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WIEN/ Staatsoper: SALOME

05.06.2015 | Oper

Wiener Staatsoper: Salome am  5. Juni 2015

 Peter Schneider dirigierte seine 400. Aufführung an der Staatsoper, der Direktor gratulierte, kündigte ein Fest an und die Vorstellung wurde zur Sternstunde.

Die Rollen waren ohne Ausnahme ideal besetzt. Gun-Brit Barkmin ist eine überaus eindrucksvolle Salome, die alle psychologischen Tiefen dieser schweren Rolle ausleuchtet, mit mädchenhaft strahlender Stimme, großartigem Schauspiel, ein Glücksfall einer Singschauspielerin. Andreas Conrad als Herodes agiert sehr überzeugend, mit kräftigem hellen Tenor, großer Wortdeutlichkeit, glaubhafter Gestaltung, man freut sich schon auf weitere Charakterrollen. Ihm zur Seite gestaltet Janina Baechle die Herodias nicht als bösartiges Monster, vielleicht gerade deshalb aber umso glaubwürdiger.

Wolfgang Koch ist als Jochanaan ehrfurchtgebietend und stimmlich sehr überzeugend. Auch Carlos Osuna, der Narraboth mit strahlendem Tenor sang und der intensiv spielende Page von Ilseyar Khayrullova sowie alle anderen Beteiligten machten diese Salomeaufführung in der schon über 30 Jahre alten, aber noch immer beeindruckenden Inszenierung (Regie: Boleslaw Barlog, Ausstattung: Jürgen Rose) zu einem vom Publikum  bejubelten Ereignis.

 Christoph Karner

 

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