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WIENER STAATSOPER: IMPRESSIONEN ZUR SPIELZEIT 2012 / 2013

15.07.2013 | buch

WIENER STAATSOPER
IMPRESSIONEN ZUR SPIELZEIT 2012 / 2013

 Der Direktor der Wiener Staatsoper selbst stellt sich hinter das Unternehmen, das seine Mitarbeiter mit größtem Fleiß vollbracht haben – das Zusammentragen einer Spielzeit in ihren Besetzungszetteln und jeweils aktuellen Fotografien: Mittlerweile gibt es ja nicht nur für Premieren, sondern für jede neu besetzte Serie des Hauses eine ausführliche Fotoserie von Michael Pöhn, die penibel die Darsteller in ihren Rollen dokumentiert.

Das ist solcherart nicht nur der Leistungsbericht des Hauses und die Anerkennung für die Mitarbeiter, es ist auch das Bewahren großer Leistungen zumindest im Bild – und solche Bücher werden ja, wie man weiß, mit der Zeit immer kostbarer, wenn sie zu historischen Nachschlagewerken reifen. Eine Arbeit, die die Gegenwart für die Zukunft unternimmt.

Wunderbare Erinnerungen, an die großen (und auch weniger großen…) Neuinszenierungen (Nina Stemme, die Isolde, ist am Titelbild des Buches) – und an das gesamte Repertoire. Drei verschiedene Toscas, drei verschiedene Cavaradossi und Scarpia in einer Spielzeit. Kaum ein großer Name der derzeitigen Sängerelite fehlt. Fabelhaft und sinnvoll aber auch die Berücksichtigung der Nebenrollen, die ja oft unter den Tisch fallen – nicht nur bei den Kritiken, auch in der allgemeinen Beachtung. Hier hat man sie sehr oft auch im Bild. Interessante Details – etwa dass Anita Hartig in einer Saison in der „Boheme“ einmal die Mimi, einmal die Musetta sang, die Fotos stehen nebeneinander.

Einwände sind winziger Natur – kein Foto der großen Kiri Te Kanawa, wenn sie nach langer Zeit (in der „Regimentstochter“) wieder auf Staatsopern-Bretter zurückkehrte? Aber es wird die ganze Opernwelt interessieren, wie die herrliche Grace Bumbry als alte Gräfin in der „Pique Dame“ in Wien aussah (großartig nämlich). Wenn man sich nächstes Jahr noch die Mühe machen wird, ein Personenregister hinzuzufügen (damit jeder Fan seinen Liebling schnell findet), ist das jetzt schon perfekte Unternehmen noch perfekter.

Unentbehrlich für Opernfans – nicht nur in Wien!

Renate Wagner

 

 

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