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WIEN/ Stephansdom: VERDI-REQUIEM

WIEN/ Stephansdom : Verdi Requiem am  5.Oktober 2013

Der Stephansdom ist ein ungewöhnlicher, aber sehr stimmungsvoller Aufführungsort für dieses Requiem, das so wenig nach Kirchenmusik klingt. So schön der Dom als Rahmen war, so zeigte sich leider, daß die Akkustik für das große Orchester nicht ideal ist, wenn auch die klangliche Darstellung der Schrecken des jüngsten Gerichts sehr eindrucksvoll vermittelt wurde.

Es spielte das Wiener Domorchester unter der sehr schungvollen und engagierten Leitung von Markus Landerer, der sowohl die großen Fortestellen als auch leisen Momente sorgfältig herausarbeitete; allerdings hatte es [**hatten die Bläser??] etwa beim Sanktus gewisse Schwierigkeiten. Außerdem störte gerade bei den Forti die hallende Akkustik der Kirche.

Der Wiener Domchor wurde durch Mitglieder des Philharmonischen Chores Essen (D) verstärkt. Der gesamte Chor war sorgfältig einstudiert, er meisterte die schwierige mehrstimmige Partitur in allen Teilen souverän

Von den Sängern möchte ich an erster Stelle Hermine Haselböck erwähnen, die kurzfristig für Annely Peebo eingesprungen war und die Mezzopartie sehr schön und ausdrucksvoll gestaltete. Auch Monika Riedler, Sopran, war sehr gut, besonders in Erinnerung blieb mir das „Libera me..“ am Ende des Requiems. Die beiden Stimmen harmonierten wunderbar, ganz besonders erwähnen möchte ich das Agnus Dei.

Der Tenor war Satoshi Mizuguchi. Seine eher dunkle Stimme hat eine sehr schöne Mittellage, sehr ausdrucksvoll „Hostias et preces…“ im Offertorio, die Höhe war allerdings wenig überzeugend und klang mehrfach sehr angestrengt. Yasushi Hirano hat eine sehr schöne, weiche Baßstimme, er hatte anfangs etwas Schwierigkeiten, sich gegen die Orchesterfluten durchzusetzen, steigerte sich aber im Verlauf des abends zusehends.

Margund Klug

 

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