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ESCAPE PLAN

11.11.2013 | FILM/TV

 

FilmPlakat Escape Plan~2

Ab 15. November 2013 in den österreichischen Kinos
ESCAPE PLAN
USA  /  2013 
Regie: Mikael Hafström
Mit: Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger, Jim Caviezel, Sam Neill u.a.

Beruf: Ausbruchsspezialist. Das muss einem erst einmal einfallen. Aber für einen harten Krimi und eine harte Rolle für Sylvester Stallone – warum nicht? Ray Breslin und seine Firma werden in ihrer Eigenschaft als „Sicherheitsexperten“ dafür engagiert, dass er sich in Gefängnisse einliefern lässt und dann beweist, dass Ausbrüche möglich sind. Gelingt immer. Nur in dem Fall, den wir hier sehen, dauert es einen ganzen Film lang. Was natürlich nur möglich ist, weil einer seiner Kollegen ein Schurke ist. Aber dafür gibt es unerwartete Hilfe…

So wandert Ray auf Wunsch seines Chefs (Vincent D’Onofrio) in ein angeblich ausbruchssicheres Gefängnis. Diese ist außerdem so geheim, dass niemand weiß, wo es sich befindet (später macht man große Augen, wenn man begreift, wo es ist) – er also diesmal keine Unterstützung von „draußen“ hat. Und drinnen geht es so hart zu, wie man es sich an einem solch grausigen Ort nur vorstellen kann. Außerdem gibt es einen äußerst sadistischen Gefängnisdirektor (Jim Caviezel), der sich ein Vergnügen daraus macht, den Neuen besonders zu schikanieren, und dem Wärter Drake (Vinnie Jones) möchte man als Privatmensch nicht im Dunkeln begegnen…

Aber da ist ein Mann, von dem man sofort weiß, dass er die zweite große Rolle spielen wird: So verbissen Stallone in seinem Glaskäfig von Zelle dreinsieht, so locker gibt sich der Mann mit Bart und dicken Akzent: Es ist unser Arnie, Arnold Schwarzenegger, back in the business, hier der große Drahtzieher in der Gefängnishierarchie mit dem sprechenden Namen Rottmayer (wie ein Rottweiler sieht er mit seinem Lächeln, das souverän sein soll, aber nicht aus…). Ihm gefällt spürbar die Rolle, in der er sogar Deutsch (bzw. stellenweise Stoa-Steirisch) reden darf, wenn er – es ist natürlich nur ein Trick – einen hysterischen Anfall markiert. Außerdem ist er ein geheimnisvoller Mann, der offenbar ein Geheimnis hat oder kennt und von dem man nicht weiß, wer er eigentlich ist… Na ja.

Ray Breslin würde nicht von „Sly“ Stallone gespielt, wenn er den Ausbruch nicht auch ohne seine bewährte Mannschaft draußen schaffte. Arnie hilft allerdings ganz gewaltig. Und der schwedische Regisseur Mikael Hafström, der schon den einen oder anderen Krimi gedreht hat, versucht die Sache spannend zu machen.

Nicht ganz leicht, wenn man sich in der nicht sehr abwechslungsreichen klaustrophobischen Welt dieses Gefängnisse befindet, und die Kunststücke, die Stallone mit Arnies Hilfe zwecks Flucht da versucht, nicht so sonderlich aufregend sind. Wird der Doktor (Sam Neill) mitmachen? Wohin gerät man, wenn man so lange Schrauben dreht, dass man irgendwann in einen Schacht abtauchen kann?

Am Ende wird das ganze So-la-la-Geschehen mit Schlusspointen gekrönt, deren Unglaubwürdigkeit fast schon eine Frechheit sind. Da haben sich Stallone und Schwarzenegger gedacht, es reicht ganz einfach, ihre Gesichter vor die Kamera zu halten und ein wenig selbstironisch zu schauen, und schon ist die Action los. Aber dazu hätten sie ein vernünftiges Drehbuch gebraucht… So wirken sie, als hätten sie leider nicht gemerkt, dass die Zeit über sie hinweggegangen ist.

Renate Wagner

 

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