Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

BROKEN CITY

16.04.2013 | FILM/TV

Ab 19.April 2013 in den österreichischen Kinos
BROKEN CITY
USA / 2013 
Regie: Allen Hughes
Mit: Mark Wahlberg, Russell Crowe, Catherine Zeta-Jones u.a.

Man weiß, dass gerade in Österreich Politiker besonders geringstes Prestige genießen, aber wahrscheinlich ist das überall dasselbe: Man kann diesen gelackten Figuren einfach nichts glauben. Wenn allerdings Russell Crowe hier steht, mit seiner offenbar so geraden, vertrauenswürdigen Persönlichkeit, würde man nicht glauben, dass dieser Nicholas Hostetler, Bürgermeister von New York immerhin, ein Schurke sein soll…

Immerhin hat er Billy Taggart (auch Mark Wahlberg steht eigentlich für positive Charaktere) aus einer argen Verlegenheit geholfen, als dieser in seiner Eigenschaft als Polizist in eine Schießerei gelangte, die für ihn hätte schlimme Folgen haben können. Jetzt will Hostetler allerdings – so ist das Leben – eine Gefälligkeit für die andere: Und wenn man die gnadenlos elegante, coole Catherine Zeta-Jones ansieht, dann findet man die Idee, Cathleen Hostetler könnte eine Affäre haben, gar nicht so abwegig. Billy, nun von Beruf Privatdetektiv, soll es jedenfalls herausfinden.

Darum geht es, und für einen Krimi ist das nicht furchtbar ergiebig. Aber mit solcher Besetzung macht Regisseur Allen Hughes ohne Mühe einen recht genussreichen Politkrimi (wenn auch nicht der Spitzenklasse) daraus, der in einem eher rauen New York spielt – der „Broken City“ des Titels. Er führt aus der eleganten Welt des Bürgermeisters auf die Straßen, wohin Billy der Bürgermeister-Gattin folgt, die auf undurchsichtigen Wegen wandelt. Dass sie nicht dumm ist, glaubt man ihr bald, und dass sie versucht, Billy auf ihre Seite zu ziehen, ist irgendwie logisch.

Dass es hier nicht um simplen Ehebruch geht, sondern um Vertrauensbruch, ist dann der Knackpunkt der Geschichte – dunkle politische Geschäfte (Bauspekulationen! Das bringt schließlich etwas), und der Bürgermeister hat kein Interesse, dass die Gattin da nicht stillhält. Warum haben wir so gar keine Schwierigkeiten zu glauben, dass die Reichen und Mächtigen immer noch reicher werden wollen und dafür ihre Macht ausnützen, genauer gesagt: mißbrauchen? Weil uns das Leben lehrt, dass auch noch so vordergründig konstruierte Filme vermutlich mit den Schmutzereien der Realität nicht mithalten können…

Wahlberg geht wacker und gelegentlich ratlos durchs Geschehen (wobei es noch eine Nebenhandlung mit seiner Freundin gibt), Zeta-Jones ist wie immer eine schimmernde Persönlichkeit, und Russell Crowe nützt die Gelegenheit, am Ende die Maske fallen zu lassen – der elegante, harte, smarte Politiker, der seinen Hund liebt und seine Angestellten scheucht, ist ein Arschloch, und er zeigt es erschreckend. Das ist einfach schönes Schauspielerkino, und das darf es ja auch geben.

Renate Wagner

 

 

Diese Seite drucken