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2 GUNS

22.09.2013 | FILM/TV

FilmPlakat 2 Guns b

Ab 27. September 2013 in den österreichischen Kinos
2 GUNS
USA  /  2013 
Regie: Baltasar Kormakur
Mit: Denzel Washington, Mark Wahlberg, Paula Patton, Bill Paxton, Fred Ward, James Marsden, Edward James Olmos u.a.

Es ist ein Genre für sich, die Krimis, die doch recht „hart“ daherkommen, weil sie unter Leuten spielen, die keinen Spaß kennen – Drogendealer zum Beispiel -, die aber dann doch auf den „Kinospaß“ ausgelegt sind. Wenn man das mit „Buddys wider Willen“ verbinden kann, dann hat man so etwas wie „2 Guns“, eine Parodie, die mit Denzel Washington und Mark Wahlberg wirklich hochgradig besetzt ist. Und im übrigen nicht nur an den Verbrechern, sondern auch an die „Offiziellen“ der USA (etwa hochrangige CIA-Agenten) kein gutes Haar lässt…

Die Story ist verwirrend genug. Anfangs lernt man nur zwei Kleinkriminelle kennen – jedenfalls erwecken Bobby Trench (Washington) und Stig“ Stigman (Wahlberg) diesen Eindruck, und jeder hält den anderen auch für genau das: einen Ganoven-Kollegen, den man entsprechend misstrauisch beäugt und auch nicht wirklich leiden kann. Die flotten Sprüche fliegen auch nur so hin und her.

Man verrät nicht zu viel, denn es stellt sich ja eh bald heraus – beide sind gut getarnte Undercover-Agenten, der eine vom DEA (Drogen-Dezernat), der andere von U.S. Naval Intelligence, beide angesetzt auf Drogenboß „Papi“ Greco (ein echter Mexikaner und fraglos lebensgefährlich wirkend: Edward James Olmos), der gar kein lieber Papi ist. Es gibt eine Szene, in der die beiden in seine Gewalt geraten und dermaßen in ihren Tod geschaukelt werden sollen, dass man gar nicht weiß, ob man es scheußlich – oder lustig findet, weil es solcherart „locker“ gebracht wird. Da leistet der isländische Regisseur Baltasar Kormakur, der mit Wahlberg schon einen viel dunkleren Krimi („Contraband“) gedreht hat, mit seinen Hauptdarstellern schon einiges an virtuosem Changieren zwischen den Genres.

In der etwas undurchsichtigen Handlung ist dann auch die hübsche Dame (Paula Patton), anfangs scheinbar nur das Liebchen von Trench, mehr und anderes, als man zuerst denkt. Und ein Bankraub, bei dem der Drogenboß, der leider legal nicht überführt werden kann, dann wenigstens seines Geldes beraubt werden soll, zettelt überhaupt die allgemeine Verwirrung an – der hat nämlich nicht nur ein paar Millionen, sondern ein Vielfaches (nämlich 43) auf dem illegalen Konto. Nun stehen hinter den beiden Helden, die erst spät darauf kommen, dass sich jeder von ihnen (also der andere auch) auf der richtigen Seite des Gesetzes befindet (da haben sie schon auf einander geschossen…), ein paar miese und skrupellose Bosse mit nicht durchwegs sauberen Absichten (bei so viel Geld fast begreiflich!): Bill Paxton, Fred Ward, James Marsden legen da absolut zynische Studien hin.

Das Ende ist alles andere als moralisch, und dieses Genre-Mix eines Films hat auch keinerlei seriöse Absichten. Es ist gewissermaßen abgefahrene Unterhaltung, und die Besetzung schafft’s, dass man sich unterhält, wenn man auch absolut nicht immer durchschaut, was eigentlich los ist. Vielleicht müsste man den Film zweimal sehen. Aber das wäre wiederum übertrieben.

Renate Wagner

 

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