Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

WIEN/ Staatsoper: WOZZECK

28.03.2013 | KRITIKEN, Oper

Wien/Staatsoper: WOZZECK 27. 3.2013

Es wird über die 2. Aufführung der Serie berichtet. Im Forum gibt es manchmal starke Kritik an der Staatsoper. Die aktuellen Wozzeck-Aufführungen beweisen nachdrücklich den Rang des Hauses. Die Staatsoper und das Theater an der Wien kann man schwerlich miteinander vergleichen. Sie ergänzen einander, sind aber ganz unterschiedlich organisiert. Das eine Haus ist ein Repertoirehaus, das andere hat Stagionebetrieb. Übrigens, bei der Programmpressekonferenz des Theaters an der Wien, hörte man auch Kritik, weil es nächste Saison gleich zwei Wiederaufnahmen geben wird: The Rake’s Progress und den Messiah.

Mit dem Wozzeck hat die Staatsoper jedenfalls ihren hohen Rang wieder einmal eindrücklich bewiesen. Es ist ein Werk, das Dirigent Franz Welser-Möst besonders liegt. Das Orchester spielt ganz großartig und hingebungsvoll als wäre es Musik von Wagner. So entsteht ein wunderschönes Klangbild. Bergs Musik erschreckt auch nicht mehr. Das Haus war voll, selbst der Stehplatz und es war zu merken, wie gebannt die Zuhörer waren.

Natürlich, Simon Keenlyside ist einer der besten Baritone unserer Zeit. Seine Rolle gestaltet er mit unglaublicher Intensität. Wie er den gequälten und sich selber quälenden, unglücklichen Menschen darstellt ist ganz stark, man wird davon richtig gefangen. Anne Schwanewilms besitzt eine leichte, lyrische Stimme, die gar nicht so groß ist. Aber auch sie kann mit ihrem Potential die Marie sehr beeindruckend darstellen. Von beiden Sängern war man richtig gebannt.

Auch die weitere Sängerschar war zumeist sehr gut ausgesucht. Als Tambourmajor, er ist als ein richtiger Gockel angelegt, bietet Gary Lehman ein eher kleines Volumen. Wie er an großen Häusern Wagner singt, ist nicht leicht vorstellbar. Andres/Norbert Ernst war recht hellstimmig. Die skurrilen Charaktere des Hauptmanns und des Doktors waren bei Herwig Pecoraro und Wolfgang Bankl bestens aufgehoben. Als Handwerksburschen waren Marcus Pelz und Clemens Unterreiner eingesetzt. Dazu kamen noch Peter Jelosits als Narr und Monika Bohinec als Margret.

Es waren alle Voraussetzungen für einen großen Erfolg gegeben, die Reaktionen des Publikums waren dementsprechend stark. Viel Beifall und zahlreiche Bravi für Welser-Möst, Keenlyside und Schwanewilms.

Martin Robert BOTZ

 

 

Diese Seite drucken