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Wien/Jesuitenkirche: SCHUBERTS „MESSE IN ES-DUR“ /Chorvereinigung St. Augustin

WIEN/ Jesuitenkirche:  “SCHUBERT: MESSE ES-DUR“ / Chorvereinigung St. Augustin

 Die Chorvereinigung St.Augustin unter ihrem Leiter Andreas Pixner widmete dieses Konzert dem geistlichen Schaffen Franz Schuberts. Vor dem Hauptwerk, der letzten Messe des Meisters aus Liechtental, die dieser ein halbes Jahr vor seinem Tod schuf und deren Aufführung er nicht mehr erlebte, waren noch zwei kürzere Werke zu hören. Durch diesen Aufbau war eine gewisse Gewöhnung an die Akustik dieses Kirchenraumes mit seinem langen Nachhall möglich. Zuerst das Offertorium Totus in corde langueo. Ähnlich wie bei Hirt auf dem Felsen konzertiert hier der Sopran mit einer virtuosen Soloklarinette (Siegfried Schenner). Den Sopranpart gestaltete Cornelia Horak. Fortgesetzt wurde mit einem Stück, das möglicherweise das letzte Werk Schuberts ist und bereits ein größeres Orchester (mit Posaunen) und Chor erfordert. Daniel Johannsen hat da manchmal schon leichte Mühe, sich durchzusetzen.

Das Hauptwerk des Abends ist die große Messe in Es-Dur. Hier kann sich vor allem der Chor auszeichnen, der die vokale Hauptlast zu tragen hat. Auf Grund eines hohen Anteils jugendlicher Sänger scheint die Zukunft dieses Klangkörpers gesichert zu sein. Sehr sauber die beiden großen Fugen am Ende des Gloria und des Credo. Im Credo kommen erstmals auch Solisten zum Einsatz. Das Et incarnatus est ist Schubert offensichtlich so wichtig, dass er einen zweiten Tenor (Angelo Pollack) einsetzt und den Text nach dem et sepultus est entgegen den liturgischen Gebräuchen wiederholen lässt, diesmal angeführt vom Sopran. Die Überraschung bietet das Sanctus, das in dieser Vertonung im Piano beginnt und sich erst im zweiten Anlauf zu einem jubelnden Forte erhebt. Das Benedictus bietet wie in fast allen Vertonungen den Solisten, die jetzt auch noch um den wohlklingenden Bass von Klemens Sander ergänzt sind, ihren Auftritt, während im abschließenden Agnus Dei  immer wieder die Begleitung des Doppelgänger aus dem Schwanengesang herumgeistert.

Das Orchester der Chorvereinigung bot unter der Leitung von Andreas Pixner eine sichere Basis für die eindrucksvolle Aufführung, auch wenn die akustischen Verhältnisse der Kirche dem tiefen Blech eine zu dominierende Stellung einräumten.

Wolfgang Habermann

 

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