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DAS IST DAS ENDE

09.10.2013 | FILM/TV

FilmPlakat Das ist das Ende breit~1

Ab 11. Oktober 2013 in den österreichischen Kinos
DAS IST DAS ENDE
This Is the End  /  USA  /   2013
Drehbuch und Regie: Seth Rogen, Evan Goldberg
Mit: Seth Rogen, Jay Baruchel, James Franco, Jonah Hill, Emma Watson, Danny McBride, Craig Robinson u.a.

Mann o Mann, die müssen ganz schön bekifft gewesen sein. Jene junge Garde des schrägen Hollywood nämlich, die sich zu diesem Film zusammen gefunden hat – und wobei alle der Einfachheit wegen gleich sich selbst spielen. Führender Kopf hinter dem Unternehmen war offensichtlich Seth Rogen (sehr amüsant an der Seite von Barbra Streisand in „Unterwegs mit Mum“, einem Film, der bei uns leider nicht lief), der als Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller fungiert und offenbar seine Kumpel zu diesem Unsinn überreden konnte, den nur eingefleischte Fans als höhere Blödelei genießen werden…

Wie gesagt, sie spielen alle sich selbst. Rogen, am Flughafen von Los Angeles, empfängt seinen Freund Jay Baruchel (Kanadier wie Rogen, wie dieser 31, jünger wirkend, schon von seinem leptosom-dürren Typus her komisch). Dieser gibt an, die Filmstadt zu hassen, lässt sich aber überreden, zu einer Party bei James Franco mitzukommen, der seine neue Luxusvilla präsentiert. Franco, für seinen Überlebens-Film „127 Hours“ oscar-nominiert, ist wohl der populärste unter den Darstellern, zeigt aber wie alle genügend Humor, sich selbst auf die Schaufel zu nehmen.

Die Party mit ihrem sinnlosen Gelabere ist vielleicht der beste Teil des Films, ein Stückchen Real-Kritik am Real-Hollywood, wo jeder nur erzählen will, was er gerade macht. Zur Gesellschaft kommt nun Jonah Hill, der nervtötende Dicke, und ob er und Baruchel sich wirklich dermaßen nicht leiden können, wie hier dargestellt… ist ja eigentlich egal. Um hier nicht ausschließlich weiß und/auch jüdisch zu sein, ist noch der Farbige Craig Robinson mit von der Partie, der wie ein harter Mann aussieht, aber im Lauf des Geschehens wie ein Weichei rüberkommt. Und später spielt Danny McBride den ultimativen Störenfried. Harry-Potter-Girl Emma Watson hat ein paar kleine Auftritte, aber keine Rolle – nur damit ein Hauch von Weiblichkeit im Geschehen auftaucht…

Vielleicht hätte Seth Rogen gut daran getan, nur die Party abzufilmen, aber er hatte anderes im Sinn. Erst ein Erdbeben, dann einen apokalyptischen Katastrophenfilm, schließlich die üblichen Aliens, und mittendrin, verrammelt in dem Haus von James Franco, mit minimalen Vorräten ausgestattet, die sechs Helden, die sich in ihrer ganzen zappligen Albernheit gerieren.

Am Ende kommen alle, alle in den Himmel, weil’s nämlich bis dahin schon so blöd war, dass es darauf auch nicht mehr ankommt, ihnen Heiligenscheine aufzusetzen. Leider lassen sich die Beteiligten die einzig mögliche Schlusspointe entgegen, den ganzen Alptraum auf irgendein schlechtes Gras zurückzuführen, das sie geraucht haben. Nein, die ziehen das gnadenlos durch. Das muss man sich einmal geben. Oder auch nicht.

Renate Wagner

 

 

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