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WIEN/ Staatsoper/ Staatsballett: LA FILLE MAL GARDÉE- 66. Aufführung dieser Produktion

19.12.2015 | Ballett/Tanz

Wien, Staatsballett in der Staatsoper: Hérold, La fille mal gardée . 17. Dezember 2015

 66. Aufführung dieser Produktion


Copyright: Wiener Staatsballett/ Taylor

 Unter der kundigen Stabführung von Alexander Ingram gab es in der vierten Vorstellung dieser Serie zwei Rollendebuts.

 Sowohl Denys Cherevychko als Colas und auch Dumitru Taran als Alain hatten keinen leichten Start mit ihren Debuts. Der eine mühte sich mit seiner Lise, Maria Yakovleva, die einen schwarzen Tag erlebte. Der andere mußte gegen die Vorlage Masayu Kimotos antanzen. Aber beide Herren reüssierten mit Bravour.

 Dumitru Taran, seit zehn Jahren in der Compagnie engagiert, seit 2012 als Halbsolist, bewies starke Nerven bei seinem Debut als Alain. Diese Gratwanderung zwischen Komik und Traurigkeit ist alles andere als einfach zu tanzen. Mit großer Sicherheit meisterte er diese schwierige Partie.

 Die Rolle des übermütigen Colas scheint Denys Cherevychko auf den Leib geschneidert zu sein. Es ist hinlänglich bekannt, dass er über ein großes Maß an schauspielerischen Talent verfügt. Dieses aber auch schon an einem Debutabend so hervorragend einzusetzen, ohne daß die Technik auf der Strecke bleibt, da zeigt sich die in den letzten Jahren erworbene große Routine dieses Ersten Solisten. Exakte Sprünge, eine Explosion an Touren, die große Kunst der „Phrasierung“ lassen ihn die Partie so lebendig gestalten, wie es kaum ein anderer vermag. Er ist sich seines Könnens so bewusst, dass er es sich erlauben kann, in manchen Momenten etwas zu verzögern um dann mit der nächsten Bewegung umso schneller zu sein. Hier wird nicht mehr nur die Choreographie getanzt, hier wird die Rolle gelebt.

 Maria Yakovleva, die nach acht Jahren wieder in die Partie der Lise schlüpfte, blieb am gestrigen Abend leider hinter den Erwartungen zurück. Wir alle wissen, dass sie eine ausgezeichnete Tänzerin ist. Aber dieses Mal gelang es ihr einfach nicht, ihr Können auch zu zeigen. Es fehlte schon von Beginn an die Ruhe, die Balance. Und ohne das wirken die Bewegungen leider hektisch und unausgegoren, kann auch die Tour en attitude mit den Bändern nicht gelingen. Ihr Colas wich ihr nicht von der Seite und half ihr so gut es ging. Tapfer kämpfte sie sich durch den Abend und spielte die Rolle der Lise.

 Auch in dieser Vorstellung wurde die Witwe Simone des Roman Lazik wieder zur Hauptpartie des Abends. Ein Meisterstück Ashtons! Man darf sehr gespannt sein, was die anderen Besetzungen aus dieser Rolle machen werden.

Ulrike Klein

MerkerOnline

 

 

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