 unterrichtete er am Ferenc Liszt Musik Konservatorium in Budapest. 2006-14 war er als Abgeordneter der Fides-Partei Mitglied des ungarischen Parlaments.

Schallplatten: Hungaroton (Rinuccio in »Gianni Schicchi«, »Hunyadi Laszlo« von Erkel, »Falstaff« von Antonio Salieri, »Der Barbier von Sevilla« von Paisiello, Ungarische Krönungsmesse von F. Liszt, Harmonie-Messe von J. Haydn), Denon (»La damnation de Faust« von Berlioz).

 

 

 

 

Diese Seite drucken