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WIEN/ Volksoper: COSÌ FAN TUTTE . Hochkarätig

02.06.2015 | Oper

Wien/ Volksoper: HOCHKARÄTIGE „COSI FAN TUTTE“ AM WÄHRINGERGÜRTEL (1.Juni 2015)

Die Premiere am 15.Mai war ein voller Erfolg. Nun begeisterte auch die Alternativ-Besetzung des Meisterstückes von Wolfgang Amadeus Mozart und  Lorenzo Da Ponte. Ein wahrlich internationales Ensemble macht die deutschsprachige Produktion zum Ereignis. Und der Erfolg basiert u.a. auf der phantasievollen und doch sparsamen  Schwarz-Weiß-Inszenierung. Der deutsche Regisseur Bruno Klimek (er kommt vom Bühnenbild bzw. vom Licht) lässt gemeinsam mit dem österreichischen Ausstatter Hermann Feuchter die Entstehung der Produktion von der ersten Leseprobe bis zur Aufführung der Oper in angedeuteten historischen Kostümen (Tanja Liebermann) „verschmelzen“. Dazu kommt als zweiter „running gag“ ein sich wiederholender Strom-Schlag. Cosi spielt schließlich in Neapel in Sichtweise des Vesuvs. Und Gefühle ähneln doch tatsächlich Blitzen. Doch den Hauptanteil am Triumph der „Cosi“ hat die hochrangige musikalische Wiedergabe.  Die Britin Julia Jones nimmt die Partitur mit dem Volksopern-Orchester sehr ernst. Und sie leitet ein homogenes internationales Ensemble, in dem alle „in Augenhöhe“ miteinander musizieren. Wobei die in Kanada lebende Sopranistin Jessica Muirhead  vor allem in den Arien reüssiert. Höhen, Tiefen, Piani, Koloraturen – sie bewältigt alle Hürden souverän. Die Linzerin Manuela Leonhardsberger kommt ihr gleich und legt sich einige Höhen in die Dorabella-Arien ein. Ein starker Eindruck zweifellos und ein Hang zur Komik. Die stärkste Wirkung hat für mich bei den Damen die Wienerin jedoch Anita Götz als Despina. Die Stimme wirkt nun größer, das Timbre ist weiterhin  „glockenklar“, der Vortrag köstlich. Gesamturteil: Hinreißend! Das gilt bei den Sängern auch für Guglielmo und Alfonso. Der japanische Bass-Bariton Yasushi Hirano, der an der Volksoper seine inzwischen internationale  Karriere startete, ist souverän – locker im Spiel samt Belcanto-Qualitäten. Seine Stimme  ist gewachsen und sitzt nun  besonders gut. Hier ist zweifellos noch ein weiteres Karriere-Potential vorhanden. Vom Typ her ideal ist auch der Österreicher Günter Haumer, vielleicht ist er zu lyrisch – aber insgesamt: ein echter „Drahtzieher“ des Stückes. Bleibt noch der Koreaner JunHo You als Ferrando zu erwähnen. Die Stimme ist sehr hell, vielleicht zu „weiß“, das Spiel mitunter unfreiwillig komisch. Aber insgesamt – eine Pracht-Aufführung mit echtem Jubel.

Peter Dusek

 

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