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WIEN/ Staatsoper: SIMON BOCCANEGRA – letzte Vorstellung der Serie

07.10.2016 | Oper

WIENER STAATSOPER: „SIMON BOCCANEGRA“ am 6.10. 2016


Marco Vratogna (Simon). Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

 

Leider war das bereits die letzte Aufführung diese Serie., die durchwegs erstklassige Sänger aufbot. Auch trotz die betrübliche Absage des leider wieder erkrankten Dmitri Horostovsky in der Titelrolle hatte die Serie höchstes Niveau.

In der Rolle des Simon konnte man Marco Vratogna kennen lernen. Der ist ein ganz anderer Stimmtyp, kein Sänger mit Feinschliff und viel Schmelz, eher ein Haudegen, Pirat bleibt Pirat, aber auch das ist eine absolut vertretbare Lösung. Die Duette mit Fiesco und Amelia hatten ihren eigenen Stil und man kaufte ihm das Unbeugsame ab. Den Schluss wusste er sehr ergreifend zu gestalten.

Sein Gegenspieler Fiesco ist für Ildebrando D `Arcangelo vielleicht etwas zu tief, aber die prachtvolle Stimme ist dennoch herrlich zu genießen. Einen tenoralen Siegeszug konnte Ramon Vargas als Gabriele Adorno verbuchen. Die große Arie einfach wunderbar und alle Ensembles und Duette mit den ebenso guten Partnern einfach ein Genuss.

Maria Pia Piscitelli hört man hier viel zu selten. Ihre Amelia/Maria ist eine der besten die hier diese Rolle gesungen haben. Auch die heikle erste Arie gelang ausgezeichnet und die Piani klingen einfach betörend schön.

Markus Eiche gab dem Paolo wirklich beste Darstellung und eine sehr schön klingende Stimme, da sollte doch ein Simon heranwachsen!?  Sein Spießgeselle oder Mitläufer Pietro wird von Dan Paul Dumitrescu balsamisch schön gesungen, warum nicht einmal ein Fiesco?

Carlos Osuna ist ein gut klingender Hauptmann und Lydia Rathkolb eine schön Dienerin.

 Die Qualität ergab sich natürlich auch aus der Qualität der musikalischen Umsetzung durch Evelino Pidò, ein Kapellmeister vom Feinsten. Somit klang das Orchester hervorragend und natürlich auch immer wieder die Chöre unter Thomas Lang.

 Das Bühnenbild hat seine Tücken für alle Sänger, weil es überhaupt keinen festen Hintergrund hat und manchmal die Sänger an der Rampe singen müssen, auch wenn es anders gedacht war. Das hat nichts mit großer oder kleiner Stimme zu tun, sondern mit einem schlechten Akustikverhältnis!    

Elena Habermann

 

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