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Wien/ Staatsoper: UN BALLO IN MASCHERA

20.04.2016 | Oper

WIEN/ Staatsoper:  „Un Ballo in Maschera“am  19.4.2016

Die beiden erfolgreichen Rollendebütanten an der Staatsoper: PIOTR BECZALA und DMITRI HVOROSTOVSKY

Dmitri Hvorostovsky, Piotr Beczala. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Ist eine Opernaufführung gut, wenn nur der letzte Akt gelingt? Bei einer hochkarätig besetzten Aufführung eher nicht. Offenbar waren zu viele Rollendebütanten (an der Staatsoper) am Werk, denn es dauerte tatsächlich viel zu lange, ehe die Qualität zufriedenstellend war. Schon das erste Bild enttäuschte, ein lähmend langweilig zelebriertes Vorspiel, ein Oscar (Hila Fahima), den man kaum hören konnte, zwei Haudegen, die leichte Intonationsprobleme hatten (Gustavo – Piotr Beczala, Renato – Dmitri Hvorostovsky). Im zweiten Bild enttäuschten die Damen Krassimira Stoyanova (Amelia) und Nadja Krasteva (Ulrica). Erstere erreichte durch den Einstieg in das schwere Sopranfach, dass ihre wunderbare lyrische Stimme plötzlich rau, angestrengt und und flatternd klang und damit deutlich an Wirkung verlor, letztere hatte mit falschen Tönen zu kämpfen (leider gewannen die zu oft). Auch das Duett Amelia – Gustavo gelang nicht optimal, da fehlten Feuer, Präzision und strahlende Höhe am Ende.

Erst der letzte Akt brachte mit dem hervorragend gesungenen „Eri tu“ einen ersten Höhepunkt, hier bewies Hvorostovsky, dass er momentan zu den besten Baritonen der Welt gehört. Beczala konnte in seiner finalen Arie und in der Todesszene seinen wunderbaren Tenor glänzen lassen – gut Ding brauchte Weile. Jesus Lopez-Cobos setzte auf seine Routine, vergaß aber, die Lautstärke zu drosseln, um die Sänger nicht gnadenlos zuzudecken. Seine Tempowahl war auch recht eigenwillig, zwischen viel zu schnell und zähflüssig wurde alles geboten. Vielleicht bessert sich die Qualität im Laufe der Aufführungsserie, für den Anfang war es letztendlich zu wenig.    

Johannes Marksteiner

 

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