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GEBURTSTAGE IM JÄNNER 2021

01.01.2021 | Geburtstage

GEBURTSTAGE IM JÄNNER 2021

Berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage ab dem 60er.

Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

2.1. Kazuyoshi AKIYAMA wird 80

 Schon mit drei Jahren machte er durch die Anleitung seiner Mutter, einer Musikpädagogin, die ersten Erfahrungen des Klavierspielens. Die logische Folge war seine Einschreibung eines Studiengangs in der Klavierklasse an der Toho Gakuen School of Music. Fasziniert von den Aktivitäten seines Studienkollegen Seiji Ozawa entschied er sich während seines Studiums in das Fach Dirigat bei Hideo Saito zu wechseln. Seine ersten Erfahrungen als Dirigent sammelte er noch während seiner Studienzeit beim Tornot Symphony Orchestra als Assistent Seiji Ozawas. Nach seinem Abschluss dirigierte er zunächst das Schulorchester der Toho Gakuen School of Music und machte mit ihm auch Tourneen durch Europa und die USA. Aber schon ein Jahr danach, im Februar 1964 wurde er als Dirigent vom Tokyo Symphony Orchestra engagiert und übernahm durch seine Erfolge und sein Ansehen, das er sich in kurzer Zeit in dieser Position erworben hatte, schon zwei Monate später die Stelle des Musikdirektors und Chefdirigenten. Akiyamas Erfolge mit seinem Orchester blieb auch an den Häusern auf den anderen Kontinenten nicht verborgen und so kam es, dass er als begehrter Gastdirigent auf der ganzen Welt gern gesehen ist. So erhielt er in Nordamerika Engagements am Toronto Symphony Orchestra, dem American Symphony Orchestra, dem Rochester Philharmonic Orchestra, Vancouver Symphony Orchestra, dem San Francisco Symphony Orchestra, dem Los Angeles Philharmonic Orchestra, dem Philadelphia Orchestra, dem New York Philharmonic Orchstra, dem Cleveland Orchestra und dem Boston Symphony Orchstra. aber auch in Europa dirigierte er das Royal Philharmonic Orchestra, das WDR Funkhausorchester Köln und das Münchner Rundfunkorchester. Neben seiner Tätigkeit als Musikdirektor der Tokyo Symphony war er 1973-78 Musikdirektor des American Symphony Orchestra, 1972-85 Musikdirektor des Vancouver Symphony Orchestra, dessen Ehrendirigent er heute ist, und 1985-93 Musikdirektor beim Syracuse Symphony Orchestra. Dazu war er ab 1998 in seinem eigenen Land musikalischer Berater des Hiroshima Symphony Orchestra. Seine Welttournee mit seinem Stammorchester, der Tokyo Symphony, anlässlich dessen 45-jährigen Gründungsjubiläums gestaltete sich überaus erfolgreich. Mit der Tokyo Symphony dirigierte er die japanischen Premieren von Schoenbergs Moses und Aron, von John Adams die Multimediaoper El Niño und Helmut Lachenmanns Das Mädchen mit den Schwefelhölzchen. 2001 erhielt Akiyami die Ehrenmedaille mit violettem Band.

 

3.1. Adrienne CSENGERY wird 75

Adrienne Csengery

Sie studierte anfänglich am Béla Bartók-Konservatorium von Budapest und besuchte dann die Franz Liszt-Musikakademie in der ungarischen Hauptstadt. Ihre Lehrerin war in den Jahren 1965-70 hauptsächlich Eva Kutrucz. Sie trat bereits früh in Budapest als Konzertsängerin auf. Bühnendebüt 1969 an der Budapester Nationaloper als Barbarina in »Le nozze di Figaro«. Nach ersten Erfolgen in Ungarn entwickelte sich ihre Karriere sehr schnell. 1974 wurde sie Mitglied der Bayerischen Staatsoper München (Antrittsrolle: Marzelline im »Fidelio«). Sie sang in München vor allem Mozart-Partien wie die Susanna in »Le nozze di Figaro«, die Zerline im »Don Giovanni«, die Fiordiligi in »Così fan tutte« und die Pamina in der »Zauberflöte«. Erfolgreiche Gastspiele an Opernhäusern in Wien, Berlin und Paris, in Hamburg, Köln, Bern (Schweiz) und Palermo, in Holland und Belgien. Bei den Festspielen von Glyndebourne sang sie 1976 die Susanna und 1977 die Zerline. 1980 hatte sie in der Londoner Wigmore Hall großen Erfolg in einem Konzert mit Kanzonetten von J. Haydn; 1981 wirkte sie in der Uraufführung von György Kurtags »Messages of the late Miss R.V. Troussová« mit und trat in diesem Werk in verschiedenen europäischen Musikzentren auf (Aufnahme auf Erato). 1989 sang sie beim Almeida Festival in der englischen Premiere von Kurtags »Kafka-Fragmenten«. Ihr Bühnenrepertoire, das dem lyrischen Koloraturfach zuzuordnen ist, enthielt als Höhepunkte die Titelfigur in Verdis »Traviata«, den Idamante in Mozarts »Idomeneo«, die Mimi in Puccinis »La Bohème«, die Lauretta in dessen »Gianni Schicchi«, die Norina im »Don Pasquale«, die Nedda im »Bajazzo«, die Anne Trulove in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, die Marie im »Wozzeck« und die Titelfigur in »Lulu« von Alban Berg, dazu auch Operettenrollen. Erfolgreiches Auftreten als Konzertsängerin, wobei sie sich besonders der zeitgenössischen Musik, und besonders dem Schaffen des ungarischen Komponisten György Kurtag, widmete. Sie wirkte auch bei Sendungen des westdeutschen Fernsehens mit.

Schallplatten: Hungaroton (Opernquerschnitte; »Werke für Sopran« von György Kurtág, »Kafka-Fragmente« von G. Kurtág, Mitschnitt der Uraufführung 1987), Helikon (Lieder von Strawinsky, Kanzonetten von Haydn), Koch Records (»Byron« von V. Thomson), Sony (Werke von György Kurtág).

 

4.1. Ronald CORP wird 70

 Informationen über den britischen Komponisten und Dirigenten auf seiner Homepage: http://ronaldcorp.co.uk/

 

4.1. Sandra DUGDALE wird 75

Sandra Dugdale

 

 Sie erhielt ihre Ausbildung in Leeds, dann an der Guildhall School of Music in London und durch die Pädagogen Vera Rozsa und Rupert Bruce Lockhart, ebenfalls in London. Nachdem sie 1969 im Chor der Glyndebourne Touring Opera gesungen hatte, debütierte sie bei dieser Gesellschaft 1970 als Despina in »Così fan tutte« von Mozart. Sie kam an der English National Opera London, an der Scottish Opera Glasgow (1976 als Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« von Richard Strauss), an der Opera North Leeds (1979 als Belinda in »Dido and Aeneas« von Purcell) und an weiteren englischen Operntheatern zu einer Karriere, deren Höhepunkte in Partien wie dem Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«, der Olympia in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach, der Sophie im »Rosenkavalier« von Richard Strauss, der Adele in der Strauß-Operette »Die Fledermaus« und in ähnlich gearteten Aufgaben (auch in Gilbert & Sullivan-Operetten) lagen. An der Welsh Opera Cardiff sang sie in »Greek Passion« von B. Martinù. 1983 debütierte sie an der Covent Garden Oper London in »L’Enfant et les sortilèges« von Ravel, 1985 sang sie dort die Adele in der »Fledermaus«, die sie auch 1990 am Opernhaus von Belfast vortrug. Sie trat gern in Gilbert & Sullivan-Operetten auf, namentlich bei der D’Oyly Carte Company (1990 als Yum-Yum in »The Mikado« und als Plaintiff in »Trial by Jury«). 1994 sang sie beim English Bach Festival den Amor in Glucks »Orphée et Eurydice«. Sie gastierte in Hongkong, bei den Festspielen von Camden, Wexford und Wien sowie in den USA. Im englischen Fernsehen wirkte sie in einer Aufführung von »Le nozze di Figaro« mit. Auch als Konzertsopranistin in England wie in Amerika mit Erfolg aufgetreten.

Schallplatten: Opera Rara (Arien aus italienischen Opern), Savoy-Schallplatten und -Videos mit Gilbert & Sullivan-Operetten.

 

4.1. Edward PIERSON wird 90

 Er unterrichtete zwölf Jahre lang als Musiklehrer an einer Elementarschule. Dann ließ er jedoch seine Stimme durch Blanche Branche in Chicago für die Solistenlaufbahn ausbilden. Debüt 1966 an der New York City Opera als Creon in »Oedipus Rex« von Strawinsky. Er hatte in der Folgezeit eine große Karriere an diesem Opernhaus, gastierte aber auch in weiteren Musikzentren in den USA und in Kanada und gab erfolgreiche Konzerte. Dabei bewältigte er auf der Bühne ein fast unerschöpfliches Rollenrepertoire, das von der Barock-Oper über Mozart, Verdi, Wagner, Mussorgsky und Richard Strauss bis hin zu zeitgenössischen Komponisten reichte. 1973 sang er an der City Opera New York in der Erstaufführung von »El Cimarrón« von Hans Werner Henze.

Schallplatten: Desto.

 

6.1. Brigitte PFRETZSCHNER wird 85

 Studium an der Carl Maria von Weber-Musikhochschule Dresden bei Klara Elfriede Intrau, dann bei den Dresdner Pädagogen Marga Seidel und Senta Kutzschbach. Debüt 1959 an der Staatsoper von Dresden als Marcellina in »Figaros Hochzeit« von Mozart. Sie hatte eine langjährige, erfolgreiche Karriere an diesem Opernhaus und war später zugleich auch an der Staatsoper Berlin verpflichtet. Sie gastierte an den Opernhäusern von Leipzig, Budapest und Leningrad und bei den Opernfestspielen von Wiesbaden. Ihre dunkel timbrierte, aber doch beweglich geführte Stimme sang ein reichhaltiges Bühnen- wie Konzertrepertoire.

Schallplatten: Eterna, Christophorus-Verlag (Geistliche Musik von J.A. Hasse), Capriccio (Sinfonien von G. Mahler).

 

7.1. Matthias HENNEBERG wird 65

Matthias Henneberg

 Er wuchs in Dambach-Dietharz auf und lebte seit 1965 in Dresden, wo er in den Verband der Kapellknaben eintrat und intensiven Musik- und Gesangunterricht erhielt. Seit 1976 betrieb er dann sein Gesangstudium an der Franz Liszt-Musikhochschule in Weimar bei Gerd Neumann und führte seine Ausbildung u.a. bei Pavel Lisitzian weiter. In seinem letzten Studienjahr erhielt er bereits einen Anfängervertrag am Nationaltheater Weimar, wechselte dann in das Opernstudio der Staatsoper Dresden und wurde schließlich in deren Ensemble übernommen. Hier sang er vor allen Dingen mittlere und Charakterrollen wie den Kilian im »Freischütz«, den Nachtwächter in »Die Meistersinger von Nürnberg«, den Heerrufer im »Lohengrin«, den Silvano in Verdis »Maskenball«, den Schaunard in »La Bohème«, den Haraschta in Janáceks »Das schlaue Füchslein« und den König in Prokofjews »Liebe zu den drei Orangen«. An kleineren Operntheatern übernahm er auch große Partien wie den Geronimo in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, den Guglielmo in »Così fan tutte«, den Papageno in der »Zauberflöte«, den Leporello im »Don Giovanni« und den Figaro in »Figaros Hochzeit«. Dazu betätigte er sich als Konzert-, Oratorien- und Liedersänger.

Schallplatten: Philips (Gesamtaufnahme »Salome« von R. Strauss).

 

7.1. Li-Ping HSIEH wird 80

 Sie erhielt ihre Ausbildung zur Sängerin am Conservatorio Giuseppe Verdi in Mailand, an der Juilliard School of Music New York und an der Duquesne University, wo sie 1979 den akademischen Grad eines Master of Music erwarb. Zu ihren Lehrern zählten so große Persönlichkeiten wie Licia Albanese, Eleanor Steber und Martin Rich in New York, Luigi Ricci in Rom und Ettore Campogalliani in Mailand. Seit 1966 unternahm sie Tourneen als Konzert- und Liedersängerin in den USA, 1969 bereiste sie Italien und Deutschland, 1985 Taiwan; 1986 trat sie in Wien auf, 1989 fand eine Korea-Tournee statt. Sie sang auch Partien auf der Opernbühne, so bereits 1966 bei der Merola Opera, 1969 am Opernhaus von Pittsburgh. In Nordamerika trat sie mit den führenden Orchestern und mit vielen bekannten Dirigenten auf. Hinzu gesellte sich eine ausgedehnte pädagogische Tätigkeit; so war sie 1978-80 als Dozentin am La Roche College tätig, 1983-86 am Point Park College.

Schallplatten mit Ausschnitten aus ihrem Repertoire (Messen von Mozart und Schubert, Bel Canto-Arien, Chinesische Lieder) erschienen auf amerikanischen Privatmarken.

 

8.1. Paul DRESHER wird 70

Er studierte an der University of California, Berkeley und dann an der University of California, San Diego bei Robert Erickson, Roger Reynolds, Pauline Oliveros und Bernard Rands. Daneben studierte er ghanaische Perkussion bei Kobla Ladzekpo, klassische hindustanische Musik bei Nikhil Banerjee sowie javanische und balinesische Musik.

Dresher arbeitet als Komponist und ausübender Musiker an experimentellen Opern und Musiktheaterstücken, instrumentellen und elektroakustischen Werken, wobei er häufig selbst erfundene Instrumente einsetzt. Als Leiter des Paul Dresher Ensemble realisierte er in Zusammenarbeit mit Rinde Eckert das Musiktheaterwerk American Trilogy: Sie begann mit Slow Fire (1985–88), es folgten Power Failure und Pioneer, Letzteres unter Mitwirkung des visuellen Künstlers Terry Allen, der Schauspielerin Jo Harvey Allen und des Sängers John Duykers. 1993 unternahm er eine Japantournee mit seiner Electric Chamber Band, einem Ensemble, das zeitgenössische Werke in einer Orchestration aus akustischen und elektronischen Instrumenten aufführt und dass seither Tourneen durch die USA, Europa und Indonesien absolviert hat. 1994 entstand in Zusammenarbeit mit der Choreographin Margaret Jenkins das Stück The Gates mit dem das Serious Fun Festival im Lincoln Center eröffnet wurde. Das Musiktheaterwerk Sound Stage wurde 2001 vom Ensemble für moderne Musik Zeitgeist unter Rinde Eckert aufgeführt. Im Auftrag des American Repertory Theatre und in Zusammenarbeit mit dem Dramatiker Charles Mee entstand das Stück Snow in June. In der Saison 2004–05 debütierte das Paul Dresher Ensemble in der Carnegie Hall mit einem Kammermusikprogramm des Komponisten. Im gleichen Jahr spielte das San Francisco Chamber Orchestra die Uraufführung von Still, Rise, Fall, Again. Im folgenden Jahr wurde an der Cleveland Opera Dreshers Kammeroper The Tyrant mit John Duykers aufgeführt, im Mai 2006 kam in San Francisco das Stück A Slipping Glimpse, eine Zusammenarbeit mit der Margaret Jenkins Dance Company auf die Bühne. Für das Jahr 2006–07 erhielt Dresher ein Guggenheim-Stipendium für Komposition.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.dresherensemble.org/

 

8.1. Elijah MOSHINSKY wird 75

Seine russisch-jüdischen Eltern waren aus Wladiwostok in die französische Kolonie von Shanghai geflohen, wo er geboren wurde. Als er fünf Jahre alt war, zog die Familie nach Melbourne. Er war Student am Ormond College , wo er 1965 Bühnenbildner einer Bühnenadaption von Kafkas The Trial war. Er absolvierte die University of Melbourne und erhielt 1973 ein Stipendium am St. Antony’s College in Oxford. Während er noch in St. Antony’s war, inszenierte Moshinsky eine Produktion von As You Like It für die Oxford and Cambridge Shakespeare Company. Als Sir John Tooley, der Generaldirektor von Covent Garden, das Stück sah, bot er Moshinsky eine Stelle an der Royal Opera an. 1975 gab Moshinsky sein Operndebüt am Royal Opera House mit einer reduzierten Low-Budget-Produktion von Peter Grimes, die einen enormen populären und kritischen Erfolg erzielte.  Diese Produktion wurde an der Pariser Oper reproduziert und der französischen Öffentlichkeit vorgestellt. Sie wurde auch an der Mailänder Scala, in Tokio und in Los Angeles präsentiert. Nachfolgende Produktionen bei Covent Garden umfassen Lohengrin, Tannhäuser, The Rake’s Progress, Macbeth, Samson et Dalila, Samson, Die Entführung aus dem Serail, Otello, Attila, Simon Boccanegra und Stiffelio. An der Metropolitan Opera hat er Otello, Samson et Dalila und Samson, Un ballo in maschera, Ariadne auf Naxos, Pique Dame, Die Sache Mekropoulos, Nabucco und Luisa Miller inszeniert. Für die Lyric Opera of Chicago inszenierte er Samson, The Bartered Bride, Nabucco, Lohengrin, Die Piraten von Penzance, Cavalleria rusticana und Pagglicci, Samuel Barbers Antony and Cleopatra. Für die Welsh Opera inszenierte er Berlioz ‚ Béatrice et Bénédict, Cavalleria rusticana. Für die Scottish Opera inszenierte er La Bohème und La Forza del Destino. An der English National Opera inszenierte er 1982 die britische Premiere von Le Grand Macabre sowie Die Meistersinger von Nürnberg und The Bartered Bride. Weitere Engagements waren Wozzeck für das Adelaide Festival, Ein Sommernachtstraum, Boris Godunow, Il trovatore, Der Barbier von Sevilla, Rigoletto, La Traviata, Don Carlo an der Opera Australia, Die sizilianische Vesper in Genf und Benvenuto Cellini beim Maggio Musicale in Florenz. Stiffelio an der Mailänder Scala und in Wien. Am Mariinsky-Theater in St. Petersburg leitete er die Originalfassung von La forza del destino. An der Novaya-Opera in Moskau produzierte er Der Barbier von Sevilla. In jüngerer Zeit inszenierte er Simon Boccanegra mit Plácido Domingo an der Covent Garden Opera, in Los Angeles und am Nationalen Zentrum für darstellende Künste (NCPA) in Peking. Für die Korea National Opera schuf er neue Produktionen von Don Carlo und Romeo et Juliette. 2015 leitete er Giovanna d’Arco für das Buxton Festival. Zu seinen Arbeiten für die Theaterbühne zählen Troilus and Cressida und Thomas Bernhards Die Macht der Gewohnheit am Royal National Theatre London im Jahr 1976 und Drei Schwestern und Robert Storey Light Up the Sky (1987), Iwanow und Much Ado About Nothing (1989), Matador (1991), Becket (1991), Cyrano de Bergerac (1992/93) und Richard III. (1999) in New York. Er leitete auch die erste Produktion von Nigel Williams’Adaption von Lord of the Flies für die RSC. Moshinsky hat eine Reihe von Fernsehfilmen gedreht, hauptsächlich Opern, aber auch Theaterstücke, vor allem für die BBC 1980-85; dazu gehören eine Reihe von Shakespeare-Stücken: Ende gut, alles gut, Ein Sommernachtstraum, Cymbeline, Coriolanus und Verlorene Liebesmüh, aber auch Ibsens Gespenster (1986) und Richard Brinsley Sheridans The Rivals (1987). Er führte auch Regie bei einer dreiteiligen Serienversion von Kingsley Amis‘ Roman The Green Man (1990). Er drehte auch zwei Dokumentarfilme für BBC: Mozart in der Türkei und Divas for Arena. Er drehte auch einen Film über Tippets The Midsummer Marriage für Channel 4. Moshinsky heiratete 1970 Ruth Dyttman. Sie haben zwei Söhne und leben in London.

 

8.1. Zdeněk MÁCAL wird 85

Er studierte Dirigieren am Konservatorium und anschließend an der Janáček-Musikakademie in Brünn. Er erlangte internationale Aufmerksamkeit, als er 1964 den Dirigierwettbewerb von Besançon und ein Jahr später den Dimitri-Mitropoulos-Wettbewerb in New York gewann.

Mácal verließ die Tschechoslowakei 1968 nach der Invasion der Truppen des Warschauer Paktes und fand seine erste Anstellung als Chefdirigent des Sinfonieorchesters des WDR Köln (1970–74). Später war er außerdem Chefdirigent und Musikdirektor der NDR Radiophilharmonie Hannover, des Milwaukee Symphony Orchestra (1986–95) und des New Jersey Symphony Orchestra (1993–2002). Des Weiteren war er Leiter des Chicago Grant Park Summer Festival. 1986 wurde er zum Chefdirigenten des Sydney Symphony Orchestra ernannt, dieser Vertrag wurde jedoch 1987 nach Konflikten mit Musikern und dem Management wieder aufgelöst. Von 2003 bis September 2007 war Zdeněk Mácal Chefdirigent der renommierten Tschechischen Philharmonie, trat jedoch, offiziell aufgrund schlechter Kritiken in den Feuilletons wegen zu konservativer Programmauswahl, von diesem Posten zurück. In den Jahren davor konzentrierte sich seine Karriere vornehmlich auf die USA, wo er am Pult aller großen Orchester stand. Insgesamt dirigierte Zdeněk Mácal mehr als 160 Orchester auf vier Kontinenten, darunter die Berliner Philharmoniker, das Orchestre de Paris, alle wichtigen Londoner Orchester, die Wiener Symphoniker sowie das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. 2006 hatte Mácal einen Gastauftritt in dem japanischen Seriendrama Nodame Cantabile, wo er den Kindheits-Mentor der Hauptfigur, den Dirigenten Sebastiano Vieira spielte.

 

9.1. Waltraud MEIER wird 65

Waltraud Meier

Sie begann ein Sprachenstudium (Anglistik, Romanistik), ließ dann aber ihre Stimme durch Anton Theisen und nach dessen Tod durch Dietger Jacob in Köln ausbilden. Nachdem sie bereits im Chor des Würzburger Stadttheaters gesungen hatte, nahm sie 1976 ein Solo-Engagement an diesem Haus an. Dort debütierte sie 1976 als Lola in »Cavalleria rusticana« und sang 1976-78 Partien wie den Cherubino in »Figaros Hochzeit«, den Niklaus in »Hoffmanns Erzählungen« und die Concepcion in »L’Heure espagnole« von Ravel. 1978-80 gehörte sie dem Ensemble des Nationaltheaters von Mannheim an; hier sang sie ihre ersten Wagner-Partien: die Fricka und die Waltraute im Nibelungenring, dazu die Carmen, den Octavian im »Rosenkavalier« und andere Rollen. 1980 erschien die Künstlerin am Teatro Colón Buenos Aires als Fricka, am Opernhaus von Köln als Kundry im »Parsifal«. 1980-83 war sie am Opernhaus von Dortmund tätig; hier fand sie ihre großen Aufgaben in Partien wie der Kundry, der Prinzessin Eboli in Verdis »Don Carlos« und der Santuzza in »Cavalleria rusticana«. 1983-84 war sie Mitglied des Staatstheaters Hannover, 1985-88 der Staatsoper von Stuttgart. Bei den Festspielen von Bayreuth bewunderte man 1983-85 und 1987-92 ihre Gestaltung der Kundry. Sie trat in Bayreuth 1986 als Brangäne in »Tristan und Isolde« und 1988-92 als Waltraute in der »Götterdämmerung« (1991 auch als 2. Norn) auf. 1993-97 und 1999 sang sie dann in Bayreuth die Isolde, 2000 die Sieglinde in der »Walküre« sowie 2018 die Ortrud im »Lohengrin«. An der Grand Opéra Paris gastierte sie 1985 als Brangäne, an der Opéra Bastille Paris 1999 und 2007 als Ortrud im »Lohengrin«, 2005 und 2008 als Isolde, 2008 als Kundry, 2009 als Marie im »Wozzeck« von A. Berg und 2013 als Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss. 1985 erfolgte ihr Nordamerika-Debüt an der Oper von Dallas als Waltraute im Nibelungenring. 1987 debütierte sie an der Metropolitan Oper New York als Fricka im Nibelungenring. Dort sang sie bis 2012 in insgesamt 79 Vorstellungen auch die Venus im »Tannhäuser«, die Kundry, die Santuzza, die Carmen, die Leonore im »Fidelio«, die Isolde, die Sieglinde, die Marie im »Wozzeck« von A. Berg, die Waltraute in der »Götterdämmerung« und die Klytämnestra. 1987 debütierte sie als Kundry an der Wiener Staatsoper, an der sie seither auch als Venus, als Eboli, als Sieglinde, als Santuzza, als Waltraute in der »Götterdämmerung«, als Ortrud, als Carmen, als Amneris in »Aida«, als Komponist in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als Isolde, als Leonore im »Fidelio«, als Klytmänestra und als Herodias in »Salome« von R. Strauss in bisher insgesamt 161 Vorstellungen zu sehen war. An der Mailänder Scala trat sie erstmals 1987 anlässlich eines Gastspiels der Bayerischen Staatsoper München als Dame in »Cardillac« von P. Hindemith auf; sie trat an der Mailänder Scala 1991 als Kundry, 1994, 2010 und 2013 als Sieglinde, 1998 als Waltraute in der »Götterdämmerung«, 1999 und 2003 als Leonore im »Fidelio«, 2000 als Marie im »Wozzeck« von A. Berg, 2007 als Ortrud, 2007 und 2009 als Isolde sowie 2014 und 2018 als Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss und oft in Konzerten auf. 1988 gastierte sie an der Covent Garden Oper London und an der Oper von San Francisco (als Kundry), 1989 am Teatro Fenice Venedig (ebenfalls als Kundry) und an der Staatsoper von München (als Titelheldin in Tschaikowskys »Jungfrau von Orléans«). Am Théâtre Châtelet Paris hörte man sie 1990 als Marguerite in »La Damnation de Faust« von Berlioz, 1992 als Marie im »Wozzeck« von A. Berg, 1996 als Eboli und 1997 als Kundry. An der Staatsoper Hamburg trat sie 1990 als Venus auf, am Teatro San Carlos Lissabon als Ortrud, an der Oper von Nizza 1991 als Donna Elvira im »Don Giovanni«. Bei den Salzburger Festspielen gastierte sie 1995, 2002 und 2014 in Wagner-Konzerten, 1998 (konzertant) als Kundry, 2000 als Isolde, 2003 als Giulietta in »Les Contes d‘Hoffmann«, 2009 (konzertant) als Leonore im »Fidelio«, 2010 als Klytämnestra sowie 2001 und 2004 in sehr erfolgreichen Liederabenden. 1995 gastierte sie an der Deutschen Oper Berlin als Klytämnestra, 1996 an der Staatsoper Berlin als Sieglinde und als Waltraute im Nibelungenring, 1996 an der Münchner Staatsoper als Amneris, bei den Festspielen von Ravenna als Santuzza. 1997 trat sie an der Staatsoper Hamburg als Santuzza auf, beim Maggio Musicale von Florenz als Kundry. 1998 gab sie ein großes Wagner-Konzert in der Royal Festival Hall in London; 1998 sang sie bei der Japan-Tournee des Teatro Comunale Bologna die Santuzza (zusammen mit José Cura), an der Staatsoper Hamburg die Amneris, an der Mailänder Scala die Waltraute in der »Götterdämmerung«, 1999 an der Staatsoper Berlin die Venus und die Ortrud. 1999 trat sie an der Staatsoper Berlin als Marie im »Wozzeck« von A. Berg auf, 2000 erschien sie an der Berliner Staatsoper als Isolde und 2001 als Amneris. An der Bayerischen Staatsoper München trat sie bis 2015 u.a. als Isolde, als Didon in »Les Troyens« von Berlioz, als Leonore im »Fidelio«, als Ortrud, als Sieglinde, als Venus, als Kundry, als Waltraute in der »Götterdämmerung«, als Marie im »Wozzeck« von A. Berg und als Klytämnestra auf. – Groß dimensionierte dramatische Stimme von bezwingender Steigerungsfähigkeit. Auf der Bühne erwies sie sich als mitreißende Darstellerin. Im Konzertsaal war sie nicht weniger erfolgreich als bei ihren Bühnenauftritten (Alt-Solo im Verdi-Requiem, Alt-Rhapsodie von J. Brahms, Lieder).

Lit: A. Clark: Waltraud Meier (in »Opera«, 1991).

Schallplatten: RBM (»Doktor und Apotheker« von Dittersdorf), HMV (Venus im »Tannhäuser«, Kundry im »Parsifal«, Alt-Rhapsodie von Brahms, Missa solemnis von Beethoven), Philips (»Parsifal«, Bayreuth 1985), Erato (»Kindertotenlieder« von G. Mahler, Wesendonck-Lieder von R. Wagner, Lieder von Hugo Wolf, Missa solemnis von Beethoven), Erato /East West Records (Verdi-Requiem), Teldec (»Parsifal«, Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss, Isolde in »Tristan und Isolde«, Marie im »Wozzeck« von A. Berg, auch als Video; Leonore im »Fidelio«), DGG (»Lohengrin«, »Das klagende Lied« und 8. Sinfonie von G. Mahler), RCA/BMG (Lieder von J. Brahms, R. Schumann und Schubert; »Kindertotenlieder«, Lieder aus »Des Knaben Wunderhorn« und Rückert-Lieder von Gustav Mahler), EMI (»Samson et Dalila« von Saint-Saëns mit Placido Domingo; Waltraute in vollständigem Nibelungenring, München 1989); Video (»Parsifal«), Castle-Video (Venus im »Tannhäuser«), Sony (9. Sinfonie von Beethoven), Arthaus/Naxos-Video (Isolde in »Tristan und Isolde«, München 1998; Venus im »Tannhäuser«, München 1994), Bondy-Video (Eboli in Verdis »Don Carlos«, Paris 1996).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.waltraud-meier.com/

 

9.1. Pavol BAXA wird 70

 Er studierte auf der Hochschule für Musikkunst in Bratislava das Dirigieren (bei A. Klíma, B. Liška, V. Neumann, J. Veselka) und Gesang (bei T. Šrubař) und auf der Akademie der Musikkünste in Prag. Er wirkte als Assistent des Dirigenten des Slowakischen Nationaltheaters (1978) und Chorleiter des Slowakischen Philharmonischen Chors (1979-89) in Bratislava. Sein Interesse für die alte Musik zeigte er durch die Gründung des Ensembles Musica dulsicona, durch sein Studium der Stil-Interpretation im Ausland und durch Mitarbeit mit dem Ensemble Musica aeterna bei der Slowakischen Philharmonie (1986-91), wo er auch als Dirigent und Sänger wirkte. In den Jahren 1987-91 war er Dirigent des Sängerchores der slowakischen Lehrerinnen – OZVENA, gleichzeitig wirkte er als Kunstleiter, Dirigent Sänger und Instrumentalist des Kammerensembles der Prager Philharmonie Prager Madrigalisten (1987-94), später wirkte er mit Prager Philharmonischen Chor, mit dem Prager Kammerchor, mit dem Tschechischen Kammerchor und Sandviken Symphony Orchestra (Schweden). 1995-97 war er Chorleiter der Staatsoper Prag und gleichzeitig arbeitete er als Organist, Cembalo-Spieler und Tenorsänger mit dem Orchester Virtuosi di Praga. In der Gegenwart ist er Chorleiter und Dirigent der Oper des Stadttheaters in Ústí nad Labem und als Dirigent, Chorleiter, Tenorsänger und Instrumentalist wirkt er auf den heimischen und ausländischen Podien (Salzburg, Stuttgart, Frankfurt, Wildbach, Villach, Tel Aviv).

 

9.1. Nina TERENTIEVA wird 75
Nina Terentieva

 Sie begann das Musik- und Gesangstudium an der Musikschule von Magnitogorsk bei Margarita Grigorjewna Pawlowa und setzte es in den Jahren 1968-73 am Konservatorium von Leningrad bei Olga Felixowna Mschanskaja fort. 1971-77 war sie am Opernhaus von Leningrad (Kirow-Theater) engagiert (Debüt als Olga im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky). Sie sang hier die Marina im »Boris Godunow«, den Siebel im »Faust« von Gounod, die Ljubascha in der »Zarenbraut« von Rimsky-Korssakow, die Aksinja in »Der stille Don« von Dserschinski, die Stescha in »Die Dekabristen« von Schaporin und die Katharina in »Pjotr I.« von Andrej Petrow. 1975 wurde sie Preisträgerin beim internationalen Concours in s’Hertogenbosch. 1977-87 kam sie dann am Bolschoi Theater Moskau zu einer großen Karriere. Sie debütierte dort als Pauline in »Pique Dame« von Tschaikowsky und trat in der Folge als Carmen, als Ulrica in Verdis »Maskenball«, als Eboli in dessen »Don Carlos«, als Amneris in »Aida«, als Charlotte im »Werther« von Massenet, als Judith in »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók, als Marina, als Marfa in Mussorgskys »Chowanschtschina«, als Frühlingsfee in »Schneeflöckchen« von Rimsky-Korssakow und als Sonja in »Krieg und Frieden« von Prokofjew auf. 1985 erhielt sie die Ernennung zur Verdienten Künstlerin der Russischen Sowjetrepublik. 1987 begann sie eine weltweite, internationale Karriere. 1987-96 gastierte sie in insgesamt neun Vorstellungen an der Wiener Staatsoper (als Azucena im »Troubadour«, als Marina, als Amneris und als Eboli). Dann sang sie an der Canadian Opera Toronto die Eboli, in Los Angeles 1990 gleichfalls die Eboli, in San Francisco 1992 die Eboli und 1997 die Amneris, an der Metropolitan Oper New York 1992-99 die Eboli und die Amneris in insgesamt elf Vorstellungen, am Teatro Colón Buenos Aires (1994) und an der Deutschen Oper Berlin (1995) die Ulrica, an den Staatsopern von Hamburg und München (1994) die Azucena. 1989 nahm sie an der Accademia di Santa Cecilia in Rom an einer konzertanten Aufführung von Rachmaninoffs »Aleko« teil, 1990 war sie bei den Festspielen von Orange wiederum als Eboli zu Gast. An der Staatsoper Berlin (1993), an der Oper von Bordeaux, an der Covent Garden Oper London und bei den Festspielen in der Arena von Verona hörte man sie als Amneris, am Teatro Colón Buenos Aires (1993) und am Gran Teatre del Liceu in Barcelona (1993) als Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, an der Oper von Santiago de Chile als Marina. Am Teatro Colón sang sie 1991 die Azucena, 1992 die Santuzza in »Cavalleria rusticana« und 1994 die Ulrica, die sie auch 1995 an der Deutschen Oper Berlin und 1998 bei den Festspielen von Verona vortrug. An der Mailänder Scala sang sie 1994 in der Kantate »Iwan der Schreckliche« von Prokofjew unter Riccardo Muti (nachdem sie dort bereits 1989 mit dem Ensemble des Bolschoi Theaters Moskau als Marina gastiert hatte). 1998 sang sie in London in einer konzertanten Aufführung von Rimsky-Korssakows »Der unsterbliche Kaschtschej« die Kasejewna.

Schallplatten: Le chant du monde (Recital).

 

10.1. Rockwell BLAKE wird 70

Rockwell Blake

 Nachdem er ersten Gesangunterricht bei Lynn Wilke in Plattsburgh erhalten hatte, wurde seine Stimme durch die Pädagogin Renata Carisio Booth entdeckt und ausgebildet. Er besuchte das Suny College in Fredonia und die Catholic University Washington und tat dann Dienst in der amerikanischen Marine. Er wurde dort Mitglied und schließlich Tenor-Solist des Sea Chanters Chorus. Er gewann Stipendien des von George London geleiteten National Opera Institute und sang erste Rollen bei der Goldovsky Opera und bei der Michigan Opera. 1976 hatte er sein eigentliches Bühnendebüt, als er in Washington den Lindoro in Rossinis »L’Italiana in Algeri« sang. 1978 gastierte er an der Oper von Graz als Gérald in »Lakmé« von Delibes. Bereits 1978 debütierte er an der Wiener Staatsoper (als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla« von Rossini als Partner von Marilyn Horne), an der er bis 1994 in insgesamt 13 Vorstellungen außerdem noch den Lindoro sang. 1978 sang er bei der alljährlichen Tour der Metropolitan Opera den Don Ottavio im »Don Giovanni« in Minneapolis, Detoit und Vienna (Virginia). 1979 hatte er einen sensationellen Erfolg an der New York City Opera in der Titelpartie von »Le Comte Ory« von Rossini. Er spezialisierte sich in erster Linie auf die klassischen Partien des italienischen Belcanto in Opern von Rossini, Bellini, Donizetti und von Komponisten des 18. Jahrhunderts. 1981 debütierte er an der New Yorker Metropolitan Oper in deren Haus im Lincoln Center (Antrittsrolle: Lindoro). Hier sang er 1981-83, 1986 und 1988 in insgesamt 48 Vorstellungen auch den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla« und den Arturo in »I Puritani«. Internationale, weltweite Karriere mit Gastspielen an den Opern von Chicago (Debüt 1977), Houston/Texas, Pittsburgh, am Théâtre de la Monnaie Brüssel, an der Pariser Grand Opéra (1985 Titelrolle in »Robert le Diable« von Meyerbeer, 1987 Arturo in »I Puritani«, 1996 und 1998 Don Ramiro in Rossinis »La Cenerentola«), an der Staatsoper von Hamburg (Debüt 1976), am Teatro Margherita Genua, am Teatro San Carlo Neapel (1985-88) und bei den Festspielen von Aix-en-Provence (u.a. 1988 als Rinaldo in »Armida« von Rossini). 1983-96 kam er zu großen Erfolgen bei den Rossini-Festspielen in Pesaro, dem Geburtsort des berühmten Komponisten, 1986 an der Oper von Nizza und am Teatro San Carlo Neapel als Idreno in »Semiramide« von Rossini, den er 1994 dann auch in Pesaro vortrug. Er sang 1987 in Pesaro den Oreste in Rossinis »Ermione«, im gleichen Jahr beim Festival von Ravenna den Seide in »Alina, Regina di Golconda« von Donizetti, 1988 in Pesaro in Rossinis »Otello«. 1985 wirkte er bei den Salzburger Festspielen als Solist in den »Carmina Burana« von C. Orff mit. 1987 gastierte er an der Staatsoper München, 1987-88 an der Oper von Rom. 1990 Gastspiel am Opernhaus von Bonn und in Montpellier (hier als Adriano in einer konzertanten Aufführung von Meyerbeers »Il crociato in Egitto«), in Paris als Idreno, am Teatro Comunale Bologna 1990 als Don Ottavio. 1991 hörte man ihn an der Oper von Santiago de Chile als Ferrando in »Così fan tutte«, 1992 in Toulouse als Tito in Mozarts »La clemenza di Tito«, am Teatro San Carlo Neapel als Norfolk in »Elisabetta regina d’Inghilterra« von Rossini, am Teatro Fenice Venedig als Titelheld in »Mitridate« von Mozart (den er 1983 auch in Aix-les-Bains sang), 1993 am Teatro San Carlos Lissabon als Don Ramiro, 1995 in St. Étienne als Gérald, 1996 beim Rossini Festival in Pesaro als Conte Alberto in »L’Occasione fa il ladro«. 1997 hörte man ihn an der Santa Fé Opera als Jupiter in »Semele« von Händel, am Opernhaus von Marseille als Idreno, am Teatro Politeama Palermo als Tonio in »La Fille du Régiment« von Donizetti, an der Oper von Bordeaux als Titelheld in Glucks »Orfeo ed Euridice«. 1998 gastierte er an der Hamburger Staatsoper als Don Ramiro, 1999 am Teatro Regio Turin in der Titelrolle von »Le Comte Ory«. 1999 gastierte er beim Festival von La Coruna als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, an der Oper von Chicago als Oronte in »Alcina« von Händel. 2000 sang er beim Festival von La Coruna in der spanischen Erstaufführung der Rossini-Oper »Il Viaggio a Reims« den Libenskof, 2001 an der Opéra de Wallonie Lüttich den Idreno, an der Chicago Opera den Grafen Almaviva. – Mit seiner technisch perfekt beherrschten, vor allem in den hohen und höchsten Lagen strahlenden Tenorstimme sang er in erster Linie Belcanto-Partien wie den Amenophis in »Mosè in Egitto«, den Giacomo in »La donna del lago«, den Norfolk in Donizettis »Anna Bolena«, den Fernando in »Il furioso all‘ Isola di San Domingo« und den Gualtiero in »Il Pirata«. Große Karriere auch als Oratorientenor.

Schallplatten: DGG (»Semele« von Händel; Graf Almaviva im »Barbiere di Siviglia«, auch als Video), Arabesque (Rossini-Arien), Nuova Era (»Alina« von Donizetti), Fono (»Il Barbiere di Siviglia« von Rossini), GOP (Lieder von Rossini), EMI (George Brown in »La Dame blanche« von Boieldieu, Lieder und Kanzonen von Rossini), Opera Rara (Szenen aus Opern von Donizetti); TRT-Video (»Elisabetta, regina d‘ Inghilterra« von Rossini).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.rockwellblake.com/

 

11.1. Hellen KWON wird 60

Hellen Kwon

 Eigentlicher Name Heseon Hellen Kwon. Die Künstlerin erhielt ihre Ausbildung durch Dieter Jacob an der Musikhochschule Köln und gewann 1984 den Internationalen Gesangwettbewerb von Novara wie den Wettbewerb des Kölner Musikhauses Tonger. 1984 erfolgte ihr Bühnendebüt am Staatstheater von Wiesbaden in der Partie der Königin der Nacht in der »Zauberflöte«. In der gleichen Rolle hatte sie viel beachtete Erfolge an der Oper von Köln und in Saarbrücken. 1985 gab sie Gastspiele am Nationaltheater Mannheim, am Stadttheater von Bremen, am Münchner Theater am Gärtnerplatz und an der Staatsoper von Hamburg (Debüt als Königin der Nacht); seit dem gleichen Jahr unternahm sie Konzerttourneen in den USA, in Frankreich, Italien, Belgien und Holland und trat dabei u.a. in der Matthäuspassion und in der H-Moll-Messe von J.S. Bach auf. 1986 Gastspiel an der Opéra-Comique Paris (als Königin der Nacht), am Opernhaus von Zürich und an der Staatsoper München. Am Grand Théâtre Genf wirkte sie 1987 in der Uraufführung der Oper »La Forêt« von R. Liebermann in der Rolle des Alexis de Lechebot mit. 1985-87 war sie am Stadttheater von Hagen (Westfalen) engagiert, seit 1987 Mitglied des Ensembles der Staatsoper von Hamburg. 1988 wirkte sie bei den Bayreuther Festspielen als Blumenmädchen im »Parsifal« mit. 1989 sang sie bei den Festspielen von Aix-en-Provence, 1990 in Glyndebourne und 1991 am Opernhaus von Essen ihre große Glanzrolle, die Königin der Nacht, die sie auch 1991-97 in insgesamt 14 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper (und 1993 bei deren Israel-Gastspiel) gesungen hat. Bei den Salzburger Festspielen wirkte sie 1991 als Blondchen in der »Entführung aus dem Serail« mit. 1990 sang sie an der Hamburger Oper, 1992 beim Israel Festival die Susanna in »Le nozze di Figaro«, 1992 am Opernhaus von Leipzig die Despina in »Così fan tutte«, 1992 in Hamburg die Sophie im »Rosenkavalier«, 1995 die Musetta in »La Bohème«, 1996 die Adele in der »Fledermaus«. 1997 hörte man sie an der Hamburger Staatsoper als Rosina im »Barbier von Sevilla«, am Opernhaus von Bonn als Königin der Nacht, 1998 bei den Festspielen auf Schloß Schönbrunn in Wien als Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«, am Opernhaus von Santiago de Chile als Adele. Am 24.1.1999 sang sie an der Hamburger Staatsoper in der Uraufführung der rekonstruierten Erstfassung von »Hoffmanns Erzählungen« die Olympia. 2000 sang sie an der Staatsoper von Stuttgart die Rosalinde in der »Fledermaus«, an der Staatsoper Hamburg wieder die Musetta, dort auch 2001 den Pagen Oscar in Verdis »Un ballo  in maschera«. Zu ihrem Wirken auf der Bühne traten Konzertauftritte, Rundfunk- und Fernsehsendungen in Deutschland wie im Ausland.

Schallplatten: Arte Nova (Lieder der Rmantik), Arte Nova/BMG (»Paulus« von Mendelssohn; Recital; H-Moll-Messe von J.S. Bach; Konzert-arien von Mozart), Decca (Nachtigall in »Die Vögel« von W. Braunfels), Naxos (als Königin der Nacht in der »Zauberflöte«).

 

11.1. Louis LANGRÉE wird 60

 Der französische Dirigent ist seit 2013 Musikdirektor des Cincinnati Symphony Orchestra. Die Saison 2019/20 markierte das 125-jährige Bestehen des Orchesters, das während der gesamten Saison mit besonderen Ereignissen gefeiert wurde und die Geschichte des Orchesters und seine Originalität würdigte. In den letzten Jahren tourte Langrée mit ihnen nach Asien und Europa, unter anderem zum Hong Kong Arts Festival, zum Edinburgh International Festival, zu den BBC Proms und zur La Seine Musicale (Paris). Er ist außerdem Musikdirektor des Mostly Mozart Festivals im Lincoln Center in New York, eine Position, die er seit 2002 innehat. Zu den jüngsten Dirigentenprojekten zählen Langrées Debüt mit den Tschechischen Philharmonikern bei den Prager Frühlingsfestspielen, dem Orchestre National de France und dem Konzerthaus Berlin Orchestra. Über Rückkehr-Engagements freuten sich die Wiener Symphoniker, das Leipziger Gewandhausorchester und das Philadelphia Orchestra. Langrée hat die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker und das London Philharmonic Orchestra dirigiert. Er hat mit vielen anderen Orchestern auf der ganzen Welt zusammengearbeitet, darunter mit dem Orchestre de Paris, dem Orchestre de la Suisse Romande, der Santa Cecilia in Rom, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem Freiburger Barockorchester. Zu den Festivalauftritten gehörten die Wiener Festwochen, die Salzburger Mozartwoche sowie zu Pfingsten das Glyndebourne Festival Opera. Er dirigierte auch an der Scala, der Bayerischen Staatsoper in München, dem Königlichen Opernhaus Covent Garden, der Opéra-Bastille, der Lyrischen Oper von Chicago, der Dresdner Staatsoper und der Niederländischen Oper in Amsterdam. Langrée hat mehrere Weltpremieren geleitet, darunter Werke von Daníel Bjarnason, Magnus Lindberg und Caroline Shaw. Er hatte Positionen als Musikdirektor des Orchesters de Picardie (1993-98) und des Orchesters Philharmonique Royal de Liège (2001-06) inne und war Chefdirigent der Camerata Salzburg (2011- 16). Zudem war er Musikdirektor der Opéra National de Lyon (1998-2000) und der Glyndebourne Touring Opera (1998-2003). Louis Langrées Aufnahmen mit dem Cincinnati Symphony Orchestra beinhalten Coplands A Lincoln Portrait und Uraufführungen Sebastian Curriers, Thierry Escaichs, David Langs, Nico Muhlys und Zhou Tians (die für einen Grammy Award nominiert wurden). Seine neueste CSO-Aufnahme wurde im August 2019 veröffentlicht und enthält Werke von Gershwin, Varèse und Strawinsky. Seine Aufnahmen wurden mehrfach von Deutsche Grammophon und Midem Classical ausgezeichnet.

 

11.1. Gerhard ERNST wird 75

Gerhard Ernst

Er absolvierte seine Schauspiel- und Gesangsausbildung in seiner Heimatstadt Wien (Schauspielschule Krauss, bei Prof. Schwarzbauer Gesangsausbildung). Sein erstes Engagement führte ihn 1968-70 nach Garmisch-Partenkirchen, danach war er 1970-77 in Mainz, 1977-85 in Krefeld-Mönchengladbach tätig. In diesen Jahren gab er Gastspiele in Münster, Dortmund, Gelsenkirchen, Holland, Belgien und Spanien. 1985-90 war er bei den Vereinigten Bühnen Graz (Opern- und Schauspielhaus) engagiert, 1990-95 am Burgtheater, 1995-2001 am Theater an der Josefstadt, seit 2001 ist er Ensemblemitglied der Volksoper Wien. Gerhard Ernst verfügt über ein großes Repertoire in Operette, Musical und Schauspiel. Der Künstler hat bei zahlreichen Fernsehspielen und Krimis (wie Tatort, Kommissar Rex, Stockinger, Eurocops) mitgewirkt und ist mit Soloprogrammen wie Heute ziagt der g’schupfte Ferdl frische Socken an und Der Papa wird’s scho richten aufgetreten. In dem TV-Film Alles Glück dieser Erde spielte er an der Seite von Maximilian Schell und Uschi Glas. An der Volksoper war er in zahlreichen Rollen zu sehen, u. a. als Doolittle (My Fair Lady), Fürst Populescu und Penizek (Gräfin Mariza), Frank und Frosch (Die Fledermaus), Fiakerkutscher und Kagler (Wiener Blut), Schrank (West Side Story), Lazar Wolf und Tevje (Anatevka), Bartolomeo Delacqua und Stefano Barbaruccio (Eine Nacht in Venedig), Briefträger (Die feuerrote Friederike), Graf Bojazowitsch (Die Herzogin von Chicago), Scalza (Boccaccio), Conte Carnero und Kálmán Zsupán (Der Zigeunerbaron), Concierge (Der Graf von Luxemburg), Philippe und Theophil (Der Opernball), General (Das Land des Lächelns), Der Kerkermeister (Die Kluge), Njegus (Die lustige Witwe), Oberwachmann Sachsl (Kehraus um St. Stephan), Würmchen (Der Vogelhändler), Richter (Hello, Dolly!), Herr Zeller (The Sound of Music), Big Jule (Guys and Dolls), Inspektor (Axel an der Himmelstür) und Baboleno Nasoni (Gasparone).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: https://web.archive.org/web/20190104104308/http://gerhardernst.com/

11.1. Althea BRIDGES wird 85

Althea Bridges

 Sie studierte in Australien und war 1961-64 Mitglied der Australian Opera Company, mit der sie den australischen Kontinent durchreiste. Sie kam darauf nach Europa, gewann in München einen internationalen Gesangwettbewerb und wurde 1964 für vier Jahre (bis 1968) an das Opernhaus von Graz verpflichtet. Am 23.5.1966 wirkte sie am Theater an der Wien in der österreichischen Hauptstadt in der Uraufführung der Oper »Die schwarze Spinne« von J.M. Hauer als Jesabel mit. Seit 1971 war sie für mehr als 25 Jahre Mitglied des Landestheaters von Linz (Donau). Dort wirkte sie auch in der Uraufführung der Oper »Michael Kohlhaas« von Karl Kögler (12.3.1989) mit. Ihr Name wurde durch internationale Gastspiele bekannt. So sang sie am 24.3.1968 an der Stuttgarter Staatsoper in der Uraufführung von Carl Orffs »Prometheus«. An der Oper von Frankfurt a.M. bewunderte man ihre Tosca, bei den Festspielen von Glyndebourne 1967 (sowie der anschließenden Skandinavien-Tournee des Festspielensembles) ihre Donna Anna im »Don Giovanni«, am Teatro Petruzzelli in Bari ihre Ortrud im »Lohengrin«. In einem späteren Abschnitt ihrer Karriere übernahm sie auch Mezzosopran-Partien. Aus ihrem Repertoire sind weiter die Elektra in der gleichnamigen Oper von R. Strauss, die Marschallin im »Rosenkavalier«, die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Claire Zachanassian im »Besuch der alten Dame« von Gottfried von Einem und die Mezzosopran-Partien der Azucena im »Troubadour« wie der Adelaide in »Arabella« von R. Strauss (1984 Staatsoper Wien) hervorzuheben. 1999 hörte man sie am Landestheater von Linz/Donau als Baronin Grünwiesel in »Der junge Lord« von H.W. Henze. 2000 trat sie am Landestheater von Linz/Donau als Türkenbaba in Strawinskys »The Rake’s Progress« und als Auntie in »Peter Grimes« von Benjamin Britten auf. Gefragte Konzertsängerin.

Schallplatten: Amadeo (Mitschnitt der Uraufführung »Die schwarze Spinne« von J.M. Hauer), Mitschnitte von Opernsendungen, u.a. des »Don Giovanni« aus Glyndebourne.

 

11.1. Gladys KRIESE CAPORALE wird 90

Gladys Kriese

 Ihre Gesangsausbildung fand statt bei Doris Mills Lewis in Winnipeg (1947-52). Seit 1949 trat sie öffentlich auf, zunächst vor allem als Konzertsängerin. Sie ergänzte ihre Ausbildung durch Studien bei Sidney Dietch in New York und wurde nach einigen Opernauftritten in den USA an die Metropolitan Oper New York berufen, an der sie 1961 als Stimme der Mutter in »Hoffmanns Erzählungen« debütierte. Bis 1966 war sie dort in insgesamt 164 Vorstellungen, zumeist in kleineren Partien (Schwertleite in der »Walküre«, Dryade in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, Berta im »Barbier von Sevilla«, Hirte in »Tosca«, Schenkenwirtin in »Boris Godunow«, Flosshilde und 1. Norn in der »Götterdämmerung«, 3. Dame in der »Zauberflöte«), zu hören, aber auch als Marthe im »Faust« von Gounod, als Magdalene in »Die Meistersinger von Nürnberg«, als Teresa in »La Sonnambula«, als Larina in »Eugen Onegin«, als Marcellina in »Le nozze di Figaro«, als Annina im »Rosenkavalier«, als Mary in »Der fliegende Holländer« und als Gräfin Coigny in »Andrea Chénier« von Giordano. Während dieser Zeit sang sie auch an der New York City Opera (1961-62, u.a. in der Uraufführung der Oper »Der Golem« von Ellstein), bei der San Carlo Opera Company und an weiteren Theatern. Sie kam dann nach Europa und war 1966-72 Mitglied der Deutschen Oper Berlin. Durch Gastverträge bestanden Bindungen an die Staatstheater von Hannover und Karlsruhe. Sie gastierte an der Wiener Staatsoper (1970 als Eboli in Verdis »Don Carlos«), am Opernhaus von Leipzig (1970), an der Staatsoper Hamburg (1972), in Turin (1972), Stuttgart und an der Oper von Chicago (1974). Seit 1978 lebte sie in Italien. Sie war vor allem als Wagner- und Verdi-Interpretin bekannt; von ihren Partien sind die Erda, die Waltraute und die Fricka im Ring-Zyklus, die Brangäne in »Tristan und Isolde«, die Azucena im »Troubadour«, die Ulrica im »Maskenball«, die Amneris in »Aida«, die Gräfin in »Pique Dame« von Tschaikowsky, die Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss, die Herodias in »Salome« und die Mutter in »The Consul« von G.C. Menotti zu nennen. Sie trat zuerst unter dem Namen Gladys Kriese auf, dann nach einer Heirat seit etwa 1967 als Gladys Kriese-Caporale, schließlich (unter Italianisierung des Vornamens) als Claudia Caporale.

 

11.1. Eve QUELER wird 90

Eigentlich Eve Rabin. Sie hatte erste Klavierstunden mit 5 Jahren und wollte Konzertpianistin werden. Sie besuchte bis zu ihrem Abschluss im Jahr 1948 die LaGuardia High School of Music & Art. Sie wurde an der Mannes School of Music aufgenommen, wo sie Klavierspiel und Dirigieren studierte. Ein Martha Baird Rockefeller Fund Stipendium ermöglichten ihr weiterführende Studien im Dirigat mit Joseph Rosenstock und in Klavierbegleitung mit Paul Ulanowsky und Paul Berl. Sie erhielt Meisterkurse bei Walter Susskind und Leonard Slatkin in St. Louis und in Europa bei Igor Markevitch und Herbert Blomstedt. 1956 heiratete sie Stanley N. Queler, den sie bei seinem Studium des Rechts unterstützte. In den späten 1950er-Jahren arbeitete sie für die New York City Opera, erst als Pianistin und später als Assistenzdirigentin. Ihre Bewerbung an der Juilliard School of Music blieb erfolglos und selbst ihre Mentoren machten ihr keine Hoffnung, dass sie je große Orchester dirigieren würde. Ihr Debüt als Dirigentin hatte sie schließlich 1966 mit Cavalleria rusticana in Fairlawn, New Jersey. Im Bewusstsein, dass ihre Möglichkeiten beschränkt bleiben würden, gründete sie im darauffolgenden Jahr den New York Opera Workshop, um Sängern und Instrumentalisten eine Chance zu geben, aber auch um Erfahrungen mit öffentlichen Aufführungen machen zu können. 1971 wurde aus dem Workshop das Opera Orchester of New York mit Residenz an der Carnegie Hall. Obwohl sie sich hauptsächlich dem OONY widmet, trat sie als Gastdirigentin bei zahlreichen internationalen Opernhäusern und Orchestern auf, darunter unter anderem das Mariinski-Theater, Opera Australia, die Hamburgische Staatsoper, das Nationaltheater in Prag, die Oper Frankfurt, das Philadelphia Orchestra, das Orchestre symphonique de Montréal, das Cleveland Orchestra, das Edmonton Symphony Orchestra und das Honolulu Symphony Orchestra. Queler war mit dem Anwalt Stanley Queler bis zu dessen Tod im Alter von 83 Jahren am 30. Januar 2013 verheiratet.

Weitere Informationen über die amerikanische Dirigentin auf ihrer Homepage: http://www.evequeler.com/

 

12.1. Patricia SPENCE wird 60

Patricia Spence Als Italienerin In Algier
Als Isabella/ Italienerin

 Nachdem sie ihre Ausbildung in San Francisco erhalten hatte, debütierte sie an der San Francisco Opera als Anna in Meyerbeers »Afrikanerin« und sang dort als weitere Partien die Principessa in Puccinis »Suor Angelica«, die Mother Goose in »The Rake’s Progress« von Strawinsky und die Meg Page im »Falstaff« von Verdi. 1988 gastierte sie an der City Opera New York als Rosina im »Barbier von Sevilla«, 1989 an der Colorado Opera als Mrs. Quickly im »Falstaff«. Ihr europäisches Debüt fand in Verona als Edvige in Rossinis »Wilhelm Tell« statt; danach sang sie in St. Petersburg im Mozart-Requiem. An der Mailänder Scala debütierte sie 1992 als Malcolm in »La donna del lago« von Rossini; sie sang dort dann auch 1993 die Isaura in »Tancredi« und 1994 den Calbo in »Maometto II« vom gleichen Meister. Weitere Gastspiele an der Phoenix Opera (als Cenerentola von Rossini), in St. Louis (als Farnace in »Mitridate Re di Ponto« von Mozart) und an der Welsh Opera Cardiff (als Ramiro in »La finta giardiniera« von Mozart). 1993 sang sie als erste Partie an der Londoner Covent Garden Oper die Cenerentola. 1997 gastierte sie an der Oper von Rom als Mrs Grose in »The Turn of the Screw« von Benjamin Britten, 1998 am Teatro Carlo Felice Genua als Brangäne in »Tristan und Isolde«. 2000 gastierte sie am Opernhaus von Dublin als Amneris in »Aida«. Sie trat in Konzerten bei den Händel-Festspielen von Göttingen und Halle/Saale auf und sang in Nordamerika zusammen mit den führenden Orchestern und Dirigenten.

Schallplatten: Teldec (Flora in »La Traviata«), Harmonia mundi (»Ottone«, »Messias« und »Judas Makkabaeus« von Händel).

 

12.1. Dorothy MADDISON wird 65

Dorothy Maddison

 Sie wurde am St. Olaf College Minnesota ausgebildet und erwarb 1977 den akademischen Grad eines Bachelor of Music. Sie setzte ihre Ausbildung an der Guildhall School of Music in London fort und studierte auch in der Britten-Pears School in Aldeburgh, bei Audrey Langford und Andrew Field sowie im Cantica Voice Studio in London. Im April 1986 gab sie ein Konzert in den Purcell Rooms in London. 1988 erregte sie Aufsehen mit einem Liederabend, bei dem sie in London Lieder zeitgenössischer amerikanischer Komponisten (Argento, Dougherty, Franklin, Larsen, Paulus) zum Vortrag brachte. Sie trat in England wie in den USA als Konzert- und als Opernsängerin auf, in England bei verschiedenen Operngesellschaften, u.a. beim English Bach Festival, bei der New Sadler’s Wells Opera, der Opera Factory London und bei den London Opera Players. Dabei reichte ihr Bühnenrepertoire von Mozart-Partien (Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, Titelrolle in »Zaide«, Mme. Herz wie Mme. Silberklang im »Schauspieldirektor«) über die Adina in »L‘Elisir d’amore«, die Norina im »Don Pasquale« und die Rita in der gleichnamigen Donizetti-Oper bis zur Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, der Tytania in »A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten und der Mabel in der Gilbert & Sullivan-Operette »The Pirates of Pensance«. Im Konzertsaal sang sie Soli in Oratorien und geistlichen Musikwerken von J.S. Bach, Händel, J. Haydn, Mozart, Mendelssohn und Carl Orff, auch in Vokalwerken zeitgenössischer Komponisten; dazu als Lied-Interpretin bekannt geworden.

 

12.1. Anne HOWELLS wird 80

Anne Howells

 Ausbildung am Konservatorium von Manchester und bei den Pädagogen Frederick Cox und Vera Rozsa. Sie wirkte bereits 1963 in Manchester in der englischen Erstaufführung der Oper »Paride ed Elena« von Gluck mit. Offizielles Bühnendebüt 1964 bei der Welsh Opera Company Cardiff als Flora in »La Traviata«. 1964-66 war sie Mitglied des Chores des Glyndebourne Festivals, wobei man ihr dabei bereits kleine Solopartien (1965 1. Brautmädchen in »Le nozze di Figaro« und 1966 den 2. Knaben in der »Zauberflöte«) übertrug. Bei den Festspielen von Glyndebourne sang sie dann 1967-68 die Erisbe in »L’Ormindo« von Cavalli, 1969 die Dobarella in »Così fan tutte«, 1971 den Komponisten in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, 1972-73 die Minerva in Monteverdis »Il ritorno d’Ulisse in patria«, 1974 die Diana in »La Calisto« von Cavalli, 1987 die Clairon im »Capriccio« von R. Strauss, 1988 und 1990 die Meg Page im »Falstaff« von Verdi, 1989 die Türkenbaba in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, 1996 die Adelaide in »Arabella« von R. Strauss und 1999 die Hata in Smetanas »Die verkaufte Braut«. Am 19.7.1970 wirkte sie beim Glyndebourne Festival in der Uraufführung der Oper »The Rising of the Moon« von Nicholas Maw in der Rolle der Cathleen mit. Große Erfolge hatte die Künstlerin seit 1967 an der Londoner Covent Garden Oper, u.a. als Annina im »Rosenkavalier«, als Cherubino in »Le nozze di Figaro«, als Siebel im »Faust« von Gounod, als Rosina im »Barbier von Sevilla«, als Mélisande, als Adelaide (1990), als Clairon (1991), als Baronin in »Chérubin« von Massenet (1997), als Hata (1998) sowie 1970 in der Uraufführung der Oper »Victory« von R.R. Bennett. Sie wirkte 1969 an der Covent Garden Oper auch in der englischen Premiere der Oper »Hamlet« von Humphrey Searle mit. Am Grand Théâtre Genf gastierte sie 1972-98 als Octavian im »Rosenkavalier«, als Marguerite in »La damnation de Faust« von Berlioz, als Dorabella, als Missia Palmieri in Lehárs »Die lustige Witwe«, als Idamante im »Idomeneo« von Mozart, als Sainte-Marie in »L’Enfance du Christ« von Berlioz, als Clairon, als Begbick in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill und als Duenna in Prokofjews »Verlobung im Kloster«; hier wirkte sie auch 1987 in der Uraufführung der Oper »La Forêt« von R. Liebermann in der Rolle der Régine Raviner mit. Weitere Gastspiele führten sie an die Opéra-Comique Paris (1985 als Phèdre in »Hippolyte et Aricie« von Rameau, 1986 als Concepcion in Ravels »L’Heure espagnole«), Lyon, Amsterdam, Chicago (1989 als Orlofsky in der »Fledermaus«), an die Staatsoper von Wien (1992-93 als Clairon), an die Grand Opéra Paris (1993 als Clairon), an die Opéra Bastille Paris (1994 als Marcellina in »Le nozze di Figaro«) und an die Metropolitan Oper New York, an der sie 1975 als Dorabella debütierte und 1982 den Nicklausse in »Hoffmanns Erzählungen« sang. Sie sang bei den Festspielen von Salzburg 1976-77 und 1979 den Annio in »La clemenza di Tito« von Mozart, 1980 den Nicklausse sowie 1979 in einem Mozart-Konzert. 1985 sang sie im Theater des Herodes Atticus in Athen die Helen in »King Priam« von M. Tippett. 1981 Gastspiel an der Deutschen Oper Berlin als Idamante. 1993 gastierte sie am Opernhaus von Leipzig als Phèdre. An der Oper von Tel Aviv (und 1998 am Théâtre de la Monnaie Brüssel sowie 2000 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona und an der Oper von Santa Fé) trat sie als Marcellina in »Le nozze di Figaro« auf. Am 16.2.2000 nahm sie an der English National Opera London an der Uraufführung der Oper »The Silver Tassie« von Mark Anthony Turnage (als Mutter) teil. Sie trat auf der Bühne wie auf dem Konzertpodium in einem weitläufigen Repertoire vor ihr Publikum, wobei sie auch die anspruchsvollen Koloraturpartien für Mezzosopran zum Vortrag brachte. In erster Ehe mit dem bekannten Tenor Ryland Davies (* 1943), in zweiter mit dem Bariton Stafford Dean (* 1933) verheiratet.

Lit: H. Canning: Anne Howells (in »Opera«, 1989).

Schallplatten: Decca, Philips, Argo, darunter vollständige Opernaufnahmen (»L’Ormindo« von Cavalli, Annina im »Rosenkavalier«, »Les Troyens« von Berlioz). Weitere Aufnahmen auf DGG (Mother Goose in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, »La clemenza di Tito«; auch als Video), Telarc (»The Mikado« von Gilbert & Sullivan); Pickwick-Video (»Il ritorno d’Ulisse in patria« von Monteverdi, Glyndebourne 1973), Virgin-EMI (»Susannah« von C. Floyd), Collins (»Gawain« von H. Birtwistle).

 

13.1. Dominic NATOLI wird 60

 Er trat zum ersten Mal im Alter von fünf Jahren öffentlich auf, danach wurde er bei den Australischen Sängerknaben aufgenommen. Auf der ersten Überseetournee der Sängerknaben nach Japan erwarb er sich erste Lorbeeren als Solist. Nach seinem Stimmwechsel setzte er sein Gesangstudium bei dem bekannten italienischen Bariton Afro Poli fort bis er nach Europa ging, wo er mit Carol Blaickner-Mayo zu studieren begann. Außerdem besuchte er das Konservatorium der Stadt Wien, wo er später mit einem Diplom für Oper und Musiktheater mit Auszeichnung abschloss. Danach setze er sein Gesangstudium weiter in London bei David Harper, Nicholas Powell, Ludmilla Andrew, und Jeffrey Talbot fort. Die zahlreichen Auszeichnungen die Dominic Natoli erhielt, umfassen u.a. das angesehene Dame Joan Sutherland Stipendium, das ihm in zwei aufeinanderfolgenden Jahren von Richard Bonynge verliehen wurde. 1992 erhielt er ein Stipendium der Queensland Regierung, und gewann er 1. Preis des internationalen Alfredo Kraus International Gesangswettbewerb. Er ist auch Bakkalaureus in Rechtswissenschaften und Wirtschaft an der Monash Universität in Melbourne, wo er neben seine Karriere als Sänger für einige Jahre auch als Jurist arbeitete. Seit seinem Debüt in Die Fledermaus arbeitet er mit zahlreichen Theatern in Australien, Österreich, Deutschland, Frankreich, den USA, Irland, und Großbritannien, u.a. an der Wiener Kammeroper, der Australian Opera, Victoria State Opera, Opera Queensland, dem Volkstheater Rostock, Stadttheater Aachen, Stadttheater Hof, Coburg, Bayreuth, London City Opera, Holland Park Opera, Anna Livia International Festival, Theatre Evreux, Opera de Nancy et de Lorraine, English National Opera, Finnish National Opera, Danish National Opera und der Königliche Oper Dänemark. Sein Opernrepertoire umfasst Tamino in Die Zauberflöte, Don Ottavio in Don Giovanni, Idomeneo in Idomeneo, Loge in Das Rheingold, Ernesto in Don Pasquale, Nemorino in L’Elisir d’Amore, Edgardo in Lucia di Lammermoor, Alfred in Die Fledermaus, The Magician in The Consul (Menotti), Don Josè in Carmen, Pollione in Norma, Ismael in Nabucco, Alfredo in La Traviata, Riccardo in Un Ballo in Maschera, Manrico in Il Trovatore, Alvaro in La Forza del Destino, Turiddu in Cavalleria Rusticana, Cavaradossi in Tosca, Pinkerton in Madama Butterfly, Prunier in La Rondine, Rodolfo in La Bohème, Des Grieux in Manon Lescaut und Calaf in Turandot. In Oratorien sang Dominic Natoli die Solopartien im Verdi-Requiem, in Haydns Die Jahreszeiten und der Nelson Messe, die Tenor Arien der Johannes Passion von J.S. Bach, die Titelrolle in Händels Joshua, Der Messias von Händel, sowie die Tenorpartie der IX. Symphonie von Beethoven, und Elgars  The Dream of Gerontius. Sein breit gefächertes Konzertrepertoire umfasst neben dem Oratorium auch das Kunstlied, zeitgenössische Musik sowie italienische und neapolitanische Lieder. Begeisterte Aufnahme fand er mit seiner Gestaltung des Mario Lanza in The Mario Lanza Story. Auftritte hatte er u.a. mit dem Melbourne Symphony Orchestra, dem Adelaide Symphony Orchestra, dem Australian Pops Orchestra, dem Queensland Philharmonic Orchestra, dem Royal Philharmonic Orchestra, dem Royal Scottish National Orchestra, dem BBC Concert Orchestra, sowie regelmäßige Auftritte mit BBC Radio 2 Friday Night is Music Night. Er arbeitet mit vielen berühmten Dirigenten wie Richard Bonynge, Gustavo Dudamel, Carlo Felice Cillario, Richard Hickox, Sir Edward Downes, David Parry, und Sebastian Lang-Lessing. Außerdem machte er zahlreiche Aufnahmen mit dem Australischen Rundfunk, seine CDs nimmt er bei Vienna Modern Masters, Opera Rara und Chandos auf. Demnächst wird er u.a. als Rodolfo in La Bohéme in Schweden, und Manrico in Il Trovatore in Dänemark auftreten.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: www.dominicnatoli.com

 

13.1. Wayne MARSHALL wird 60

 Nach dem Besuch der Chetham’s School in Manchester begann er eine Orgelausbildung an der Kathedrale von Manchester. Weitere Studien folgten am Royal College of Music bei Nicholas Danby (Orgel) und Angus Morrison (Klavier) sowie an der Musikhochschule in Wien. Seine Examina legte er mit Auszeichnung ab. Marshall konzertierte als Organist unter anderem in Notre Dame de Paris, in der Royal Festival Hall und in der Westmnster Abbey. Er ist organist in residence der Bridgewater Hall in Manchester. Als Pianist trat er zusammen neben Solokonzerten auch mit Kim Creiswell, Tasmin Little, Natalie Clein, Ole Edvard Antonsen und Willard White auf. Er dirigierte die Rotterdamer Philharmonie, die Wiener Philharmoniker, das Gewandhausorchester Leipzig, das Schwedische Radiosinfonieorchester, das BBC Symphony Orchestra, die Desdner Philharmonie, die Staatskapelle Halle sowie die Orchester von Bordeaux und Lyon. Auf seinen Programmen stehen oft Werke von George Gershwin, Duke Ellington und Leonard Bernstein. Beim WDR Rundfunkorchester Köln ist er seit der Saison 2014/15 neuer Chefdirigent. Von ihm stammen die Kompositionen Magnificat und Nunc dimittis. Marshall erhielt als Auszeichnungen den Honorary Doctorate der Universität Bounremouth und wurde Artist of the Year der BBC (1998). Marshall ist mit einer Malteserin verheiratet, die Familie lebt in Valletta.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://waynemarshall.com/

 

13.1. Gary CARPENTER wird 70

 Informationen über den britischen Komponisten auf seiner Homepage:

http://www.garycarpenter.net/

13.1. Renato BRUSON wird 85

Renato Bruson Als Simon Boccanegra In Wien

 Er entstammte einer bäuerlichen Familie. Er war am Conservatorio Pollini in Padua Schüler von Elena Fava Ceriati. Debüt 1961 am Teatro Sperimentale Spoleto als Graf Luna im »Troubadour« von Verdi. Die Karriere des Sängers entwickelte sich anfänglich nur langsam. Als Graf Luna gastierte er 1964 an holländischen Bühnen. Dann 1967 spektakulärer Erfolg am Teatro Regio von Parma als Partner des Tenors Franco Corelli. 1969 erfolgte sein Debüt an der Metropolitan Oper New York als Enrico in »Lucia di Lammermoor«; dort gastierte er bis 1984 in insgesamt 19 Vorstellungen auch als Graf Luna im »Troubadour«, als Germont-père in »La Traviata«, als Don Carlo in Verdis »La forza del destino« und als Posa im »Don Carlos« vom gleichen Meister. An der Mailänder Scala debütierte er 1972 als Antonio in »Linda di Chamounix« von Donizetti; an diesem Haus sang er in der Folge 1975 den Renato in Verdis »Un ballo in maschera«, 1978-79 den Posa, 1978 die Titelpartie in »Simon Boccanegra«, 1982 den Don Carlo in »Ernani«, 1986, 1988 und 1996 die Titelpartie im »Nabucco«, 1987 und 2001 den Jago in Verdis »Otello«, 1988 den Francesco Foscari in Verdis »I due Foscari«, 1992 den Enrico in »Lucia di Lammermoor«, 1994-95 den Rigoletto, 1997 die Titelpartie in Verdis »Macbeth«, 2008 den Germont-père, sowie mehrfach in Konzerten und Liederabenden. Es kam nun zu einer großen Karriere an den führenden italienischen Opernbühnen: an den Opernhäusern von Rom, Bologna, Genua, Palermo, Parma, Turin, Venedig, Triest, bei den Festspielen von Verona (wo er in den Jahren 1975-76, 1978-82, 1985, 1992, 1994, 1996 und 2000 auftrat) und in den Thermen des Caracalla in Rom. 1972 sang er am Teatro San Carlo Neapel in der Premiere der vergessenen Oper »Caterina Cornaro« von Donizetti, in der Saison 1981-82 in Florenz in der von Donizettis »Il Duca d’Alba«. 1976 sang er als erste Partie an der Covent Garden Oper London den Anckarström (Renato) in Verdis »Un ballo in maschera«, später den Macbeth (1981), den Simon Boccanegra, den Vater Miller in »Luisa Miller« und den Jago. Besonders große Erfolge brachten ihm 1980 in Florenz sein Jago, 1982 in Los Angeles seine Gestaltung der Titelfigur in Verdis »Falstaff«, 1984 bei den Festspielen von Orange sein Posa. Ähnliche Erfolge bei Gastspielen am Théâtre de la Monnaie von Brüssel, an den Opern von Frankfurt a.M., Hamburg und München (u a. 1985 als Titelheld in Verdis »Macbeth«, den er im gleichen Jahr auch im Theater des Herodes Atticus in Athen sang), in Bukarest, Monte Carlo, Kopenhagen, Amsterdam, Budapest und Barcelona, bei den Festspielen von Edinburgh (1972 als Ezio in Verdis »Attila« im Rahmen eines Gastspiels des Teatro Massimo Palermo) und Bregenz (1987 als Don Carlo in »Ernani«). In Nordamerika trat er auch an den Opernhäusern von Chicago und San Francisco (1973 als Alfonso in Donizettis »La Favorita«, 1976 und 1979 als Don Carlo in »La forza del destino« und 1980 als Simon Boccanegra) auf. Weitere Gastspiele an der Grand Opéra Paris (1984 als Macbeth), an der Opéra Bastille Paris (1990 als Jago), in der Carnegie Hall New York (1990 als Montfort in einer konzertanten Aufführung von Verdis »I Vespri Siciliani«), in Parma (als Don Carlo in »Ernani«), am Teatro Regio Turin (als Germont-père). 1991 sang er (in einer konzertanten Aufführung) in der Alten Oper in Frankfurt a.M. die Titelrolle in »Cristoforo Colombo« von A. Franchetti, 1992 im  Teatro Filarmonico Verona den Wilhelm Tell in der gleichnamigen Rossini-Oper, 1993 bei den Festspielen von Macerata den Rigoletto. An der Wiener Staatsoper gastierte er regelmäßig seit 1977 (Debüt als Don Carlo in Verdis »La forza del destino«), bis 2005 in insgesamt 249 Vorstellungen (als Michele in Puccinis »Il Tabarro«, als Macbeth, als Rigoletto, als Simon Boccanegra, als Germont-père, als Vater Miller, als Jago, als Posa, als Gérard in Giordanos »Andrea Chénier«, als Don Giovanni, als Scarpia in »Tosca«, als Renato in Verdis »Un ballo in maschera«, als Stankar in Verdis »Stiffelio«, als Montfort, als Don Carlo in Verdis »Ernani« und als Nottingham in Donizettis »Roberto Devereux«) und wurde 1996 zum Ehrenmitglied des Hauses ernannt. 1994 gastierte er in der Arena von Verona als Jago; bei den Festspielen von Salzburg trat er 1995 als Germont-père auf, in der Arena von Verona 1996 als Nabucco von Verdi, bei den Festspielen von Macerata des gleichen Jahres als Ezio. 1997 wirkte er bei den Festspielen von Macerata als Nabucco mit, den er auch am Teatro San Carlo Neapel übernahm; 1997 bei den Festspielen von Macerata und an der Oper von Lüttich den Falstaff von Verdi. Beim Donizetti Festival gastierte er 1998 in Bergamo als Cardenio in Donizettis »Il furioso all’isola di San Domingo«, 1999 an der Oper von Monte Carlo als Germont-père. 1999 sang er beim Festival von Macerata den Jago, 2000 in der Arena von Verona den Nabucco, im gleichen Jahr bei der Japan-Tournee des Ensembles der Mailänder Scala den Rigoletto. Noch im September 2010 gastierte er an der Wiener Volksoper als Germont-père. Er wurde auch als Lied-Interpret bekannt. Die Universität Urbino verlieh ihm die Ehrendoktorwürde. – Im Mittelpunkt seines weit gespannten Repertoires standen die dramatischen Partien der italienischen Opernliteratur, zumal im Opernschaffen Verdis und Donizettis. Dazu erfolgreiche Karriere als Konzertsänger.

Lit: G. Guarderzi: Renato Bruson (in »Opera«, 1979); Tita Tegano: Renato Bruson, 25 anni di Teatro in Musica.

Schallplatten: Relativ spät kamen Aufnahmen bei Philips heraus (»L’Isola disabitata« von Haydn, 1978; später Titelheld im »Rigoletto« wie in »Macbeth« von Verdi), dann auch auf Decca (Requiem von Donizetti), HMV (»Tosca«, »La Traviata«, »Lucia di Lammermoor«), CBS (»Il segreto di Susanna« von Wolf-Ferrari, »Macbeth« von Verdi), DGG (Vater Miller in Verdis »Luisa Miller«, Titelheld in »Falstaff«, »La forza del destino«, »Un ballo in maschera« von Verdi, »Manon Lescaut« von Puccini, »Samson et Dalila«), ANNA-Records (»Linda di Chamounix« von Donizetti), MRF (»Gemma di Vergy« von Donizetti, »Oedipe a Colone« von Sacchini), Orfeo (»Alzira« von Verdi, Alfonso in »Così fan tutte«), RCA (»Don Pasquale«), Capriccio (Mozart-Arien; »Andrea Chénier« von Giordano, »La Traviata«), Koch-Records (Jago im »Otello«, »Cristoforo Colombo« von Franchetti; Lieder), Acanta (Arie antiche), Valois/Helikon (Titelrolle in Verdis »Nabucco«), Nuova Era (»Poliuto« von Donizetti), Nuova Era/Note I (Francesco in »I due Foscari« von Verdi), Bayer Records (»I Masnadieri« von Verdi), Sony (»Rigoletto«), Chandos (Titelheld im »Don Giovanni«), Bella Voce (Michele in Puccinis »Il Tabarro«), Mondo Musica (Enrico in »Maria di Rohan« von Donizetti; »Lucia di Lammermoor«, Teatro Fenice Venedig, 1973), Gala (Titelrolle in Verdis »Macbeth«, Turin 1977); Warner-Video (»Ernani« von Verdi, Scala Mailand 1986; Titelrolle im »Falstaff« von Verdi, London 1984; »Giovanna d’Arco« von Verdi, Bologna 1990; Titelrolle in Verdis »Nabucco«, Verona 1981), Topaz-Video (»Luisa Miller«), Castle-Video (»Macbeth« von Verdi), Videoland Wien (»Lucia di Lammermoor«), Arthaus-Video (»Macbeth« von Verdi, Deutsche Oper Berlin 1987).

 

14.1. Ben HEPPNER wird 65

Ben Heppner

 Seine Familie war deutscher Abstammung. Er erhielt seine Ausbildung zuerst an der Musikschule der State University of British Columbia, sodann an der Eastman School of Music und in der Opernklasse der University of Toronto. 1979 war er Preisträger des CBC (Canadian Broadcasting Company) Talent Festivals. Im gleichen Jahr 1979 fand sein Debüt statt; 1980-83 war er Mitglied der Canadian Opera Company, bei der u.a. den Rodolfo in »La Bohème« und den Steuermann in »Der fliegende Holländer« sang. 1981 trat er in Vancouver auf, 1984 bei der Toronto Opera als Hervey in »Anna Bolena« von Donizetti. 1987 sang er bei der Victoria State Opera in Australien den Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, in Toronto den Sinowy in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch. 1988 kam es zu seinem USA-Debüt an der Chicago Opera als Tannhäuser. Zugleich betätigte er sich auch als Konzert- und Oratoriensänger. Sein Durchbruch zu einer internationalen Karriere kam zustande, als er 1988 den ersten Preis bei der Metropolitan Opera National Council Audition davontrug. Nun sang er 1988 an der Philadelphia Opera den Prinzen in Dvoráks Märchenoper »Rusalka«, in Melbourne den Bacchus in »Ariadne auf Naxos«. 1989 gastierte er an der Königlichen Oper Stockholm wie am Bolschoi Theater Moskau als Lohengrin, ebenfalls 1989 in Seattle als Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg«. An der Oper von San Francisco debütierte er 1989 als Lohengrin und sang hier 1993 den Walther von Stolzing wie die Titelpartie in Mozarts »La clemenza di Tito« sowie 1996 nochmals den Lohengrin. An der Mailänder Scala debütierte er 1990 als Walther von Stolzing; hier sang er auch 1993 den Hüon in »Oberon« von Weber und gab 2009 sehr erfolgreich einen Liederabend. An der Wiener Staatsoper debütierte er 1990 als Bacchus und sang hier bis 2007 in insgesamt 19 Vorstellungen außerdem noch den Lohengrin, den Florestan im »Fidelio«, den Erik in »Der fliegende Holländer«, den Kaiser in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss und den Tristan. 1990 sang er an der Santa Fé Opera den Bacchus, in Seattle den Prinzen in »Rusalka« und am Opernhaus von Köln den Florestan. Im gleichen Jahr gab er sein Debüt an der Covent Garden Oper London als Walther von Stolzing, indem er kurzfristig für einen Kollegen einsprang. 1991 gastierte er an der Oper von Marseille als Walther von Stolzing, am Grand Théâtre Genf als Erik, in Zürich als Lohengrin und an der Staatsoper von München als Dimitrij im »Boris Godunow«, 1993 dort auch als Walther von Stolzing. 1991 debütierte er als Titelheld in Mozarts »Idomeneo« an der Metropolitan Oper New York, an der er bis 2009 in insgesamt 135 Vorstellungen außerdem noch als Laça in Janáceks »Jenufa«, als Walther von Stolzing, als Prinz in »Rusalka«, als Florestan, als Hermann in Tschaikowskys »Pique Dame«, als Lohengrin, als Tristan, als Énée in »Les Troyens« von Berlioz, als Otello, als Parsifal und als Andrea Chénier von Giordano auftrat. In der Saison 1991-92 sang er in Brüssel den Laça, in Amsterdam den Kaiser in der »Frau ohne Schatten«, in Nizza den Walther von Stolzing. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1991 den Titelhelden in Mozarts »La clemenza di Tito«, 1993 in »Psalmus Hungaricus« von Kodály und 1996 den Florestan. An der Chicago Opera wirkte er in der Uraufführung der Oper »McTeague« von William Bolcom in der Titelrolle mit (31.10.1992). 1994 gastierte er mit dem Ensemble der Metropolitan Oper im Konzerthaus Alte Oper in Frankfurt a.M. (in einer konzertanten Aufführung) als Erik. 1994 Gastspiel am Opernhaus von Köln als Peter Grimes von Benjamin Britten, den er dann auch 1995 in Vancouver und an der Covent Garden Oper sang, 1996 am Opernhaus von Lyon als Florestan, in seiner kanadischen Heimat in Toronto als Canio im »Bajazzo«. 1996 gastierte er mit dem Ensemble der Metropolitan Oper im Konzerthaus Alte Oper in Frankfurt a.M. (in konzertanten Aufführungen) als Bacchus und als Andrea Chénier, den er auch im gleichen Jahr in Seattle und am Teatro Colón Buenos Aires vortrug. 1997 gastierte er an der Oper von Chicago als Calaf in Puccinis »Turandot« und als Peter Grimes, 1998 in Seattle als Tristan, den er auch 1999 bei der Osterfestspielen von Salzburg sang. 1999 sang er den Tristan am Teatro Comunale Florenz, dann auch 2000 an der Oper von Chicago. 2000 hörte man ihn auch in der Londoner Barbican Hall als Énée. An der Pariser Opéra Bastille gastierte er 2001 als Peter Grimes, 2003 als Walther von Stolzing, 2005 als Tristan und 2007 als Lohengrin. Am 30.4.2010 wirkte er an der Dallas Opera in der Uraufführung der Oper »Moby-Dick« von Jake Heggie in der Partie des Captain Ahab mit. Als Konzertsänger kam er als Solist in der »Schöpfung« von Haydn, in Beethovens 9. Sinfonie, im Te Deum von H. Berlioz und im »Lied von der Erde« von Gustav Mahler zu besonderen Erfolgen. In der Carnegie Hall hörte man ihn 1995 und 1999 mit dem Tenor-Solo in Mahlers »Lied von der Erde« sowie 2001 als Waldemar in A. Schönbergs »Gurrelieder«. 2001 gab er einen glanzvollen Liederabend in Berlin. 2014 hat er seine Karriere beendet.

Lit: R. Milnes: Ben Heppner (in »Opera«, 1995).

Schallplatten: EMI (»Oberon« von Weber, Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg«, Jean in »Hérodiade« von Massenet, »Das Lied von der Erde« von G. Mahler), RCA (Kalaf in »Turandot« von Puccini; 8. Sinfonie von G. Mahler; »My secret heart«, Lieder; »Songs of Faith«), RCA/BMG (Titelheld im »Lohengrin«, Florestan im »Fidelio«; Lieder von Beethoven, R. Schumann, Liszt und R. Strauss; Arien aus deutschen romantischen Opern), Sony (9. Sinfonie von Beethoven; Erik in »Der fliegende Holländer«), Decca (Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg«, Prinz in »Rusalka« von Dvorák), Teldec (Kaiser in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss).

 

15.1. Emilia RAVAGLIA wird 85

Emilia Ravaglia

 Nach anfänglichem Klavierstudium am Konservatorium von Udine wurde sie Schülerin der berühmten Sängerinnen Adelaide Saraceni, Toti dal Monte und Gilda dalla Rizza. Bühnendebüt 1960 in London mit einer Truppe »Virtuosi di Roma« als Serpina in »La Serva padrona« von Pergolesi. Offizielles Debüt 1961 am Teatro Fenice von Venedig in der Rolle der Gnese in »Il Campiello« von Wolf-Ferrari. Dort sang sie im gleichen Jahr die Carolina in Cimarosas »Il matrimonio segreto« und 1962 wie 1968 die Despina in »Così fan tutte«. In Italien entwickelte sich eine erfolgreiche Karriere der Künstlerin mit Auftritten am Teatro Massimo Palermo (1964 als Adina in »L’Elisir d’amore«), an der Oper von Rom (an der sie in den Jahren 1964-81 immer wieder anzutreffen war, u.a. als Blondchen in der »Entführung aus dem Serail« und als Gasparina in »Il Campiello« von E. Wolf-Ferrari), am Teatro Regio Turin (1968 als Sophie im »Werther« von Massenet, 1979 als Elisabeth in der italienischen Erstaufführung von H.W. Henzes »Elegie für junge Liebende«, 1979 als Elvira in Rossinis »L’Italiana in Algeri«), am Teatro San Carlo Neapel (1971 als Mirandolina in »La Locandiera« von Persico). An der Mailänder Scala debütierte sie 1972 als Braut in Valentino Bucchis »Una notte in paradiso«. Hier sang sie auch 1974-75 die Gismonda in »Il Marito disperato« von Cimarosa, 1975 den Waldvogel im »Siegfried« und in einem Konzert Mozarts Kantate »Exultate, jubilate«. 1971 sang sie bei den Salzburger Festspielen die Norina im »Don Pasquale«, bereits 1966 an der Münchner Staatsoper die Königin der Nacht in der »Zauberflöte«. Am Teatro Comunale Florenz gastierte sie 1976 in »Mavra« von Strawinsky und 1977 in Cimarosas »Il matrimonio segreto«. 1970 sang sie am Teatro Comunale Bologna in der Uraufführung der Oper »Coccodrillo« von Bucchi, 1969 in Palermo in der von »Luisella« von Mannino, 1980 an der Oper von Rom die Titelrolle in der Uraufführung der Oper »Marylin« von Lorenzo Ferrero. 1981 trat sie an der Oper von Rom nochmals als Lucinda in »La Cecchina« von Piccinni auf. Später pädagogisch am Konservatorium von Piacenza wirkend.

Schallplattenaufnahmen des technisch vorzüglich durchgebildeten Koloratursoprans der Künstlerin auf Le Chant du Monde. Auf Fonit-Cetra wirkte sie in einer vollständigen Aufnahme der Oper »La buona figliuola« von Piccinni mit, auf ANNA-Records in »La Bella dormiente nel Bosco« von Respighi. Bei CBS erscheint sie in »La Cenerentola« von Rossini, auf MRF in »La Dirindina« von A. Scarlatti, auf Melodram als Sophie im »Werther« von Massenet.

 

16.1. Roelof OOSTWOUD wird 75

Roelof Oostwoud

 Er studierte an der Universität von Toronto zuerst Mathematik und Physik, dann aber Musikologie und Operngesang. Seine Ausbildung zum Sänger wurde durch den bekannten kanadischen Bariton Louis Quilico vollendet. Nach ersten Bühnenauftritten an Theatern in den USA und in Kanada kam er nach Europa. Hier hatte er bei Gastspielen bei der Nederlandse Operastichting (1975 als Edgardo in »Lucia di Lammermoor«), in London, Paris, Lissabon, Wien und Linz Erfolge. Seit 1978 war er Mitglied des Münchner Theaters am Gärtnerplatz, zugleich auch an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg verpflichtet. Durch Gastverträge den Opernhäusern von Essen und Wuppertal verbunden. 1985 gastierte er bei der Operngesellschaft Forum Enschede als Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«. 1987 sang er in Düsseldorf in der Oper »Die Gezeichneten« von Fr. Schreker, 1988 in Wuppertal den Jason in Cherubinis klassischer Oper »Medea«, in Düsseldorf den Ismaele in Verdis »Nabucco«. 1990 hörte man ihn in Wuppertal in Glucks »Iphigenie auf Tauris«, in Düsseldorf als Male Chorus in »The Rape of Lucretia« von B. Britten, 1991 in Düsseldorf (und 1993 in Freiburg i. Br.) als Dionysos in »Die Bassariden« von H.W. Henze und als Hoffmann, 1992 am Theater von Bern (Schweiz) als Sergej in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch, 1995 in Düsseldorf als Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, 1996 als Froh im »Rheingold«, 1996 am Landestheater von Coburg als Verdis Otello, am Opernhaus von Nürnberg als Froh im »Rheingold«. 1997 trat er an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg als Tichon in »Katja Kabanowa« von Janácek und als Froh auf, am Stadttheater von Hagen/Westfalen als Tannhäuser, am Staatstheater Kassel als Florestan in der Urfassung von Beethovens »Fidelio« (»Leonore«), 1999 in Düsseldorf als Melot in »Tristan und Isolde«. Am 9.3.1982 wirkte er an der Mailänder Scala in der Uraufführung der Oper »La vera storia« von Luciano Berio als Luca mit. Erfolgreiche Karriere auch als Konzert- und Oratoriensänger; er trat im Konzertsaal u.a. in Deutschland, in Israel und Spanien (San Sebastian) hervor.

Schallplatten: ZYX (»Totentag« von Klaus Schulze).

 

18.1. Christoph PRÉGARDIEN wird 65

Christoph Prégardien

 Er erhielt seine erste Ausbildung in der Limburger Domchorschule und studierte dann an der Musikhochschule Frankfurt a.M., in Mailand und Stuttgart; zu seinen Lehrern gehörten Martin Gründler, Karl-Heinz Jarius und Carla Castellani. Er sang zuerst als Solist mit dem Domchor von Limburg a. d. Lahn, war 1983-87 am Opernhaus von Frankfurt a. M engagiert, zugleich 1984-85 der Staatsoper Hamburg verbunden. 1987-88 sang er am Theater im Revier Gelsenkirchen und seit 1988 wieder am Frankfurter Opernhaus. 1989-90 trat er am Opernhaus von Antwerpen und an der Oper von Kairo in Opern von J. Haydn auf. 1992 gastierte er am Opernhaus von Montpellier (und 1993 beim Festival Alter Musik in Innsbruck) in der Titelrolle von Monteverdis »Il ritorno d’Ulisse in patria«. Er trat auf der Bühne in Partien aus dem lyrischen Fachbereich auf: als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, als Fenton in Verdis »Falstaff«, als Don Ottavio im »Don Giovanni« (1990 Karlsruhe und Ludwigshafen, Festspiele von Ludwigsburg 1994, Holland Festival 1994) und als Tamino in der »Zauberflöte«. 1993 sang er beim Würzburger Mozart-Fest in »Il Re pastore« von Mozart, 1994 in Frankfurt a.M. in konzertanten Aufführungen der ganz vergessenen Oper »Günther von Schwarzburg« von I. Holzbauer. 2005-06 gastierte er an der Pariser Oper als Titelheld in Mozarts »La Clemenza di Tito«. Der Schwerpunkt seiner Karriere lag jedoch im Konzertrepertoire, als Oratoriensolist und als Interpret von barocker Vokalmusik; er wurde vor allem als Evangelist in den Passionen von J.S. Bach geschätzt. Er sang beim Holland Festival und beim Festival von Flandern, in Paris und Aix-en-Provence, bei den Ansbacher Bach-Wochen, bei den Händelfestspielen in Göttingen und in Innsbruck. 1988 hörte man ihn in London in konzertanten Opernaufführungen, 1989 in Amsterdam und in Genf. Im Belgischen Fernsehen trat er in der Matthäuspassion von J.S. Bach auf; 1989 gab er Serien von Bach- und Händel-Konzerten in London, 1996 gab er dort Liederabende in der Wigmore Hall. Er trat am 31.1.1997 in der Londoner Wigmore Hall in einem Konzert aus Anlass des 200. Geburtstages von Franz Schubert auf. 2000 sang er in Stuttgart in der Uraufführung der Lukas-Passion von Wolfgang Rihm. Bedeutender Liedersänger, wobei sein umfangreiches Repertoire auf diesem Gebiet auch Werke zeitgenössischer Komponisten enthielt.

Von seiner Stimme sind sehr viele Schallplatten vorhanden. Sie erschienen auf den Marken Harmonia mundi (»L’Infedeltà delusa« von J. Haydn, Matthäus- und Johannespassion von J.S. Bach, Magnificat und Kantaten, ebenfalls von J.S. Bach, H-Moll-Messe von J.S. Bach, Mozart-Requiem, Konzert-Arien von Mozart, »San Giovanni Battista« von A. Stradella, Missa Dei Filii und Lauretanische Litanei von Zelenka, »Il ritorno d’Ulisse in patria« von Monteverdi: Lieder-Recital), HMV-Electrola (»Die großmüthige Tomyris« von Reinhard Keiser, C-Moll-Messe von Mozart, »Die schöne Müllerin« von Schubert), Hänssler-Verlag (Bach-Kantaten, »Symphoniae Sacrae« von Heinrich Schütz, Kantaten von Fasch), Hänssler/Naxos (»Deus Passus« von W. Rihm), Spirella (Messe Nr.1 von Cherubini), Philips (Johannespassion und Kantaten von J.S. Bach), Virgin (Konzertarien von Mozart, Magnificat von J.S. Bach), EMI (Mozart-Requiem, Hölderlin-Lieder von Killmayer, Schubert-Lieder), DGG (Don Ottavio im »Don Giovanni«; »Das Paradies und die Peri« von R. Schumann; D-Moll-Messe von A. Bruckner), Erato (Matthäuspassion und Weihnachtsoratorium von J.S. Bach), Erato/Warner (Markus-Passion von J.S. Bach), Thorofon (H-Moll-Messe von J.S. Bach), Orfeo (»Yolimba« von W. Killmayer), Capriccio (Matthäuspassion von J.S. Bach), Berlin-Classics (H-Moll-Messe von J.S. Bach), CPO (»Günther von Schwarzburg« von Ignaz Holzbauer; Balladen von Carl Loewe; Lieder von Hans Pfitzner), Teldec/Warner (»Die schöne Magelone« von J. Brahms), Teldec (Rinaldo in »Armida« von J. Haydn; Matthäuspassion von J.S. Bach), Teldec/East West Records (»Winterreise« von Schubert), Carus-Verlag/Note 1 (Religiöse Vokalwerke von F. Mendelssohn), Koch/Schwann (H-Moll-Messe von J.S. Bach); Arthaus-Video (»Die Schöpfung« von J. Haydn, 1992).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.pregardien.com/de/

 

18.1. Andreas SCHEIBNER wird 70

Andreas Scheibner

 Er erhielt seine Ausbildung an der Musikhochschule Dresden in erster Linie durch Günther Leib und Christian Elßner. 1972 fand sein Bühnendebüt am Theater von Görlitz in der Partie des Dr. Cajus in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor« statt. Nach zweijähriger Tätigkeit an diesem Theater wechselte er 1974 an das Deutsch-Sorbische Volkstheater in Bautzen. Von dort kam er für die Jahre 1976-79 an das Stadttheater von Stralsund. Nachdem er 1979-83 am Theater von Potsdam gesungen hatte, wurde er 1983 Mitglied der Staatsoper Dresden. Auf der Bühne beeindruckte der Künstler in einem sehr umfangreichen Repertoire, aus dem der Titelheld im »Don Giovanni«, der Guglielmo in »Così fan tutte«, der Eugen Onegin in der gleichnamigen Oper von Tschaikowsky, der Graf Luna im »Troubadour« von Verdi, der Silvio im »Bajazzo«, der Marcello in Puccinis »La Bohème«, der Melot in »Tristan und Isolde« (Dresden 1996) und der Zar in »Zar und Zimmermann« von Lortzing genannt seien. 1994 gastierte er am Teatro Regio Turin als Papageno in der »Zauberflöte«. An der Dresdner Staatsoper sang er 1998 den Barbier in »Die schweigsame Frau« von R. Strauss, in Rom die beiden Partien des Kilian wie des Ottokar in einer halbszenischen Aufführung des »Freischütz«. 1999 hörte man ihn an der Staatsoper Dresden als Grafen im »Capriccio« von R. Strauss (mit Felicity Lott als Gräfin). Im gleichen Jahr gastierte er an der Wiener Staatsoper als Barbier in »Die schweigsame Frau« und sang (konzertant) in Zagreb den Jochanaan in »Salome« von R. Strauss. Am 7.3.2001 sang er an der Opéra Bastille Paris (an der er 2001 und 2004 auch den Dr. Falke in der »Fledermaus« und 2016 den Herzog von Albany in A. Reimanns »Lear« sang) die Titelrolle in der Uraufführung der Oper »K…« von Philippe Manoury; im gleichen Jahr gastiert er am Teatro Real Madrid als Hans Sachs in »Die Meistersinger von Nürnberg«. Im Theater an der Wien debütierte er 2003 in Blochs »Macbeth« und sang hier 2009 den Feldmarschall Dörfling in Henzes »Der Prinz von Homburg«. An der Staatsoperette Dresden sang er den Escamillo in »Carmen« und 2018-20 den Titelhelden in Puccinis »Gianni Schicchi«. Eine nicht weniger umfangreiche Tätigkeit entfaltete er im Konzertsaal, wo er sowohl als Oratoriensolist wie als Liedsänger erfolgreich wirkte, und in Österreich und Holland, in Polen und Westdeutschland als Gast auftrat. 1990 wirkte er bei den Salzburger Festspielen in einem Konzert mit Werken des Komponisten E. Krenek mit. Er trat in der Saison 1999-2000 als Konzertsolist in München, Hamburg, Bremen, Leipzig und Tokio auf. Im Konzertbereich arbeitete er mit führenden Orchestern aus aller Welt zusammen, darunter dem New York Philharmonic Orchestra, dem Cleveland Orchestra, dem Houston Symphony Orchestra, der Tschechischen Philharmonie Prag, dem Gewandhaus-Orchester Leipzig, der Staatskapelle Berlin, dem Orchestre de la Suisse Romande Genf, dem Orchester des Schwedischen Rundfunks Stockholm und dem Orchester der RAI Turin.

Schallplatten: Eterna (Bach-Kantaten), Philips (Kilian im »Freischütz«), Capriccio/EMI (Bach-Kantaten), Teldec (»Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss), Berlin CD (Johannespassion von J.S. Bach), Carus-Verlag/Note I (Magnificat von J.S. Bach).

 

18.1. Katia RICCIARELLI wird 75

Katia Ricciarelli

 Die Künstlerin hatte eine sehr schwere Jugendzeit: ihr Vater starb früh, alle anderen Familienmitglieder mit Ausnahme ihrer Mutter kamen bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Sie war am Conservatorio Benedetto Marcello in Venedig Schülerin von Iris Adami-Corradetti. 1968-71 gewann sie drei wichtige Gesangwettbewerbe, darunter den Preis der RAI und den Concours von Parma. 1969 fand ihr Bühnendebüt in Mantua als Mimi in »La Bohème« statt. Sie trat dann am Teatro Regio von Parma auf und sang am Teatro Fenice Venedig in Verdis »Il Corsaro«. 1971 bewunderte man sie an der Oper von Rom in der Titelrolle von Verdis »Giovanna d’Arco«. 1972-73 Gastspiel an der Oper von Chicago als Lucrezia in Verdis »I due Foscari« und in Los Angeles als Mimi. 1973 gastierte sie am Théâtre de la Monnaie in Brüssel. Die Künstlerin wurde 1972 an die Mailänder Scala verpflichtet (Debüt im Verdi-Requiem) und hatte dort bis 1989 ungewöhnliche Erfolge (1973 als Suor Angelica in der Oper gleichen Namens von Puccini und nochmals im Verdi-Requiem, 1976 als Amelia in »Simon Boccanegra«, 1979 als Lucrezia in »I due Foscari«, 1983 als Liù in Puccinis »Turandot«, 1985 als Madama Cortese in Rossinis »Il viaggio a Reims«, 1989 in der Titelrolle von Verdis »Luisa Miller« sowie mehrfach in Konzerten). 1973-95 gastierte sie an der Wiener Staatsoper (Debüt als Liù). In insgesamt 69 Vorstellungen sang sie hier außerdem die Leonore im »Troubadour«, die Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, die Amelia sowohl in Verdis »Un ballo in maschera« als auch in dessen »Simon Boccanegra«, die Desdemona in Verdis »Otello«, die Giulietta in Bellinis »I Capuleti e i Montecchi«, die Titelrollen in Verdis »Luisa Miller« und in Donizettis »Maria Stuarda«, die Maddalena in »Andrea Chénier« und die Titelrolle in »Fedora« von Giordano. An der Covent Garden Oper London debütierte sie 1974 als Mimì. Hier trat sie in einer langen Gastspielkarriere auch als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«, als Luisa Miller, als Elisabetta im »Don Carlos«, als Aida, als Desdemona, als Alice Ford in Verdis »Falstaff«, als Lucia di Lammermoor und als Giulietta in »I Capuleti e i Montecchi« auf. An der Grand Opéra Paris debütierte sie ebenfalls 1974 als Mimì und trat hier 1975 als Elisabetta in »Don Carlos«, 1978  als Amelia in »Simon Boccanegra«, 1981 als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«, 1983 als Luisa Miller und 1985 als Pamira in Rossinis »Le Siège de Corinthe« auf, an der Opéra-Comique Paris 1980 als Micaela in »Carmen« und 1983 als Traviata. 1975 erfolgte ihre Berufung an die Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: Mimì). Hier hatte sie bis 1990 große Erfolge auch als Micaela, als Desdemona, als Luisa Miller und als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«. Am Grand Théâtre Genf gastierte sie 1977 als Elisabetta im »Don Carlos«, 1979 als Mathilde in Rossinis »Wilhelm Tell«, 1980 als Donna Anna im »Don Giovanni«, 1982 als Traviata und 1990 als Amenaide in Rossinis »Tancredi«. Sie gastierte am Bolschoi Theater Moskau, an der Deutschen Oper Berlin, am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, in New Orleans und bei den Festspielen in der Arena von Verona (1973, 1978-79, 1984). 1979 gab sie einen Liederabend im Rahmen der Salzburger Festspiele. In den Jahren 1981-89 hörte man sie bei den Rossini-Festspielen in Pesaro als Elena in »La donna del lago«, als Amenaide, in den denkwürdigen Wiederaufführungen der Rossini-Opern »Il Viaggio a Reims« und »Bianca e Falliero« sowie als Ninetta in »La gazza ladra«. Bei den Festspielen von Bregenz gastierte sie 1982 als Lucia di Lammermoor und 1986 als Anna Bolena von Donizetti. 1987 trat sie bei den Aufführungen von »Aida« vor den Tempeln von Luxor in der Titelrolle auf; an der Staatsoper Stuttgart gastierte sie 1987 als Anna Bolena, am Teatro San Carlo Neapel als Elisabetta in »Roberto Devereux« vom gleichen Komponisten, 1988 an der Staatsoper München als Marguerite im »Faust« von Gounod und 1988 am Théâtre Châtelet Paris, 1991 an der Oper von Rom als Titelheldin in »Iphigénie en Tauride« von Niccolò Piccinni. 1989 trat sie in Versailles als Maddalena in Giordanos »Andrea Chénier« auf, 1990 in Oslo als Mimi. 1991 sang sie in Reggio Emilia die Maria Stuarda von Donizetti, an der Oper von Monte Carlo die Susanna in »Il segreto di Susanna« von E. Wolf-Ferrari, am Théâtre de la Monnaie Brüssel die Elena in Rossinis »La donna del lago«. 1993 hörte man sie am Teatro Coccia von Novara als Valentine in den »Hugenotten« von Meyerbeer, 1996 beim Puccini Festival in Torre del Lago als Liù. 1996 gastierte sie am Teatro Fraschini in Pavia in der Titelrolle von Rossinis »La Cenerentola«, 1997 in Palermo als Agrippina in der gleichnamigen Händel-Oper. 1998 übernahm sie die künstlerische Leitung des Teatro Politeamo Greco in Lecce (in Süditalien); 1998 trat sie dort als Fedora von Giordano auf. Weitere Höhepunkte in ihrem umfangreichen Repertoire waren die Titelpartien in den Donizetti-Opern »Caterina Cornaro«, »Maria de Rohan« und »Lucrezia Borgia«, die Imogene in »Il Pirata« von Bellini, die großen Sopranpartien in den Opern von Cherubini, Verdi und Puccini. Auch im Konzertsaal erwies sie sich als eine der bedeutendsten italienischen Sopranistinnen ihrer Epoche. Sie lebte auf ihrem Landsitz in der Nähe von Spoleto; seit 1986 war sie mit dem Entertainer Pippo Baudo verheiratet. Für den Sommer 2021 ist ihr Comeback als Mamma Lucia in »Cavalleria rusticana« bei den Festspielen in der Arena von Verona geplant.

Lit: A. Blyth: Katia Ricciarelli (in »Opera«, 1990); Vincenzo Grisostomi: Katia Ricciarelli.

Die typisch italienische, reich gebildete, ausdrucksvolle Sopranstimme der Sängerin ist auf RCA, u.a. in den vollständigen Opern »Suor Angelica« von Puccini und »Simon Boccanegra« von Verdi zu hören, auf Philips in »I due Foscari«, »La battaglia di Legnano« und im »Il trovatore« von Verdi, in »La Bohème« und »Tosca« von Puccini, auf MRF in »Anacreon« von Cherubini, auf BJR in »I Lombardi« von Verdi, auf HRE in »Tancredi« von Rossini und in Verdis »Un ballo in maschera«, auf DGG in »Luisa Miller«, »Falstaff«, »Un ballo in maschera«, »Don Carlos« und »Aida« von Verdi, in »Tosca« und »Turandot« von Puccini und als Micaela in »Carmen«, in Rossinis »Il Viaggio a Reims« und im Requiem von Verdi, auf Sony in »La gazza ladra« von Rossini, auf Nuova Era als Titelheldin in »Zaira« von Bellini und als Giulietta in »I Capuleti e i Montecchi« vom gleichen Meister, auf Fonit-Cetra als Elvira in »I Puritani« von Bellini und in »Bianca e Falliero« von Rossini, auf CBC in »Poliuto« von Donizetti, auf CBS in »La donna del lago« von Rossini, auf Koch/Schwann in »La Bohème«, auf Virgin in Rossini-Arien, auf Kikko Classic in Mascangis »Amica«, auf Musicalia in der Titelrolle von »Fedora« (mit José Cura als Partner, Lecce 1998), auf Cascavelle als Liù in Ausschnitten aus Puccinis »Turandot«, auf Bella Voce als Micaela in »Carmen« (Metropolitan Opera New York, 1978), auf Mondo Musica in der Titelrolle von Verdis »Giovanna d’Arco« (Teatro Fenice Venedig 1972). Auf Topaz-Video erscheint sie als Liu in »Turandot« und als Titelheldin in Verdis »Luisa Miller«, auf Videoland-Video als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera« (Covent Garden Oper 1986), auf Warner-Video als Alice Ford im »Falstaff« von Verdi (London 1984), auf Dream-Live-Video als Micaela in »Carmen« (Paris 1980).

 

20.1. Alois BRÖDER wird 60

 Ersten Gitarrenunterricht (seit 1977) und Kompositionsunterricht (1983-85) nahm er bei Cord Miejering. Während er den Kompositionsunterricht bei Dietrich Boekle vertiefte, begann er 1982 an der Darmstädter Akademie für Tonkunst sein Gitarrenstudium bei Olaf Van Gonnissen, das er 1986 abschloss. 1985 begann er – ebenfalls in Darmstadt – ein Kompositionsstudium bei Toni Völker, das er 1989 beendete. 1993 setzte er seine Kompositionsstudien an der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf bei Manfred Trojahn fort. 1995-99 studierte Alois Bröder Elektronische Komposition bei Hans Ulrich Humpert an der Hochschule für Musik in Köln. Seine Werkliste umfasst gegenwärtig etwa 110 Arbeiten für verschiedenste instrumentale und vokale Besetzungen, wobei Kompositionen für Orchester und Kammermusik für Gitarre sich als Schwerpunkte seiner Tätigkeit herausbildeten. Interpreten seiner Orchestermusik waren unter anderem das Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra (Dirigent Michiyoshi Inoue), die Radiophilharmonie Hannover des NDR (Dirigent Johannes Kalitzke), das RTV Slovenija Symphony Orchestra Ljubljana (Dirigent Lior Shambadal), die Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz Dirigent Ari Rasilainen) und die Bielefelder Philharmoniker (Dirigent Peter Kuhn). Interpreten seiner Gitarrenmusik waren unter anderem Olaf Van Gonnissen, Tilman Hoppstock, Jürgen Ruck, Christoph Jäggin, Christopher Brandt und Maximilian Mangold. 1998 erhielt er ein Stipendium für die Cité Internationale des Arts in Paris, 2003 das Moldaustipendium für einen Aufenthalt im Egon Schiele Art Centrum in Ceský Krumlov und 2011 das Stipendium für das Deutsche Studienzentrum in Venedig. Für seine Kompositionen wurde er unter anderem 1993 beim „Contest for orchestra works to commemorate the semicentennial of the Tokyo Metropolitan Government“ für „Îsôt als blansche mains“ und 1992 beim „1. internationalen Kompositionswettbewerb für Gitarre und Streicher Berlin“ für „Sprünge“ ausgezeichnet. Seine Werke wurden unter anderem bei folgenden Verlagen veröffentlicht: Edition Gravis Berlin, Verlag Neue Musik Berlin, Heinrichshofen’s Verlag Wilhelmshaven und Edition Tonger Köln/Karlsruhe. 2000 erschien beim Label Melisma Wiesbaden eine Portrait-CD, 2008 bei Dreyer.Gaido die CD Kammermusik mit Gitarre.

 

20.1. Iván FISCHER wird 70

Er stammt – wie sein älterer Bruder Ádám – aus einer jüdischen Musikerfamilie. Ihr Vater Sandor war Dirigent und Übersetzer. Die Großeltern mütterlicherseits wurden Opfer des Holocaust in Ungarn. Fischer nahm zunächst Klavier- und Geigenunterricht und wechselte dann zum Cello. Nach einem Kompositionsstudium in Budapest setzte er seine Ausbildung an der Wiener Musikakademie fort, wo er die Dirigierklasse von Hans Swarowsky belegte. Fischer besuchte außerdem regelmäßig Leonard Bernsteins Mahler-Konzerte mit den Wiener Philharmonikern. Ein anderer wichtiger Einfluss war Nikolaus Harnoncourt, für den Fischer zwei Semester als Assistent am Salzburger Mozarteum arbeitete. 1976 gewann Fischer im Alter von 25 Jahren den Dirigentenwettbewerb der Rupert Foundation in London. Daraufhin wurde er von vielen englischen Orchestern eingeladen. U. a. war Fischer regelmäßig Gastdirigent des BBC Symphony Orchestra und des London Symphony Orchestra, das er 1982 auf einer Welttournee dirigierte. In den USA debütierte Fischer 1983 mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra. 1983 gründete Fischer mit dem Pianisten Zoltán Kocsis das Budapest Festival Orchestra (BFO). Anfangs operierte das Orchester auf Teilzeit-Basis und gab nur eine begrenzte Anzahl an Konzerten. Seit 1992 jedoch ist das BFO ein Vollzeit-Orchester, mit Konzertbetrieb an rund 30 Wochen pro Jahr. Das BFO und Fischer setzten unorthodoxe Ideen um: so gestalten einzelne Mitglieder des Orchesters Teile des Programms, die „Cocoa-Konzerte“ richten sich an kleine Kinder, die „Titok-Konzerte“ (Titok bedeutet „Geheimnis“ oder „Überraschung“) haben kein vorangekündigtes Programm. In den „Ein-Forint Konzerten“ spricht Fischer mit den Zuhörern, in anderen Konzerten sitzen Zuhörer zwischen den Orchestermusikern. Open-air Konzerte in Budapest ziehen manchmal Zehntausende Zuhörer an. Fischer gründete verschiedene Musikfestivals, darunter ein Sommerfestival für Barockmusik in Budapest und das Budapester Mahlerfest. Fischer ist bis heute künstlerischer Direktor des BFO. Im Jahr 2008 wurde das Budapest Festival Orchester bei einer Umfrage des britischen Musikmagazins Gramophone auf Platz 9 der weltweit besten Orchester gewählt. 2011 wurde Fischer für die Saison 2012/13 zum Musikdirektor des Berliner Konzerthauses am Gendarmenmarkt und Chefdirigent des Konzerthauses Berlin bestellt. Er verlegte den Wohnsitz seiner Familie nach Berlin, obwohl er weiterhin Leiter des Budapest Festival Orchesters blieb. Fischer zementierte den Ruf des Konzerthausorchesters als eines der führenden Ensembles Berlins – neben den Berliner Philharmonikern und der Staatskapelle Berlin – und experimentierte mit ähnlichen Aufführungspraktiken wie in Budapest, z. B. Überraschungs- und Wunschkonzerten, Komponistenmarathons, und der Konzertreihe „Mittendrin“. Ein Angebot des Konzerthausorchesters, Chefdirigent auf Lebenszeit zu werden, schlug Fischer 2016 aus. Stattdessen verkündete er seinen Abschied nach der Saison 2017/18, um mehr Zeit zum Komponieren zu gewinnen. Das Orchester ernannte ihn daraufhin zum Ehrendirigenten, ein Titel, den es zuvor nur dem langjährigen Konzerthausdirektor Kurt Sanderling verliehen hatte. Fischers Nachfolger wurde Christoph Eschenbach, der ihm bereits 2010 beim National Symphony Orchestra in Washington, D.C. nachgefolgt war. Als Gast dirigierte Fischer international bedeutsame Orchester wie z. B. die Münchner Philharmoniker, die New Yorker Philharmoniker, das Cleveland Orchestra, das Orchestre de Paris, das Israel Philharmonic Orchestra und das Orchestra of the Age of Enlightenment. Besonders bekannt sind seine Interpretationen von Bach, Mozart, Brahms, Mahler und Bartók. Mit dem Concertgebouw-Orchester Amsterdam und den Berliner Phliharmonikern verbindet Fischer eine Künstlerfreundschaft und regelmäßige Zusammenarbeit. Als Operndirigent trat Fischer 1989–91 mit einem Mozart-Zyklus (Don Giovanni, Le nozze di Figaro, Die Entführung aus dem Serail)an der Wiener Staatsoper in Erscheinung. Außerdem leitete er Opernproduktionen in Zürich, London, Paris, Brüssel, Stockholm und Budapest. 2018 gründete Fischer ein neues Opernfestival im italienischen Vicenza. Weitere Positionen: 1979–82 Musikalischer Direktor der Royal Northern Sinfonia, 1984–89 Musikalischer Direktor der Kent Opera, 1989–96 Erster Gastdirigent des Cincinnatio Symphony Orchestra, 2000–03 Chefdirigent der Oper Lyon, 2006–09 Erster Gastdirigent beim National Symphony Orchestra in Washington, D.C. 2011 war Iván Fischer Künstler der »Zeitinsel«-Konzertreihe Béla Bartók am Konzerthaus Dortmund, 2014 Künstler der »Zeitinsel«-Konzertreihe Antonín Dvořák. Fischer gründete zusammen mit der Enkelin des Komponisten die ungarische Gustav-Mahler-Gesellschaft und ist Schirmherr der englischen Kodály-Akademie. Beim Schleswig-Holstein-Musik-Festival 2007 – das in diesem Jahr unter dem Länderschwerpunkt Ungarn stand – studierte er mit der Orchesterakademie Beethovens 6. Sinfonie und die Musik zu Béla Bartóks Tanzpantomime Der holzgeschnitzte Prinz ein. Zusätzlich gastierte Fischer mit dem Budapest Festival Orchester und gab zusammen mit den Geigern József Lendvay und dessen Vater József „Csócsi“ Lendvay, sowie dem Zymbalspieler Oszkár Ökrös einen Einblick in die Einflüsse der Musik der Roma auf symphonische Werke. Neben Liszt und Brahms stand auch Saraste auf dem Programm. Seit 2014 spielt Fischer mit Musikern des Budapest Festival Orchester regelmäßig in ungarischen Synagogen – verlassenen wie noch benutzten – um das Bewusstsein für jüdisches Leben und Traditionen in Ungarn aufrecht zu erhalten. Am 1. Dezember 2016 musizierten Fischer, das BFO, und der Dirigent und Pianist Daniel Barenboim in der Großen Synagoge an der Dohány Straße in Budapest. In jüngerer Zeit tritt Fischer häufiger als Komponist in Erscheinung. Seine Werke sind meist für mittelgroße Ensembles aus Vokalisten und Instrumentalisten geschrieben. Die Texte sind überwiegend auf Jiddisch um, so Fischer, die Sprache am Leben zu erhalten. U. a. komponierte Fischer die Oper Die rote Färse und eine deutsch-jiddische Kantate. Über seine musikalischen Leistungen hinaus erlangte Fischer Bekanntheit für sein humanitäres Engagement – u. a. für Flüchtlinge – das ihn wiederholt in Opposition zur Regierung des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán brachte. Außer Ungarisch spricht Fischer fließend Deutsch, Niederländisch und Englisch.

 

20.1. Birgit FINNILÄ wird 90

Birgit Finnilä

 Mit 17 Jahren begann sie das Gesangstudium bei Ingalill Linden in Göteborg. Nach ihrer Heirat lebte sie einige Jahre in Finnland. 1961 kam sie mit ihrer Familie nach Göteborg zurück und nahm ihr Studium bei Frau Linden wieder auf. Sie brachte es an der Royal Academy of Music in London bei Roy Henderson zum Abschluss. Seit 1963 gab die Sängerin zahlreiche Konzerte in den skandinavischen Ländern. 1966 debütierte sie in London mit einem Liederabend; es folgten Konzertveranstaltungen in Berlin, Hamburg, Hannover, Stuttgart und Düsseldorf sowie Auftritte im Westdeutschen Rundfunk. 1968 gab sie aufsehenerregende Konzerte in Nordamerika; seitdem trat sie dort fast alljährlich mit den bedeutendsten Dirigenten und Orchestern auf. Man hielt sie allgemein für eine hoch begabte Bach-Interpretin. 1970-71 ausgedehnte Konzerttournee durch Australien, Nordamerika, die Sowjetunion, Kanada und Israel. Auf der Bühne trat sie seltener in Erscheinung. Ihr Debüt erfolgte 1967 am Stora Theater Göteborg als Orpheus von Gluck. Sie war zu Gast an der Mailänder Scala (1972 im Verdi-Requiem, 1973-75 als Erda im Nibelungenring und 1974 mit der Alt-Rhapsodie von Brahms) und an der Münchner Staatsoper. Einige ihrer sorgfältig ausgewählten Partien trug sie bei Festspielveranstaltungen vor; so gestaltete sie bei den Osterfestspielen von Salzburg 1973 die Erda im »Rheingold«, die sie auch 1976-77 an der Grand Opéra Paris sang. 1979 übernahm sie in der New Yorker Carnegie Hall die Rolle der alleswissenden Muschel in einer konzertanten Aufführung der Oper »Die ägyptische Helena« von Richard Strauss. 1981 debütierte sie an der Metropolitan Oper New York als Erda im Nibelungenring, die dem Typ ihrer dunkel getönten, reich gebildeten Altstimme besonders entsprach. Weitere Bühnenrollen der Sängerin waren die Marcellina in »Le nozze di Figaro«, die Teodata in »Flavio« von Händel und die Edvige in Rossinis »Wilhelm Tell«. Seit 1970 unternahm sie ausgedehnte Konzert-Tourneen durch die Sowjetunion, durch die USA und Australien sowie durch mehrere asiatische Länder.

Schallplatten: Philips (Requiem von Cimarosa, »Betulia liberata« von Mozart, Magnificat und andere geistliche Musikwerke von J.S. Bach), Electrola (Te Deum von Bruckner), RCA (Requiem von Dvorák unter Eugene Ormandy), Cantate (Magnificat von Bach), HMV (»Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch), Decca (»Die ägyptische Helena« von R. Strauss), Erato (H-Moll Messe von Bach), Big Ben (Biblische Lieder von A. Dvorák), Eterna (»Tito Manlio« von Vivaldi), schwedische BIS-Aufnahmen, Eurodisc.

 

21.1. Franz-Josef BREZNIK wird 60

 Abschluss am Konservatorium der Stadt Wien in den Fächern Klavier, Orgel, Komposition, Dirigieren. Studium der Musik- und Theaterwissenschaft. Engagements: Krefeld, Klagenfurt, Raimundtheater Wien, Freiburg, Braunschweig und Bühne Baden. Konzerttätigkeiten in der Schweiz, in Deutschland, Österreich und im ehem. Jugoslawien. Seit 1996 ist er Chefdirigent der Bühne Baden.

 

21.1. Linda HEIMALL wird 80

 Nach anfänglicher Tätigkeit als Buchhalterin erfolgte die Ausbildung ihrer Stimme bei Alfredo Silipigni, Alice Zeppili und Randolph Mickelson in New York, später noch bei Franz Schuch-Tovini in Wien. Ihr Debüt auf der Bühne fand 1963 bei der Italian Lyric Opera Company in Brooklyn (New York) als Musetta in Puccinis »La Bohème« statt. 1967 trat sie an der City Opera New York als Papagena in der »Zauberflöte« und als Nella in »Gianni Schicchi« von Puccini auf; 1970 sang sie bei der Connecticut Opera die Micaela in »Carmen« als Partnerin von Richard Tucker. 1972-78 war sie am Opernhaus von Graz engagiert

(wo sie u.a. als Wellgunde im »Rheingold«, als Cherubino in »Figaros Hochzeit«, als Waltraute in der »Walküre«, als Pippo in Rossinis »La gazza ladra«, als 1. Norn in der »Götterdämmerung«, als Ciesca in »Gianni Schicchi«, als Teresa in »La Sonnambula«, als Kontschakowna in Borodins »Fürst Igor«, als Maria in Rossinis »Mosè«,  als Dackel in Janáceks »Das schlaue Füchslein« und als Suzuki in »Madame Butterfly« auftrat). 1979 hörte man sie am Stadttheater von Aachen als Salome von Richard Strauss. Sie wirkte in ihrer amerikanischen Heimat an den Theatern von Hartford und Newark und unternahm weitere Gastspiel- und Konzertauftritte in Nordamerika wie in Europa. Sie sang sowohl Partien für Mezzosopran (darunter die schwierigen Koloraturpartien aus dem Bereich der Belcanto-Oper) als auch dramatische Sopranpartien. So besaß ihr Bühnenrepertoire einen besonders großen Umfang und enthielt Rollen wie die Carmen, die Rosina im »Barbier von Sevilla« von Rossini, den Hänsel in »Hänsel und Gretel«, aber auch die Zerline und die Donna Elvira im »Don Giovanni«, die Titelfigur in Bellinis »Norma«, die Fedora in der gleichnamigen Oper von Giordano, die Leonore im »Troubadour«, die Nedda im »Bajazzo«, die Mimi in Puccinis »La Bohème« und die Butterfly. Sie wirkte in mehreren Opernsendungen des österreichischen Fernsehens wie des Rundfunks mit.

 

21.1. Plácido DOMINGO wird 80

Domino

 Die Eltern des Künstlers, der Bariton Placido Domingo Ferrer (1907-87) und die Sopranistin Josefa Pepita Embil (1918-94), waren bekannte spanische Zarzuela-Sänger, die aus Zaragoza stammten. Im Alter von acht Jahren kam er mit seiner Familie nach Mexiko. Hier leitete sein Vater als Impresario eine reisende Zarzuela-Kompanie. Am Konservatorium von Mexico City studierte er Orchesterleitung, Klavierspiel und Gesang. Seine Gesangslehrer waren die Pädagogen Franco Iglesias und Carlo Morelli. 1957 stand er erstmalig in Mexico City in einer Baritonpartie in der Zarzuela »Gigantes y cabezudos« von Fernández Caballero auf der Bühne. Als Tenor debütierte er 1958 am Theater von Veracruz (Mexiko), und zwar als Javier in der Zarzuela »Luisa Fernanda« von Moreno Torroba und übernahm dort kleine Partien im »Rigoletto« (Borsa) und in »Dialogues des Carmélites« von Poulenc. Danach sang er als erste größere Tenorpartie an der Monterrey Opera (Mexiko) 1960 den Alfredo in »La Traviata«. und noch im gleichen Jahr an der Oper von Dallas den Arturo in »Lucia di Lammermoor« als Partner der berühmten Primadonna Joan Sutherland. 1962-65 wirkte er an der Hebrew Opera in Tel Aviv. Hier sang er zwölf verschiedene Opernpartien in über 300 Vorstellungen, fast ausschließlich in hebräischer Sprache. Er kam 1965 an die New York City Opera (Antrittsrolle: Pinkerton in »Madame Butterfly«), sang hier u.a. 1966 in der Eröffnungsvorstellung des neuen Hauses im New Yorker Lincoln Center den Titelhelden in »Don Rodrigo« von Ginastera. 1966 sang er bereits in einer Freiluftaufführung der Metropolitan Oper im Lewisohn Stadium Manhattan den Turiddu in »Cavalleria rustiacana«. 1966 ersetzte er an der Oper von New Orleans den indisponierten Franco Corelli. 1968 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen; hier ersetzte er bei seinem Hausdebüt wiederum Franco Corelli als Maurizio in »Adriana Lecouvreur« von Cilea und hatte einen so großen Erfolg, dass er seither für mehr als 50 Jahre einer der großen Stars der Metropolitan Oper blieb. Bis 2019 wirkte er hier in insgesamt 706 Aufführungen mit; er sang hier den Cavaradossi in »Tosca«, den Manrico im »Troubadour«, den Calaf in Puccinis »Turandot«, den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera«, die Titelrolle in »Andrea Chénier« von Giordano, den Alfredo, den Radames in »Aida«, die Titelrolle in Verdis »Ernani«, den Don José in »Carmen«, die Titelrollen in »Don Carlos« von Verdi und »Faust« von Gounod, den Rodolfo in Verdis »Luisa Miller«, den Alvaro in Verdis »La forza del destino«, den Rodolfo in Puccinis »La Bohème«, den Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, den Arrigo in Verdis »I Vespri Siciliani«, den Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod, den Herzog im »Rigoletto«, den Canio im »Bajazzo«, die Titelrollen in »Werther« von Massenet und »Otello« von Verdi, den Des Grieux in Puccinis »Manon Lescaut«, den Pollione in Bellinis »Norma«, den Enzo Grimaldo in »La Gioconda« von Ponchielli, den Énée in »Les Troyens« von Berlioz, den Paolo in »Francesca da Rimini« von Zandonai, den Lohengrin, den Luigi in Puccinis »Il Tabarro«, den Samson in »Samson et Dalila« von Saint-Saens, den Parsifal, den Dick Johnson in Puccinis »La Fanciulla del West«, die Titelrollen in »Stiffelio« von Verdi und »Idomeneo« von Mozart, den Gabriele Adorno in Verdis »Simon Boccanegra«, den Siegmund in der »Walküre«, den Loris in »Fedora« von Giordano, den Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky, den Danilo in Lehárs »Die lustige Witwe«, die Titelrollen in »Sly« von E. Wolf-Ferrari und »Cyrano de Bergerac« von F. Alfano sowie die Bariton-Partien des Oreste in Glucks »Iphigénie en Tauride«, des Simon Boccanegra, des Germont-père in »La Traviata«, des Don Carlo in »Ernani«, des Nabucco, des Miller in »Luisa Miller« und des Gianni Schicchi. Am 21.12.2006 sang er hier die Titelpartie in der Uraufführung der Oper »The First Emperor« von Tan Dun. Am 31.12.2011 sag er hier den Neptun in der Uraufführung des Barock-Pasticchios »The Echanted Island«. Bereits 1967 debütierte er als Titelheld in Verdis »Don Carlos« an der Wiener Staatsoper und sang hier bis heute außerdem noch den Canio, den Manrico, den Faust von Gounod, den Don José, den Alvaro, den Riccardo, den Cavaradossi, den Radames, den Herzog im »Rigoletto«, den Rodolfo in »La Bohème«, den Turiddu, den Dick Johnson, den Edgardo, den Viscardo in »Il Giuramento« von Mercadante (konzertant), den Andrea Chénier, den Otello, den Lohengrin, den Enzo Grimaldo, den Samson, den Parsifal, den Siegmund, den Hoffmann, den Jean in »Hérodiade« von Massenet, den Loris, den Stiffelio, den Idomeneo und den Hermann in »Pique Dame« sowie die Bariton-Partien des Simon Boccanegra, des Nabucco, des Germont-père, des Posa in »Don Carlos« und des Macbeth von Verdi. An der Oper von San Francisco debütierte er 1969 als Rodolfo in »La Bohème«, bis 2018 hörte man ihn hier dann auch als Don José, als Cavaradossi, als Manrico, als Vasco da Gama in Meyerbeers »Afrikanerin«, als Andrea Chénier, als Turiddu, als Canio, als Otello, als Dick Johnson, als Samson, als Hoffmann, als Jean in »Hérodiade« und als Cyrano de Bergerac. Glanzvolle Gastspiele an den führenden Bühnen in aller Welt; er gastierte an der Hamburger Staatsoper (seit 1967, sein Debüt in Hamburg war Jänner 1967 in Tosca mit Edith Lang) es folgte im Dezember 1967 die bejubelte Premiere La Bohème – Anfang 1968 Lohengrin (davon gibt es einen Mitschnitt)  den er wegen „eines Fehlers“ nach 2 Auff. jahrelang zurücklegte und an den großen Opernhäusern Italiens, an der Covent Garden Oper London (Debüt 1971 als Cavaradossi, dann wieder in der Saison 1973-74), an der Staatsoper von München, an der Deutschen Oper Berlin, in Barcelona und an vielen anderen führenden Opernhäusern. Bei den Festspielen in der Arena von Verona sang er bereits 1969-70 und 1974-77 Partien wie den Calaf, den Don Carlos und den Riccardo. 1969 debütierte er als Ernani an der Mailänder Scala, an der dann neben vielen Konzerten auch 1970 und 1978 den Titelhelden in Verdis »Don Carlos«, 1971 den Rodolfo in »La Bohème«, 1972 den Radames und den Riccardo, 1974 und 1984 den Don José, 1974 den Cavaradossi, 1976, 1980-82, 1987 und 2001 den Otello von Verdi, 1978 den Des Grieux in »Manon Lescaut«, 1981 den Turiddu und den Canio, 1982 wieder den Ernani, 1983 den Calaf, 1991 den Dick Johnson und den Parsifal, 1993 und 1996 den Loris, 1994 den Siegmund, 2002 den Samson, 2003 den Vidal Hernando in »Luisa Fernanda« von F. Morena Torroba, 2008 den Cyrando de Bergerac, 2010, 2014 und 2016 den Simon Boccanegra, 2016 den Francesco Foscari in Verdis »I due Foscari«, 2017 den Bajazet in »Tamerlano« von Händel sowie 2019 den Germont-père sang. Große Erfolge hatte er bei den Festspielen von Salzburg; hier trat er 1975 und 1977 als Don Carlos, 1980-82 als Hoffmann, 1989-90 als Riccardo und 2014 als Graf Luna im »Troubadour« auf; außerdem sang er hier 1975 im Verdi-Requiem, 1991 in Beethovens Missa Solemnis, sowie in konzertanten Aufführungen den Parsifal (1998), den Hermann in »Pique Dame« (2000), den Samson (2003), den Bajazet in Händels »Tamerlano« (2012), den Giacomo in Verdis »Giovanna d‘Arco« (2013), den Athanael in »Thais« von Massenet (2016),  den Jacopo Foscari (2017) und den Zurga in »Les pêcheurs de perles« von Bizet (2018) sowie 1995 und 2002 in Wagner-Konzerten, 1983 und 2007 in Zarzuela-Konzerten, 2015 im Hebbel-Requiem von May Reger und 2015 in einem Galakonzert zu seinem 40-jährigen Salzburg-Jubiläum. An der Pariser Grand Opéra gastierte er 1973 und 1975 als Manrico, 1974 als Cavaradossi und als Arrigo, 1975 als Alvaro, 1976 und 1978 als Otello, 1977 und 1980 als Rodolfo in »La Bohème«. An der Opéra-Comique Paris sang er 1980 den Don José, an der Opéra Bastille Paris 1990 und 1992 den Otello, 1994-95 den Cavaradossi, 2001 den Parsifal sowie 2016 und 2018 den Germont-père. 1975 sang er in Hamburg zum ersten Mal den Otello von Verdi. Am 5.2.1987, dem Tag der Uraufführung von Verdis »Otello« vor hundert Jahren, sang er an der Mailänder Scala die Titelpartie in diesem Werk (wie vor hundert Jahren Francesco Tamagno) und wiederholte diese im gleichen Jahr 1987 an der Covent Garden Oper. 1976 sang er zuerst am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, dann auch an der Covent Garden Oper London, an einem Abend den Turiddu und den Canio; in Barcelona trug er in einer Vorstellung dabei zusätzlich den Prolog zum »Bajazzo« vor. Am 23.11.1986 übernahm er in der Uraufführung der Oper »Goya« von G.C. Menotti in Washington die Titelrolle; der Komponist hatte ihm die Partitur der Oper gewidmet. (Den Goya sang er auch 2004 bei der Österreichischen Erstaufführung dieser Oper im Theater an der Wien). Als man das neue Opernhaus in Houston/Texas 1987 eröffnete, sang er in der Eröffnungsvorstellung den Radames. Bei den Bayreuther Festspielen sang er 1992-93 und 1995 den Parsifal und 2000 den Siegmund. In der Saison 1989-90 hörte man ihn am Teatro San Carlos Lisabon als Otello von Verdi. Am 13.7.1989 sang er in dem Gala-Konzert zur Eröffnung der neu erbauten Opéra Bastille Paris. 1992 wirkte er in den spektakulären Konzerten bei der Weltausstellung von Sevilla und bei der Olympiade von Barcelona mit, wie er denn überhaupt oft in Freiluft-Konzerten vor zehntausenden von Zuhörern auftrat, zusammen mit den Tenören Luciano Pavarotti und José Carreras (erstmals 1990 bei der Fußballweltmeisterschaft in Italien in den Thermen des Caracalla in Rom, dann zahlreiche Tourneen, u.a. 1996 eine Welt-Tournee). Auch bei den Fußball-Weltmeisterschaften 1994 und 1998 gaben »die drei Tenöre« spektakuläre Freiluftkonzerte in Los Angeles bzw. in Paris (letzteres vor weltweit zwei Milliarden Zuschauern und -hörern am Fernsehen und am Rundfunk!). Bei den Festspielen von Verona 1993 als Canio und 1994 als Otello von Verdi zu hören; 1995 Gastspiel in Madrid als Stiffelio. 1994 sang er am Opernhaus von Bonn die Titelrolle in »Il Guarany« von Carlos Gomes, 1996 bei den Salzburger Osterfestspielen den Otello. An der Oper von San Diego 1997 als Siegmund, an der Covent Garden Oper London als Gabriele Adorno, in Washington als Canio zu Gast. Er sang im Wiedereröffnungskonzert des War Memorial Opera House San Francisco (5.9.1997). 1998 sang er an der Covent Garden Oper London die Titelpartie im »Parsifal« (in einer konzertanten Aufführung), an der Oper von Washington wie am Teatro Colón Buenos Aires den Loris (mit Mirella Freni als Fedora), in Sevilla die Titelpartie in »Le Cid« von Massenet. 1999 Gastspiel am Teatro Real Madrid als Samson, an der Oper von Rom als Loris; in der Arena von Verona trat er 1999 in einem Spectacle coupé auf. Am Teatro Real Madrid sang er im gleichen Jahr den Don Juan de Alarcón in der Zarzuela »Margarita la tornera« von Ruperto Chapì, an der Oper von Washington die Titelrolle in »Le Cid«. Am 3.12.1999 sang er in der Eröffnungsvorstellung der neu umgebauten Covent Garden Oper London den Siegmund im 1. Akt der »Walküre«. 2000 hörte man ihn in der Royal Festival Hall London (konzertant) als Arrigo in »La battaglia di Legnano« von Verdi, an der Oper von Washington als Parsifal. 2008 gastierte er am Theater an der Wien als Vidal Hernando in der Zarzuela »Luisa Fernanda« von Moreno Torroba. 2009 debütierte er an der Oper von Los Angeles als Bajazet in Händels »Tamerlano«, den er auch 2011 am Gran Teatre del Liecu in Barcelona sang. Am 23.9.2010 sang er den Pablo Neruda in der Uraufführung der Oper »Il Postino« von Daniel Catán an der Los Angeles Opera (sowie im Dezember 2010 bei der Europäischen Erstaufführung dieser Oper im Theater an der Wien, 2011 im Théâtre Châtelet in Paris und 2013 im Teatro Real in Madrid). 2012 sang er in Valencia und in Sevilla und 2014 in Los Angeles den Athanel. 2012 debütierte er in Los Angeles als Francesco Foscari, den er auch 2013 in Valencia sowie 2014 im Theater an der Wien und am Royal Opera House Covent Garden in London sang. 2015 sang er in Berlin erstmals die Titelrolle in Verdis »Macbeth« (den er auch 2016 im Theater an der Wien sang) und in Los Angeles erstmals den Gianni Schicchi von Puccini. Allgemein galt er als einer der größten Tenöre seiner künstlerischen Generation, nicht zuletzt auch als großer Darsteller auf der Opernbühne. Gelegentlich ist er auch als Dirigent in Erscheinung getreten. So dirigierte er am Gran Teatre del Liceu in Barcelona die Verdi-Oper »Attila« (1973), an der Wiener Staatsoper seit 1978 (»Die Fledermaus«, »Il Trovatore«, »La Traviata«, »I Puritani«, »Aida«, »Macbeth«, »Carmen«, »Tosca«, »La Bohème«, »Roméo et Juliette«, »Madama Butterfly«) und an der Metropolitan Oper seit 1984 (»La Bohème«, »Roméo et Juliette« von Gounod, »Tosca«, »La Traviata«, »Madama Butterfly«, »Aida«, »Un ballo in maschera«, »Rigoletto«, »Carmen« und »Stiffelio«). Seit 1970 hatte er seinen Wohnsitz in der spanischen Hauptstadt Madrid; er ist mit der mexikanischen Sängerin Marta Ornelas verheiratet, die ihre Karriere jedoch zu Beginn der siebziger Jahre aufgab und sich ganz der Betreuung ihres Gatten und ihren beiden Söhne widmete. (Seit 1991 trat sie als Opernregisseurin hervor, u.a. 1992 im Rahmen der Weltausstellung von Sevilla mit einer Inszenierung von »Tosca«, 1993 in Los Angeles mit »Rigoletto«, 1994 in Bonn mit »La Rondine« von Puccini). Als bei dem verheerenden Erdbeben im September 1985 in Mexico City mehrere Familienangehörige des Künstlers umkamen, sammelte er für die Erdbebenopfer in Mexico Spendengelder im Rahmen einer weltweiten Konzerttournee. Mit der Spielzeit 1995-96 wurde er künstlerischer Direktor der Washington Opera. Seit Beginn der Spielzeit 2000-2001 auch künstlerischer Leiter der Oper von Los Angeles. – Eine Selbstbiographie des Sängers erschien 1983 unter dem Titel »My first 40 Years«. 2000 erschien eine weitere Autobiographie des Sängers unter dem Titel »My Operatic Roles« (in Zusammenarbeit mit Helena Matheopoulos).

Lit: D. Snowman: »The World of Placido Domingo« (London, 1985); D. Snowman: »Domingo. Eine Biographie« (Zürich, 1992); C. Schnauber: »Placido Domingo« (Düsseldorf, 1994), H. Rosenthal: Placido Domingo (in »Opera«, 1972).

Von seiner strahlend aufleuchtenden, in der Pracht und Fülle des Stimmaterials hervoragend gebildeten, ausdrucksreichen Tenorstimme sind sehr viele Aufnahmen aus einem überaus vielseitigen Repertoire vorhanden, zum großen Teil vollständige Opern, die auf den Marken RCA (»Norma«, »Il Tabarro« von Puccini, »Simon Boccanegra« und »I Vespri Siciliani« von Verdi, »Tosca«, »Aida«, »Il Trovatore«, »Bajazzo«, »Carmen«, »L’Amore dei tre Re« von Montemezzi, »La Bohème«, »Andrea Chénier«, »Cavalleria rusticana«, »Otello«), CBS (»Adriana Lecouvreur« von Cilea, »Madame Butterfly«, »Gianni Schicchi«, »Louise«, »Le Cid« von Massenet, italienischer Sänger im »Rosenkavalier«), HMV (»Giovanna d’Arco« von Verdi, »Tosca«, »Manon Lescaut« von Puccini, »Don Carlos«, »Mefistofele«, »Hoffmanns Erzählungen«, »Die Fledermaus«), Eurodisc (»Hoffmanns Erzählungen«, »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss), Decca (»Die Fledermaus«, »Carmen«, »Lohengrin«, Lázaro in »La Dolores« von T. Bretón, König Arthur in »Merlin« von Albeníz), RCA/BGM (»Roméo et Juliette«) und DGG (»Oberon« von Weber, »Luisa Miller«, »La Fanciulla del West«, »Samson et Dalila«, »Aida«, »Nabucco«, »La Traviata«, »Rigoletto«, »Tannhäuser«, Erik in »Der fliegende Holländer«, »Die Meistersinger von Nürnberg«, »Le Cid« und »Werther« von Massenet, »La damnation de Faust«, »Cavalleria rusticana«, »Idomeneo«, »Parsifal«, »El gato Montés« von Manuel Penella, »Il barbiere di Siviglia« – in der Baritonpartie des Figaro-, »Lucia di Lammermoor«, Verdi-Requiem) erschienen. Weitere Aufnahmen bei Philips (»I Lombardi« von Verdi), Sony (»Mefistofele«, »Aida«, »La Fanciulla del West«, »Hérodiade« von Massenet, »Il Guarany« von C. Gomes, »Das Lied von der Erde« von G. Mahler), EMI (»Samson et Dalila«, Love Duets aus Wagner-Opern), Acanta (Arien aus Zarzuelas), HRE (»Il Giuramento« von Mercadante), Erato/East West Records (Verdi-Requiem), Teldec (Florestan im »Fidelio«), Teldec/East West Records (Siegmund 1. Akt »Walküre«), Almaviva (Titelrolle in »Le Cid« von Massenet), Aleph (Cantos Aztecas), Morgan (»L’Africaine«), Legato (Turiddu in »Cavalleria rusticana« mit Leonie Rysanek als Santuzza), Orfeo (Titelrolle in »Werther« von Massenet), Auvidis/Valois (»La Verbena de la Paloma« von T. Bretón, »Luisa Fernanda« von Francisco Moreno Torroba, Ausschnitte aus Zarzuelas) dazu viele weitere Mitschnitte auf Privatmarken; auf Sony singt er in dem Musical »Man of La Mancha«, wobei auch seine beiden Söhne Alvaro und Placido Domingo jr. mitwirken; auf Topaz-Video (»Luisa Miller«), Castle-Video (»Lohengrin«, »L’Africaine«), Pioneer-Video (»Otello« von Verdi, »La Gioconda« von Ponchielli), DGG-Video (»La Traviata«, »La Fanciulla del West«, »Stiffelio« von Verdi, Radames in »Aida«, Metropolitan Oper 1989; »Simon Boccanegra«, Metropolitan Oper 1993), Videoland Wien (Riccardo in »Un ballo in maschera«, Covent Garden Oper London 1986; »Viva Mexico«), Warner Video (Titelrolle in »Ernani« von Verdi, Scala Mailand 1986), Decca-Video (»The three Tenors«, Rom 1990, Paris 1998), Dream Live-Video (Don José in »Carmen«, Paris 1980). Auch hier kann nur ein annähernder Überblick über die unübersehbare Fülle von Aufnahmen des Künstlers gegeben werden.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.placidodomingo.com

 

22.1. Ľuba ORGONÁŠOVÁ wird 65

Ľuba OrgonÁŠovÁ

 Gesang- und Klavierstudium am Konservatorium und an der Musikhochschule Bratislava, hauptsächlich bei Maria Smutká. 1979 wurde sie als Solistin an das Nationaltheater Bratislava engagiert und kam durch Gastspiele wie durch Konzertauftritte in den Musikzentren der CSSR bis 1983 dort zu einer bedeutenden Karriere. 1983 übersiedelte sie nach Westdeutschland und wirkte zuerst am Pfalztheater Kaiserslautern, dann war bis 1988 (anfangs unter dem Namen Lubica Orgonasová) Mitglied des Stadttheaters von Hagen (Westfalen). Sie sang dort Partien wie die Ilia in Mozarts »Idomeneo«, die Pamina in der »Zauberflöte«, die Gilda im »Rigoletto«, die Violetta in »La Traviata«, die Lauretta in »Gianni Schicchi« von Puccini und die Sophie im »Rosenkavalier«. Gastspiele und Konzerte in Kaiserslautern, Nürnberg, Essen, Bremen, Hannover, Hamburg und Zürich ließen während dieser Zeit den Namen der Künstlerin allgemein bekannt werden, die seit der Spielzeit 1988-89 durch einen Gastspielvertrag der Wiener Volksoper angehörte. Bei den Festspielen von Aix-en-Provence sang sie 1988 die Pamina und 1989 die Donna Anna im »Don Giovanni« und gab dort einen glanzvollen Liederabend. An der Oper von Lyon übernahm sie die Partie der Madame Silberklang im »Schauspieldirektor« von Mozart (1988). 1990 hörte man sie bei den Ludwigsburger Festspielen, 1991 an der Deutschen Oper Berlin als Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«, die sie auch 1991 in einer konzertanten Aufführung in der Royal Festival Hall London vortrug. Bei den Salzburger Festspielen gastierte sie 1990 als Marzelline im »Fidelio«, 1993 als Giunia in Mozarts »Lucio Silla«, 1994 (konzertant) in der Titelpartie von Strawinskys »Le rossignol«, 1996 in Beethovens Missa solemnis, 2000 als Elettra in Mozarts »Idomeneo« und 2013 in Beethovens 9. Sinfonie. 1992 sang sie die Konstanze und die Pamina in insgesamt fünf Vorstellungen auch an der Wiener Staatsoper. An der Deutschen Oper Berlin gastierte sie 1991 als Gilda, 1992 in Amsterdam als Amina in Bellinis »La Sonnambula«. Sie war in Köln und Stuttgart, in Amsterdam und Paris, in Lissabon und Tokio zu Gast. 1993 hörte man sie bei den Salzburger Mozartwochen als Giunia in Mozarts »Lucio Silla«, 1994 beim Holland Festival, 1995 an der Staatsoper München und an der Oper von Chicago, 1996 an der Hamburger Staatsoper als Donna Anna. 1995 trat sie in Berlin in einer konzertanten Aufführung des »Freischütz« als Agathe auf. Im Schubert-Jahr 1997 sang sie bei den Wiener Festwochen die Estrella in »Alfonso und Estrella« von Schubert. Im gleichen Jahr gastierte sie am Teatro de la Zarzuela Madrid als Amenaide in Rossinis »Tancredi«, 1998 am Opernhaus von Zürich als Aspasia in »Mitridate« und als Giunia in »Lucio Silla« von Mozart, 1999 in Barcelona als Alcina in der gleichnamigen Händel-Oper. 2000 trat sie am Opernhaus von Zürich als Euridice in »Orfeo ed Euridice« von Gluck auf, im Festspielhaus Baden-Baden als Elettra in Mozarts »Idomeneo«. An der Pariser Opéra Bastille trat sie 2001 als Donna Anna und an der Grand Opéra Paris 2004 in der Titelrolle von Händels »Alcina« auf. Aus ihrem Bühnenrepertoire seien noch die Susanna in »Le nozze di Figaro«, die Atalanta in »Xerxes« von Händel, die Titelpartie in Massenets »Cendrillon« und die Antonia in »Hoffmanns Erzählungen« genannt. Das Konzertrepertoire umfasste neben Liedern Soli in oratorischen Werken von J.S. Bach und Händel bis hin zu A. Dvorák und L. Janácek. In Zürich sang sie Solopartien in der Glagolitischen Messe von L. Janácek, im Te Deum von Bruckner und in der Missa solemnis von Beethoven, in Bremen in der Harmoniemesse von J. Haydn, 1992 in der Marienkirche in Lübeck das Sopransolo im War Requiem von B. Britten.

Schallplatten: Erato (Recital; Pamina in vollständiger »Zauberflöte«), Philips (Verdi-Requiem, »Die Schöpfung« von J. Haydn), Naxos (Arien; »La Bohème« von Puccini; »La Sonnambula«), DGG (Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«, War Requiem von B. Britten, Orchesterlieder von Schostakowitsch, Stabat mater von Rossini, D-Moll-Messe von Bruckner), Teldec (»Der Freischütz«, »Lazarus« von Schubert), RCA (Lyrische Sinfonie von Zemlinsky), Wergo (Missa da Requiem, Te Deum von H. Sutermeister), Decca (Armida in »Rinaldo« von Händel), Teldec/East West Records (Schubert-Messen in As- und Es-Dur, Nelson-Messe von J. Haydn), Virgin/EMI (Epilog und Pohádka von Josef Suk); Pioneer-Video (»Mitridate« von Mozart).

 

22.1. Maija LOKKA wird 75

Maija Lokka

 Sie begann ihre Ausbildung am Konservatorium von Helsinki bei Maija-Liisa Hopea-Westerlund und setzte sie in den Jahren 1971-77 an der Sibelius-Akademie Helsinki bei Liisa Linko-Malmio fort. Sie wurde an die finnische Nationaloper Helsinki verpflichtet, an der sie in lyrisch-dramatischen Sopranpartien eine lange, erfolgreiche Karriere hatte. Zu ihren Glanzrollen zählten die Manon Lescaut in der gleichnamigen Puccini-Oper, die Senta in »Der fliegende Holländer«, die Tosca, die Lisa in »Pique Dame«, die Tatjana im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky und die Marja in der finnischen Oper »Juha« von Aarre Merikanto (Helsinki 1986). Auch bei den Festspielen von Savonlinna trat sie in Erscheinung, ebenso als Konzert- und Oratoriensolistin.

 

23.1. Carlo DEL BOSCO wird 80

Carlo Del Bosco

 Er begann seine Karriere Ende der sechziger Jahre und konnte, neben Auftritten an kleineren Häusern wie Como und Treviso, bereits in der Spielzeit 1968-69 die Mailänder Scala erreichen (Debüt als einer der flandrischen Deputierten in Verdis »Don Carlos«). Bis 1995 trat er an diesem Opernhaus in mittleren und kleineren Partien häufig auf (u.a. als Agamennone in Malipieros »Gli Eroi di Bonaventura«, als Tom in Verdis »Un ballo in maschera«, als Mathias in Prokofjews »L’Ange de feu«, als Gualtiero in »I Puritani« von Bellini, als Zuniga in »Carmen«, als Arzt in »Pelléas et Mélisande«, als Wurm in Verdis »Luisa Miller«, als Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, als Geronte in »Manon Lescaut« von Puccini, als Osiride in Rossinis »Mosè«, als Jacopo Loredano in Verdis »I due Foscari«, als Angelotti in »Tosca«, als Rochefort in Donizettis »Anna Bolena«, als Mönch in Dargomyschskis »Der steinerne Gast«, als Timur in »Turandot« von Puccini und als Pirro in Verdis »I Lombardi alla prima crociata«), begann aber bald auch mit einer Gastspieltätigkeit im Ausland. So gastierte er 1971 und 1973 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, 1972 an der Philadelphia Lyric Opera (als Colline in »La Bohème«) und 1974 an der Cincinnati Opera (als Geronte). Hinzu trat eine rege Gastiertätigkeit an den führenden italienischen Operntheatern, am Teatro Verdi Triest, am Teatro Fenice Venedig, am Teatro Comunale Bologna, am Teatro San Carlo Neapel, am Teatro Regio Turin und an weiteren Opernhäusern. 1973 wirkte er beim Spoleto Festival mit, 1975-76, 1980, 1983 und 1985 bei den Festspielen in der Arena von Verona (zumeist als Zuniga und als König in »Aida«), 1975 und 1982 (als Trulove in »The Rake’s Progress« von Strawinsky) beim Maggio Musicale von Florenz, 1985 bei den Festspielen von Bregenz (als Gualtiero in »I Puritani«) und 1987 beim Festival von Macerata. 1986 war er an der Londoner Covent Garden Oper als Ashby in Puccinis »La Fanciulla del West« zu Gast. Zu seinen Bühnenrollen gehörten weiter der Konsul in »La Vestale« von Spontini, der Raimondo in »Lucia di Lammermoor«, der Ferrando im »Troubadour« (Opéra de Wallonie Lüttich 1982) und der Zurga in »Les pêcheurs de perles« von Bizet. Noch 1995 trat er am Teatro Carlo Felice in Genua als Talpa in Puccinis »Il Tabarro« auf, im gleichen Jahr an der Mailänder Scala als 2. Soldat in »Salome« von R. Strauss, am Teatro San Carlo Neapel 1995 als Angelotti.

Schallplatten: Fabbri (»Un Ballo in maschera«, 1969), CBS (»Gianni Schicchi«), HMV (Arzt in »Macbeth« von Verdi).

 

25.1. Risto SAARMAN wird 65

Risto Saarman

 Er erhielt seine Ausbildung zum Sänger an der Sibelius-Akademie in Helsinki, die er dort 1984 zum Abschluss brachte. Es schlossen sich ergänzende Studien in Deutschland und in Italien an. Sein erstes Auftreten als Opernsänger fand 1984 an der Finnischen Nationaloper Helsinki statt; diesem Haus blieb er während seiner weiteren Karriere verbunden. Hier wie bei den Festspielen von Savonlinna wurde er als Interpret des Charakter-, hauptsächlich aber des lyrischen Tenorfachs bekannt; in Savonlinna sang er 1987 den Belmonte in der »Entführung aus dem Serail« und den Tamino in der »Zauberflöte«, 1992 den Jaquino im »Fidelio«, 1990 den Tamino, 1993 den Malcolm in Verdis »Macbeth«. 1987 trat er an der Oper von Lyon als Mozartsänger hervor. 1990 gastierte er bei den Festspielen von Aix-en-Provence in der Partie des Belmonte. Gastspiele und Konzertverpflichtungen in Finnland, Norwegen, Deutschland, England, Italien, Dänemark und Russland kennzeichnen den Fortgang der internationalen Karriere des Sängers. Er trat in Rundfunkkonzerten im dänischen wie im italienischen Rundfunk auf. Dabei sang er Solopartien in den Passionen von J.S. Bach, in Messen von Haydn, Mozart und Beethoven, in »L’Enfance du Christ« von Berlioz und in der »Lobgesang«-Sinfonie von Mendelssohn. Bedeutender Lied-Interpret (Schubert, R. Schumann, Richard Strauss).

 

25.1. Peter-Jürgen SCHMIDT wird 80

 Er erlernte zuerst den Beruf eines Werkzeugmachers. Nachdem man seine schöne Stimme entdeckt hatte, erfolgte deren Ausbildung an der Franz Liszt-Musikhochschule in Weimar durch Elfriede Kern. Seit 1968 war er am Nationaltheater Weimar engagiert (Antrittsrolle: Oberto in »Alcina« von Händel). Er blieb bis 1980 Mitglied dieses Hauses und ging dann 1981 als erster Tenor an die Staatsoper Berlin. Gastspiele und Konzerte trugen ihm in den Musikzentren der DDR, an der Covent Garden Oper London, an der Nationaloper von Oslo, an den Theatern von Linz/Donau, Salzburg und Graz, in Westdeutschland, Japan und Korea bedeutende Erfolge ein. 1989 gastierte er bei den Festspielen von Schwetzingen als Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von Richard Strauss. Am 26.5.1984 wirkte er an der Berliner Staatsoper in der Uraufführung von R. Kunads Oper »Amphitryon« mit, 1987 in »Büchner« von Friedrich Schenker, am 14.7.1989 in der Uraufführung der Oper »Graf Mirabeau« von Siegfried Matthus (in der Partie des Königs Louis XVI.). 1991 sang er dort den Rugggiero in »Alcina« von Händel. 1997 sang er bei den Festspielen von Schwetzingen in der Barock-Oper »Didone« von Cavalli, 1999 an der Berliner Staatsoper den Elicus in »Croesus« von Reinhard Keiser (unter René Jacobs). 1999 wirkte er am Opernhaus von Chemnitz in der Uraufführung von Kurt Weills »Der Weg der Verheißung« als Rabbi mit, 2000 auch in deren Wiederholung (unter dem Titel »The Eternal Road«) an der Brooklyn Academy of Music New York sowie an der Oper von Tel Aviv. 1999 trat er an der Berliner Staatsoper als Yamadori in »Madame Butterfly« auf. Aus seinem umfangreichen Rollenrepertoire für die Bühne sind noch der Don José in »Carmen«, der Titelheld in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach, der Radames in »Aida«, der Cavaradossi in »Tosca«, der Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg«, der Lohengrin, der Laça in »Jenufa« von Janácek und der Titelheld in »Die Verurteilung des Lukullus« von Paul Dessau hervorzuheben.

Schallplatten: Eterna (»Levins Mühle« von Udo Zimmermann, »Graf Mirabeau« von S. Matthus), Ariola-BGM (»Palestrina« von H. Pfitzner), Ars Vivendi (Te Deum von Bruckner).

 

26.1. Clemens BIEBER wird 65

Clemens Bieber

 Er wurde an der Musikhochschule Würzburg ausgebildet. Er war Schüler der beiden bekannten Tenöre Adalbert Kraus und Horst Rudolf Laubenthal. 1986 begann er seine Karriere am Staatstheater von Saarbrücken, dem er bis 1988 angehörte. 1988 folgte er einem Ruf an die Deutsche Oper Berlin. Hier debütierte er als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla« von Rossini und kam in lyrischen Tenor-Partien zu großen Erfolgen, vor allem im Mozart-Fach, aber auch als Châteauneuf in »Zar und Zimmermann« von Lortzing, als Laios in »Oedipe« von Enescu (1996) und in ähnlichen Aufgaben. Bei den Festspielen von Bayreuth, sang er 1987, 1989, 1992-93 und 1995 Heinrich den Schreiber im »Tannhäuser«, 1987-91 und 1993 einen der Edlen im »Lohengrin«, 1990-94 den Steuermann in »Der fliegende Holländer«, 2001-02 den David in »Die Meistersinger von Nürnberg«, 2002-05 und 2007 den Walther von der Vogelweide im »Tannhäuser«, 2005-06, 2008-09 und 2011-12 den jungen Seemann in »Tristan und Isolde«, 2005-07 den 1. Gralsritter im »Parsifal«, 2006-10 den Froh im »Rheingold«, 2008-12 den 3. Knappen im »Parsifal«. An der Deutschen Oper Berlin wirkte er in der Uraufführung der Oper »Das verratene Meer« von Hans Werner Henze in der Partie des Noburu mit (5.5.1990). Bei den Schwetzinger Festspielen trat er 1992 in der Uraufführung von »Desdemona und ihre Schwestern« von S. Matthus auf. 1997 sang er an der Deutschen Oper Berlin den Tybalt in »Roméo et Juliette« von Gounod, 1998 den Don Ottavio im »Don Giovanni«, 1998 an der Staatsoper von Dresden den Henry Morosus in »Die schweigsame Frau« von R. Strauss, 1999 an der Deutschen Oper Berlin den Jakob Schmidt in Kurt Weills »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny«, im gleichen Jahr dort auch den Evangelisten in einer szenischen Aufführung der Matthäuspassion von J.S. Bach. An der Deutschen Oper Berlin hörte man ihn 1999 auch als Steuermann in »Der fliegende Holländer«, 2000 als Schulmeister und als Dackel in »Das schlaue Füchslein« von Janácek, als Fenton in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, als David und als Kaspar in »Amahl and the Night Visitors« von G.C. Menotti, 2001 als Fenton im »Falstaff« von Verdi und als Walther von der Vogelweide. Mit der Staatsoper Dresden war er durch einem Gastvertrag verbunden; hier sang er u.a. den Tamino in der »Zauberflöte«. Weitere Gastspiele führten ihn an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an die Staatsoper München und an das Opernhaus von Stockholm. An der Metropolitan Oper New York trat er 1998 einmal als David auf. Neben Bühnengastspielen standen zahlreiche Konzertauftritte im Mittelpunkt seiner Karriere. Dabei zeichnete er sich besonders als Bach-Interpret (Evangelist in den großen Passionen, Soli in Kantaten) aus.

Schallplatten: DGG (Heinrich der Schreiber im »Tannhäuser«), Koch Records (»Des Esels Schatten« von Richard Strauss), Concentus Musicus (»Der Schrein der Märtyrer« von Berthold Hummel).

 

26.1. Roy GOODMAN wird 70

 Bereits als Zwölfjähriger wirkte er 1963 als Knaben-Sopransolist im „Miserere“ von Gregorio Allegri unter der Leitung von David Willcocks mit. Roy Goodman studierte am Royal College of Music. Als Solist und Konzertmeister spielte er 1975-85 unter Dirigenten wie Charles Mackerra, Roger Norrington und Simon Rattle. Er war zeitweise der Viola d‘amore-Solist der Academy of St. Martin in the Fields und dem Philharmonia Orchestra. Auf der Barockvioline trat er als Solist unter Frans Brüggen, Philippe Herreweghe, Christopher Hogwood, René Jacobs, Trevor Pinnock und Ton Koopman auf. Als Dirigent leitet er vielfach die Barockorchester vom Cembalo aus, oder mit der Violine in der Hand. Er war Gründer und künstlerischer Leiter des „Brandenburg Consort“ 1975-2001. Er war beigeordneter Leiter des Parley of Instruments und ständiger Gastdirigent des English Chamber Orchestra. Über mehrere Jahre leitete er das aus jungen Musikhochschulabsolventen bestehende „European Union Baroque Orchestra“ (EUBO), mit dem er mehrere Tonträger aufnahm. Insgesamt leitete er mehr als einhundert verschiedene Orchester und Ensembles. Seit 2001 fungierte Goodman mehrmals als Dirigent beim Concours Reine Elisabeth im Fach Barockgesang. Auch als Operndirigent genießt er ein hohes Ansehen. Insgesamt liegen mehr als 120 Tonträgeraufnahmen unter seiner Leitung vor, sie umspannen ein Repertoire von Claudio Monteverdi bis Aaron Copland.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.roygoodman.com/

 

27.1. Georgine RESICK wird 70

Georgine Resick

 Sie war zunächst als Choristin am Opernhaus von Washington beschäftigt. Dort wurde sie durch den berühmten Bariton George London entdeckt, der sich um ihre Ausbildung zur Solistin bemühte. Als erste Solopartie sang sie in Washington die Sophie im »Werther« von Massenet. Sie kam dann in Deutschland zu einer sehr erfolgreichen Karriere, wo sie 1977-86 Mitglied des Opernhauses von Köln war. Hier hörte man sie u.a. 1981 als Marzelline im »Fidelio«, als Page Oscar in Verdis »Un ballo in maschera« und als Adina in »L’Elisir d’amore«, 1983 als Anne Trulove in Strawinskys »The Rake’s Progress«, 1985 als Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«. Beim Edinburgh Festival hörte man sie 1980 als Despina in »Così fan tutte« und 1981 als Servilia in Mozarts »La clemenza di Tito« (jeweils bei Gastspielen der Kölner Oper). Zugleich war sie 1982-86 an der Deutschen Oper Berlin engagiert. Sie gastierte 1981 an der Grand Opéra Paris als Zdenka in »Arabella« und am Théatre des Champs-Élysées als Sophie im »Rosenkavalier«, 1984 bei den Festspielen von Drottningholm und am Théatre de la Monnaie in Brüssel als Despina, 1985 an der Oper von Nizza, 1986 an den Opernhäusern von Toulouse und Nantes. 1984 hörte man sie an der Chicago Opera als Blondchen; ebenfalls 1984 sang sie an der Oper von Houston/Texas die Marzelline im »Fidelio«, 1985 an der Wiener Staatsoper die Adele in der »Fledermaus«. An der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg trat sie, wie auch in Köln, als Carolina in Cimarosas »Il matrimonio segreto« und als Page Oscar (1985) auf. 1985 gastierte sie bei den Festspielen im Barocktheater von Schloss Drottningholm als Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«, auch als Susanna in »Le nozze di Figaro«. Als Carolina hörte man sie bei Gastspielen in Paris und 1986 in Washington. Seit 1986 trat sie wieder in ihrer amerikanischen Heimat auf. 1996 hörte man sie an der Long Beach Opera als Hilda Mack in »Elegy for Young Lovers« von H.W. Henze. Sie kam auch als Konzertsängerin zu einer erfolgreichen Karriere.

Schallplatten: Decca (»Così fan tutte«), DGG (Gretchen im »Wildschütz« von Lortzing), Philips (»Le nozze di Figaro«), Wergo (»Das Nusch-Nuschi« von P. Hindemith), Schwann (Messe D-Dur von O. Nicolai); Castle-Video (»Le nozze di Figaro« aus Drottningholm).

 

27.1. Danielle BORST wird 75

Danielle Borst

 Sie begann ihre Ausbildung am Conservatoire von Genf und war dann Schülerin von Juliette Bise in Bern und von Philippe Huttenlocher (* 1942), den sie heiratete. Wie dieser als Bariton kam auch sie im Sopranfach zu einer großen internationalen Karriere. Sie war während mehrerer Jahre Mitglied des Ensemble Vocal de Lausanne, das von Michel Corboz geleitet wurde. Sie ging dann von den Wohnorten des Künstlerehepaars in Cormondrèche (Kanton Neuenburg) und Paris aus einer intensiven Gastspieltätigkeit auf der Bühne wie im Konzertsaal nach. Sie sang am Grand Théâtre Genf (u.a. 1971 die Rosette in »Manon« von Massenet, 1984 den Pagen Oscar in Verdis »Un ballo in maschera«, 1986 die Dalinda in Händels »Ariodante«, 1988 die Pamina in der »Zauberflöte« und 1990 die Antonia in »Hoffmanns Erzählungen«) und in Lausanne, am Städtebundtheater Biel-Solothurn, am Opernhaus von Nancy, in Reggio Emilia und an der Staatsoper von Wien (1988 den Pagen Oscar). 1985 übernahm sie beim Festival von Aix-en-Provence die Partie der Proserpina in Monteverdis »L’Orfeo«. Große Erfolge an den beiden Opernhäusern von Paris, der Opéra-Comique (1985 als Aricie in »Hippolyte et Aricie« von Rameau, 1986 als Pamina und als Edwige in »Robinson Crusoe« von Offenbach, 1987 als Ilia in »Idomeneo« und als Servilia in »La clemenza di Tito« von Mozart) und der Grand Opéra (1985 als Page Oscar, 1988 als Eurydice in »Orphée aux Enfers« von Offenbach). Bei den Festspielen in der Grange de Mézières und an der Opéra du Rhin Straßburg sang sie 1988 die Euridice im »Orfeo ed Euridice« von Gluck. 1991 gastierte sie an der Oper von Montpellier als Poppea in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, 1990 bei den Festspielen Alter Musik in Innsbruck in der gleichen Rolle. In der Eröffnungsvorstellung des Théâtre Berlioz in Montpellier sang sie den Pagen Urbain in Meyerbeers »Hugenotten«, an der Oper von Monte Carlo 1991 die Pamina, in Toulouse und Lyon die Héro in »Béatrice et Bénédict« von Berlioz, 1992 in Montpellier die Antonia in »Hoffmanns Erzählungen«, 1993 in Nantes die Mireille in der Oper gleichen Namens von Gounod. Bei den Festspielen von Schwetzingen trat sie 1995 als Timante in »Demofoonte« von N. Jommelli auf. 1997 sang sie in einer konzertanten Aufführung der Oper »Attilio Regolo« von J.A. Hasse in Dresden die Partie der Attilia. Von ihren Bühnenpartien seien noch die Despina in »Così fan tutte«, die Susanna in »Le nozze di Figaro«, die Sandrina in »La finta giardiniera« von Mozart, die Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod, die Micaela in »Carmen«, die Belinda in »Dido and Aeneas« von Purcell, das Ännchen im »Freischütz« und die Rosalinde in der »Fledermaus« genannt. Sie erwies sich als große Konzert- und Oratoriensängerin in Werken von J.S. Bach, Monteverdi, Pergolesi, Händel, J. Haydn (»Die Schöpfung«, »Die Jahreszeiten«), Mozart, Berlioz (»L’Enfance du Christ«), Debussy, Gustav Mahler und A. Honegger (»Le Roi David«). Ihre Konzerte fanden in Genf, Fribourg, Lausanne, Bern und Zürich, in Paris, Montpellier und Straßburg, in Antwerpen und Stuttgart, in Prag und Warschau statt.

Von der Stimme der Sängerin sind zahlreiche Schallplattenaufnahmen vorhanden: auf Erato ist sie in den Opern »Les Huguénots« von Meyerbeer, »Pénélope« von Gabriel Fauré, »Armide« von Lully, »L’Orfeo« von Monteverdi, »Dido and Aeneas« von Purcell und als Colette in »Le Devin du village« von J.J. Rousseau zu hören. Weitere Aufnahmen auf Philips (»Iphigénie en Tauride« von Gluck), auf Remington (Werke von Duparc), Cascavelle (Titelrolle in »Mireille« von Gounod), Astrée (»Montezuma« von Vivaldi/Malgoire), Auvidis-Astrée (Gräfin in »Le nozze di Figaro«), Auvidis/Helikon (Donna Anna im »Don Giovanni«) und Naxos (»Le Roi David« von Honegger).

 

29.1. Sven-Erik ALEXANDERSSON wird 85

Er studierte anfänglich Pädagogik und legte 1959 sein Volksschullehrerexamen ab, 1964 sein Examen als Sprachpädagoge. Gesangstudium bei Erik Saedén, Dagmar Gustafson und Birgit Stenberg in Stockholm. Seit 1964 gehörte er dem Chor von Radio Stockholm an, seit 1967 dem Vokalquartett Camerata Holmiae, das aus der Sopranistin Dorrit Kleimert, der Altistin M.-L. Sirén, dem Bassisten Sven-Anders Benktsson und dem Künstler für den Tenorpart bestand. Er zeichnete sich vor allem als Oratoriensänger in einem weit gespannten Repertoire aus, trat aber nicht als Opernsänger in Erscheinung. Er wirkte jedoch bei Schallplattenaufnahmen der Opern »Castor et Pollux« von Rameau auf Decca und »La Rappresentazione di Anima e di Corpo« von Emilio de’Cavalieri auf HMV mit, auf der gleichen Marke in der Kantate »Vox humana« von Allan Petterson. Außerdem Aufnahmen auf BIS.

 

30.1. Mara ZAMPIERI wird 70

Mara Zampieri

 Sie studierte bis 1971 am Konservatorium ihrer Heimatstadt Padua bei A. Rognoni und bei L. Gomez. Sie gewann im gleichen Jahr 1971 einen Gesangwettbewerb in Pavia und debütierte dort 1972 am Opernhaus als Nedda im »Bajazzo«. Weitere Preise gewann sie bei Wettbewerben in Parma und Macerata. 1978 debütierte sie als Elisabetta in Verdis »Don Carlos« an der Mailänder Scala, an der sie noch im gleichen Jahr die Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«, die Amalia in Verdis »I Masnadieri« und die Leonore im »Troubadour« sang. An der Mailänder Scala sang sie dann 1979 nochmals die Elisabetta im »Don Carlos«, 1991 die Minnie in Puccinis »La Fanciulla del West«, 2013 die Annina in »La Traviata« und 2015 die Mamma Lucia in »Cavalleria rusticana«. Die Elisabetta im »Don Carlos« sang sie bei Gastspielen an den Staatsopern von Hamburg und München, am Opernhaus von Triest trat sie als Elvira in Verdis »Ernani«, in Catania als Manon Lescaut von Puccini und am Teatro San Carlos von Lissabon als Amelia in Verdis »Simon Boccanegra« auf. 1979 debütierte sie an der Wiener Staatsoper als Elaisa in konzertanten Aufführungen der Oper »Il Giuramento« von Mercadante als Partnerin von Placido Domingo. Bis 2001 sang sie an diesem Haus in insgesamt 174 Vorstellungen außerdem noch die Leonore im »Troubadour«, die Nedda, die Tosca, die Amelia sowohl in Verdis »Un ballo in maschera« als auch in dessen »Simon Boccanegra«, die Odabella in Verdis »Attila«, die Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«, die Maddalena in »Andrea Chénier« von Giordano, die Titelrollen in Puccinis »Manon Lescaut« und Donizettis »Maria Stuarda«, die Minnie, die Salome von R. Strauss, die Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, die Titelrolle in Giordanos »Fedora«, die Lina in Verdis »Stiffelio« und die Elena in Verdis »I Vespri Siciliani«. Es folgten Gastspiele am Teatro Colón Buenos Aires, an Bühnen in Italien, Frankreich und Belgien. Sie gastierte an der Oper von Frankfurt a.M. als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera« und bei den Festspielen in der Arena von Verona als Aida, die sie auch 1981 an der Deutschen Oper Berlin gesungen hatte. 1983 war sie am Opernhaus von Bonn als Norma und an der Oper von Zürich als Aida zu hören.  Bei den Festspielen von Bregenz gastierte sie 1981 in einem Konzert, 1984 als Tosca, 1990 als Titelfigur in »La Wally« von Catalani und 1993 in der Titelrolle von Giordanos »Fedora«. 1984 debütierte sie an der Covent Garden Oper London als Tosca; 1991 sang sie dort die Minnie. 1986 Gastspiel am Staatstheater Karlsruhe als Francesa da Rimini in der gleichnamigen Oper von Zandonai, beim Orange Festival als Lady Macbeth. 1987 großer Erfolg als Norma in der Arena von Verona, 1988 beim Spoleto Festival als Lady Macbeth. 1991 an der Staatsoper München als Manon Lescaut von Puccini, 1992 am Opernhaus von Zürich (an dem sie regelmäßig auftrat) als Imogene in »Il Pirata« von Bellini, 1995 als Norma und als Salome von Richard Strauss zu Gast. Am Opernhaus von Zürich sang sie 1997 die Anna in Puccinis »Le Villi« (mit José Cura als Partner), 1998 die Odabella. 2005 sang sie die Hexe in Humperdincks »Hänsel und Gretel« an der Wiener Volksoper, 2011 die Herodias in »Salomé« von R. Strauss (in der französischen Fassung) an der Opéra Royal Wallonie de Liège. Im Konzertsaal trat sie als Liedinterpretin, vor allem in Schubert-Liedern und in Liedkompositionen zeitgenössischer Meister, hervor. 1996 gab sie einen Liederabend im Rahmen der Salzburger Festspiele. Sie betätigte sich in Padua als Pädagogin.

Schallplatten: HRE (»Il Giuramento« von Mercadante, »Attila« von Verdi, »Belisario« von Donizetti aus Buenos Aires, 1981), Philips (Lady Macbeth in »Macbeth« von Verdi), Erato-Conifer (»La caduta di Adamo« von Galuppi); Arthaus-Video (Lady Macbeth in »Macbeth« von Verdi, Deutsche Oper Berlin, 1987).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.marazampieri.com/

 

 

 

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