Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

WIEN/ Volksoper: LA TRAVIATA

20.06.2016 | Oper

WIEN/ VOLKSOPER:  „LA TRAVIATA“ am 20.6.2016

Langsam erhält die Inszenierung von Hans Gratzer Kultstatus!

Eine sichtbar wieder sehr gut geprobte Aufführung hob sich sehr schön aus dem vorangegangenen „Musicalspektakel“ hervor. Alles wird wieder ohne Verstärkung gesungen, was diese Stimmen auch nicht nötig haben.

Alexander Joel am Pult leitete sehr sängerfreundlich das Orchester. Der sehr Frauen dominierte Klangkörper klang auch sehr schon und differenziert.

Auf der Bühne war Sebastian Holecek als „Übervater“ Giorgio Germont zu erleben. Warmherzig, dennoch von einer gewissen Schroffheit und Strenge zu  der armen Violetta. Größte Enttäuschung gegenüber seinem Sohn konnte er stimmlich exakt umsetzen. Die Stimme wird  immer größer und dunkler, interessant ist, wie es auch international mit dem Künstler weitergehen wird.

Kristiane Kaiser wurde wegen noch leicht bestehenden Hustenanfällen angesagt, und bewältigte tapfer den Abend.  Als Alfredo Germont lernte man Szabolcs Brickner kennen. Ein junger Sänger aus Budapest, der über Weimar und Mannheim nach Wien kam, und hier weitere Rollen wie Tamino singen wird, – dieses kann ich mir auch sehr gut vorstellen. Für den Verdi-Tenor fehlt ihm doch noch etwas Schmelz und Farbe in der Stimme. Ein technisch gut geführter Gesangsstil, der aber für Verdis Ansprüche für die große Kantilene nicht unbedingt das Wahre ist. Dass kann man aber lernen!

Die kleinen, aber wichtigen Rollen von Annina über Flora bis zum Dienstmann verdienen ein Pauschallob.

Der Chor war wie immer sehr gut studiert und machte auch mit Freude und Animo mit.

Ein Sonderlob ergeht an das Ballett!

Elena Habermann   

 

Diese Seite drucken