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WIEN/Konzerthaus: WIENER SYMPHONIKER / PHILIPPE JORDAN / RENAUD CAPUCON

11.01.2015 | Konzert/Liederabende

WIEN/Konzerthaus: WIENER SYMPHONIKER / PHILIPPE JORDAN -am 10.01.2015   KH

Das neue Jahr hätte nicht besser beginnen können: Nach einem fulminanten Neujahrskonzert, das durch die kundige Leitung Zubin Mehtas zu den besten seit langer Zeit gezählt werden darf, hat es auch im „normalen“ Konzertbetrieb eine Sternstunde gegeben. Die Wiener Symphoniker spielten unter ihrem neuen Chefdirigenten Philippe Jordan im Wiener Konzerthaus, dass man an die besten Zeiten des Orchesters erinnert wurde.

Zu Beginn wurde Schuberts Symphonie Nr. 5 in B-Dur gespielt, ein Werk, das zwar nicht die Popularität der beiden letzten Symphonien hat, aber voll musikalischer Ideen steckt, die natürlich unter diesen glücklichen Umständen besonders wirkungsvoll waren. Jordan arbeitet alle Nuancen des Werkes präzise heraus, man merkt, wie viel Proben da absolviert werden mussten, um diesen edlen, lyrischen, fast schon Mozart’schen Klang zu erreichen. Danach folgte die Uraufführung von Wolfgang Rihms „Gedicht des Malers“, ein Stück für Violine, das der Komponist für Renaud Capucon geschrieben hat. Dieser zeigte sich der schweren Aufgabe, das interessante und sehr schwer zu spielende Werk wiederzugeben, vollauf gewachsen. Mit traumwandlerischer Sicherheit spielte er den Solopart, glasklarer Ton, geschmeidiges Spiel und unübertreffliche Sicherheit begeisterten das Publikum. Wer mit keiner weiteren Steigerung gerechnet hat, wurde angenehm enttäuscht. Nach der Pause spielte das Orchestern Dvoraks Symphonie Nr. 8 in G-Dur, ein Werk, das voll wunderbarer Melodien ist, und dessen Aufbau vom Komponisten genial konstruiert ist. Der Spannungsbogen wird langsam aber sicher zum triumphalen Finale gespannt, auch hier ist die Handschrift Philippe Jordans deutlich zu spüren, Spielten bei Schubert die Streicher herausragend, so waren bei Dvorak vor allem die Bechbläser besonders hervorzuheben.

Riesiger Jubel war die verdiente Belohnung für einen tollen Konzertabend. 

Johannes Marksteiner

 

 

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