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GEBURTSTAGE IM FEBRUAR 2019

09.02.2019 | Geburtstage

GEBURTSTAGE IM FEBRUAR 2019

Berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage ab dem 60er

Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

1.2. Hans-Otto KLOOSE wird 95

 Er begann zuerst ein Studium der Hochfrequenztechnik, wurde aber im Zweiten Weltkrieg als Soldat eingezogen und entschied sich nach Kriegsende für die Sängerlaufbahn. Nachdem er zunächst im Chor des Osnabrücker Stadttheaters gesungen hatte, war er 1952-53 als Solist am Landestheater Detmold engagiert. 1953-54 gehörte er dem Nationaltheater Mannheim an, 1954-56 dem Stadttheater Gelsenkirchen, 1956-58 dem Stadttheater Lübeck und 1958-59 dem Opernhaus Wuppertal. Nach einer Spielzeit 1959-60 am Opernhaus von Köln, folgte er 1960 einem Ruf an die Staatsoper von Hamburg, an der er bis 1993 eine große Karriere entfaltete. Er trat in Hamburg in mehr als 1.745 Vorstellungen und in rund hundert Partien aus allen Bereichen des Repertoires auf und erlangte beim Hamburger Publikum größte Beliebtheit. 1966 sang er in Hamburg in der Uraufführung der Oper »Zwischenfälle bei einer Notlandung« von Boris Blacher. Er gab Gastspiele an der Staatsoper von Wien (1970 als Graf in »Le nozze di Figaro«), in Dublin (1964), am Gran Teatre del Liceu in Barcelona (1972), in Frankreich und Italien. Mit dem Ensemble der Hamburger Oper gastierte er 1967 in den USA und in Kanada sowie in Kopenhagen. Aus der Fülle von Partien, die Bestandteil seines Bühnenrepertoires waren, sind der Titelheld im »Don Giovanni«, der Ottokar im »Freischütz«, der Graf Eberbach im »Wildschütz« von Lortzing, der Wolfram im »Tannhäuser«, der Herr Fluth in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, der Faninal im »Rosenkavalier«, der Lamoral in »Arabella« von R. Strauss, der Malatesta im »Don Pasquale«, der Graf Luna im »Troubadour«, der Posa in Verdis »Don Carlos«, der Sharpless in »Madame Butterfly«, der Escamillo in »Carmen« und der Titelheld im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky hervorzuheben. Zu seinen Erfolgen auf der Bühne gesellten sich nicht weniger große Erfolge als Konzert-, Oratorien- und Liedersänger.

Schallplatten: Opera-Ariola (Germont-père in Querschnitt »La Traviata« mit Stina Britta Melander), Philips (Lieder).

 

2.2. Lucia RIZZI wird 65

 

Informationen über die italienische Mezzosopranistin auf ihrer Homepage: http://www.luciarizzi.com/

 

2.2. Sir Andrew DAVIS wird 75

Die Lyric Opera of Chicago ist seit dem Jahr 2000 künstlerische Heimat des gebürtigen Engländers. Davor leitete er das Glyndebourne Festival als Music Director und war langjähriger Chefdirigent des BBC Symphony Orchestra, das er auf zahlreichen Tourneen durch Europa, Asien und Amerika sowie mehrfach bei den BBC Proms dirigierte. Neben seiner Position als Künstlerischer Direktor und Chefdirigent der Lyric Opera war er von 2005-2007 Artistic Advisor des Pittsburgh Symphony Orchestra und wurde zum Ehrendirigent der Toronto Symphony und des BBC Symphony Orchestra ernannt. Andrew Davis studierte zunächst Orgel am King?s College in Cambridge, bevor er ins Dirigierfach wechselte. Sein breites Repertoire beinhaltet alle Sparten und überspannt die Epochen vom Barock bis zur Moderne, wobei er ein besonderer Fürsprecher der Musik des 20. Jahrhunderts ist und Werke von Janacek, Messiaen, Boulez, Elgar, Tippett und Britten mit Enthusiasmus aufführt. Andrew Davis hat alle großen Orchester dirigiert, darunter das Chicago Symphony Orchestra, die Berliner und New Yorker Philharmoniker sowie das Royal Concertgebouworkest und leitete Opernproduktionen an der Metropolitan Opera, an der Mailänder Scala und bei den Bayreuther Festspielen. 1992 wurde Andrew Davis in Anerkennung seiner Dienste um die britische Musik zum Commander of the British Empire und 1999 zum Knight Bachelor ernannt.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://sirandrewdavis.com/

 

3.2. Helga DERNESCH wird 80

 Nachdem sie bereits in einer Schüleraufführung der »Fledermaus« die Rosalinde gesungen hatte, erfolgte ihre Ausbildung am Konservatorium der Stadt Wien. Zunächst sang sie als Konzertsopranistin in Oratorien und Kantaten. 1961 wurde sie an das Stadttheater von Bern (Schweiz) verpflichtet, wo sie als Marina im »Boris Godunow« debütierte und Rollen wie die Fiordiligi in »Così fan tutte«, die Antonia in »Hoffmanns Erzählungen«, aber auch bereits ihre ersten Wagner-Partien, sang. 1963 wurde sie an das Staatstheater von Wiesbaden engagiert, an dem sie bis 1966 blieb. Sie gastierte an der Wiener Volksoper u.a. 1964 als Diemut in »Feuersnot« von R. Strauss und in der Titelpartie von A. Dvoraks »Rusalka«, 1965 als Lisa in »Pique Dame« von Tschaikowsky. Sie spezialisierte sich dann auf die Interpretation der großen Wagner-Heroinen. Wieland Wagner verpflichtete sie 1967 für eine Japan-Tournee mit dem Bayreuther Festspiel-Ensemble. 1965-67 sang sie bei den Festspielen von Bayreuth die Wellgunde, 1968-69 die Freia und die Gutrune im Ring-Zyklus, 1967 die Elisabeth im »Tannhäuser«, 1966-69 die Ortlinde in der »Walküre« und ein Blumenmädchen im »Parsifal«, 1969 die Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«. Seit 1966 war sie Mitglied des Opernhauses von Köln, seit 1970 als ständiger Gast dort tätig. 1972 debütierte sie als Leonore im »Fidelio« an der Wiener Staatsoper und sang an diesem Haus bis 1996 in insgesamt 72 Vorstellungen außerdem noch die Marschallin im »Rosenkavalier«, die Cassandre in »Les Troyens« von H. Berlioz, die Sieglinde wie die Fricka in der »Walküre«, die Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss, die Amme in der »Frau ohne Schatten« vom gleichen Komponisten, die Mutter in Menottis »Amahl und die nächtlichen Besucher«, die Herodias in »Salome« von R. Strauss, den Prinzen Orlofsky in der »Fledermaus« und die alte Gräfin in »Pique Dame« von Tschaikowsky. Dazu hatte sie immer wieder große Erfolge an der Deutschen Oper Berlin. An der Scottish Opera Glasgow gastierte sie 1968 als Gutrune in der »Götterdämmerung«, 1970, 1974 und 1977 als Leonore im »Fidelio«, 1971 als Brünnhilde in »Siegfried« und in »Götterdämmerung«, 1971 und 1974 als Marschallin, 1972 als Cassandre, 1973 als Isolde und 1977 als Ariadne in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. 1969 sang sie erstmalig unter H. von Karajan bei den Osterfestspielen von Salzburg und widmete sich nun endgültig dem hochdramatischen Fach; sie galt bald als große Interpretin von Partien wie der Brünnhilde oder der Isolde innerhalb ihrer Generation; bei den Osterfestspielen sang sie 1969 die Brünnhilde im »Siegfried«, 1970 die Brünnhilde in der »Götterdämmerung«, 1971 die Leonore im »Fidelio«, 1972-73 die Isolde. 1982 sang sie bei den Salzburger Sommerfestspielen in einer konzertanten Aufführung der Oper »Penthesilea« von Othmar Schoeck die Titelpartie. Sie debütierte an der Londoner Covent Garden Oper 1970 als Sieglinde und sang danach dort die Leonore im »Fidelio«, die Marschallin, die Chrysothemis in »Elektra« von R. Strauss, die Färberin und 1987 die Amme in dessen »Frau ohne Schatten«. Es folgten glanzvolle Gastspiele 1970 beim Edinburgh Festival, in Hamburg und München. An der Grand 1976-78 als Freia im »Rheingold« und als Sieglinde, 1977 als Marschallin und 1987 als Klytämnestra bewundert; an der Opéra Bastille Paris 1992 als Klytämnestra, 1994 als Stolzius‘ Mutter in B.A. Zimmermanns »Die Soldaten«, 1996 als Herodias, 1998 als Larina in »Eugen Onegin« und 1999 als alte Gräfin in »Pique Dame« von Tschaikowsky. 1970 hörte man sie am Teatro San Carlos Lissabon, 1969 und 1970 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, 1968 am Théâtre de la Monnaie Brüssel, 1968 an der Oper von Rom, 1970 in Amsterdam und Budapest, 1986 in Madrid. Am 23.10.1972 sang sie an der Deutschen Oper Berlin die Titelpartie in der Uraufführung der Oper »Elisabeth Tudor« von Wolfgang Fortner, am 9.7.1978 an der Münchner Staatsoper die Goneril in der Uraufführung der Oper »Lear« von Aribert Reimann. Ihr USA-Debüt gab sie 1981 an der Oper von Dallas. An der San Francisco Opera sang sie 1981-2001 die Goneril, die Herodias, die Fricka im Nibelungenring, die Marfa in »Chowanschtschina« von Mussorgsky, den Orlofsky, die Erda im »Siegfried«, die 2. Norn und die Waltraute in der »Götterdämmerung«, die Klytämnestra in »Elektra« und die alte Buryja in »Jenufa« von Janácek. 1973 gastierte sie in New York zusammen mit dem Chicago Orchestra, Seit 1979 ging sie ins Mezzosopranfach über. 1984 nahm sie an der Japan-Tournee der Hamburger Staatsoper teil. 1985 debütierte sie an der Metropolitan Oper New York als Marfa. Bis 1995 sang sie an diesem Opernhaus in insgesamt 73 Vorstellungen außerdem noch die Fricka, die 2. Norn und die Waltraute im Nibelungenring, den Prinzen Orlofsky, die Herodias, die Amme in der »Frau ohne Schatten«, die Madame de Croissy in Poulencs »Dialogues des Carmélites«, die Adelaide in »Arabella« von R. Strauss und die Leocadia Begbick in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill. 1987 gastierte sie auch an der Mailänder Scala als Herodias. 1986 wirkte sie in München in einer weiteren Uraufführung einer Oper von A. Reimann mit, als sie die Partie der Hekabe in dessen »Troades« sang. 1990 gastierte sie in Los Angeles als Fricka, in Los Angeles auch als Mrs. Quickly im »Falstaff« von Verdi, 1992 in München als Kurfürstin in H.W. Henzes »Der Prinz von Homburg«, 1994 an der Staatsoper Dresden als Pytia in »Melusine« von A. Reimann, 1995 an der Staatsoper Hamburg als Principessa in »Suor Angelica« und als Zita in »Gianni Schicchi« von Puccini, 1996 am Theater von Bern (Schweiz) als alte Gräfin in »Pique Dame«. 1996 gastierte sie an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg als Kabanicha in Janáceks »Katja Kabanowa«, 1997 am Opernhaus von Toulouse als Kurfürstin in »Der Prinz von Homburg«, 1998 in Los Angeles als Herodias. 1998 erlebte man sie beim Glyndebourne Festival wieder als Kabanicha, in Amsterdam als alte Gräfin in »Pique Dame«. 1999 übernahm sie beim Maggio Musicale Fiorentino die alte Gräfin in »Pique Dame«, bei den Festspielen von Glyndebourne die Ludmilla in Smetanans »Die verkaufte Braut«. 2000 sang sie an der Staatsoper von München in der Uraufführung der Oper »Bernada Albas Haus« von Aribert Reimann die Titelrolle. Sie sang noch 2009 an der Staatsoper von München die alte Buryja in »Jenufa«. Zeitweilig verheiratet mit dem Tenor Werner Krenn (* 1943). – Neben der dramatischen Aussagekraft ihrer groß dimensionierten Stimme rühmte man ihre eminente darstellerische Begabung.

Lit: T. Smillie: Helga Dernesch (in »Opera«, 1973).

Zahlreiche, schöne Aufnahmen auf HMV-Electrola (»Fidelio«, Isolde in »Tristan und Isolde«, »Die Walküre«, »Troades« von A. Reimann), Philips (Ring-Zyklus), DGG (Ring-Zyklus, Einzelaufnahme der »Götterdämmerung«, »Arabella« von R. Strauss; »Lear« von A. Reimann, München 1978), Decca (»Tannhäuser«, Ortlinde in der »Walküre«, Mrs Peachum in der »Dreigroschenoper« von Brecht/Weill), Schwann-Verlag (Titelrolle in »Penthesilea« von O. Schoeck), RCA/BMG (»Der Silbersee« von K. Weill).

 

4.2. Lona CULMER-SCHELLBACH wird 65

 Nach ihrer Ausbildung und ersten Auftritten in ihrer amerikanischen Heimat wurde sie 1985 Preisträgerin beim Mozart-Concours in Salzburg. Darauf debütierte die farbige Sängerin für Europa bei den Salzburger Festspielen in der Uraufführung der Oper »Die schwarze Maske« von K. Penderecki in der Rolle der Arabella (15.8.1986). Diese Partie sang sie dann auch an der Wiener Staatsoper und in der amerikanischen Premiere des Werks 1988 in Santa Fé. Am Staatstheater Kassel war sie seit 1989 fest engagiert und stand hier bis heute in mehr als 50 verschiedenen Rollen des Sopran- und Mezzosopran-Fachs auf der Bühne, darunter so wichtige Partien wie Cio-Cio-San in »Madame Butterfly«, Elsa und Ortrud in»Lohengrin«, Leonore im »Troubadour«, Abigaille in »Nabucco«, Carmen, Salome, Tosca, Marie in »Wozzeck« von A. Berg, Kundry in »Parsifal«, Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«, Katerina in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch, Chrysothemis und Klytämnestra in »Elektra«, Ariadne in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und Marina im »Boris Godunow«. Sie gab Gastspiele an führenden Opernhäusern in Europa wie in den USA, u.a. an der Staatsoper von Dresden, an der Komischen Oper Berlin und in Paris. In München wirkte sie in der Uraufführung des Bühnenwerks »Patmos« von Wolfgang von Schweinitz mit (28.4.1990), am Opernhaus von Essen sang sie 1991, am Staatstheater Braunschweig 1992 die Leonore im »Troubadour«. 1993 gastierte sie bei den Festspielen von Bregenz als Abigaille in Verdis »Nabucco«, die sie auch 1997 und 1999 bei den Festspielen von Heidenheim sang. Aus ihrem umfangreichen Repertoire für die Opernbühne ist noch die Donna Elvira im »Don Giovanni« besonders hervorzuheben. Bei den Festspielen von Heidenheim sang sie 2000 die Aida. 2001 gastierte sie am Opernhaus von Frankfurt a.M. als Santuzza in »Cavalleria rusticana«. Neben ihrem Wirken auf der Bühne übte sie eine rege Tätigkeit als Konzert- und Oratoriensängerin aus und gab regelmäßig Liederabende, wobei sie auch im Konzertsaal ein vielseitiges Repertoire zum Vortrag brachte.

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.lona-culmer-schellbach.de/

 

4.2. Barbara HOENE wird 75

Sie erhielt ihre Ausbildung an der Musikhochschule von Leipzig bei K. Seipt, weiter durch Maria Croonen und Johannes Kempter. Bühnendebüt 1966 am Landestheater von Dessau als Laura in Milläckers »Der Bettelstudent«. 1968 kam sie an das Stadttheater von Halle/Saale, dem sie bis 1973 angehörte. Dann folgte sie einem Ruf an die Staatsoper von Dresden, deren Mitglied sie bis 2009 blieb. Dort hatte sie eine erfolgreiche Karriere als Vertreterin des lyrischen Fachs in Partien wie der Fiordiligi in »Così fan tutte«, der Pamina in der »Zauberflöte«, der Sophie im »Rosenkavalier«, der Carolina in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, der Nedda im »Bajazzo«, der Baronin im »Wildschütz« von Lortzing, der Titelheldin in Orffs »Die Kluge«, der Nannetta im »Falstaff« von Verdi und in einer Anzahl von Opernwerken von G.F. Händel. Hinzu trat eine umfangreiche Tätigkeit auf dem Konzertsektor, vor allem als Liedinterpretin und als Oratoriensopranistin (J.S. Bach, Händel). Operngastspiele, meist mit dem Dresdner Ensemble, an den Staatsopern von Berlin und Leipzig, an der Komischen Oper Berlin und am Opernhaus von Leningrad. Tourneen führten sie nach Italien (1982), Frankreich (1983) und Japan (1980, 1982). 1988 gastierte sie in Amsterdam als Fiordiligi. Auch als Konzertsängerin im Ausland hervorgetreten. Sie wirkte länger als zwanzig Jahre an der Dresdner Oper; 1994 sang sie dort die Mme. Laperouse in der zeitgenössischen Oper »Melusine« von A. Reimann, 1995 die Marcellina in »Figaros Hochzeit«. Sie sang 1998 an der Dresdner Staatsoper in der Uraufführung der Oper »Thomas Chatterton« von Matthias Pintscher die Partie der Zimmerwirtin. 1999 trat sie an der Staatsoper von Dresden als Anhilte in der »Csardasfürstin« von E. Kálmán auf; am 25.3.2001 wirkte sie dort in der Uraufführung der Oper »Celan« von Peter Ruzicka mit. 2009 zog sie sich von der Bühne zurück. Verheiratet mit dem Violinisten Klaus Hoene.

Schallplatten: Eterena, Teldec (»Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss), Mondo Musica (Sophie im »Rosenkavalier«, Teatro Fenice Venedig 1982).

 

4.2. Blaženka MILIĆ wird 80

 Sie debütierte nach ihrer Ausbildung 1969 an der Kroatischen Nationaloper von Zagreb und blieb seitdem für mehr als zwanzig Jahre Mitglied des Ensembles. Mit diesem unternahm sie auch Gastspiele und war im Übrigen eine gesuchte Konzertsolistin. Aus ihrem umfangreichen Bühnenrepertoire seien die Tosca, die Mimi in Puccinis »La Bohème«, die Butterfly, die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, die Maddalena in »Andrea Chénier« von Giordano, die Zorka in »Porin« von Lisinski und die Eva in »Zrinskij« von Ivan Zajc genannt.

Schallplatten: Jugoton.

 

5.2. Josef PROTSCHKA wird 75

 Er kam als Kind nach Düsseldorf und trat bereits als Knabensopran in Erscheinung. Er studierte Philosophie, Philologie und Germanistik, schloss dieses Studium mit dem Staatsexamen ab und war einige Zeit als wissenschaftlicher Referent und als Geschäftsführer beim Cusanus-Werk tätig. Er wurde dann an der Kölner Musikhochschule Schüler von Erika Köth und Peter Witsch. 1977 begann er seine Bühnenkarriere am Stadttheater von Giessen und wechselte 1978 an das Staatstheater von Saarbrücken, dem er bis 1980 angehörte. Seit 1980 als erster lyrischer Tenor am Opernhaus von Köln engagiert. Als Gast war er auch der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, der Staatsoper Hamburg, dem Opernhaus Zürich und dem Nationaltheater Mannheim verbunden; weitere Gastspiele an den Staatsopern von München und Stuttgart. 1985 und 1987 sang er bei den Salzburger Festspielen den Pisandro in Monteverdis »Il Ritorno d’Ulisse in patria«, er trat dort auch in Konzerten auf, u.a. 1985 in einem Mozart-Konzert, 1987 als Solist in der 9. Sinfonie von Beethoven sowie 1992 in Mendelssohns »Die erste Walpurgisnacht« und Janáceks Glagolitischer Messe. An der Wiener Staatsoper debütierte er 1985 als Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«. Bis 1992 sang er hier in insgesamt 20 Vorstellungen außerdem noch den Tamino in der »Zauberflöte«, den Arbace in Mozarts »Idomeneo«, die Titelrolle in der Premiere der vergessenen Oper »Fierrabras« von Schubert, den Florestan im »Fidelio« und den Eisenstein in der »Fledermaus«. 1986 übernahm er bei den Festspielen von Drottningholm die Titelrolle in Mozarts »Idomeneo«. 1986 sang er an der Mailänder Scala das Tenorsolo in der Missa solemnis von Beethoven. 1987-88 sang er bei den Festspielen von Bregenz den Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, 1987 am Opernhaus von Köln den Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky, beim Maggio Musicale von Florenz den Flamand im »Capriccio« von R. Strauss. In Hamburg hörte man ihn 1989 als Elis in »Der Schatzgräber« von F. Schreker, als Florestan und als Idomeneo, 1989 in Brüssel als Lohengrin, 1990 an der Londoner Covent Garden Oper als Florestan., 1990-91 in Köln als Loge im »Rheingold«, am Opernhaus von Leipzig 1996 als Herodes in »Salome« von R. Strauss. Er wirkte in verschiedenen Rundfunksendungen von Opern mit, u.a. in Rom und bei Radio France Paris als Titelheld in Mozarts »Idomeneo«. Aus seinem Repertoire sind weiter hervorzuheben: der Don Ottavio im »Don Giovanni«, der Titelheld in Massenets »Werther«, der Faust in Gounods bekannter Oper, der Lenski im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, der Lyonel in Flotows »Martha«, der Tom Rakewell in »The Rake’s Progress« von Strawinsky und der Baron Kronthal im »Wildschütz« von Lortzing. Neben dem Wirken auf der Bühne stand eine zweite, gleich bedeutende Karriere als Konzert- und Liedersänger.

Sehr viele Schallplattenaufnahmen: DGG (»Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, »Fierrabras« von Schubert), Philips (»Die letzten Dinge« von L. Spohr), Fonit-Cetra (»Der Vampyr« von Marschner, Rom 1980), Capriccio (»Der Schatzgräber« von F. Schreker, »Undine« von Lortzing, »Der Traumgörge« von Zemlinsky, Liederzyklus »Die schöne Müllerin« von Schubert, Mozart-Arien, Lieder von R. Schumann), Decca (»Der fliegende Holländer«, Florestan im »Fidelio«), Telefunken (»Die Schöpfung« und »Die Jahreszeiten« von J. Haydn, Krönungsmesse und C-Moll-Messe von Mozart, »Die Fledermaus«), HMV-Electrola (»Lazarus« von Schubert, »Die Großherzogin von Gerolstein« von Offenbach, Messe Nr. 1 von C.M. v. Weber), Edition Schwann (»Massimila Doni« von O. Schoeck, »Von deutscher Seele« von Hans Pfitzner), RCA-Ariola (»Lobgesang« von Mendelssohn), Wergo (»Cardillac« und »Mathis der Maler« von Hindemith), Sony (Lieder von den Britischen Inseln von Beethoven), Intercord (Missa solemnis von Beethoven), Capriccio (»Turandot« von Busoni). Es sind bereits Aufnahmen seiner Stimme als Knabensopran auf Heliodor vorhanden. Arthaus-Video (Florestan im »Fidelio«, London 1991).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://josefprotschka.com/

 

6.2. Katalín MÉSZÖLY wird 70

 Sie wurde in Budapest durch Jenö Sipos ausgebildet und war in Salzburg Schülerin von Paula Lindberg. 1975 gewann sie den Franz Liszt-Wettbewerb. Nachdem sie bereits als Choristin und in kleineren Partien an der Nationaloper Budapest (Debüt dort 1967 als Lola in »Cavalleria rusticana«) aufgetreten war, kam sie 1968 an das Theater von Pécz (Fünfkirchen), an dem sie während der folgenden sieben Jahre auftrat. 1976-77 sang sie am Opernhaus von Debrecen. 1976 wurde sie als erste Altistin an die Budapester Nationaloper verpflichtet. Hier kam sie zu großen Erfolgen, namentlich als Carmen (eine Partie, die sie allein in Budapest 129mal sang), aber auch als Azucena im »Troubadour«, als Amneris in »Aida«, als Ulrica in Verdis »Un ballo in maschera«, als Preziosilla in »La forza del destino«, als Marfa in »Chowanschtschina« von Mussorgski (1984) und als Judith in »Herzog Blaubarts Burg« von Béla Bartók. Letztgenannte Partie sang sie 1981 sehr erfolgreich an der Mailänder Scala. Etwa seit dieser Zeit unternahm sie Gastspielauftritte im Ausland; so sang sie in Westdeutschland, in Frankreich, in Spanien, Mexiko und Ägypten. 1988 hörte man sie in Budapest als Mrs. Herring in »Albert Herring« von B. Britten, 1989 als Herodias in »Salome« von R. Strauss, 1993 als Erda im »Rheingold«. 1990 gastierte sie in Montreal als Ulrica. 1998 trat sie an der Budapester Oper in »Die Spinnstube« von Kodály auf. Gleichzeitig setzte sie ihre Bühnen- wie ihre Konzertkarriere in ihrer ungarischen Heimat fort. Im Konzertsaal sang sie u.a. die Solopartien in den Requiemmessen von Mozart und Verdi und wurde als Liedersängerin bekannt.

Schallplatten: Hungaroton (Marie-Luise in »Háry János« von Z. Kodály).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.meszolyhorvath.eoldal.hu/cikkek/meszoly-katalin-palyaja.html

 

7.2. Antoní WIT wird 75

Er studierte Dirigieren bei Henryk Czyż, Komposition bei Krzysztof Penderecki und Jura an der Krakauer Jagiellonen-Universität. Seine musikalische Ausbildung vollendete er bei Nadia Boulanger in Paris, im direkten Anschluss an sein Studium  war er bis 1969 bereits an der Warschauer Philharmonie tätig – als Assistent von Witold Rowicki. Mit dem 2. Platz des internationalen Herbert-von-Karajan-Wettbewerbs in Berlin begann 1971 Wits internationale Karriere. Der Maestro leitetet führende Orchester wie u.a. die Berliner Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das Tonhalle Orchester Zürich, das Royal Philharmonic, Philharmonia, BBC London, Montreal Symphony, NHK Tokyo in den großen Musik-Zentren  Europas, der USA und Süd-Amerika, dem nahen und fernen Osten. Jüngst dirigierte er unter anderem das Orchestre Philharmonique de Strasbourg, Orchestre de la Suisse Romande, die Staatskapelle Weimar und das Japan Philharmonic Orchestra in Tokyo. Er ist seit Januar 2003 Direktor der Warschauer Nationalphilharmonie. Davor war er Leiter des Pommerschen Philharmonischen Orchesters (1974-77), Direktor des Polnischen Radio- und Fernsehorchesters in Krakau (1977-83), des Orquesta Filarmónica de Gran Canaria (1987-92) und der Nationalen Sinfonieorchester des Polnischen Rundfunks (1983-2000) – die Arbeit mit jedem dieser Ensemble war Teil einer intensiven künstlerischen Entwicklung: Die unter Wits Leitung gespielten Konzerte und Aufnahmen des Polnischen National-Radio-Sinfonieorchesters sind von großer Bedeutung für die Verbreitung polnischen Repertoires, die er in regelmäßigen Tourneen in Italien, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien und Japan einerseits und mit zahlreichen Schallplatten, Fernseh-Konzerten und Aufnahmen von Filmmusiken beträchtlich vorangebracht hat. Die polnische Musik sowohl von klassischen als auch zeitgenössischen Komponisten hat größte Priorität in Wits Arbeit, sowohl in Archiv-Aufnahmen als auch in Sinfonie- und Oratorien-Konzerten. Antoni Wit gestaltete die Uraufführung zahlreicher Werke von Komponisten wie Krzysztof Penderecki, Witold Lutosławski, Wojciech Kilar und anderen. Für viele seiner nahezu mehr als 100 Aufnahmen bei Labels wie EMI-HMV, CBS, Naxos, NVS Arts, Pony Canyon, Polskie Nagrania erhielt der Dirigent zahlreiche Preise. Seine Interpretation von Szymanowskis Stabat Mater (EMI) wurde von englischen Kritikern zu einer der besten Einspielungen des Jahres 1985 gekürt. Wits Version aller Prokofiev Piano Konzerte (mit Kun Woo Paik) gewann 1993 den Diapason d’Or und Grand Prix du Disque de la Nouvelle Academie. Seine Aufnahme von Messiaens Turangalîla Symphony erhielt den Cannes Classical Award (Midem Classique 2002). Seine erste Einspielung mit den Warschauer Philharmonikern (Lutosławski, Meyer, Penderecki – CD Accord) erhielt den polnischen Platten Preis Fryderyk 2002. Für NAXOS spielte er Lutosławski’s gesamte symphonische Werke ein.  Im Juni 2003 nahm er mit dem Warsaw Philharmonic und dem Pianisten Kun Woo Paik  Chopins gesammelte Klavier- und Orchesterwerke für die renommierte Decca auf, im September 2003 dirigierte er die Uraufführung und Einspielung der ihm gewidmeten September Symphony von Wojciech Kilars (CD Accord). 2004 erhielt Antoni Wit für seine Interpretation von Pendereckis St. Luke’s Passion (Naxos) den Classical Internet Award und eine Nominierung für den Grammy. 2005 nahm er Mahlers Achte auf und Pendereckis Te Deum. Im Dezember 2005 wurde er erneut für den Grammy nominiert, dieses Mal für seine Einspielung von Pendereckis Polish Requiem (Naxos). 2006 begann er anlässlich des Todestages des Komponisten Karol Szymanowski mit seinem Orchester einen Aufnahmezyklus der Orchesterwerke, deren erste CD im März 2007 bei Naxos erschienen ist. Den Orpheus Critics’ Award erhielt Antoni Wit zwei Mal für die beste Aufführung eines polnischen Werkes beim “Warsaw Autumn”, dem internationalen Festival zeitgenössischer Musik. “Für außergewöhnliche künstlerische Schöpfungen und die nationale und internationale Verbreitung polnischer Musik, die Millionen Hörer weltweit erreicht“ verlieh das polnische Radio ihm den “Diamantenen Dirigentenstab”. Antoni Wit ist neben seinen zahlreichen Verdiensten auch engagierter Professor für Dirigieren an der Frederic Chopin Music Akademie in Warschau.

 

7.2. Lois McDONALL wird 80

 Sie wurde zunächst medizinisch technische Assistentin, ließ dann aber ihre Stimme durch Eileen Turner in Edmonton, durch G. Jones in Vancouver, bei Irene Jessner in Toronto und bei Otakar Kraus in London ausbilden. Ihr Bühnendebüt erfolgte 1969 an der Oper von Toronto in der Titelrolle von Wolf-Ferraris »Il Segreto di Susanna«. Nach ersten Erfolgen an den Opernhäusern von Ottawa und Toronto kam sie nach Europa. 1969-70 war sie am Stadttheater von Flensburg engagiert, wo sie als Tosca, als Elsa im »Lohengrin« und als Konstanze in der »Entführung aus dem Serail« auftrat. 1970 kam sie an die Sadler’s Wells Opera, die spätere English National Opera London (Debüt als Semele in der gleichnamigen Oper von Händel). Dort übernahm sie Partien wie die Gräfin in »Le nozze di Figaro«, die Fiordiligi in »Così fan tutte«, die Titelfigur in »Manon« von Massenet, die Marschallin im »Rosenkavalier«, die Konstanze, die Rosalinde in der »Fledermaus« und die Jenny in »The Mines of Sulphur« von R.R. Bennett. Sie sang auch bei der English Opera Group. 1975 trat sie an der Covent Garden Oper London in einer kleinen Rolle in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss auf. 1981 kreierte sie an der English National Opera die Titelrolle in der Uraufführung der Oper »Anna Karenina« von Iain Hamilton. 1988 gastierte sie in Toronto als Gräfin de Coigny in »Andrea Chénier« von Giordano. Als Konzertsopranistin in England wie in ihrer kanadischen Heimat aufgetreten.

Schallplatten: HMV (Freia im »Rheingold« in Englisch), OR (Titelrolle in »Maria Padilla« von Donizetti).

 

7.2. Norman WELSBY wird 80

 Er arbeitete zunächst als Industriekaufmann, studierte dann Gesang am Royal College of Music in Manchester und war in London Schüler der Pädagogen Gwilym Jones und Otakar Kraus. 1968 debütierte er bei der Sadler’s Wells Opera London als Masetto im »Don Giovanni«. Dort sang er bis 1974 u.a. den Escamillo in »Carmen«, den Figaro in »Figaros Hochzeit«, den Guglielmo in »Così fan tutte«, den Silvio im »Bajazzo«, den Donner im »Rheingold«, den Schaunard in »La Bohème« und 1972 den Denisow in der englischen Erstaufführung von Prokofjews »Krieg und Frieden«. Er trat im Lauf seiner Karriere 1974-77 an der Covent Garden Oper wie auch an der English National Opera London auf, und zwar sowohl in Partien aus dem Standard-Repertoire wie in zeitgenössischen Werken. 1973-74 sang er in den Aufführungen des Ring-Zyklus an der English National Opera unter Reginald Goodall (in englischer Sprache) den Donner und den Gunther, 1974 in der englischen Bühnen-Erstaufführung von H.W. Henzes Oper »Die Bassariden«. 1976 wirkte er an der Covent Garden Oper in der Uraufführung einer weiteren Oper von H.W. Henze, »We Come to the River«, in der Partie des Generals mit. 1977 trat er im englischen Rundfunk BBC in der (späten) Uraufführung von »The Magic Fountain« von Frederick Delius auf. 1977 wirkte er im englischen Rundfunk BBC in der Uraufführung der Oper »Tamburlaine« von Iain Hamilton mit. Aus seinem Repertoire für die Bühne seien noch genannt: der Alfio in »Cavalleria rusticana«, der Sharpless in »Madame Butterfly«, der Vater in »Hänsel und Gretekl«, der Ned Keene in »Peter Grimes« von B. Britten und der Robert Cecil in »Gloriana« vom gleichen Komponisten, den er 1975 bei einem Gastspiel der English National Oper auch an der Wiener Volksoper sang. Als Konzert- und Oratoriensänger war er in einem weitreichenden Repertoire zu hören.

Schallplatten: EMI-HMV (Donner im »Rheingold«, Gunther in der »Götterdämmerung«), BBC Artium (»The Magic Fountain«).

 

8.2. Stephen ROBERTS wird 70

 Seine Ausbildung erfolgte 1969-71 am Royal College of Music und an der Royal School of Music in London. 1972-76 war er als Lay-Clerk im Chor der Westminster Abbey London tätig und kam dann zu einer großen Konzertkarriere auf internationalem Niveau. Er sang mit den führenden Orchestern und Chören in England, im übrigen Europa, in den USA, in Kanada und Israel, in Hongkong, Singapur und in Südamerika. Neben einem umfassenden Konzertrepertoire, das seine Höhepunkte in Vokalwerken aus der Barockzeit hatte, sang er eine Anzahl von Opernpartien, zumeist in konzertanten Aufführungen der Werke: den Grafen in »Figaros Hochzeit«, den Falke in der »Fledermaus«, den Ubalde in »Armide« von Gluck, den Ramiro in »L’Heure espagnole« von Ravel, den Aeneas in »Dido and Aeneas« von Purcell, den Don Quixote in »El Retablo de Maese Pedro« von Manuel de Falla und den Gregor Mittenhofer in »Elegy for Young Lovers« von H.W. Henze. Im englischen Fernsehen erlebte man ihn im War Requiem von B. Britten, in »Die sieben Todsünden« von Weill, in den Händel-Oratorien »Jephtha« und »Judas Makkabaeus« und in »Sea Drift« von F. Delius. 1983 sang er in London ein Solo in der Lukas-Passion von K. Penderecki, 1984 in »Belshazzar’s Feast« von W. Walton. 1989 trat er in London als Solist im Magnificat von Bach, 1990 im Requiem von Gabriel Fauré und in Händels Oratorium »Israel in Egypt« auf. In Washington übernahm er das Bass-Solo in der C-Moll-Messe von Mozart, mit dem Bach Choir London sang er in der 8. Sinfonie von Gustav Mahler und in der Matthäuspassion von J.S. Bach.

Schallplatten: Decca (»Carmina Burana« von C. Orff, Messe Es-Dur von Mozart, Patroklus in »King Priam« von Tippett, Lukas-Passion von K. Penderecki), Telefunken (»Alexander’s Feast« von Händel), HMV (Religiöse Musik von Charpentier, »Armide« von Gluck), TIS (Werke von Vaughan Williams), Chandos (»The Apostles« und »Cataractus« von E. Elgar), Virgin (»A Sea Symphony« von Vaughan Williams), Koch Records (Mass und Canticum sacrum von Strawinsky).

 8.2. Die deutsche Sopranistin Marianne SEIBEL wird 75

 

8.2. Francesco MEMEO wird 80

 Biographie des italienischen Tenors auf folgender Webseite: https://www.nw.de/lokal/bielefeld/mitte/22067845_Dieser-Bielefelder-sang-in-den-groessten-Staatstheatern-Italiens.html

 

9.2. Paul HILLIER wird 70

Der Gründer des Hilliard Ensembles und des dänischen Vokalensembles Theatre of Voices, hat sich als einer der führenden Chorleiter weltweit etabliert. Er war Chefdirigent des Estnischen Philharmonischen Kammerchors (2001-07) und ist seit 2003 Chefdirigent des Kammerchors Ars Nova Kopenhagen. Seit 2008 ist er Chefdirigent des Chamber Choir Ireland und Künstlerischer Leiter des Coro Casa da Musica Porto. Seine über 100 Einspielungen, darunter sieben Solo-CDs, fanden weltweit große Beachtung und sind mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, darunter zwei Grammys in der Kategorie „Best Choral Recording“ für Arvo Pärts Da Pacem mit dem Estnischen Philharmonischen Kammerchor und David Langs The Little March Girl Passion mit Ars Nova Kopenhagen und Theatre of Voices (harmonia mundi). Paul Hillier arbeitet regelmäßig mit den führenden europäischen Kammerchören und Künstlern wie dem Kronos Quartet, Peter Sellars, Bobbie McFarren, Tim Rushton und Richard Alston zusammen. Als Gastdirigent stand er am Pult der London Sinfonietta, St. Paul Chamber Orchestra, Concerto Copenhagen, Athelas Sinfonietta, Tallinn Chamber Orchestra, Irish Baroque Orchestra, Ensemble Remix, Concerto Palatino, Fretwork, Netherlands Wind Ensemble, I Solisti del Vento, Swedish Wind Ensemble, Estonian State Symphony Orchestra, Copenhagen Philharmonic, Sønderjyllands Symfoniorkester, Taiwan Symphony Orchestra, Tokyo Philharmonic Orchestra, Orquestra Sinfónica do Porto sowie dem Utah Symphony Orchestra. Höhepunkte der letzten Spielzeiten waren Auftritte im Barbican Centre London, BBC Proms, Royal Opera in Kopenhagen, Carnegie Hall und im Lincoln Centre New York, beim Musikfest Berlin mit dem Rundfunkchor Berlin und beim Edinburgh Festival. Paul Hillier wurde in Dorchester geboren und hat an der Guildhall School of Music and Drama in London studiert. Er unterrichtete an der University of California in Santa Cruz und Davis und war 1996-2003 Direktor des Early Music Institute der Indiana University. Seine Bücher über Arvo Pärt und Steve Reich sowie zahlreiche Anthologien im Bereich Chormusik wurden von der Oxford University Press verlegt. Für seine Verdienste um die Chormusik ist er 2006 mit dem Order of the British Empire ausgezeichnet worden. 2013 wurde ihm das Ritterkreuz des dänischen Dannebrogordens verliehen.

 

10.2. Carola NOSSEK wird 70

 Sie begann 1967 ihre Ausbildung am Konservatorium von Schwerin; Fortsetzung des Studiums bei E. Plehn an der Musikhochschule von Dresden, das sie 1972 mit dem Staatsexamen als Sängerin und Gesangpädagogin abschloss. 1972-75 gehörte die Künstlerin dem Ensemble der Staatsoper von Dresden an, wo sie als Nanette im »Wildschütz« von Lortzing debütierte. Bereits 1974 wurde sie durch einen Gastvertrag an die Staatsoper Berlin verpflichtet. 1975 wurde sie dann als Mitglied des Ensembles an dieses Haus engagiert. Dort sang sie Partien aus dem Fach der lyrischen Koloratursoubrette, darunter die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, die Despina in »Così fan tutte«, die Servilia in »La clemenza di Tito« von Mozart, die Woglinde im Nibelungenring, Taumännchen und Sandmännchen in »Hänsel und Gretel«, die Marzelline in Beethovens »Fidelio« und das Echo in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss; 1976 nahm sie dort an der Uraufführung der Oper »Meister Röckle« von Joachim Werzau teil. Erfolgreiche Gastspiel- und Konzerttätigkeit. Sie gastierte u.a. mit dem Ensemble der Berliner Staatsoper in Japan und 1986 beim Festival von Las Palmas auf Gran Canaria (Despina, Marzelline). 1990 hörte man sie an der Berliner Staatsoper als Titelfigur in »Die Kluge« von C. Orff, 1991 als Susanna in »Figaros Hochzeit«, 1995 als Nuri in »Tiefland« von E. d’Albert.

Schallplatten: Eterna (Werke von Hanns Eisler), Eurodisc (Marzelline in »Fidelio«), Eterna (Oratorium »Lazarus« von Schubert, »Die schweigsame Frau« von R. Strauss), BGM-Ariola (Ighino in »Palestrina« von H. Pfitzner), Berlin Classics (»Israel in Ägypten« von Händel, »Leonce und Lena« von P. Dessau), Teldec (»Elektra« von R. Strauss).

 

11.2. Christine CAIRNS wird 60

 Sie erhielt ihre Ausbildung an der Royal Scottish Academy of Music Glasgow und durch Nelson Taylor. Sie trat zuerst in Konzerten unter dem Dirigenten André Previn auf und hatte einen besonderen Erfolg, als sie 1985 in Los Angeles eine Solopartie in »Alexander Newsky« von Prokofjew vortrug. Sie sang zusammen mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra, mit dem Cleveland und dem Philadelphia Orchestra und 1988 mit dem Royal Philharmonic Orchestra London in den »Kindertotenliedern« von Gustav Mahler. Auf einer USA-Konzerttournee sang sie das Solo in der 4. Sinfonie vom gleichen Komponisten; 1988 trug sie in der Londoner Festival Hall Schönbergs Lieder op.22 vor, 1989 bei den Londoner Promenade Concerts das Sopransolo in der Krönungsmesse von Mozart. Als Gast gab sie Konzerte in Paris und Rom, in Berlin, Zürich, Singapur und Rio de Janeiro. In Valencia betrat sie dann in der Monteverdi-Oper »L‘Orfeo« auch die Bühne. Verheiratet mit dem Dirigenten John Lubbock.

Schallplatten: Philips (»Ein Sommernachtstraum« von Mendelssohn, »Alexander Newsky« von Prokofjew).

 

11.2. Jun MÄRKL wird 60

 Er wurde in München als Sohn eines angesehenen deutschen Konzertmeisters und einer japanischen Solopianistin geboren. Er studierte Violine, Klavier und Dirigieren an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover. Bei Sergiu Celibidache in München und Gustav Meier in Michigan setzte er seine Dirigierausbildung fort. 1986 gewann er den Dirigentenwettbewerb des Deutschen Musikrats und ein Jahr später ein Stipendium des Boston Symphony Orchestra, woraufhin er von Leonard Bernstein und Seiji Ozawa nach Tanglewood eingeladen wurde. Märkl wird als Kenner des deutschen symphonischen Kernrepertoires sowie als Operndirigent geschätzt, in jüngster Zeit besonders auch für seine raffinierten Interpretationen der französischen Impressionisten. Märkl ist ein gern gesehener Gast an den Staatsopern in Wien, Berlin und München sowie an der Semperoper Dresden. Als Chefdirigent wirkte er beim Nationalorchester in Lyon und beim MDR Sinfonieorchester. 2012 wurde er vom französischen Ministerium für Kultur für seine Erfolge in Lyon mit dem Chevalier de l´Ordre des Arts et des Lettres ausgezeichnet. Seit 2014 ist er Chefdirigent des Baskischen Nationalorchesters. In der Saison 15-16 gab Jun Märkl sein Debüt beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Außerdem kehrte er zum Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo, zum Helsinki Philharmonic Orchestra und zu den Brüsseler Philharmonikern zurück.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: https://www.junmarkl.com/

 

11.2. Nelya LEBEDEVA wird 80

 Sie wurde zunächst Technologin in einem Maschinenkostruktions-Unternehmen, studierte dann aber Gesang bei Frau Nina L. Dorliak und bei Frau G.A. Malitsjewa in Moskau. Sie wurde sogleich an das Bolschoi Theater Moskau verpflichtet und debütierte hier 1964 als Cherubino in »Le nozze di Figaro«. Seither hatte sie an diesem Opernhaus eine sehr erfolgreiche Karriere, vor allem im lyrischen Stimmfach. Sie trat als Gast am Deutschen Opernhaus Berlin, am Staatstheater Wiesbaden, am Theater am Gärtnerplatz München, an den Opernhäusern von Dortmund, Sofia und Warschau und an der Komischen Oper Berlin auf. Zusammen mit dem Ensemble des Bolschoi-Theaters gastierte sie 1973 an der Mailänder Scala (als Polowetzer Mädchen in »Fürst Igor« von Borodin). Nicht weniger von Bedeutung als Konzertsopranistin.

Schallplatten: Melodiya (u.a. Mascha in »Pique Dame«) Gostelradio-Video (Xenia im »Boris Godunow«). – Sie darf nicht mit der gleichaltrigen, ebenfalls am Bolschoi Theater wirkenden Sopranistin Nina Lebedewa verwechselt werden.

 

11.2. Thanos PETRAKIS wird 80

 Er studierte Jura an der Universität von Athen, daneben aber auch Gesang am Nationalkonservatorium, später 1965-67 mit Hilfe eines Maria Callas-Stipendiums am Conservatorio Verdi in Mailand und an der Wiener Musikakademie. Seine Lehrer waren u.a. Alecos Souflas in Athen, Norbert Hitz in Wien, Frau Lia Guarini in Mailand und Rocco Pandiscio in München. Bühnendebüt 1966 an der Athener Oper als Rodolfo in Puccinis »La Bohème«. 1970-73 am Stadttheater Lübeck engagiert. Er war 1973-75 Mitglied des Staatstheaters am Gärtnerplatz in München und trat seitdem in einer Gastspielkarriere auf. Als ständiger Gast 1967-96 an der Nationaloper Athen verpflichtet, wo er u.a. den Don Carlos und den Otello von Verdi, den Turiddu in »Cavalleria rusticana«, den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Canio im »Bajazzo«, den Gabriele Adorno in »Simon Boccanegra«,den Manrico im »Troubadour«, den Pinkerton in »Madame Butterfly«, den Erik in »Der fliegende Holländer«, den Eisenstein in der »Fledermaus« und den Cavaradossi in »Tosca« sang; dazu Mitwirkung bei den Opernfestspielen von Athen und Gastspiele an der Staatsoper Stuttgart, am Staatstheater Kassel, am Stadttheater Aachen (1980) und am Opernhaus von Parma. Das sehr umfangreiche Repertoire des Künstlers reichte von heldischen Partien bis ins Lirico Spinto- und ins rein lyrische Fach. Angesehener Operetten- und Konzerttenor.

Schallplatten: Privatplatten aus der Athener Oper.

 

11.2. Oscar LAGGER wird 85

 Er studierte an der Pariser Sorbonne Musikwissenschaft und bildete sich in Paris in den Fächern Komposition, Orgelspiel, Gesang (bei Fanny Malnory-Marseillac) und Déclamation lyrique (bei René Alix) aus. Weitere Studien bei Karl Strupp in Wien sowie in Meisterkursen bei Jakob Stämpfli und Paul Lohmann. In den Jahren 1962-86 war er Musiklehrer am Deutschen Lehrerseminar in Sion (Wallis) und zugleich Maître de Chapelle an der dortigen Kathedrale. 1968-71 war er Mitglied des »Ensemble Vocal de Lausanne«, seit 1972 Direktor des »Choeur Pro Arte« Sion. Seit 1972 unterrichtete er am Konservatorium von Sion, seit 1982 war er dessen Direktor. Neben dieser umfangreichen Tätigkeit wurde er als Konzertsolist bekannt. Als Oratorien- wie als Liedersänger kam er zu einer Karriere auf internationaler Ebene mit Auftritten in der Schweiz (Zürich, Bern, Lausanne, Genf, Neuchâtel, Sion), in Paris, Nizza und Tours, in Bordeaux, Lyon und Monte Carlo, in Wien, Innsbruck und Kassel, in Venedig und Mailand, in Johannesburg, Kapstadt und Pretoria.

Schallplatten: Evasion, Erato (Madrigale von Monteverdi).

 

12.2. Ingus PĒTERSONS wird 60

 Er betätigte sich in seiner Heimat Lettland zuerst im Bereich der Pop- und Unterhaltungsmusik und trat in derartigen Programmen im lettischen Rundfunk wie im Fernsehen auf. Er ließ dann jedoch seine Stimme an der Musikakademie von Riga durch Karl Zarins ausbilden. 1985 debütierte er am Opernhaus von Riga als Lenski im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky. Er sang an diesem Haus dann Partien wie den Alfredo in »La Traviata«, den Herzog im »Rigoletto«, den Titelhelden im »Don Carlos« von Verdi und den Nemorino in »L’Elisir d’amore«. Er ergänzte seine Ausbildung durch weitere Studien in London und nahm an Meisterkursen bei Rudolf Knoll in Stockholm und Salzburg teil. Er war Preisträger bei Gesangwettbewerben in Prag (1989) und in London (Peter Pears-Concours 1990). 1987 trat er beim Wexford Festival und an der English National Opera London als Arturo in »La Straniera« von Bellini auf, 1988 an der Opera North Leeds als Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, 1990 am Stadttheater von Aachen als Alfredo in »La Traviata«. 1991 gastierte er an der Folkoperan Stockholm als Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach. 1991 wurde er an das Landestheater Kiel verpflichtet. 1995 hörte man ihn in Gelsenkirchen als Turiddu in »Cavalleria rusticana«. 1998 sang er am Opernhaus von Graz den Barinkay im »Zigeunerbaron« von J. Strauß. Aus seinem Bühnenrepertoire sind der italienische Sänger im »Rosenkavalier« und der Des Grieux in »Manon Lescaut« von Massenet nachzutragen.

Schallplatten: Discofil (Aufnahmen mit Lena Nordin zusammen).

 

12.2. Johannes KALITZKE wird 60

 Er studierte 1967-77 bei Jeanette Chéro Klavier und 1974-76 Kirchenmusik in Köln; 1978-81 an der Musikhochschule Köln Klavier (bei Aloys Kontarsky), Dirigieren (Wolfgang von der Nahmer) und Komposition (York Höller), später elektronische Musik bei Ulrich Humpert. 1982/83 folgte ein Studienaufenthalt am Pariser IRCAM bei Vinko Globokar mit einem Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes. 1984-90 war er zunächst als Kapellmeister, dann als Chefdirigent am Gelsenkirchener Musiktheater im Revier tätig. 1986 übernahm er die Leitung des Forums für Neue Musik in der Nachfolge von Carla Henius, 1991 wurde er künstlerischer Leiter und Dirigent der musikFabrik. Seit 1996 lehrt er u. a. bei den Darmstädter Ferienkursen und leitet Dirigierseminare an verschiedenen Hochschulen und beim Dirigentenforum des Deutschen Musikrates. Kalitzke ist heute als Dirigent wie als Komponist international regelmäßiger Gast bei Ensembles und Orchestern der Festivals für zeitgenössische Musik und bei Opernhäusern wie etwa der Oper unter den Linden Berlin, dem Stuttgarter Opernhaus oder der Pariser Oper und den Salzburger Festspielen. Seit 2015 hat er eine Professur für Dirigieren an der Universität Mozarteum Salzburg inne. Seine erste Oper Bericht über den Tod des Musikers Jack Tiergarten wurde bei der Münchener Biennale 1996 aufgeführt; im Auftrag des Landes Schleswig-Holstein komponierte Kalitzke seine zweite Oper Molière oder die Henker der Komödianten (Uraufführung 1998 in Bremen, ebenso wie Inferno 2004). 2007 erhielt Kalitzke einen Opernauftrag für Die Besessenen nach Wirold Gombrowicz (Theater an der Wien). Die Uraufführung war dort am 19. Februar 2010. Sein nächstes Opernprojekt Pym nach E.A.Poe wurde 2016 in Heidelberg uraufgeführt. Kalitzke lebt als freischaffender Künstler in Köln und Wien, ist verheiratet mit Monika Kalitzke und hat zwei Kinder.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: https://www.johanneskalitzke.com/

 

12.2. Ettore BABINI wird 95

 Er studierte bei Vito Greco und bei Antonio Narducci in Mailand und debütierte in der Saison 1947-48 am Teatro Goldoni in Bagnocavallo in »Madame Butterfly«, sang 1949 am Theater von Faenza und trat bald erfolgreich an den großen italienischen Provinztheatern auf, u.a. am Teatro Petruzzelli Bari, am Teatro Comunale Piacenza (1951-52) und am Teatro Comunale Reggio Calabria (hier als Faust von Gounod). Gastspiele führten ihn nach Frankreich, Spanien und Portugal, in die Schweiz, nach Südamerika, Ägypten, und an die Covent Garden Oper London, wo er 1962 als Rodolfo in Puccinis »La Bohème« auftrat, auch an die Oper von Dublin. Seit 1959 sang er bis Mitte der sechziger Jahre an der Niederländischen Oper Amsterdam. Im Mittelpunkt seines Bühnenrepertoires standen die lyrischen Partien aus der italienischen Opernliteratur wie der Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, der Prinz in Rossinis »La Cenerentola«, der Lindoro in Rossinis »L‘Italiana in Algeri«, der Nemorino in »L‘Elisir d’amore«, der Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, der Ernesto in »Don Pasquale«, der Fernando in »La Favorita« von Donizetti, der Alfredo in »La Traviata«, der Pinkerton in »Madame Butterfly« und der Don Ottavio im »Don Giovanni«.

 

13.2. Der mexikanische Tenor César BALDENEGRO wird 70

 

13.2. Der mexikanische Bassist Rogelio VARGAS wird 80

 

14.2. Renée FLEMING wird 60

 Ihr Vater wie ihre Mutter waren Musiklehrer an einer High-School im Staats Pennsylvania; sie lernte frühzeitig Klavierspiel und trat zeitweilig als Vokalistin in einem Jazz-Ensemble auf. Dann erst begann sie das seriöse Musik- und Gesangstudium. Sie studierte an der Eastman School of Music New York und gewann ein Fulbright-Stipendium, mit dem sie in Deutschland in Frankfurt a.M. ihre Ausbildung vervollständigen konnte. 1985 gewann sie Gesangwettbewerbe in Belgien und in Salzburg, wo sie 1986 am Landestheater die Konstanze in der »Entführung aus dem Serail« sang. Weitere Studien fanden im American Opera Center und an der Juillard School of Music New York statt, vor allem bei Beverley Jones. Nachdem sie weitere Gesangwettbewerbe gewonnen hatte, vor allem 1988 die Metropolitan National Auditions und 1990 den Richard Tucker-Concours, kam es schnell zur Entwicklung einer großen, internationalen Karriere. Sie gastierte an der New York City Opera (1988 als Mimi in »La Bohème«, 1992 als Gräfin in »Le nozze di Figaro«) und am Opernhaus von Houston/Texas (1988 als Gräfin in »Le nozze di Figaro«, 1998 als Arabella in der gleichnamigen Oper von R. Strauss). An der Covent Garden Oper London debütierte sie 1989 als Dircé in Cherubinis Oper »Medée« und sang hier bis 2017 auch die Comtesse de Folleville in Rossinis »Il viaggio a Reims«, die Amelia in »Simon Boccanegra« von Verdi, die Marschallin im »Rosenkavalier«, die Rusalka in der gleichnamigen Oper von Dvorák, die Desdemona im »Otello« von Verdi, die Titelpartie in »Thais« von Massenet, die Violetta in »La Traviata« und die Gräfin im »Capriccio« von R. Strauss. Die Gräfin in »Le nozze di Figaro« sang sie auch beim Festival von Spoleto (1989) und am Teatro Colón Buenos Aires. 1990-91 hatte sie in Seattle und in Houston große Erfolge als Rusalka in der gleichnamigen Märchenoper von Dvorák. An der Pariser Oper debütierte sie 1991 als Gräfin in »Le nozze di Figaro« und sang hier 1996 die Donna Anna im »Don Giovanni« (in einer konzertanten Aufführung unter Georg Solti) und die Marguerite im »Faust« von Gounod, 1997 die Marschallin, 1997 und 2001 die Manon von Massenet, 1999 die Titelrolle in Händels »Alcina«, 2002 die Rusalka, 2004 die Gräfin im »Capriccio«, 2011 die Desdemona im »Otello« von Verdi und 2012 die Arabella. Bereits im März 1991 debütierte sie als Gräfin in »Le nozze di Figaro« an der Metropolitan Oper New York, an der sie seither in bisher 258 Vorstellungen auch die Pamina in der »Zauberflöte«, die Desdemona im »Otello« von Verdi, die Ellen Orford in »Peter Grimes« von B. Britten, die Fiordiligi in »Così fan tutte«, die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Rusalka, die Manon und die Susannah in den gleichnamigen Opern von Massenet und Carlisle Floyd, die Marschallin, die Donna Anna, die Arabella, die Imogene in Bellinis »Il Pirata«, die Titelpartien in Verdis »La Traviata« und Händels »Rodelinda«, die Tatjana im »Eugen Onegin«, die Titelpartien in »Thais« von Massenet und »Armida« von Rossini, die Gräfin im »Capriccio« und die Hanna Glawari in Lehárs »Die lustige Witwe« gesungen hat. Sie wirkte hier auch am 19.12.1991 in der Uraufführung der Oper »The Ghosts of Versailles« von John Corigliano (als Rosina) mit. 1996 sang sie bei einem Gastspiel der Metropolitan Oper an der Alten Oper in Frankfurt a.M. in einer konzertanten Aufführung die Ilia in »Idomeneo« von Mozart. An der Oper von San Francisco gastierte sie 1991-2016 als Gräfin in »Le nozze di Figaro«, als Salomé in »Hérodiade« von Massenet (als Partnerin von Plácido Domingo), als Rusalka, als Louise in der gleichnamigen Oper von G. Charpentier, als Marschallin und in der Titelpartie von Donizettis »Lucrezia Borgia«. Hier wirkte sie auch in den Uraufführungen der Opern »The Dangerous Liaisons« von Conrad Susa (am 10.9.1994 als Madame de Tourvel) und »A Streetcar Named Desire« von André Previn (am 19.9.1998 als Blanche DuBois) mit. Am Grand Théâtre Genf gastierte sie 1992 als Fiordiligi und 1993 als als Gräfin in »Le nozze di Figaro« sowie 2002 und 2012 mit Liederabenden. An der Mailänder Scala gastierte sie 1993 als Donna Elvira im »Don Giovanni« und 1998 als Lucrezia Borgia; 1999 und 2006 gab sie hier auch sehr erfolgreiche Konzerte. Beim Rossini Festival von Pesaro trat sie 1993 in der Titelrolle der Rossini-Oper »Armida« auf. An der Oper von Chicago sang sie 1993 die Titelrolle der Oper »Susannah« von C. Floyd, 1996 die Marguerite in Gounods »Faust«, 1998 die Gräfin in »Le nozze di Figaro«, 1999 die Titelrolle in der Händel-Oper »Alcina«, 2015 die Hanna Glawari. An der Wiener Staatsoper debütierte sie 1993 als Gräfin in »Le nozze di Figaro« und sang hier bis 2013 in insgesamt 26 Vorstellungen auch die Donna Elvira, das Sopran-Solo in Mahlers 2. Sinfonie, die Gräfin im »Capriccio« und die Marschallin. 1994 gastierte sie in San Diego als Tatjana. Bei den Bayreuther Festspielen hatte sie 1996 als Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg« einen großen Erfolg. Bei den Festspielen von Salzburg war sie 1997 und 2002 mit Liederabenden, 2007 mit den Vier letzten Liedern von R. Strauss und 2011 mit Orchesterliedern von R. Strauss erfolgreich; 2002 gastierte sie hier auch als Donna Anna. An der Bayerischen Staatsoper München gastierte sie als Marschallin und als Arabella. 2000 sang sie in der New Yorker Carnegie Hall (konzertant) die Lucrezia Borgia. Ebenfalls 2000 sang sie das Eröffnungskonzert im restaurierten großen Saal des »Palais voor Schone Kunsten« in Brüssel. 2014 sang sie bei den Osterfestspielen von Salzburg die Arabella von R. Strauss. Sie wirkte in konzertanten Aufführungen der Opern »Thaïs« von Massenet (Washington), »La finta giardiniera« von Mozart (Paris) und »La Dame blanche« von Boieldieu (Carnegie Hall New York) mit und sang auf der Opernbühne auch Partien wie die Micaela in »Carmen«, die Anne Trulove in »The Rake’s Progress« von Strawinsky und die Governess in »The Turn of the Screw« von B. Britten. Auch als Konzertsolistin kam sie zu einer Karriere auf internationalem Niveau. Sie sang die Sopransoli im Verdi-Requiem beim Festival von Spoleto und in München (2001), im Deutschen Requiem von Brahms in Houston und Wien, im Mozart-Requiem 1992 in Chicago. Die Sängerin, die zeitweilig mit Richard Lee Ross verheiratet war, hatte ihren Wohnsitz in New York.

Schallplatten: DGG (Blanche in »A Streetcar Named Desire« von André Previn; »The Ghosts of Versailles«; auch als Video), Sony (»Armida« von Rossini, Salomé in »Hérodiade« von Massenet), Decca (Fiordiligi in »Così fan tutte«, Mozart-Arien, Lieder von Schubert, Donna Anna im »Don Giovanni«, Titelrolle in »Rusalka« von Dvorák; Recital; Amerikanische Opernarien), RCA/BMG (Vier letzte Lieder und Orchesterlieder von R. Strauss).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: https://reneefleming.com/

 

14.2. Michel CORBOZ wird 85

Er besuchte zuerst in Freiburg (Schweiz) das Lehrerseminar und studierte dann am dortigen Konservatorium Gesang und Theorie sowie im Institut Ribaupierre in Lausanne Komposition. 1961 gründete er das Ensemble vocal et instrumental de Lausanne, dessen Leiter er auch ist und mit welchem er zahlreiche Konzerte im In- und Ausland gegeben sowie Plattenaufnahmen gemacht hat.

 

14.2. Karel HANUŠ wird 90

 Gesangstudium bei der Pädagogin Jítka Svabodá in Ustí nad Labem (Aussig). Sein Bühnendebüt fand 1957 am Theater von Liberec (Reichenberg) in der Rolle des Wassermanns in »Rusalka« von Dvorák statt. Er wurde dann an das Opernhaus von Brno (Brünn) und schließlich an die Nationaloper Prag verpflichtet, an der er eine lange, erfolgreiche Karriere hatte. Aus seinem umfangreichen Repertoire für die Bühne sind zu nennen: der Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, der König Heinrich im »Lohengrin«, der Malina in Smetans »Das Geheimnis« (»Tajemství«), der Benes in »Dalibor«, ebenfalls von Smetana, der Zaccaria in Verdis »Nabucco«, die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«, der Nick Shadow in »The Rake’s Progress« von Strawinsky und der Colline in »La Bohème« von Puccini. Neben seinem Wirken auf der Bühne hatte er eine zweite, gleichwertige Karriere als Konzert- und Oratorienbassist. In einem Film übernahm er die Rolle des Rarach in »Die Teufelswand« (»Certova Stena«) von Smetana.

Supraphon-Schallplatten.

 

15.2. Hans GRAF wird 70

Er lernte als Kind Klavier und studierte an der Musikhochschule Graz Klavier und Dirigieren (Abschluss 1971). Danach besuchte er Meisterkurse bei Franco Ferrara in Siena und Hilversum sowie bei Sergiu Celibidache in Bologna und studierte ein Jahr am Konservatorium Leningrad bei Arvids Jansons (Staatsstipendium). 1979 gewann er den ersten Preis beim Karl-Böhm-Wettbewerb in Salzburg. 1980 debütierte er bei den Wiener Symphonikern sowie 1982 an der Wiener Staatsoper (1982-95 insgesamt 48 Vorstellungen der Opern Lucia di Lammermoor, Il barbiere di Siviglia, Rigoletto, Simon Boccanegra, Die Zauberflöte und Don Giovanni). In den 1980er Jahren folgten Engagements an Opernhäusern in München, Paris (1984-85 Die Entführung aus dem Serail und Il barbiere di Siviglia), Rom, Berlin, bei den Salzburger Festspielen (1987 eine szenische Aufführung von Franz Schmidts Das Buch mit sieben Siegeln und Fürst von Salzburg – Wolf Dietrich von Gerhard Wimberger, am 15.8.1991 die Uraufführung der Oper Mozart in New York von Helmut Eder, 2013 Die Entführung aus dem Serail sowie viele Konzerte seit 1982), Maggio Musicale Fiorentino, Aix-en-Provence, Savonlinna und 1987 das Debüt mit den Wiener Philharmonikern. Er arbeitet seit den 1990er Jahren hauptsächlich in den USA. Neben einer seit 1995 bestehenden Zusammenarbeit mit dem Boston Symphony Orchestra folgten Auftritte mit Cleveland Orchestra, Philadelphia Orchestra, New York Philharmonic, Pittsburgh Symphony Orchestra und Los Angeles Philharmonic. Er war 1984-94 Chefdirigent des Mozarteum Orchesters Salzburg und des Salzburger Landestheaters, an dem er dreißig Opernpremieren leitete. Danach war Graf Chefdirigent des Orquestra Sinfónica de Euskadi (1994–96), des Calgary Philharmonic Orchestra (1994–2002), des Orchestre National Bordeaux Aquitaine und der Opéra National de Bordeaux (1998–2004), sowie des Houston Symphony (2001–13). 2011 und 2013 dirigierte er das seit 2006 alljährlich stattfindende Konzert am Nationalfeiertag in Wien. Im Sommer 2013 kehrte er mit drei Programmen zu den Salzburger Festspielen zurück. 2013–15 war er Professor für Orchesterdirigieren an der Universität Mozarteum Salzburg. 2017 trat er bei den Sommerfestivals in Tanglewood und Aspen auf.

 

16.2. Gloria BANDITELLI wird 65

Die junge italienische Sängerin erregte erstes Aufsehen, als sie in einer Rundfunksendung der RAI Neapel in A. Sacchinis Oper »Fra‘ Donato« mitwirkte. 1980 sang sie in Siena in »La Rappresentazione di Anima e di Corpo« von E. de Cavalieri, 1982 am Teatro Valle Rom in der Wiederaufführung der vergessenen Barock-Oper »Dafne« von Marco di Gagliano, in der sie die Titelrolle übernahm. An der Mailänder Scala debütierte sie 1982 als Tisbe in Rossinis »La Cenerentola« und sang an diesem Haus in weiterer Folge 1982 und 1987 die Emilia in Verdis »Otello«, 1983 die Aspasia in Rossinis »La pietra del paragone«, 1984 die Berta im »Barbier von Sevilla«, 1986 die Stimme des Falken in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss und die Teresa in Bellinis »La Sonnambula«, 1987 und 1989 die Marcellina in »Le nozze di Figaro«, 1988 die Ernestina in Rossinis »L’occasione fa il ladro«, 1988-89 die Tkatschicha in Rimsky-Korssakows »Das Märchen vom Zaren Saltan«, 1989 die Ninetta in Verdis »I Vespri Siciliani«, 1992 mehrere Partien in einer konzertanten Aufführung der Oper »L’Enfant et les sortilèges« von M. Ravel, 1992 und 1998 den Musico in Puccinis »Manon Lescaut«, 1993 die Fatima im »Oberon« von C.M. von Weber und 1997 die Zaida in Rossinis »Il Turco in Italia«. Sie spezialisierte sich überhaupt auf die Vokalmusik der Barock-Epoche und trat beim Festival Früher Musik in Innsbruck 1983 in »Il Tito« von Cesti (in der Titelpartie), 1984 in »Rodrigo« von Händel (ebenfalls in der Titelpartie), 1988 in »Giasone« von Cavalli (als Medea), 1989 in »Flavio« von Händel (als Teodota) und 1991 in »Serse« von Händel (als Amastris) auf. 1984 gastierte sie am Teatro Carignano Turin wieder in »Tito« von Cesti, auch 1984 am Teatro Comunale Bologna in Glucks »Armida« (dort 1991 als Maria in Rossinis »Mosè in Egitto«). 1985 sang sie am Teatro Fenice Venedig, 1986 beim Rossini Festival in Pesaro die Zaida, 1986 in Jesi die Emirena in »Adriano in Siria« von Pergolesi. 1987 gastierte sie am Teatro Comunale Ferrara. Beim Festival der Frühen Musik in Utrecht gastierte sie 1988 wieder in »Giasone« von Cavalli, in Montpellier 1989 als Orpheus von Gluck, am Théâtre des Champs-Élysées Paris 1990 in »Giasone«. Weitere Gastspiele erfolgten in Treviso (1988), in Monte Carlo (konzertante Aufführung von Händels »Flavio« 1990), an der Oper von Rom (1996 als Ragonde in Rossinis »Le Comte Ory«) und an der Oper von Antwerpen (1990). 1993-94 gastierte sie an der Wiener Staatsoper als Marcellina in »Le nozze di Figaro«. 1997 sang sie am Teatro Comunale Bologna den Pierotto in »Linda di Chamounix« von Donizetti. Beim Maggio Musicale Fiorentino sang sie 1999 die Ericlea in Monteverdis »Il ritorno d’Ulisse in patria«, am Teatro Comunale Florenz 2000 die Larina im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, beim Festival von Beaune trat sie in Monteverdis »L‘Orfeo« und »L’Incoronazione di Poppea« auf, beim Maggio Musicale Fiorentino 2001 in »Dido and Aneas« von H. Purcell. Auch als Konzertsolistin kam sie zu einer großen Karriere; am 5.12.1991 sang sie zum 200. Todestag von Mozart im Wiener Stephansdom das Alt-Solo in seinem Requiem.

Schallplatten: Decca (Berta im »Barbier von Sevilla«) EMI (»I Vespri Siciliani«, »Le Cinesi« von Gluck), Harmonia mundi (»Le Cinesi« von Gluck, »Agrippina« von Händel, Medea in »Giasone« von Cavalli), Hungaroton (»Juditha triumphans« von Vivaldi), Bongiovanni (»Il vecchio avaro« von Francesco Gasparini, »Adriano in Siria« von Pergolesi, »Il Marito giocatore« von Giuseppe Maria Orlandini), Tactus (Kantaten von A. Scarlatti und Bononcini), Quintana (»Debora« von Gregor Joseph Werner), Nuova Era (Penelope in »Il ritorno d’Ulisse in patria« von Monteverdi), Arts (»Il matrimonio segreto« von Cimarosa, »Nina« von Paisiello, Titelrolle in »Euridice« von Peri), Naxos (»Il combattimento di Tancredi e Clorinda« von Monteverdi), Opus (»Arie e duetti d‘ amore« von Händel mit Sandrine Piau, Rosalia in »La colomba ferita« von Francesco Provenzale), BMG-Ricordi (Amaranta in »La Molinara« von Paisiello), K 617 (Sylvia und Messagiera in »L‘Orfeo« von Monteverdi, Penelope in dessen »Il ritorno d’Ulisse in patria«), Virgin (Titelrolle in »Rodrigo« von Händel), DGG (Musico in »Manon Lescaut« von Puccini), Chandos (Fedra in »Arianna« von Benedetto Marcello), Lydia (»La Silvia« von A. Vivaldi).

 

16.2. Sigiswald KUIJKEN wird 75

Seine Ausbildung erhielt er an den Konservatorien von Brügge und dann in Brüssel bei Maurice Raskin. Hier lernte er seine spätere Frau Marleen Thiers kennen, die zuerst bei Arthur Grumiaux und später ebenfalls bei Raskin studierte. Kuijken erhielt 1964 sein Abschlussdiplom. Bereits in der Studienzeit war er mit seinen beiden Brüdern 1960-71 Mitglied des durch Pierre Bartholomée gegründeten Ensemble Musiques Nouvelles. Bereits im Alter von sieben Jahren hatte er den ersten Kontakt mit Instrumenten der Renaissancezeit, deren Faszination ihn nicht mehr losließ. So erlernten die beiden Brüder Wieland und Sigiswald autodidaktisch das Gambenspiel. Nach dem Studium waren beide Brüder Mitglieder des Alarius Ensemble (Brüssel), welches sich zuerst zeitgenössischer Musik widmete, aber 1964–72 vermehrt mit Schallplatten- und Rundfunkaufnahmen mit Werken aus dem 17. und frühen 18. Jahrhundert auf sich aufmerksam machte. Während dieser Zeit, verstärkt ab 1969, begann Kuijken die alten Techniken des Violinspiels im Selbstversuch wiederzuentdecken. 1971-96 war er Professor für Barockvioline am Koninklijk Conservatorium Den Haag. In dieser Zeit brachte er zahllosen Violinisten die wiederentdeckten Techniken bei. Zeitgleich wirkte er mehrfach als Dirigent bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. 1972 stellte Kuijken auf Ersuchen von Gustav Leonhardt, der im Auftrag der „Deutschen Harmonia Mundi“ ein größeres Ensemble, welches auf Originalinstrumenten oder getreuen Kopien musizieren konnte, für eine Aufnahme der Oper Bourgeois Gentilhomme von Jean-Baptiste Lully, dies war die Geburtsstunde des Ensembles La Petite Bande. Neben Konzerten, die ihn rund um den Globus führten, ist er in zahlreichen Einspielungen mit Gustav Leonhardt und Robert Kohnen als Cembalisten vertreten sowie mit seinem Orchester. Schwerpunkt seines Wirkens ist die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts von deutschen, italienischen und französischen Komponisten, wie Georg Muffat, Johann Sebastian Bach, Arcangelo Corelli, Jane-Baptiste Lully, Jean-Philippe Rameau, Francois Couperin und Wolfgang Amadeus Mozart. Er tritt auch regelmäßig mit seinen beiden Brüdern Wieland Kuijken (Viola da gamba, Cello) und Barthold Kuijken (Traversflöte) auf, die auf ihren Instrumenten ebenfalls international bekannte Virtuosen sind. Zum Familienensemble gehört neben seiner Frau inzwischen die zweite Generation mit Marie, Piet und Sara Kuijken. 2004 setzte Kuijken erstmals ein Violoncello da spalla ein, welches auf seine Anregung hin durch den Musiker und Geigenbauer Dmitry Badiarov nach historischen Beschreibungen und Abbildungen hergestellt wurde. Von 1993 bis zu seiner Pensionierung 2009 unterrichtete Kuijken Barockvioline an der niederländischsprachigen Abteilung des Königlichen Konservatoriums in Brüssel. Das seit 1986 bestehende Kuijken-Quartett, in dem neben Familienmitgliedern auch Geiger wie Ryo Terakado oder Francois Fernandez mitwirken, erarbeitete sich inzwischen ein romantisches Repertoire. Neben seinen hauptamtlichen Tätigkeiten als Dozent hatte er Gastprofessuren am Londoner Royal College of Music, an der Universität Salamanca, an der Accademia Musicale Chigiana, am Conservatoire de Musique de Genève und an der Musikhochschule Leipzig. 2005-12 macht er, von der von Joshua Rifkin aufgestellten These ebenfalls überzeugt, dass Bach seine Kantaten, Motetten, Passionen und Messen nur mit einem Vokalquartett besetzte, Tonträgeraufnahmen mit der kleinen Chorbesetzung von vier Sängern. Auf dem Wege zur Verbreitung der historischen Aufführungspraxis hat er, ab 1968 als Autodidakt beginnend, die Violine ohne Stütze und Kinnhalter frei auf die Schulter gelegt und durch die so erreichte freie Spieltechnik, Meilensteine zur Wiederentdeckung eines „authentischen Klangbildes“ bei der Barockvioline gesetzt. Sigiswald Kuijken ist im Gegensatz zu einigen anderen Lehrmeinungen, ein überzeugter Verfechter dieser „Chin-off“-Praktik. Wie seine Kollegen Franzjosef Maier und Reinhard Goebel in Köln sowie Eduard Melkus in Wien und Marie Leonhardt in Den Haag, förderte er bereits früh die Heranbildung einer neuen Generation professioneller Barockgeiger. Am 2. Februar 2007 erhielt Kuijken die Ehrendoktorwürde der Katholieke Iniversiteit Leuven. Im Februar 2009 wurde ihm der mit 20.000 € dotierte Kulturpreis der Flämischen Gemeinschaft verliehen.

16.2. Brian LARGE wird 80

Er war 1965-80 Chefopernregisseur der BBC, seit 1980 ist er Head of Media an der New Yorker Metropolitan Opera. Er hat zwei Emmys für TV Aufzeichnungen gewonnen, nämlich einen Outstanding Achievement Award 1991 für die Gala zum Silbernen Jubiläum der Met und einen 1992 für die Produktion der Tosca unter Zubin Mehta. Unter anderem hat Large bei den Aufzeichnungen des Ring-Zyklus in Bayreuth 1980, dem Video der Drei Tenöre (1990) und einigen Videos von Cecilia Bartoli Regie geführt. 1991-2009 und im Jahre 2011 führte er bei der Fernsehübertragung des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker die Bildregie. Large hat auch zwei Biographien, über Bedrich Smetana (1970) und Bohuslav Martinu (1976), verfasst.

 

18.2. Marek JANOWSKI wird 80

 Nach einem Dirigierstudium an der Kölner Musikhochschule (u. a. bei Wolfgang Sawallisch) begann sein Berufsweg als Korrepetitor und Kapellmeister in Aachen, Köln, Düsseldorf und Hamburg, bevor er Generalmusikdirektor des Philharmonischen Orchesters Freiburg (1973-75) und der Dortmunder Philharmoniker wurde (1975-79). 1984-2000 hatte er das Orchestre Philharmonique de Radio France zum Spitzenorchester Frankreichs entwickelt. Außerdem war er künstlerischer Leiter des Gürzenich-Orchesters in Köln (1986-90), der Dresdner Philharmonie (2001-03) und des Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo (2000-05). 2002-15 war er künstlerischer Leiter des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin und setzte mit diesem Orchester neue Standards im Bereich der konzertanten Oper; seine Einspielung von Wagners Ring des Nibelungen wurde international gefeiert. Janowski, der auch alle führenden amerikanischen Orchester dirigierte und seit den späten 1970er-Jahren an allen großen Opernhäusern regelmäßig zu Gast war, hat Wagners Ring-Zyklus 2016 und 2017 bei den Bayreuther Festspielen dirigiert, 2017 auch den Parsifal. Seine Aufführungen und Einspielungen der Werke von Brahms, Bruckner, Wagner, Strauss, Hindemith oder Henze werden international gefeiert und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

 

18.2. Aldo CECCATO wird 85

Er begann seine musikalische Ausbildung am Verdi-Konservatorium seiner Heimatstadt und studierte 1959-62 Dirigieren an der Hochschule für Musik in Westberlin. Mehrfach besuchte er Sommerkurse bei Sergiu Celibidache. An der Accademia Chigiana erhielt er ein Diplom im Klavierspiel. Zunächst trat Ceccato als Pianist auf. Im Jahre 1964 debütierte er als Dirigent mit einer Aufführung von Mozarts Don Giovanni am Teatro Nuovo von Mailand. Es folgten das Debüt an der Mailänder Scala (1967) und der Covent Garden Opera (1969). 1970-74 trat er als Gastdirigent mit dem New York Philharmonic Orchestra auf. 1973-77 war er Musikdirektor des Detroit Symphony Orchestra, danach bis 1983 Generalmusikdirektor des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg. 1985-89 war er Chefdirigent der Radiophilharmonie Hannover des NDR, daneben auch Chefdirigent und künstlerischer Leiter des Sinfonieorchesters Bergen in Norwegen (1985–90). Er leitete dann u. a. das Rundfunksinfonieorchester in Turin, das Spanische Nationalorchester in Madrid, die Tschechische Philharmonie in Brünn – mit der er vor Papst Johannes Paul II. das Oratorium Christus von Franz Liszt aufführte – und die Pomeriggi Musicali in Mailand. Als Gastdirigent trat Ceccato mit international bekannten Orchestern wie dem Boston Symphony Orchestra, dem Chicago Symphony Orchestra, dem Cleveland Orchestra und dem Philadelphia Orchestra, dem New York Philharmonic Orchestra, dem London Philharmonic Orchestra, den Berliner Philharmonikern, der Staatskapelle Berlin und der Staatskapelle Dresden, dem Israel Philharmonic Orchestra und dem NHK-Sinfonieorchester in Tokio auf. Ceccato leitete die Dirigierklasse an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Hamburg und gab Meisterklassen u. a. in Hannover, Santiago de Compostela, Bergen und Oxford. Er wurde mit einem Ehrendoktortitel der Eastern Michigan University (1976) und als Commendatore della Republica Italiana (1981) geehrt. Er ist Mitglied der Accademia di Santa Cecilia in Rom (seit 1981) und Ehrenmitglied der Dvořák-Gesellschaft in Prag.

 

18.2. Georges ATHANA wird 100

 Er konnte erst nach dem Zweiten Weltkrieg sein Gesangstudium bei A. Belliel in Paris zum Abschluss bringen. 1949 debütierte er am Opernhaus von Leipzig als Cavaradossi in »Tosca« und blieb bis 1952 an diesem Haus engagiert. 1952-53 sang er am Staatstheater von Braunschweig und wurde dann 1953 an das Opernhaus von Köln verpflichtet, an dem er bis 1956 eine sehr erfolgreiche Karriere hatte. Er trat hier wie bei Gastspielen, die ihn u.a. an die Staatsopern von Berlin, Dresden und Wien (1955 als Pinkerton in »Madame Butterfly«) führten, in Partien aus dem italienischen Stimmfach auf, als Des Grieux in »Manon Lescaut« von Puccini, als Rodolfo in »La Bohème«, als Herzog im »Rigoletto«, als Alfredo in »La Traviata« und als Faust von Gounod. In den Jahren 1961-63 war er dann beim Schleswig-Holsteinischen Landestheater in Rendsburg, einer Wanderbühne, tätig. Er ist auch unter dem Namen Georges Athana-Pappas aufgetreten.

 

19.2. Dominique PROBST wird 65

Der Sohn der Schauspielerin Gisèle Casadesus studierte am Conservatoire de Paris, wo er 1978 den ersten Preis im Fach Schlagzeug gewann. Im Folgejahr erhielt er den Kompositionspreis der Fondation Lili Boulanger. Seit 1973 ist Probst Soloschlagzeuger beim Orchestre Colonne. Außerdem unterrichtet er am Konservatorium von Levallois-Perret und war 1978-2000 Professor am Conservatoire de Paris. 2009 gab er eine Meisterklasse an der Universität von Boulder/Colorado. 1986 verlieh ihm die Académie des Beaux-Arts für seine Oper Maximilian Kolbe nach einem unveröffentlichten Buch von Eugène Ionesco mit dem Kompositionspreis Marcel Samuel-Rousseau. Das Werk wurde für das Fernsehen verfilmt und erhielt 1990 den Preis Talents Nouveaux Musique der Société des Auteurs et Compositeurs Dramatiques und 1991 den Orphée d’Or der Académie Nationale du Disque Lyrique. Seine zweite Oper La petite sirène nach einem Libretto von Marguerite Yourcenar wurde 1993 uraufgeführt. Auf einer Reise durch Australien und Vietnam entstand nach einem Libretto von Duong Le Quy die Oper Motherland, die 2002 bei Festival von Melbourne uraufgeführt und mit dem Prix Musique Paul-Louis Weiller des Institut de France ausgezeichnet wurde. 2004 fand die Uraufführung seiner Symphonie des Bulles mit 450 internationalen Instrumentalisten und Choristen statt. Mehrere Jahre stand seine L’Ile de Lumière auf dem Spielplan des Orchestre Colonne, 2007 wurde das Werk vom Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo und dem Orchestre de Picardie gespielt. Im gleichen Jahr fand beim Festival Solstice d’hiver in Alençon unter Leitung von Martin Moulin die Uraufführung seines Te Deum statt. Probst wurde als Chevalier des Arts et des Lettres ausgezeichnet.

 

19.2. Penelope WALMSLEY-CLARK wird 70

 Nach ihrem Studium am Royal College of Music in London begann sie 1977 in England eine Konzertkarriere. Sie erregte als Bühnensängerin erstes internationales Aufsehen, als sie 1987 an der Londoner Covent Garden Oper die Königin der Nacht in der »Zauberflöte« sang. In dieser Partie trat sie dann auch 1987 am Grand Théâtre Genf, 1989 an der English National Opera London und 1990 am Opernhaus von Köln auf. 1988 hörte man sie bei den Festspielen von Glyndebourne als Mrs. Frestln in der zeitgenössischen Oper »The Electrification of the Soviet Union« von Nigel Osborne, und sie gastierte in dieser Oper anschließend auch in Berlin. 1988 wirkte sie an der Covent Garden Oper, 1991 an der Opéra Bastille Paris in der englischen wie in der französischen Erstaufführung der Oper »Un Re in ascolto« unter der Leitung des Komponisten L. Berio mit. Im Wiener Konzerthaus (1987) wie in der Royal Festival Hall London sang sie in konzertanten Aufführungen einer weiteren modernen Oper, »Le grand Macabre« von Ligeti. In der City Hall London hörte man sie als Solistin im Deutschen Requiem von J. Brahms; zusammen mit dem London Symphony Orchestra trat sie in den »Carmina Burana« von C. Orff auf, in Liverpool in Mendelssohns »Elias«, im englischen Rundfunk BBC in »Moses und Aron« von Schönberg (1988). Am Teatro Fenice Venedig gastierte sie in »Elegy for young Lovers« von H.W. Henze. An der Covent Garden Oper nahm sie an der Uraufführung der Oper »Gawain« von Harrison Birtwistle teil (30.3.1991), bereits 1990 in der English National Opera in der Uraufführung von Robert Holloways »Clarissa«. Dort sang sie 1995 die Donna Anna im »Don Giovanni«. Bei der Scottish Opera Glasgow gastierte sie 1994 in der Titelrolle von Donizettis »Maria Stuarda«, 1995 als Leonora in Verdis »La forza del destino«, 1996 als Leonora im »Troubadour« und 1997 als Norma. Sie wirkte in München in der Uraufführung von Roderick Watkins Oper »The Juniper Tree« mit. Sie gab Konzerte in Frankfurt a.M. und Berlin, in Wien und Salzburg (1988 in »Instant Remembered« von E. Krenek), in der CSR und in Russland. Dabei trat sie gern in zeitgenössischen Werken vor ihr Publikum.

Schallplatten: Wergo (»Le grand Macabre«, »Akanthos« von Xanekis), Chandos (»Hathor-Suite« von Bergman, Werke von Holloway, »Gawain« von H. Birtwistle).

 

19.2. Fabio VACCHI wird 70

Er studierte bei Giacomo Manzoni, Franco Donatoni und Tito Gotti. 1974 besuchte er Kurse am Berkshire Music Center in Tanglewood/USA. Er gewann den „Koussevitzky Prize in Composition“. Für seine Soupirs de Genève für elf Solostreicher bekam er 1976 den ersten Preis beim Gaudeamus Wettbewerb in den Niederlanden. 1979 und 1981 widmete die Biennale Venedig seinem Werk Sonderkonzerte. 1982 wurde beim Musikfest Florenz seine erste Oper Girotondo, nach einem Text von Arthur Schnitzler, uraufgeführt. 1990 brachte das Teatro Comunale von Bologna seine Oper Il Viaggio zur Uraufführung. 1993 folgte in Lyon La Station thermale, nach einem Stück von Carlo Goldoni. Im Dezember 1995 dirigierte Vacchi seine Pantomime Faust, nach Heinrich Heine am Teatro Comunale Bologna. 1998 führten die Lyon National Opera und das Teatro Comunale Bologna seine Oper Les Oiseaux de Passage auf. Für die Saison 2005/06 bekam Vacchi von der Mailänder Scala den Auftrag für Teneke, nach einem Text des türkischen Schriftstellers Yashar Kemal. Von den Opernhäusern Madrid und Lissabon wurde ihm die Aufgabe anvertraut, ein bisher unveröffentlichtes Opernfragment von Manuel de Falla, El Fuego Fatuo, zu vervollständigen. Zweimal ehrten die Salzburger Festspiele Vacchi mit der Vergabe von Auftragswerken: Im Juli 2000 spielte das Orchestre de Paris unter Ivan Fischer im Kleinen Festspielhaus Tre veglie für Mezzosopran, Violoncello und Orchester. Im August 2006 brachten im Großen Festspielhaus die Wiener Philharmoniker unter Riccardo Muti Giusta Armonia zur Uraufführung. Von Vacchis Instrumentalwerken sind hervorzuheben: Luoghi Immaginari (1987-92), die Kantate Sacer Sanctus für Chor und Instrumente (1997) und Notturno concertante für Gitarre and Orchester (1994). 2001 komponierte Vacchi die Filmmusik zu Il mestiere delle armi von Ermanno Olmi. Er bekam dafür den „David di Donatello“-Preis.

 

19.2. Wladimir ATLANTOW wird 80

 Sein Vater Andrej Atlantow (1906-71) war als Bassist am Opernhaus von Leningrad engagiert, seine Mutter wirkte in der gleichen Stadt als Operettensängerin. Er besuchte die Musikhochschule und seit 1957 das Konservatorium von Leningrad, wo er Schüler von N. Bolotina und von P.G. Tichonow war. 1963 wurde er an die Oper (Kirow-Theater) von Leningrad engagiert, studierte dann aber nochmals 1963-65 bei Barra in Mailand. 1966 Gewinner des Tschaikowsky-Wettbewerbs in Moskau, 1967 Sieger bei Wettbewerben in Sofia und Montreal. Seine Karriere in Leningrad gestaltete sich sehr erfolgreich, und nach einem Gastspiel am Bolschoi Theater von Moskau 1967 wurde er 1968 als Mitglied in das Ensemble dieses Opernhauses berufen. Seither war er einer der führenden russischen Tenöre seiner Generation. Als seine besonderen Glanzrollen galten der Lenski im »Eugen Onegin« und der Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky. Dazu beherrschte er jedoch das italienische Repertoire, in erster Linie Partien wie den Cavaradossi in »Tosca«, den Titelhelden in Verdis »Don Carlos«, den Radames in »Aida« und den Canio im »Bajazzo«. 1969 hörte man ihn bei den Festspielen von Wiesbaden als Don José in »Carmen«, als Don Carlos und als Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera«; 1987 sang er dort den Dimitrij im »Boris Godunow«. 1971 gastierte er mit dem Ensemble des Bolschoi Theaters an der Wiener Staatsoper als Hermann mit sensationellem Erfolg. 1972-95 gastierte er dann regelmäßig an der Wiener Staatsoper (als Cavaradossi, als Don José, als Pinkerton in »Madame Butterfly«, als Dimitrij, als Posa (!) in Verdis »Don Carlos«, als Luigi in Puccinis »Il Tabarro«, als Otello von Verdi, als Canio, als Andrei Chowanski in »Chowanschtschina« von Mussorgski, als Lenski, als Samson in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns und als Hermann in mehr als 150 Vorstellungen). 1973 sang er mit dem Ensemble des Bolschoi Theaters an der Mailänder Scala den Lenski, den Wladimir in Borodins »Fürst Igor« und den Titelhelden in Prokofjews »Semjon Kotko«. An der Mailänder Scala sang er dann auch 1974 das Tenor-Solo im Verdi-Requiem und den Cavaradossi, 1990 den Hermann in »Pique Dame« und 1993 den Canio. 1974 gastierte er sehr erfolgreich an der Deutschen Oper Berlin als Cavaradossi. 1975 erregte er bei einem Gastspiel des Bolschoi Theaters in New York Aufsehen. 1980 sang er an der Münchner Staatsoper erstmals den Titelhelden in Verdis »Otello«, ebenfalls eine seiner großen Partien, die er u.a. 1987 an der Covent Garden Oper London, 1988 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, 1993 beim Festival von Orange, 1995 an der Opera Pacific in Costa Mesa vortrug. An der Pariser Oper gastierte er 1981 als Don José, 1991 als Samson und 1992 als Otello von Verdi. 1985 hörte man ihn bei den Festspielen von Ravenna als Canio. 1990 trat er bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom wieder als Canio auf, 1991 in Amsterdam als Andrej in Tschaikowskys »Mazeppa«, 1992 in Boston als Hermann. 1993 debütierte er als Canio an der Metropolitan Oper New York, an der er dann bis 1994 in insgesamt 18 Vorstellungen auh den otello gesungen hat. – Die dramatische Kraft und der metallische Glanz seiner Tenorstimme wurden im heldischen Repertoire immer wieder bewundert.

Schallplatten der staatlichen sowjetrussischen Plattenproduktion Melodiya, darunter mehrere integrale Opern (»Fürst Igor«, »Eugen Onegin« als Partner von Galina Wischnewskaja, »Francesca da Rimini« von Rachmaninow, »Jolanthe« von Tschaikowsky, »Der steinerne Gast« von Dargomyschki), davon manches auf Eurodisc (»Ruslan und Ludmilla« von Glinka, Dimitrij im »Boris Godunow«, Wladimir in »Fürst Igor« von Borodin) übernommen. Auf letzterer Marke auch als Canio im »Bajazzo« zu hören. Auf Gala als Luigi in »Il Tabarro« von Puccini. Warner-Video (Titelrolle in Verdis »Otello«, Verona 1982). – Der Vater des berühmten Tenors Andrej Atlantow singt eine kleine Partie in einer Gesamtaufnahme von »Chowanschtschina« auf Melodiya.

 

20.2. Francesco PICCOLI wird 60

Er erhielt seine Ausbildung zum Sänger am Konservatorium von Verona, die er dort 1987 abschloß. Bereits zuvor hatte er im September 1986 am Teatro Sociale von Rovigo als Beppe in »Rita« von Donizetti debütiert. 1988 sang er am Teatro Municipale in Piacenza den Gabriello in »La cena delle beffe« von Giordano. Beim Rossini Festival in Pesaro sang er 1988 den Dogen in Rossinis Oper »Otello«, 1989 den Dorvil in »La scala di seta«, ebenfalls von Rossini, 1994 den Ormondo in Rossinis »L‘ Inganno felice«. 1989 sang er in Florenz in der Operette »Il Finanziere e il Ciabattino« von Offenbach, 1990 am Teatro Fenice Venedig den Ferrando in »Così fan tutte«. 1990 trat er am Theater von Savona als Achilles in der vergessenen Oper »Ecuba« von N.A. Manfroce, 1991 am gleichen Haus als Alfredo in »La Traviata« auf. 1990 debütierte er als Arbace in Mozarts »Idomeneo« an der Mailänder Scala, an der dann auch 1992 den Lorenzo in »Fra Diavoplo« von Auber, 1996 den Hylas in »Les Troyens« von Berlioz und den Rinuccio in »Gianni Schicchi«, 1997 den Albazar in Rossinis »Il Turco in Italia« gesungen hat.  1992 gastierte er bei den Festspielen von Schwetzingen in dem Pasticcio »Il Barbiere di Salisburgo«. Am Grand Théâtre Genf gastierte er 1992 als Filipeto in E. Wolf-Ferraris »I quattro rusteghi«, 1996 als Beppe im »Bajazzo« sowie 1996 und 2000 als Pedillo in der »Entführung aus dem Serail«. 1993 hörte man ihn am Teatro Comunale Bologna in Monteverdis »L‘Incoronazione di Poppea« und als Rinuccio in »Gianni Schicchi« von Puccini, 1993 am Teatro Regio Turin als Arturo in »Lucia di Lammermoor« von Donizetti, in Palermo in der Operette »Cin-ci-la« von Lombardo & Ranzato, am Teatro Verdi Triest als Alfredo in »La Traviata«, am Teatro San Carlo Neapel in »Il mondo della luna« von J. Haydn, bei den Festspielen von Verona 1993 und 1995 als Beppe im »Bajazzo«. 1995 gastierte er am Teatro Regio Turin in »Gianni Schicchi«, bei der Glyndebourne Touring Opera als Rodolfo in »La Bohème«, 1996 wieder am Teatro Regio Turin als Pinkerton in »Madame Butterfly«, 1997 in Catania als Goffredo in der Händel-Oper »Rinaldo«. Er sang in Lucca den Raimondo in der zeitgenössischen Oper »I due Timidi« von Nino Rota, in Vicenza den Mercurio in »La Calisto« von Cavalli, in Neapel den Paolino in Cimarosas »Il matrimonio segreto«. 1998 gastierte er in London (bei der Covent Garden Oper in der dortigen Albert Hall) als Prunier in Puccinis »La Rondine«. Bei den Aufführungen von Puccinis »Turandot« in der »Verbotenen Stadt« in Peking wirkte er 1998 als Pang mit (Mitschnitt auf RCA/BMG). 1999 hörte man ihn am Teatro Regio Turin als Alfredo in »La Traviata«, 2000 am Teatro Bellini Catania als Beppe im »Bajazzo«. 2001 gastierte er als Alfredo in »La Traviata« an der Wiener Staatsoper. 

Schallplatten: Bongiovanni (»L‘ Ebreo« von Apolloni, »Ecuba« von Nicola Antonio Manfroce), Decca (Albazar in Rossinis »Il Turco in Italia«, Kantaten von Rossini), RCA/BMG (Gaspard in »La Favorite« von Donizetti).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://francescopiccoli.interfree.it/

 

20.2. Riki TUROFSKY wird 75

 Die Künstlerin, deren eigentlicher Name Rita Nan Turofsky war, absolvierte ein sehr gründliches Musik- und Gesangstudium an der Universität von Toronto, an der Academy of the West in Santa Barbara (Kalifornien) und in den Opernschulen der Opern von Vancouver und San Francisco. 1970 debütierte sie an der Oper von Vancouver als Page Oscar in Verdis »Un ballo in maschera«. Nachdem sie zu den Preisträgern eines internationalen Gesangwettbewerbs in Toronto gehört hatte, kam sie zu einer erfolgreichen Karriere als Koloratursopranistin, vor allem in Kanada an den Opernhäusern von Toronto und Vancouver. Sie gastierte u.a. in Kansas City, in Houston/Texas und an weiteren Bühnen in Nordamerika. Dabei hörte man sie in Partien wie der Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, der Susanna in »Le nozze di Figaro«, der Zerline im »Don Giovanni«, der Olympia in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach, der Gilda im »Rigoletto« und der Marie in der Donizetti-Oper »La Fille du Régiment«. 1975 wirkte sie an der Oper von Toronto in der Uraufführung der Oper »The Glove« von Polgar mit; diese Aufführung wurde vom Kanadischen Fernsehen aufgezeichnet. Sie kam auch als Konzert- und Oratoriensängerin zu einer belangreichen Karriere.

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.riki-turofsky.com/

 

20.2. Margaret KINGSLEY wird 80

 Sie erhielt ihre Ausbildung am Royal College of Music London. Sie debütierte bei den Festspielen von Glyndebourne 1966 in der Partie der 1. Dame in der »Zauberflöte«. Anschließend sang sie bei der Glyndebourne Touring Opera 1968 die Donna Elvira im »Don Giovanni« und 1969 die Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«. Bereits 1968 sang sie an der Salers’s Wells Opera die Ariadne in »Arioadne auf Naxos« von R. Strauss. Sie hatte dann eine erfolgreiche Karriere an den großen englischen Theatern, an der Covent Garden Oper London (u.a. 1971 als Brünnhilde in der »Walküre«), an der English National Opera London (hier 1983-84 als Amneris in »Aida«, als Marina im »Boris Godunow«, als Achrossimowa in »Krieg und Frieden« von Prokofjew und als Mrs. Grose in »The Turn of the Screw« von Benjamin Britten), bei den Festspielen von Edinburgh und an der Scottish Opera Glasgow (1971-72 Brünnhilde in der »Walküre«, 1972 Cassandre in »Les Troyens« und 1974 Leonore im »Fidelio«). Internationale Gastspieltätigkeit mit Auftritten an den Staatsopern von Hamburg, München und Stuttgart, an den Staatstheatern von Karlsruhe und Hannover, bei den Festspielen von Wiesbaden, an der Königlichen Oper Stockholm, am Nationaltheater Prag, in Lyon, Neapel, Miami und Washington. Sie gastierte 1970 und 1972 am Théâtre de la Monnaie in Brüssel (in Wagner-Rollen), 1971 und 1972 an der Grand Opéra Paris (als Brünnhilde in der »Walküre«), 1971-73 an der Staatsoper Wien (als Brünnhilde in der »Walküre« und als Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«). Ihr Repertoire enthielt vor allem Partien für dramatischen Sopran, darunter auch Wagner-Heroinen (Brünnhilde, Gutrune). Zu nennen sind weiter die Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«, die Fiordiligi in »Così fan tutte«, die Elettra in Mozarts »Idomeneo«, die Giorgetta in »Il Tabarro« von Puccini, die Rezia im »Oberon« von Weber, die Eurydice in »Orfeo ed Euridice« von Gluck und die Dido in »Dido and Aeneas« von Purcell. Nicht weniger von Bedeutung war ihre Karriere als Konzertsopranistin. Sie lehrte als Professorin am Royal College of Music London.

 

20.2. Giorgio MERIGHI wird 80

 

Er erhielt seine Ausbildung am Conservatorio Rossini von Pesaro durch Melocchi, Frau Raggi Valentini und Leodino Ferri. Er debütierte 1962 beim Festival von Spoleto als Riccardo in Verdis »Maskenball«. Bereits 1964 debütierte er als Offizier in »Cardillac« von P. Hindemith an der Mailänder Scala, an der er dann u.a. auch 1964 als Malcolm in Verdis »Macbeth«, 1966 als Eumolpo in Strawinskys »Persephone« und als Pinkerton in »Madame Butterfly«, 1967 und 1975 als Rodolfo in »La Bohème«, 1967 und 1971 als Andrej Chowanski in »Chowanschtschina« von Mussorgsky, 1968 als Giglio in »I Capricci di Callot« von Malipiero, 1970 als Herzog im »Rigoletto« und 1972 als Riccardo in Verdis »Maskenball« auftrat. 1968 Sieger im internationalen Gesangwettbewerb von Bilbao. Es kam nun zu einer erfolgreichen Karriere an den führenden italienischen Operntheatern, u.a. an den Opernhäusern von Rom, Palermo, Neapel, Triest, Turin, Genua, bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom, bei den Festspielen von Macerata (1968, 1971-72), in der Arena von Verona (1974) und beim Maggio Musicale von Florenz. 1967 debütierte er als Pinkerton an der Wiener Staatsoper, an der er bis 1989 in insgesamt 40 Vorstellungen außerdem noch als Manrico im »Troubadour«, als Herzog im »Rigoletto«, als Riccardo, als Cavaradossi in »Tosca«, als Turiddu in »Cavalleria rusticana«, als Alvaro in Verdis »La forza del destino«, als Gabriele Adorno in Verdis »Simon Boccanegra«, als Enzo in Ponchiellis »La Gioconda« und als Radames in »Aida« aufgetreten ist. Weitere Gastspiele an der Deutschen Oper Berlin, an den Staatsopern von Hamburg, München (1987) und Stuttgart, in Brüssel, Lyon, Bordeaux, Marseille und Monte Carlo, am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, am Teatro San Carlos Lissabon, in Amsterdam, Frankfurt a.M., Düsseldorf-Duisburg (Deutsche Oper am Rhein) und Nizza. Am Grand Théâtre Genf sang er 1967 den Herzog im »Rigoletto«, 1970 den Riccardo und 1984 den Pollione in »Norma«. 1971 (Debüt als Riccardo) und 1974 zu Gast an der Covent Garden Oper London. Sein US-Debüt erfolgte 1970 in Dallas als Luigi in Puccinis »Il Tabarro«. 1972 war er an der Oper von Chicago als Alfredo in »La Traviata« und als Rodolfo in »La Bohème« anzutreffen, an der San Francisco Opera 1974 als Des Grieux in Puccinis »Manon Lescaut« und als Pinkerton sowie 1975 als Gabriele Adorno. 1977 Debüt an der Metropolitan Oper New York als Manrico. Hier sang er bis 1998 auch noch den Radames sowie den Luigi in insgesamt 26 Vorstellungen. Er sang 1985 bei den Festspielen von Wiesbaden den Herzog im »Rigoletto«. 1988 (und 1996) hörte man ihn am Teatro Massimo Palermo als Maurizio in »Adriana Lecouvreur« von Cilea, 1992 beim Puccini Festival in Torre del Lago als Cavaradossi, 1993 bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom als Radames. Im italienischen Fernsehen gestaltete er den Pinkerton in einer Aufnahme von Puccinis »Madame Butterfly«, den er dann auch 1993 in Hamburg sang. 1995 trug er (konzertant) in Montpellier den Pollione als Partner von Alessandra Marc vor, 1995 bei den Festspielen von Verona den Turiddu, ebenfalls 1995 an der Deutschen Oper Berlin den Andrea Chénier von Giordano, 1996 am Teatro Massimo Palermo den Maurizio, 1996 in der Arena von Verona den Ismaele im »Nabucco« von Verdi. 1997 gastierte er am Opernhaus von Toulouse als Luigi, bei den Festspielen in der Arena von Verona als Macduff in Verdis »Macbeth«, an der Oper von Monte Carlo als Gabriele Adorno. 1999 trat er am Teatro Comunale Modena als Lefebvre in »Madame Sans-Gêne« von Giordano (mit Mirella Freni in der Titelrolle) auf. 2000 hörte man ihn am Teatro Carlo Fenice Genua als Loris in »Fedora« von Giordano. Er zeichnete sich namentlich in Partien aus dem Bereich des italienischen Verismo aus und galt als hervorragender Darsteller.

Schallplatten: RAI, MRF (Mitschnitt einer Aufführung von Meyerbeers »Robert le Diable« vom Maggio Musicale Fiorentino 1968), Melodram (»Fra Diavolo« von Auber von 1965), Dynamic (Lefebvre in »Madame Sans-Gêne« von Giordano).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.giorgiomerighi.it/

 

21.2. Mária ZEMPLÉNI wird 70

 Sie absolvierte ihr Musik- und Gesangstudium 1968-75 an der Budapester Musikakademie, wo Jenö Sipos ihr hauptsächlicher Lehrer war. 1975 debütierte sie an der Nationaloper von Budapest, an der sie seitdem eine große Karriere entwickelte. Sie sang dort u.a. in den Uraufführungen der Opern »Csongor und Tünde« von Attila Bozay (1985) und »Ein Herr aus Venedig« (»Egy úr Velencéböl«, 1991) von Ferenc Farkas. Sie gab auch Gastspiele im Ausland, hier jedoch in erster Linie als Konzert- und Oratoriensängerin. Von ihren Bühnenpartien seien die Pamina in der »Zauberflöte«, der Cherubino in »Figaros Hochzeit«, die Norina im »Don Paquale«, die Mimi wie die Musetta in »La Bohème«, die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Micaela in »Carmen«, die Salome in der gleichnamigen Richard Strauss-Oper und die Giorgetta in »Il Tabarro« von Puccini genannt. Sie nahm an zahlreichen Rundfunk- und Fernsehsendungen teil.

Schallplatten: Hungaroton (u.a. vollständige Opern »Orpheus und Eurydike« von Gluck, »La Fedeltà premiata« von J. Haydn, »Belfagor« von O. Respighi, »Falstaff« von Antonio Salieri), Arts (Missa brevis von Z. Kodály).

 

22.2. Lucy SHELTON wird 65

Sie studierte am Pomona College, dann am New England Conservatory in Boston. 1980 begann sie ihre Bühnen- wie ihre Konzertkarriere. 1989 trat sie im englischen Fernsehen als Jennifer in »The Midsummer Marriage« von M. Tippett auf. Zu ihren Opernpartien gehörten die Euridice in »Orfeo ed Euridice« von Gluck, die Salud in »La vida breve« von M. de Falla, Partien in »Zaïde« von Mozart, »Il Prigioniero« von L. Dallapiccola und in »The Ghosts of Versailles« von John Corigliano. Sie trat als Konzertsängerin in den USA wie in Europa auf und brachte dabei ein Programm zum Vortrag, das Werke von der Barock-Epoche bis zur zeitgenössischen Musik enthielt. Auf letztere hatte sie sich in besonderer Weise spezialisiert. Sie wirkte im pädagogischen Bereich an der Eastman School of Music und am Cleveland Institute of Music.

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.lucyshelton.com/

 

22.2. Silvano CARROLI wird 80

Er war Schüler des berühmten Heldentenors Mario del Monaco und von dessen Bruder Marcello del Monaco; er studierte auch in Meisterkursen bei Carlo Tagliabue und bei Alfredo Kraus. Er gewann bereits 1957 einen Gesangwettbewerb in Palermo, 1963 nach weiterer Ausbildung in der Opernschule des Teatro Fenice Venedig einen zweiten Concours in Venedig und debütierte 1963 am Teatro Fenice in der Partie des Schaunard in Puccinis »La Bohème«. 1972 fand sein US-Debüt an der Oper von Dallas als Tonio im »Bajazzo« statt. 1973 sang er bei den Festspielen in der Arena von Verona den Hohepriester in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns. Er hatte bedeutende Erfolge an den führenden italienischen Operntheatern, darunter auch an der Mailänder Scala, mit deren Ensemble er 1976 als Simon Boccanegra in Washington und 1981 als Jago in Verdis »Otello« (mit Placido Domingo als Partner) in Japan gastierte. Er debütierte an der Mailänder Scala 1975 als Scarpia in »Tosca« und sang hier auch 1976 den Amonasro in »Aida«, 1977 und 1982 den Jago, 1980 nochmals den Scarpia und 1984 den Pagano in Verdis »I Lombardi alla prima crociata«. 1977-78 sang er in Washington den Scarpia. An der Londoner Covent Garden Oper sang er als Antrittsrolle 1977 den Jack Rance in Puccinis »La Fanciulla del West«, später den Jago, den Montfort in Verdis »I Vespri Siciliani« und den Nelusco in Meyerbeers »Afrikanerin«, 1992 nochmals den Jack Rance und den Scarpia (beide Partien gehörten zu seinen großen Kreationen), zuletzt 2008 nochmals den Jack Rance. 1978 sang er an der Oper von Chicago den Ezio in Verdis Oper »Attila«. An der Hamburger Staatsoper gastierte er als Graf Luna im »Troubadour«. Zum belgischen Staatsjubiläum erschien er 1980 am Théâtre de la Monnaie von Brüssel in der Oper »Il Duca d’Alba« von Donizetti. An der Oper von San Francisco gastierte er 1982 und 1985 als Renato in »Un Ballo in maschera«, 1983 als Jago und 1986 als Graf Luna. 1983 sang er am Gran Teatre del Liceu in Barcelona den Escamillo in »Carmen«, 1984 den Titelhelden in Verdis »Nabucco«. 1984 trat er an der Grand Opéra Paris als Roger in Verdis »Jérusalem« auf, an der Oper von Rom 1984 als Don Giovanni. 1985 sang er in der Arena von Verona wieder den Ezio, 1986 den Renato, 1988 den Barnaba in »La Gioconda« von Ponchielli, 1989 den Alfio in »Cavalleria rusticana« und den Nabucco von Verdi (den er auch 1984-85 in den Thermen des Caracalla in Rom vortrug), 1990 den Amonasro und den Scarpia. 1987 wirkte er in den »Aida«-Aufführungen vor den Tempeln im ägyptischen Luxor als Amonasro mit. Beim Maggio Musicale Florenz hörte man ihn u.a. 1988 als Michele in Puccinis »Il Tabarro«, 1991 als Scarpia, bei den Festspielen in den Caracalla-Thermen in Rom 1988 als Jack Rance und als Amonasro, 1991 als Nabucco, 1992 einmal mehr als Amonasro. 1993 Gastspiel in Wiesbaden als Jago, 1994 in Hannover als Scarpia. 1997 trat er am Teatro Massimo Palermo, 1998 bei den Festspielen von Verona als Scarpia auf. 2000 hörte man ihn am Teatro Filarmonico Verona als Michele in Puccinis »Il Tabarro« und in der Titelrolle von dessen Oper »Gianni Schicchi«, bei den Festspielen in der dortigen Arena als Amonasro. Seine große internationale Karriere wurde abgerundet durch Auftritte an der Wiener Staatsoper (in den Jahren 1967-94 als Silvio im »Bajazzo«, als Jack Rance, als Scarpia, als Escamillo, als Alfio und als Jago in insgesamt 35 Vorstellungen), an der Deutschen Oper Berlin und schließlich an der Metropolitan Oper New York (1983 als Don Carlos in Verdis »La forza del destino« und 1987 als Jago). Er trat auch auf dem Gebiet des Konzertgesangs erfolgreich in Erscheinung.

Schallplatten: Mondo Musica (»Mosè in Egitto« von Rossini, Teatro Fenice Venedig 1974), MRF (vollständige Oper »Il Duca d’Alba«, Privataufnahme aus Brüssel), FND (vollständige Oper »Isabeau« von Mascagni), Nuova Era (Scarpia in »Tosca«); Topaz-Video (»I Lombardi« von Verdi).

 

22.2. Birgit NORDIN wird 85

 Nach dem Besuch der Schule in Haparanda studierte sie an der Stockholmer Universität Fremdsprachen. 1956 trat sie in die Opernschule der Königlichen Oper Stockholm ein, wo sie Schülerin von Britta von Vegesack war, später auch in Italien von Lina Pagliughi. Sie debütierte bereits 1957 in Stockholm als Page Oscar im »Maskenball« von Verdi. Seitdem Mitglied der Stockholmer Oper; mit deren Ensemble gastierte sie 1959 in London und bei den Festspielen von Edinburgh als Page Oscar und als Gilda im »Rigoletto«. Seit 1960 wirkte sie fast alljährlich bei den Festspielen im Barocktheater von Drottningholm mit, wo man sie vor allem in ihrem Mozartrepertoire (insgesamt in zwölf großen Rollen) bewunderte. 1963 sang sie beim Wexford Festival die Norina im »Don Pasquale«, 1965 in »La finta giardiniera« von Mozart. 1968 erschien sie beim Festival von Glyndebourne als Blondchen in Mozarts »Entführung aus dem Serail« 1968 wirkte sie an der Stockholmer Oper in der Uraufführung von Berwalds »Drottningen av Golconda« mit. 1970 Gastspiel in Kopenhagen als Jenny in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von Kurt Weill. Im selben Jahr sang sie im dänischen Fernsehen die Lulu in der gleichnamigen Oper von A. Berg. 1974 gastierte sie als Sophie im »Rosenkavalier« an der Opera Scotland. 1974 war sie in dem Ingmar Bergman-Film »Die Zauberflöte« die Königin der Nacht (davon Schallplattenaufnahme auf HMV). 1970 große Erfolge in Berlin als Solistin in der Matthäuspassion und im Weihnachtsoratorium von Bach. Sie trat als Oratoriensängerin in den skandinavischen Ländern, in Deutschland, England und Österreich auf. Zu ihren wichtigsten Partien auf der Bühne gehörten die Susanna in »Figaros Hochzeit«, die Pamina in der »Zauberflöte«, die Rosina im »Barbier von Sevilla« und die Mélisande in »Pelléas et Mélisande«. Weitere Bühnenrollen: die Mimi wie die Musetta in »La Bohème«, die Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, die Manon von Massenet, der Komponist in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, der Fjodor im »Boris Godunow«, die Titelrolle in der Offenbach-Operette »La Périchole«, der Orest in dessen »La belle Hélène« und die Adele in der »Fledermaus«. Sie wirkte an der Königlichen Oper Stockholm in den schwedischen Erstaufführungen der Opern »Albert Herring« (1970 als Mrs. Wordsworth) und »A Midsummer Night’s Dream« (1962 als Tytania) von Benjamin Britten, »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill (1970 als Jenny) und »Fröken Julie« von Antonio Bibalo (1977 als Kristin) mit. Seit 1959 gab sie Liederabende in den skandinavischen und westdeutschen Musikzentren. 1973 Ernennung zur schwedischen Hofsängerin. Seit 1977 verheiratet mit dem schwedischen Bariton Jerker Arvidson (1939-2007).

Schallplatten: DGG (Werke von Monteverdi, »Die Zauberflöte«), BIS (Page in Verdis »Rigoletto«, Stockholm 1959); Virgin-Video (Donna Elvira im »Don Giovanni«).

22.2. Thomas PAUL wird 85

 Ausgebildet an der Juilliard School of Music New York bei Hans Heinz, und zwar für Orchesterleitung; Gesangstudium bei Beverly Johnson, Gibner Kind und Cornelius Reid in New York. Bühnendebüt 1962 an der New York City Opera als Sparafucile im »Rigoletto«. Seine Karriere spielte sich vor allem in den USA und in Kanada ab; dort sang er in Baltimore, Cincinnati, Houston/Texas, in New Orleans, Philadelphia, Pittsburgh und St. Paul, in Boston, San Francisco (1963 den Sprecher in der »Zauberflöte« und den Sparafucile, 1964 den Colline in »La Bohème« und den Nourabad in »Les pêcheurs de perles« und 1986 den Comte Des Grieux in »Manon« von Massenet), Washington, Vancouver und Montreal, vor allem aber an der City Opera New York, an der er bis 1971 auftrat. 1964 wirkte er beim Central City Fest in der Uraufführung der Oper »Lady from Colorado« von Ward mit, auch beim Aspen Festival aufgetreten. Aus seinem Bühnenrepertoire sind im Einzelnen zu nennen: der Figaro in »Figaros Hochzeit«, der Sarastro in der »Zauberflöte«, der Pogner in »Die Meistersinger von Nürnberg«, der Titelheld in »Herzog Blaubarts Burg« von Béla Bartók, der Mephisto im »Faust« von Gounod, der Vater in Charpentiers »Louise«, der Pater Guardian in »La forza del destino« von Verdi, der Rocco im »Fidelio«, der Tiresias in »Oedipus Rex« von Strawinsky, der Raimondo in »Lucia di Lammermoor«, der Ptolemäus in »Julius Cäsar« von Händel und der Don Marco in »The Saint of Bleecker Street« von Menotti. Auch im Konzertsaal in einem umfassenden Repertoire aufgetreten; Dozent an der Eastman School of Music in Rochester (New York) und an der Aspen School (Colorado).

Schallplatten: DGG (Brander in vollständiger Aufnahme »La Damnation de Faust« von Berlioz).

 

22.2. Ilse LUDWIG wird 90

 Nachdem sie zuerst als Chorsängerin tätig gewesen war, wurde sie durch die Dresdner Pädagoginnen Marianne Rau-Hoeglauer, Käthe Heine-Mitzschke und Annemarie Rauch zur Solistin ausgebildet. Sie debütierte 1954 an der Staatsoper von Dresden als Hirt in Puccinis »Tosca«. Seitdem blieb sie für mehr als 35 Jahre Mitglied dieses großen Hauses. Man schätzte hier ihre Gesangskunst wie ihr darstellerisches Talent in einer Vielzahl von Aufgaben aus dem lyrischen Fachbereich. Sie sang u.a. die Dorabella in »Così fan tutte«, den Orpheus in »Orpheus und Eurydike« von Gluck, die Erda im Nibelungenring, die Carmen und die Mrs. Quickly im »Falstaff« von Verdi. Sie sang auch die Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss, den Hänsel in »Hänsel und Gretel«, die Marchesa in Donizettis »Regimentstochter« und die Filipjewna im »Eugen Onegin«. 1976 trat sie in Dresden in der Uraufführung der Oper »Der Schuhu und die fliegende Prinzessin« von Udo Zimmermann auf. 1985 wirkte sie in einer der Gala-Aufführungen zur Eröffnung der wieder aufgebauten Dresdner Semper-Oper als Annina im »Rosenkavalier« mit. Sie sang dort noch 1989 die Mary in »Der fliegende Holländer«. Sie war durch einen Gastvertrag der Staatsoper Berlin verbunden. Sie gastierte auch zusammen mit dem Ensemble der Staatsoper Dresden an den Opernhäusern von Leningrad, Prag, Budapest, Bratislava (Preßburg), in Lausanne, bei den Wiener Festwochen und bei den Festspielen von Wiesbaden. Verheiratet mit dem Opernsänger  Wilfried Jahns. Ihre Tochter Annette Jahns (* 1958) wurde ebenfalls als Sängerin bekannt.

Schallplatten: Eterna (Emilia in Verdis »Otello«, »Il matrimonio segreto« von Cimarosa), Denon (Annina im »Rosenkavalier«).

 

22.2. Anny SCHLEMM wird 90

 Ihr Vater Franz Schlemm war Chorist an der Frankfurter Oper. Ausbildung durch Erna Westenberger in Berlin. Sie debütierte 1948 am Stadttheater von Halle (Saale) als Bastienne in »Bastien und Bastienne« von Mozart. 1949 kam sie an die Berliner Staatsoper, deren Mitglied sie bis 1961 war und wurde gleichzeitig an die Komische Oper Berlin verpflichtet. Hier wirkte sie in den berühmten Inszenierungen von Walter Felsenstein als Desdemona in Verdis »Otello« (1959) und als Boulotte in »Ritter Blaubart« von Offenbach (1963) mit. Die letztgenannte Partie wurde ihre große Glanzrolle, die sie in den folgenden 19 Jahren 257mal auf der Bühne sang, allein 40mal in Frankfurt a.M. und bis 1992 immer wieder an der Komischen Oper Berlin. Sie war 1950-51 am Opernhaus von Köln und seit 1951 an der Oper von Frankfurt a.M. engagiert. Bereits 1954 gastierte sie am Stadttheater (Opernhaus) von Zürich als Pamina in der »Zauberflöte«. Sie gastierte an den Staatsopern von München und Hamburg, an der Deutschen Oper Berlin und am Staatstheater Hannover. Bei den Festspielen von Glyndebourne sang sie 1954 die Zerline im »Don Giovanni«. 1957 wirkte sie am Opernhaus von Köln in der Uraufführung der Oper »Bluthochzeit« von W. Fortner in der Partie der Braut mit, 1964 an der Frankfurter Oper in der Uraufführung von »Dame Kobold« von G. Wimberger. Ausgedehnte Gastspieltätigkeit am Teatro San Carlo Neaapel (1954), an der Staatsoper von Stuttgart (seit 1964), beim Holland Festival, an der Grand Opéra Paris, an der Staatsoper Dresden (1986) und mit dem Ensemble der Komischen Oper Berlin in Moskau, Stockholm und Prag. Hatte sie zunächst lyrische Sopranpartien gesungen, so fügte sie im Laufe ihrer langen Bühnenkarriere später dramatische Sopran- und Mezzosopranpartien in ihr sehr umfangreiches Repertoire ein, wobei man immer wieder ihr glänzendes schauspielerisches Talent bewunderte. An der Wiener Staatsoper debütierte sie bereits 1966 als Komponist in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. Später sang sie an diesem Haus in insgesamt 29 Vorstellungen auch die Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss, die Mutter in »Baal« von F. Cerha, die alte Gräfin in »Pique Dame« von Tschaikowsky und die alte Buryja in Janáceks »Jenufa«, die sie dort noch 2003 sang. Bei den Bayreuther Festspielen trat sie 1978-82 und 1984-85 als Mary in »Der fliegende Holländer« auf. Diese Partie übernahm sie auch 1990 an der Münchner Staatsoper. 1981 hatte sie an der Oper von Köln als Küsterin in Janáceks »Jenufa« einen besonderen Erfolg, 1978 sang sie an der Niederländischen Oper Amsterdam die Herodias in »Salome« und die Klytämnestra. 1984 an der Covent Garden Oper London die Madelon in »Andrea Chénier« von Giordano. 1988 gestaltete sie in Frankfurt, 1989 in Stuttgart und 1991 in Toronto die Klytämnestra, 1990 an der Wiener Volksoper die Palmatica in der Operette »Der Bettelstudent« von Millöcker, 1992 an der Staatsoper Berlin die Filipjewna im »Eugen Onegin«. 1994 hörte man sie an der Komischen Oper Berlin als Amme in Aufführungen der Oper »Der gewaltige Hahnrei« von Berthold Goldschmidt, 1996 an der Staatsoper von Dresden als alte Buryja, am Theater von Halle/Saale (zu dessen Ehrenmitglied sie 1996 ernannt wurde) als Babricha in Rimsky-Korssakows »Märchen vom Zaren Saltan«. 1997 hörte man sie an der Komischen Oper Berlin als alte Gräfin in »Pique Dame«, 1999 als Öffentliche Meinung in »Orpheus in der Unterwelt« von J. Offenbach. 1998 wurde sie zum Ehrenmitglied der Komischen Oper Berlin ernannt. 1999 erschien sie an der Opern von Flandern Antwerpen/Gent als alte Gräfin in »Pique Dame«, 2001 am Opernhaus von Frankfurt a.M. als Mamma Lucia in »Cavalleria rusticana«. Aus dem ersten Abschnitt ihrer Karriere (bis etwa 1975) sind als Bühnenpartien der Cherubino in »Figaros Hochzeit«, die Despina in »Così fan tutte«, die Sophie im »Rosenkavalier«, das Ännchen im »Freischütz«, die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, die Titelrolle in »Die Kluge« von C. Orff, die Marzelline im »Fidelio«, dann die Agathe im »Freischütz«, die Manon Lescaut von Puccini, der Hänsel (später die Hexe) in »Hänsel und Gretel«, die Saffi im »Zigeunerbaron« und die Arabella in der gleichnamigen Richard Strauss-Oper zu nennen. – Zeitweilig war sie verheiratet mit dem Dirigenten Wolfgang Rennert (1922-2012).

Sehr viele Aufnahmen auf DGG (»Madame Butterfly«, »Bajazzo«), HMV, Decca (Hexe in »Hänsel und Gretel«), Eterna (»Die verkaufte Braut«), Philips (Mary in »Der fliegende Holländer«), Capriccio (»Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill), Melodram (»Die Fledermaus«), Busch Editon (Page Oscar im »Maskenball« von Verdi, 1951), Berlin Classics (4. Sinfonie von G. Mahler) und Harmonia mundi (Szenen aus »Bluthochzeit« von Fortner); EMI-Video (Mary in »Der fliegende Holländer«), Thorn-Video (Madelon in »Andrea Chénier«).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://annyschlemm.de/

 

23.2. Tiziana FABBRICINI wird 60

Ihr Vater war in Asti im Piemont als Coiffeur tätig, ihre Mutter war gelegentlich als Amateursängerin aufgetreten. Sie begann im Alter von 17 Jahren ihr Gesangstudium und gewann in den Jahren 1982-85 einige Gesangwettbewerbe, darunter den Battistini-Concours in Rieti (1982), Wettbewerbe in Alessandria (1986) und Mailand (1988). Sie setzte aber ihre Studien weiter fort, sang zunächst als Choristin, übernahm aber am Theater von Alessandria seit 1986 einige Solopartien, darunter auch die Traviata. Sie kam zu einem sensationellen Debüt an der Mailänder Scala, als sie dort im Frühjahr 1990 die Violetta in Verdis »La Traviata« sang. Da man an der Scala immer noch unter dem Eindruck der unvergeßlichen Leistung von Maria Callas in dieser Partie stand, hatte man (nach einem Fiasko bei einer Aufführung im Jahre 1964) es nicht mehr gewagt, »La Traviata« dort zur Aufführung zu bringen. Nachdem der Dirigent Riccardo Muti die junge, ganz unbekannte Sängerin wie auch den genau so unbekannten Tenor Roberto Alagna auf die großen Partien der Verdi-Oper vorbereitet hatte, kam Tiziana Fabricini wie dieser zu einem spektakulären Erfolg, der sie unmittelbar in eine große Karriere einführte. An der Mailänder Scala war sie dann auch 1991-92 in Konzerten, 1991-92 und 1995 nochmals als Traviata, 1992 auch als Lucia di Lammermoor zu hören. 1990 sang sie die Traviata in Lausanne, 1991 am Teatro San Carlo Neapel und bei den Festspielen von Ravenna die Elvira in »La Muette de Portici« von Auber. 1992 trat sie in Ferrara als Contessa de Folleville in Rossinis »Il Viaggio a Reims«, an der Staatsoper Berlin abermals als Traviata, die sie 1993 auch an der Metropolitan Oper New York, an der Wiener Staatsoper, an der Hamburger Staatsoper und bei den Festspielen von Wiesbaden sowie 1994 am Teatro San Carlos Lissabon, schließlich 1996 an der Münchner Staatsoper übernahm. 1993 sang sie an der Berliner Staatsoper die Tosca. 1994 gastierte sie an der Oper von Houston/Texas als Lucia di Lammermoor, an der Staatsoper Wien als Manon Lescaut in Puccinis gleichnamiger Oper, 1995 am Théâtre de la Monnaie Brüssel und 1996 am Théâtre des Champs-Élysées Paris als Fiorilla in Rossinis »Il Turco in Italia«. 1997 gastierte sie an der Oper von Rom in der Titelrolle von Donizettis »Maria Stuarda«, an der Staatsoper Hamburg, am Teatro Chiabrera Savona und beim Festival von Antibes (1997-98) als Tosca. 1999 sang sie am Teatro Gustavo Modena in Genua die Titelrolle in der vergessenen Barock-Oper »Arianna in Nasso« von Nicola Porpora, 2000 bei den Festspielen von Baalbeck die Tosca (mit José Cura als Cavaradossi).

Schallplatten: CBS (Violetta in »La Traviata«), Sony (ebenfalls »La Traviata«, auch als Video).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.tizianafabbricini.com/

 

23.2. Aivars KRANCMANIS wird 65

Biographie des lettischen Bass-Baritons auf Englisch: https://www.opera.lv/en/artists/archive/arhivs/aivars-krancmanis

 

24.2. Gregory KUNDE wird 65

Er erhielt seine Ausbildung an der Illinois State University und vervollständigte sie in der Opera School der Chicago Lyric Opera, an der er 1978 als Cassio in Verdis »Don Pasquale« debütierte. Bald trat er auch an anderen führenden amerikanischen Operntheatern auf, vor allem seit 1983 an der Washington Opera, seit 1987 an der Oper von Seattle, seit 1986 an der Oper von Dallas, an der Oper von Cincinnati und an kanadischen Opernhäusern. 1987 debütierte er an der Metropolitan Oper New York als Des Grieux in »Manon« von Massenet. Er konnte dann auch in Europa zu erfolgreichen Bühnenauftritten kommen, so u.a. an der Oper von Nizza und 1989 am Théâtre des Champs Elysées Paris wie in Florenz in »Katja Kabanowa« von Janácek. 1990 sang er bei der Michigan Opera den Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod, in Amsterdam den Percy in Donizettis »Anna Bolena«. Am 24.11.1990 wirkte er in der Eröffnungsvorstellung des Théâtre Berlioz in Montpellier als Raoul in den »Hugenotten« von Meyerbeer mit. Am gleichen Haus hörte man ihn als Des Grieux in »Manon« von Massenet, an der Deutschen Oper Berlin 1991 als Arturo in Bellinis »I Puritani«, am Teatro Bellini Catania, ebenfalls 1991, als Fernando in »Bianca e Fernando« von Bellini. Am Grand Théâtre Genf gastierte er 1991 als Fischer in Rossinis »Wilhelm Tell« und als Don Ottavio im »Don Giovanni«, 1992 als Julien in »Louise« von Charpentier, 1994 als Tebaldo in Bellinis »I Capuleti e i Montecchi«, 1998 als Idreno in Rossinis »Semiramide«, 2010 als Rodrigo in Rossinis »La donna del lago« sowie 2017 als Des Grieux in einer konzertanten Aufführung von Puccinis »Manon Lescaut«. An der Mailänder Scala debütierte er 1992 mit dem Tenor-Solo in Rossinis Stabal mater; er sang dann noch im gleichen Jahr an der Scala den Rodrigo in Rossinis »La donna del lago«, 1993 den Don Ottavio im »Don Giovanni«, 1994 den Ernesto im »Don Pasquale«, 1996 den Chevalier Danois in Glucks »Armide«, 2001 den Elibo in Bellinis »La Sonnambula«, 2014 den Énée in »Les Troyens« von Berlioz und 2015 den Titelhelden in Rossinis »Otello«. Beim Rossini Festival von Pesaro gastierte er 1993 als Rinaldo in Rossinis »Armida«, 1995 als Arnold in Rossinis »Wilhelm Tell«; 1993 sang er am Teatro Regio Turin den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, am Opernhaus von Montpellier den Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, 1994 am Teatro Comunale Bologna den Leicester in Donizettis »Maria Stuarda«, 1995 in Philadelphia den Arturo in »I Puritani«, 1996 in Rom die Titelrolle in »Le Comte Ory« von Rossini und den Elvino, beim Rossini Festival in Pesaro den Ricciardo in dessen »Ricciardo e Zoraide«, am Opernhaus von Toulouse den Julien. 1997 debütierte er als Arturo in »I Puritani« an der Wiener Staatsoper, an der er bisher auch als Arnold, als Elvino, als Arrigo in Verdis »I Vespri Siciliani« und als Titelheld in Giordanos »Andrea Chénier« zu sehen war. 1997 sang er an der Opéra-Comique Paris den George Brown in »La Dame blanche« von Boieldieu, am Teatro Colón Buenos Aires 1997 den Ernesto, 1998 den Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, 1998 an der Oper von Toulouse den Nadir in »Les pêcheurs de perles« von Bizet. 1999 gastierte er am Opernhaus von Nizza als Tonio in »La Fille du Régiment« von Donizetti (mit Edita Gruberová als Partnerin). 1999 trat er in der New Yorker Carnegie Hall in einer konzertanten Aufführung von Bellinis »La Sonnambula« als Elvino auf, in der dortigen Avery Fisher Hall als Tebaldo. 2000 sang er an der Oper von San Diego den Don Ottavio, an der Metropolitan Oper den Ramiro in Rossinis »La Cenerentola«, an der Sante Fé Opera in »Ermione« von Rossini, am Teatro Colón Buenos Aires den Narciso in »Il Turco in Italia« von Rossini. Ebenfalls 2000 hörte man ihn am Teatro Massimo Palermo als Elvino. 2001 übernahm er an der Deutschen Oper Berlin den Percy. 2001 hörte man ihn wie auch schon zuvor in Bordeaux, an der Oper von Marseille als Nadir. An der Bayerischen Staatsoper München hörte man ihn 2001-02 als Arturo in »I Puritani«, 2003 als Percy in Donizettis »Anna Bolena« und 2015 als Pollione in Bellinis »Norma«. In der Spielzeit 2006/07 sang er an der Metropolitan Oper den Arturo in »I Puritani« (an der Seite von Anna Netrebko). 2011 sang er am Teatro Regio Turin den Arrigo, beim Festival von Aix-en-Provence die Titelrolle in Mozarts »La clemenza di Tito« und am Teatro San Carlo Neapel den Idreno. 2012 sang er an der Opéra du Rhin Straßburg den Raoul, am Théâtre de la Monnaie Brüssel (konzertant) die Titelrolle in »Otello« von Rossini, am Teatro Regio Turin den Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera« und am Theater an der Wien den Rodrigo in »La donna del lago«. Den Otello von Verdi sang er 2012 erstmals am Teatro La Fenice Venedig, danach 2013 am Palau de les Arts Reine Sofia Valencia, am Teatro Municipale Giuseppe Verdi di Salerno und am Teatro Carlo Felice Genua sowie 2014 an der Vlaamse Opera. 2013 sang er am Teatro La Fenice Venedig den Vasco da Gama in Meyerbeers »Afrikanerin«. Als Titelheld in Donizettis »Roberto Devereux« gastierte er 2015 am Teatro Real Madrid und in Bilbao. Den Samson in »Samson et Dalila«von Saint-Saens sang er 2016 in Valencia, am Mariinski-Theater in St. Petersburg und am Teatro Regio in Turin. Den Des Grieux in Puccinis »Manon Lescaut« sang er 2016 in Bilbao, 2017 am Teatro Regio Turin und 2018 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona. 2016 debütierte er als Manrico im »Troubadour« an der Covent Garden Oper London, an der er seither auch den Otello von Verdi sang. 2016 gastierte er in Valencia als Titelheld in Mozarts »Idomeneo«. Als Pollione gastierte er 2016 am Teatro Regio Turin und am Teatro Real Madrid, 2017 an  der Opéra de Wallonie in Liège. Als Arrigo in Verdis »I Vespri Siciliani« hörte man ihn 2016 in Valencia. 2017 sang er den Titelhelden in »Andrea Chénier« an der Oper von Rom und in Bilbao. 2017 hatte er als Jean van Leyden in Meyerbeers »Le Prophète« an der Deutschen Oper Berlin einen sensationelle Erfolg. 2018 hörte man ihn am Gran Teatre del Liceu in Barcelona in einer konzertanten Aufführung von Donizettis »Poliuto« in der Titelpartie, in Valencia in der Titelpartie von B. Brittens »Peter Grimes«, am Teatro Real Madrid als Radames in »Aida« und an der Semperoper Dresden als Alvaro in Verdis »La forza del destino«. Bei den Festspielen in der Arena von Verona gastierte er 2018 als Radames und als Kalaf in Puccinis »Turandot«; den Kalaf sang er im gleichen Jahr auch am Teatro Real Madrid. Sein Repertoire lag zunächst im Belcanto- und lyrischen Bereich, später erweiterte er sein Repertoire mit schwereren dramatischen Partien; ergänzend sind noch der Tamino in der »Zauberflöte«, der Alfredo in »La Traviata«, der Prunier in Puccinis »La Rondine«, der Tybalt in »Roméo et Juliette« von Gounod und der Rosillon in »Die lustige Witwe« von Franz Lehár zu nennen. Er war zu seiner Zeit der einzige Tenor der den Titelhelden in Rossinis »Otello« und in Verdis »Otello« im gleichen Jahr sang. Im weiteren Verlauf seiner Karriere betätigte er sich auch als Dirigent. So stand er 2018 am Pult des Teatro La Fenice in Venedig bei Vorstellungen von Rossinis »Il barbiere di Siviglia«.

Schallplatten: Ricordi (Idreno in »Semiramide« von Rossini), EMI (»Hamlet« von A. Thomas, Gérald in »Lakmé« von Delibes), Sony (»Armida« von Rossini), Nuova Era (»Bianca e Fernando« von Bellini), Serenissima (»Maria Stuarda« von Donizetti).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.gregorykunde.com/news/

 

24.2. John NEUMEIER wird 80

Eine Biographie über die russische Ballettlegende Vaslav Nijinsky in der örtlichen Stadtbibliothek weckte sein Interesse für den Tanz und beschäftigte ihn sein Leben lang mit dem Leben und Wirken Nijinskys. Den ersten Ballettunterricht erhielt Neumeier in seiner Heimatstadt Milwaukee (Wisconsin). Danach folgten Lehrjahre in Kopenhagen und an der Royal Ballet School in London. Schließlich kehrte er nach Milwaukee zurück und erwarb an der dortigen Marquetta University den akademischen Grad eines Bachelor of Arts in den Fächern „Englische Literatur“ und „Theaterwissenschaft“. Als er 1963 in London tanzte, sahen ihn dort u. a. auch Marcia Haydée und Ray Barra. Weil diese beiden erkannten, welch großes Potenzial in dem jungen Talent steckte, legten sie ihrem Direktor John Cranko nahe, ihn für das Stuttgarter Ballett zu engagieren. Dieser Truppe gehörte er bis 1969 als Tänzer (später Solist) an und schuf seine ersten Choreografien. Ulrich Erfurth berief ihn nach Frankfurt am Main, wo er 1969-73 Ballettdirektor war. Neumeier erregte in dieser Zeit bereits durch seine Neudeutung bekannter Handlungsballette Aufsehen (Der Nussknacker, Romeo und Julia und Daphnis und Chloë). 1973 holte ihn August Everding nach Hamburg. Seitdem ist er Leiter des Hamburg Ballett an der Hamburgischen Staatsoper, das unter seiner Direktion zu einer der führenden deutschen Ballettkompanien wurde. 1978 gründete er dort die Ballettschule des Hamburg Ballett, deren Direktor er ebenfalls ist. Als Vorbild diente ihm dabei die Stuttgarter Ballettschule. Neumeier ist Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg und der Akademie der Künste Berlin. Maurice Béjart choreografierte im Jahr 1984 für Neumeier und Marcia Haydée (Neumeier widmete ihr seine Kameliendame) als Tänzer Les Chaises nach Ionescos Die Stühle. Das Stück wurde auf Tourneen u. a. in New York, Zürich, Buenos Aires, São Paulo, Rio de Janeiro, Tel Aviv, Tokio, Berlin, Essen, Dresden, Paris und Kopenhagen gezeigt. Als Gastchoreograf war Neumeier u. a. wiederholt beim American Ballet Theatre in New York (u. a. Getting Closer 1999), beim Royal Ballet in London (Lento zur Wiedereröffnung des Royal Opera House), beim Tokyo Ballet in Tokyo (Seasons – The Colors of Time zum 35-jährigen Bestehen 2000), am Mariinsky-Theater in St. Petersburg (Sounds of Empty Pages, Alfred Schnittke gewidmet, 2001 als erster westlicher Choreograf seit 100 Jahren), den Ballettkompanien der Staatsopern Wien und Dresden, beim Bayerischen Staatsballett in München, beim Ballett der Deutschen Oper in Berlin, beim Stuttgarter Ballett, beim Königlich Dänischen Ballett in Kopenhagen (u. a. Die kleine Meerjungfrau 2005 Uraufführung zur Eröffnung des Opernhauses/200. Geburtstag Hans Christian Andersen), beim Königlich Schwedischen Ballett in Stockholm, beim Finnischen Nationalballett, für das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, beim Royal Winnipeg Ballet und beim National Ballet in Kanada, beim American Ballet Theatre, beim Ballet du XXième siècle in Brüssel, beim Ballet de l’Opéra de Paris, beim Ballet des Grand Théâtre de Genève in Genf und beim San Francisco Ballet tätig. Zu seinen bekanntesten Werken als Choreograf gehören Romeo und Julia (1971), Kameliendame (1978), Medea (1990), Sylvia (1997), Matthäus-Passion (1981), Messias (1999), Endstation Sehnsucht (1983), Odyssee (1995), König Artus (1982) und Illusionen – wie Schwanensee (1976), Nijinsky (2000), Die Möwe (2002). 2006 entstand Parzival – Episoden und Echo mit Musik von John Adams, Richard Wagner und Arvo Paert. Auch wenn der Schwerpunkt von Neumeiers Schaffen dem abendfüllenden Handlungsballett gilt, hat er sich gerne hin und wieder auch anderer Bühnenwerke angenommen. So inszenierte er beispielsweise Otello von Giuseppe Verdi an der Bayerischen Staatsoper und Orpheus und Eurydike von Christoph Willibald Gluck sowie das Musical West Side Story von Leonard Bernstein an der Hamburgischen Staatsoper.

Ein Highlight für die Hamburger Ballettszene sind die stets ausverkauften Ballett-Werkstätten John Neumeiers, die meist viermal, davon eine Benefiz-Ballett-Werkstatt, während einer Spielzeit stattfinden. Neumeier war eng befreundet mit dem 1993 verstorbenen österreichischen Schauspieler Werner Pochath. Neumeier errichtete im Jahr 2006 die Stiftung John Neumeier mit dem Ziel, seine Tanz- und Ballettsammlung und sein Lebenswerk für die Stadt Hamburg zu sichern und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nachdem die Kirchengemeinde Neumeiers ihm 2009 zum 70. Geburtstag gratuliert hatte, behauptete Neumeier gegenüber der Fachzeitschrift Dance Magazine, 1942 geboren zu sein. 2017 gab er dann bekannt, tatsächlich 1939 geboren zu sein. Am 21. Dezember 2018 heiratete Neumeier seinen langjährigen Lebenspartner.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.johnneumeier.org/biografie.html  

 

24.2. Renata SCOTTO wird 85

 Studium am Conservatorio Giuseppe Verdi in Mailand bei Ghirardini. Sie begann als Mezzospran, wurde aber durch Mercedes Llopart in Mailand zum Sopran umgeschult. Sie debütierte 1952 am Stadttheater von Savona als die Violetta in »La Traviata« und hatte in der gleichen Partie 1954 einen aufsehenerregenden Erfolg am Teatro Nuovo in Mailand. Sie entwickelte dann eine schnelle Karriere an den großen italienischen Operntheatern. Bereits 1953 debütierte sie als Walter in »La Wally« von Catalani an der Mailänder Scala. Beim Gastspiel der Mailänder Scala beim Edinburgh Festival 1957 sang sie die Adina in »L’Elisir d‘amore«; während dieses Gastspiels ersetzte sie in einer Vorstellung kurzfristig Maria Callas als Amina in Bellinis »La Sonnambula« und hatte dabei einen sensationellen Erfolg. Sie wurde nun eine der großen Primadonnen der Scala und sang an diesem Haus 1958 die Adina, 1959 die Mimì in »La Bohème«, die Antonida in Glinkas »Ein Leben für den Zaren«, die Micaela in »Carmen« und das Sopran-Solo im Stabat mater von A. Dvorák, 1959 und 1962 die Lauretta in »Gianni Schicchi«, 1959-60 die Amina und die Gretel in »Hänsel und Gretel«, 1961 die Elvira in Bellinis »I Puritani« und die Nannetta im »Falstaff« von Verdi, 1962 die Marguerite im »Faust« von Gounod und (konzertant) die Titelrolle in »Ifigenia« von I. Pizzetti, 1962-63 die Gilda im »Rigoletto«,  1963 die Titelpartie in »Madame Butterfly«, 1964 und 1967 die Titelpartie in »Lucia di Lammermoor«, 1965 das Sopran-Solo im Mozart-Requiem, 1966 und 1968 (sowie 1967 beim Gastspiel der Scala in Montréal) die Giulietta in Bellinis »I Capuleti e i Montecchi«, 1968 das Sopran-Solo in Rossinis Petite Messe Solemnelle und in einem weiteren Rossini-Konzert, 1969 die Euridice in »Orfeo ed Euridice« von Gluck, 1970 die Elena in Verdis »II Vespri Siciliani«und 1983 in einem Galakonzert; 1985 trat sie dort mit einem Liederabend auf. 1956 sang sie sehr erfolgreich am Teatro Fenice Venedig die Micaela. 1957 sang sie am Londoner Stoll Theatre die Mimi, die Adina, die Violetta und die Donna Elvira im »Don Giovanni«. Nach ihren Erfolgen in Italien gastierte sie bald an den großen Opernbühnen in aller Welt. Auch an der Staatsoper von Wien (Debüt 1958 als Gilda, bis 1983 in insgesamt 14 Vorstellungen außerdem noch als Butterfly, als Norma und als Tosca), an der Grand Opéra Paris (1974-75 als Leonore im »Troubadour«), in Chicago (Debüt 1960 als Mimi) und San Francisco (1974 als Butterfly, 1975 als Leonore im »Troubadour«, 1977 in der Titelrolle in »Adriana Lecouvreur« von Cilea, 1979 in der Titelrolle in »La Gioconda« von Ponchielli, 1985 als Charlotte im »Werther« von Massenet) feierte man die Künstlerin in den lyrischen wie den Koloraturpartien der italienischen Opernliteratur. Seit 1961 trat sie oft bei den Festspielen in der Arena von Verona auf (1964-68, 1970, 1973-74 und nochmals 1981 als Butterfly, wobei sie gleichzeitig Regie führte). 1965 kam sie für viele Jahre an die New Yorker Metropolitan Oper, wo sie zumal als Madame Butterfly (ihre Antrittspartie) gefeiert wurde. Sie sang an der Metropolitan Oper die Lucia di Lammermoor, die Adina, die Traviata, die Gilda, die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Amina, die Mimì wie die Musetta in Puccinis »La Bohème«, die Elena in Verdis »I Vespri Siciliani«, die drei Hauptrollen in Puccinis »Il Trittico« (Giorgetta, Suor Angelica und Lauretta) an einem Abend, die Leonore im »Troubadour«, die Berthe in Meyerbeers »Le Prophète«, die Adriana Lecouvreur, die Desdemona im »Otello« von Verdi, die Titelrolle in Verdis »Luisa Miller«, die Elisabetta im »Don Carlos«, die Gioconda, die Titelrolle in »Manon Lescaut« von Puccini, die Tosca, die Norma, die Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«, die Titelrolle in »Francesca da Rimini« von Zandonai und die Vitellia in »La clemenza di Tito« von Mozart. 1987 verabschiedete sie sich als Butterfly vom Publikum der Meropolitan Oper New York, wo sie inzwischen auch ihren Wohnsitz hatte. Sie hat an diesem Haus insgesamt 23 Partien in 314 Vorstellungen gesungen. Gastspiele an der Deutschen Oper Berlin, an den Staatsopern von Hamburg, Stuttgart und München, am Bolschoi Theater Moskau, an den Nationalopern Prag, Budapest und Belgrad, in Zürich, Basel und Genf (1963 als Traviata und 1964 als Butterfly). 1972 sang sie als erste Partie an der Covent Garden Oper London die Butterfly und kam auch an diesem Haus zu einer großen Karriere. Nach 1970 sang sie schwerere dramatische Partien, ohne darum ihr lyrisches Repertoire aufzugeben. Die Künstlerin, die auch erfolgreich in Opernaufführungen Regie führte, setzte lange ihre weltweite Gastspieltätigkeit fort. 1992 sang sie am Teatro Bellini Catania erstmals die Marschallin im »Rosenkavalier«, 1993 beim Maggio Musicale Fiorentino in dem Monodrama »La Voix humaine« von Poulenc, 1995 in Schwerin in einer konzertanten Aufführung die Kundry im »Parsifal«, 1995 in Graz wieder die Marschallin. 1999 sang sie am Teatro Regio Turin die Mme. Flora in »The Medium« von G.C. Menotti und in »La Voix humaine« von Fr. Poulenc. Seit 1997 unterrichtete sie in der von ihr eingerichteten Opera Academy in ihrem Heimatort Abissola Marina. Am 16.6.2018 wurde sie in einer Gaaveranstaltung an der Mailänder Scala geehrt. Verheiratet mit dem ersten Geiger des Scala-Orchesters Lorenzo Anselmi – In ihrer Stimme paarten sich lyrische Tonschönheit, intensive Charakterisierungskunst und technische Perfektion in besonderer Vollendung.

Lit: F. Gara: Renata Scotto (in »Opera«, 1971); R. Scotto & O. Roca: »Scotto; More than a Diva« (New York, 1984).

Schallplatten der Marken Cetra, Columbia, Ricordi, HMV (»I Pagliacci«, »Cavalleria rusticana«, »La Bohème«, »La Traviata«), DGG (»Lucia di Lammermoor«, »La Traviata«, »La Bohème«, »Rigoletto«), CBS (»Edgar« von Puccini, »Adriana Lecouvreur« von Cilea, »Norma«, Il segreto di Susanna, »Le Prophète« von Meyerbeer), RCA (»Andrea Chénier«, »L’Amore dei tre Rè« von Montemezzi), MRF (»Robert le Diable« von Meyerbeer, »La Straniera« von Bellini, »I Lombardi« von Verdi, »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini), HRE (»La Sonnambula« von Bellini), Edition Schwann (Opern-Recital), Melodram (»Fra Diavolo« von Auber), JPC (»Rigoletto«, »Lucia di Lammermoor«), BJR (»Zaira« von Bellini), Mondo Musica (Titelrolle in »Maria di Rohan« von Donizetti, Teatro Fenice Venedig, 1974; Titelrolle in »Lucia di Lammermoor«, Teatro Fenice Venedig, 1973), Gala (Titelrolle in »La Gioconda« von Ponchielli, San Francisco, 1979; Titelrolle in Verdis »Luisa Miller«, Metropolitan Oper New York), Movimento musica (»L’Elisir d’amore«, »Faust« von Gounod), Nuova era (»Lucia di Lammermoor«), Myto (»La Sonnambula«); Artists International-Video (Renata Scotto in Concert).

 

25.2. Luisa CANTELLI wird 85

 Sie war am Conservatorio Benedetto Marcello in Venedig Schülerin von Mirko Bonomi. Sie trat in Venedig in mehreren Konzerten auf und debütierte dort auch 1955 in »Il matrimonio segreto« von Cimarosa. Sie sang in Venedig in »Le nozze di Figaro« zusammen mit dem berühmten Bariton Mariano Stabile und in »Passione« von Gian Francesco Malipiero. 1957 gastierte sie am Teatro Nuovo in Mailand in »L‘Amico Fritz« von Mascagni und in Venedig in der vergessenen Oper »Il mercato di Malmantile« von Cimarosa. Sie sang in Venedig in einer Aufführung des Oratoriums »Christus am Ölberge« von Beethoven in Gegenwart des Patriarchen Angelo Roncalli, des späteren Papstes Johannes XXIII. In Spoleto hörte man sie als Musetta in »La Bohème«, die sie auch in Lonigo, Monza und Cesena vortrug. In Paris übernahm sie mehrere kleinere Partien in Puccinis »Il Trittico«. Sie trat als Konzertsolistin in vielen italienischen Städten auf, u.a. in Parma, Verona, Florenz und in Lugano in der Schweiz. Sie gab relativ früh ihre Karriere auf und zog sich nach Monza zurück.

Von ihrer Stimme sind vermutlich keine kommerziellen Schallplattenaufnahmen vorhanden.

 

26.2. Milena RUDIFERIA wird 65

Sie wurde in Bozen geboren, studierte am Mozarteum in Salzburg und erwarb dort das Lied- und Operndiplom mit Auszeichnung. Sie debütierte in der Titelrolle der Csárdásfürstin an der Wiener Volksoper. Im Rahmen der Amerika-Tournee der Wiener Volksoper sang sie in New York, Chicago, Los Angeles und Washington. 1981 wirkte sie bei den Salzburger Festspielen in der Uraufführung der Oper Baal von Friedrich Cerha mit und gastierte anschließend in dieser Oper auch an der Wiener Staatsoper. Neben ihrer regelmäßigen Konzert- und Bühnentätigkeit in Wien gastierte sie u.a. am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, am Deutschen Theater in München, in zahlreichen Produktionen am Teatro Verdi in Triest am Teatro Regio di Parma und sang mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra, dem Mozarteum Orchester Salzburg, dem BBC-Symphony Orchestra London und gab Konzerte beim WDR in der Kölner Philharmonie, im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins, in der Symphony Hall Osaka, in der NHK Hall und in der Bunka Kaikan Tokyo, beim SFB-Berlin, SWF-Baden-Baden, NOS-Amsterdam und bei der RAI in Rom. Sie hat bei den Salzburger Festspielen, den Wiener Festwochen sowie bei zahlreichen Rundfunk- und Fernsehproduktionen mitgewirkt. Ihr Repertoire umfasst bedeutende Opernpartien des lyrischen Soprans und Koloratursoprans sowie die wichtigsten Werke des Konzertfaches und der Operette.

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.milenarudiferia.com/  

 

26.2. Emma KIRKBY wird 70

 Sie studierte an der Universität Oxford klassische Literatur; ihre Stimme wurde dann jedoch durch Jessica Cash ausgebildet. Sie debütierte 1974 in einem Konzert in London. Innerhalb kurzer Zeit wurde sie eine der bekanntesten Konzertsängerinnen ihrer künstlerischen Generation in England. Sie wurde durch ihre Konzertauftritte wie durch Rundfunk- und Fernsehsendungen (darunter eine Aufführung des »Messias« über BBC 2) weithin bekannt. 1978 unternahm sie eine Konzerttournee durch die USA, 1982 bereiste sie Neuseeland, 1980, 1981 und 1983 den Mittleren Osten (Ägypten, Türkei, arabische Staaten). Dabei trug sie gern altenglische Lieder vor, bei denen der Lautenvirtuose Anthony Roole sie begleitete. Die Künstlerin spezialisierte sich in besonderer Weise auf die Musik der Renaissance und des Barock, sang Solopartien in Werken, namentlich in den Kantaten von J.S. Bach und Händel, Arien von J. Haydn und Mozart, englische und italienische Madrigale (teilweise zusammen mit dem Madrigal-Ensemble Consort of Musicke) und dramatische Dialoge des 17. Jahrhunderts (mit dem Bassisten David Thomas als Partner). Sie wirkte als führende Solistin in weiteren Gruppen mit, die sich der Pflege alter Kammermusik widmeten: The Academy of Music, The Taverner Players, The London Baroque Consort. Sie ist verheiratet mit dem Dirgenten Andrew Parrott (* 1947), unter dessen Leitung sie u.a. in London Soli in der Matthäuspassion von J.S. Bach, in der H-Moll-Messe vom gleichen Meister und in den Vespern von Monteverdi sang, wobei die Begleitung auf authentischen Barock-Instrumenten stattfand. Ihr Bühnendebüt fand 1983 in Brügge (Belgien) in der barocken Masque »Cupid and Death« von Matthew Locke und Christopher Gibbons (als Mother Nature) statt. 1989 sang sie die Venus in »The Judgement of Paris« von D. Purcell, Weldon und Eccles bei den BBC Promenade Concerts in London. 1989 sang sie in London die Dorinda in »Orlando« von Händel, 1989 beim Festival Alter Musik in Innsbruck die Titelrolle in der Oper »Giuditta« von A. Scarlatti. 1994 trug sie in einem Konzert in Wien Arien von Mozart und Johann Christian Bach vor. 1997 wurde sie mit dem Händel-Preis der Stadt Halle/Saale ausgezeichnet, wo sie in einem Gala-Konzert auftrat. 2000 wurde ihr von Königin Elizabeth II. von England der Orden of the British Empire verliehen.

Nicht zuletzt wurde sie durch eine Fülle von interessanten Schallplattenaufnahmen bekannt, von denen hier nur eine gedrängte Übersicht gegeben werden kann. Darunter finden sich auch Partien in barocken Opern, obwohl sie die meisten davon nicht auf der Bühne gesungen hat. Im Einzelnen sind zu nennen: Aufnahmen auf HMV (Renaissance- und Barock-Musik, Werke von Monteverdi, darunter dessen Oper »L‘Orfeo«, Arien von Händel), Decca (Utrechter Te Deum von Händel und »Athalia«, »Jephtha« und »Orlando« von Händel, »Dido and Aeneas« von H. Purcell, Werke von Monteverdi, italienische Kantaten von Händel, Mozart-Motetten, Hochzeits-Kantaten), Philips (H-Moll-Messe und Magnificat von J.S. Bach), Chandos (Titelrolle in »Dido and Aeneas« von Purcell), Harmonia mundi (»Acis and Galataea« von Händel), Chandos/Koch (Symphoniae Sacrae von H. Schütz), Hyperion (»The Triumph of Time und Truth« von Händel, Songs and Dialogues von Purcell, Barock-Arien), Koch/Hyperion (Opern-Arien), Capriccio (»Cleofide« von J.A. Hasse), Koch Records (»Josuah« von Händel, Arien und Duette von Purcell, Lieder des 18. Jahrhunderts), Newport Classics (»Siroe« von Händel), Marco Polo/Naxos (Werke von Buxtehude), EMI (Musica in »L‘Orfeo« von Monteverdi), Virgin (Lauten-Lieder von John Dowland), Musica Oscura (Arie Antiche); auch Aufnahmen auf Oiseau Lyre (Arien von Händel, Th. Arne und F. Lampe), K & K Records (»Jephta« von Händel), Carus/Note 1 (Bach-Kantaten), CPO (Geistliche Werke und Motetten von Johann Christian Bach), FSM und BIS (auf dieser Marke erfolgte 2001 die Aufnahme eines in der Bibliothek der Royal Academy of Music London wieder entdeckten Gloria von G. Friedrich Händel); Vanguard-Video (Matthäuspassion von J.S. Bach).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.emmakirkby.com/

 

27.2. Barbara DeMAIO wird 60

Informationen über die amerikanische Sopranistin auf folgender Web-Seite: https://www.nats.org/cgi/page.cgi/_membership.html/70210-Barbara-DeMaio?value=TEXOMA&attr=region

 

27.2. JoAnn FALLETTA wird 65

Sie wuchs in der Gegend von Queens in einem italienisch-amerikanischen Haushalt auf. Sie besuchte das Mannes College of Music und die Juilliard School in New York City. Sie begann ihre Musikkarriere als Gitarren- und Mandolinenspielerin. In ihren Zwanzigern wurde sie oft gebeten, mit der Metropolitan Opera oder mit den New Yorker Philharmonikern zu spielen. Ihr Studium am Mannes College of Music begann sie 1972 und dirigierte schon in ihrem ersten Jahr das Studentenorchester. In dieser Zeit reifte ihr Wunsch nach einer Karriere als Dirigentin. Nach ihrem Abschluss studierte sie weiter am Queens College (M.A. in „orchestral conducting“) und an der Juilliard School (M.M., D.M.A. in „orchestral conducting“). Falletta absolvierte eine Ausbildung zur Dirigentin bei Jorge Mester, Semyon Bychkov und anderen. 1991 wurde sie zur elften Intendantin des Virginia Symphony Orchestra ernannt. Im Mai 2011 wurde ihr Vertrag in Virginia bis zur Saison 2015/16 verlängert und im September 2015 um fünf weitere Jahre. Sie war auch Intendantin des Long Beach Symphony Orchestra und des The Women’s Philharmonic Orchestra (San Francisco). Im Mai 1998 wurde sie Intendantin des Buffalo Philharmonic Orchestra. Diese Stelle trat sie in der Saison 1999/2000 an. Während ihrer Amtszeit in Buffalo nahm das Orchester Stücke für Naxos Records auf und spielte zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder in der Carnegie Hall. In Zusammenarbeit mit dem Orchester und der Fernsehstation WNED etablierte sie die JoAnn Falletta International Guitar Concerto Competition. Sie verlängerte kürzlich ihren Vertrag mit dem Buffalo Philharmonic Orchestra bis zur Saison 2020/21. Außerhalb der USA fand ihr erster Gastauftritt im August 2010 beim Ulster Orchestra statt. Weitere Auftritte hatte sie dort im Januar 2011. Im Mai 2011 wurde sie die zwölfte Chefdirigentin des Ulster Orchestra. Ihren Posten trat sie zur Saison 2011/12 an; ihr Vertrag lief drei Jahre. Sie war die erste Frau und die erste Amerikanerin, die Chefdirigentin dieses Orchesters war. Nach der Saison 2013/14 trat Falletta von diesem Posten zurück. Sie saß 2008-12 im National Council on the Arts und folgte damit der Berufung durch George W. Bush. In der schwedischen Dokumentation A Woman Is a Risky Bet: Six Orchestra Conductors aus dem Jahr 1987 dirigiert sie das Queens Philharmonic mit Stravinskys Ballettmusik Le sacre du printemps. 2016 wurde sie zum Mitglied der American Academy of Arts and Sciences gewählt. Sie nahm über 70 Alben auf, unter anderem für das Label Naxos. Darunter waren Stücke von Johannes Brahms, Franz Schubert, Clara Schumann und Lili Boulanger oder von modernen Komponisten wie John Corigliano und Samuel Barber. Sie machte sich mit Aufnahmen wichtiger, aber selten gehörter Werke einen Namen. Sie heiratete 1986 Robert Alemany, der für IBM arbeitet und in Teilzeit professioneller Klarinettist ist.

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.joannfalletta.com/

 

27.2. Alan OKE wird 65

Er verzog mit seinen Eltern als Kind nach Schottland und studierte dort Gesang an der Royal Academy of Music Glasgow bei Lillian Liddell. Nachdem er bereits in Schüleraufführungen von Opern gesungen hatte, vervollständigte er 1977-79 seine Ausbildung bei Hans Hotter in München und war dann zunächst in seiner Heimat als Oratoriensänger tätig. Sein erstes Bühnenengagement fand er bei der Go Round Opera 1978 als Belcore in »L’Elisir d’amore« und sang dann in den Jahren 1979-2016 bei der Scottish Opera Glasgow u.a. Partien wie den Germont-père in »La Traviata«, den Zurga in »Les pêcheurs de perles«, den Frank in der »Fledermaus«, den Demetrius in B. Brittens »A Midsummer Night’s Dream«, den Papageno in der »Zauberflöte«, den Schaunard in Puccinis »La Bohème«, den Belcore, den Ping in Puccinis »Turandot«, den Olivier im »Capriccio« von R. Strauss, den Bobinet in Offenbachs »La Vie Parisienne«, den Prunier in Puccinis »La Rondine«, den Sellem in Strawinskys »The Rake’s Progress« und den Captain Vere in »Billy Budd« von B. Britten. 1983 gastierte er mit der Scottish Opera in Frankfurt a.M., bei den Festspielen von Schwetzingen und in Venedig als Apollo in der Oper »L’Egisto« von Francesco Cavalli. 1983 debütierte er an der Covent Garden Oper London in der Uraufführung der Oper »Taverner« von Maxwell Davies in der Partie des Jester (die er auch 1986 bei der amerikanischen Erstaufführung des Werks in Boston übernahm); in den Jahren 2003-18 gastierte er an der Covent Garden Oper als 1. Geharnischter in der »Zauberflöte«, als Tanzmeister in »Ariadne auf Naxos«  von R. Strauss, als Gherardo in »Gianni Schicchi«, als J. Howard Marshall II. in der Uraufführung der Oper »Anna Nicole« von M.-A. Turnage, als Bob Boles in »Peter Grimes« von B. Britten, als Tinca in »Il tabarro«, als Hiereus in »The Minotaur« von H. Birtwistle, als Beichtvater in »Dialogues des Carmélites« von Fr. Poulenc, als Hirte in »Oedipe« von Enescu und als Loge im »Rheingold«. 1987 sang er bei der Kent Opera in der Uraufführung von Judith Weirs »A Night at the Chinese Opera«. Bei der D’Oyly Carte Opera hatte er in Gilbert & Sullivan-Operetten große Erfolge, bei der Kent Opera u.a. als Graf in »Figaros Hochzeit« und als Escamillo in »Carmen«. Er trat bei der English National Opera London wie bei der Opera North Leeds (u.a. 1995 als Laërte in »Hamlet« von A. Thomas) erfolgreich auf und setzte auch seine Karriere im Konzertsaal fort. 1989 wirkte er in Glasgow in der englischen Erstaufführung von Kurt Weills »Street Scene« mit. Gastspiele bei der Travelling Opera at Stratford-upon-Evan als Malatesta im »Don Paquale«; an der Opera North Leeds trat er 1990 als Macheath in der »Dreigroschenoper« von K. Weill auf. 1992 wechselte er ins Tenorfach. 1996 sang er bei der Glyndebourne Touring Opera den Gastone in »La Traviata«. 1997 übernahm er bei der Opera North Leeds mehrere Partien in B. Martinùs Oper »Julietta«, 1998 in Auckland den Rinuccio in Puccinis »Gianni Schicchi« und den Gonzalve in »L‘ Heure espagnole« von Ravel, bei der Castleward Opera den Alfredo in »La Traviata«. 1999 gastierte er beim Buxton Festival als Pygmalion in der Operette »Die schöne Galathee« von Fr. von Suppé, an der Opera North Leeds als Boris in »Katja Kabanowa« von Janácek und mit deren Ensemble 2000 in Prag als Kommissar in »Julietta« von B. Martinu. Ebenfalls 2000 trat er bei der Castleward Opera als Pinkerton in »Madame Butterfly« auf. Beim Glyndebourne Festival wirkte er 2004 als 1. Geharnischter in der »Zauberflöte« und 2012 als Don Basilio in »Le nozze di Figaro« mit. 2008 debütierte er als Gandhi in der Oper »Satyagraha« von Ph. Glass an der Metropolitan Oper New York, an der er seither in bisher 60 Aufführungen auch als Tschekalinsky in »Pique Dame« von Tschaikowsky, als Monostatos in der »Zauberflöte«, in den vier Dienerrollen in »Hoffmanns Erzählungen«, als Vitek in Janáceks »Die Sache Makropoulos«, als Caliban in der Oper »The Tempest« von Thomas Adès, als Don Basilio in »Le nozze di Figaro«, als Prinz/Kammerdiener/Marquis in »Lulu« von A. Berg und als Valzacchi im »Rosenkavalier« aufgetreten ist. 2017 gastierte era m Grand Théâtre Genf als Major in »Figaro gets a divorce« von Elena Langer. Verheiratet mit der Mezzosopranistin  Fiona Milne.

Schallplatten: TER (»The Gondoliers« von Gilert & Sullivan, »Die lustige Witwe«).

 

27.2. Bożena PORZYŃSKA wird 75

 Die polnische Sopranistin erhielt ihre Ausbildung am Konservatorium von Gdansk (Danzig), vor allem durch Frau B. Iglikowska. 1974 debütierte sie am Baltischen Opernhaus Gdansk als Titelheldin in Puccinis »Madame Butterfly«. Als dramatische Sopranistin hatte sie an diesem Theater wie am Opernhaus von Lodz große Erfolge, wobei sie sich in besonderer Weise dem italienischen Repertoire widmete. Dann wurde sie auch Mitglied der Nationaloper Warschau, an der sie lange Jahre hindurch zu hören war. Gastspiele und Konzertreisen trugen ihr in den polnischen Musikzentren, in der DDR, in Sofia, Prag und Brno (Brünn) die gleichen Erfolge ein.

Schallplattenaufnahmen auf polnischen Fabrikaten (Muza, Polska Nagranie).

27.2. Erland HAGEGÅRD wird 75

 Er war ein Vetter des Baritons Håkan Hagegård (* 1945). Er war anfangs als Musikproduzent tätig, ließ dann aber seine Stimme an der Ingesunds Musikschule ausbilden, er studierte auch bei Arne Sunnegaard in Stockholm, bei Erika Werba in Wien und bei Gerald Moore in London. 1965 gab er einen ersten Liederabend in Stockholm. Sein Bühnendebüt fand 1968 an der Wiener Volksoper statt, und zwar sang er dort drei Bariton-Partien in einer Aufführung von »Trois Opéras minutes« von Milhaud. Er war bis 1971 Mitglied der Wiener Volksoper, wo er u.a. auch den Albert in »Werther« von Massenet gesungen hat. 1971-74 an der Oper von Frankfurt a.M. engagiert. Er trat 1971-72 an der Wiener Staatsoper gastweise als Brétigny in »Manon« von Massenet auf und gastierte an der Königlichen Oper Stockholm. 1974-78 gehörte er dem Ensemble der Hamburger Staatsoper an. Er gastierte 1976 mit dem Ensemble der Hamburger Oper in Teheran als Danilo in Lehárs »Die lustige Witwe«. 1976 sang er an der Königlichen Oper Stockholm den Germont-père. in »La Traviata«. Er ließ sich 1978-79 durch die Pädagogen G. Athanas in Hamburg und H. Gertz in Stockholm zum Tenor umschulen und debütierte in diesem Fach 1979 bei den Festspielen im Barock-Theater von Drottningholm als Titelheld im »Xerxes« (»Serse«) von Händel. Beim Festival von Aix-en-Provence sang er 1982 den Tamino in der »Zauberflöte«. Er sang vor allem das lyrische Stimmfach mit Partien wie dem Escamillo in »Carmen«, dem Valentin im »Faust« von Gounod, dem Eugen Onegin von Tschaikowsky, dem Grafen im »Wildschütz« von Lortzing, dem Papageno in der »Zauberflöte« und dem Ottokar im »Freischütz«. Weitere Partien aus seinem Bariton-Repertoire: der Don Giovanni, der Belcore in »L‘Elisir d’amore«, der Dandini in Rossinis »La Cenerentola«, der Zar in Lortzings »Zar und Zimmermann« und der Boccaccio in der gleichnamigen Operette von F. von Suppé. Im dänischen Fernsehen wirkte er 1973 in einer Sendung der Händel-Oper »Xerxes« als Arsamenes mit. Hervorragender Konzert- und Liedersänger.

Schallplatten: BIS (Lieder von Schubert, »Jungfruburen« von Sibelius), Proprius (Oratorio de Noel von Saint-Saens).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://erlandhagegard.com/index.html

 

28.2. Joseph ROULEAU wird 90

 Zuerst Studium der Wirtschaftswissenschaften, dann Ausbildung der Stimme am Konservatorium von Montreal und bei Pauline Donalda. Weitere Studien bei Martial Singher in New York, bei Mario Basiola und Rachaele Mori in Mailand. 1955 fand sein Debüt in Montreal als König Philipp in Verdis »Don Carlos« statt. Er gastierte bereits 1956 an der Oper von New Orleans, nachdem er einen dort ausgeschriebenen Gesangwettbewerb gewonnen hatte. Der Künstler hatte seitdem eine erfolgreiche Karriere und unternahm weltweite Gastspielreisen. So sang er am Teatro Colón von Buenos Aires, an der Grand Opéra Paris (Debüt 1960 als Raimondo in »Lucia di Lammermoor«; bis 1975 u.a. Gurnemanz wie Titurel in »Parsifal«, Titelheld in Massenets »Don Quichotte«, Crespel in »Hoffmanns Erzählungen« und Abimelech in »Samson et Dalila« von Saint-Saens), am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, an der Deutschen Oper Berlin, in Amsterdam, München, Budapest, Monte Carlo, Rom, bei den Festspielen von Aldeburgh und Edinburgh, am Bolschoi Theater Moskau, an den Opern von Leningrad und Kiew und am Grand Théâtre in Genf (1971 Oroveso in »Norma«). In Nordamerika war er in Boston, Chicago, an der New York City Opera und an den führenden kanadischen Theatern zu hören. Seit 1957 war er als ständiger Gast an der Londoner Covent Garden Oper verpflichtet. Hier wirkte er 1957 in der Premiere von »Les Troyens« von Berlioz mit, 1961 als Raimondo in »Lucia di Lammermoor«, 1965 als Fiesco in »Simon Boccanegra« von Verdi, 1979 in der Uraufführung der Oper »Therese« von John Tavener. 1967 sang er in Toronto in der Uraufführung der Oper »Louis Riel« von Harry Somers. 1962-77 gastierte er oft bei der Scottish Opera in Glasgow (Arkel in »Pelléas et Mélisande«, Mephisto im »Faust« von Gounod, Titelrolle in »Boris Godunow«, Narbal in »Les Troyens«, Komtur in »Don Giovanni«, Lodovico in Verdis »Otello« und Pogner in »Die Meistersinger von Nürnberg«). Ständig an französischen Opernhäusern zu Gast. Er unternahm drei Russland-Tourneen, bei denen die Kritik ihn mit dem unvergessenen Fedor Schaljapin verglich. 1985 hörte man ihn an der Oper von New Orleans als Colline in »La Bohème«. Noch 1989 sang er in Vancouver den Trulove in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, 1990 in Montreal in »Adriana Lecouvreur« von Cilea, in Philadelphia den Don Marco in »The Saint of Bleecker Street« von Menotti. Seinen Wohnsitz nahm er in der englischen Grafschaft Kent. Seine weiteren großen Partien waren der Sarastro in der »Zauberflöte«, der Mephisto in den Opern von Berlioz und Boito, der Dosifej in Mussorgskys »Chowanschtschina«, der Großinquisitor in Verdis »Don Carlos«, der Osmin in der »Entführung aus dem Serail« und der Daland in »Der fliegende Holländer«. Weitere Bühnenpartien: der Basilio im »Barbier von Sevilla«, der Conte Rodolfo in »La Sonnambula« von Bellini, der Sparafucile im »Rigoletto« und der Papst Clemens in »Benvenuto Cellini« von H. Berlioz. Neben seinem Wirken auf der Bühne auch im Konzertsaal und beim Tonfilm erfolgreich. – Seine schwere, dunkle Bass-Stimme wurde durch ein eminentes Darstellungsvermögen vortrefflich ergänzt.

Schallplatten: Pathé-Marconi, Decca (»Semiramide« von Rossini, »Hamlet« von A. Thomas), HMV (Sullivan-Operette »Ruddigore«), Voce (»Don Carlos« von Verdi in französischer Sprache), HRE (»Lucia di Lammermoor« in der Rolle des Raimondo), BJR (»Marie-Magdeleine« von Massenet), Thorn-Video (Großinquisitor im »Don Carlos«).

 

28.2. Der italienische Bassist Carlo FOLCIA wird 90

 

 

 

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