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ZÜRICH/ Opernhaus: MACBETH – wenn Oper tiefschwarz strahlt …

21.04.2016 | Oper

Zürich: Opernhaus – „Macbeth“  –  Besuchte Aufführung: 19.04.16

 Wenn Oper tiefschwarz strahlt …

Es war die letzte einer Reihe ganz besonderer Aufführungen der Zürcher Neuinszenierung von Verdis „Macbeth“ – und es sei, so wurde mir versichert, die stärkste gewesen. Unglaublich dicht und intensiv sind die optischen Eindrücke der düsteren, tiefschwarzen und psychologisch vielschichtigen Regiearbeit von Barrie Kosky – ein Abend voll (schwarzer) Magie. Einfach genial, das eigentlich leere Bühnenbild von Klaus Grünberg, faszinierend die Lichtspiele (ebenfalls von Klaus Grünberg) auf den vermeintlich nackten Körpern der Hexen, fantastisch die Kostüme von Klaus Bruns, welche die optische Illusion von Figuren, welche aus dem dunklen Nichts auftauchen, perfektionieren.

Was sich aus dem Orchestergraben an abgrundtief dramatischer Schwärze in den Zuschauerraum ergiesst, sorgt zusammen mit dem optischen Bühnenkonzept dafür, dass der 19. April DER Macbeth-Abend meines bisherigen Lebens schlechthin wird. Teodor Currentzis zaubert intensive Klangbilder, die ihresgleichen suchen, hervor. Die Philharmonia Zürich setzt Currentzis musikalisches Konzept auf mitreissende, begeisternde Art mit. Trotz viel Dramatik wird nie gepoltert, sondern jederzeit fein differenziert musiziert – Gänsehaut pur!

Auch Chor und Zusatzchor der Oper Zürich (Choreinstudierung: Ernst Raffelsberger) begeistern. Gigantisch auch die körperliche Arbeit des Statistenvereins am Opernhaus Zürich. Die Statisten setzen das, was der Chor in schwarz gekleidet und deshalb unsichtbar singt, körperlich auf eindrücklichste Art und Weise um.

Auch die Solisten brillieren! Markus Brück zählt mit fantastischem Gesang und eindringlicher Darstellung zu den Idealbesetzungen des Titelhelden. Genau so eindringlich gelingt Tatiana Serjan die Partie der Lady. Stimmgewaltig gelingt dem Bassisten Wenwei Zhang die Rolle des Banco. Auch die Tenorpartien sind mit Pavol Breslik (Macduff) und Airam Hernandez (Malcolm) allerbestens besetzt.

Standing Ovation im ausverkauften Haus!

Michael Hug

 

 

 

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